Rote Rebellen? Dass ich nicht lache!

„News“ porträtierte kürzlich Hans Peter Doskozil, Andreas Babler und Max Lercher als „rote Rebellen“ und nahm bei der Bildsprache Anleihen an Marx, Engels und Lenin (Google bietet Suchenden auch Fragen an wie „War Lenin Marxist?“). Dass wir vom Mainstream nicht allzu viel an Wahrem erwarten dürfen, wissen wir ja. Aktuell wird z.B. behauptet, der Golfstrom drohe „zu kippen“, wenn er sich tatsächlich verlangsamt, oder dass China die gesamte Bevölkerung von Wuhan erneut auf Covid-19 testen müsse, das erste Virus, das offenbar zurückmutiert. „News“ besetzt immerhin den Begriff „Querdenker“ positiv, auch wenn er in Verbindung mit Doskozil, Babler und Lercher fehl am Platz ist. Marx und Engels wären mit ihnen vielleicht auch nicht einverstanden, eher schon Lenin, der ja von „nützlichen Idioten“ sprach. Alle drei haben eifrig daran mitgewirkt, die SPÖ abzuwirtschaften, deren Zustand sie jetzt umso mehr beklagen, auch wenn ihnen dies wohl nicht einmal bewusst ist. Bezeichnend ist, dass uns „News“ drei Männer präsentiert, als ob Frauen mit Pamela Rendi-Wagner als SPÖ-Chefin eh schon zur Genüge vorkommen (übrigens ist Lercher als Leykam-Geschäftsführer Herausgeber der „Neuen Zeit„).

Man liess Internet-User zuerst das Interview mit Doskozil lesen und dann auch den Artikel über Babler und das Interview mit Lercher. Alle drei haben keine echten Werte, posieren aber umso mehr vor den beiden Journalistinnen und dem Journalisten, die mit der Titelstory beauftragt waren. Babler ist Bürgermeister von Traiskirchen und gehört unter seinen Genossen zur Stamokap-Fraktion, was für Staatsmonopolistischer Kapitalismus steht. Er profilierte sich 2015/2016 als Gegner von Bundeskanzler Werner Faymann, kam dann aber wegen Doppelbezügen ins Gerede und schmeichelte schliesslich Faymanns Nachfolger Christian Kern. Dieser machte Max Lercher nach dem turbulenten Wahlkampf 2017 mit Tal Silberstein zum Bundesgeschäftsführer, den Pamela Rendi-Wagner im Herbst 2018 durch Thomas Drozda ersetzte. Lercher war einmal Chef der Sozialistischen Jugend in der Steiermark; auch Andreas Babler kommt aus der SJ und freute sich 2000, dass der Ex-SJler Alfred Gusenbauer Parteivorsitzender wurde – Doskozil hingegen wurde als Verteidigungsminister von der SJ kritisiert.

„News“ im Juli 2021

Doskozil fing im November 2008 im Büro des burgenländischen Landeshauptmanns Hans Niessl zu arbeiten an, das er von 2010 bis 2012 leitete; danach wurde er Polizeichef und im Jänner 2016 Verteidigungsminister. Im Dezember 2017 wechselte er in die burgenländische Landesregierung, zuerst als Landesrat und seit März 2019 als Landeshauptmann. In einem Interview mit hätte man eine Menge ansprechen können, etwa seine Mitverantwortung für die Pleite der Commerzialbank Mattersburg, doch dies ist nicht erwünscht. Welcher Agenda alle drei „Rebellen“ dienen, macht der Auszug unten aus dem Buch „Brennpunkt Traiskirchen“ von Franz Schabhüttl und Andreas Welz von Seite 236 klar. Schabhüttl wunderte sich als ehemaliger Leiter des Erstaufnahmezentrums Traiskirchen über die Selbstherrlichkeit von Christian Konrad, der meist von Ferdinand Maier und manchmal auch von Andreas Babler begleitet wurde. Dass Konrad, den die Regierung von Werner Faymann und Reinhold Mitterlehner zum Flüchtlingskoordinator machte, über die Ressourcen der Strabag verfügen konnte, verwundert eigentlich nicht. „The (Geo) Political Aspects of Austrian-Russian Business Relations Part II“ von Martin Malek, einem österreichischen Wissenschafter, führt aus, dass Raiffeisen mit Generalanwalt Christian Konrad (diese Position hatte er von 1994 bis 2012 inne) schon lange Konten des Oligarchen Oleg Deripaska führte, ehe dieser bei der Strabag einstieg. Malek weist auch darauf hin, dass eine Zeitlang der ehemalige russische Offizier Oleg Kotkov im Aufsichtsrat der Strabag sass, dessen Vorsitzender Gusenbauer seit 2010 ist. Dieser Offizier übernahm das Mandat von Ex-Magna-CEO Siegfried Wolf, der 2007 auf Wunsch Deripaskas Aufsichtsrat wurde und 2015 ausschied. Auf Wunsch Deripaskas gab es im November 2008 eine von Landeshauptmann Hans Niessl und seinem Mitarbeiter Hans Peter Doskozil gedeckte Scheinanmeldung von Deripaskas Schwiegervater plus Familie im Burgenland. Walentin Jumaschew berät Wladimir Putin und leitete die Präsidentschaftskanzlei von Boris Jelzin; später heiratete er dessen Tochter Tatjana, die ihren Vater beriet und mit Organisierter Kriminalität in Verbindung gebracht wird. Als Wolfgang Schüssel in den Aufsichtsrat des Ölkonzerns Lukoil wechselte, folgte ihm Jumaschew im AR des russischen Mobilfunkers MTS nach.

Aus „Brennpunkt Traiskirchen“

Was die inszenierte „Willkommenskultur“ betrifft, liefert das Buch von Schabhüttl/Wetz weitere interessante Einblicke. Es ist jedoch auch von Menschen bekannt, die „Flüchtlinge“ aufnahmen, dass dann in der Nacht „Busse aus Traiskirchen“ vor der Tür standen, weil Konrad so weitere „Flüchtlinge“ verteilen liess. In Wahrheit handelte es sich um Destabilisierung, die jetzt auf dieser Ebene auch weitergehen soll. Auch Corona-Massnahmen kann man so einordnen, die viele mit Plänen des World Economic Forum in Verbindung bringen, das Deripaska gerne besucht hat. Alle drei „Rebellen“ folgen dem Corona-Narrativ und haben mit „Willkommenskultur“ zu tun: bei Babler versteht es sich von selbst, Doskozil hiess als Polizeichef Massenansturm an der burgenländischen Grenze willkommen und Lercher wurde von Christian Kern in die Löwelstrasse geholt . Als ÖBB-Chef liess Kern an den Bahnhöfen eine Szene der Welcomer entstehen und wurde vom „profil“ dafür als „Kanzler der Herzen“ gefeiert. Bei Konrad und Maier muss man auch an den von Martin Schlaff unterstützten Verein Menschen.Würde denken; durch Schlaff wäre Kern 2016 Vorstandsvorsitzender von RHI geworden, wo Gusenbauer damals im AR sass. Bei Menschen.Würde betätigte sich auch Tina Newertal (früher Schmoranz), die als Sprecherin von Rudi Anschober fungierte, als er Landesrat in OÖ war. Sie ist jetzt bei Infrastrukturministerin Leonore Gewessler und die Partnerin von Josef Newertal, der eine Leitungsfunktion beim Wiener Krankenanstaltenverbund innehat.

Strabag-Baustelle in Wien-Brigittenau

Detail am Rande: der ehemalige Ex-SPÖ-Bundesgeschäftsführer Josef Kalina macht PR für Siegfried Wolf, kümmerte sich auch um das Image von Hans Peter Haselsteiner in der Affäre um die Festspiele Erl und unterstützt Doskozils Ambitionen auf den Parteichef per Umfrage. Die SPÖ ist nicht als einzige Organisation in Österreich durch Zersetzung über viele Jahre sich selbst entfremdet worden. Interne Kritiker mögen dies geahnt haben, zogen aber unzureichende Schlüsse, weil es nicht nur an Personen, nicht nur an Strukturen, nicht nur an Inhalten lag. Gerade in der Partei konnte man aber merken, dass hinter den Kulissen etwas ganz anderes gespielt wird, worauf auch Gusenbauers Beschäftigungen nach der politischen Karriere hingewiesen haben. Hybride Kriegsführung findet auch statt, indem man sich die Politik gefügig macht; sowohl Masseneinwanderung als auch Corona-Panik haben ebenfalls damit zu tun. Es wäre Sache des Bundesheers gewesen zu erkennen, dass Russland Österreich Schritt für Schritt zu einem Brückenkopf umfunktioniert. Stattdessen sah es aber weg bzw. deckte es, dass der Verteidigungsminister von 2007 bis 2013 Norbert Darabos abgeschottet, überwacht, unter Druck gesetzt wurde, um die Befehlskette zu kapern. Man gehorchte lieber illegalen Anweisungen von Kabinettschef Stefan Kammerhofer, der Gusenbauers russischen Hintermännern diente. Er blieb erhalten, als Gerald Klug formaler Minister wurde und das Heer so dazu benutzt wurde, illegale Einwanderung zu unterstützen. Weder Babler noch Lercher wollten je wissen, wer Darabos so zusetzt, geschweige denn mit ihm solidarisch sein; zu seinen „Aufpassern“ gehörte auch Josef Newertal. Und Doskozil verhielt sich besonders niederträchtig, was damit einher ging zu verschleiern, warum die Regierung Schüssel 2003 Eurofighter kaufte und dass es Gusenbauer war, der 2007 Scheinverhandlungen und einen Vergleich wollte. Bedenken wir, dass Bruno Kreisky 13 Jahre lang Kanzler war und Franz Vranitzky immerhin 11 Jahre (danach gehörte er von 1997 bis 2011 dem Magna-Aufsichtsrat an). Was wäre, wenn wir einen Bundeskanzler hätten, der hybridem Krieg Einhalt gebietet? Dann hätte es keine Masseneinwanderung gegeben, sondern es wären Gesetze eingehalten worden. Auch bei Corona hätten Fakten gezählt und nicht Stimmungsmache; beides hätte unsere Gesellschaft vor Spaltung bewahrt und wirtschaftliche Verluste verhindert.

Die Doskozil-Fanbase (siehe „Kurier„)

Es ist schon klar, dass Doskozil, Babler, Lercher und einige andere dies nicht gewollt hätten; vielleicht hätten sie sich aber angepasst und erkannt, dass es immer genug Menschen im Land gibt, deren Lebensbedingungen sich verbessern können. Hybrider Kriegsführung begegnet man in vielen Bereichen, kann ihr aber etwas entgegensetzen, wenn die Staatsspitze nicht gekapert ist. Dies ist der Fall mit Sebastian Kurz im Bundeskanzleramt, wobei es mit Pamela „Impfen! Impfen! Impfen!“ Rendi-Wagner und Hans Peter Doskozil kaum anders wäre. Darabos wusste natürlich um die Kräfte hinter Gusenbauer und wäre von daher eine Alternative gewesen. Im Konjunktiv gedacht hätte er weder Einwanderung noch eine Plandemie forciert, was jedoch bedeutet hätte, vor Gefahr tatsächlich geschützt zu werden, also nicht einen Autounfall oder einen plötzlichen Herzinfarkt fürchten zu müssen. Selbst wenn solche Überlegungen rein hypothetisch sind, ist klar, wie weit sie von Lenins nützlichen Idioten entfernt sind, die einen schlussendlichen Sieg des Kommunismus herbeiführen sollen. Wie alles zusammenhängt, sieht man auch anhand von Kilian Kleinschmidt, der im Traiskirchen-Buch vorkommt, weil er im Lager beraten sollte, an den nämlich Jan Marsalek von Wirecard herantrat.

PS: Weil ich mich seit Jahren mit solchen Hintergründen befasse, wird mir sehr zugesetzt. Ich freue mich daher über eure Unterstützung und den Austausch mit euch und bin unter 066499809540 erreichbar. Weil „Zusetzen“ auch bedeutet, mich zu , bedanke ich mich auch für eure finanzielle Unterstützung unter Alexandra Bader, Erste Bank, AT 592011100032875894 BIC GIBAATWWXXX vielen Dank!

2 Kommentare zu „Rote Rebellen? Dass ich nicht lache!

  1. Nun ist es nicht so überraschend, dass Parteien wie die SPÖ nach Jahren in der Regierung allmählich erschlaffen, der Stallgeruch sich verflüchtigt. So war es bei den Sozialdemokraten schließlich auch schon zum quälenden Ende der Ära Kreisky. Aber man bemerkte damals, dass da nichts Neues nachrückte, gerade auch in den Bundesländern. Es fehlte der kraftvolle Führungsnachwuchs, es fehlen die politischen Begabungen von morgen die einige Sätze unfallfrei sagen können. Die auch neue Themen, die den Bürger unter den Nägeln brennen auch Lösungen und keine Absichts Erlärungen bieten. Wohin man auch blickt, man erkennt keinen künftigen politischen Truppenführer, nicht den konzeptionell brillanten Politiker für das Jahr 2020, nicht den originellen Sozialpolitiker, der schon mal an einer Werkbank stand aber auch nicht den modernen Ökologen, der die neuen Mittelschichten beeindrucken und von den „Grünen“ zurückzuholen könnte. Die SPÖ ist ausgeblutet wie vielleicht noch nie in ihrer Geschichte. Sie stehen für gutbezahlte Sessel, auf denen sie ihre Hintern plattdrücken aber den Arbeiter sagen wir den Bürger, der diesen Sessel finanziert, auf den hat er schon sehr lange vergessen. Wer kennt heute noch einen Gewerkschaftsführer, der wenn er im Nationalrat hustet, das ganze Haus erzittert. Das war einmal, als es noch keine leeren Sprechblasen gab. Heute müssen wir uns mit Apparatschicks herumschlagen, denen man anmerkt, dass sie noch nie in der Privatwirtschaft waren und selber Geld erarbeiten mussten. Die SPÖ braucht eine Revolte von unten!! doch dafür fehlen die Rebellen!!

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