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Willy Wimmer: Merkel und die USA

Wie akkordiert verbreitet sich „Make the Earth Great Again“ als Reaktion auf Donald Tumps Ausstieg aus dem Klimaschutzabkommen, etwa indem es der neue französische Präsident Emmanuel Macron ausspricht. Ebenso sind die Aussagen nach Trumps „NATO-Schelte“ bei seinem Besuch in Europa wie Perlen auf einer Schnur aufgereiht,  da alle nun „mehr europäische Verantwortung“ wollen, was man als Druck auf Trump via Europa verstehen kann. Kenner wissen längst, dass solche Aktionen die Handschrift des „tiefen Staates“ tragen, der die Regierenden nach seinen Vorstellungen lenken will. Entsprechend ist auch das Verhalten der deutschen Kanzlerin nach ihrer Rückkehr vom G7-Gipfel zu bewerten, wie aus Willy Wimmers Analyse hervorgeht:

Merkels „Hunnen“-Rede
von Willy Wimmer

Wenn jemand in einem bayerischen Bierzelt eine „dicke Lippe“ riskiert, dann muß sie oder er diese hohe Kunst der sprachlichen Dampframme auch beherrschen. Sonst verpufft die Wirkung dessen, was man gesagt hat oder die Wirkung geht nach hinten los. So wird es der unvermittelten „Scheidungs-Rede“ der deutschen Bundeskanzlerin in einem bayerischen Bierzelt nach der Rückkehr vom G7 Gipfel in Taormina auch gehen. Sie hat eben mit Zitronen gehandelt, als sie „out of the blue“ und nach jahrzehntelanger Unterstützung völkerrechtswidriger amerikanischer Kriege plötzlich und erkennbar grundlos in Richtung USA losdonnerte, indem sie die Vertrauensbasis in Verbund mit ebendiesen USA als zerstört darstellte.

Fox News über Merkel

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Teufel und Beelzebub? Trump und der Islam

Der Historiker und Autor Wolfgang Effenberger befasst sich mit der ersten Auslandsreise von US-Präsident Donald Trump und den Reaktionen dort, wo ohnehin kein gutes Haar an ihm gelassen wird. Übrigens wird diese Reise von einigen Anhängern auch kritisiert, weil Trump noch nicht all jene Personen aus seiner Umgebung entfernt hat, die nicht auf seiner Seite sind. Bei uns sollte jedenfalls mehr hängenbleiben als die Bilder von Melania und Ivanka Trump mit verschleierten Frauen und saudischen Männern:

Während sich Mitte Mai 2017 die Gemüter in Washington vor dem Hintergrund der FBI-Untersuchung über angebliche Russland-Kontakte von Trumps Wahlkampfstab und seinen Beratern erhitzten, wird nun mit Spannung die erste Auslandsreise des Präsidenten verfolgt. Erstaunt wurde registriert, dass sich an die erste Station Riad Jerusalem und Rom anschließen werden; die drei Städte bilden die Zentren der abrahamitischen Religionen. Was passiert, wenn eine verteufelte Person und eine dämonisierte Religion aufeinandertreffen?

Trump auf Twitter

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Wie wir in den Krieg gehetzt werden

Seltsamerweise gleichen einander derzeit US-Alternativmedien und der von ihnen so sehr kritisierte Mainstream; es scheint, dass überall Kriegshetzer am Werk sind. In den traditionellen Medien wird Präsident Trump plötzlich nur mehr mit halber Kraft gebasht, kaum dass er „America First“ anscheinend vergessen hat. „Irre“ und „wahnsinnig“ ist er jedenfalls nicht mehr, während vielfach vom „irren Kim“ die Rede ist. Kaum wurde eine „Megabombe“ in Afghanistan abgeworfen, scheint ein Angriff auf Nordkorea bevorzustehen.

Manchen bleibt als Trost, dass alles mit Clinton noch wesentlich ärger wäre, da sie im Wahlkampf dauernd mit Bodentruppen in Syrien und zumindest einer Cyberattacke auf Russland drohte. Dabei spielt nicht nur eine Rolle, dass sie die Kandidatin der Neocons und des deep state war, denn sie muss sich „als Frau“ auch als besonders tough erweisen. Da Trump ohnehin als Obermacho gebrandmarkt wurde, der dauernd seine Muskeln spielen ließ, besteht eine gewisse Chance, dass seine Aktionen bislang nur Drohgebärden sind, denen nicht unbedingt mehr folgen wird. Abseits der allgemeinen medialen Hysterie muss man aber ganz nüchtern fragen, ob Nordkorea überhaupt erfolgreich Atomwaffentests absolviert hat, da es nicht viel mehr als seismische Beweise gibt.

Webseite von „Österreich

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Willy Wimmer: Pyongyang – fernöstlicher Albtraum

Mit Besorgnis verfolgen viele das Säbelrasseln zwischen den USA und Nordkorea. Doch sie wissen meist mehr über den Nahostkonflikt oder darüber, was der NATO-Aufmarsch gegen Russland für uns bedeutet. Zudem ist man damit beschäftigt, über Trumps Motive für den Angriff auf einen syrischen Militärflughafen zu grübeln, zumal ja jedem vernünftigen Menschen klar sein muss, dass der „Giftgasangriff“ eine false flag war. Willy Wimmer war Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE und saß lange für die CDU im Bundestag; seine Analyse bringt Licht ins Dunkel:

Die nordkoreanische Hauptstadt liegt gut 10 Flugstunden von uns entfernt. Eigentlich ein Anlaß, sich selbst den sichtbaren Truppenaufmarsch in diesen Tagen mit Gelassenheit anzusehen. Der Aufmarsch von Marineschiffen, selbst mit einem nukleargetriebenen Flugzeugträger in der Mitte, wirkt weniger bedrohlich als das Auftauchen schwimmfähiger Panzer an irgendeiner südkoreanischer Küste. Da in Zusammenhang mit den amerikanischen Präsidentschaftswahlen weltweit darüber berichtet worden ist, daß sich alle amerikanischen Flugzeugträger in den Hoheitsgewässer von „continental USA“ aufhalten würden, dürfte es sich bei dem jetzigen Aufmarsch in koreanischen Gewässern um eine Planung handeln, die nicht zwingend etwas mit dem Amtsantritt des noch im Amt befindlichen amerikanischen Präsidenten Trump am 20. Januar 2017 zu tun haben muß.

CNN zum Konflikt

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Kapituliert Trump wirklich vor den Kriegstreibern?

Es ist angebracht, sich Zeitabläufe und bekannte Fakten anzusehen und dies von Fake News und künstlicher Aufregung zu trennen. Zwar spricht vieles dafür, dass Trump eine Kehrtwende vollzogen hat bzw. in eine Falle der Neocons gestolpert ist, doch man sollte Revue passieren lassen, was vor dem US-Angriff auf die syrische Basis Shayrat geschah. Dies hat der Historiker und Buchautor Wolfgang Effenberger getan:

Heult Trump plötzlich mit den Wölfen? – Kehrtwende oder Schachzug?

All diejenigen, die ihre Friedenshoffnung auf Trumps Wahlversprechen setzten, einen dritten Weltkrieg durch eine Annäherung zu Russland zu verhindern, gerieten vermutlich am Freitagmorgen angesichts des spektakulären Raketenüberfalls auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt in Schockstarre. In seinem Buch „Great Again – Wie ich Amerika retten werde“ ist zu lesen: „Der IS ist unser brutalster Widersacher … Sie schlagen anderen den Kopf ab, sie ertränken Menschen, sie foltern Menschen“. Der versprochene Kampf gegen den IS ist bisher nicht zu erkennen. Und nun auch noch dieser Luftschlag, der den Terroristen des Islamischen Staates Auftrieb zu geben scheint. Was mag Trump zu dieser Kehrtwende veranlasst haben? Neue Einsichten? Oder wurde er vom System eingenordet oder gar erpresst? Schauen wir uns einmal die Chronologie der Ereignisse vor dem Raketenangriff an:

Rand Paul auf Twitter, Jänner 2017

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Willy Wimmer: Ist der Kalte Krieg wirklich zu Ende?

Während Hillary Clinton Russland im Wahlkampf unverhohlen mit Angriffen drohte, will Donald Trump gute Beziehungen zu Wladimir Putin. Doch dies ist nicht im Interesse jenes Establishments, das an Rüstung und Regime Changes gut verdient. Daher wird auch weiter gezündelt, wobei man sehen kann, dass die seit 1871 verfolgte Strategie, einen Keil zwischen Deutschland und Russland zu treiben, weiterhin (noch?) erfolgreich ist, wie Willy Wimmer erklärt:

Das Ende des Kalten Krieges – der Frieden, der jeden Frieden unmöglich macht?

Die turbulenten Ereignisse des Jahres 2016 haben im Rückblick auch dazu beigetragen, Licht ins Dunkel der globalen geopolitischen Verstrickungen zu bringen, insbesondere was die zwielichtige Rolle der Vereinigten Staaten angeht In meinen Büchern „Wiederkehr der Hasardeure“ und jüngst „Die Akte Moskau“ habe ich Entwicklungen zusammengefasst und gebe einen Ausblick auf das, was uns ab 2017 erwarten wird. David Fromkin hat eine „Bibel“ zum Nahen Osten verfasst. Sein epochales Werk über das Ende des Ersten Weltkrieges ist unübertroffen. Der Titel trägt bis heute: „The peace to end all peace“. International kamen die Ereignisse und Entwicklungen wieder an die Oberfläche, die zum Ersten Weltkrieg und zu seiner Ende führten, unmittelbar nach der Beendigung eines Nachfolgefriedens, des Kalten Krieges.

November 2016, Obama und Merkel

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Welche Spielräume hat Politik?

Für viele Menschen sind die Ereignisse der letzten Monate mit politischer Bewusstwerdung verbunden, denn sie erkennen, dass Kriege, Flüchtlingswellen, US-Einfluss und Konzerninteressen irgendwie zusammenhängen. Aber einige neigen wohl auch in der Überforderung, nach Möglichkeiten in diesem System zu suchen dazu, „der“ Politik und „den“ Medien Rollen zuzuschreiben, die Spielräume negieren.

Es ist keineswegs so, dass abseits des Mainstream immer klarer gedacht und sorgfältiger analysiert wird, da sich auch hier zunehmend Vorannahmen durchsetzen, die wie im Mainstream kreierte Bilder als Basis dienen. Dies ist etwa der Fall, wenn Terror wie jener von Paris sofort aufgrund weniger Merkmale als „false flag“ eingeordnet wird, was auch Ken Jebsen passiert. (1) Oder wenn Egon W. Kreutzer sich nicht festlegt hinsichtlich des Abschusses des russischen Kampfjets durch die Türkei. (2)

Besonders negativ stellt aktuell der Blogger „Dorfling“ die Politik dar, da AkteurInnen ja nur der Finanzelite der eigenen Pfründe wegen dienten: „Dabei hat sie nicht die geringsten Skrupel, ihre Absichten zu tarnen und die Menschen, die ihnen ihr Vertrauen schenkten, zu täuschen und nach Strich und Faden zu belügen. Anliegen und Forderungen der von ihnen zu vertretenden Bürger befriedigt die in Rhetorik geschulte Politik seit Jahrzehnten mit den immer gleichen inhaltsleeren Phrasen. Dass es der Politik über einen so langen Zeitraum hinweg gelingen konnte, Menschen über ihre wahre Funktion als Knechte der Finanzelite hinwegzutäuschen hat mehrere Gründe. Es ist ihr gelungen, sich den Anschein einer Institution zu verleihen, die, im Gegensatz zum normalen Bürger, aufgrund ihrer Intelligenz alleine die Fähigkeit besitzt die Geschicke eines Staates lenken zu können.“ (3)

Ein größeres Problem scheinen aber Medien darzustellen, wie man am Beispiel des „Standard“ deutlich machen kann. Die Zeitung hat eine Art Korrespondenten im Burgenland, das lange Zeit einen massiven Andrang an „Flüchtlingen“ (die dies der Genfer Konvention nach selten sind) auf dem Weg Richtung Deutschland zu verkraften hatte. Anscheinend ist Wolfgang Weisgram komplett unterfordert, wenn er über das berichten muss, was aus seiner Sicht zu einfach gestrickte PolitikerInnen (Provinz eben) zuwege bringen. Dabei vergißt er meist, den LeserInnen wenigstens mitzuteilen, was dieses ihn langweilende politische Personal so tut und denkt. (4)

Eben hat er den starken Verdacht, dass ein Landtagsabgeordneter der FPÖ eine Presseaussendung zur geplanten Unterbringung von „Flüchtlingen“ am Truppenübungsplatz Bruckneudorf nicht selbst verfasst haben könnte. Wie bei 100 Tage Landesregierung (siehe 4) sind die LeserInnen ratlos, was es an der auch von der SPÖ geäußerten Kritik zu kritisieren gibt. Zitat aus Weisgrams Text: „Die Landesregierung ist empört, die SP-geführte Gemeinde demonstrierte und wird weiter demonstrieren. Und die FPÖ haut per Aussendung martialisch auf den Koalitionstisch. Klubobmann Gerhard Kovasits, ein Bruckneudorfer, ruft gar – regierungsamtlich quasi – zum ‚zivilen Ungehorsam‘. Kenner weisen da aber auf eine auffällige rhetorische Dissonanz hin. Denn die tatsächlich bemerkenswert enthemmten Worte der blauen Presseaussendung (unter anderem ‚zerebrale Dissonanz der deutschen Kanzlerin Merkel‘) traut niemand dem Gerhard Kovasits zu, einem biederen Kriminalbeamten und langjährigen Feuerwehrkommandanten.“ (5)

Nebenbei bemerkt interessiert sich der „Standard“ nicht dafür, dass das SPÖ-Publikum einer Diskussion des Renner-Instituts am 10.11. in Wien zum Thema „Aktive Neutralitätspolitik heute“ sich nicht wunderte, dass der angekündigte Verteidigungsminister Gerald Klug nicht kam und dem Ersatzredner Brigadier Johann Frank nicht abnahm, dass wenigstens das Manuskript von Klug stammte. (6) Aber wie sich der „Standard“ als Gegner von Nationalstaatlichkeit und Föderalismus einen von der „Provinz“ angeödeten Korrespondenten hält, bleibt der Narrativ über vermeintliche politische Hintergründe und Befindlichkeiten über die Jahre gleich. So schreibt gerade die „Presse“ über Rücktrittsaufforderungen an Innenministerin Johanna Mikl-Leitner: „Als Gusenbauer 2006 ebenso überraschend Kanzler wurde, schlug er – aus Rücksicht auf die ÖVP – seinem Mitstreiter Norbert Darabos dessen Herzenswunsch aus, Innenminister zu werden. Darabos wurde zum Verteidigungsminister gemacht. Und hatte in dieser Funktion eine noch schlechtere Nachrede, als er sie womöglich als Innenminister gehabt hätte.“ (7)

Der nunmehrige Landesrat im Burgenland wäre tatsächlich lieber Innenminister geworden, doch das spielt bei den darauffolgenden Ereignissen kaum eine Rolle, da er als nicht NATO-affiner Minister unter massiven Druck geraten ist, der bis heute auf ihm lastet. Medien spielten und spielen dabei brav mit, indem sie einmal geschaffene (Trug-) Bilder permanent reproduzieren, etwa wenn sie Darabos von Anfang an „Heeresferne“ attestierten, weil er einst Zivildiener war. Dass er im Parlament aktives Mitglied des Landesverteidigungsausschusses war, liessen sie ebenso unter den Tisch fallen wie die Tatsache, dass Personen nicht nur beim Heer und in dessen Umfeld, sondern auch in den Parteien (selbst in der SPÖ) berichteten, dass sie nie mit dem Minister reden konnten; nicht einmal der Generalstabschef hatte ungehinderten Zugang zu seinem direkten Vorgesetzten, dem Befehlshaber des Bundesheers.

Um aber nach Bruckneudorf zurückzukommen, blendet der „Standard“ hier wohlweislich aus, dass man nach den Anschlägen von Paris ja wohl erst recht nicht Unbekannte in militärischen Liegenschaften unterbringen kann und daher die Reaktion der Landesregierung gerechtfertigt ist. Und nicht nur gerechtfertigt, sie straft sowohl das Länder-Bashing im Mainstream als auch Dorflings Pauschalverdächtigungen Lügen, denn hier gibt es Politiker, die ihren Auftrag Ernst nehmen, sich aber einem „Durchgriffsrecht“ des Bundes gegenüber sehen, das vor kurzem durchs Parlament gewunken wurde. (8) Es geht immer auch um Rahmenbedingungen, die jedweden individuellen Spielraum begrenzen, die aber auch erkennen lassen, wer wie mit der Situation umgeht und welches Engagement zeigt. Zwar wird jemand wie Weisgram dies voll Dünkel gar nicht wahrhaben wollen, doch PolitikerInnen auf Landesebene sind sich internationaler Einflüsse durchaus bewusst und freuen sich über Verbündete, die ihnen den Rücken stärken wollen, damit sie ihre von  der Verfassung vorgegebene Verantwortung wahrnehmen können.

Es ist aber verständlich, dass sich die Menschen fragen, was denn wirklich in Österreich entschieden werden kann, wenn die grüne Vizebürgermeisterin in Wien Maria Vassilakou sich sofort missverstanden fühlt, da sie in einem Interview eine „Obergrenze für Flüchtlinge“ für möglich hält. (9) Prompt reagiert die FPÖ, die mit Johann Gudenus ebenfalls einen Vizebürgermeister stellt, aber nicht mitregiert, indem sie Vassilakous Haltung „verantwortungslos und gemeingefährlich“ nennt. (10) Dabei darf man in jenem Spektrum, das sich nicht „links“ einordnet, aber nicht den Fehler machen, Politik als „links“ zu betrachten, die viel mehr mit transatlantischer Einflussnahme zu tun hat. (11)  Wobei „Einfluss“ eine komplexe Angelegenheit ist, die vielfach auch auf indirekten, eher psychologischen Mechanismen und darauf beruht, dass erwünschtes Verhalten durch Aufmerksamkeit belohnt wird; alles zusammen schafft dann ein „Flüchtlingsfieber“, gegen das besonders jene nur zu einem geringen Teil immun sind, die sich selbst links einordnen. (12)

Kritische Meinungsbildung soll nicht dazu führen, dass sich Menschen überfordert fühlen, doch umfassend Betrachtung verlangt nach verschiedenen Quellen und Perspektiven. Auf diese Weise erfahren wir, dass sich das Gewicht in Europa von Deutschland zu Frankreich verschoben hat, was durchaus nachvollziehbar ist. (13) Zu Recht weist die Seite „Konjunktion“ darauf hin, dass die Bundeswehr dem Grundgesetzt zufolge der Verteidigung Deutschlands dienen muss; und wenn man sie schon gegen den IS kämpfen lässt, dann dort, wo es Sinn macht: beim Korridor des IS in die Türkei. (14) Es ist nur halbsatirisch, wenn im Web zitiert wird, wie sich Wahlen durch Kriegsführung verzögern lassen, (15) schliesslich kurisiert auch ein Pentagon-Handbuch zum Kriegsrecht. (16) Wir müssen nicht mal nach draußen gehen, sondern können Berichte aus erster Hand in unserem Wohnzimmer verfolgen, etwa wenn Jürgen Todenhöfer, der den IS besucht hat, bei Günther Jauch zu Gast ist. (17)

Ausreichende Sprachkenntnisse vorausgesetzt, finden sich z.B. bei „Global Research“ interessante Analysen: so erfahren wir, dass bei Terroranschlägen in Mali auch Chinesen und Russen getötet wurden. Die drei Chinesen waren wichtige Mitarbeiter der China Railway Construction Corporation, während die Russen für Volga-Dnepr arbeiteten, eine der größten Firmen auf dem Weltmarkt für Großtransporte in der Luft. Es ist anzunehmen, dass Volga-Dnepr Ausrüstung transportiert hat, das die CRCC in Mali benötigt, sodass die Ermordung der Mitarbeiter beider Firmen zusammenhängt: „In effect, the Russian crew was part of the ongoing economic development and foreign investment in the country. And so, their killing, like that of the CRCC executives, is a symbolic strike against Chinese and Russian investment in the country. And perhaps even more importantly, the attack was a symbolic attack upon the very nature of Sino-Russian collaboration and partnership, especially in the context of economic development in Africa and the Global South.

It would be worthwhile to add that Volga-Dnepr has also been involved in military transport services for NATO and the US until at least the beginning of the Ukraine conflict and Crimea’s reunification with Russia. Whether this fact has any bearing on the employees being targeted, that would be pure conjecture. Suffice to say though that Volga-Dnepr was no ordinary airline, but one that was integral to the entire economic development initiative in Mali. And this is really the key point: China and Russia are development partners for the former French colonial possession and US puppet state.“ (18) Hier wird darauf hingewiesen, dass die anderen Terroropfer nur deswegen starben, weil so die eigentlichen Ziele kaschiert wurden. Das Engagement Chinas in Afrika ist einerseits friedlich, andererseits versucht auch niemand, den Menschen in Afrika „Werte“ aufzuoktroyieren, wie es „der Westen“ so gerne tut.

Manche der Leute, die solche Informationen untereinander weiterreichen, sind zunächst erstaunt, dass auch PolitikerInnen alternative Quellen kennen, weil sie in ihren öffentlichen Aussagen darauf nicht Bezug nehmen. Wer aber wirklich verstehen will, was im eigenen Land geschieht und wie dies mit der internationalen Ebene zusammenhängt, darf nicht erst seit dem „refugees“-Hype nicht in den Irrtum verfallen, dass „die“ Politik aus ganz anderen Wesen besteht als der Rest der Bevölkerung. Es sollte aber auch klar sein, dass eine Oppositionspartei wie die FPÖ Kritik an den USA artikulieren kann, die etwa die Bundesregierung nicht aussprechen kann und im Fall der SPÖ-Regierungshilfe auch gar nicht benennen will, weil man dort ohnehin voll auf Kurs ist. Bezeichnender Weise haben in letzter Zeit PolitikerInnen der ÖVP in Regierung und Parlament den Begriff „Souveränität“ benutzt und von Schutz unserer Grenzen gesprochen, was der SPÖ nicht über die Lippen kommt – von Ausnahmen wie im Burgenland abgesehen.

(1) http://www.net-news-express.de/index.php?page=player&v=6fss_jFknQc – meine eigene Analyse ist z.B. hier: https://alexandrabader.wordpress.com/2015/11/23/strategie-der-spannung/
(2) http://politik-im-spiegel.de/man-wird-doch-wohl-noch-mal-einen-russen-abschieen-drfen/ – hier gehe ich am Ende des Artikels auf den Abschuss ein: https://alexandrabader.wordpress.com/2015/11/27/geheimdienstdebatte-nach-paris/ – dieser Blogger kommt zum gleichen Schluss wie ich: http://elynitthria.net/messers-schneide/
(3) http://www.dorfling.de/index.php/home/chef-blog/politik/810-politik-tarnen-taeuschen-und-luegen
(4) siehe zu 100 Tage rotblaue Landesregierung: http://derstandard.at/2000022826179/Rot-Blau-im-Burgenland-Fester-Rahmen-offene-Tue und mehr hier: http://derstandard.at/r1662/Burgenland
(5) http://derstandard.at/2000026539539/Aufregung-um-Containerdorf-in-Bruckneudorf – mehr erfährt man hier: http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Darabos-Asyl-Aufstand-gegen-Klug/213674916 und hier: http://kurier.at/politik/inland/niessl-attackiert-mikl-und-klug-fluechtlingschaos/166.358.953
(6) https://alexandrabader.wordpress.com/2015/11/11/die-spoe-und-die-neutralitaet/
(7) http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4876667/Innenminister_Wenn-der-Ruf-nach-Rucktritt-Routine-wird-?_vl_backlink=/home/politik/innenpolitik/index.do –  zum „Eingebettetsein“ von Journalisten siehe hier: http://www.nachdenkseiten.de/?p=28997
(8) http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4874354/Fluchtlinge_Container-fur-Bruckneudorf-emporen-Darabos
(9) http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151127_OTS0234/klarstellung-vassilakou-strikt-gegen-obergrenzen-fuer-fluechtlinge
(10) http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151128_OTS0015/gudenus-vassilakous-alle-hereinspaziert-politik-ist-gemeingefaehrlich
(11) http://www.orf-watch.at/Kritik/2015/11/535
(12) https://alexandrabader.wordpress.com/2015/11/23/refugees-welcome-als-wiedergutmachung/ und https://alexandrabader.wordpress.com/2015/11/25/fluechtlinge-schuldzuweisungen-antifaschismus/
(13) http://finanzmarktwelt.de/deutschlands-hegemonialstellung-in-europa-geschwaecht-nach-pariser-anschlaegen-22985/
(14) http://www.konjunktion.info/2015/11/syrien-politik-und-hochleistungspresse-wollen-deutschlands-kriegsbeteiligung/ – siehe auch Protest der IPPNW: http://www.redglobe.de/naher-mittlerer-osten/syrien/7531-ippnw-keine-weitere-deutsche-beteiligung-am-krieg-gegen-den-terror
(15) http://qpress.de/2015/11/27/bundestagswahl-2017-faellt-wegen-krieg-aus/
(16)  http://www.wsws.org/en/articles/2015/11/04/laws-n04.html
(17) https://www.youtube.com/watch?v=nlx72ysZhzE
(18) http://www.globalresearch.ca/terror-in-mali-an-attack-on-china-and-russia-one-third-of-the-victims-were-russians-and-chinese/5491869 und http://www.globalresearch.ca/russia-china-relations-and-the-downing-of-russias-jet-fighter-by-turkey/5491012