Warum „wir“ Putin unterschätzt haben

Langsam macht sich nicht nur bei eingefleischten Transatlantikern Misstrauen gegenüber Wladimir Putin breit. Und doch sind die meisten Menschen immer noch weit davon entfernt, die Situation realistisch einzuschätzen. Darin treffen sich paradoxer Weise Gegner mit jenen Leuten, die im russischen Präsidenten einen positiven geopolitischen Ordnungsfaktor sehen wollen. Ein wesentliches Hindernis für uns besteht darin, dass viele unserer Landsleute, insbesondere in wichtigen Funktionen, keinen Tau zu haben scheinen, was wirklich vor sich geht. Wenn jetzt plakativ Diplomaten aus mehreren Ländern unter Spionageverdacht ausgewiesen werden, berührt dies noch nicht ausserhalb der Botschaften unter anderem in Ministerien operierende Netzwerke. In Österreich steckt man sowieso am liebsten den Kopf in den Sand, um so weiterhin zuzulassen, dass „wir“ als Brückenkopf benutzt werden. Stösst man auf die dafür etablierten Verflechtungen, gerät man ins Visier, kann sich aber niemandem erfolgreich begreiflich machen.

Unter den Bedingungen erfolgreicher Subversion sind nämlich gefühlt 5 von hundert Personen in einer Organisation etc. Kollaborateure, weitere 5 ahnen vielleicht etwas, sind aber feige und 90 Leute bekommen überhaupt nichts mit, lassen sich aber bereitwillig triggern. Es ist ein schwacher Trost, dass Russland auch anderswo krass unterschätzt wurde und westliche Diplomaten klagen, dass man ihre Kassandrarufe nicht hören wollte. Zugleich aber spielen alle, die sich emotionalisieren und zu heftigen Reaktionen hinreissen lassen, letztlich auch Putin in die Hände. Wer sich schon einmal kritisch mit Militärinterventionen befasst hat, sollte denen etwas voraushaben, die jetzt den Krieg entdecken. Doch leider blenden viele Kritiker der NATO aus, welcher Natur das Umfeld von Putin ist, in dem man Geheimdienste, Oligarchen und Mafia nur schwer voneinander trennen kann.

Doku von Arte

Die eingebundene Dokumentation zeigt vor allem Putins geopolitische Schritte auf, nachdem er bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2007 eine vielleicht wenigstens im Nachhinein erkannte Kampfansage an den Westen machte. Wer nun froh ist, dass Putin es „dem Westen“ zeigt und dabei auch bei QAnon andockt (was man zum Beispiel bei diesem Kanal sehen kann), sollte innehalten und sich fragen, ob er nicht auch zur Zielscheibe gehört. In der Doku wird gezeigt, wie Putin in Asien und in Afrika vorgeht (wo man jetzt nicht mit „dem Westen“ mitzieht); 2008 wurden nach dem Kaukasuskrieg Teile Georgiens de facto abgetrennt, das jetzt erst recht russische Aggression fürchtet. Arte geht auch auf die Söldner der 2014 gegründeten Gruppe Wagner ein, die u.a. in Libyen, in der Ukraine, in Syrien und in Zentralafrika eingesetzt werden. Hinter der Gruppe Wagner steht der Oligarch Jewgeni Prigoschin, der Putin seit der gemeinsamen Zeit in St. Petersburg kennt und dessen Biografie darauf hindeutet, dass zwischen Oligarchen, Agenten und Mob kein Blatt Papier passt. Es passt ins Bild, dass Jan Marsalek von Wirecard zum russischen Netzwerk in Österreich und zur Gruppe Wagner Verbindungen hat(te), und zwar in Libyen, wo die Gruppe General Chalifa Haftar unterstützte. 2018 stürzte der russische Investigativjournalist Maxim Borodin, der sich mit der Gruppe Wagner in Syrien befasst hatte, tödlich aus dem Fenster seiner Wohnung. Im selbem Jahr wurden Orhan Dschemal, Kirill Radschenko und Alexander Rastogurjew in Zentralafrika getötet, wo sie eine Doku über die Gruppe Wagner drehten; danach starben weitere Menschen. Arte geht auch auf den Konflikt um Karabach ein, wo Putin als Vermittler zwischen Armenien und Aserbaidschan fungierte; es heisst, dass Wagner-Söldner auf der Seite Armeniens kämpften. Der Gruppe Wagner ging das Slawische Korps voran; Wagner-Gründer Dimitri Utkin (der Tattoos mit Nazisymbolen trägt) diente zuvor in einer Speznaz-Einheit des Militärgeheimdienstes GRU.

Über Joe und Hunter Biden

Wagner ist nirgendwo registriert, verwendet aber eine Basis in Molkinow im Bezirk Krasnodar gemeinsam mit der GRU. Paradoxer Weise behauptet Putin ja, er müsse die Ukraine von Neonazis befreien, wie es sie etwa im Asow-Bataillon gibt. Zum Szenario gehört auch US-Präsident Joe Biden, dessen Versprecher immer wieder korrigiert werden müssen und der meinte, dass doch jeder jemanden kennt, der etwa mit Nacktbildern erpresst wird. Beim nun berühmten „Hunter Biden-Laptop“ hiess es zunächst, dass US-Geheimdienstkreise von russischer Desinformation ausgehen. Joe Biden verteidigte seinen Sohn stets, der jedoch auch mit der Finanzierung von US-Bio(waffen?)labors in der Ukraine zu tun hatte. Wie in einer Anhörung im Kongress siehe Video unten deutlich wurde, wollte das FBI nicht die potenzielle Verwundbarkeit der nationalen Sicherheit der USA erkennen, sondern mauerte. Doch auch Medien waren nicht an einer Untersuchung interessiert, als vor einigen Monaten erstmals über diesen Laptop in seinen Inhalt berichtet wurde. Nun aber wird ermittelt, weil Bidens Sohn ohne entsprechende Qualifikation von 2014 bis 2019 dem Verwaltungsrat des ukrainischen Energiekonzerns Burisma angehörte und auch Verbindungen zu Kasachstan und China hat. Burisma ist im Besitz einer Holding des früheren ukrainischen Umweltministers Mykola Slotchevsky, der 2014 ins Ausland flüchtete. Hunter Biden war bei Burisma zuständig für die Rechtsabteilung und für internationale Beziehungen. Wie Oligarch Oleg Deripaska kaufte auch Slotchevsky eine zypriotische Staatsbürgerschaft (für sich und seine beiden Töchter); Slotschewskij gehörte von 2010 bis 2012 einer Regierung von Premierminister Mykola Azarov an und wurde später per Haftbefehl gesucht.

Es wird eng für Joe Biden

Der Familienanwalt von Azarov, der 2014 nach Moskau flüchtete, ist Leo Specht, der Geschäftspartner von Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer; ausserdem kämpfte Azarov mit Gabriel Lansky gegen Sanktionen der EU gegen ihn und tritt jetzt mit russischer Propaganda in Erscheinung. Lansky gilt als Vertrauensanwalt der russischen Botschaft in Wien und leitete das Personenkomitee für Gusenbauer bei der Nationalratswahl 2006. Specht war in Schiedsgerichtsverhandlungen über die Nabucco-Pipeline involviert; er vertritt auch Erik Prince von Academi (früher Blackwater), dessen Söldner in der Ukraine gegen Separatisten kämpften und der jetzt sagt, dass er die russische Invasion stoppen hätte können. Hunter Biden erhielt 3,1 Millionen Dollar von Oligarchin Elena Baturina, der Witwe des früheren Moskauer Bürgermeisters Juri Luschkow, deren Anwalt Specht ist. Bei Burisma wiederum sass er mit dem ehemaligen polnischen Präsidenten Aleksander Kwasniewski im Verwaltungsrat, der einst für den kommunistischen Sicherheitsdienst tätig war. Mit dem früheren italienischen Präsidenten Romano Prodi, der in den Mitrochin-Archiven als KGB-Agent bezeichnet wird, und mit Gusenbauer lobbyierte er zuerst für Kasachstan und dann für die Ukraine. Kasachstan bedeutete, für Nursultan Nasarbajew zu arbeiten, der auch Gabriel Lansky anheuerte; in der Ukraine dienten Gusenbauer und Co. Ministerpräsident Viktor Janukowitsch, den 2014 Special Forces nach Moskau ausflogen. Man kann solche Netzwerke gut rekonstruieren, die jeden Geheimdienst auf den Plan rufen müssten, doch auch Warnungen von Diplomaten verhallten ungehört.

Leserbrief von Carl Scott

Carl Scott war Militärattache an der britischen Botschaft in Moskau von 2011 bis 2016 und schildert in einem Leserbrief seine Erfahrungen. Er berichtete in die Heimat von der nicht zu übersehenden Militarisierung Russlands, verstand aber erst bei seiner Rückkehr, warum man dies ignorierte. Die City of London wurde nämlich noch reicher, indem sie Putins Oligarchen als sicherer Hafen diente. Auch bei Recherchen über das Putin-Netzwerk in Österreich fallen immer wieder Bezüge zu London auf. Nicht von ungefähr wurde dort ein Haus kurzzeitig besetzt, das Oleg Deripaska gehört. Mithilfe von Gusenbauer und Co. wurde der Putin-Berater Walentin Jumaschew samt Familie bei uns eingebürgert, der bis 2018 Deripaskas Schwiegervater war; seine jüngere Tochter Maria soll in London gegen den Angriff auf die Ukraine protestiert haben. Auch die Kleptokraten von Aserbaidschan, für die Malta wichtig ist, haben viel Bezug zum Putin-Netzwerk in Österreich. Dass der Londoner Oligarch Roman Abramovich (der in Österreich Immobilien erwarb) auf Seiten der Ukraine bei Friedensverhandlungen war, widerspricht dem Bild nicht. Es heisst zwar, dass er danach über Vergiftungssymptome klagte, doch „Oligarchen gegen Putin“ kann auch ein Bluff sein; Abramovich will jetzt einen türkischen Fussballklub kaufen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskij forderte die USA auf, keine Sanktionen gegen Abramovich zu verhängen. Auch die Person Zelenskij sollte wegen der Pandora Papers und wegen seiner Performance unter die Lupe genommen werden, etwa wenn er jetzt mit Journalistinnen scherzt. Sein Gönner ist Oligarch Ihor Kolomoiskij, der seine Yacht wie Wagit Alekperow von Lukoil in Montenegro in Sicherheit brachte. Alekperow besuchte wie Deripaska 2020 das World Economic Forum in Davos; bei Lukoil war bis vor kurzem Wolfgang Schüssel im Aufsichtsrat (zuvor beim Mobilfunker MTS, wo ihm Walentin Jumaschew nachfolgte).

Wie der Krieg vorbereitet wurde

Die Dokumentation des ZDF macht klar, dass es unübersehbare Hinweise und konkrete Warnungen gab, doch sie erwähnt auch, dass Analysen des BND von der Politik offenkundig nicht ernst genommen wurden. Wie sehr Wirtschaft zu einem auch hybrid geführten Krieg gehört, zeigen Reaktionen an den Börsen auf die russische Ankündigung, ab 31. März Gas nur mehr gegen Rubel zu liefern. Wenn wir noch einmal zum ersten Video zurückkehren, können wir ergänzen, was 2007 (Putin bei Münchner Sicherheitskonferenz) und 2008 (Georgien) bei uns passierte. Am 11. Jänner 2007 löste Alfred Gusenbauer vom Putin-Netzwerk Wolfgang Schüssel vom Putin-Netzwerk als Kanzler ab. Martin Schlaff, der auch mit Schüssel verbunden ist und mit Putin bereits in Dresden Technologietransfers organisierte und Tarnfirmen errichtete, veranstaltete eine Feier für Gusenbauer. Damals wurde SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos gegen seinen Willen Verteidigungsminister, der nicht zur Nomenklatura in der Partei gehörte, aber wusste, wie man Wahlen gewinnt. Er wurde abgeschottet, überwacht, bedroht, sodass über den nie sicherheitsüberprüften neuen Kabinettschef illegale (russische) Befehle gegeben und Darabos zugeschrieben werden konnten. Im Mai 2007 besuchte Putin Wien mit den Oligarchen Oleg Deripaska und Viktor Vekselberg, wobei es um Milliardengeschäfte mit der Strabag ging, deren Aufsichtsratsvorsitzender Gusenbauer 2010 wurde (Vekselberg ist von Sanktionen der USA betroffen, Deripaska noch nicht in der EU). Danach gab es mit Eurofighter nur mehr Scheinverhandlungen zwischen zwei Gusenbauer von Specht empfohlenen alten Bekannten, was in einen dann Darabos umgehängten Vergleich mündete. 2006 hatte aber Putin die United Aircraft Corporation (OAK) gegründet als Zusammenschluss russischer Flugzeugbauer, um die Kooperation von EADS und Irkut zu ermöglichen (mehr dazu hier). 2018 wurden wiederum per Dekret Putins 92% der Anteile an der OAK an den Staatskonzern Rostec übergeben, an dessen Spitze mit Sergej Tschemesow ein alter KGB-Freund Putins steht. 2008 galt Deripaska als reichster Russe (später sollte es Abramovich sein; heute steht Alekperow ziemlich weit vorne auf der Liste), der nun wünschte, dass die Jumaschews eingebürgert werden (und Gusenbauer und Co. lieferten).

Wem dienen „unsere“ Politiker wirklich?

Walentin Jumaschew und seine zweite Frau, Boris Jelzins Tochter Tatjana kommen prominent in Büchern wie „Putin’s People. How the KGB Took Back Russia and Then Took on the West“ von Catherine Belton, deren Informanten mit dem Tod bedroht werden, auch als Putins Königsmacher vor. Es versteht sich von selbst, dass unser politisches System seither immer mehr unterminiert wurde. Wer jetzt mit Entsetzen den fernen offenen Krieg wahrnimmt, wird erst recht geschockt sein, wenn er realisiert, welch ein verdeckter Krieg hier stattfindet. Obwohl es schon deswegen naheliegt, weil Putin vom KGB kommt und dies auf viele in seinem System zutrifft, selbst wenn Medien, die mit diesem Netzwerk verbunden sind, von „Russlands Business-Elite“ sprechen. Deshalb noch ein paar Details, die das Muster erkennen lassen: Alekperow liess das Konstruktionsbüro Jakowlew, an dem Lukoil beteiligt ist, Businessjets bauen, die er zum Beispiel Juri Luschkow schenkte, einem mit dem früheren Wiener Bürgermeister Michael Häupl befreundeten Stalin-Verehrer. Natürlich gehört auch Jakowlew jetzt zur OAK, und Irkut entwickelte mit dem MC-21 einen seit Jänner 2022 in Russland zugelassenen Passagierjet als Konkurrenzprodukt zu jenen von Airbus (früher EADS) und Boeing. Österreich wurde 2019 von der Ibiza-Affäre erschüttert, und man tut bis heute so, als ob das Thema Putins politischer Einfluss damit abgehakt sei. Dabei wird Ex-FPÖ-Chef Heinz Christian Strache mit Martin Schlaff und Ihor Kolomoiskij in Verbindung gebracht und besuchte die Feste von Rene Benko, dessen rechte Hand Gusenbauer ist und der auch zum Putin-Netzwerk gehört. Ausserdem passt der über Ex-Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil 2017 mit ehemaligen Ukraine-Lobbying-Partnern Gusenbauers durchgeführte Angriff auf Airbus in die russische Strategie im Bereich Luftfahrt. Um Gusenbauer zu schützen und Darabos einzutunken, wurde die SPÖ im Eurofighter-U-Ausschuss 2017 seitens der Kanzlei Lansky unterstützt.

Diese Recherchen erfordern sehr viel Aufwand und sind in dieser Form einzigartig. Es ist immer notwendig, alles neu zu bewerten und weitere Puzzleteile zu einem sehr komplexen Bild hinzuzufügen. Davon profitiert jeder, der mit einzelnen Bereichen in Berührung gekommen ist oder der sich fragt, wie etwas einzuordnen ist. Als Grundlage für weitere Recherche, für parlamentarische Untersuchungen, für Ermittlungen der Justiz eignet es sich auch sehr gut. Es kommt oft darauf an, durch Zufall an eine mögliche Verbindung überhaupt mal zu denken, um sie und einiges mehr zu finden.

Jeder finanzielle Beitrag dazu ist herzlich willkommen:
Alexandra Bader, Erste Bank, AT 592011100032875894 BIC GIBAATWWXXX

Vielen Dank!

Für Inputs und Feedback etc. bin ich auch telefonisch erreichbar unter +43 (0)66499809540

16 Kommentare zu „Warum „wir“ Putin unterschätzt haben

      1. Im Gegensatz zu ihren Artikeln sind die Artikel im Rubikon vernünftig für den Leser strukturiert und nicht mit unendlich vielen Verlinkungen, die den Text schwer lesbar machen, verunstaltet. Wie wäre es mit Absätzen und Fußnoten am Ende des Artikels?

        Sie werten Putins bekannte Rede auf der Münchener Sicherheitskonferenz als „Kampfansage“. Das kann man so sehen. Man sollte jedoch versuchen Analyse und Werturteil zu trennen. Das sollte ihnen doch möglich sein, oder ?

        Sie schreiben ferner in ihrem Artikel: „“Man kann solche Netzwerke gut rekonstruieren, die jeden Geheimdienst auf den Plan rufen müssten, doch auch Warnungen von Diplomaten verhallten ungehört.“ – Haben Sie Illusionen über die Tätigkeit von Geheimdiensten? Diese arbeiten selbst mit Netzwerken zusammen ebenso wie mit organisierter Kriminalität oder gar in Einzelfällen mit Teilen der Gegenseite. Andreas von Bülow hat dazu ein Buch veröffentlicht welches ihnen bekannt sein dürfte.

        Ferner vermischen Sie vorgebliche Korruption/Vorteilsnahme/Abhängigkeiten mit geostrategischer Vorgehensweise. Z. B. hat Hunter Bidens finanzielle Beteiligung an den Biolaboren noch nichts mit der geostrategischen Einschätzung der russischen Seite zu tun.

        Ich vermisse bei ihnen Differenziertheit, Genauigkeit und Klarheit in den Aussagen. Schon deswegen würde ich als redaktioneller Entscheider die Veröffentlichung ihres Artikels ablehnen.

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      2. Da bin ich aber froh, dass Sie mir nichts vorschreiben können! Haben Sie jemals recherchiert und sind überhaupt mit solchen Themen in Berührung gekommen? Was von Bülow angeht, kenne ich sein Buch, das im übrigen viele Fussnoten hat, die oft aus längeren Anmerkungen bestehen. Es zwingt Sie niemand dazu, jeden Link anzuklicken. Was den Rubikon betrifft, hab‘ ich etwas zu C auf Aufforderung geschrieben (mit vielleicht 6 oder 10 Quellen), doch man veröffentlichte es nicht und gab mir auch nicht Bescheid, was denn jetzt ist. Sowas finde ich unprofessionell und auch unhöflich. Ich bin nämlich durchaus imstande, auf andere hinzuweisen, ohne dass ich mit ihnen zu 100% übereinstimmen muss. Ich kann allerdings schon einschätzen und daher auch schätzen, was welchen Aufwand erfordert.

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      3. Rubikon schliesst da nicht direkt an, gehört aber zu Narrativen, die unter anderem hier verbreitet und gefüttert werden. D.h. dass Leute dann z.B. solche Videos ansehen und Rubikon und Co. lesen, aber nicht überprüfen oder differenzieren:

        Es ist nicht alles falsch, aber es wird auf Trump gehofft, von einem anderen System oder gar einer anderen Dimension gesprochen und man ist ständig bedroht, durch Mikrowellen, 5G usw., Politiker sind durch Klone ersetzt (Biden, Trudeau, Clinton…) und Putin bekämpft „die Reptilien“ siehe alte russische Flagge mit St. Georg und dem Drachen. Einer im Video sagt, dass er von der CIA komme; es wird auch behauptet, dass das Militär gegen FEMA Camps vorgehe und dass Pädokriminalität überall sei, als gängige Erklärung für alles.

        Dagegen bin ich nüchtern und realistisch und würde auch Hunter Biden nicht überbewerten. Dies erscheint plausibel, denn er verkaufte schlicht Einfluss, weil er mit seinem Vater reiste:

        https://thehill.com/opinion/judiciary/3257164-bidens-absolute-defense-of-hunter-leaves-media-and-justice-department-in-a-muddle/

        Hunter Biden hat keine „Biowaffenlabore“ in der Ukraine finanziert:

        https://www.washingtonpost.com/politics/2022/03/29/truth-about-hunter-biden-ukrainian-bio-labs/

        Sicher kann man aus jedem Biolabor auch ein Biowaffenlabor machen, was bedeuten würde, dass man auf Zertifizierungen bezüglich der Sicherheitsstandards verzichtet, wenn man es heimlich machen will. Das aber wäre Spekulation.

        Sehr wohl verweisen Medien auf Hunters Aktivitäten in der Ukraine und in China, und da kann man wieder Verbindungen aufzeigen: Hunter Biden – Burisma – Aleksander Kwasniewski – Alfred Gusenbauer und Gabriel Lansky – Mykola Azarov (bei dem der Eigentümer von Burisma Minister war) – Leopold Specht – Elena Baturina – Hunter Biden.

        Es ist schon interessant, dass die Leute lieber an Reptilien, „Kasarische Mafia“, Klone und Putin und Trump als Retter glauben als sich mit belegten Verbindungen zu befassen und selbst weiterzurecherchieren.

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  1. Dies passt gut dazu, es geht auch um eine „Trollfabrik“ in St. Petersburg:

    https://www.sueddeutsche.de/politik/podcast-thema-russland-desinformation-trolle-1.5557152

    Jewgenij Prigoschin von der Gruppe Wagner, den ich in meinem Artikel erwähnte, hat auch mit der Trollfabrik zu tun:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Jewgeni_Wiktorowitsch_Prigoschin

    Die „Süddeutsche“ verweist auf ein Beispiel mit zwei via Facebook mobilisierten Gruppen von Amerikanern, die dann auch gegeneinander demonstrierten. Der Redakteur sieht sich auf der sicheren Seite und meint nicht, selbst bei nützlichen Idioten zu arbeiten. Doch was ist mit Ibizagate?

    Diese Aussendung ist neu:

    https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20220330_OTS0202/aviso-schuldspruch-hessenthaler-kundgebung-morgen-313-18-uhr-platz-der-menschenrechte

    „Saubere Hände“ lud zuerst für morgen früh vor das Bundeskanzleramt ein mit Albert Steinhauser und Michael Ikrath:

    https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20220328_OTS0115/aviso-tag-null-aktion-am-do-313-der-initiative-saubere-haende-bild-video

    Was „Ibiza-Detektiv“ Julian Hessenthaler betrifft, gab es einen Schuldspruch:

    https://exxpress.at/gerechtigkeit-siegt-ueber-linke-aktivisten-ibiza-taeter-julian-hessenthaler-verurteilt/

    Abseits aller Polemik muss man doch festhalten, dass sein Partner bei der Ibiza-Falle Ramin Mirfakhrai Konzepient bei Gabriel Lansky war. Dies trifft auch auf Mirfakrais Anwalt Richard Soyer zu, der wie Lansky Kasachstan vertritt. Der Präsident der Wiener Anwaltskammer Michael Enzinger ist Geschäftspartner von Heidi Glück, Wolfgang Schüssels ehemaliger Sprecherin, die PR für Schüssel und Gusenbauer macht. Enzinger deckte Mirfakhrai immer und sieht auch bei anderen Anwälten im russischen Netzwerk weg. Er selbst sitzt mit Elisabeth Max-Theurer im Aufsichsrat von Plasser und Theurer; Max-Theurer nahm 1980.an den von vielen Staaten boykottierten Olympischen Spielen in Moskau teil und gewann Gold im Dressurreiten.

    Albert Steinhauser deckte bei den Grünen die Täuschung des Eurofighter-UA, bei dem das Agieren der SPÖ über eine Lansky-Mitarbeiterin koordiniert wurde. Er deckte auch, dass ich verleumdet und bedroht wurde, weil ich wissen wollte, was gespielt wird.

    Michael Ikrath hatte als ÖVP-Abgeordneter auch mit Landesverteidigung zu tun und deckte das Unterwandern des Ministeriums durch die GRU; er ist jetzt für Lansky tätig.

    Ohne SZ, Spiegel und Falter gäbe es keine Ibiza-Affäre, in der sich Medien wie die eine via Trollarmee gegen die andere Gruppe Amerikaner aufgehetzte Menge verhalten….

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  2. Putin war so besonnen, er hat immer nur von roten Linien gesprochen und nicht gehandelt. Bis zur Ankündigung von Selensky bei der Münchner Sicherheits- Konferenz, die Ukraine mit Atom Raketen zu bestücken, das war der letzte Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte!
    WAS MICH NEUERDINGS IN DEN MEDIEN ANKOTZT:
    Deutschland verteidigt seine Sicherheit am Hindukusch! = zulässig!
    **Russland verteidigt seine Sicherheit in der Ukraine! = völlig unzulässig!
    Amerika erfindet Massenvernichtungswaffen um den Irak anzugreifen! = zulässig!
    **Russland erfindet einen Genozid um die Ukraine anzugreifen = völlig unzulässig!
    Die Türkei und USA marschiert in Syrien ein! = zulässig!
    **Russland marschiert in der Ukraine ein = völlig unzulässig!
    DIESE LOGIK MUSS MIR DER WESTEN EINMAL ERKLÄREN !!!

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  3. Putin spielt das Spiel das ihm zugedacht wurde um den Währungskollaps noch einmal zu vermeiden. Mit dem Ukrainekrieg steigt die Inflation kräftig an und das hilft bei der Entschuldung. Geht die Operation schief, steht der Schuldige fest.

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  4. Sg. Frau Bader, als kriegsgeborener lehne ich Krieg ab, daher mache ich auch keine Putin Propaganda, mir geht es einzig darum, der Wahrheit nahe zu kommen. Seit über 100 Jahren planen die Angelsachsen (USA und UK) die Aufteilung des Riesen im Osten, egal ob dort ein Zar, ein Stalin, ein Gorbatschow oder ein Putin regiert. Putin ist dem Westen verhasst, weil er ein Gegenmodell darstellt und über riesige Bodenschätze verfügt. Er hat Deutschland bei einer Rede im Bundestag 2004 die Hand zur Freundschaft gereicht und uns günstiges Gas angeboten. Das ist jetzt der wahre Kriegsgrund für das angloamerikanische Kapital: Man will Deutsche und Russen wieder aufeinanderhetzen und dafür ist der brustschwache Sozi Scholz ebenso gut wie der Nazi Hitler. FRAGE: Sind wir Mitteleuropäer so dumm, dieses Spiel noch einmal mitzumachen??

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    1. Na also die „lieben“ Russen haben vor dem ersten Weltkrieg zumindest schon einmal ein Süppchen mit den Briten gekocht gegen Mitteleuropa. Das haben einige dort bemerkt, aber in D wollte man damals nichts davon wissen, ein Protagonist dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Benno_Alexandrowitsch_von_Siebert
      Wo oder wer der aktive Part dieser „triple entente“ damals gegen Mitteleuropa war oder ist, also eher im Osten oder eher im Westen, das ist nicht so leicht zu sagen.

      Fest steht: Hegemonialansprüche mögen keine Mitten oder Dritten, egal ob Ost oder West.

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      1. Alle heute lebenden Menschen sind von dem betroffen, was der Verein der Freunde der russischen Mafia anstellt. Alle werden gegeneinander ausgespielt, wenn sie nicht aufpassen und drohen auf Spins reinzufallen wie jenen, dass Putin das Internet nicht nutzt, ergo auch nicht wissen kann, was der Mainstream z.B. auf Deutsch schreibt. Es ist bloss emotionalisierend und manipulativ, was Sie hier versuchen. So was geht zum Glück bei vielen Menschen nicht mehr rein.

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  5. (Beifall!) Auszug aus der Rede 2001: Heute sind wir verpflichtet, die Sicherheit der Bevölkerung Europas und die der ganzen Welt zusammen zu gewährleisten. Liebe Freunde, Gott sei Dank wird Russland in Europa heutzutage nicht nur im Zusammenhang mit Oligarchen, Korruption und Mafia erwähnt. Aber nach wie vor herrscht ein großer Mangel an objektiver Information über Russland. Ich kann mit Zuversicht sagen: Das Hauptziel der Innenpolitik Russlands ist vor allem die Gewährleistung der demokratischen Rechte und der Freiheit, die Verbesserung des Lebensstandards und der Sicherheit des Volkes.(das gab es doch bei uns auch einmal!!!)
    https://www.bundestag.de/parlament/geschichte/gastredner/putin/putin_wort-244966

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  6. Frau Baader…… Putin macht was er für richtig hält.

    Und ich Denke er macht gerade das richtige….. nachdem wir die Russen 30 Jahre lang gedemütigt haben.

    Für den Krieg sind wir ganz alleine verantwortlich….. auch wenn die Heuchler ständig daherplärren……. für Krieg gebe es keine Entschuldigung.
    ————————–
    Für mich ist Krieg ein probates Mittel um seine Interessen zu wahren…… wenn man keinen Gegenüber hat mit dem man verhandeln kann.
    ————————–
    Zum verhandeln gehört auch der Wille den Gegner wahrnehmen, das aber taten wir nie.

    Und natürlich Frau Baader, kennt jeder – jeden…… so wie wir alle mit Adam und Eva verwandt sind….

    Aber was für einer sässe dort…… wenn es Putin nicht wäre ?

    Das ist wie mit den Linken und dem Christentum….. die Sozis denken nie darüber nach, was wäre, wenn es die Christen nicht gegeben hätte ?……… Vielleicht würden wir immer noch in Höhlen Menschenopfer darbringen und Frauen wären Eigentum des Mannes.

    Verirren Sie sich nicht……. im Gestrüpp.

    Und halten sie nicht alle für getriggert, …(((-:

    Ansonsten sind solche Beitrage wie vom OffGuardian nützlich.

    Ich bin froh ist es Putin….. denn ich sah da auch ganz andere am Horizont auftauchen.

    Natürlich ist Putin auch ein Bär……. aber in Russland bedeutet er eben einen Fortschritt und nicht einen Rückschritt…… und so lange es vorwärts geht….. ist das gut so.
    Und den Krieg sah ich seit langen kommen, ich an seiner Stelle würde genau den auch führen.

    OffGuardian

    Mar 28, 2022
    Ukraine War! What Is It Good For? The Nazi Agenda

    Iain Davis

    https://off-guardian.org/2022/03/28/ukraine-war-what-is-it-good-for-the-nazi-agenda/

    ———————————————————-

    Und ja, mit Meyssan stimme ich weniger überein, aber hier hat erst getroffen.
    Aber er sieht die Dinge manchmal ganz anders…. und das ist nützlich.

    Er erklärt warum ein Riesenreich wie Russland mit seinen nur gerade 145 Millionen Einwohnern eine ganz bestimmte Militärdoktrin fand….. und diese Putin Immer noch anwendet.

    Natowaffen an der unmittelbaren Grenze gehören da übrigens bestimmt nicht dazu.
    Lesen und verstehen sie das ganze.

    Russland hat ja viele leidvolle Erfahrungen gemacht….. Die Mongolen, Tataren, Osmanen, dann Napoleon und den WK-1 und 2. daraus mussten sie etwas lernen.

    Lesen sie es.
    chttps://www.voltairenet.org/?lang=de

    Und ja, wir unterschätzen die Russen .
    Denn 145 Millionen Bürger reichen aus um durchschnittlich ca. 13,5% davon in eine Armee einzuziehen.
    Wenn wir nur die 18-35 Jährigen einziehen sind es Immer noch 8 Millionen Mann.
    Und die findet man in Russland noch, denn die sind wehrfähig….. nicht wie bei uns, wo jeder bald nen Psychiater braucht wenn er nur schon ne Waffe sieht.

    Allerdings kann sich Russland kein stehendes 4 Millionen Heer leisten, 2 Millionen für den Asiatischen Teil, 2 für Europa.

    Darum achtet es darauf, dass an seinen Grenzen keine fremden Armeen stehen…….. denn sie brauchen Zeit um sich in den weiten Osten zurückzuziehen …….wo sie die Truppen ordnen und den Kampf neu starten.

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  7. Ich bin ebenso versucht möglichst sachlich zu bleiben und informiere mich deshalb auch gerne bei Thierry Meyssan oder dem Blogger „russophilus“. Da kommen ganz gegensätzliche Meinungen zu Thema Putin und Russland.
    Für „Ausstehende“ wie uns, ist es nicht so einfach die Richtung zu beurteilen, wohin das führen soll, wie ich finde.
    Am leichtesten zu durchschauen ist die „Berichterstattung“, wenn man das so überhaupt nennen kann, der MSP.
    Die Geschichte hat uns aber gelehrt, dass es immer schon ein Bestreben gab, Russland und Deutschland voneinander zu halten…..

    MfG Michael!

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