Grüne, Glücksspiel und Glawischnig

Zur politischen Aufregung des Tages wird der Wechsel der ehemaligen grünen Klubobfrau Eva Glawischnig zum Glücksspielkonzern Novomatic. Es klingt zugegeben schräg, dass sie als „Verantwortungsmanagerin“ zuständig ist für „Corporate Responsibilty und Sustainability“. Doch wer so tut, als seien die Grünen bislang grundsatztreu gewesen, führt in die Irre. So wird ganz vergessen, dass die angeblich gewaltfreie Partei für jede US-Militärintervention eintreten musste und das Basis vertrieben wurde, wenn sie z.B. hier dagegen war. Vieles ist bei näherer Betrachtung nur Schein gewesen; dazu gehörte auch der Quereinstieg von Glawischnig und anderen (ganz besonders Frauen), die in ihrem Leben nie ehrenamtlich auch nur einen Zettel für die Grünen verteilten. Es jährt sich jetzt übrigens bald, dass Glawischnig demontiert wurde, denn im März begannen die jungen Grünen, sie öffentlich zu attackieren. Diese Auseinandersetzung endete mit dem Abgang junger Funktionäre, dem Glawischnigs Rücktritt folgte, der wiederum fast mit dem Rücktritt von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner zusammenfiel. Wie wir wissen, gab es dann vorverlegte Wahlen und Peter Pilz schaffte es bei der Listenerstellung nicht auf den gewünschten Platz, sodass er gegen die Grünen kandidierte.

Zwar kam die Liste Pilz ins Parlament, während die Grünen an der 4 %-Hürde scheiterten, doch wenige Wochen nach der Wahl trat Pilz wegen Belästigungsvorwürfen zurück. Mit Glawischnig als Glücksspiel-Nachhaltigkeitsbeauftragte beweisen die Grünen entgültig, dass „Stranger than Fiction“ auch für sie gilt. Zwar sind einige Grüne jetzt besonders enttäuscht von ihrer ehemaligen Chefin, weil man ja auch prinzipiell gegen Glücksspiel ist, doch auch bisher war einiges Mogelpackung. Die Grünen riefen eifrig „welcome“ und waren für Gender in allen möglichen sinnvollen, aber auch unsinnigen Kontexten, sodass sie sich als treue Diener der Globalisten um George Soros zeigten. Viele empfanden dazu gerade Pilz als erfrischendes Gegengewicht, weil er ja – behaupten die Medien – ein Aufdecker sei. Dass er aber z.B. beim Eurofighter-Thema Druck auf Ex-Verteidigungsminister Norbert Darabos deckt, will man/frau nicht wahrhaben. Übrigens verwiesen die ach so feministischen „GrünInnen“ bei Militär und Sicherheit immer auf Pilz, weil sie sich damit nicht auseinandersetzen wollen/dürfen.

oe24 wird Glawischnig interviewen (Twitter)

Auf Twitter und Facebook braucht Glawischnig derzeit nicht für Spott zu sorgen, weil sich sehr viele an ihr abarbeiten; doch dies beleuchtet nur ein Detail, das zu einem Gesamtbild gehört. Man wird nicht aus heiterem Himmel „grundsatzuntreu“, sondern zeigt sich so, wie man ist, zumal dies auch von ihr bestätigt wird, weil es ihr auf Einfluss, egal wo ankommt („Ich wollte schon immer bei den ganz Großen sein.„). Eiskalt erwischt es die Kärntner Grünen, die am Sonntag um den Wiedereinzug in den Landtag zittern müssen, doch auch in Wien haben sie – ohne Wahl – zu kämpfen. Man versteht Kommentatoren, die Glawischnigs Schritt als „extrem unverantwortlich“ bezeichnen, und doch ist es nur neuerlich Ausdruck des grünen Niedergangs. Nicht zufällig wurden einige vertrieben, und das waren diejenigen, die am meisten politisch dachten und das aus den Grünen machen wollten, was sie sein sollten. Zum Teil kamen solche Leute dann wieder und arbeiteten an der Basis mit (Mandate sind für sie tabu), stellten aber fest, dass sie Abgeordnete unterstützen müssen, die selbst oft keine Ahnung von Themen haben.

Kein Wunder ist auch, dass Glawischnig jetzt mit Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer verglichen wird, der ebenfalls ein lockeres Verhältnis zu politischen Überzeugungen hat. Auch ihn fand man einmal bei Novomatic, und seine Firma mit seinem Ex-Berater Tal Silberstein Novia Fund Management (die auch mit Glücksspiel zu tun hat) schaffte es in die Paradise Papers. Auf Twitter weist ein User darauf hin, dass auch der Subventionskaiser Robert Menasse sich von Novomatic hat sponsern lassen, und zwar, um ein Europa-Buch zu schreiben. Wer es jetzt nicht bei kurzfristiger Empörung belassen will, sollte sich ansehen, was aus den Grünen in Deutschland und Österreich gemacht wurde und wie dies mit transatlantischem Einfluss (Deep State) zu tun hat. Und wenn der SPÖ-Pseudolinke Andi Babler im März 2016 mit Doppelbezügen in die Enge gedrängt wurde, machte dies die Bahn frei für Christian Kern als Faymann-Nachfolger, was an das Schauspiel um die jungen Grünen ein Jahr danach erinnert. Wie alles verflochten ist, sieht man auch daran, dass Peter Pilz im Sommer 2016 mit einem militärischen Verschlussakt (Eurofighter-Vergleich) die Weichen für den U-Ausschuss 2017 stellte, der Ex-Minister Darabos zu Fall bringen soll.

PS: Wie hier beschrieben werde ich seit Jahren wegen kritischer Berichte attackiert; nun suchen die Kater Baghira und Gandalf und ich DRINGEND ein neues Quartier, bevorzugt in Wien oder Wien-Umgebung. So kann ich die von euch geschätzte Arbeit auch viel effizienter und mit euch gemeinsam fortsetzen, denn nachdem ich meine Wohnung in Wien verloren habe, bin ich auf dem Land gelandet. Wer etwas für mich hat oder weiss hilft mir damit sehr. Auf den Wunsch vieler treuer Leserinnen und Leser hin ist finanzielle Unterstützung jederzeit willkommen: Alexandra Bader, Erste Bank BLZ 20111, BIC GIBAATWWXXX, IBAN AT592011100032875894. Ihr erreicht mich unter 06508623555, alexandra(at)ceiberweiber.at und ich bin auf Facebook und Twitter (cw_alexandra)

 

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25 Gedanken zu “Grüne, Glücksspiel und Glawischnig

  1. zur Karawankenmamba ..es gibt einen guten Beitrag und zu Novomatic auch auf addendum.org(Mateschitz sein Projekt)
    Projekt 003 Glücksspiel

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    1. Winkler Josef
      Tannberg 33
      5221 Lochen

      An
      Hanns Joachim Friedrichs Preis
      fur Femsehjoumalismus e.V.
      Prof. Dr. Claus Richter, Nikolaus Brender, Maybrit Illner,
      Prof. Jurgen Flimm, Petra Gerster, Dr. Claus Kleber,
      Theo Koll, Wolf von Lojewski, Stephan Lamby, Eva Muller,
      Frank Plasberg, Prof. Fritz Pleitgen,
      Christina Pohl, Volker Skierka, Marietta Slomka,
      Denis Scheck, Anne Will,
      Ulrich Wickert, Thomas Roth,
      Pfalzburger Str. 11
      10719 Berlin
      Offener Brief
      Lochen, 3.März 2018

      Sehr geehrte Damen und Herren,
      mit großer Bestürzung und Sorge beobachte ich Ihre Lügen in Bezug auf Russland.
      Die Krim war im März 2014 – nach gut 22 Jahren in der unabhängigen Ukraine – wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Halbinsel bei einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Anlass für die Volksabstimmung war ein nationalistisch geprägter Staatsstreich in Kiew.
      Im Dezember 2014 hielt Prof. Dr. Garbriele Krone Schmalz in Wernigerode eine Rede zum Völkerecht bezügl. Ukraine (www.youtube.com/watch?v=2IS3n1w2cuc).
      Trotzdem behaupten Sie bis heute Russland habe die Krim völkerrechtswidrig Annektiert.
      Ich hoffe sehr, dass es in Deutschland einen Ort gibt, an dem presseschädlichen und demokratiefeindlichen Lügen durch ehrliche und wahrheitsverpflichtete Journalisten Einhalt geboten wird. Vielleicht ist dieser Ort ja in Berlin.
      Mit besten Grüßen
      Josef L. Winkler

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      1. Endlich haben Sie das aufgezeigt, Herr Winkler! Bleibt nur noch zu hoffen, dass Berlin sich von Ihnen ins Gewissen reden lässt. Obschon die Chancen gut stehen. Denn: einen notorischen Lügner und Desinformanten, namely: Claus Kleber, gibt’s auf dieser Welt, Gott sei dank, nur Einen lol

        wie auch immer

        MfG

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  2. Die Eva und der Erdapfel. Der fällt tatsächlich nicht weit vom Stamm. Novomatic kommt ursprünglich aus dem Umfeld der Russen Mafia und steckt mit dem Staat sprich einer anderen mafiösen Vereinigung unter einer Decke.

    Zugehen tut es im Garten Eden, einst zwischen Euphrat und Tigris liegend heute deplatziert zwischen Malta und Lavant. Den müssen die Flüchtlinge verzaht haben und als der Kurz die Grenze hat zugemacht hat liegen lassen oder schlicht vergessen. Fladern sonst ja auch alles was nicht niet- und nagelfest ist, wie eben der Staat und die Novomatic.

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  3. wieder ein sehr guter kommentar. bravo!

    kann es sein, dass unsere politriegen ständig gescannt werden, ideen aufgegriffen werdne und von den drahtziehern ihren puppen als ansagetext vorgegeben wird?

    man beachte, dass pilz nach der abspaltung 1:1 düringers statements vor laufender kamera vorgetragen hat, ständig im scheinwerferlicht stand und so als spaltpilz das parlament kapern sollte…

    leider haben wir es in unserer politik großteils mit frei-beutern zu tun, die sich von den echten piraten nur darin unterscheiden, dass sie mit gegnerischen mächten verbündet sind…

    und zwar die GANZE zeit.

    es bleibt abzuwarten, bis der nächste seine maske verliert.

    die liste der demaskierten liest wie ein who is who der österreichischen politik:

    ederer- schilling bleibt bzw geht an siemens…
    klima- transitvertrag-farce…
    gusenbauer- roter koffer, nursultan machenschaften…
    fischler- feinkostladen-übernahme durch monsanto via zentralkomitee…
    KHG- zu bereichert, zu verschönert, zu ausverkauft…
    schüssel- für eine strahlende zukunft (atom statt kohle)…
    vasiliakou- mehr grün für hochhäuser…
    und so weiter und so weiter…

    selbst denkende abweichler werden im keim erstickt und ausgebootet…

    das passiert in allen sogenannten liberalen demokratien weltweit. ständig.

    illiberale demokratien haben es gewagt sich zu verwählen. so wie österreich zu etwa einem drittel. es wird spannend sein zu sehen ob das schon reicht, dass noch mehr aufwachen, ob die diffamierungen gegen die gewählten greifen oder ob wir zuerst im multikulti versinken, bevor wir aufwachen…

    jedenfalls herrscht ein wenig unruhe an deck unseres seelenverkäufers, mal sehen ob das ruder in der hand der kaperbrief-unterzeichner bleibt…

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      1. das stimmt: darabos ist einer von denen, die gute absichten hatten/haben…

        leider sind sie in der minderheit/nicht rücksichtslos genug oder werden abserviert…

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      2. Wenn man unter Druck gesetzt wird und alle wegsehen, auch das Bundesheer (Abwehramt) versagt, kann man selbst wenig bewirken.

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      3. falsch–>das stimmt: darabos ist einer von denen, die gute absichten hatten/haben…

        Richtig=Als StrafMilderungsgrund könnte man beim Eurofighter Desaster einräumen, dass Darabos zumindest im „Guten Glauben“ gehandelt haben dürfte. Denn: Gute Absichten sehen anders aus, Stichwort: Entacher

        Immerhin hat sich Darabos, von (vorgeblichen) Fachexperten beraten lassen, denen offensichtlich wenig an der Nationalen Sicherheit Österreichs gelegen ist – gelinde formiliert.

        Die Fachexperten haben, laut Aussage von Darabos, geraten, auf die für den Ernstfall essentiellen Syteme „DASS“ und „FLIR“ bei den Eurofightern verzichten zu können, was mMn mit einem Akt der WehrmittelSabotage (§ 260 StGB) gleichgestellt werden muss.

        Gute Absichten könnten Darabos daher nur unterstellt werden, wenn Darabos, von sich aus, und von Anfang an, auf die Funktion des Verteidigungsministers verzichtet hätte. Ja, da könnte man mit Fug und Recht von guten Absichten reden. Nur der Verzicht wäre gut gewesen für Darabos und gleichzeitig gut gewesen für Österreich.

        Im übrigen wäre es ratsam, künftig hin nur Personen, welche mindestens Absolventen der Militär Akademie sind, für die Funktion als Verdeidigungsminister anzugeloben. Alles andere ist Fahrlässigkeit.

        Wie auch immer

        MfG

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  4. Morgen am Sonntag sind doch die Wahlen in Kärnten. Hat Frau Glawi es deshalb „perfectly in time“ von Standard zwei Tage vorher ihre Karrieregeilheit puplizieren lassen? Als Rache?

    Dass Glawi schon immer bei den ganz Großen sein wollte, ist eigentlich das Hauptmerkmal ihres Persönlichkeitsprofils und selbst für außenstehende BeobachterInnen ist Glawis Geltungsdrang immer schon gut nachvollziehbar gewesen.

    Für GeltungsSüchtige ist „Novomatic“ the perfect place, um aller Welt zu demonstrieren: „Schaut her, SO bin ich“ !

    Wie auch immer

    MfG

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      1. Dazu passt auch, dass ein paar Tage vor der Kärnten-Wahl ein angeblicher Geldmissbrauchsskandal den FPÖ-Abgeordneten Leyroutz betreffend publik wurde.
        Regelmäßig vor Wahlen wird jetzt versucht, die FPÖ in Misskredit zu bringen und doch erhalten sie Zugewinne.

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  5. Ist eine interessante Geschichte, weil Glücksspiel für die Grünen eben nie eine Branche wie andere auch war.

    Ist ein bisschen so, wie wenn sich eine ehemalige Spitzenfunktionärin jetzt um „verantwortungsvolles Waffengeschäft“ oder „nachhaltige Chemieindudstrie“ kümmern würde.

    Sie haben schon recht, da geht’s um ein „lockeres Verhältnis zu politischen Überzeugungen“ (vornehm ausgebdrückt).

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  6. mir kommt eher vor dass Glawischnig unter starken Medikamenteneinfluss steht….sie sieht so aus ….das ist nicht bös sein gemeint, aber das Gesicht sieht irgendwie anders aus
    Vielleicht sind das aber nur die Kameras die weniger freundlich sind.

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      1. das sieht überhaupt nicht nach implantat Schwellung aus , und auch ihre erste Geschichte allergischer Schock auf Birkenpollen ist eher unglaubwürdig…

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  7. „Der Glücksspielkonzern Novomatic wollte demnach 2006 gemeinsam mit der Telekom Austria in das Online-Glücksspiel einsteigen, sie bedienten sich dafür des Lobbyisten-Duos Walter Meischberger und Peter Hochegger. Sie sollten eine Lockerung des Glücksspielmonopols erreichen, die von der schwarz-orangen Koalition dann auch vorbereitet wurde – ohne Information von Platzhirsch Casinos Austria. Lotterien-Vorstand Friedrich Stickler berichtete im Ausschuss, wie er das Projekt durch Intervention bei der ÖVP im letzten Moment zu Fall bringen konnte.“ – derstandard.at/2000075324397/Ex-Gruenen-Chefin-Glawischnig-bei-Novomatic

    schau schau, mit meischi und hochegger auf einem tanker…

    hier noch mein persönliches top-posting:

    https://derstandard.at/permalink/p/1028870574

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