Mit der Burkadebatte gegen Emanzipation

Haben wir keine anderen Sorgen als Burka- und Burkinidebatten zu führen? Oder schwappt nur aus Frankreich über, was zum dortigen Präsidentschaftswahlkampf gehört? Doch wenn „Feministinnen“ systematisch gegen Frauenrechte auftreten, muss mehr dahinter stecken, etwa eine neue Spielart von „embedded feminism“.

Mit diesem Begriff beschrieb die kanadische Politikwissenschafterin Krista Hunt 2006 „die strategische Indienstnahme feministischer Positionen in Begründungs‑ und Legitimierungsdiskursen staatlicher und militärischer Gewalt“ bezogen auf den „Krieg gegen Terror“. Tatsächlich waren Frauenrechte in Afghanistan im Herbst 2001 plötzlich ein wichtiges Thema, während man vorher geflissentlich wegsah, wenn die Taliban Frauen in der Burka und im Haus einsperrten.  Um eine andere Form des Krieges, nämlich um verdeckte Kriegsführung geht es bei der „Landnahme“ in Europa durch Männer aus arabischen Ländern.

Freilich muss man berücksichtigen, dass sie sich nicht nur aus eigenem Antrieb auf den Weg machten, sondern ihre Heimatländer schon lange Spielball u.a. „westlicher“ Interessen sind und der „Body Count“ der US-Kriegspolitik seit Ende des Kalten Kriegs von keiner Terrororganisation übertroffen worden ist. Handlangerinnen dieser „Landnahme“ sind auch instrumentalisierte Pseudofeministinnen, die in Gefängnissen aus Stoff für Frauen ein Stück Freiheit sehen, weil diese Frauen so wenigstens aus dem Haus kommen.

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Facebook-Fund

Dabei wird vollkommen negiert, dass mit dieser Rechtfertigung Männern eine Verfügungsgewalt über Frauen gegeben wird, die sie in unserem Rechtssystem auch vor der Familienrechtsreform der 1970er-Jahre in dieser Form nicht hatten. Es besagt nichts anderes als: „Ein bisschen Gewalt und Einschränkung ist okay, weil es ansonsten noch mehr Gewalt und Einschränkung gibt.“ Wo sonst will man „ein bisschen“ tolerieren, weil Täter sonst „noch mehr“ anrichten? Gerne wird unterstellt, dass sich irgendeine Frau freiwillig ein Zelt überwirft, das sie von allen anderen Menschen abschneidet, wie eine Wand zwischen ihr und der Umgebung steht.

Während es inzwischen einige medial berichtete Burkini-Selbstversuche gibt, hält sich die Erfahrung mit Burka und Niqab (noch?) in Grenzen. Allerdings war jede Journalistin, die es mal ausprobiert hat, hinterher froh, wieder frei atem und sich der Umwelt zeigen zu können. Warum tragen nicht all jene Frauen wie Männer, die gegen ein Burkaverbot auftreten, ab nun genau dieses Outfit, das ja angeblich kein Ausdruck weiblicher Unterdrückung sein soll? Zum Beispiel Bundeskanzler Christian Kern, der Angst hat, ein Verbot könne „dem Tourismus schaden“? Oder auch „Welt“-USA-Korrespondent Hannes Stein, der meint, „George Washington hätte nichts gegen die Burka“? Staatssekretärin Muna Duzdar kann einem Verbot der Vollverschleierung etwas abgewinnen, beim Burkini ist die SPÖ offenbar gegen ein Verbot, wie man an Aussagen von Sandra Frauenberger (Wiener Integrationsstadträtin) und Frauenministerin Sabine Oberhauser sehen kann.

Allgemein kann man feststellen, dass sich Politikerinnen für Frauen in Stoffgefängnissen nicht gerade ein Bein ausreißen. Ex-Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek fürchtet,l dass Verbote die Lage der Frauen verschlimmern: „Im STANDARD-Gespräch gibt Heinisch-Hosek zwar zu, dass auch bei ihr der Anblick von vollverschleierten Frauen Unbehagen auslöst: ‚Vor allem, weil ich mich dabei frage, wie geht es ihr dahinter und darunter.‘  Aber gleichzeitig sei ihr auch bewusst, was ein Verbot dieser Kleidungsstücke bewirken würde – ‚womöglich führt es dazu, dass sich die Unterdrückung dann zu Hause fortsetzt und dass solche Frauen gar nicht mehr am öffentlichen Leben teilnehmen können‘. All diese Konsequenzen gehörten aus ihrer Sicht bedacht, ansonsten sei das Ganze bloß ‚eine Scheindebatte‘.“ Vielleicht auf den ersten Blick absurd scheint, dass zu den letzten Initiativen als Ministerin der Kampf Heinisch-Hoseks für ein Verbot sexistischer Werbung war.

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Die Agenda der „Landnahme“ wird von „embedded feminists“ wie Anne Wizorek vertreten, die eigentliche feministische Positionen in ihr Gegenteil verkehrt. So sagt sie bei „N24“, dass der Burkini eine „super Idee“ und ein „von muslimischen Frauen selbst entwickeltes Emanzipationswerkzeug“ sei. Die „Netzfeministin und Aktivistin“, wie sie der Moderator vorstellt, sieht in der Burka ein „Unterdrückungsinstrument“ und das ist nicht in Ordnung. Ein Verbot würde diese Frauen aber noch mehr aus der Öffentlichkeit verdrängen, während „öffentliche Teilhabe“ sie in Richtung Emanzipation führen würde. Ein Problem sieht sie bei der „Mehrheitsgesellschaft“, die „viele Vorbehalte“ habe und nicht auf diese Frauen zugehe, sie nicht fragt, „was sie selber möchten“. Offenbar findet der Moderator die Vorstellung, von Vogelscheuchen umgeben zu sein, weitaus beängstigender als die Pseudo-Feministin.

Wizorek wurde bekannt, als sie den #aufschrei nach einer reichlich verspäteten Reaktion der damaligen „Stern“-Mitarbeiterin Laura Himmelreich (heute „Vice“-Chefredakteurin) auf Aussagen von Herrenwitz-Niveau, die der ehemalige FDP-Chef Rainer Brüderle getätigt haben soll. Wie ich hier ausführe, war Brüderle aber Transatlantikern und Globalisten ein Dorn im Auge, was den „Shitstorm“ gegen ihn und auch Wizoreks Rolle 2013 wie heute weit besser erklärt. Auf den #aufschrei folgte ein Buch, dass dieser allein nicht genüge, sodass Wizorek durch die deutschsprachigen Länder tingeln konnte, was sie weiterhin tut, wie diese die Wiederholung einer Diskussion ca. bei Minute 20 zeigt. Anscheinend bot ihr eine sicher auf Klischees und Gegensätze angelegte „Hart aber fair“-Runde beim WDR, auf die es Beschwerden hagelte, eine gute Bühne, um sich bei anderen Medien, bei Gleichstellungsbeauftragten und nicht zuletzt in der Frauenszene zu empfehlen.

Wie beim Link zur Sendungswiederholung zu hören, gab es immer wieder Programmbeschwerden etwa wegen der Ukraine-Berichterstattung, doch in solchen Fällen zeigt man sich im öffentlich-rechtlichen Bereich nicht einsichtig, da die „Lückenpresse“ transatlantischem Auftrag folgt. Warum aber dann beim Gender-Thema, wenn Wizorek dadurch umso mehr Bühne bekommt? Wenn sie bei Minute 20 stolz erwähnt, dass man sie noch nie so sehr auf einen Medienauftritt angesprochen hat wie nach dieser Sendung, gehört dazu auch eine Diskussion am Internationalen Frauentag 2015 im Frauenministerium in Wien. Sie konnte sich dort (ohne Publikumsbeteiligung) darüber ausbreiten, dass sie von Schauspielerin Sophie Thomalla (Klischee der vollkommen naiven Blondine) unfair attackiert worden sei.

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Gerne wird Wizorek als „das neue Gesicht des Feminismus“ porträtiert, zumal sie auch immer wieder herumgereicht wird, etwa von den Wiener SPÖ-Frauen bei ihrer diesjährigen Konferenz. Nach Köln zeigten Wizorek und Co. gewissermaßen ihr wahres Gesicht, weil sie mit #ausnahmslos und #imzugpassiert darauf abzielten, primär „Einheimische“ als gegenüber Frauen übergriffig und gewälttig darzustellen, um von den Begleiterscheinungen der „Landnahme“ abzulenken. Der Blogger Don Alphonso steht Wizoreks Aktivitäten ebenfalls sehr kritisch gegenüber und schreibt: „Nach dem Urteil gegen die Schauspielerin Gina-Lisa Lohfink wegen Falschbeschuldigung zweier Männer, die sie wegen angeblicher Vergewaltigung angezeigt hatte, ist Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig eine politische Hauptleidtragende des Prozessausgangs. Frühzeitig und offensichtlich ohne der Kenntnis der Gerichtsakten hat sich die Ministerin der Internet-Bewegung #TeamGinaLisa angeschlossen, die sich – ebenso ohne Kenntnis der gesamten Lage – auf die Seite der Angeklagten stellte.“

Er verweist darauf, dass die Ministerin eine Verschärfung des Sexualstrafrechts forderte, „damit endlich in Deutschland die sexuelle Selbstbestimmung voraussetzungslos geschützt wird“.Man kann über den Fall „Gina Lisa“ geteilter Meinung sein, doch für uns ist auch von Bedeutung, dass hier Wizorek eifrig mitmischt und nicht nur die Ministerin hineinzieht: „Nun ist das mit #TeamGinaLisa und Schwesig ja so eine Sache: Führend mit dabei ist beispielsweise die Autorin Anne Wizorek, die Leser dieses Blogs kennen, weil sie und ihr Umfeld sich in der Vergangenheit höchst rüde auszudrücken beliebten, und sie auch schon mal Zustimmung für einen Anschlag gegen eine Apotheke äusserte, deren Besitzer nicht feministischen Forderungen entspricht. Eine haltlose Unterstellung gegen die Autorin Birgit Kelle wurde ihr auf rechtlichem Wege untersagt.

Anne Wizorek hat nach der Oktoberfestlüge und nach der Silvesternacht von Köln die Aktion #ausnahmslos initiiert, die ein schärferes Sexualstrafrecht fordert und versuchte, den Fokus der Berichterstattung weg von Migranten hin zu allen Männern zu verschieben. Auch hier war Manuela Schwesig neben Justizminister Heiko Maas die erste prominente Unterstützerin. Und nicht zuletzt sitzt Wizorek auch in der Sachverständigenkommission für den 2. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, die vom Familienministerium berufen wurde.“ Die Laufbahn von Wizorek erinnert sehr an die anderer Handlangerinnen einer fremden Agenda, die über Social Media, Bücher mit unterschiedlichem Verbreitungsgrad und auf der Buchveröffentlichung basierenden Einladungen und Interviews herumgereicht werden. Da es sich meist um junge Frauen handelt, werden sie auch in Stellung gebracht gegen Ältere (in diesem Fall gegen Alice Schwarzer), deren größere Lebens- und Politikerfahrung obsolet sein, etwas Neuem weichen soll.

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Anne Wizorek verlinkt zu Vice, Retweet u.a. Armin Wolf (ZiB 2)

Don Alphonso mag „typische Männersichtweise“ vertreten, wenn er bemerkt: „Diese Verquickung von führender Bundespolitik und populistischen Netzkampagnen ist ungewöhnlich, denn viele Teilnehmerinnen der Aktion TeamGinaLisa warten mit der Vorstellung auf, eine Frau definiere selbst, was sie als Vergewaltigung ansehe, und die Gerichte hätten dann dem Opfer zu glauben. Es ist kaum erkennbar, wie diese extreme Vorstellung mit den Grundlagen der Rechtsprechung in diesem Land vereinbar sein soll.“ Es passt ins Bild, wenn Kathrin Gottschalk, stellvertretende Chefredakteurin der „taz“ und früher Chefredakteurin des „Missy Magazine“, dass auch die transatlantische/globalistische Agenda vertritt, mit von der Partie ist und schreibt:

„Julia Schramm, Feministin und Publizistin, fasste als Erste auf Twitter zusammen: ‚Frau wird vergewaltigt, es wird gefilmt und dem Boulevard angeboten und die Staatsanwältin erhebt Anklage gegen sie.‘ Danach twittert sie: #teamginalisa. Nadia Shehadeh griff das auf ihrem Blog ‚Shehadistan‘ und dem Blog der ‚Mädchenmannschaft‘ auf, immer mehr Solidaritätsbekundigungen folgten. Das #TeamGinaLisa steht. Es steht so sichtbar, dass stern.de-Chefredakteur Philipp Jessen schreibt: ‚Die weibliche Solidarität denkt nicht in Schubladen. Und genau das zeigt die Stärke des jungen, deutschen Feminismus.‘ Schwesig tritt in den nächsten Tagen dem Hashtag bei, Heiko Maas treibt die Reform des Sexualstrafrechts voran“, erfahren wir. Bezeichnender Weise wird ein neuer „jungen, deutschen Feminismus“ herbeigerufen, was daran erinnert, wie die Frontorganisation „Pussy Riot“ bejubelt wurde, der man auch zuschrieb, für einen neuen Feminismus zu stehen.

Julia Schramm hat mit Feminismus nicht das Geringste zu tun, sondern wird nicht zu Unrecht in einem Artikel als „Maulwurf“ zuerst bei den Piraten, dann in der Linkspartei beschrieben; gegenwärtig arbeitet sie für die umstrittene Amadeu Antonio-Stiftung, in der auch der von den Amerikanern gegründete Verfassungsschutz vertreten ist. „Mädchenmannschaft“ ist eine jener „feministischen“ Seiten, auf denen die Agenda der Destabilsierung durch Masseneinwanderung unterstützt wird. Don Alphonso weist auch darauf hin, dass sich die u.a. von Schwesigs Ministerium geförderte Initiative „nohatespeech“ des Falls Gina-Lisa angenommen hat und dazu twittert – rein zufällig ist auch die erwähnte Stiftung bei „nohatespeech“ mit an Bord. Übrigens richteten Wizorek und ihre AnhängerInnen ihren „Haß“ auch gegen Julian Assange, als er aus der ecuadorianischen Botschaft in London bei einer Konferenz zugeschaltet werden sollte.

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Team Gina Lisa auf Facebook: Link zur „Emma“

Vielleicht werden ja zu Recht Zweifel an Gina-Lisas Darstellung geäußert, doch #teamginalisa macht auf Twitter und Facebook mobil; Gina-Lisa Lohfink selbst ist auf Instagram, und auf Facebook. Die allgegenwärtige Anne Wizorek schrieb nach dem Prozess bei „Vice“: „Was habt ihr denn gleich gesagt? Dass ihr Frauen nicht glaubt, vergewaltigt worden zu sein, weil sie offen mit ihrer Sexualität umgehen, sich die Haare blondieren, eine Brust-OP hatten und im Reality-TV zu sehen waren?“ Ähnliches findet man in der „Welt“ unter dem Titel „Mädels, sauber bleiben und bloß keine Bitch werden“: „Aber was ist das eigentlich mit diesen Bitches, und was lehrt dieses Urteil wirklich? Ist im Grunde alles eine Frage der Biologie? Nach dem Motto: Männer sind eben triebhaft, gerne ein bisschen voyeuristisch, Frauen sind halt ein bisschen eitel und spielen gern mit dem Voyeurismus der Männer.

Damit alles im Rahmen bleibt, haben Männer aber auch noch einen Beschützerinstinkt. Mit dem behüten sie zumindest die sauberen Frauen. Den Dreck führen sie an die anderen Frauen ab, an solche wie die Lohfink, an solche, die sich dazu hergeben. Und saubere Frauen, Frauen, die mit Männern verheiratet sind, die ihre schmutzigeren Instinkte bei den schmutzigen Frauen, solchen wie der Lohfink, befriedigen – saubere Frauen haben gegenüber ihren Männern und Söhnen einen Beschützerinstinkt. Damit er auch hilft, haben sie dazu noch einen Killerinstinkt gegenüber schmutzigen Frauen.“ Man sieht hier deutlich, wie krasse Gegensätze kreiert und Frauen gegeneinander ausgespielt werden. Aber Lohfink als Frau, die etwas aus dem Rahmen fällt, verköpert wie Burka-Scheuchen ein Extrem, das davon ablenkt, wie das Leben „normaler“ Menschen aussieht.

Es mag sein, dass dem „normalen“ Opfer der Einsatz von „Feministinnen“ im Stil des „Team Gina Lisa“ auch etwas bringt, doch generell geht es um die Zerrüttung von Beziehungen und davon, wie Einheimische einander kennenlernen, miteinander umgehen und sich aneinander binden oder auch nicht. Wizorek stellt allerdings bei „Vice“ auch nicht zu Unrecht fest: „Wie grotesk ist es außerdem, dass nun gerade Medienmenschen Gina-Lisa Lohfink auch noch einen daraus Vorwurf machen, weil diese mit Medien geredet hat? Was sie dann wiederum als Beleg für die angebliche PR-Aktion nehmen, statt hier in Lohfink einen Menschen zu erkennen, der eben versucht, sein mediales Narrativ irgendwie noch mitbestimmen zu können. Ein Narrativ, das derweil von Journalist_innen fleißig mit Worten wie ‚Partygirl‘ oder ‚vollbusige Blondine‘ festgeklopft wurde.“

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Beitrag zur Burkadebatte auf Facebook

Man kann sich eh selbst ein Urteil darüber bilden, was von einem Engagement Lohfinks demnächst beim Dschungelcamp zu halten ist.Wäre vorstellbar, dass ein Vergewaltigungsopfer breite Bühne und Solidarität bekäme, das einen Täter mit Migrations-/ „Flucht“hintergrund vor Gericht bringt? Wohl kaum. Eher schon werden Flirtkurse für „Geflüchtete“ bejubelt. Wie die Agenda auch weniger auffällig vorangetrieben wird, sieht man an der Präsidentin der (transatlantischen) „Liga für Menschenrechte“ in Wien, der Richterin Barbara Helige, die Ehe und Familie als „unlogisches Paar“ bezeichnet, um so für die Ehe von Lesben und Schwulen zu werben. Dass die „Liga“ auf Kurs ist, sieht man u.a. daran, dass sie letztes Jahr eine der Organisationen auszeichnete („Train of Hope“), welche Masseneinwanderung unterstützen und bei der diesbezüglichen Veranstaltung mit der Asylkoordination eine der Soros-NGOs referieren ließ.

Es ist kein Zufall, dass permanent (siehe u.a. von Wizorek geteiltes Bild weiter oben) unzulässige Vergleiche zwischen Burka, Burkini und „westlichem Kleiderzwang“ für Frauen aufgestellt werden. Tatsache ist, wenn ich keine Shorts und keine High Heels anziehe, wird mich niemand dazu nötigen, es doch zu tun. Und wenn ich, nur weil Frauenzeitschriften uns kaum erreichbare Körper zeigen, mich in meiner eigenen Haut unsicher fühle, hat das auch viel mit mir selbst und nicht nur mit „dem Patriarchat“ zu tun. Gekaperter Feminismus zur Steuerung von Opposition setzt natürlich dort an, wo Frauen empfindlich und sensibel sind. Daher wird Frauen nicht vermittelt, dass sie sich mit eigenständiger Leistung einen Namen machen sollen, auch weil sich so die Frage gar nicht stellt, ob man sie auf ihr Äußeres reduzieren kann. Dies darf man nicht mit dem Auftreten instrumentalisierter Frauen wie Wizorek verwechseln, die ja kaum Sicherheit ausstrahlen können, weil sie nicht ihr eigenes Ding machen, sondern fremde Vorstellungen  verkaufen.

Und gerade jetzt ist kritische Haltung notwendiger denn je: so beschreibt die „Emma“ mit Alice Schwarzer zwar, wie die Debatte in Frankreich läuft oder wie die Scharia in Deutschland praktiziert wird, etwa wenn ein Jordanier eine Jordanierin heiratet. Dann aber geht es um den „gekränkten Mann„, was Anschläge ebenso erklärt wie Gewalt in Beziehungen. Dazu nennt Schwarzer Zahlen samt Dunkelziffer, also Schätzungen und schreibt: „Und da reden wir weder von Flüchtlingen, noch von Migranten, noch vom Islamismus. Diese epidemische, strukturelle Männergewalt in unserer christlich geprägten Demokratie ist hausgemacht. Sie ist das dunkle Geheimnis im Herzen des Machtverhältnisses der Geschlechter.“Ein Unterschied zur importierten Gewalt bestehe nur darin, dass diese in den Herkunftsländern nicht sanktioniert wird, bei uns aber illegitim ist. Wenn Schwarzer dann aufbauend auf Mainstream-Berichterstattung auf Attentate Bezug nimmt, muss man sich ihrer Rolle und der anderer beim Steuern von Opposition bewusst werden…

7 Gedanken zu “Mit der Burkadebatte gegen Emanzipation

  1. Liebe Alexandra, ich liebe gescheite Frauen, die den Finger genau auf die richtige Stelle legen, durchaus mit Druck und Nachdruck. Danke wieder mal! Du trägst wunderbar zur Ehrenrettung von Frauen bei, indem Du als blitzgescheite Frau, Dich als Beweis präsentierst.

    Jetzt wenden wir uns den Girlies zu, also den ewigen Kindchen, denen man das Hirn mit einer Bedeutung aufgebläht hat, die geschickt konstruiert ist. Man könnte zu dem Schluss kommen: Girlies und Logik, das geht nie und nimmer zusammen!

    Da möchte ich doch noch was Schönes verlinken. Vorher ein Zitat aus dem Text:
    „Die Alice muss gerade Geld gezählt haben, als ihr dieser Beitrag durchging. “

    Einfach wunderbar der Rat von Frau Prof. an junge Frauen:

    „Welchen Rat würden Sie einer jungen Frau, die es schaffen will, heute geben?
    Ich würde sagen: Geniert euch nicht, das zu tun, was euch glücklich macht. Und wenn ihr keinen Bock auf Naturwissenschaften oder eine Leitungsfunktion habt, dann lasst es. Denn ohne Leidenschaft und Ehrgeiz geht es nicht.“

    Willkommen in der Realität und macht Land und Menschen nicht noch mehr kaputt. Es sind unsere einzigen Ressourcen und weg ist weg!

    http://www.pelzblog.de/2014/02/emma-du-hast-lichte-momente/

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    1. Liebe Imela, wir stimmen da wieder voll überein, besser könnte ich es auch nicht ausdrücken. Ist an der Zeit, mal die Vorstellung zu zerpflücken, was Frauen tun „müssen“. Hat mich auch zB bei den Girls Days gestört, dass keine mehr Friseurin werden „darf“ und sowieso, dass alles abgewertet wird, was nicht Karierevorstellungen entspricht. Die wir warum eigentlich erfüllen sollen? Wie du sagst: Land und Menschen nicht noch weiter kaputtmachen…

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  2. Wozu eine „Burkadebatte“?

    Eine „Burkadebatte“ in Zeiten US-westlicher Terrorförderung für „offene Investorengebiete“ mag den Eindruck erwecken als ginge es in erster Linie gegen die Emanzipation, und damit kann tatsächlich auch wieder „schön“ das Volk gespalten werden – das absehbare Ergebnis und damit die offensichtliche Absicht wird jedoch wohl eher die Gewöhnung der US-westlichen Öffentlichkeit an die Al Qaida-Terrorklamotten islamisch getarnter geheimer CIA/Wahhabi-Kriegsführung sein.

    Zuvor bereits in jeder Beziehung neoliberal-kapitalistisch massenverelendete und dann von den mit Milliarden US-Dollars aus Washingtons Saudiland bezahlten Wahhabi-Hasspredigern durch religiöse Wahnvorstellungen in den Menschenhass getriebende, also faschistische Söldner, müssen eben überall in der Welt angeworben und untergebracht werden, auch im westlichen Herrschaftsgebiet der US-geführten Nato, dem bewaffneten Arms des Imperialismus.

    Bevor der Wallstreet-Zombiekapitalismus wieder eine junge Generation – wegen der durch Kreditausweitung unbegrenzt vermehrten Zahlungsmittel – für nun dringend benötigte neue Anlagemöglichkeiten in russische Ressourcen oder zumindest die Ausschaltung imperialistischer Konkurrenz durch Zerstörung Europas samt hitlerscher Russlandverteufelung in den nächsten großen Profitkrieg hetzen lassen kann[1], müssen ganze Gesellschaften irgendwie erneut militarisiert und politisch auf die schiefe Bahn geraten, in den braunen Sumpf der selektiven Menschenfeindlichkeit gekippt werden. Das wissen die Hütchenspieler alias „Eliten“ noch vom vorherigen Mal[2][3].

    Ist unter kapitalistischen Bedingungen überhaupt etwas Besseres möglich? Das ist der wirkliche Punkt der Debatte und die Kernfrage, von der mit ständig neuen Diskussionen über sekundäre Themen abgelenkt wird.

    Hauptsache jemand ist einfach ein Mensch.

    [1] „Kapitalinvestitionen und sorgt für gründlichen Verbrauch und Verschleiß der angesammelten Vorräte an Waren und Kapitalien, wesentlich rascher und durchgreifender als es in den gewöhnlichen Depressionsperioden auch bei stärkster künstlicher Nachhilfe möglich ist. So ist … der Krieg das beste Mittel, um die endgültige Katastrophe des ganzen kapitalistischen Wirtschaftssystems immer wieder hinauszuschieben.“ – Ernst Winkler, Theorie der natürlichen Wirtschaftsordnung, Heidelberg 1952, S. 125

    [2] „Der Kapitalismus in der Krise wird aufrechterhalten mit den terroristischen Mitteln des Faschismus. Deshalb soll vom Faschismus schweigen, wer nicht auch vom Kapitalismus reden will.“ – Prof. Dr. Max Horkheimer, Verfolgter des Hitler-Faschismus, der den Kapitalismus am meisten stützte.

    [3] „Der Faschismus ist als Geschichte bewahrt, als flackernde Filme im Stechschritt marschierender Schwarzhemden, ihre Verbrechen schrecklich und klar. Doch in denselben liberalen Gesellschaften, deren Krieg fabrizierende Oberschichten uns dazu drängen nie zu vergessen, wird das Bewusstsein für die immer schneller wachsende Gefahr einer zeitgemäßen Form des Faschismus unterdrückt – weil es ihr Faschismus ist.“ – John Pilger, journalistischer Aufklärer über Washingtons Kriegsverbrechen u. a. in Vietnam, Warum der Aufstieg des Faschismus wieder Thema ist, 2015 http://johnpilger.com/articles/why-the-rise-of-fascism-is-again-the-issue

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