Warum die Justiz Doskozil anklagen muss

In der Commerzialbank-Affäre ermittelt die Justiz jetzt gegen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, der dies wegen des bisherigen Verhaltens der Staatsanwaltschaft Eisenstadt als Heimspiel betrachtet. Seiner Darstellung nach übergab er dieser gerne sein Handy, das bezogen auf den 14. Juli 2020 ausgewertet wird, als er von der Finanzmarktaufsicht über die dramatische Situation der Bank informiert wurde. Warum aber enthielt er den Abgeordneten (auch in einem U-Ausschmuss) und der Öffentlichkeit vor, mit wem er an jenem Tag telefonierte und gab sieben verschiedene Versionen zum Besten? Das zum Land gehörende Regionalmanagement Burgenland unternahm noch schnell einen Versuch, eine Million Euro vor der Schließung der Bank abzubuchen. Im Aufsichtsrat des RMB finden wir mit Lisa-Maria Kögl eine Mitarbeiterin Doskozils; auch der Anwalt des Landeshauptmannes, Johannes Zink hat Aufsichtsratsmandate, bei der Athena Burgenland Beteiligungen AG und bei den Kultur-Betrieben Burgenland.

Letzteres bedeutet, dass Zink den brutalen Umgang Doskozils mit dem dort untergebrachten Ex-Minister Norbert Darabos decken wird müssen. Ironischer Weise gehören auch Falschaussagen Doskozils dazu, also etwas, das ihm jetzt bezogen auf den Commerzialbank-U-Ausschuss vorgeworfen wird. Man tut jetzt so, als würde es nur darum gehen: Hat Doskozil Helmut Ettl bei der FMA angerufen oder war es umgekehrt (= keine grosse Sache!)? Dabei fallen nicht nur Journalisten die Parallelen zu Wirecard auf: Hier versagte auch die FMA, dort das deutsche Pendant Bafin; hier erkannten die Prüfer von TPA nicht, was ihnen auffallen hätte müssen, dort waren es EY und TPA. In Deutschland geht es im Wirecard-U-Ausschuss um die Nähe zur Politik, die man bei der Commerzialbank im überschaubaren Burgenland erst recht nicht bestreiten kann. Natürlich wird in beiden Fällen gerätselt, wo all die vielen Millionen hinverschwunden sind. Bei Wirecard gehen Abgeordnete wie Fabio de Masi nach vielen Ausschusssitzungen davon aus, dass Markus Braun und Jan Marsalek einiges beiseite geschafft haben. In Mattersburg wiederum ist klar, dass nicht alles fehlende Geld im Fußballklub gelandet sein kann, der unbedingt in der ersten Liga mithalten musste. Bei Wirecard war dann recht deutlich von Geldwäsche die Rede; bei der Commerzialbank wurden Hinweise von jener Staatsanwaltschaft nicht ernstgenommen, die jetzt ermittelt.

Johannes Zink im Interview

Es fällt auf, dass nicht nur Peter Pilz Doskozil exkulpiert, wie man auch an der Haltung des Pilz-Hawerers Wolfgang Fellner im Gespräch mit dem ÖVP-Abgeordneten Andreas Hanger sehen kann. Da wird alles auf eine einfache Formel gebracht: Jetzt waren die Chats von ÖBAG-Chef Thomas Schmid in den Medien, die von der Korruptionsstaatsanwaltschaft ausgewertet wurden; nun wird dafür gesorgt, dass mit Doskozil-Chats davon abgelenkt wird. Dies negiert aber, dass sich Doskozil von Anfang an in Widersprüche verwickelte und die rote Landtagspräsidentin Verena Dunst eine Sachverhaltsdarstellung für den U-Ausschuss machte (dies hat natürlich auch die ÖVP). Was Pilz, Doskozil und Darabos betrifft, später mehr – bei der Commerzialbank fällt auch auf, dass das Land die Prüfung des Fast-Alleineigentümers der Bank, einer Kreditgenossenschaft aus Gemeinden, in denen es Filialen gab, an TPA übertrug, also an den Prüfer der Bank. Es wurde dann damit argumentiert, dass solche Konstellationen nicht so unüblich seien und dass das Land sich mit der Revision der Genossenschaft überfordert sähe. Freilich übertrug es dies einer Kanzlei, der nicht auffiel, was unabhängige Revisoren sofort merken würden; weil es bei der Genossenschaft darum geht, dass sich die Investition lohnen muss, haben deren Prüfer fast denselben Zugang zu Unterlagen wie die Prüfer der Bank. Während Informationen eines Whistleblowers und eine Untersuchung der Nationalbank bei der Staatsanwaltschaft Eisenstadt 2015 nicht für einen Anfangsverdacht ausreichten, befasste sich damals auch die FMA mit der Bank und sperrte dann zwei TPA-Prüfer für fünf Jahre.

Andreas Hanger bei Fellner

Auffallen hätte TPA unter anderem müssen, dass praktisch keine Kredite fällig gestellt wurden, was nicht nur daran liegt, dass viele Kunden erfunden wurden, um Geld abzuzweigen. 2020 stellte sich dann heraus, dass rund 40 Prozent der Firmenkredite nicht einzubringen sind, was mehr als das Zehnfache des sonst üblichen Anteils ist. TPA überprüfte angebliche Commerzialbank-Konten etwa bei der Hypo in Innsbruck nicht, sondern begnügte sich trotz eigener Filiale dort damit, dass die Hypo ja existiert. Die Sperre von Prüfern durch die FMA schliesst TPA ab 2016 gesetzlich von der Prüfung der Bank aus, was aber weder diese noch das Land anfocht. Sieht man sich an, was die Commerzialbank-Pleite und Wirecard (wo man Wirecard CEE in Graz „prüfte“) für TPA bedeutete, so trennt man den Bereich Wirtschaftsprüfung ab und expandiert. Als grösster Kunde von TPA gilt Rene Benkos Signa Holding, mit der man auch personell verflochten ist und die man bei der Aufwertung des Immobilienbestandes unterstützte (Gusenbauer und Haselsteiner sind beteiligt, Gusenbauer ist auch Signa-Aufsichtsrat). Im Burgenland fällt die Revision der Kreditgenossenschaft in die Kompetenz des Wirtschaftslandesrates, doch da das Ressort bis Jänner 2020 zuerst von der ÖVP und dann von der FPÖ besetzt wurde, bekam der zuständige Landesrat nie ein entsprechendes Schriftstück zu sehen. Alles wanderte über den Tisch des Finanzlandesrates, der bis Dezember 2017 Helmut Bieler war; dann übernahm Doskozil. Bieler sah nicht nur seine Tätigkeit so, dass das Regieren an ein Büro zu delegieren ist, was natürlich glatter Amtsmissbrauch ist – es sei denn, es ist Nötigung im Spiel wie bei Darabos. Bieler durfte nur Statist sein etwa beim Spatenstich für das „Reitdorf“, das der russische „Investor“ (Geldwäscher) Wladimir Antonov 2011 in Goberling bei Stadtschlaining errichten lassen wollte. Die Strabag (an der Raiffeisen und Oleg Deripaska beteiligt sind; der Aufsichtsratsvorsitzende heisst Alfred Gusenbauer) sollte es „schlüsselfertig“ hinstellen, doch Antonov bezahlte nie eine Rechnung. Antonov hatte wie Karl Heinz Grasser, dessen Anwalt Norbert Wess auch Martin Pucher vertritt, mit der Anglo-Austrian Bank zu tun, die der erste Fall für die Einlagensicherung war vor der Commerzialbank im Jahr 2020. Masseverwalter der AAB ist die Kanzlei von SPÖ-Anwalt Michael Pilz, der Konzipient bei Gabriel Lansky und Georg Zanger war, als Parteianwalt gilt und mit Ibizagate-Anwalt Ramin Mirfakhrai verhandelte. Pilz ist an der Skills Group beteiligt, die wie TPA Mitglied in Zangers Austrian Chinese Business Association ist.

Chat mit Doskozils Sprecher (1)

Nun kommen wir zu Doskozils Eurofighter-Lügen, die mit einem Pakt zu tun haben, den er 2016 mit Peter Pilz einging, der darauf in seinem 2017 erschienenen Buch „Heimat Österreich….“ Bezug nimmt. Doskozil sollte Airbus attackieren und Pilz Darabos aus dem Weg räumen, damit Doskozil Landeshauptmann werden kann. Dazu gehörte auch, Darabos wegen des 2007 geschlossenen Eurofighter-Vergleichs vor Gericht zu bringen, der auf die Kappe Gusenbauers ging. Im September 2020 hatte Doskozil tatsächlich die Chuzpe, dem abgesägten Darabos eine Ehrung des Landes zu überreichen. Darauf beziehe ich mich im Chat mit Doskozils Sprecher und Büroleiter Herbert Oschep, der 2020 vom „Extradienst“ zum „Top-Kommunikator des Jahres“ ernannt wurde (Herausgeber Christian Mucha ist Dauergast bei Fellner). Die FinCEN Files sind veröffentlichte Geldwäsche-Verdachtsmeldungen in den USA, deren Österreich-Bezug unter anderem mit Oleg Deripaska und seinem (Ex-) Schwiegervater Walentin Jumaschew zu tun hat. Wie im Korruptions-U-Ausschuss 2012 zur Sprache kam (siehe Seite 60 im Protokoll), sollte die burgenländische Landesregierung Deripaska bei der Einbürgerung Jumaschews samt Familie behilflich sein. Im November 2008 wurde eine Wohnung in einem heruntergekommenen Haus an einer Durchzugsstrasse in Winden am See angemietet; die Jumaschews waren dort nie, aber Landeshauptmann Hans Niessls täglicher Weg von Frauenkirchen nach Eisenstadt führte dort vorbei. Ebenfalls im November 2008 begann Doskozil im Büro Niessls zu arbeiten und war für den recht überschaubaren Fuhrpark und die Chauffeure zuständig.

Chat mit Doskozils Sprecher (2)

Im Oktober 2008 errichtete Gusenbauers Anwalt und Geschäftspartner Leo Specht eine Projektentwicklung- und Beteiligung GmbH für Gusenbauer, die wie Spechts Kanzlei ihren Sitz in der Teinfaltstrasse 8 in 1010 Wien hatte (jetzt sind beide am Rooseveltplatz 4-5 in 1090 Wien anzutreffen, wo früher die Grünen waren). In der Teinfaltstrasse 8 wurden auch Firmen für Deripaska und Jumaschew angemeldet, etwa um Luxusimmobilien in der Riemergasse zu errichten oder als Deripaska das Hotel Aurelio in Lech erwarb, in dem Rene Benko 2010 heiraten sollte. Für eine (erfolgreiche) Einbürgerung der Jumaschews setzten sich auch Günther Apfalter und Franz Schnabl von Magna ein, einem Konzern, der seit 1998 mit Russland kooperiert. Martin Puchers Tochter Denise arbeitet für Magna und war in Stronachs Partei aktiv; er selbst war Nachfolger von Frank Stronach an der Spitze der Fußball-Bundesliga und hat wie gesagt den gleichen Anwalt wie Grasser, Norbert Wess mit Hypo-Bezug. Was den im ersten Screenshot erwähnten Eurofighter-Vergleichsentwurf betrifft, sei auf Doskozils Auftritt im Eurofighter-U-Ausschuss 2018/19 verwiesen, als er schon LH war und Darabos aus der Politik entfernt war. Um ein passendes Narrativ zu schaffen, wurde Pilz im August 2016 unter Geheimnisverrat, den Verteidigungsminister Doskozil trotz Anzeigepflicht nicht anzeigte, der militärische Verschlussakt Eurofighter-Vergleich zugespielt. Pilz trumpfte damit auch gleich medial auf und sollte die Richtung gegen Darabos und Airbus vorgeben. Es war dann für einen Spin gegen Darabos via U-Ausschuss 2017 notwendig, „plötzlich“ einen Vergleichsentwurf in einem Schrank im Ministerium zu „finden“, der vom Vergleich abwich. Man musste das Papier via BMLV ins Spiel bringen, weil Dokumente von Dritten heikel sind, siehe Tauziehen mit Johannes Eisenberg, dem Anwalt von Julian Hessenthaler um das Ibiza-Video; außerdem müsste sich dann ein Dritter deklarieren.

Doskozil im UA, 14.3.2019

Darabos selbst beauftragte nämlich den Anwalt der Republik, den Leiter der Finanzprokuratur Wolfgang Peschorn mit Eurofighter-Ausstiegsverhandlungen und widerrief dies auch nie, wie er und Peschorn im UA 2017 aussagten. Doch ab 24. Mai 2007 leitete der alte Freund des Eurofighter-Rechtsberaters Meinhard Lukas, Helmut Koziol die Verhandlungen „für“ die Republik, der noch nie verhandelt hatte. Der Entwurf wurde von ihm handschriftlich verfasst, Peschorn wurde vom illegal „Minister spielenden“ Kabinettschef Stefan Kammerhofer mündlich per Telefon mitgeteilt, dass er nicht mehr dabei sei. Weder der UA noch die Justiz interessierten sich je dafür, dass Kammerhofer Darabos immer wieder hinterging; dass er ihn von Personen und Informationen abschottete und offensichtlich für fremde Herren Straftaten am laufenden Band beging. Am 24. Mai kamen auch Wladimir Putin und Oleg Deripaska nach Wien (der Oligarch stieg dann bei Magna und Strabag ein), sondern auch Bill Clinton, der ebenfalls von Gusenbauer und von Bundespräsident Heinz Fischer empfangen wurde und für dessen Foundation auch Novomatic spendete. Lukas ist Rektor der Linzer Kepler-Universität und Geschäftspartner von Christian Kern, Eveline Steinberger-Kern, Alfred Gusenbauer und Hans Peter Haselsteiner (d.h. der Blue Minds Group); er und Koziol wurden Gusenbauer für Scheinverhandlungen empfohlen, die dann zu einem Vergleich führten, der dem abgeschotteten, überwachten, bedrohten Darabos umgehängt wurde. Im UA 2017 war das Timing wie folgt: am 31. Mai wurde beschlossen, kurzfristig Lukas für den 2. Juni nachmittags zu laden; Darabos und Koziol waren ohnehin für den 1. Juni vorgesehen. Am 2. Juni trumpfte Pilz auf mit dem angeblich gerade in einem einst von Kammerhofer genutzten regelmäßig geleerten Stahlschrank „gefundenen“ Vergleichsentwurf, zu dem zwar Lukas befragt wurde, nicht aber Darabos und Koziol, die man nochmals laden hätte können. Gusenbauer belog den UA ebenso wie Kammerhofer, und nachdem der Chefverhandler des Kaufvertrags 2003 Edwin Wall am 22. Juni 2017 aussagte, dass (auch) er nie mit Darabos reden durfte, zeigte Pilz Darabos als Bauernopfer an. Am 31. Mai 2017 drohte Pilz Darabos via „Kurier“ an dessen Geburtstag und vor seiner Aussage im UA, dass er die „Hintermänner“ des Vergleichs nennen oder alles allein ausbaden muss. Die Einschüchterung eines Zeugen wurde nicht zur Anzeige gebracht; Aufsichtsratsvorsitzender des „Kurier“, an dem inzwischen auch Benko Anteile hält, ist Erwin Hameseder von Raiffeisen (stv. AR-Vorsitzender der Strabag), Herausgeber war der heutige NEOS-Abgeordnete Helmut Brandstätter. Als vermeintliche „Vertrauensperson“ passte Anwalt Michael Pilz auf, dass Darabos nichts Falsches sagte; 2007 übernahm diese Rolle Kammerhofer im ersten UA (Vorsitz: Peter Pilz).

Doskozil „ehrt“ Darabos

Eigentlich müsste die Justiz bereits wegen der Dramaturgie des U-Ausschusses und bestimmter Aussagen Lunte riechen, doch sie ignorierte auch alle Hinweise und Sachverhaltsdarstellungen. Ehe der UA 2017 auf Schiene gebracht wurde, der 2018/19 nach Neuwahlen quasi fortgesetzt wurde, zeigte Doskozil Airbus wegen angeblichem Betrug und arglistiger Täuschung an. Vorbereitet wurde dies als „Geheimprojekt Minerva“ mit Gusenbauers Ukraine-Lobbying-Partnern Skadden (die Kanzlei vertritt auch Benko) und FTI Consulting und nicht zu vergessen mit Peter Pilz. Passender Weise gab es schon einmal ein „Geheimprojekt Minerva„, nämlich als der Magna-Zögling Karl Heinz Grasser als Finanzminister die VOEST an Magna verkaufen wollte; der Eurofighter-Kauf hat eine gewisse Magna-Komponente. Wie Markus Braun und Jan Marsalek von Wirecard unterstützen übrigens Magna, Signa, Strabag, Novomatic die Österreichisch-russische Freundschaftsgesellschaft. Allein dieser Gusenbauer-Konnex sollte klarmachen, dass der UA mitnichten klären sollte, wer für den Eurofighter-Vergleich verantwortlich ist; „Gusenbauer oder Darabos“, wie Pilz scheinheilig versprach. Wir müssen zurückgehen zum Wahlkampf 2006, in dem die SPÖ sich als „Sozialfighter statt Eurofighter“ verkaufte (in Wirklichkeit: „Wenn möglich MiG-29 statt Eurofighter“, was Gusenbauer nach der Wahl einmal forderte und damit bei Grasser andockte). Damals war Darabos formaler Wahlkampfleiter, doch Gusenbauer engagierte Stanley Greenberg und Tal Silberstein. Zusätzlich kam noch Chaim Sharvit ins Spiel, der wie Silberstein als israelischer Agent gilt und Material zum Zustandekommen des Eurofighter-Vertrags besorgen sollte, auf das sich Pilz im UA 2018/19 berief. Der von Heinz Christian Strache auf Ibiza positiv erwähnte Oberrabbiner Moishe Friedman war dem im Oktober 2008 verstorbenen Jörg Haider – der von einer „Banken-Mafia“ sprach – befreundet und bringt Charvit mit Haiders Tod in Verbindung. Zwar führte die SPÖ auch 2002 ebenfalls mit Silberstein Wahlkampf gegen „Abfangjäger“, doch inzwischen hatte Russland die United Aircraft Corporation gegründet und sich mit 5 Prozent an EADS beteiligt. Heute heisst EADS Airbus und war von Staatsbeteiligungen abgesehen immer vom Kapitalmarkt abhängig; deshalb erinnert Doskozils Angriff auf die Kapitalisierung von Airbus (gegen den die FMA einschreiten hätte müssen) an die in Russland angewandte Strategie der „samtenen Übernahme“. Man beachte, dass Doskozil hier auf einmal mit Anzeigepflicht kam und dies FTI Consulting ermöglichte, mit unbewiesenen Behauptungen bei Marktanalysten und internationalen Medien für Airbus negatives Lobbying zu betreiben. Der burgenländische Verfassungsschutz wurde von mir vergeblich darüber informiert, wer z.B. in den Bereichen Politik, Militär, SPÖ Erfahrungen mit der Abschottung von Darabos machte; dies wurde teils öffentlich erörtert, fand sich in UA-Protokollen oder wurde mir auf Anfrage geschildert. Dazu gehört auch die Aussage eines im Burgenland lebenden ehemaligen Chauffeurs reicher Juden, der auch Silberstein herumgefahren hatte. Er sprach Aktivitäten auf dem Balkan an und meinte, Greenberg sei wegen Vorkommnissen im Wahlkampf 2006 so entsetzt gewesen, dass er nie wieder mit Silberstein zusammenarbeitete, „er war ihm zu skrupellos“. Tatsächlich gehörte die Firma GCS – die später der SPÖ mit dem Schützling von Alfred Gusenbauer und Martin Schlaff, Christian Kern Rechnungen ausstellen sollte -, ab dann Silberstein und anderen.

Schlaff, Gusenbauer und der Balkan

Und damit sind wir beim nächsten Puzzleteil, das viele im Burgenland verstehen werden, auch Darabos selbst. Hier ist das Video mit dem kroatischen Journalisten Domagoj Margetic in deutscher Übersetzung zu sehen, in dem es um Bawag, Hypo, Geldwäsche in unvorstellbarem Ausmass, Martin Schlaff und Alfred Gusenbauer geht. Es entstand 2013, als Gusenbauer begann, für Serbien zu lobbyieren; er ist Berater von Premierminister Aleksandar Vucic); Margetic spricht an, dass der serbische Anwalt und Politiker Wladimir Cvijan Dokumente zur erwähnten Geldwäsche hatte und Vucic, den Gusenbauer auf Wunsch Schlaffs beriet, damit konfrontierte. Cvijan wurde 2012 von Vucic selbst noch als grosse Nachwuchshoffnung der Fortschrittspartei präsentiert, wandte sich dann aber wegen dessen Verbindungen zu Organisierter Kriminalität gegen ihn und verschwand dann aus der Öffentlichkeit. Erst 2021 wurde bekannt gegeben, dass Cvijan im Jänner 2018 ertrunken sein soll, der damals aus dem Anwaltsregister gestrichen wurde. Es gab vielleicht zur Verschleierung der Vorgänge Artikel, in denen behauptet wurde, Cvijan sei „als Zeuge“ in den USA. Als Norbert Darabos im März 2003 SPÖ-Bundesgeschäftsführer wurde, bezeichnete ihn Gusenbauer als „eines der grössten politischen Talente der SPÖ“, doch er wird dann wohl bald Angst vor einem Cvijan-Schicksal gehabt haben (und auch nicht wie Rachat Alijew enden wollen). Man muss auch wissen, dass Silbersteins erster Wahlkampf 1999 für Ehud Barak von Schlaff mitfinanziert wurde, um zu sehen, wie sich alles zusammenfügt. Zum „Team Doskozil“ gehört mit Paul Pöchhacker einer jener Silberstein-Mitarbeiter, die 2017 bekannt wurden. Weil berichtet wird, dass sich der russische Militärgeheimdienst GRU im Schlepptau von Deripaska befindet, erwähnte ich ihn in Fragen, die das „Team Doskozil“ nicht beantworten wollte. Gerade macht Schlagzeilen, dass Tschechien zwei GRU-Agenten mit einem Anschlag in Verbindung bringt; wie zu erwarten hielten sie sich unbehelligt in Österreich auf. Man muss sich nicht nur mit der Rolle der GRU befassen, die moderne Mittel einsetzt, aber dem Denken der 1950er Jahre verhaftet sein soll. Wir sind, was geheime Dienste betrifft, von Hollywood geprägt, was man z.B. mit den Accounts aus erster Hand im Kanal des Spy Museums überwinden kann. Dies aber trägt immer noch nicht unserer historisch gewachsenen Situation Rechnung, wo Tarnung eben nicht alles ist, weil es schon von der ersten Republik her eine russische Geheimdienstradition gab. Und damit meine ich nicht klischeehafte Männer in schlechtsitzenden Anzügen mit deutlichem Akzent, sondern österreichische Staatsbürger. Man kann es auch so formulieren, dass anderswo nach Vorsicht Ausschau gehalten werden muss und bei uns nach Chuzpe, mit der auch weitreichende Netzwerke und deren Einflussnahme etabliert wurden. Wo man am Balkan eher an Mafia denkt, können wir uns ansehen, welchen Aufschluss die eigene Zeitgeschichte bietet, etwa wenn Martin Schlaffs Vater wie später auch der Sohn bei der 1952 gegründeten Robert Placzek OHG tätig war, die ihr Büro im Trattnerhof am Sitz der ehemaligen USIA-Verwaltung hat. Wenn Domagoj Margetic meint, Schlaff habe Gusenbauer zum Kanzler gemacht, passt dies zu Gerüchten in Wien und dazu, dass er eine kleine Feier gab, als Gusenbauer angelobt war (und der Albtraum für Darabos erst richtig Fahrt aufnahm). Wir sollten uns fragen, wer Kern kreiert hat, der im Mai 2016 schon einen Vertrag als CEO von RHI in der Tasche hatte, wo Schlaff 2006 einstieg, oder wie es sich mit Pamela Rendi-Wagner und Doskozil verhält. Als Doskozil im Jänner 2016 Minister wurde, musste Handlanger Kammerhofer äusserst diskret verräumt werden bei ÖBB-CEO Christian Kern, der ihn zum Abteilungsleiter ohne Arbeit machte und den Ahnungslosen spielt, wenn man ihn auf Kammerhofers Sündenregister anspricht.

PS: Weil ich mich seit Jahren mit solchen Hintergründen befasse, wird mir sehr zugesetzt. Ich freue mich daher über eure Unterstützung und den Austausch mit euch und bin unter 066499809540 erreichbar. Weil „Zusetzen“ auch bedeutet, mich ökonomisch zu treffen, bedanke ich mich auch für eure finanzielle Unterstützung unter Alexandra Bader, Erste Bank, AT 592011100032875894 BIC GIBAATWWXXX vielen Dank!

25 Kommentare zu „Warum die Justiz Doskozil anklagen muss

  1. Alexandra, ich gestehe ich versteh von dem ganzen nur Bahnhof.
    Bei allem was Sie über diese jahrzehntelangen Interna wissen, sagen Sie mir bitte:

    WER, welcher Politiker/in bei den Sozis wäre anständig und geeignet HEUTE die SPÖ Partei als Vorsitzende/r zu übernehmen und in die Zukunft zu führen?

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    1. Fledling beantwortet diese Frage korrekt. Ansonsten sieht es düster aus, weil sog. (gepushtes) Spitzenpersonal sämtlich verstrickt ist. Und in der 2. Reihe sind Mitläufer, die zu allem ja und amen sagen…

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  2. „WER, welcher Politiker/in bei den Sozis wäre anständig und geeignet HEUTE die SPÖ Partei als Vorsitzende/r zu übernehmen und in die Zukunft zu führen?“

    Der einzige, der mir spontan einfallen würde, wäre Darabos. Der könnte die SPÖ in eine krisensichere Zukunft führen und auch halten, als Stratege. Stellt sich nur die Frage, ob sich Darabos, nach alle dem, was vorgefallen ist, überhaupt für das Spitzenamt hergibt. Doskozil verhielt sich ziemlich schiach gegenüber Darabos; das soll man nie vergessen.

    Wie auch immer
    MfG

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    1. Ich würde es an seiner Stelle auch nicht machen. Andererseits trage ich dazu bei, dass das theoretisch möglich ist. Es ist nicht meine Entscheidung, wäre aber auch für mich Genugtuung.

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      1. Es war doch damals 2006 zB ausschließlich den Geschicken von Darabos als Wahlkampfleiter geschuldet, dass die SPÖ überhaupt von der Oppositionsbank wieder auf der Regierungsbank hat Platz nehmen dürfen. Ohne Darabos hätte Gusenbauer mMn nie das Vergnügen gehabt, wenigstens für kurze Zeit, den Kanzler spielen zu dürfen.

        Und trotzdem hat die ganze SPÖ Backlrass weggeschaut, als Darabos, Stück für Stück, zugunsten des politisch völlig unbedarften Quereinsteigers Doskozils, vom PP mittels Verleumdungen und Unterstellungen rechtswidrigst abmontiert worden ist.

        Wie auch immer
        MfG

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      2. Leider waren die Roten komplett vernagelt und allenfalls bereit, Darabos zu bedauern. Aber keiner hat einen Finger gerührt und viele attackieren mich, weil ich angeblich die SPÖ angreife. Dabei braucht man nur einmal Kurz für Doskozil einsetzen und sehen, ob all das dann immer noch so „gut“ wäre bzw. ist Darabos ja auch SPÖ.

        Hätte mir diese Feigheit und Dummheit früher nie vorstellen können, das muss man schon erleben.

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  3. Corona-Sensation durch Schauspieler-Elite!!!

    #allesdichtmachen

    Ein „Putsch“ gegen die Corona-Maßnahmen der Regierungen im Netz – auf Facebook, YouTube, twitter usw. findet gerade statt!

    Viele bekannte deutschsprachige Schauspieler haben heute Nacht damit begonnen, das System tobt bereits!!!!

    Über 50 Videos auch mit bereits bekannten österreichischen Kritikern wie Düringer und Proll nehmen die Corona-Maßnahmen mit Sarkasmus auf die Schippe!

    #allesdichtmachen
    #niewiederaufmachen
    #lockdownfürimmer https://allesdichtmachen.de

    Herrlich, längst überfällig!

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    1. Und doch verstehen es manche nicht und andere sind empört..
      Gut so, denn mit der Methode des Schauspielerns erreichen die Darsteller ein Dazwischen, das bei einem reinen Schlagabtausch unberührt bleibt.

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    2. JAAAAAAAAAA SUPEEEEEEEEEEEER! Endlich werden sie gescheit, das ganze Hohe-C-Leugnungsgeschwurble war ja nicht mehr zu ertragen!
      Alles dicht machen ist super, endlich nie wieder Viren!

      passend dazu habe ich gestern die Heute-Schlagzeile gelesen….welcher Vollpfosten schreibt so einen Schwachsinn? „Baby-Flaute. So bekommen Sie ihr Kind virenfrei“

      Vielleicht sollten die gleich Roboter „aufziehen“. Sind ja eh nur CO2 Schleudern und Virenschleudern und Omatöter, diese ganzen Kinder……..

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  4. Köstlich, wie Manche auf Twitter deren hübsch gepflegte Corona-Blase in Gefahr, ja kurz vor dem Platzen, sehen und dementsprechend behelfsmäßig mit Häme, Spot und Untergriffen noch zu retten versuchen, was längst nicht mehr zu retten ist 😛 😂😂😂🤣🤣🤣

    Wie auch immer
    MfG

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  5. Endlich! Ganz großartig! Oscar dafür bitte!
    Allerdings wird das bereits als Rächts geframt. Alle Aufrechten Haltungshelden machen hilflos Stimmung.

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  6. Leider haben sich einige Schauspieler dem Druck der Diffamierungen gebeugt und distanzieren sich von ihren Videos.
    Und in aller Stille ist die georgische Familie, die unter höchster medialer Aufmerksamkeit abgeschoben wurde – wieder in Eichgraben wohnhaft. ✔

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    1. zu Punkt 2: Ende gut, alles gut – so ist es rechtens

      zu Punkt 1: Diese mutigen Schauspieler von der Aktion #allesdichtmachen geben nicht dem Druck der Diffamierungen an sich nach, sondern sind teilweise zu diesem Schritt genötigt, weil sie von den Kolleginnen und Kollegen aus den eigenen Reihen bedroht und reichlich mit Dreck beworfen werden.

      Wer hätte das erwarten können, dass sich die Schlimmsten und hinterhältigsten Gegner der Aktion in der Kollegenschaft wiederfinden, die sich ernsthaft Strafen wie Ausschüsse usw in deren auf Eindimensionalität ausgerichteten Hirnen ausmalen. Wenn man solche Leute kennt, braucht man getrost keine Feinde mehr.

      Wie auch immer
      MfG

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      1. Unabhängig davon, wie man 2.) bewertet ist jedoch das mediale Stillschweigen bemerkenswert, da es ja die türkise Linie konterkariert.
        Das ist ein Beweis der Verkommenheit der Medien.

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    2. Es gibt auch nicht ganz so prominente, die schon lange verzweifeln und vergeblich versuchten, in der Kulturszene Widerstand zu organisieren. Keine Chance, ähnlich wie bei Wirten, ein bisschen Protest, ansonsten Fügsamkeit.

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      1. Es gibt mE 3 Gruppen:
        Künstler sind angepaßte Gekaufte.

        Künstler glauben, daß sie nützlich sein müssen und man das Volk aufklären und ändern und ihm helfen kann.

        Und andere Künstler sind Realisten. Die sehen das Volk wies ist.

        Es ist wie bei einer STAMPEDE.

        Man MUSS zur Seite treten, sonst zertreten sie dich.

        Die Horde muß sich müde laufen.

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  7. Die Menschenrechte haben sich immer durchgesetzt. Jeder Einzelne, der einen Teil beiträgt wird letztendlich der Gewinner sein. Alle anderen müssen eben mit sich selbst klar kommen.

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  8. Es gibt viele Menschen, die sehr unglücklich mit den österreichischen Parteien und deren Auftreten sind und es fühlt sich kaum einer mehr vertreten, außer er profitiert davon. Die meisten sagen: „Was soll ich denn sonst wählen“. Das Potential ist rießig. In anderen Ländern schaffen diese Neuparteien auf Anhieb 15-20% bei Nationalratswahlen, wenn es nicht gerade eine Bierpartei ist. Der bedingunglose Einsatz für Menschlichkeit, außergerichtlichen Konfliktlösungen und ein Wertekonzept sind für einen Neuaufbau nötig. Im Rahmen der Digitalisierung gibt es auch in diesem Bereich eine Fülle an neuen Möglichkeiten.

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