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Coup Teil 23: Grüne an der Macht?

Der Bundespräsident ist ein Grüner, der stellvertretende Kabinettschef der Kanzlerin ebenfalls und dem Übergangs-Verteidigungsminister werden auch entsprechende Sympathien nachgesagt. In Deutschland gibt es schon Umfragen, in denen die Grünen die stärkste Partei sind, was viele in Panik versetzt, unter anderem die SPD. Man sollte sich daran erinnern, dass bei einer Partei der Unterschied zwischen Anspruch und Realitöt so groß ist. Höchst interessant ist, dass George Soros die Grünen im März lobte und sie dann wie von Zauberhand Erfolge z.B. in Deutschland und Österreich bei der EU-Wahl eingefahren haben. Was Jens Berger unten für die NachDenkSeiten analysiert, ist fast zur Gänze auf Österreich zu übertragen, nur dass hier die transatlantische Komponente weniger deutlich herauskommt. Dennoch gibt es Pendants zu Ex-„Kriegsminister“ Joschka Fischer oder Russlandhasser/innen wie Marieluise Beck, und auch der von außen mit herbeigeführte Absturz von SPD und SPÖ hängt miteinander zusammen. Es ist nämlich immer leichter, eine kleine Partei mit weniger langer Tradition zu unterwandern und schrittweise umzugestalten als eiuen „alte Tante“ wie die Sozialdemokratie. Doch auch bei ihr ist es nur eine Frage der Zeit und es scheint dem Experiment mit den Grünen zu folgen.

DIe Grünen sind mehr denn je eine Mogelpackung mit transatlantischen Stiftungen und Geheimdiensten im Hintergrund; man kommt auch zu diesem Schluss, wenn man sich aktuell ansieht, wie Klimahype und Stimmungsmache zur EU-Wahl abliefen. Es ist auch  sehr weit weg vom Zugang ursprünglicher Grüner, die weniger Konsum und nachhaltigen Lebensstil propagierten, was die regionale und nationale Ebene stärkt, statt sie zugunsten eines Weltstaates abzuschaffen. Ibizagate, das zum Sturz der österreichischen Regierung führte und u.a. den Grünen nützt, hat geopolitische Bedeutung, worauf adie wahrscheinlich involvierten Seilschaften hindeuten. Grün steht für eine völlige Austauschbarkeit von Personen, was auch erklärt, warum Peter Pilz 2017 gegen „seine“ Partei kandidierte, die dann aus dem Parlament flog, und sich jetzt mit dieser fusionieren will. Im Ansatz greift dieses Prinzip auch schon in der SPÖ; wo man sich als recht durchlässig gegenüber den NEOS erweist, wie u.a. der Wahlkampf 2017 zeigte. Und wenn Parteichefin Pamela Rendi-Wagner erst SPÖ-Mitglied wurde, als sie im März 2017 ins Gesundheitsministerium nachrückte, so erinnert dies an die späten Beitritte von Roten wie Alexander Van der Bellen oder Terezija Stoisits zu den Grünen. Dabei bleiben immer diejenigen auf der Strecke, die nicht bei einer beliebige Partei aktiv geworden sind.

Die Grünen analysiert

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Coup Teil 11: Beeinflussung der EU-Wahl

Ohne Ibizagate wäre die FPÖ vielleicht vor der SPÖ gelegen; diese ist aber enttäuscht, dass sie trotz des Strache-Videos nichts dazugewonnen hat. Aussagen aus ihren Reihen wirken geradezu verräterisch, da man noch auf der Suche nach den „Hintermännern“ der Lockvogelfalle ist. Auch in Deutschland wurde die Wahl beeinflusst, und zwar indem plötzlich das Video eiunes Youtubers mit blauen Haaren namens Rezo unter dem Titel „Die Zerstörung der CDU“ gehypt wurde. 90 andere Vlogger schlossen sich an und forderten zum Kampf gegen den Kimawandel auf, was indirekte Werbung für die Grünen war. Im Hintergrund steht u.a. Martin Sorrell, der Verbindungen zu George Soros hat und die weltgrößte Werbeholding WPP gegründet hat. Ironischer Weise fürchtete die EU Eingriffe in die Wahlen, und zwar von Seiten Russlands, war aber mit hybrider Kriegsführung aus einer ganz andere Ecke konfrontiert.  Dies schien wie geschürte Klimapanik vor allem den Grünen zu helfen, auch auf Kosten der SPD; man kann kennt hier aber die Macher und weiß, dass sie mit „grün“ wenig am Hut haben. 

Bei der EU-Wahl überholten die Grünen die SPD und sind der CDU dicht auf den Fersen; in Österreich nähern sich die Grünen ihrem Ergebnis von 2014 wieder an: ÖVP 34,5 Prozent (+7,5), SPÖ 23,5 Prozent (0,6), FPÖ 17,5 Prozent (-2,2), Grüne 13,5 Prozent ( -1,0), Neos 8 Prozent (-0,1) und 1 Europa/Jetzt mit 2 Prozent. Das ist bemerkenswert, weil die Grünen 2017 aus dem Parlament flogen, nachdem der Abgeordnete Peter Pilz mit zwei anderen aus dem Klub eine eigene Liste gründete, die bei der Wahl erfolgreich war. Pilz msuste als Pseudo-„Aufdecker“ (i.e. Agent) um jeden Preis im Nationalrat bleiben, unterlag jedoch der grünen Listenerstellung einem anderen Bewerber. Seine Liste bekam aber vom Einzug ins Parlament abgesehen nie einen Fuß auf den Boden und scheiterte bei der nächsten Wahl auf Bundesebene gestern. So schnell konnte das EU-Ergebnis gar nicht feststehen, klopfte Pilz schon bei den Grünen an, denen er ja eine schwierige Startposition verschafft hatte. „Seinen“ Kandidaten Johannes Voggenhuber unterstützte er nicht, sondern lässt ihn nach seinem Scheitern eiskalt fallen. Dass Pilz heute dennoch auftrumpfen kann, liegt am Misstrauensantrag gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz, den er formuliert hat. Ohne Ibizagate wäre dies nicht möglich gewesen bzw. hätte keine Chance auf Zustimmung.

Die Grünen hüpfen fürs Klima

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Identitäre und inszenierter Widerstand

Wenn die Identitären eine Kundgebung ankündigen, entspinnt sich ein Ritual, das ohne sie nicht so deutlich zutage treten würde. Denn es „muss“ Gegenprotest organisiert werden, der in einer Blase stattfindet, die für alle verbindliche Standards setzen soll und zu der auch Mainstream-Medien gehören. Würde jemand etwas Grenzwertiges vertreten, ließe man ihn nicht demonstrieren, sollte man annehmen; allerdings ist das nicht immer der Fall, wenn man sich Aufnahmen größerer Kundgebungen ansieht, und das hat wiederum mit Zuwanderung, also auch importierten Konflikten zu tun. Diese werden dann z.B. von der Neuen Linkswende unterstützt, die mit türkischen Nationalisten demonstriert und auch gegen die Identitären vorne dabei ist. Mit dem Setting außen/frei auf der Straße unterwegs „linke Gegendemo“ und innen hinter mehreren Polizeisperren Platz für Identitäre wird zweierlei ausgedrückt: zum einen wer vor wem „beschützt“ werden und zum anderen, zu wessen Manifestation der Zugang möglichst erschwert werden muss. Dass kann immer noch gerechtfertigt sein, wenn sich hinter dem „anders Wirken“ der Identitären doch verkappte Neonazis verbergen, wie gerne unterstellt wird (wenn, dann müssten sie verboten sein). Dafür ist die Hemmschwelle allerdings immer niedriger, nachdem nun auch der Begriff „Volk“ siehe Kurier nur eine rechtsextreme Verschwörungstheorie ist. Artikel 1 der Bundesverfassung lautet aber: „Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus:“

Erfahrungsgemäß hat der Kurier allerdings Probleme damit, wenn eine „falsche Person“, ein „Betriebsunfall“ ein Ministeramt innehat, das ihm das Weisungsrecht im Ressort (Artikel 20 Absatz 1 B-VG) und die Befehls- und Verfügungsgewalt über das Bundesheer (Artikel 80 Absatz 2 und 3) überträgt. Das war deutlch zu erkennen bei Norbert Darabos (SPÖ), doch auch Mario Kunsaek (FPÖ) ist vor Angriffen über die Bande nicht gefeit (auch via Falter). Staatsrechtlich wird ein Staat durch drei Elemente charakterisiert: Staatsvolk, Staatsgewalt; Staatsgebiet mit Grenzen; fällt eines davon weg, hört der Staat auf zu existieren. Aus diesem Grund schlugen gerade auch hochrangige deutsche Juristen Alarm nach der unkontrollierten Masseneinwanderung 2015, weil damit die Gebietshoheit über das eigene Staatsgebiet aufgegeben und geltendes Recht in Serie verletzt wurde (hier erklärt es der ehemaloge CDU-Verteidigungsminister Rupert Scholz, auch bei Vortrag 2017). Es ist für Marx-geeichte Linke wegen dessen Ablehnung des Nationalstaats aus der Perspektive seiner Zeit sicher leichter, den Staat geringzuschätzen; Grundlage ihres Alltags ist er jedoch auch. Nicht von ungefähr betonen auch Konservative, dass sie den Sozialstaat und die soziale Marktwirtschaft in Gefahr sehen auch durch das völlige Wegdriften „Linker“ die längst ihre Basis veraten haben, aber den Diskurs vorgeben. War man 2015 in der veröffentlichten Meinung aber 2015 noch „nur“ „rassistisch“, wenn man das eigene Land erhalten wollte, ist man inzwischen schon „rechtsextrem“.

ORF-Report mit u.a. der Linkswende als Experten

 

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Unglaubwürdig: Die SPÖ und die Konzerne

„Mensch oder Konzern?“ fragt die SPÖ auf einem Wahlplakat, zeigt aber eine Frau mit einem Paket von Amazon in der Hand. Aktuelle Daten zur Marktkapitalisierung weisen Amazon als drittwertvollsten Konzern der Welt aus (mit 794,53 Milliarden € Wert). Auf Platz 80 steht mit 85,83 Milliarden € Siemens, was auch Sonja Wehsely, der Partnerin von Spitzenkandidat Andreas Schieder den Job sichert. Weiter vorne ist die Airbus Group gereiht (Platz 73, 91,47 Milliarden €), die von SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil noch in seiner Zeit als Verteidigungsminister bekämpft wurde. Bei der Cui Bono-Frage musste man an Lockheed Martin (Platz 94, 75,73 Milliarden €) und natürlich Boeing (Platz 16, 198,72 Milliarden €) denken; hier gibt es durch die 737 Max-Pleite aber Einbußen. Bei Amazon und Co. geht es natürlich auch um die Frage von (Digital)Steuern, die sich endlos hinzuziehen scheint, weil es innerhalb der EU keine Einheitlichkeit gibt. Ist die SPÖ so blauäugig zu meinen, dass eh niemand das Logo auf dem Paket erkennt? Oder wurde es bewusst platziert, gewissermassen unauffällig-offensichtlich? Amazon ist nämlich auch dafür bekannt: „Amazon already has a $600-million contract with the CIA, and Oracle has gone to court to challenge a Defense Department winner-take-all solicitation that it says would favor Amazon.“

Man beachte auch, dass Präsident Donald Trump und Amazon-Boss Jeff Bezos verfeindet sind, dass aber auch nicht alle Demokraten Bezos-Fans sind. Es geht um den Umgang mit Menschen, was das Sujet im SPÖ-Wahlkampf einmal mehr als Fettnapf erscheinen lässt: „Bezos wird für die Arbeitsbedingungen bei seinem Flaggschiff Amazon oft kritisiert. In einigen Ländern sind die Arbeiter in den Logistik- und Verteilungszentren unterbezahlt oder werden daran gehindert, sich arbeitsrechtlich zu organisieren. Sobald die Mitarbeiter sich dafür einsetzen wollen, werden sie durch die lokale Geschäftsführung oder deren Vertragspartner gegängelt und mit einem ‚Maulkorb‘ belegt. In jüngster Zeit kam auch große Kritik von prominenter Seite. Bernie Sanders, Senator von Vermont, hat über die schlechten Bedingungen geklagt. Er hätte gehört, Mitarbeiter müssten – wegen der schlechten Bezahlung – auf Essensmarken und teilweise staatliche Sozialleistungen zurückgreifen. In den USA ist deshalb eine heftige Debatte entbrannt: Zahlt Jeff Bezos seinen Arbeitern zu wenig? Der Senator stellt sich offen gegen diese Art der ‚Unterdrückung‘. Als Reaktion forderte Bezos hingegen die Mitarbeiter auf, öffentlich zu bekennen, wie sie die Umstände am Arbeitsplatz ‚empfinden‘.“

SPÖ-Tweet

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SPÖ: Keine Alternative zu Christian Kern?

Kaum wurde in SPÖ-Gremien über neues Parteiprogramm und neue Strukturen diskutiert, brach eine Obmanndebatte vom Zaun, die sofort wieder im Keim erstickt wurde. Doch so oder so wird sich Christian Kern beim Parteitag im Oktober einer Wiederwahl stellen müssen – möglicherweise doch mit einem aussichtsreichen Gegenkandidaten. Zwar hat sich Landesrat Hans Peter Doskozil mit Kritik an einem vermeintlichen grünlinken Fundi-Kurs selbst wieder aus dem Rennen genommen, doch nun wird laut z.B. über einen Gewerkschafter nachgedacht. Noch (?) stellen sich die SPÖ-Länderchefs hinter Kern, selbst der Burgenländer Hans Niessl, dem Doskozil bald nachfolgen soll (es sei denn, er wird SPÖ-Chef auf Bundesebene). Sucht Kern „eine Richtungsentscheidung„, wenn er für Klimapolitik,. für Soziales und traditionell Sozialdemokratisches und für Migrationspolitik ist? Ironischer Weise hat Doskozil nicht ganz unrecht, da Kern zuerst bei der Alternativen Liste Wien war, die von seinem Kampfgefährten gegen den europäischen Airbus-Konzern Peter Pilz bei den Grünen an den Rand gedrängt wurde. Typisch Alternative Liste und typisch jene deutschen Grünen, die noch nicht mit Joschka Fischer in den Kosovokrieg zogen, war auch Pazifismus, während Doskozil sich ein Buch von der NATO-Journalistin Margaretha Kopeinig schreiben ließ („Sicherheit neu denken„) und Pilz für US-Militärinterventionen ist. 

Das Migrationsthema ist mit Klima und Kriegen verbunden, wenn wir bereit sind, illegale Migration von der immer erwünschten legalen zu unterscheiden und wieder zur Anwendung der Genfer Flüchtlingskonvention zurückkehren. Das sollte dann auch Spaltungen innerhalb der SPÖ in „Linke“ und „Rechte“ vermeiden, weil man sich darauf einigen kann, Gesetze und Regelungen anzuwenden und beide Seiten verstehen, dass Reden über Migration den Menschen bei uns, die in Not sind, nicht hilft, sondern erst recht das Gefühl gibt, dass sich niemand um sie kümmert. Mit einer Breitseite gegen ein „grüneres“ SPÖ-Programm weckt Doskozil auch seiner Figur wegen Assoziationen zu jenen Beton-Bonzen in der Sozialdemokratie, die in der Hainburger Au die Polizei aufmarschieren ließen. Es scheint absurd, dass er Landeshauptmann in einem Bundesland voller Windräder werden soll, da er erneuerbare Energien offenbar ablehnt und wohl auch z.B. von Weinbauern nicht hören will, wie sich der Klimawandel bemerkbar macht. Doch derzeit sind die Nerven zum Zerreißen gespannt, auch bei mitmischenden Medien, die Tweets von Christian Kerns Sohn Niko auf die Goldwaage legen (was an die Demontage von ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner im Mai 2017 erinnert).

Der „Kurier“ auf Twitter

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System Change, not Climate Change

In vielen Städten gingen Menschen vor Beginn der UN-Klimakonferenz auf die Straße; am 29. November auch in Wien, wo einige hundert Menschen vor dem Parlament „System Change“ formten. So erfreulich breite Bündnisse und waches Bewusstsein sind, erweisen sich einige Parolen und Forderungen auf den zweiten Blick doch als ziemliches Mischmasch. Unreflektiert wird auch gerne überall das Thema „Flüchtlinge“ hineingepackt, und man sollte auch fragen, was mit „Klimagerechtigkeit“ konkret gemeint ist.

Theoretisch könnte man ja sagen, dass alle Menschen das Recht haben, in Klimazonen zu leben, in denen ertragreiche Ernten, Niederschläge (aber nicht zu viel davon) und Wohlstand für viele selbstverständlich sind. Dass wir alle (unterschiedlich) betroffen sind, stimmt natürlich, doch wir dürfen auch hier nicht vergessen, dass die Zerstörung der europäischen Nationalstaaten auf der Agenda gewisser Akteure steht, die auch wissen, wie man sich „der“ Zivilgesellschaft bedient. In Wien wurde zunächst ein bisschen demonstriert, mit einem recht bunten Zug (inklusive Indigener), der von der Votivkirche zum Parlament marschierte.

Es gab keine langen Ansprachen, sondern nur kurze und daher stark vereinfachende Redebeiträge, was nicht so schlimm ist, da ja von den teilnehmenden Gruppen auch reichlich Material verteilt wurde. Kritik wurde daran geübt, dass nach den Anschlägen von Paris alle Kundgebungen untersagt werden, sogar AktivistInnen unter Hausarrest stünden. Freilich sind die Menschen in Frankreich kreativ genug, um dennoch ihren Protest zum Ausdruck zu bringen: „In the French capital, where demonstrations were banned by the authorities after attacks by Islamic State militants killed 130 people on Nov. 13, activists laid out more than 20,000 pairs of shoes in the Place de la Republique to symbolize absent marchers. Among the high heels and sandals were a pair of plain black shoes sent by Pope Francis, who has been a vocal advocate for action to prevent dangerous climate change, and jogging shoes from U.N. Secretary-General Ban Ki-moon. One activist, dressed in white as an angel with large wings, held a sign saying ‚coal kills‘. About 10,000 people also joined arms to form a human chain through Paris along the 3-km (2-mile) route of the banned march, organizers said.“ (1)

Zu Recht hiess es in Wien, dass „wir“ uns wenig erwarten von diesem Klimagipfel, weil bei seinen Vorgängern auch wenig Konkretes passiert ist; womit wir rechnen müssen, zeichnet sich etwa anhand von Aussagen der deutschen Kanzlerin ab, die „regelmässige Überprüfungen“ fordert. Ebenso viele wie für die Rettung des Weltklimas (oder noch mehr) gingen in Spanien und Großbritannien gegen die Destabilisierung Syriens auf die Straße. (3) In Wien (und wohl nicht nur hier) wurden „Klimagerechtigkeit“ und „Frieden“ miteinander in Verbindung gebracht, was ja auch die Parole vom „System Change“ impliziert. Wie dieser aber in der Praxis erfolgen soll, wenn viele sich ungewollt zu Handlangern eines „Changes“ weg von Nationalstaaten und damit für eine Untergrabung ihrer eigenen Lebensgrundlagen machen, sei dahingestellt. Bezeichnend ist aber, dass ein Mann zu jenen sagte, die den Infostand von Global 2000 betreuten, dass wir ja an allem selbst schuld seien, ergo auch mit den Konsequenzen, also den Klimaflüchtlingen, zurande kommen müssten.

Zwar verlieren Menschen auch aufgrund von Klimaveränderungen ihre Heimat, doch der grösste „Klimasünder“ sind immer noch Kriege, wobei man die Rolle von Konzernen und Banken nicht unterschätzen darf. (4) Nicht immer ist es tatsächlich eine Veränderung des Klimas, wenn ehemals fruchtbare landwirtschaftliche Gebiete nicht mehr genutzt werden können oder wenn lokale Produktion vernichtet wird. Jene TeilnehmerInnen am Protest in Wien hatten Recht, die kritisierten, dass zugleich rund um Weihnachten viel konsumiert wird, bei dem man lieber nicht so genau wissen will, wie es wo und vom wem hergestellt wurde. Immerhin war auch eine Plattform für Foodsharing vertreten, bei der es u.a. um gemeinsame Einkäufe beim Biobauern geht und die in Wien in manchen Bezirken sogar mehrere Initiativen anbietet. (5) Man sollte auch nicht verdrängen, dass es besser ist, weiterzuverwenden, was andere Menschen nicht mehr benötigen (also zu Flohmärkten, in Second Hand- und Umsonst-Läden zu gehen), statt extra produzierte, für grünen Lebensstil angebotene Ware zu kaufen.

Vor dem Stand von Attac versuchte ich, mit Menschen zu diskutieren, die gerade den Föderalismus als  „das“ grosse Problem in Österreich kritisierten und das Durchgriffsrecht der Bundesregierung bei der Unterbringung von AsylwerberInnen lobten. Zuvor habe ich gesehen, dass das neue „profil“ als Titelgeschichte hat „Wie die Bundesländer unser Geld verschenken“; Herausgeber Christian Rainer spricht in einem Werbespot davon, dass Länder und Gemeinden „mit obskuren Sozialleistungen Ihr Steuergeld verheizen“; und zwar im Ausmaß von 33 Milliarden Euro. Ich meinte, ich finde es richtig und als Beweis für  verantwortungsvolle Politik, dass die burgenländische Landesregierung gerade nach Paris (es gab bei der Kundgebung keine Gedenk-, aber eine Bedenkminute) dagegen protesiert, dass der Bund auf dem zweitgrössten Truppenübungsplatz Österreichs „Flüchtlinge“ unterbringen will. (6) „Ich kenne auch keinen Flüchtling persönlich“, erwiderte ein Mann, der jedoch vollstes Vertrauen in alle hat, die bei uns gelandet sind.

Dass ein Medium, das zuvor wie alle anderen Putin dämonisiert hat, dann auf Flüchtlingshype machte, nicht ohne Plan die Länder attackiert, gibt manchen Leuten nicht zu denken. Tatsächlich sollen aber die Nationalstaaten zerschlagen werden, und dem stehen überall dort, wo es ausgeprägten Föderalismus gibt, eben auch Regionen und Länder entgegen. Offenbar haben einige den Plattformtext für die Klima-Aktion nicht gelesen, denn unter den „12 Schritten gegen Klimawandel und für Klimagerechtigkeit“ beziehen sich nur zwei auf die internationale Ebene. (7)Hingegen ist alles andere nur vor Ort realisierbar, vom Umstieg auf erneuerbare Energien über öffentlichen Verkehr und Ernährungssouveränität bis zur Stärkung der regionalen Wirtschaft.

Einiges dazu findet man daher auch im vom Mainstream vielgescholtenen Programm der burgenländischen Landesregierung – deren heftigste KritikerInnen in der SPÖ, die Sozialistische Jugend, übrigens zu den UnterstützerInnen des Klima-Protestes gehören. Vielen wird dieser Widerspruch nicht klar sein, und sie schliessen sich medialer Sichtweise von „provinzieller“ Politik an, während sie selbst ja angeblich global denken (was ist mit lokal handeln?). Es fragt sich aber, ob alle, die bereitwillig für einen „System Change“ auf die Straße gehen, sich dessen bewusst sind, dass andere damit den „Systemwechsel“ von Nationalstaaten mit Sozialstaat zu Wildwuchs und Rechtlosigkeit meinen?

(1) http://www.reuters.com/article/2015/11/29/us-climatechange-summit-demonstrations-idUSKBN0TI00720151129 – man sieht hier auch Bilder von Demos in anderen Städten – nicht alle protestierten in Paris friedlich: http://www.krone.at/Welt/Rund_100_Randalierer_vor_Klimagipfel_festgenommen-Tumulte_in_Paris-Story-484545
(2) http://derstandard.at/2000026588118-632/Merkel-fordert-regelmaessige-Ueberpruefungen-in-Sachen-Klima
(3) http://www.presstv.ir/Detail/2015/11/28/439535/London-Madrid-protests-Daesh-Syria–
(4) https://netzfrauen.org/2015/11/28/rio-doce-disaster-unter-beteiligung-deutsche-bank-blackrock-vanguard-group-goldman-sachs/
(5) http://www.foodcoops.at – manche der Initiativen in Wien sind auch vegan
(6) ich gehe hier auch darauf ein: https://alexandrabader.wordpress.com/2015/11/28/welche-spielraeume-hat-politik/
(7) http://www.systemchange-not-climatechange.at und http://www.ots-video.at/v/2000-demonstrieren-fuer-system-change-not-climate-change/