Warum die Grünen gescheitert sind

Ohne Briefwahlstimmen, die erst ausgezählt werden, liegen die Grünen bei 3,3 % und damit unter der 4 %-Hürde. Wenn sie bei den Briefwählern ca. 7 % erreicht haben, kann es sich doch noch ausgehen.Daher müssen sie erst einmal bangen, beginnen aber, sich auf das wahrscheinlichere Ergebnis einzustellen und damit auf den Abschied aus dem Parlament. Zwar hat die SPÖ den Grünen in Wien viele Stimmen gekostet, doch der Absturz ging auch auf das Konto der Kandidatur von Peter Pilz mit eigener Liste. So oder so hat sich die Partei nicht auf geänderte Umstände eingestellt, sondern wollte wie davon unberührt einen Themenwahlkampf führen. Man hätte Pilz auch emotional abhaken und sachlich konfrontieren, seine bisherige Strategie studieren müssen und dabei u.a. bemerkt, dass er immer viel medialen Rückhalt hatte. Es bleibt abzuwarten, was Beteuerungen bedeuten, dass sich „einiges ändern“ müsse, wie der Wiener Landessprecher Joachim Kovacs sagt, der auch „inhaltliche und in gewissen Bereichen vielleicht auch personelle Weichenstellungen“ fordert.

Übrigens kommen dank Pilz nicht nur der Listengründer, sondern auch die bisherigen grünen Abgeordneten Bruno Rossmann und Wolfgang Zinggl wieder ins Parlament. Für die Grünen bleiben Landtage, Landesregierungen und der Bundesrat, doch das Ausscheiden aus dem Nationalrat ist mit dem Verzicht auf rund 8,9 Millionen  € Parteienförderung verbunden. Die Partei wurde systematisch erwischt, da vor dem Ausscheiden von Pilz Ex-Parteichefin Eva Glawischnig von den Jungen Grünen öffentlich attackiert wurde, die sich nach ihrem Rücktritt der KPÖ anschlossen. Das Bündnis KPÖ Plus verzeichnete dann erwartungsgemäss kein Plus bei der Wahl, hatte aber u.a. die Ex-Grüne Flora Petrik an Bord. Da nicht nur Glawischnig aus der Politik ausschied, sondern auch Ex-ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner, kam es zu vorgezogenen Neuwahlen und Pilz‘ Scheitern bei der Listenerstellung. Dass sein Abgang mit viel Mediengetöse verbunden war, hätte die Grünen warnen sollen, die stattdessen auf ihren Status und ihre Infrastruktur vertrauten.

„Kronen Zeitung“ im Juni, prophetisch

 

Die  Grünen übersahen, dass sich Pilz oft manipulativ als „Opfer“ inszeniert – „Opfer“ einer Parteibasis, die er jahrelang attackierte, „Opfer“ des ORF, der über ihn weit mehr berichtete als z.B. über die ebenfalls als fraktionslosen Abgeordneten bestehende Freie Liste Österreich, oder auch „Opfer“ eines angeblichen Eurofighter-Vertuschungskartells.  Dass die Grünen (und die FLÖ) eine Spitzenkandidatin hatten, bedeutet nicht automatisch, dass Ulrike Lunacek präsenter ist als Pilz, Kern, Kurz oder Strache, zumal von den „Kleinen“ die NEOS dank des umtriebigen Matthias Strolz den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen haben. Als strategischer Fehler erwies es sich,  Pilz den Nimbus des vermeintlichen „Aufdeckers“ zu lassen, sogar noch mit einem gemeinsamen Bericht zum 2. Eurofighter-U-Ausschuss einverstanden zu sein. Damit bestätigten die Grünen selbst jenes Merkmal, mit dem er erfolgreich gegen sie antrat. Dies setzte nur fort, wie man sich über die Jahre mit seiner Rolle arrangierte; man ließ ihn skandalisieren, weil es auch Öffentlichkeit für die Partei war, was ihm aber einen Sonderstatus verschaffte. Wie die SPÖ Unterwanderung und Instrumentalisierung in der Silberstein-Affäre ausblendete,  wollten die Grünen auch nichts von der transatlantischen Leine wissen, an der Pilz hängt.

Wenn die Liste Pilz tatsächlich im Nationalrat ist und die Grünen nicht, dann wird sich Pilz weiter in U-Ausschüssen austoben wollen. Er forderte bereits die Fortsetzung des EF-U-Ausschusses (weil Österreich ein europäisches und kein amerikanisches Produkt kaufte) und will einen zur SPÖ-Dirty Campaigning-Affäre, obwohl / weil der rote Ex-Berater Tal Silberstein mit Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer verbandelt ist, den Pilz in Sachen Eurofighter schonte. Dass beides zusammenhängt, wird auch daran deutlich, dass im (Silberstein-) Wahlkampf 2006 für „Gusi“ ein Ausstieg aus dem EF-Vertrag versprochen wurde. Wenn die Grünen erstmal draußen sind, hat das auch mit einer den deutschen Grünen vergleichbaren Entwicklung zu tun. Sie mussten 1990 bis 1994 pausieren und schafften dann den Wiedereinzug in den Bundestag; als sie schließlich in Koalition mit der SPD waren, wurden sie zu „Kriegsgrünen“ (auch Pilz und Co. traten für US-Miliärinterventionen ein).  Ende Juni 2017 erwischte Pilz „seine“ zum Abschuss freigegebene Partei auf dem falschen Fuß, die auch keine Warnungen hören wollte, sondern meinte, sie hätte mit ganz normalem Wahlkampf eine reelle Chance, sich noch zu behaupten.

PS: Wie hier beschrieben werde ich seit Jahren wegen kritischer Berichte attackiert; nun suchen die Kater Baghira und Gandalf und ich ein neues Quartier, bevorzugt in Wien oder Wien-Umgbung. Wer etwas für mich hat oder weiss hilft mir damit sehr. Auf den Wunsch vieler treuer Leserinnen und Leser hin ist finanzielle Unterstützung jederzeit willkommen: Alexandra Bader, Erste Bank BLZ 20111, BIC GIBAATWWXXX, IBAN AT592011100032875894. Ihr erreicht mich unter 06508623555, alexandra(at)ceiberweiber.at und ich bin auf Facebook und Twitter (cw_alexandra)

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19 Gedanken zu “Warum die Grünen gescheitert sind

  1. Werte Frau Bader,

    ich habe einige deklarierte Grünwähler in meinem Bekanntenkreis, die diesmal rot oder Pilz gewählt haben und die alle – ausnahmslos! – Genugtuung darüber geäußert haben, daß die Grünen diesmal nicht ins Parlament kommen. Das muß man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.

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    1. PS: Pilz musste sich schon entschuldigen, dass er MANN ist… das ewig dumme Ausspielen der GRÜNEN Frauen gegen Männer, und Frauen sind die besseren Menschen kann einem das Erbrechen bringen. Der Wahlslogan: Sei ein Mann – wähl eine Frau, zeigt einmal mehr, wie wenig Programm sie haben. Früher waren die Grünen eine sehr gute Opp. – die sind eingeschlafen in den letzten Jahren. KEINER von den sog. GRÜNEN hat sich eingesetzt, dass das Schloss Reinthal geschützt bleibt! (Nagl will gegenüber das Spezialnaturschutzgebiet verbauen lassen!!!) und mit „Enteignung“ der Besitzerin durch DOPPELVERKAUF desselben Grundstückes durch die Stadt Graz und Räumung durch den neuen Besitzer bei gleichzeitig MISSBRÄ’UCHLICHER Konkurseröffnung (finanz. Vernichtung der Grazer Ärztin) – ja wo waren denn da die GRÜNEN? VERSCHWUNDEN!!!
      aber GROSS wettern, wenn ein Ausländer diskriminiert wird – für die eigenen Bürger haben sie NICHTS übrig.
      https://www.selbsthilfegruppe-mobbing-graz.at/stadt-graz-gbg-dr-zidek/anzeige-wksta-05-10-2017-sale-lease-back-der-stadt-graz-gbg/
      Ich seh das wie Pilz: Dass sie rausgeflogen sind, ist eine CHANCE für sie.
      Die sollen sich mal besinnen, was Politik ist – !!

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  2. Die GRÜNEN – nach dem Zerwürfnis mit den Jungen Grünen, der schlechten Promotion: Sei ein Mann – wähl eine Frau (auch die Grünen sollten mal lernen, dass auch Männer MENSCHEN sind), und dem absolut rigorosen „Welcome-„Europa ohne Grenzen-Programm dürfen sich nicht wundern, wenn sie nicht mehr gewählt werden. Die Grünen in Graz haben sich übrigens NIE gegen das Murkraftwerk gestellt! Die Grünen haben NIE geantwortet auf die Anfrage zum Straftatbestand Mobbing – wo sie doch soooo gegen Diskriminierung und Ausgrenzung sind (aber offenbar nur bei Zuwanderern) – wenn die eigene Bevölkerung diskriminiert und gemobbt wird, DAS ist den Grünen völlig wurscht! Pilz war zwar das „Zünglein“ an der Waage – aber das Versagen der Grünen auf vielschichtigsten Ebenen war nicht aufzuhalten – das ist der Preis. Pilz meinte: für die Grünen sei dies eine Chance. DAS denke ich auch. https://www.selbsthilfegruppe-mobbing-graz.at/straftatbestand-mobbing-parteienanfrage-09-2017/

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    1. das rausdrängen derer, die gewicht haben könnten (und nicht „welcome“ rufen nur weil ihnen das andere vorbeten), ging schon auch auf die kappe von pilz.

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      1. sicherlich nicht! die menschen sind doch nicht blöde! wozu haben wir asylverfahren, wenn keiner von den abgelehnten zurückgeschickt wird uns sich illegal bei uns weiterhin aufhalten! 70 % aller u-häftlinge sind nicht-österreicher. 54 % aller häftinge sind nicht-österreicher. wir haben ein massives SICHERHEITSPROBLEM im lande – dazu brauchts keinen pilz – eine grüne wellcome-kultur ist mEn GENAUSO schädlich wie rassismuss oder rechtsextremismus. mal informeren! https://www.mobbing-konkret.at/verbrechensopfer-in-%C3%B6/neue-sicherheitsdebatte-illegal-aufh%C3%A4ltige-oftmals-einschl%C3%A4gig-angezeigt-weiterhin-auf-freiem-fu%C3%9F/

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  3. Die Grünen wurden von den Medien hochgeschrieben und hatten in der Vergangenheit eher das ein oder andere sehr unternhaltsame Wahlplakat wie bspw…

    a) ‚Nicht so belämmert wie die anderen‘ oder
    b) ‚ Sonst noch Fragen?‘ mit der lustigen Eule.

    Das waren Plakate für Menschen mit Herz resp. beherzt.

    Diesmal gab es zwar viele Grün Plakate bei uns, aber dort wo Menschen bspw. beim Spazierengehen mehr Zeit hätten Plakate zumindest länger anzusehen war gar keines. Z. b. Unterhalb des Jägermayerhofs war kein Plakat und auch sonst nirgends in einer Gegend in der Grün eine Option wäre gewesen. Da waren die Schwarzen an jedem Ecke und Ende.

    Die Blume aus dem Gemeindebau kam diesmal eher aus Tirol und ist dann doch für die Stadt ein wenig zu kernig.

    Ein Blickfang wäre eher die Sigi Maurer für das Hirn und liab wie das Lamperl aus a) . Die wäre so die junge ‚Petra Pilz‘ gewesen.

    Die Christiane Brunner ohne Kopf auf ein Plakat. Mehr Herz als Hirn. Grün erfindet sich neu.

    Die Frau Lunacek steht für Hirn und die Grünen benahmen sich belämmerter als die anderen. Die E.U. wäre halt die belämmerte Eule die keine Antworten kann geben.

    Das liabe Gesicht von Kurz und Häupl resp. deren Wirkung kann man nicht mit Argumenten konterkarieren. Einen süßen Bruder überholt allein sein noch süßerer. Pilz oder Strache.

    Ich schätze die Mieten in Wien haben ihres dazu beigetragen. Den Punkt hat Kern zu Ende noch gemacht.

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      1. Was habt ihr das gut in Österreich, daß ihr die Grünen los seid. Wir werden diese Plage demnächst in der Regierung haben, oh Graus!
        Aber vllt. und hoffentlich scheitern ja noch die Koalitionsverhandlungen.

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    1. @pilz = US agent, seit langem mit vdb verbandelt, kogler soll für die f16 lobbyieren

      – kann ich nicht beurteilen. das versagen der GRÜNEN hat für mich mit pilz nichts zu tun (außer dass sie die 0,3 % f d nationalrat sicher gehabt hätten, wenn er nicht kandidiert hat). klar brauchen wir eine umweltpartei – aber wozu haben wir sie, wenn sie beim murkraftwerk schweigen!!!! – durchscrollen!! sogar die grünen sind im immo-bau mit dabei von nagl!! http://www.wir-bürger.at/category/wir-decken-auf/

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      1. Die Eva Glawischnig stand für Umweltschutz und der Peter Pilz für soziale Anliegen bis hin zur ‚Protection of Privacy‘. Egal ob gelebt oder nicht, es kam in den Medien so rüber.

        Der verbliebene Rest der Grünen erinnern so ein wenig an ein Verein der Kuschelmäuschen.

        Liste Pilz ist nicht weiter relevant, da sie vermutlich bei der nächsten Wahl sowieso ausscheidet und andere Parteien in der Zwischenzeit die verwaiste Wählerschaft beider Parteien binden.

        Egal of F-14 oder F-16 spielt eh bald keine Rolle mehr … watch?v=Z-2nIY1tB14

        Meiner Ansicht nach ist die Strategie ‚der sich überall anbiedernde Steigbügelhalter‘ kulminiert. Der Zu- resp. Rücklauf zur SPÖ bspw. hat zur Basis einen Erfolg in der Politik und sei es auf Ebene einer Gemeinde. Die wird genau dann spannend wenn es hart auf hart geht. Es ging allein die letzten Jahre nie wirklich hart auf hart. Deswegen hängen Parteien auch an den Posten wie Bürgermeister usw…

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      2. Es ging allein die letzten Jahre nie wirklich hart auf hart.

        Wohl wahr. So hat Tilo Jung & Partner einen Podcast über die österr. Schlamm/Wahlschlacht gemacht, der mehr als vier Stdn. dauert. Er sagt auch, daß es uns so gut ginge, daß sich der Wahlkampf nur um uns selber dreht. Weiters sagt er, daß sich Ö seit J.Haiders Auftauchen ständig im Wahlkampf befinden würde und überhaupt wären wir zum Großteil Nahtziehs 🙂
        watch?v=pLn0DjsiuVw

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  4. Stehen die österreichischen „Grünen“ denn auch so sehr auf Kindersex wie ihre deutschen Kolleginnen und Kollegen? Charakterlich sind Grüne jeglicher Herkunft dafür geeignet, fragt sich nur ob die ihren Freud in Österreich besser kennen als die deutschen Kinderschänder?

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