Warum „liebt“ Thomas Schmid „seinen“ Kanzler Kurz?

Thomas Schmid war Generalsekretär im Finanzministerium, ehe er im April 2019 Chef der ÖBAG wurde, die staatliche Beteiligungen im Umfang von 27 Milliarden Euro verwaltet. Da die Korruptionsstaatsanwaltschaft seine Handy-Chats auswertet, ist nicht überraschend, dass davon immer wieder etwas an die Öffentlichkeit gelangt. Nun wissen wir, dass das Installieren eines Zöglings von Wolfgang Schüssel (hier mehr zu Schmids Laufbahn) an der Spitze der ÖBAG von Finanzminister Gernot Blümel als „Schmid AG“ bezeichnet wurde. Was wäre wohl, wenn Siegfried Wolf, der im August 2016 die „Spendenralley“ für Sebastian Kurz startete (so Reinhold Mitterlehner im Ibiza-U-Ausschuss), das Rennen gemacht hätte? Wäre es dann die „Wolf AG“ gewesen oder die „Deripaska AG“ oder die „Putin AG“ oder die „SWR AG“ – und was unterscheidet die „Schmid AG“ davon ?!

Natürlich ist Postenschacher eine Untertreibung und Rücktritte sind ohnehin schon überfällig, aber der spielerische Tonfall („kriegst eh alles, was du willst…“ etc.) wirft auch die Frage auf, wer solche Figuren in verantwortungsvolle Positionen bringen wollte. Es geht auch um das Bundesbudget und das Finanzministerium und um die COFAG, deren Chef der Schmid-Mitarbeiter Bernhard Perner wurde, der zuerst Schmid half, ÖBAG-Chef zu werden und dann dort Direktor wurde. Wenn wir auf Schwarzblau mit Bundeskanzler Schüssel zurückblicken, so ging es dabei auch um Privatisierungen mit dem Ex-Magna-Manager Karl Heinz Grasser als Finanzminister, den Schüssel 2006 gerne als ÖVP-Chef gesehen hätte. Kann es sein, dass diese Strategie weiterverfolgt und mit Kurz, Blümel, Schmid und Co. perfektioniert wurde und die COFAG schlicht für zusätzliche Möglichkeiten sorgt? Ist die „neue ÖVP“ wirklich so anders oder wird jetzt ein Kurs deutlicher, der bereits mit Schüssel verfolgt wurde? 

Wenn „Weiber“ nerven…

Natürlich ist es entlarvend, wenn die mit Schmid befreundete „Netzwerkerin“ Gabriela Spiegelfeld über nervende Weiber klagt. Doch wollen hier steuerbare Männer allem einen moderneren Anstrich per „Scheiss-Quote“ geben? Sehen wir diese Art „Scheiss-Quote“ auch in der Regierung etwa mit der Schwägerin des Kurz-Beraters Stefan Steiner als Verteidigungsministerin? Die ÖBAG hiess vor wenigen Jahren noch ÖBIB; damit aus ihr etwas Neues werden konnte, war die Zustimmung der SPÖ noch mit Christian Kern notwendig. Schmid gehört auch zum Freundeskreis des Investors und ÖVP-Großspenders Alexander Schütz, was ihn mit Markus Braun von Wirecard, Rene Benko, Harald Neumann von Novomatic und anderen verbindet. Schütz‘ Frau Eva gibt das Magazin Exxpress heraus, das eine Agenturmeldung zitiert, aber betont, dass die SMS eigentlich geheim seien. Schütz ist rein zufällig auch der Vermieter des Oligarchen Dmytro Firtash, der über Jan Marsalek ein Konto bei Wirecard bekam und vom FBI mit der Russenmafia in Verbindung gebracht wird. Mit einem von Raiffeisen geleasten Privatjet Firtashs, der von der Avcon Jet betreut wird (mit der Marsalek aus der EU floh), reiste Kurz Anfang März von Israel zurück nach Wien. Als Grasser 2007 aus der Regierung ausschied, wurde er Aufsichtsrat bei Schütz‘ Immobilienfonds C-Quadrat, der dann zwischenzeitlich der chinesischen HNA Group gehörte, bei der auch Gelder von Parteikadern versteckt wurden.

Screenshot von der Webseite der „Krone“

Man kann Kurz(sic!)nachrichten wie „ich bin so glücklich :-)) ich liebe meinen Kanzler!“ als Ausdruck kompletter Fehlbesetzungen interpretieren. Oder aber – wofür auch diverse Auftritte im Ibiza-U-Ausschuss sprechen – davon ausgehen, dass hier Personen vorgeschoben werden, die nicht wirklich Entscheidungen treffen bzw. Schaden für Österreich bewirken, von dem andere Kräfte profitieren. Auch die Opposition sitzt diesbezüglich im Glashaus, weil SPÖ und NEOS ebenfalls mit Oligarchen verbandelt sind und bei der FPÖ einige keine Probleme sahen. Übrigens gibt es auch eine Connction von Eveline Steinberger-Kern und Christian Kern zu Markus Braun von Wirecard, der zuerst den NEOS und dann der ÖVP spendete und zu Runden mit Kurz eingeladen wurde, wie sie Frau Spiegelfeld organisierte. Man traf sich mit Kurz auch im Hotel Sacher, das für Oleg Deripaska dessen Luxushotel Aurelio in Lech am Arlberg betreut, und zwar seit Dezember 2008. Im November 2008 wurde in Winden am See im Burgenland eine Wohnung für die Familie des Putin-Beraters und Jelzin-Schwiegersohns Walentin Jumaschew auf ein Jahr angemietet. Zwar tauchten die Jumaschews nie in dem heruntergekommen Haus auf, doch dies war der erste Schritt zu ihrer Einbürgerung, der Landeshauptmann Hans Niessl und seinem MitarbeiterHans Peter Doskozil kaum entgangen sein konnte. Und es ist wohl auch reiner Zufall, dass Jumaschew später ein russisches Aufsichtsratsmandat von Schüssel übernahm, der dafür ein anderes erhielt. Es passt absolut ins Bild, dass jetzt der Deripaska-Partner und Ex-Magna-CEO Siegfried Wolf nach MAN in Steyr greift. Wolf förderte nicht nur wie erwähnt Kurz, sondern auch Rene Benko, der u.a. von Raiffeisen, der Bank of China und der Sberbank Europe (Aufsichtsratsvorsitzender: Wolf) Kredit bekommt.

„Österreich“ am 27.3.2021

Bei MAN kommt auch der Autokonzern GAZ ins Spiel, der 1998 noch planwirtschaftlich geführt wurde, als Magna mit ihm zu kooperieren begann. Die Verbindungen von Magna nach Russland hatten zur Folge, dass EADS (gegründet 2000, heute Airbus) den Konzern um Unterstützung beim Sondieren des russischen Marktes ersuchte. Dies gehört zur Geschichte der österreichischen Eurofighter-Beschaffung, wobei auch bei Kaufvertrag (2003) und Vergleich (2007) jene Netzwerke mitmischen, die hinter der gegenwärtigen Regierung stehen. Wenn jetzt etwa das Team des Ex-Abgeordneten Peter Pilz frohlockt, dass gegen Kurz wegen Falschaussage im Ibiza-U-Ausschuss puncto Schmid und ÖBAG ermittelt wird, sollten sie den Ball besser flach halten. Denn Pilz spielte bei einem perfiden Spiel mit, bei dem durch die Täuschung von Eurofighter-U-Ausschüssen verschleiert wurde, warum diese Jets gekauft wurden. Besonders wichtig schien es, den Aufsichtsratsvorsitzenden der Strabag und Signa-Aufsichtsrat Alfred Gusenbauer bei seiner Verantwortung für den Eurofighter-Vergleich zu decken. Dieser wurde dem bedrohten, überwachten, abgeschotteten Ex-Minister Norbert Darabos oktroyiert, dessen schriftlicher nie widerrufener Ministerwille zu Ausstiegsverhandlungen ignoriert wurde. Die Kurz-Ministerin Klaudia Tanner agiert ganz in dieser Tradition, obwohl Airbus sie noch nicht kennengelernt hat; dass das Bundesheer so ein williger Handlanger von Kurz und Hintermännern ist, hat mit Unterwanderung auch zu Darabos‘ Zeiten zu tun.

Deutscher Bericht über Benko 

Nicht nur Wirecard und Ibiza verbinden politische Korruption und russische Netzwerke in Deutschland und Österreich, wie man am Beispiel Signa sehen kann. Was wir dank Ibiza-U-Ausschuss, Details aus Ermittlungen und aufgrund von Leaks etwa zum Projekt Ballhausplatz wissen, sollte zuerst die ÖVP komplett unter Kontrolle gebracht und dann ein Regime Change in Österreich durchgeführt werden (q.e.d.). Es gehört dazu, dass Akteure, die dadurch im Rampenlicht stehen, freundlich ausgedrückt überfordert wirken, jedenfalls aber den Aufgaben nicht gewachsen sind, die sie übernommen haben. So gesehen ist es wirklich erhellend, wenn Bundeskanzler, Finanzminister,  ÖBAG-Chef und andere eher wie übermütige Teenager erscheinen. Uns fehlen umfassende Ermittlungen, die auch Analysen von Verfassungsschutz und Abwehramt heranziehen könnten, doch unsere Dienste schützen uns längst nicht mehr. Sie dürfen daher auch nicht erkennen, was es z.B. bedeutet, den Handel und die Gastronomie „wegen Corona“ zu ruinieren, was zu hybrider Kriegsführung gehört.

8 Kommentare zu „Warum „liebt“ Thomas Schmid „seinen“ Kanzler Kurz?

    1. Wenn jemand wie der stadtbekannte Gerry Keszler über Herrn Blümels Hinterteil meint, dieses wäre ein „Knackarsch“, so deutet das klar auf gemeinsame Erlebnisse hin, wo dieser vermeintlich oder tatsächlich knackige Popo gesichtet wurde…
      Es ist nicht überliefert, was die Escort-Lady – Pardon, Blümels Gattin dazu gesagt hat…
      Herrn Schmids Kokain-Verfahren wurde selbstverständlich eingestellt, wie auch jenes der Frau Katia Wagner, Teil der Ibiza-Partie, Enthaarerin und immer noch Krone-Journalistin.

      Kokain ist – viel mehr noch als Covid – eine regelrechte globale Pandemie, es hat vor allem die „oberen Gesellschaftsschichten“ im Griff, denn die negativen Auswirkungen dieser Droge sind nicht (ganz) so offensichtlich und unmittelbar wie bei anderen Drogen.
      Es bringt die negativen Persönlichkeitsaspekte in den Vordergrund und verändert die Persönlichkeit bei längerem Gebrauch.
      Man könnte es als Mittel der Wahl für Psychopathen bezeichnen, da es das Selbstbewusstsein kurzfristig in den Himmel jauckt.

      Darüber hinaus sind Menschen mit dieser Sucht, die quasi immer mit Alkohol kombiniert ist, natürlich äußerst leicht in Fallen zu locken bzw. stehen sie mit einem Fuß wegen des Drogenkonsums im Kriminal.
      Und JEDER Kokser hat einen Dealer – das darf man auch nicht vergessen!

      Es müssen als Anfang – wie schon seit Ewigkeiten im Straßenverkehr – Drogen und Alkoholtests im Zuge des Einlasses ins Parlament gemacht werden, denn es ist nicht zu rechtfertigen, dass das kostbare Mandat der mittelbaren Demokratie an Drogensüchtige und/oder Alkoholkranke wie Werner Kogler übergeben wird, und diese dann in einem Semidelirium unser Land verkaufen und zerstören.

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      1. Das sind absolute Abgründe – wobei wir nie vergessen sollten, dass wir die Chats anderer ja nicht kennen, in denen es sicher auch Anspielungen aller Art und Anzeichen von Machtrausch gibt

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      2. Dieser schreckliche Keszler hat die Erlöse vom Life Ball der dubiosen Clinton Foundation in den Rachen geworfen, das sagt eh schon alles. Bei jeder Kritik daran verschanzt er sich hinter der Homophobiemasche, echt armselig der Typ

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    2. Ja, das Kürzel ist korrupt bis in die Haarspitzen und an den anderen Körperstellen hängen Ho & Co, die dafür alles kriegen, weil sie ihren Kanzler so lieben… würg. Tja, solche Typen werden ganz bewusst von den Strippenziehern ausgewählt, ohne Ethik und Moral, leicht steuerbar, erpressbar und schlussendlich schnell entsorgbar.

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  1. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und erlaubt dem Betrachter tiefe Einblicke in die strukturellen Gepflogenheiten und Usancen der „neuen Kurz-ÖVP“, was wahrscheinlich all das zusammen hielt.

    Die bereits vor Jahren gemachten Analysen? oder Erfahrungsberichte? von Siegfried M, scheinen sich somit immer mehr zu bewahrheiten.

    Wie auch immer
    MfG

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