Wahlkampf: Die SPÖ und die Geheimdienste

Medien verwenden Geheimdienstjargon, wenn sie über Dirty Campaigning hinter dem Rücken von Bundeskanzler Christian Kern berichten, machen sich dann aber über die SPÖ lustig, wenn sie nach Maulwürfen sucht und davon spricht, dass alle Daten ihrer Kampagne abgesaugt wurden. Der spöttische Tonfall besagt nur, dass jene richtig liegen, die in die Richtung einer systematischen Demontage von Kanzler und Partei denken. Denn zum einen soll genau dieses Denken stigmatisiert werden, zum anderen stellen sich die meisten Journalisten unter Geheimdienst kleine James Bonds (und Janes) vor, aber nicht die Banalität einer Parallelstruktur mit ganz normalen Menschen, die ihre eigene Rolle im Dirty Campaigning nicht durchschauen. Und die auch nicht erkennen, dass es sich gegen Christian Kern richtet, indem er zum Auftraggeber stilisiert wird, egal wie sehr er beteuert davon nichts gewusst zu haben. Auch Medienleute begreifen oft nicht, dass sie selbst sehr leicht zu Geheimdienst-Handlangern werden können, wenn sie auf oberflächliche Reize reagieren und zudem keine Ahnung haben, wie verdeckte Operationen ablaufen und wie man sie erkennt.

Dazu kommt, dass sich CFR-CIA-NATO-Propaganda via Medien nicht auf Geopolitik beschränkt, sondern auch Innenpolitik durch dieses Raster betrachtet werden muss. Die Verbindung von beidem wird deutlich, wenn Empörung über Politiker inszeniert wird, die z.B. gegen die Sanktionen gegen Russland, für eigenständige europäische Energiepolitik, für Rüstungskäufe bei europäischen Konzernen oder gegen US-Militärinterventionen und die US-Raketenabwehr sind (alles auch in Österreich schon vorgekommen). Aktuell lesen wir: „Aufklärung fordert der SPÖ-Chef aber auch über die Umstände der Veröffentlichung der vielen internen SPÖ-Papiere in den vergangenen Wochen. Kern berichtete, dass nicht nur die bisher bekannten Mails und Dokumente, sondern auch andere SPÖ-Interna durch ein Datenleck den innersten Kreis der Kampagne verlassen haben. Jede interne Umfrage, jeder Werbe-Slogan und jede Rede des Kanzlers sei unmittelbar nach Fertigstellung und noch vor der Veröffentlichung durch die SPÖ beim politischen Mitbewerber gelandet, so ein hörbar verärgerter Parteichef. Kern spricht vom ’strukturieren Absaugen von Daten‘.“

Kampagne gegen Kern von „Österreich“

2002 und 2006 engagierte Alfred Gusenbauer Tal Silberstein für seinen Wahlkampf, wohl im Bewusstsein, dass dieser dem Mossad zugerechnet wird (wie andere „Gusi“-Freunde). Seit 2002 ist auch Robert L. mit Silberstein befreundet, der Gusenbauer 2007 ins Kanzleramt begleitete und nach dessen Abgang im Dezember 2008 beim Immobilienkonzern Signa anheuerte, wo „Gusi“ inzwischen im Aufsichtsrat sitzt. L. ist der Verfasser jenes am 9.2.2017 u.a., an Silberstein geschickten Dossiers, in dem Kern als „Prinzessin“ mit „Glaskinn“ beschrieben wird und das „Österreich“ genüßlich auswalzte. Silberstein war 2002 für GCS (Greenberg – Carville – Shrum) nicht nur in Österreich, sondern auch in Bolivien tätig, was in einer Doku und einem Spielfilm unter den Titel „Our Brand is Crisis“ thematisiert wurde. Da die Firma von Amerikanern gegründet wurde (Silberstein war von Anfang an mit an Bord), hat diese Analyse einen entsprechenden Titel: „Our Brand is Crisis: US political consultants at their dirty work in Bolivia“: „The subject is the 2002 Bolivian election. Boynton’s movie is given over to examining the role of US political operatives in the Democratic Party-affiliated James Carville political consultancy firm, Greenberg Carville Shrum (GCS). Their machinations helped bring to power the deeply unpopular American stooge and former president, Gonzalo Sánchez de Lozada.“

Die Autorin des Beitrags schreibt zum Spielfilm auch: „To begin with, Green’s Our Brand is Crisis has an unhealthy fascination, as does the Rachel Boynton documentary, with the Machiavellian American operatives, whose work is informed or even guided by the US State Department and CIA. The political and economic consequences of the manipulations carried out by these people is not a matter of much concern to the documentary or the fiction film….Green’s Our Brand is Crisis betrays relatively little concern for what actually happened in 2002-03. Sánchez de Lozada was installed in the presidential palace largely through US intervention. As the post-election demonstrations got underway, there was mounting evidence that the CIA and US military played a direct role in organizing the bloodbath that was unleashed against Bolivia’s rebellious population.“  GCS wird in Berichten in Rumänien und Botswana als „Front“ des Mossad bezeichnet, was wie man sieht auch mit Interessen der CIA zusammenspielt.

ORF-Seite am 30.9.

Der Chefredakteur der „Presse“ Rainer Nowak meint heute: „Auf Vermittlung des Kanzleramts (schreibt die ‚Krone‘) wurden Interviews mit Tal Silberstein angeboten. In ‚News‘ nahm der Berater, mit dem der Kanzler gar nichts mehr zu tun haben will, diesen nun in Schutz. Kern habe gar nichts gewusst, sagt Silberstein. Er habe auf eigene Faust gehandelt, die ÖVP verwende das alles nun gegen den armen Kern – stimmt! – und daher müsse es einen Maulwurf in den eigenen Reihen geben. Ein Maulwurf! Wie gemein. Diese Gegner kämpfen auch wirklich mit unfairen Mitteln. Meine Weltverschwörungstheorie: Kurz scheint die halbe SPÖ-Führung und mehrere Kampagnen-Mitarbeiter gekauft zu haben, sie arbeiten seit Monaten für ihn (und Strache). Aber ich glaube Kern einfach, dass er nichts von den Seiten wusste. Es ist wie in den Hollywoodfilmen, wenn der US-Präsident vom CIA-Chef mit den Worten aus dem Raum komplementiert wird: ‚Es ist besser für Sie, wenn Sie das nicht wissen.‘ Scheitert der schmutzige, illegale Einsatz oder werden die Agenten dabei erwischt, hängt der Präsident übrigens in diesen Filmen dennoch immer mit drinnen…“  Man sollte wissen, dass beim verstorbenen langjährigen „Presse“-Herausgeber Otto Schulmeister CIA-Verbindungen offiziell bekannt wurden.

Wenn die SPÖ allen Ernstes Silberstein als Kronzeugen aufbot, hat sie es noch nicht ganz gecheckt. Kern sieht dessen Aussagen keineswegs als Entlastung, sondern sich erst recht angegriffen, denn Silberstein will Dirty Campaigning-Facebook-Seiten von seinem (üppigen) Honorar bezahlt haben, was ja erst recht den Spitzenkandidaten in die Bredouille bringt. Und er als Maulwurf in der SPÖ (wenngleich er nach Haft im August und Hausarrest Israel bis zur Wahl nicht verlassen darf) spricht von einem „Maulwurf“ der politischen Gegner und alle stürzen sich prompt darauf (was andere Parteien klarerweise empört). Bezeichnend ist, dass er so beschrieben wird: „Dass Silberstein einzelne Mitarbeiter für Aktionen wie die Facebook-Seiten geködert habe, indem er diesen einredete, es müsse alles ‚topsecret‘ sein, hält der Mann für denkbar: ‚Silberstein ist sehr gut darin, zu erreichen, dass Menschen das tun, was er will. Er kann da sehr reizend sein – aber auch brutal.'“ Wovon hier ein Insider berichtet, ist das Verhalten eines „katsa“ (entspricht dem „case officer“ der CIA), der Handlanger anwirbt, die man auch Agenten nennen kann.

„Falter“ vom 4.10.2017

Silbersteins typisch manipulatives Agieren merkt man auch am Verhalten von Journalisten, etwa bei Isabelle Daniel von „Österreich“, die ihn vor ein paar Tagen telefonisch interviewte. Bei „Insider“ am 3.10.2017 (oe24.tv in Partnerschaft mit CNN s. Propagandamatrix) sagt sie, dass wohl noch mehr kommt; sie habe noch nie erlebt, dass in Wahlkampf so entgleist wie jener der SPÖ. Sie fasst zusammen, dass Silberstein „doch mit SPÖ-Geldern“ zwei Facebook-Seiten („Wir für Sebastian Kurz“ und „Die Wahrheit über  Sebastian Kurz“) betrieben hat. Es sei skurril, dass der „Bundeskanzler und SPÖ-Chef jetzt alles an einen Mitarbeiter“ delegiert, „sich sozusagen an ihm abputzt“.  Gemeint ist Paul Pöchhacker, dessen Verbindung zu der Seite „profil“ und „Presse“ am 3.10. um 18 Uhr als große Sensation darstellten, angekündigt auf Twitter mit dem Hashtag #18uhr, was viele Journalisten teilten. Ich reagierte in Erinnerung an 1987 Uwe Barschel (vom Mossad) untergejubeltes Dirty Campaigning gegen Björn Engholm mit „Reiner Pfeiffer heisst jetzt Paul Pöchhacker“. Einige waren enttäuscht, dass die neuen Enthüllungen nicht so weltbewegend waren; man kann den von der SPÖ gefeuerten Pöchhacker auch als einen der Agenten Silbersteins bezeichnen.  Daniel ist stolz, dass sie Silberstein ohne Vermittlung des Kanzleramtes interviewen konnte und wiederholt brav, dass er Kern und Gusenbauer „extrem gelobt“ hat („da sieht man, welche Verbindungen es gibt“).

„Er sagt, dass ein Maulwurf in seinem Team rekrutiert worden sei, offenbar, so hat er es ausgedrückt, von der gegnerischen Seite; er hat dazu aber keine Details gesagt, er hat niemand Konkreten verdächtigt.“ Das heitere Maulwurf-Raten wird ohnehin intensiv betrieben, wobei einer der Adressaten des erwähnten Dossiers und in Silbersteins Verteiler  Rudi Fussi ist, der gerne mit dem Finger auf die Ex-Mitarbeiterin Anna L. zeigt, die für SiIberstein übersetzte (er tobt gerade wegen dieses Artikels). Alle Leaks fanden nach seiner Festnahme durch besagten Maulwurf statt, zitiert Daniel Silberstein, wohl nicht ahnend, dass er eventuell an einen anderen Nachrichtendienst denkt. Daniel macht sich auch gerne drüber lustig, dass über „Doppelagentinnen“ und „Mata Haris“ spekuliert wird. Die SPÖ fahre eine „Opferstrategie“ mit ebendiesen Komponenten; „der Israeli“ habe alles „im Alleingang“ getan; es gehe auch um illoyale Mitarbeiter (die falschen laut Daniel) und Maulwürfe, wobei die SPÖ „viel weiter geht als Silberstein und das Ganze grosse schwarze Verschwörung“ darstellt.

Gusenbauer im „Falter“

Der SPÖ wird immer mehr bewusst, dass ihr Gusenbauer das Geheimdiensttohuwabohu eingebrockt hat, denn inzwischen ist er auch im Mainstream Thema: „Die bisher aufgeflogenen Hauptverdächtigen der Silberstein-Affäre kommen aus dem ultralinken Wiener Parteiflügel und aus dem Umfeld von Alt-Kanzler Alfred Gusenbauer, wie nun auch ein Mail zeigt. Ein Mail, das jetzt der ‚Krone‘ zugespielt wurde, legt aber nahe, dass alles viel einfacher gewesen sein könnte: Die Schmutzkübelkampagne dürfte konkret von Ex-Mitarbeitern eines Ex-SPÖ-Kanzlers und eines Ex-Bundespräsidentschaftskandidaten sowie von einem Marketing-Söldner und auch direkt in der SPÖ-Wahlkampfzentrale in der Löwelstraße und im Wiener Palais Harrach gesteuert worden sein.“ Und weiter: „Der Kommunikationschef (Robert L.) der bekannten Signa-Gruppe im Palais Harrach schickte im Februar Dossiers über den Kanzler an Anna J. und Tal Silberstein. Robert L. war von 2007 bis 2008 Kabinettsmitarbeiter von Alfred Gusenbauer – der jetzt einer der wichtigsten Beiräte in der milliardenschweren Signa-Gruppe von Rene Benko ist. Gleichzeitig gilt Gusenbauer noch immer als einer der emsigsten Berater von Kanzler Kern. Und er darf trotz aller Silberstein-Wirren weiterhin als Präsident die SPÖ-Parteiakademie leiten.“

Nicht angesprochen wird, dass Kern im Papier vernichtend charakterisiert wird, während man Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil lobt und dessen Sprecher Stefan Hirsch (zuvor auch Sprecher von Gusenbauer und „von“ = gegen Verteidigungsminister und Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos) zum Kanzlersprecher oder stv. Kampagnenchef werden soll. Peter Pilz, der mit einer eigenen Liste antritt, postet auf Twitter: „, Puller, , – das muss auch im Parlament aufgeklärt werden. Nach dem 15. Oktober, in einem U-Ausschuss.“ Die NEOS, die 2015 in Wien mit Silberstein und Peter Puller (von der ÖVP kommend, Leiter des „Dirty Campaigning“-Büros, während Pöchhacker als „Verbindungsmann“ zur SPÖ-Zentrale dargestellt wird) wahlkämpften,  schliessen sich dem an. Wie Fellners Selbstlob ist dies jedoch absurd, da Pilz selbst ein Agent ist,  wenn auch der Amerikaner. Gerade eben ist wieder ein Eurofighter-Ausschuss ihm auf den Leim gegangen und hat Darabos eingetunkt, der seit dem Silberstein-Wahlkampf 2006 unter Druck ist und an dem sich Gusenbauer bei seiner Zeugenausage am 20.6.2017 abputzte. Hingegen sagte Wolfgang Schüssel am selben Tag: „Ich will ihm persönlich nicht nahetreten, ich glaube dass der Mann unter einem unglaublichen Druck gestanden ist. Er ist gegen seinen Willen in dieses Ressort hineingestoßen worden und ich glaube schon, dass es von den Beamten anfangs Reserven gab. Ich will menschlich kein schlechtes Wort sagen. Aber juristisch ist das nicht vertretbar gewesen“, was sich auf den Darabos zugeschriebenen Eurofighter-Vergleich bezieht.

 

„Österreich“ empört

Im Juni waren Medien empört, dass Darabos auf die Rolle des damaligen Kanzlers Gusenbauer hinwies; sie  und die SPÖ selbst akzeptierten, dass Agent Pilz den unter Druck stehenden, bis heute überwachten und abgeschotteten nunmehrigen Landesrat anzeigte. Nicht ohne Grund ist übrigens in meiner Sachverhaltsdarstellung dazu, auf die die Staatsanwaltschaft bisher nicht reagierte, von verdeckten Aktionen die Rede, also von einem Geheimdiensthintergrund. „Der Plan war klar: Die SPÖ verzichtet für das sonst eher unwichtige Verteidigungsministerium auf den Innenminister. Der  Verteidigungsminister hatte nur eine politische Aufgabe: den Ausstieg aus dem Vertrag. Der Ausschuss sollte ihm dafür die Gründe liefern. Mit Norbert Darabos wurde für diese strategische Schlüsselaufgabe ein verlässlicher, aber persönlich und sachlich unsicherer Funktionär gewählt“, schrieb Pilz am 22.7.2007 in seinem Web-„Tagebuch“, was auf eine verdeckte Strategie hinweist, deren Spielball Darabos wurde, dessen Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen man einfach krass unterschätzt hat. Pilz‘ Mentor ist der ebenfalls sehr US-affine Ex-Nachrichtenamtschef Alfred Schätz, der die Anschaffung europäischer Jets ebenfalls ablehnte. In „Schatten über Österreich“ (Untertitel „Das Bundesheer und seine geheimen Dienste“) von Hans Wolker geht es auch um Gladio. Der Autor schildert, wie er Schätz auf Verbindungen des Nachrichtenamtes zu Gladio anspricht und wie dieser sich windet.

NATO-Mitglieder musst sich in einem geheimen Zusatzprotokoll zum Nordatlantikvertrag dazu verpflichten, Stay Behind-Parallelstrukturen einzurichten, die es jedoch auch in bündnisfreien Staaten gab. Koordiniert wurd Gladio (das via Terror aktiv wurde) vom Allied Clandestine Commitee  / Special Operations Planning Staff im NATO-Hauptquartier in Belgien aus, doch die Österreich-Verbindung lief immer direkt über Heeresnachrichtenamt und CIA. Der ehemalige FPÖ-Verteidigungsminister und dann LIF-Abgeordnete Friedhelm Frischenschlager meinte einmal,  es wäre theoretisch denkbar, daß diese „subversiven, informellen Strukturen“ bis heute fortbestehen. Er schuf 1984 übrigens das Heeresabwehramt als Inlandsgeheimdienst und zuckte 2013 zurück, wenn man ihn darauf ansprach, dass die Befehlskette im BMLV ausgehebelt ist und das „Profiheer“ (bei der Wehrpflicht-Volksbefragung) gegen den Willen von Minister Darabos propagiert wird. Gladio-Kontext finden wir übrigens auch beim Bawag-Skandal, da Wolfgang Flöttl auffallend geschont wurde, dessen Großvater Karl zur Tarnorganisation „Wander-, Sport- und Geselligkeitsverein“ gehörte. Im Grunde hatte nicht nur das 1956 als Nachrichtengruppe gegründete Nachrichtenamt, sondern auch das aus der B-Gendarmerie hervorgegangene Bundesheer selbst Gladio-(NATO-/CIA-)Bezug.

„Österreich“ am 1.10.2017

Schätz ging 2003 in Pension und erhielt einen der höchsten US-Orden, was wohl etwas über treue Dienste aussagt. Ab da hatten Pilz und Schätz reichlich Gelegenheit, sich im Rahmen der Bundesheerreformkommission zu treffen. 2008 berief sich Pilz auf Schätz: Er „kritisiert, dass ein stärkeres Engagement des neutralen Schweden international nicht diskutiert worden sei – und auch Österreich sich ungeprüft für eine starke Rolle Frankreichs eingesetzt habe. Dabei wären auch bei einer von Schweden geführten Mission nur die neutralitätspolitischen, nicht die sachlichen Bedenken ausgeräumt. Ihm liegen nämlich Einschätzungen des pensionierten Geheimdienstchefs Alfred Schätz vor, die er so zusammenfasst: ‚Die österreichischen Soldaten sind auf den Tschad so gut vorbereitet wie ein burgenländischer Männerchor auf die Besteigung des Himalaya.’“ Als Darabos vor 10 Jahren den Raketenschild ablehnte, beschrieb ich Medienreaktionen in einem anderen Blog: „In einem Beitrag (des ORF) wurde Minister Norbert Darabos, seit sieben Monaten im Amt, für alles verantwortlich gemacht, was sich in den letzen Jahrzehnten im Heer entwickelte und was er nicht in einem Aufwaschen verändern konnte. Gerade im Heer gibt es starke Beharrungskräfte, die um ihre Gewohnheiten und Privilegien fürchten – und Menschen, die sich leidenschaftlich als Landesverteidiger eines neutralen Staates sehen.

Zu Wort kam Ex-General Schätz, einst Leiter des Heeresnachrichtenamtes, der in der Bundesheerreformkommission sitzt, und dessen Auftritt von der Beitrags-Moderation so abgeschlossen wurde: ‚Er ist für ein Ende – der Reform, nicht des Ministers‘. Wo sind wir denn? Achso, im ARF. Und da befragte dann Moderator Armin Wolf, dessen angeblich Zivilcourage bereits mit dem Hochner-Preis ausgezeichnet wurde, Darabos in abfälliger, respektloser Weise. Er wollte Darabos offenbar dazu bewegen, seine Aussagen über den US-‚Raketenschild‘ zu widerrufen und meinte scheinheilig, als Darabos standhaft blieb und sich in dieser Frage als Vertreter österreichischer und europäischer Interessen sah, ob er denn der richtige Mann für den Posten des Verteidigungsministers sei. Zuvor wurde auch noch so getan, als habe die SPÖ gegenüber der ‚NATO-freundlicheren‘ ÖVP klein beigegeben. Der amerikanische Rundfunk hat nun also auch zugeschlagen und dreht die Selbstbehauptung der SPÖ als Vertreter eines souveränen Österreich zu einem Nachgeben gegenüber dem Koalitionspartner um. Da ich annehme, das auch die ÖVP sich als Österreichpartei versteht, finde ich solche Begriffe absurd, doch wenn, dann änderte die ÖVP ihre Haltung, da sie ansonsten eher US-Nähe als Äquidistanz zwischen USA und Russland betont.

„Österreich“ gegen Kern

Herr Schätz ist natürlich kein neutrales und unvoreingenommenes Geschütz gegen den Minister, gilt das HNA doch als sehr CIA-nahe. Der ARF hätte doch aufgreifen können, was Hans Wolker für sein Buch ‚Schatten über Österreich – das Bundesheer und seine geheimen Dienste‘ vergeblich versuchte: ihn zu einer Stellungnahme zu den kolportierten Verbindungen seiner Vorgänger zur Gladio zu bewegen, bei dessen organisatorischer Gründung des HNA, damals anders genannt dabei war (das ist nicht nur Neutralitätsverletzung, Gladio ist mit seinen Stay Behind-Organisationen auch für false flag-Terror in Europa verantwortlich). Wolfgang Jung, FPÖ-Mandatar, vom HNA kommend, meint in einer Aussendung: ‚Mein Mitleid mit Darabos hält sich zwar in Grenzen, aber wenn jetzt ein pensionierter Spitzenmandatar des ÖAAB mit besten Kontakten in die USA und selbst Drahtzieher der missglückten Reform nach vierjährigem Schweigen auf einmal besorgt ist, dann hinterlässt das bei ehrlichen Freunden des Bundesheeres einen bitteren Nachgeschmack. Intern wird vermutet, dass Darabos dessen lukrativen Beratervertrag nicht verlängert und sich so seinen Unmut zugezogen hat.‘ Was der ARF natürlich unterschlägt.“ Darabos wurde als Minister (und danach) stets negativ dargestellt, als sei er überfordert und am Heer nicht interessiert, dabei wurde er via (Ex-Gusenbauer-Sekretär) Kabinettschef Kammerhofer abgeschottet, was man sich nur in Verbindung mit Druck / Drohungen und Rundumüberwachung gefallen lassen muss und auch im U-Ausschuss zur Sprache kam.

Ähnlich wie die SPÖ Warnungen vor Silberstein nicht hören wollte, steckte sie den Kopf in den Sand, was Darabos und die Rolle von Geheimdiensten betrifft. Man muss sich dessen bewusst sein, dass der begabte Stratege Darabos 2006 dem so beschriebenen „katsa“ Silberstein ausgesetzt war: „Dass Silberstein einzelne Mitarbeiter für Aktionen wie die Facebook-Seiten geködert habe, indem er diesen einredete, es müsse alles ‚topsecret‘ sein, hält der Mann für denkbar: ‚Silberstein ist sehr gut darin, zu erreichen, dass Menschen das tun, was er will. Er kann da sehr reizend sein – aber auch brutal.'“ Mossad und CIA in Action zeigt nicht nur das Beispiel Bolivien, sondern man erinnere sich an den Fall Barschel 1987, wo erfahren, was er nie erfahren sollte, und dann die „falsche“ Reaktion (z.B. gegen Waffendeals Israels mit dem Iran via Deutschland sein) zu zuerst ihm untergeschobenem Dirty Campaigning und dann Mord führte. Vor ein paar Wochen schrieb ich: „Wer sich fragt, wieso Darabos nicht dieses oder jenes sagt oder tut, sehe sich den ‚Fall Barschel‘ genau an, zumal Drohungen auch schon offen via Posting artikuliert wurden (Rufmord, sein Leben und das seiner Kinder). Ironischer Weise ist er als bester Stratege der SPÖ auch der Einzige, der der Partei nach dem Silberstein-Gate die Kanzlerschaft noch retten könnte – doch dann wäre sie ihm zu Dank verpflichtet, und das darf einfach nicht passieren. Detail am Rande: Als Darabos und der SPÖ ein Kurswechsel Richtung Berufsheer aufoktroyiert wurde, begann man auch, mich von Bundesheer-Terminen fernzuhalten, da ich auf seiner Seite und nie (NATO-) Mainstream war.

„Österreich“-Campaigning (1.10.)

Bei der öffentlich zugänglichen Ausmusterung am Tag der Leutnante an der Militärakademie Wiener Neustadt im Herbst 2010 zitierte Darabos Robert Gates zur Wehrpflicht, was ich zu nächst einfach als Hinweis auf die CIA verstand, deren Vizechef Michael Morell (den man inzwischen Trump via Medien drohen sah) damals zweimal kurz in Wien war. Doch was, wenn Darabos auch die Roloff-Gates-Achse meinte? Bei besagtem Termin drohte mir dann übrigens die mit den Amerikanern verbandelte Militärpolizei mit Festnahme (und mauert, wenn ich das klären will). Barschel wurde vor seiner Aussage im U-Auschuss zur Affäre um Dirty Campaigning gegen Engholm nach Genf in eine Falle gelockt, vom einem gewissen „Roloff“. Es klingt nicht unplausibel, in „Robert Roloff“ einen Tarnnamen für den späteren CIA-Chef und US-Verteidigungsminister Robert Gates zu sehen. Dies behauptete etwa der südafrikanische Agent Dirk Stoffberg; er  gestand seine Verwicklung in die Iran-Contra-Affäre und berichtete, der spätere CIA-Chef Robert Gates, der in Iran-Contra verwickelt war, habe den zum Risiko gewordenen Barschel nach Genf bestellt. Gates und einen weitere Agentin waren zuvor im selben Flugzeug mit den Barschels auf dem Weg nach Gan Canaria.

Heute wird Kern samt Gattin weiter von „Österreich“ attackiert, doch zum Rücktritt hat er sich bisher nicht zwingen lassen. Es stimmt schon, dass viele Menschen im Wahlkampf ganz andere Anliegen haben, aber man schafft so ein bestimmtes Bild von ihm und der SPÖ, das auch von Inhalten ablenkt, für die man ihn wählen kann. Man kann schwer abschätzen, wie weit die Strategie aufgeht, Kern Silberstein umzuhängen; jedenfalls hat auch Naivität bei ihm selbst und in der SPÖ dazu beigetragen. Vielleicht ist es auch zu offensichtlich, u.a. wegen der Penetranz, mit der sich Wolfgang Fellner auf ihn einschießt und Doskozil pusht, der wohl nur halb begreift, was gespielt wird (und der Druck auf Darabos und Schikanen gegen mich deckt, deretwegen ich meine Wohnung in Wien verloren habe). Da Doskozil als „Rechter“ gilt, wachen einige zumindest deswegen auf, wobei die SPÖ mit der Strategie, nach einer ÖVP-Rolle im SPÖ-Skandal zu fragen, sicher die Anhänger erreicht, die nicht mehr wissen wollen. Generell lässt sich sagen, dass Erfahrung in politischen Strukturen unabdingbar ist oder Kern zumindest loyale und fähige Leute braucht, die darüber verfügen.

PS: Auch das hat was von Geheimdienstbackground: „Bundeskanzler Christian Kern hat nach Bekanntwerden der Vorfälle eine Task-Force unter der Leitung des Nationalratsabgeordneten Christoph Matznetter eingesetzt, die die Vorfälle aufklären soll. Dazu hat die SPÖ am Dienstag Anzeigen eingebracht, um herauszufinden, wer hinter den Facebook-Seiten steht. Diese wiesen kein – verpflichtendes – Impressum auf. Facebook wurde aufgefordert, die Betreiber bekannt zu geben. ‚Presse‘-Informationen zufolge wird das aber nicht viel bringen. Die Seiten wurden mit Fake-Namen angelegt, Werbung und dergleichen mit Prepaid-Kreditkarten bezahlt.“ In der „Twitterblase“ der Medien- und PR-Leute stellte ich die Frage nach dem Kartenanbieter in den Raum, da interessant wäre, wenn z.B. Payoneer gewählt wurde wie beim via SMS von einem Büro in Wien (möglicherweise bei „Gusi„-Freund Schlaff) koordinierten Mord im Jänner 2010 an einem Hamas-Führer in einem Hotel in Dubai. Natürlich waren die Mossad-Teams auch unter falschem Namen unterwegs, doch dank moderner Überwachungstechnik in Dubai konnten der Ablauf und die Vorgangsweise gut dokumentiert werden. Eben hat mir ein Leser von einer Bekannten erzählt, die bei der UNIDO arbeitet und damals einen Israeli kennenlernte, der nie einfach mit dem Handy telefonierte, sondern in eine Telefonzelle ging. Sie wunderte sich noch mehr, als er plötzlich verschwunden war, ohne sich zu verabschieden; zur Planung des Dubai-Mordes gehörte auch, Prepaid-Handys auf der Wienr Mariahilferstrasse zu besorgen.

PPS:  Wie hier beschrieben werde ich seit Jahren wegen kritischer Berichte attackiert; nun suchen die Kater Baghira und Gandalf und ich ein neues Quartier, bevorzugt in Wien oder Wien-Umgbung. Wer etwas für mich hat oder weiss hilft mir damit sehr. Auf den Wunsch vieler treuer Leserinnen und Leser hin ist finanzielle Unterstützung  jederzeit willkommen: Alexandra Bader, Erste Bank BLZ 20111, BIC GIBAATWWXXX, IBAN AT592011100032875894. Ihr erreicht mich unter 06508623555, alexandra(at)ceiberweiber.at und ich bin auf Facebook und Twitter (cw_alexandra)

 

 

 

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