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Ein Neujahrsbaby als Propagandainstrument

Fast wie bestellt gab es auch empörte Postings, als das Wiener Neujahrsbaby in Medien gezeigt wurde und seine Mutter ein Kopftuch getragen hat – ähnliche Bilder kennen wir auch aus deutschen Städten. Der Sozialkonzern Caritas, der sich trotz Kirchenreichtum vom Staat finanzieren lässt, benutzte die Causa dann zu Propagandazwecken und forderte zum virtuellen #flowerrain auf. Facebook tat aufgrund von undurchschaubaren Zensurkriterien der Caritas den Gefallen, Postings zu löschen, was dieser wiederum die Gelegenheit gab, sich als Vertreter der Zivilgesellschaft zu inszenieren, die auf Kommunikation angewiesen ist. Bei „Liebe ist stärker als Haß“-Ansagen vergisst Generalsekretär Klaus Schwertner nur darauf. wie er und andere Einheimischen in Not begegnen. Bundespräsident Alexander Van der Bellen, dem Einheimische ebenfalls egal sind, postet nun auf Twitter: ‚Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren‘. Zuversicht und Zusammenhalt sind größer als Hass und Hetze.
Herzlich Willkommen, liebe Asel! Und: Danke, Klaus Schwertner, für diese wichtige Initiative.“

Dass kriminelle Netzwerke um die Bezirksgerichte in Österreich Zehntausenden alle Menschenrechte nehmen, um sie auszurauben, hat weder Van der Bellen noch Vorgänger Heinz Fischer jemals interessiert. Natürlich wird verkürzt als „Hasspostings“ bezeichnet, was des öfteren rassistisch und menschenverachtend ist, aber noch öfter schlicht Sorge darüber ausdrückt, dass offenbar immer mehr Muslime bei uns leben und mehr Kinder bekommen als andere. Es darf auch erlaubt sein daran zu denken, für wen wir alle wohl mehr Ressourcen aufwenden müssen und wer sich in größerem Ausmaß auch wegen geringerer Kinderzahl selbst erhält. Und ganz zu schweigen davon, dass es genug an Armut und Not unter Österreichern gibt, über die gerade die sogenannte Zivilgesellschaft gerne hinwegsieht. Keiner „hasst“ ein Neujahrsbaby, doch viele befürchten eine Totalveränderung ihrer Heimat, wie sie ja von denen mitgetragen wird, die gegen sogenannte Obergrenzen sind, darunter Teile der SPÖ oder auch Van der Bellens Vorgänger.

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Die Silvester-Panikmache

Videoüberwachung, verstärkte Polizeipräsenz, Schutzzelte für Frauen: Silvester naht und das anders als vor ein paar Jahren. Doch dies ist zugleich Anlass für vollkommen entglittene Emotionen, wie man an Medien, Social Media und den Reaktionen vieler Menschen sieht. Es fragt sich dann, ob jede Form der politischen Aufklärung noch Sinn macht und ob Vernunft nicht hinweggespült wird von nackter Panik. Absurde „Schutz“Maßnahmen zu Silvester fallen damit zusammen, dass ein angeblich 15jähriger Afghane seine Ex-Freundin in einem Drogeriemarkt in Deutschland erstochen hat. Viele sehen hier unsere Werte und unser gewohntes Leben in Gefahr, als ob es vorher noch nie Gewalt gegen Frauen gegeben hat. Freilich wollten wir weniger Gewalt und nicht mehr, weniger Gegenden, wo Frauen Angst haben und nicht mehr. Doch selbst Leute, die zuvor einen politischen Eindruck machten, blenden jetzt vollkommen aus, dass seit Jahren mit der Airbase Ramstein als Relaisstation Menschen per Drohne aus der Ferne getötet werden. Diese unbekannten Opfer kann man nur über Medien vor Ort nachverfolgen und sie waren mit Kamelen zum Markt unterwegs, besuchten Verwandte oder pflückten Blumen.

Die Situation hat etwas von einem Kredit, der jetzt fälliggestellt wird, denn die allermeisten kümmerten sich nicht die Bohne um die Kriege, die angeblich in ihrem Namen geführt werden. Es war wenigen vorbehalten, beharrlich gegen Militärinterventionen, Regime Changes und targeted killings aufźutreten, und wenn sie sich verbündeten, spaltete man sie per Querfront-Debatte. Heute verwenden manche Titel a la „Wie wir unsere Hochkultur und Zivilisation zerstören“ und meinen, das Problem bestehe nur in der Einwanderung aus Stammesgesellschaften, als ob niemals jemand in Afghanistan oder in Afrika interveniert hätte. „Hochkultur“ und „Zivilisation“ zeichnen sich offenbar dadurch aus, mittels Joystick zu töten und Länder mit Rohstoffen zu überfallen. In Wahrheit fällt „uns“ auf den Kopf, dass „wir“ in der Mehrheit nicht bereit waren, uns den Verbrechen in den Weg zu stellen, die in unseren Namen begangen wurden. Deshalb verstehe auch zu wenige, dass Destabilisierung jetzt nach Hause kommt und jedes ängstliche Posting dazu beiträgt. Man kann in geschaffenen Paniksituationen meist nicht klar genug denken, weil das notwendige Wissen fehlt oder man sich mitreißen läßt, ohne dies zu erkennen.

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