Causa Eurofighter: Die lange Beziehung der SPÖ zu Saab

Mitten im Wahlkampf reagiert Airbus auf eine im Februar mit viel Getöse eingebrachte Klage des Verteidigungsministers wegen der Beschaffung von 15 Eurofightern durch Österreich. Da die SPÖ den Verteidigungsminister stellt und Anwalt Peter Gauweiler in der CSU aktiv ist, vermuten manche, dass die ÖVP mit Sebastian Kurz Schützenhilfe bekommt. Hans Peter Doskozil, der sich schon als Nachfolger von SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern sah, will in der Stellungnahme des Herstellers einen Einschüchterungsversuch eines Rüstungskonzerns sehen.  Das klingt zunächst kämpferisch und folgt der Linie des Abgeordneten Peter Pilz, der „die treibende Kraft“ bei der Einsetzung eines U-Ausschusses und dort „einer der Hauptakteure“ war. Aber von wem wird man Kampfjets kaufen wenn nicht von einem „Rüstungskonzern“ wie Airbus (vormals EADS für European Aeronautic Defence and Space)? Warum beschäftigt das BMLV die Kanzlei Clifford Chance, die auch den (u.a.) Rüstungskonzern General Electric vertritt, den Lieferanten der Triebwerke der F 16-Jets des Rüstungskonzerns Lockheed Martin?

Haben die hochkarätigen Experten, „darunter Universitätsprofessoren“ (Morgenjournal 19.9.), die Doskozil auf Steuerzahlerkosten beizog, wenigstens „Source Watch“ zu General Electric und Lockheed Martin konsultiert? Lockheed ist der größte Rüstungsproduzent weltweit,während Airbus mit  Boeing verglichen wird, das als einziges Unternehmen die Europäer im Bereich Luftfahrt übertrifft und als „aerospace and defense corporation“ beschrieben wird. Mit wenigen Mausklicks ist klar, dass es um die Konkurrenz zwischen den USA und Europa geht, zumal Doskozil im Morgenjournal auch als Einschüchterungsversuch verstand. dass er („wir“) eine Klage in den USA gegen Airbus vorbereitet, um dem  „Rüstungskonzern“ auf dem US-Markt zu schaden. Wo sollte hier ein Nutzen für die Republik Österreich liegen, die übrigens Airbus nicht nur wegen von Doskozil behauptetem Betrug und arglistiger Täuschung  klagt, sondern sich auch der eigenen Klage in Wien als „Privatbeteiligte“ anschliesst. Wenn Doskozil als staatliches Organ (was er als Minister ist) Vorverurteilungen ausspricht, ist dies Amtsanmaßung in Verletzung der Menschenrechtskonvention (Art 6 Fair Trial), argumentiert Gauweiler.   Er mag Kurz ideologisch näher stehen als Kern oder Doskozil, ist aber auch konsequenter Gegner von US-Militärinterventionen und der Sanktionen gegen Russland.

Wahlwerbung für Doskozil

Als sich Schwarzblau 2002 für das europäische Produkt Eurofighter entschied, skandalisierten dies SPÖ und Grüne sofort. Vor 10 Jahren wurde aus dem 1. Eurofighter-_Ausschuss („treibende Kraft“ war wiederum Pilz, der damals auch den Vorsitz übernahm) berichtet: „Saab-Vertreter Roger Lantz hat bei seiner Anhörung vor dem Eurofighter-U-Ausschuss Donnerstagabend bestritten, dass Saab-Gripen direkte Kontakte mit der SPÖ gehabt habe, wie das von der ÖVP lanciert wird. Auch von einer angeblichen Saab-Präsentation im SPÖ-Klub wusste Lantz nichts, konnte sie aber nicht völlig ausschließen. Direkte Kontakte mit politischen Parteien habe es seiner Erinnerung nach jedenfalls nicht gegeben. Als Quelle für die angebliche Präsentation gab die ÖVP die Homepage ‚www.airpower.at‘ an. Kontakte auf politischer Ebene wollte Lantz als Firmenvertreter nicht kommentieren. So wusste er auch nichts von einem Abendessen des schwedischen Verteidigungsministers (Björn von Sydow) mit SP-Chef Alfred Gusenbauer und Ex-SP-Klubobmann Peter Kostelka. Saab habe Gespräche mit allen möglichen Leuten gehabt, etwa aus Ministerien und Industrie, gab Lantz an. Einladungen Saab habe auch diverse Personen eingeladen, sich die Fabrik anzuschauen. Wer genau aus Österreich eine solche Einladung erhalten hat, konnte Lantz nicht sagen.“ Der Betreiber von „Airpower“ erinnert sich auch heute daran und sagt, dass eine SPÖ-Veranstaltung mit militärischem Bezug die absolute Ausnahme war. Übrigens war Kern einst Kostelkas Sprecher und Kostelkas Gattin ist heute ÖBB-Konzerrnsprecherin; Peter Kostelka wurde am 22.12.2006 im 1. U-Ausschuss befragt, was gerade mal eine halbe Stunde dauerte, wobei es um besagtes Essen ging.

Im März 2007 gab es eine ÖVP-Aussendung mit diesem Titel: „SPÖ-Saab-Connection erklärt Eurofighter-Ausstiegswunsch der SPÖ“: „Nach Aussagen im Untersuchungsausschuss Eurofighter hatte Herr Rosam mit seiner PR-Agentur Publico den PR-Auftrag für Saab inne. Dabei ging es um etwa vier Millionen Euro.“ Maria Fekter fragte: „Als Gusenbauer-Freund ist die Nähe von Rosam zur SPÖ bekannt. So hielt etwa Bundeskanzler Alfred Gusenbauer die Laudatio auf seinen Freund und Berater. Außerdem wurde Rosams SPÖ-Nähe erst jüngst wieder durch das Geburtstagsständchen der Gardemusik des österreichischen Bundesheeres bestätigt, das ja mit Norbert Darabos von einem SPÖ-Minister geführt wird. Auffallend ist beim Saab-Lobbying eine Veranstaltung der SPÖ im Parlament gemeinsam mit den schwedischen Sozialisten am Freitag, dem 3. Mai 2002. Mitten im Vergabeverfahren und noch vor der Typenentscheidung hat Saab mit dem schwedischen Verteidigungsminister von Sydow bei der SPÖ lobbyiert und hohe SPÖ-Funktionäre getroffen. Gleichzeitig wissen wir, dass Saab etwa vier Millionen Euro für PR in Österreich ausgegeben hat. Wo ist dieses Geld hingeflossen, wenn die beauftragte PR-Agentur ein Naheverhältnis zur SPÖ hat?“

Und weiter: „Etwa die Höhe des PR-Auftrages. Was wurde davon verkauft? Und wie viel davon ist in die SPÖ geflossen? Immerhin hat Bundesminister Darabos die Gardemusik des Bundesheeres zum Geburtstag für Rosam aufmarschieren lassen. Vielleicht als kleines Dankeschön für dessen Verdienste? Mit dieser SPÖ Saab-Connection erklärt sich für mich jedenfalls auch der Ausstiegswunsch bei Eurofighter. Offensichtlich ist für die SPÖ der Gripen noch immer Wunschkandidat.“ Freilich war Darabos unter Druck, da er eben nicht ahnungsloser Erfüllungsgehilfe in einem von anderen ausgedachten Plan sein wollte. Dies wird einmal mehr deutlich, wenn man Pilz‘ Web-Tagebuch aus heutiger Sicht kritisch liest. Die FPÖ vermutete im März 2007 verdeckte Parteienfinanzierung und forderte die Ladung Rosams in den U-Ausschuss. 10 Jahre danach wurde berichtet: „Das Bundesheer hat bei der Konzeption seiner neuen Luftraumüberwachungs-Strategie einen Berater beschäftigt, der ein Naheverhältnis zum schwedischen Jet-Hersteller Saab hat, berichtete das Nachrichtenmagazin ‚Profil‘. Das Ministerium hat eine interne Untersuchung eingeleitet, betont aber, dass die externen Berater nicht in die Berechnungen der Sonderkommission eingebunden gewesen seien.“ Was EADS betrifft, wurde bereits 2007 breitgetreten, dass der Konzern die Jugendarbeit des FC Rapid sponsert, in dessen Kuratorium SPÖ-Politiker (und Pilz) sind bzw. dessen Fans prominente Rote sind. Mit anderen Worten ist dieser Aspekt bereits ausgereizt, zumal EADS-Mails von 2006 zeigen, dass man wissen wollte, was die SPÖ in der Regierung für den Eurofighter bedeutet (angesichts eines „Sozialfighter statt Eurofighter“-Wahlkampfes).

Gripen vs. Eurofighter

Am 27.4.2007 schrieb Fekter einen offenen Brief an SPÖ-Justizministerin Maria Berger, denn sie hat einer Meldung „entnommen, dass die schwedische Staatsanwaltschaft alle SAAB-Geschäfte, und zwar sowohl mit Tschechien und Südafrika, als auch den schlussendlich nicht zu Stande gekommenen Vertrag mit Österreich über die Beschaffung von Luftraumüberwachungsflugzeugen wegen des Verdachts der Korruption untersuchen wird. Zum Zweck dieser Untersuchung ist Anfang Mai ein Treffen eines schwedischen, eines tschechischen und eines österreichischen Staatsanwaltes im Rahmen von EUROJUST geplant, bei dem die weitere Ermittlungsarbeit koordiniert werden soll.“ Dann nimmt sie auf Aussagen im U-Ausschuss Bezug, etwa „dass der frühere Leiter der Luftabteilung Bernecker eindeutig für SAAB eingetreten war (was ihm ein Disziplinarverfahren einbrachte); dass Österreich laut Aussage des Eurofigher-Vorsitzenden als SAAB-Land gegolten hatte, weshalb sich Eurofighter am Beginn des Beschaffungsvorganges wenig Chancen ausrechnete;…dass Erika Rumpold vor ihrer Tätigkeit für EADS für SAAB tätig war;  dass der frühere SAAB-Lobbyist (Draken-Beschaffung) Hans Drescher auch für den SAAB-Gripen tätig wurde, dass sein Vertrag mit SAAB jedoch nach der Typenentscheidung für Eurofighter gekündigt wurde; dass SAAB für Lobbying in der Phase vor der Typenentscheidung vier Millionen Euro am österreichischen Markt investiert hat; dass laut Aussage von Landeshauptmann Haider dem damaligen Bundesminister für Landesverteidigung (Scheibner) von Seiten der SPÖ Wohlwollen zugesagt wurde, falls die Entscheidung für den SAAB-Gripen ausfalle“.

Sie erwähnt auch, „dass es am 18. Jänner 2001 in einem Wiener Lokal zu einem Treffen von SPÖ-Vorsitzendem Gusenbauer und Klubobmann Kostelka mit dem schwedischen Verteidigungsminister Björn von Sydow kam;  dass die SPÖ gemeinsam mit der sozialdemokratischen Partei Schwedens am 3. Mai 2002 eine Konferenz über Verteidigungs- und Sicherheitsfragen veranstaltete, an der der schwedische Verteidigungsminister Björn von Sydow teilnahm.“ Wenig später konnten die Schweden „als einziger Bieter am 10. Mai 2002 im SPÖ-Klub eine Präsentation des SAAB-Gripen veranstalten“. Saab hat „überteuert angeboten“ und unterlag „deshalb in der Bewertung dem Eurofighter“. „Diese Tatsache wird auch dadurch unterstrichen, dass SAAB nach der Typenentscheidung ein wesentlich billigeres Nachtragsangebot legte, das vom BMLV aber nicht mehr berücksichtigt werden konnte.“ In einer weiteren Aussendung schreibt die ÖVP: „Die engen Kontakte und persönlichen Verbindungen zwischen Saab und der SPÖ haben aber bereits eine lange Tradition. Obwohl das Ministerium in den 80er-Jahren den britischen Jet ‚Lightning‘ präferierte, kam letztlich der in der Ausschreibung drittgereihte (!) Draken zum Zug. Das Nachrichtenmagazin ‚Profil‘ schreibt in seiner Ausgabe vom 13. Mai 1985 von einem Brief des damaligen Verteidigungsministers Frischenschlager, in dem dieser Bundeskanzler Sinowatz mitteilt, dass seitens des Ministeriums die Entscheidung für die britische Lightning getroffen wurde. Kurze Zeit später erklärte Frischenschlager, beide lägen gleichauf, er präferiere aber den Draken.“

Besonders Hans Drescher ist dabei interessant: „Drescher war nicht nur Lobbyist für Saab, sondern ein Vertreter, der Jets auf Provisionsbasis verkauft hatte. Beim SPÖ-Draken-Deal hatte er offiziell bis zu 62,5 Millionen Schilling kassiert, in den Medien wurde aber eine inoffizielle Summe von bis zu 125 Millionen kolportiert. ‚Drescher ist seit 1946 SPÖ-Mitglied und hat laut eigenen Angaben auch in den 80er-Jahren noch seinen Mitgliedsbeitrag überwiesen‘, so die ÖVP-Fraktionsvorsitzende. Drescher verfügte aber auch über hervorragende persönliche Kontakte zu den roten Entscheidungsträgern der damaligen Zeit. So war Karl Blecha, Wehrsprecher der SPÖ und späteres Mitglied des von Sinowatz eingesetzten Ministerkomitees zur Abwicklung des Abfangjägerdeals zu Gast in Dreschers Landhaus – und wurde dorthin mit dem Privathubschrauber Dreschers geflogen. Drescher und Blecha kannten sich auch von einer Schwedenreise im Jahr 1984. Offizieller Zweck der Reise war ein Treffen mit Finnlands Innenminister und Schwedens Verteidigungsminister. Tatsächlich besuchte Blecha aber auch mit Drescher das Saab-Werk in Linköppen. Drescher soll aber auch engste Kontakte zu hohen
sozialistischen Militärs und Kreiskys Verteidigungsministern Johann Freihsler und Karl Lütgendorf unterhalten haben. ‚Die Tatsache, dass die britische Lightning ursprünglich wehrtechnisch weit besser beurteilt wurde und dennoch der drittgereihte Draken zum Zug kam, warf jedenfalls schon damals ein schiefes Licht auf diese persönlichen Verknüpfungen‘, stellt Fekter fest. Pikantes Detail: Hohe Vertreter von SPÖ und FPÖ feierten die Vertragsunterzeichnung mit Saab in Dreschers Haus.“

Gusenbauer ZiB 2 am 20. 6.2017

Wie Fekter auch in anderen Stellungnahmen betonte, sind die Verbindungen zwischen der SPÖ und Saab nie abgerissen. In der Hitze des U-Ausschuss-Gefechts gab es auch skurrile Ansagen: „‚Wenn es sein muss, schicken wir unsere F-5-Abfangjäger hoch, um den Eindringling in unserem Luftraum abzufangen‘, meint der SPÖ-Fraktionsführer im U-Ausschuss, Günther Kräuter.“ Gemeint waren von der Schweiz geleaste amerikanische Jets. Wie SPÖ und Grüne die Eurofighter bekämpften, sieht man hier anhand von Beispielen aus dem Parlament 2004. Als Minister Gerald Klug 2014 ein Bundesheer-Kaputtsparpaket verkündete, schrieb der Blog „Inside Politics„: „Auch die SAAB 105, die von Minister Klug am Freitag in der ZIB 2 als quasi Hauptstütze der Luftwaffe präsentiert wurde, weil der Eurofighter ja nur ’neben‘ der 105er fliegt, muss bald ersetzt werden. An diesem Beispiel sieht man übrigens die Klientelpolitik der SPÖ sehr deutlich, die besonders auch bei Rüstungsgeschäften zu berücksichtigen ist. Das SAAB wenig Freude mit dem Kauf des Eurofighters hatte, war nicht nur am mutwilligen zerstören des Vertrages und des Gerätes zu sehen, wie es die SPÖ gemacht hat. Da die hauseigenen Lobbyisten der SPÖ mehr als nur gemurrt haben, ist es bis heute rotes Hauptziel das Gerät zurück zugeben und sich dann SAAB Gripen zu kaufen.“ Der Blog erwähnt auch, dass Saab-Techniker Zugang zu den EF in Zeltweg bekommen haben sollen.

„Zum Abschuss frei: SPÖ zielt auf Wahlkampf mit Eurofighter“ hieß es im Juli 2017: „Die Gelegenheit für Doskozil ist also günstig, um die alte Wahlkampfansage von Ex-SP-Chef Alfred Gusenbauer zu erneuern, der die Eurofighter zurückschicken wollte. Mit dem Unterschied, dass diese nun ausgemustert oder, wenn möglich, weiterverkauft würden. Doch wie 2006 liegt der Haken in der Umsetzung. Der Verteidigungsminister kann zwar unter Hinweis auf die bis 2020 stillzulegenden Saab 105 die Planung einer Nachbeschaffung für den zweiten Heeresjet umgehend in Auftrag geben. Im Sinne einer Generallösung wäre dabei auch der Eurofighter zu ersetzen. Angesichts des Wahltermins am 15. Oktober ist die Zeit für einen verbindlichen Weg bis hin zu einer Ausschreibung aber viel zu knapp. … Die Alternativ-Varianten der Heereskommission blieben zwar bis zuletzt unter Verschluss, dennoch gab es Hinweise, wonach auch ein Wechsel vom Eurofighter zum schwedischen Saab Gripen Jas 39 berechnet wurde. Der 2003 unterlegene Typ wäre für den Militärexperten Georg Mader am ehesten gebraucht oder als Leasing-Option verfügbar. Unter Bundesheer-Offizieren galt der Gripen schon 2003 als ökonomischste Lösung.“

Die meisten Bestandteile des Gripen stammen aus den USA und aus Großbritannien; es gibt auch Bezug zu General Electric: „All in-service Gripens as of January 2014 are powered by a Volvo RM12 turbofan engine (now GKN Aerospace Engine Systems), a license-manufactured derivative of General Electric F404, fed by a Y-duct with splitter plates; changes include increased performance and improved reliability to meet single engine use safety criteria, as well as a greater resistance to bird strike incidents.“ Laien meinen vielleicht, dass der Gripen ja immerhin in einem neutralen Land produziert wird.  Doch längst ist „halb Schweden“ an die US-Armee „vermietet“, wie der Blogger Einar Schlereth sagt, der von Rentierherden berichtet, die in Panik vor Kampfjets flüchten. Bei einer Längsausdehnung von 2000 km ist Schweden größtenteils dünn besiedelt, sodass sich Protest vor Ort kaum organisieren lässt. „Sie wollen uns in die NATO drängen“, sagt Schlereth, mit offizieller Mitgliedschaft und Stützpunkten. Er war wie viele tausende Schweden bei einer Demonstration gegen „Aurora 17„, das größte Manöver der letzten 20 Jahre mit 20.000 Teilnehmern. Bei der Kundgebung wurden Zettel mit diesen Parolen verteilt: „Nicht ein Soldat, nicht ein Gewehr, nicht eine Krone für NATOs Militär. Nein zur NATO, nein zum Krieg, ist für alle Menschen der beste Schirm.Hört auf mit dem US-Gekrieche, wir wollen nicht der NATO Krieg.Internationale Solidarität erfordert Schwedens Allianzfreiheit. Nehmt Abstand von der NATO, gebt dem Frieden eine Chance, zerstört deren Kriegsallianz. NATO raus aus Schweden, Schweden raus aus der NATO. Frieden und Freiheit ist unsere Wahl, zerreißt das Gastabkommen.Was sollen wir tun?“

Verteidigungsministerium wirbt für Aurora 17

Schweden hat (noch) keine US-Militärbasen, aber das (NATO-)Manöver wird so angekündigt: „Sweden, one of Europe’s last remaining neutral militaries, will host U.S. missile systems and a handful of troops from NATO allies in a marquee exercise this autumn. Aurora 2017 will be Sweden’s attempt to test its own defenses against what it describes as a ‚larger, sophisticated opponent.‘ Over 19,000 Swedish troops will take part across the country, joined by forces from Denmark, Estonia, Finland, France, Lithuania, Norway and the U.S. All but Finland, also nonaligned, are members of NATO.“ Dabei halten die USA nicht hinterm Berg mit ihren Absichten: „There is no island as strategically important as Gotland, a top US military chief has told Swedish media as his soldiers prepare to join Sweden’s largest exercise in two decades.“  Es ist ziemlich egal, wie die Bevölkerung das sieht: „Despite Swedish people not wanting an agreement with NATO, it was pushed through parliament; working closely with the US will mean nuclear weapons in the country which Swedes are definitely against, says Marilyn Barden, a member of the ‚No to NATO‘ group. While the US is building up its presence in Poland with more than a thousand military vehicles, including nearly 200 tanks and an entire infantry division as part of the existing NATO force in Eastern Europe, American troops are now involved in Sweden’s biggest military exercises in more than 20 years. Sweden is a signatory of the so-called host nation agreement that enables foreign units, specifically NATO, to operate within Swedish borders for exercises, crises or military operations.“

Wenn Schweden der NATO beitritt, wird Russland dies als Bedrohung betrachten und Raketen aufstellen; dabei sind Schweden und Finnland ohnehin NATO-nahe, wie es der German Marshall Fund beschreibt. Übrigens wagte es kaum jemand, gegen das Raketenabwehrsystem der NATO aufzutreten (nur Norwegen, Polen und Österreich in Gestalt von Minister Darabos). Schweden und die NATO war Thema, als Wikileaks-Gründer Julian Assange konstruiert wirkende Vorwürfe gemacht wurden,um seiner habhaft zu werden. Rick Falkvinge  von der Piratenpartei schrieb: „When the FRA debate raged at its peak, we were looking left and right for reasons why the Swedish Administration of 2008 was so… damn persistent in shoving through ubiquitous wiretapping at any cost. Yesterday, it turns out that not only does the FRA wiretap way above its legal boundaries, but it also shares raw, unfiltered wiretapping data with the American NSA and the British GCHQ.“ Die FRA ist ein militärischer „signals intelligence“-Geheimdienst, der traditionell für die NATO aufklärt, wie man seit der Catalina-Affäre 1952 um ein abgeschossenes Flugzeug weiss.

Falkvinge weiter: „In 2008, somebody mentioned a theory. And all of a sudden, the pieces fell together. It was too… wild, too James Bond, too outrageous to be true at the time, but it would explain everything. The theory went like this: NATO has promised Sweden paragraph-5 protection (military intervention protection) in return for raw wiretap data in a covert agreement.That would explain why the administration was so damn persistent, jumping from one ridiculous justification to the other in trying to motivate the public to agree to ubiquitous wiretapping. In the end, though, it was pure bullying of the MPs that got the damn law carried, to shouting protesters on the streets outside with police not daring to intervene. The FRA and this agreement, also detailed here, is the missing link. Peter Bratt outlines more in today’s DN Debatt. The fact that data is leaking like a sieve, and that the journalistic protection of sources has been eradicated, well, that’s nothing unexpected. We said all the time that this was to be expected. Only now are some politicians claiming they were deceived.“

Die SPÖ wollte also wie in den 1980er-Jahren Jets aus dem „neutralen“ Schweden, das übrigens bereits im Koreakrieg Flugzeugkomponenten an die USA lieferte. Dass Airbus von europäischen NATO-Mitgliedern gegründet wurde, weist keineswegs auf eine Scheinalternative hin, da es einer der führenden Betriebe in Europa ist und in direkter Konkurrenz zu US-Firmen steht. Es ist bzeichnend, dass Doskozil dem „Image“ des Unternehmens schaden und dazu auch in den USA Klage einreichen will. Dem selbstzufriedenen Selbstbild des U-Ausschusses, der sich heute noch einmal traf, kann man nicht ganz zustimmen. Absurd ist Doskozils Vorgehen, das auch per Aussendung bekräfigt wird: „Natürlich halten wir an der Sachverhaltsdarstellung und an der Strafanzeige gegen Airbus fest, das ist für mich alternativlos. Ich lasse mich sicher nicht von diesem Rüstungskonzern einschüchtern.“ Doch das ist noch nicht alles: „Wenn ein Vermögensberater ein derartiges Versprechen abgibt, dann wird ein Anleger vorsichtig: 800 Prozent Rendite – das ist auf dem Finanzmarkt nur mit höchstem Risiko (und ausnehmend viel Glück) zu erreichen. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil präsentierte am Dienstag allerdings eine Studie, die genau damit wirbt: Aus den 2,3 Milliarden des Verteidigungsbudgets im heurigen Jahr würden 19 Milliarden Nutzen für die österreichische Gesellschaft gestiftet“, weil Doskozil es so haben will. Sein Elefant im Porzellanladen-Verhalten ist sicher auch auf dem Mist von „Kurz -Unterstützer“ Peter Gauweiler gewachsen.

PS:  Wie hier beschrieben werde ich seit Jahren wegen kritischer Berichte fertiggemacht; nun suchen die Kater Baghira und Gandalf und ich ein neues Quartier, bvorzugt in Wien oder Wien-Umgbung. Wer etwas für mich hat oder weiss hilft mir damit sehr. Auf den Wunsch vieler treuer Leserinnen und Leser hin ist finanzielle Unterstützung  jederzeit willkommen: Alexandra Bader, Erste Bank BLZ 20111, BIC GIBAATWWXXX, IBAN AT592011100032875894. Ihr erreicht mich unter 06508623555, alexandra(at)ceiberweiber.at und ich bin auf Facebook und Twitter (cw_alexandra)

 

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2 Gedanken zu “Causa Eurofighter: Die lange Beziehung der SPÖ zu Saab

  1. manche wollten ja auch gleich f16 kaufen um dann nahtlos der nato beizutreten. kurz-adoptiv-papa schüssel war ja dafür auch leicht zu be-geistern…

    aber das ist ja seit der flüchtlingskrise alles zweitrangig.

    der herbst 2015 war unser westeuropäischer 911

    danach blieb kein stein auf dem anderen. alle wurden ausgetauscht, die erinnerungen wurden gelöscht, eine neue zeitrechnung in den köpfen von 90% der bevölkerung entstand.

    wir haben eine gemeinsame aufgabe, „wir schaffen das!“ und: wichtig!!!, österreich allein kann das nicht!

    dass die schweiz sehr gut damit fährt nicht in der eu zu sein steht auf einem anderen blatt.

    obwohl natürlich solche früchterl wie unsere finanzstadträtin (oder auch die in salzburg zb) eifrig gegen die schweizer spekuliert haben mit unserem geld…

    wo auch so mancher pensionsfond etc dabei war

    all das ist vergessen. es kommt die rot-türkise götterdämmerung…

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