Game of Power

Es heisst, Frauen hätten die  Bundespräsidentenwahl entschieden, also bei der Frage den Ausschlag gegeben, welcher der beiden Männer das Rennen macht. Dass in Österreich manch eine politische Funktion noch nie von einer Frau übernommen wurde, wird durch Forderungen nach Quoten, vereinzelt Parteichefinnen, dem Getue um die neue „First Lady“, Frauen für Van der Bellen (und gegen Hofer) sowie mediale Debatten übertüncht.  Bislang gab es weder die Chefin einer Regierungspartei noch die Präsidentin, die Kanzlerin, die Verteidigungs- oder die Wirtschaftsministerin, auch keine ÖGB-Chefin oder Präsidentin von Arbeiter- oder Wirtschaftskammer.

Die Länderebene scheint Männerdomänen noch eher mal auf weiblich zumutbar, jedenfalls dann, wenn Schwierigkeiten zu bewältigen sind. Längst wurde auch feministisches Engagement so abgebogen, dass nicht mehr Raum erkämpft, sondern weibliche Dünnhäutigkeit im Sinne politisch korrekter Wortwahl kultiviert wird. Ein Meme zu Verteidigungsministerinnen und -ministern illustriert ganz gut, worum es gehen muss, denn als Grundlage wird ein Foto von vier Ministerinnen verwendet, die in verkrampfter, bescheidener, weg Raum beanspruchender Haltung dasitzen. Dieser Aspekt fällt jedoch den wenigsten auf, während viele sich über die Vorstellung lustig machen, dass Frauen an der Spitze eines solchen Ministeriums stehen können, haben sie doch keinen Wehrdienst abgeleistet.

defmininatoTwitterfund

„Zimperlichen Frauen“, wie Coach und Machtanalytikerin Christine Bauer-Jelinek sie nennt, ist ein Interview mit ihr in Ö 3 am 13. November 2016 sehr zu empfehlen, das man auf ihrer Webseite anhören kann. Sie schickt ihre Klientinnen gerne „in Pokerkurse“, damit sie lernen, ihre Emotionen nicht zu zeigen, um so im wahrsten Sinn des Wortes hoch pokern zu können. Wenn ein Mann einer Frau z.B. vorwirft, ja nur eine „Quotenfrau“ zu sein, kann sie schlagfertig kontern und damit zeigen, was sie zu bieten hat, oder sich gleich über Diskriminierung beschweren. Tatsächlich begehen viele Frauen aus ihrer Sicht den Fehler, zu sehr zu moralisieren und auch private Verhaltensweisen ins Berufsleben zu übertragen, d.h. nach jeder Auseinandersetzung dann Konflikte auch ausdiskutieren zu wollen. Frauen reden nicht unbedingt mehr als Männer, jedoch auf eine „nervende Weise“, wie Bauer-Jelinek es offen nennt, denn männliches Gequatsche ist viel belangloser und fordert daher die anderen Beteiligten auch weniger.

Frauen brauchen eine realistische Einstellung zu Macht, die schlicht die Möglichkeit zu gestalten ist und vom Machtmißbrauch unterschieden werden muss. Anders als eine feministische Szene, die sie als zahlenmäßig relativ klein einschätzt, nimmt sie US-Präsident Donald Trump auch dessen „sexistische“ Sprüche nicht übel, denn die meisten Frauen können damit umgehen. Anders als medial dargestellt ist er recht clever, denkt strategisch und hat sich seine Machtbasis selbst geschaffen; er wird besonnen handeln, wenngleich manchmal verbal provozieren, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Wie alle, die ein vernünftiges Verhältnis zur Macht haben, wird er manches auch einfach erstmal bleiben lassen, nicht an zu vielen Fronten zugleich kämpfen und immer für Überraschungen gut sein. Bauer-Jelinek sieht Hillary Clinton hingegen als unglaubwürdig, weil sie oft die Meinung geändert hat, mit Menschen nicht gut umgehen kann und Trump vorwarf, was sie bei ihrem Mann verteidigte. Außerdem steht die Autorin zahlreicher Bücher über Macht sehr kritisch zu Clintons Außenpolitik und meint am Ende des Interviews, dass sie darüber gerne mal etwas schreiben würde.

Da Bauer-Jelinek Gender und ständiges Betonen weiblicher Benachteiligung auch nicht recht begeistert, sind besagte Szenefrauen nicht gerade ihre größten Fans. Mir geht es mittlerweile ganz ähnlich, da ich Bauer-Jelineks Aussagen inzwischen viel besser verstehe als noch vor einigen Jahren, aber ebenso wie sie nicht mit meinen Ansichten hinterm Berg halten will, nur um nicht anzuecken. Und wie sie sehe ich mir Zusammenhänge auch auf internationaler Ebene an, was ein viel fundierteres Bild ergibt als wenn ich nur nachposten würde, was der Mainstream uns vorsagt. Es ist klar, dies anderen Frauen auch Illusionen raubt, etwa dass Managerinnen zugleich Karriere machen und besonders mütterlich sein können. Die Illustrationen zu diesem Artikel passen auch zu Bauer-Jelinek, die etwa in ihrem Buch über die „geheimen Spielregeln der Macht“ die militärische Hierarchietradition besonders hervorhebt. Immer mehr Firmen holen sich Berater mit militärischer Ausbildung, die mit Hierarchien  vertraut sind und suggerieren nach außen hin eine innen nicht gelebte Partizipation.

defminnatoVerteidigungsministerinnen bei der NATO

Die Top-Ebene mache sich „im Geheimen“ mit militärischen Techniken vertraut, während Sozialwissenschafter Vorträge für die Mitarbeiter halten, um die Illusion der Partnerschaftlichkeit aufrechtzuerhalten und „die Motivation der Gutmenschen-Mitarbeiter“ zu fördern. Die „Gutmenschen“ (die Bauer-Jelinek ohne zu zögern beim Namen nennt) sind „in dieser Beziehung doppelt im Nachteil“, denn „aus ideologischen Gründen wollen sie natürlich nicht vom Militär lernen“ und „weil sie noch nicht einmal ein Bewusstsein für ihren Mangel an Hierarchie-Kompetenz entwickelt haben, wurde noch keine ‚politisch korrekte‘ Schulung dafür entwickelt“. Außerdem können sie „nicht von Erfahrungen aus der Praxis profitieren, weil viele Gutmenschen standhaft die Chancen verweigern, Hierarchien als Machtinstrument zu nutzen“.

Dabei gehen sie auch der Strategie der militärisch beratenen „Geld-Menschen“ in die Falle, denn sie erkennen nicht, dass für diese ganz andere Spielregeln gelten und sich so der „Niveauunterschied im Wissen um strategische Führung“ zwischen denen Oben und den Gutmenschen immer mehr vergrößert. Selbstverständlich weisen auch jene Organisationen Hierarchien auf, die einmal basisdemokratisch gedacht waren, sodass Defizite im Führungswissen denen schaden, die informellen Hierarchien nicht gewachsen sind. Wer bei Bauer-Jelineks Worten an die Verkörperung der Gutmenschen, die geradezu geheiligte „Zivilgesellschaft“ der „Welcomer“ denkt, wird auch die Doppelstrategie puncto Führung wiedererkennen. Denn die Geschäftsführer von „NGOs“, die in Wahrheit Sozialkonzerne sind, die dank naivem Fußvolk, das brav Druck macht, nicht einmal Rechenschaft über Spenden ablegen, führen die „Guten“ sehr wohl an der Leine.

Weil Manipulierte die Manipulierer immer am heftigsten verteidigen und die Menschen attackieren, die sie eigentlich auch zu ihrem eigenen Besten aufklären wollen, ist auch logisch, dass die Leute scheitern, die auf Fakten hinweisen. Man kann noch so sehr auf die Rolle transatlantischer Stiftungen Bezug nehmen oder aufzeigen, dass Medien jeden Krieg mit Lügen begleiteten und ermöglichten; die „Guten“ weigern sich in der Regel, alles zur Kenntnis zu nehmen, das nicht in ihr heiles Weltbild passt. Umso mehr lassen sie sich von denen einkochen, die vorgeben, Teil einer egalitären Bewegung zu sein, aber ihr eigenes Süppchen kreiern und zum Schein mit naiven Fans für Selfies posieren. In Ö3 ging Bauer-Jelinek auch auf eine durchaus effiziente Machtstrategie ein, die auf den ersten Blick eher wie Ohnmacht aussieht: Jammern, Moralisieren, sich selbst als Opfer darstellen. Auch das findet sich in der zivilgesellschaftlichen Filterblase, nämlich bei den angeblich so toughen Frauen, die jedesmal der Ohnmacht nahe sind, wenn ihnen ein Posting nicht passt.

defenseministersFacebook- und Twitter-Meme

Es ist kein Zufall, dass Gutmenschen meist weiblich und Geldmenschen meist männlich sind (also jener Personenkreis, der an Aufstieg und Karriere interessiert ist). Wenn Bauer-Jelinek in Ö3 sagte, dass sie karrierewillige, aber bisher nicht karriereaffine Frauen in die „Kraftkammer“ schickt, ihnen also klarmacht, dass sie sich einer umfassenden Aufgabe zu stellen haben, ist dies durchaus nachvollziehbar. Sicher lassen sich die meisten Frauen in der Politik auch zu den guten Menschen rechnen, sei es in Parteien, sei es außerhalb. Spricht man da von strategischer Vorgehensweise, rät zur nüchternen Analyse oder weist auf chinesische Strategeme und die Lehren des Sun-Tsu hin, erntet man in der Regel Befremden. Das passt ganz gut zur Weigerung, Fakten wie die Verstrickung etwa von George Soros in Regime Changes und in die Förderung von Masseneinwanderung nach Europa zur Kenntnis zu nehmen.

Während diese Frauen nicht verstehen, warum andere Frauen auf Ratio setzen,  begreifen diese anderen wiederum nur schwer, wie Politik auf der Ebene persönlicher Verehrung von Idolen abgehandelt werden kann. So ist freilich erklärbar, dass viele Frauen Van der Bellen wählten oder sich für Bundeskanzler Christian Kern begeistern und es erscheint tatsächlich als Leistung, wenn mit Hillary Clinton zur Abwechslung einmal eine andere Frau in den Mittelpunkt gestellt wird. Wehe aber, man macht dabei nicht mit, sondern wagt es, auf den unbedeutenden Umstand hinzuweisen, dass Clinton kein unbeschriebenes Blatt ist, sondern bereits eine Bilanz als Außenministerin aufzuweisen hat, die es unter anderem zu bewerten gilt. Doch wer als Frau keine Szene-Zimperliese ist, braucht ohnehin ein dickes Fell, denn jedes Mal selbst Denken scheint für manch andere Frau eine ungeheure Provokation zu sein.

Wer ihren Weg zu Bauer-Jelinek findet, die hat sich wohl bereits entschieden, etwas dazulernen zu wollen; doch bei Diskussionen oder in den sozialen Medien schlägt Frauen blankes Unverständnis, das bis zu Haß gehen kann entgegen, wenn sie aufgrund eigener Erfahrungen nicht mit dem Strom schwimmen. Bis heute haben viele dieser Frauen nicht begriffen, dass mein Lebensweg besonders in den letzten Jahren dem ihren kaum vergleichbar war, ich nicht gemütlich von Demo und Aktion zu Initiative gondelte und es rundum auch finanziell behaglich hatte, weil ich immer nur das sagte, was man sagen darf. Aus meinen anderen Erfahrungen darf ich aber keine anderen Schlussfolgerungen ableiten, obwohl / weil sie beinhalten, sehr viel vom Spiel der Macht verstanden zu haben. Der emanzipatorische Anspruch, Wissen zu teilen, um Frauen allgemein zu stärken, wird sofort aufgegeben, wenn eine Frau ausgetretene Pfade verlassen hat und darüber berichtet.

minofdesfenseFacebook- und Twitter-Meme

Umgekehrt habe ich den Eindruck (und diesen teilen auch andere Frauen), dass für einige Geschlechtsgenossinnen die Zeit seit Jahren stehengeblieben ist, denn sie beklagen z.B. „zu wenig Einfluss“ in der Politik, ohne aber ihren Aktionsradius erweitert zu haben. Nach wie vor ist mir in den Parteien keine einzige Frau begegnet, mit der es sich kundig über Sicherheitspolitik, Militär und geopolitische Zusammenhänge diskutieren ließe. Dafür könnte ich ein bisschen Gemeinsamkeit mit anderen Frauen verspüren, wenn ich an der hunderttausendsten Veranstaltung zu Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder Gewalt gegen Frauen teilnähme. Beklagen Frauen, die von ihrer formellen Funktion hier eigentlich mehr Spielraum haben müssten als ich, dass mann sie nicht ernst nimmt, höre ich von Männern, dass mann mit mir ernsthaft über Politik reden kann.

Die von Bauer-Jelinek dargestellte „Doppelstrategie“ in Unternehmen (militärische Berater für die Führungsebene, Sozialwissenschafter für die Mitarbeiter) kann man auch auf Auseinandersetzungen um politischen Einfluss von Frauen übertragen. Denn unter Frauen wird für die Hierarchieebene und inhaltliche Gestaltung meist Wirkungsloses in Aktiönchen, Interviews, Kommentaren, Postings und Initiativen umgesetzt, während Männer übers Budget verhandeln, Funktionen vergeben und Regierungen zusammenstellen. Doch auch da kann der Schein trügen, denn wenn man sich ansieht, ob Mitglieder von Regierungen ihre Ämter auch wirklich verfassungsgemäss ausüben können, sehen wir eine weitere Doppelstrategie. Was in den USA als deep state bezeichnet wird, dass Interessen und Seilschaften Regieren im Sinne der Bevölkerung sabotieren und behindern, kann man auch bei uns beobachten, gewissermaßen als Ableger des deep state jenseits des Atlantiks.

Dies zu entwirren ist Knochenarbeit und erfordert Courage, doch am schwierigsten ist es wohl, unbeeinflusst von eigenen Emotionen nüchtern zu analysieren, was echt, normal und irgendwie erklärbar ist und wo man davon ausgehen muss, dass etwas gesteuert wird. Nicht von ungefähr definierte Ex-CIA-Chef Stansfield Turner verdeckte Aktion einmal so: „Covert action is a term that describes our efforts to steer the course of events in a foreign country without our role being known.“ In der Praxis hatte ich damit erstmals vor Jahren in den Grünen zu tun (d.h. dies erkannt) und jetzt sehe ich mir z.B. den Bundespräsidentenwahlkampf unter dem Gesichtspunkt an, ob wir es damit zu tun haben und wenn ja, wo dies der Fall ist. Unverzichtbarer Bestandteil dabei sind Fake News, also Desinformationen, die immer noch in erster Linie über jene Medien verbreitet werden, die jetzt so entrüstet sind, dass es überhaupt Fake News gibt.

frauenfuervdbSPÖ-Frauen für Van der Bellen

Da schwadroniert etwa die „Bild“ von „Putins hybridem Krieg gegen Merkel„, gemeint „Sex-Mobs“ zur Destabilisierung, damit die Linke Sahra Wagenknecht Kanzlerin werden kann, doch Gutfrauen werden die wahre Gefahr daran nicht sofort erkennen. Kein Wunder, denn sie gerieten ja auch in Panik, als informierte Frauen warnten, dass Clintons Drohungen mit Cyber-Angriffen auf Russland das Herbeiführen des NATO-Bündnisfalls meinten. Auch Begriffe wie „hybrider Krieg“ oder „asymmetrischer Krieg“ lassen bei allen die Alarmglocken klingeln, die wenigstens mal begonnen haben, sich für die Materie zu interessieren. Aber wenn schon Frauen für Gutfrauen keine glaubwürdigen Zeuginnen sind, die selbst nicht aus dem militärischen oder geheimdienstlichen Apparat kommen, rümpfen diese umso mehr die Nase, wenn sich Veteranen zu Wort melden.

Auch der ehemalige britische Diplomat Craig Murray wird ihnen nichts sagen, bestätigt er doch, dass Leaks aus dem US-Apparat selbst kamen, um Kriege mit Clinton zu verhindern. Wenn Frauen aber schon – wie Bauer-Jelinek zeigte – vollkommen falsche Vorstellungen vom Leben der Managerinnen haben, ist zu erwarten, dass sie nur unschuldige Einhörner in Männergestalt anstelle von erfahrenen Praktikern mit Ecken, Kanten und auch Fehlern akzeptieren würden. Nicht ohne Grund rät die Autorin Frauen (und natürlich ebenso ihren Klienten), sich genau zu überlegen, ob sie den Preis bezahlen wollen, der mit dem Streben nach Macht verbunden ist. Am besten sei es, sich vorzustellen, wie es dann wohl wäre, wo man dann sein wird; wie es sich also anfühlt, denn dann kann man ergründen, ob es wirklich das ist, was man will. Dies ist auch eine weitere Schwachstelle der Gutfrauen, denn sie denken, dass Macht – da eigentlich ja was „Böses“ – am besten indirekt, also via Mann bzw. Männerwohlwollen angestrebt wird.

Als ich vor ein paar Monaten bei einem Forum für Unternehmerinnen in Wien war, hätte ich nicht damit gerechnet, bei der späteren Recherche über Teilnehmerinnen doch einige zu finden, bei denen der Mann sich als Karrierefaktor erweist; etwas, das mir zuvor aus der Politik und von den Medien durchaus vertraut war. Nicht von ungefähr begeisterte eine Referentin alle, die es aus eigener Kraft geschafft, die sogar ohne ihren Mann aus den USA zurück nach Europa gekommen war, weil sie (eine Exil-Iranerin) sich hier zuhause fühlt. Paradoxer Weise reagieren Gutfrauen jedoch auch direkt „männerfeindlich“, wenn sie meinen, sexistisch beleidigt worden zu sein. Dabei versehen sie selbst ihre Aussagen oft mit eindeutig-zweideutigen bis obszönen Vorstellungen und Unterstellungen. Nicht von ungefähr sagt Bauer-Jelinek vermeintlich so benachteiligten Frauen nach, auf unfaire Weise mit Kleidung aufzufallen, dann aber über Reaktionen darauf ungeheuer empört zu sein.

Bei Gutfrauen bemerke ich oft, dass sie entweder sich selbst auf Körperlichkeit reduzieren oder andere Frauen unterstützen, die dies tun und ernten, was sie säen. Denn sicher sind Untergriffe abzulehnen, wie auch immer Frauen agieren, die diese „provozieren“, aber es gibt keinen Grund, selbst den Focus auf die Ebene einer zu lenken, die gar nicht mit Leistungen assoziiert werden will. Dabei gehört ein Vorgehen gegen „Hasspostings“ in die Kategorie des Schaffens von Safe Spaces, damit frau erst gar nicht in Versuchung kommt, sich selbst behaupten zu müssen. Mangels Unterscheidungsvermögen und politischem Wissen können viele Frauen Fake News von Real News auch gar nicht unterscheiden. Sich abgrenzen, das eine annehmen und das andere ausschliessen hat aber etwas mit Grenzen zu tun, die gute Frauen als Handlangerinnen der Globalisten ja in jeder Hinsicht abzulehnen haben, obwohl / weil die Frauenbewegung einst von ihnen forderte, Nein sagen zu lernen.

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Dass Gutmenschen zu zwei Drittel weiblich sind, wie Bauer-Jelinek betont, spiegelt sich auch in der Welcomer-Szene wider, in der Fake News über ein angebliches Massaker an 82 Zivilisten bei der Befreiung Aleppos sofort die Runde machten. Man konnte dies auf den Facebook-Seiten diverser Initiativen sehen, die auch auf das Märchen von der twitternden siebenjährigen Bana hereingefallen sind. In jener Zeit, als man von Weltverbesserern und nicht von Gutmenschen sprach, würde übrigens anders auf Propaganda reagiert als heute. Bernhard Trautvetter erinnert an die Friedensbewegung der 1980er Jahre, als sich Millionen Menschen in Europa ihrer Angst stellten, auf dem Schlachtfeld des nächsten und finalen Krieges zu sterben. Heute hingegen reagieren gerade die Welcomer meist ungeheuer fatalistisch und mit blutleeren Sätzen, in denen sie meinen, es werde sich alles ändern und wir müssten uns eben damit abfinden, dem sei nichts entgegenzusetzen und es sei herausfordernd, aber auch spannend.

Man kann auch von „hybrider Kriegsführung“ u.a. durch Masseneinwanderung sprechen, zu der gehört, einer fremden Kultur immer mehr Raum zu geben. Dabei sind, da die Neuzuwanderer in erster Linie Männer sind, Frauen zur Zielscheibe Nr. 1, wie man an Flirtkursen und Kuppelversuchen mit staatlicher Unterstützung sehen kann. Gutfrauen hat man eingeredet, dass „rassistische Hetze“ um jeden Preis zu vermeiden ist, deswegen werden sie auch Übergriffe in der Schule von Burschen auf Mädchen und sonstwo beschönigen. Sie schaffen es auch, die Einschränkung der Freiheit von Frauen mittels Burka und Híjab zur Maßnahme gegen die Einschränkung der Freiheit von Frauen („die Männer lassen sie ja sonst gar nicht mehr auf die Straße!“) umzudeuten. Nicht alle, die sich darüber empören, erkennen freilich, dass hier Menschen im Interesse der Globalisten gesteuert werden. Denn viele vermuten, hier habe „der Feminismus“ gesiegt und letztlich auch einheimische Männer zu Weicheiern gemacht, die einem Ansturm des Islam auch nichts entgegensetzen könnten.

So entstehen auch die gezeigten Memes mit den Verteidigungsministerinnen, die mit „echten Kerlen“ verglichen werden, die anderswo Minister sind.  Doch das Programm etwa einer Ursula  von der Leyen folgt einer Agenda, wie man am Umgang mit schwulen Soldaten, am Plan, EU-Ausländer zur Bundeswehr zuzulassen oder daran erkennen kann, dass Muslime und Schulabbrechen ebenfalls aufgenommen werden sollen. Es ist weit mehr als bloß eben Kritik von Rechts, wenn die AfD befürchtet, die Bundeswehr könne „eine Fremdenlegion“ werden, da man fragen muss, wem so eine multikulturelle Truppe dienen soll. Das mediale Spiel mit den Ministerinnen verläuft ähnlich wie mit Merkel oder Clinton: „An das Bild müssen sich manche – vor allem Männer – erst noch gewöhnen: Wenn sich die EU-Verteidigungsminister treffen, dann steht jetzt mittendrin ein Damenquartett: die Norwegerin Ine Marie Eriksen Soreide, die Niederländerin Jeanine Hennis-Plasschaert, die Italienerin Roberta Pinotti und die Deutsche Ursula von der Leyen.“

standwithherSatirisches im US-Wahlkampf

Typisch ist, dass kein Militärexperte oder keine Expertin zitiert wird, wenn es um Frauen geht, sondern wieder die Sozialwissenschaften herhalten müssen: „Die Soziologin Paula-Irene Villa von der Ludwig-Maximilians-Universität München, spezialisiert auf Forschung zu Geschlechterfragen, sieht das recht gelassen. ‚Ja – aber so ganz unerhört ist das nicht mehr‘, meint sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Verteidigungsministerinnen seien kein Novum im strengen Sinne, betont sie und ergänzt: ‚In Israel beispielsweise gibt es schon lange die Verflechtung zwischen Weiblichkeit und Militär.'“ Immerhin meint Villa nicht, dass Ministerinnen in diesem Ressort ein Zeichen für die Gewöhnung an Frieden sind, zumal z.B. die Bundeswehr ja auch Auslandseinsätze absolviert. Zwar spricht die Zeitung im Artikeltitel von „Deeskalieren statt Säbelrasseln“, doch dies sei zu simpel: „Solche Stereotype und Klischees entbehren nicht der empirischen Belegbarkeit, und sie sind für unsere Identität, Erziehung und Sozialisation nicht unwichtig.“

Dabei habe sich auch von der Leyen selbst „durch Themen, die mit Mütterlichkeit und Weiblichkeit assoziiert werden, profiliert“ was man „gerade bei Frauen, die in Männerdomänen aktiv seien“, beobachten kann. Bei der Ministerin zeigt es sich u.a. darin, dass sie die Bundeswehr als ganz normalen Arbeitsplatz betrachtet, was man im Übrigen auch zwiespältig sehen kann. Die Soziologin spricht von einer Abschottung der politischen Eliten (gegenüber Frauen),  „weil die bis dahin herrschenden Männer viel zu verlieren hätten. Außerdem gebe es hierzulande viel ausgeprägter als in anderen Ländern einen ‚Müttermythos‘ der die Unvereinbarkeit mit Politik, Macht und Karriere impliziere. Dies habe die gleichberechtigte Teilnahme der Frauen lange verhindert – mit Auswirkungen auf Einkommen, Vollzeit oder Teilzeit, Rentenhöhe und so weiter. ‚Das sitzt noch stark in den Köpfen – auch bei den Frauen.'“

Kaum war Donald Trump gewählt, gehörte von der Leyen zu denen, die eine europäische Armee forderten, welche mittlerweile auch im österreichischen Parlament diskutiert wird.  Von der Leyen erfüllt also die Agenda der Globalisten, die in den USA an Boden verloren haben und für die das Entfernen der Heere von traditionellen Vorstellungen zum Auflösen staatlicher Identitäten gehören. In Österreich gibt es zwar noch keine Verteidigungsministerin, jedoch eine ehemalige Politikerin aus dem Sozialbereich als Ministerberaterin zwecks Erhöhung des Frauenanteils. Inputs, die Auseinandersetzung mit Sicherheitspolitik und Militär erfordern, sind von ihr nicht zu erwarten, wie auch periodische Gender- usw.-Studien selten über Klischees hinausgehen. Geht man nach Bauer-Jelinek, so fördern Männer keineswegs zwingend nur Männer, sondern halten sich an diejenigen, von denen sie sich Vorteile versprechen.

Hier haben Frauen ohne Wissen um Macht und Hierarchien den Nachteil, dass sie nichts außer Quotenforderungen anzubieten haben. Um aber dort mitmischen zu können, wo es um jahrhundertealte Hierarchien im militärischen Bereich geht, müsste eine Frau Karriere über die Strukturen machen, was bis zu einem gewissen Grad, jedoch nie bis ganz nach oben gelungen ist. Während Politiker, Journalisten und diverse Funktionäre aber bereits ein paar Monate Grundwehrdienst in der Jugend und vielleicht noch die eine oder andere Milizübung umfangreich qualifizieren, haben es Frauen schwer, die sich Wissen aneignen oder Abläufe und Zusammenhänge sehr gut verstehen, mit Rahmenbedingungen auch in der Politik vertraut sind. Denn sie werden am Frauenbild von Männern gemessen, die zwar intelligente Antworten schätzen mögen, aber nur sehr selten auf Augenhöhe mit Frauen sein können, die mitmischen wollen.

7 Gedanken zu “Game of Power

  1. fantastisch geschrieben!!!! bin ganz hin und weg, wie sie, liebe alexandra, mir als naturblonde frau, die in gürtelnähe wohnt, aus der seele sprechen. es wird in teilen wiens zunehmend immer schlimmer, die qualität wird für uns österreicher, vor allem für uns frauen als freiwild immer schlechter, für mich als frau, abends, unmöglich, alleine auf die strasse zu gehen, da ich ständig angepöbelt werde, weil ich attraktiv und von natur aus eine sehr auffällige hellblonde mähne habe, die ich nicht verstecke unter einem kopftuch. manche jungen „facharbeiter“ spucken vor mir auf den boden, wenn ich mich verteidigen MUSS!!!!!! es ist unfassbar, was ich als frau seit einigen jahren zunehmend erdulden muss!!! mein leben und das meiner familie, auch die frauen unseres gesamten freundeskreises pflichten mir besorgt bei…meine familie und ich haben uns entschlossen, allen ernstes aufs land zu ziehen, ein haus haben wir bereits ausgemacht, wo man in ruhe leben kann, welch glück, dass wir die möglichkeit haben!!! weil wir jetzt schon sehen und spüren, was noch mehr auf uns zukommt!! wenn man wahre dinge anspricht oder einfach vom alltag bedenkliche dinge und erlebnisse schildert, dann heissts vom gleichgeschalteten kranken system und den gezielten gutmenschenpropaganda-mantren immer wieder: das sind rechte, esos oder gar verschwörungstheoretiker. furchtbar !!!!! wo wird das denn noch für uns europäer alles hinführen?????? liebe alexandra bader, schauen sie gut auf sich und bleiben sie gesund, respektvollen gruss an sie von einer feschen österreicherin (50+ mit gesunder geisteshaltung)

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    1. danke für das nette feedback; ich bin auch in ihrem alter, habe aber weder etwas worauf ich zurückblicken kann, noch etwas, das vor mir liegt und auf das ich mich freuen kann. ich werde gerade weil ich mich exponiere, seit jahren mit allen mitteln fertiggemacht; es gibt keinen schutz, keine zuflucht, keine wende zum besseren – NICHTS, ich werde nie wieder das tun können, was andere menschen unter LEBEN verstehen. weil man immer alles tun wird, um mich zu vernichten und immer die zusehen werden, die etwas tun könnten und müssten, es aber nicht wagen oder wollen.

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      1. „habe aber weder etwas worauf ich zurückblicken kann, noch etwas, das vor mir liegt und auf das ich mich freuen kann.“

        Alexandra, wenn du nichts hättest, worauf du zurückblicken kannst, dann könntest du jetzt nicht schreiben. Du hattest Träume, sie sind nicht in Erfüllung gegangen, aber du hast es immerhin versucht. Du warst dir selbst treu und den Ideen, die du für wertvoll gehalten hast. Darauf kannst du zurückblicken.

        Die Zukunft ist heute unsicherer denn je, da ist es ohnehin klug, wenn wir uns nicht auf sie freuen.
        Besinne dich auf die Gegenwart und sage dir: Ich, Alexandra, kann denken und schreiben, ich kann mich ausdrücken, ein paar Leute lesen es, stimmen mir zu oder streiten mit mir, interessieren sich. Ich kann schreiben.
        Vielleicht kann ich nicht die ganze Welt bewegen, aber ich mache trotzdem, was ich kann.

        Vielleicht wäre es klug, das private Erleben in einem eigenen Blog zu beschreiben,
        das Burgenland (erkundest du deine engere Umgebung?), die finanziellen Probleme, die persönlichen Angriffe usw.
        Und die sachlichen politischen Artikel extra. Dann wüsste jemand wie Otto auch, wo er sich wieder melden kann, denn er liebt dich (merke ich sofort :-))

        „ich werde gerade weil ich mich exponiere, seit jahren mit allen mitteln fertiggemacht; es gibt keinen schutz, keine zuflucht, keine wende zum besseren – NICHTS“

        Und wäre ich, Alexandra, unbedeutend und langweilig und angepasst, wäre nie jemand auf die Idee gekommen, mich zu unterdrücken. Du hattest die Wahl (und gemäß Otto hättest du sie immer noch).
        Meinst du die finanzielle Enge? Das ist wirklich eng, aber nicht lebensbedrohlich. Nütze ganz einfach den Sozialstaat aus, er ist nicht für dich gemacht worden, aber nun ist er einmal da, das ist nicht deine Schuld.

        “ NICHTS, ich werde nie wieder das tun können, was andere menschen unter LEBEN verstehen“

        Du meinst doch wohl die Schickeria unter den Journalisten, oder? Du weißt doch gar nicht, was andere Menschen unter Leben Verschiedenes verstehen.

        “ weil man immer alles tun wird, um mich zu vernichten und immer die zusehen werden, die etwas tun könnten und müssten, es aber nicht wagen oder wollen.“

        Es wäre einfacher, hättest du Geld und Unterstützung genug, aber das ändert nichts an deiner Aufgabe im Leben. Schreibe weiter, unter allen Umständen, lasse dich nicht beirren. Kümmere dich nicht mehr darum, ob die Leute ganz oben dich ehren oder bekämpfen, wir, die einfachen Leute, brauchen dich.

        Und sehen dich nicht nach der Luxuskabine, ich bin sicher, dort könntest du nicht schreiben.

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      2. Aber die „einfachen Menschen“ haben eigene Wohnungen, sie können sich mal was leisten, sie können ins Kino gehen, Bücher kaufen, am Wochenende verreisen usw. „Einfach“ heisst nicht arm, heisst nicht, dass du deswegen schikaniert wirst, weil du das schreibst, was die Menschen brauchen, die – eigene Wohnungen haben, Bücher kaufen, Kleidung kaufen, ins Kino gehen usw., Ich bin ja nicht Diogenes in der Tonne, sondern eine Frau, die mehr als 9 Jahre Schikanen hinter sich hat und tausendfache Feigheit, tausendfaches Wegsehen anderer erlebt hat. Und dafür haut mir dann der Leser Otto, wer auch immer es wirklich ist, eine über die Rübe. Ihr müsst euch eine andere Schreiberin suchen, oder mich endlich unterstützen…

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  2. Der heutige Tag ist ein guter, denn ich lasse mich gerade von Christine Bauer-Jelinek, als mp3 im Player, coachen. Danke für diesen Tipp, Alexandra. Ich hörte schon immer gerne auf Frauen, also ließ mir von Frauen schon auch gerne was sagen; ganz besonders gerne aber, wenn eine Frau in ihrem Metier so geerdet, kompetent und sattelfest auftritt, wie eben Frau Bauer-Jelinek es tut.

    mfg, Otto Just

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    1. aber gerne 🙂 sowas findet man manchmal zufällig – in diesem fall ist die pointe, dass ich mir anhören wollte, was eine gehypte bloggerin auf ö3 sagte, aber bei den interviews, die man auch noch anhören konnte, war dann eben jenes zu finden… ich suchte also seichtes und naives und fand etwas ganz anderes 🙂

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