Und was soll daran feministisch sein?

Wir sollen der Wahl Hillary Clintons zur US-Präsidentin entgegenfiebern, Bücher für „freche Frauen“ bei Thalia sexistisch finden, aber zugleich das Kopftuch als modisches Zeichen von Emanzipation betrachten. Und wenn die Band Jennifer Rostock Frauen (halb)nackt zu mehr Selbstbewusstsein ermutigen will, erinnert dies zwar an Femen, soll aber nichts anderes sein als eine feministische Kampfansage.

Was einst Ziel von Frauen war, die aufbrachen, die Gesellschaft zu verändern, klingt allenfalls noch schwach an, geht aber beinahe unter in angepassten Ansagen, die dem „Islam welcome!“-Mainstream folgen. Oder wie die Kabarettistin Lisa Fitz festgestellt hat: die meisten Frauen recherchieren gar nicht politisch und setzen sich nicht mit Hintergründen auseinander. Deshalb haben ihre u.a. NATO-kritischen Auftritte auch Seltenheitswert – in der Kabarett-Szene an sich und erst recht, weil sie eine politisch denkende Frau ist.

Lisa Fitz und die NATO

In Massenmedien erreicht der Clinton-Hype inzwischen den gesteuerten Höhepunkt, doch wegen geleakter Mails kommt der Kandidatin jetzt ihre rechte Hand Huma Abedin abhanden. KritikerInnen betrachten die Geschichte von Abedin als Story von erfolgreicher saudischer Infiltration der US-Politik. Frauen, die reflexartig und emotional auf Politik reagieren, wollen sich lieber keine Gedanken darüber machen,  was wohl hinter den Kulissen abläuft. Dies würde auch schmerzhafte Erkenntnisse mit sich bringen, weil Prozesse der Unterwanderung im eigenen Umfeld sichtbar werden können.

Einfacher ist es, sich mit der Art und Weise auseinander zu setzen, wie ehemalige Freundinnen von Bill Clinton zu Hillary Stellung nehmen, ihre Erscheinung als junge Frau wenig schmeichelhaft beschreiben. Kritische Betrachtungen der Mail-Leaks kann mann / frau Autorinnen wie Bettina Röhl überlassen und bequemer Weise ausblenden, dass auch der Clinton Body Count Fragen aufwirft. Da bleibt manch eine scheinbar emanzipierte Frau lieber auf der Ebene von Kommentaren wie diesem in der „Presse“: „Aber was bei Männern ‚Willenskraft‘, ‚Ausdauer‘, ‚Durchhaltevermögen‘ genannt wird, heißt hier plötzlich ‚Verbissenheit‘ oder ‚krankhafter Ehrgeiz‘, und klingt wie eine Anmaßung.“

Tatsächlich reicht hier Frau Sein an sich. ohne dass inhaltliche Ansprüche gestellt werden oder gar erörtert wird, warum Feministinnen wie Susan Sarandon und Vivienne Westwood Clinton als Kriegstreiberin betrachten. Paradoxer Weise legen gerade jene Frauen, die vehement überall Quoten einfordern, die Latte sehr niedrig, wenn es um die Performance von anderen Frauen geht. Deshalb wird eine Talkrunde bei Servus TV mit vier weiblichen und zwei männlichen Gästen auch als „sexistisch“ bezeichnet, wobei die Themenstellung sicher provokant gemeint war („Mann und Frau: Gleichmacherei um jeden Preis?“), sich aber gut als Einstieg in die Debatte eignete. Nachdem Servus zuvor Martin Sellner von den Identitären eingeladen hatte, sorgte der Sender nun „wieder für Empörung“, so die „Wienerin„, „weil sich unter den Gender-‚Experten‘ unter anderem der Abgeordnete Marcus Franz befand. Wir erinnern uns: das ist jener Mann, der ‚Pograpschen‘ für okay befindet, weil Mann wissen will, ob Frau hält, was der ‚Blick verspricht‘.

Lisa Fitz im Interview

Außerdem sind die Anti-Baby-Pille und der Feminismus für ihn schuld am Untergang Europas. Sein Statement gestern: ‚Feminismus ist der reinste Sexismus überhaupt, er reduziert sich schon im Namen nur aufs Geschlecht.'“ Je platter und plumper, desto mehr sollte es für anwesende Frauen ein Freudenfest sein, einen so gestrickten Herren elegant und rhetorisch gewandt zu zerlegen. Auch Rechtsanwalt Werner Tomanek, der relativ wenig sagte, wäre für eine gestandene gut argumentierende Frau nur ein Jausengegner gewesen, doch auch ihm galt der Vorwurf der bloßen Anwesenheit.

Doch geladen waren nur Karin Stanger von der stets dem transatlantischen Mainstream folgenden HochschülerInnenschaft an der Universität Wien, die ehemalige Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (die jetzt für den transatlantischen Kandidaten Alexander Van der Bellen wirbt), die Gender Studies-Professorin Elisabeth Holzleithner und die Biologin Barbara Schweder. Letztere war ziemlich biologistisch unterwegs und berichtete, dass ihr Sohn eine Puppe als Hammer benutzte und schrieb Frauen und Männern bereits in der Steinzeit ganz unterschiedliche Tätigkeiten und Eigenschaften zu. Holzleithner hingegen beschrieb stolz das Aha-Erlebnis einer Studentin, als es um gegenderte Bezeichnungen ging, denn der Begriff „Landeshauptfrau“ macht es möglich, dass sie sich vorstellen konnte, dies eines Tages selbst zu sein.

Da es auch um gendergerechte Kindergartenerziehung und um weibliche Berufswahl ging (und nicht zu vergessen um Frauenquoten) scheint anderes Handeln in der Gegenwart für Frauen unwahrscheinlich, während alle Hoffnungen auf kommende Generationen gesetzt werden. Dies lässt jene Frauen ratlos zurück, die schon vor Jahrzehnten ohne viel Aufhebens einträchtig mit Autos, Puppen, Soldaten und Tieren spielten und sich erwartet hätten, dass seither einiges weitergegangen ist. Denn in der Realität verhalten sich viele Geschlechtsgenossinnen so wie von der Psychiaterin Heidi Kastner beschrieben, die ein Buch über Trennungen veröffentlicht hat: „Das hat jetzt nichts mit Mord und Totschlag zu tun, aber eine Grenze sollte man dann ziehen, wenn man Gefahr läuft, die Würde zu verlieren. Diese Gefahr liegt dann vor, wenn der andere pausenlos malträtiert.

„Crime is not criminal“ – Clintons Kinderbuch (Satire)

Malträtieren kann verbale Erniedrigung bedeuten, Demütigung, Ächtung, Schmähung oder körperliche Aggression. Und wenn sich ­jemand im Vorfeld als übergriffig gezeigt hat, dann ist es wahrscheinlich nicht die beste aller Ideen, sich mit dem auch noch heftig zur Trennung auseinanderzusetzen, weil die Möglichkeit einer Eskalation dann höher ist. Da muss man auch manchen Damen einen Vorwurf machen, die in grandioser Ignoranz der Um- und Zustände sich zu zwanzig letzten Aussprachen treffen.“ Dies sollte uns allerdings nicht überraschen, sind doch selbst angeblich besonders „bewusste“ Frauen besonders nachgiebig gegenüber Paschaverhalten, jedenfalls bei „Schutzsuchenden„, sonst ist es Larmoyanz.

Doch Frauen empfangen stets widersprüchliche Botschaften, wie man etwa bei Buchtipps sehen kann: Die Jobbeilage des „Kurier“ stellte am 8. Oktober 2016 „Gender Key“ von Christian Seidel unter dem Titel „Lesen für ein Leben auf Augenhöhe“, aber auch „Mama Trauma – Warum Männer sich nicht von Frauen führen lassen“ von Werner Dopper vor. Im einen Fall werden „Klischees und Rollenmuster“ aufgebrochen, wohl für Leserinnen und Leser (doch  bekanntlich lesen Frauen mehr als Männer), während im anderen Frauen lernen sollen, „den überfälligen Wandel“ herbeizuführen und Männer zu führen. Frau / mann kann auch sagen, dass „Scheitern“ an der Umsetzung der Tipps von „Gender Key“ damit erklärt werden kann, dass man(n) halt an einem „Mama Trauma“ leidet.

Seltsam auch, wenn wir uns zugleich über die Bezeichnung „Freche Frauen“ an Bücherregalen bei Thalia ärgern und das Kopftuch als modisches Statement feiern sollen. In einem Artikel in der „Wiener Zeitung“ wird eingangs festgestellt: „Es ist die Frau, die atemberaubend aussieht, und es ist der Mann, der als intelligent, schlau und rational gilt. Die Buchkette Thalia setzt nun noch einen drauf. In einigen Wiener Filialen werden Frauen als frech bezeichnet.“ Befragt wurde dazu Barbara Vinken, Literaturprofessorin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München: „Der Titel ,Freche Frauen‘ ist grotesk. Er fügt sich nahtlos in das Schema, das es schon immer über die schreibende Frau gab. Wagt sich eine Frau an die Öffentlichkeit – wo sie nämlich dezidiert nicht hingehört -, wird sie, so die Drohung, die Friedrich Schiller am härtesten formuliert, zur öffentlichen Frau, zu einer Frau für alle.“

Van der Bellen-WählerInnen im Gleichschritt

Der Begriff frech ist für Vinken“sehr abwertend, denn die Frau werde auf dieselbe Stufe wie ein Kind gestellt, das sich danebenbenommen habe“. Es ist „eine altväterliche Geste des Zurechtweisens, wo man das Mädchen in die Schranken weist, weil es sich zu viel herausnimmt“. Hier erkennt die Wissenschafterin auch klare (nachvollziehbare) Diskrimierung, da schreibende Männer nie als frech bezeichnet werden: „Das kann ja gar nicht sein. Mit den ,Frechen Frauen’ wird markiert, dass Frauen, die schreiben, die ihnen gesteckten Grenzen überschreiten. Ziemlich blöd, dass man noch heute diese Grenzen zieht.“ Freilich gibt es spezielle Literatur, die sich ausschliesslich an Frauen wendet, da es wohl kaum Männer gibt, die entsprechende Plots spannend finden.

Derartige Stories drehen sich um emotionale Verwicklungen, Shopping, Scheidung und wenig anstrengende Berufstätigkeiten, Freundschaften und Hochzeiten nicht zu vergessen. Wobei es sein kann, dass Thalia auch Bücher von Sophie Kinsella oder Helen Fielding unter „Freche Frauen“ ablegt, um nur zwei Autorinnen zu nennen, denen auch Leser zu wünschen sind. Barbara Vinken läuft aber in einem Interview erst zur Hochform auf, das unter diesem Titel veröffentlicht wurde: „‚Kopftuchbitches‘, das geht in die richtige Richtung“. Die Literatur- und „Stilexpertin“ ist sich nämlich sicher, „dass das Kopftuch ein supermodisches Accessoire geworden ist. Frauen, die sich hemmungslos mit Modefetischen behängen, sind für sie ein Maserati des Mannes“.

Es gäbe immer „Zwangsmomente“ wie beim Ablegen des Kopftuches in der Türkei Kemal Atatürks (als Männer keinen Fez mehr tragen sollten, sondern Hüte nach westlichem Vorbild) oder im Iran des Schah, der den Schleier im öffentlichen Raum verboten hat. „Als Protest gegen den autoritären, verwestlichten Staat kamen 1978 in Frankreich viele Studentinnen triumphierend im Tschador an die Uni. Jetzt müssen die Frauen im Iran korrekt verschleiert sein“, sagt Vinken, wobei der Hijab tatsächlich oft lässig getragen wird, was Protest ausdrücken soll. Die Debatte sieht sie „innerhalb der Dialektik der Moderne. Das heißt: Ich glaube nicht, dass sie etwas mit der Wiederkunft archaischer Traditionen zu tun hat. Man sollte nicht auf Verbote setzten, sondern auf die Listen der Mode: Das Kopftuch ist ein supermodisches Accessoire geworden. Es sieht großartig aus. Wahnsinnig raffiniert, zeigt tolle Farben und Türmungen über graziös geschminkten Gesichtern. Simone de Beauvoir trug oft die Haare unter einem Foulard verborgen. Das Kopftuch reiht sich in die Foulard-Tradition ein.“

verschleierungVeranstaltung der „muslimischen Zivilgesellschaft“ in Wien

Zum Kopftuch in München, das häufig von vollständig schwarz gekleideten Frauen getragen wird, meint Vinken: „Ja, dieses ostentative Verstecken weiblicher Reize ist unübersehbar. Super-auffälliger, herausstechender geht es nicht mehr. Eine Ähnlichkeit mit den Punks und deren offensiver Ästhetik der Hässlichkeit, Künstlichkeit und Abgerissenheit sehe ich aber nur in einem Punkt: beide provozieren. Bei den Punks verdankte sich die Provokation genauester Berechnung. Dagegen, ob die Saudierinnen einen öffentlichen Skandal provozieren möchten, da bin ich mir nicht so sicher. Da gibt es noch viel zu tun. Vertrauen in die Mode!“ Dass es abseits ihrer akademischen Spielweise und distanzierten Betrachtungsweise noch die Frage nach der Freiheit dieser Frauen gibt, scheint sie nicht zu interessieren.

Das Interview landet dann bei Bewertungen von Politikern und vor allem Politikeronnen; da tut Vinken Männer damit ab, dass Politiker ja wohl keine „Adonishüften“ haben: „Es gibt allerdings Gesellschaften, die Exzentrik, Weiblichkeit und Macht zusammendenken können. Denken Sie an Christine Lagarde oder an Theresa May, sehr modische, damenhafte Frauen. Südamerikanern fällt das auch leichter.“ Man habe aber in Deutschland und den USA große Probleme, Frauen und Macht zu verbinden: „Hierzulande wurde der Adel bildungsbürgerlich reformiert, während in England oder Frankreich der Adel die Bourgeoisie prägte. Denken Sie an Luise von Preußen, die noch als Königin wie die bürgerliche Ehefrau und Mutter war.

Macht und Weiblichkeit zusammenzudenken ist dort kein Problem, wo die Souveränität der aristokratischen Dame nicht verbürgerlicht wurde. Unsere Republiken dagegen glauben ganze Männlichkeit im Brüderbund nur dann garantieren zu können, wenn dieser souveräne Frauentypus verbannt oder zur Mutter reformiert wird. Frauenverehrung wird da als männliche Schwäche, als Schwächung des Männlichen interpretiert.“ Damit bleibt Vinken auf jener oberflächlichen Ebene, die für pseudofeministische Analyse so charakteristisch ist, weil sie sich an Statussymbolen aufhängt und diese mit realem Einfluß verwechselt. Sie befasst sich lieber mit den „verschiedenen ikonografischen Programmen“ von Frauke Petry (AfD) und Marine Le Pen (Front National), denn in Frankreich soll frau „weiblich und mondän“ sein, um stark zu wirken, in Deutschland aber „das Weibliche durch das Mütterliche überwinden“.

kopftuchverteilung

Gratis-Kopftuch-Verteilung in Wien

Vinken gesteht ein, dass sie sich nicht für politische Rahmenbedingungen interessiert und beurteilt Angela Merkel daher auch nur unter dem Aspekt, dass diese „jedenfalls von der Angst, die die meisten Frauen haben, nämlich nicht weiblich zu sein, frei ist. Sie studierte ein ‚männliches‘ Fach, sie macht Politik, was ja auch ein Männerzirkus ist. Ein unbeeindrucktes Selbstbewusstsein, eine gewisse Indifferenz gegenüber den Zurichtungen zur Weiblichkeit. Wie auch immer: in der Flüchtlingsfrage hat Merkel jedenfalls für einen kurzen Moment alle Politik fahren lassen und war eine der ganz, ganz wenigen, die in dieser furchtbaren Lage einfach menschlich gehandelt hat. Das ist bei Politikern selten.“

Es ist nur konsequent, dass Vinken, die Islamisierung und Einschränkung weiblicher Freiheit schönredet, Merkels „Haltung“ zur illegalen Einwanderung beschönigt. Es wäre ja verpönte Politik, sich mal anzusehen, was der Verlust an Kontrolle über das eigene Staatsgebiet bedeutet und welche Folgen dies hat. Und wirklich schlimm ist ja, Unterhaltungsromane für weibliche Einheimische unter dem Motto „Freche Frauen“ anzubieten. Dort ist übrigens Maria Svelands „Bitterfotze“ wohl kaum gelandet, da hier Bilanz über Vorstellungen von Emanzipation und den realen Alltag von Eltern gezogen wird. Da immer wieder Bilanz über (gelebte) Gleichberechtigung auch auf persönlicher Ebene sinnvoll ist, gäbe es hier also genug an feministischem Gesprächsstoff, zumal sich immer wieder Mütter gegen Abwertung durch andere Frauen (und die Gesellschaft) wehren.

Voll auf Welcome- und Staatsauflösungs-Linie ist auch die Band Jennifer Rostock, die zur Wahl in Mecklenburg-Vorpommern ein Lied gegen die AfD veröffentlichte. Neben den üblichen Herz-Schmerz-Tracks gibt es auch „Wir sind nicht von hier“ („Was sind schon Pässe aus Papier?“) und jetzt „Hengstin“, um nackt für den Feminismus zu kämpfen. Der Titel ist der „außergewöhnlichste“ Song auf dem neuen Album, sodass er auch ein besonderes Video verdient habe: „Und tatsächlich geht es kaum außergewöhnlicher, sieht man Leadsängerin Jennifer Weist im Video zu ihrem neuen Lied ‚Hengstin’splitterfasernackt vor einer kargen Wand sitzen. Die Kamera nur wenige Zentimeter von ihrem Schritt entfernt.“

Hengstin von Jennifer Rostock

Im Text heisst es etwa: „Ich glaube nicht daran, dass mein Geschlecht das schwache ist, ich glaube nicht, dass mein Körper meine Waffe ist“, was die „Welt“ so komentiert:  „Eigentlich will sich die Band mit dem Song für die Rechte der Frauen einsetzen. Nackt und mit einem wütenden Text funktioniert das offenbar besser.“ Und eine Zwischenüberschrift trägt den Titel „Mit ‚Sex sells‘ gegen Sexismus“. Weist singt auch:  „Es ist seit Hunderten von Jahren dieselbe Leier, das selbe Lied zu dem die Chauvis gerne feiern. Sie besaufen sich am Testosteron bis sie reihern. Ich seh so viele Männer – und so wenig Eier.“ Und weiter: „Erzähl mir nicht, dass das Thema kalter Kaffee ist. Man muss nicht alles schwarz anmalen, um zu erkennen was Sache ist. Wir leben in ’nem Herrenwitz, der nicht zum lachen ist. Doch wenn man ihn nur gut erzählt, merkt keine Sau, wie flach er ist.“

Dies wiederum erinnert an jene Sexismusdebatte, die ausgelöst wurde, um Rainer Brüderle von der Spitzenkandidatur für die FDP abzuhalten, weil dieser Politiker kein Transatlantiker war und z.B. die Teilnahme Grüner an Bilderberger-Treffen im Bundestag kritisierte. Damals machte sich Anne Wizorek einen Namen als „Netzfeministin“, die nach wie vor gerne zu Veranstaltungen eingeladen und interviewt wird, obwohl / weil sie die Übergriffe von Köln verharmlost hat und gegen ein Burkaverbot auftritt. „Jennifer Rostock – mit vollem Körpereinsatz für den Feminismus“ nennt der „Stern“ einen aktuellen Bericht: „Weil Frauen immer noch nicht gleichberechtigt seien, wollen Jennifer Rostock ein Zeichen setzen. Frontfrau Jennifer Weist geht dabei voran – und zwar nackt“, also „mit vollem Körpereinsatz für den Feminismus“.

Denn die Band will „ein Zeichen für mehr Gleichberechtigung setzen – und setzt dabei auf viel nackte Haut. Im Video zu dem Song räkelt sich Frontfrau Jennifer Weist im Eva-Kostüm auf einem Hocker, Intimbereich und Brüste lediglich von Armen und Händen verdeckt, die Kamera unmittelbar vor ihrem Schritt nach oben filmend. Wichtiger sei jedoch die Botschaft hinter dem Song, meint Weist in einem Facebook-Post. So hätten Frauen ’nach wie vor weniger Karrierechancen, verdienen in gleichen Jobs weniger als Männer und haben mit krasseren Vorurteilen zu kämpfen‘. Entsprechend wichtig sei es, ’selbstbewusst und eigenständig zu sein, keinem Hengst hinterher zu rennen, sondern selber Hengstin zu sein‘.“ Zum einen erinnert das Sexismus „gegen“ Sexismus-Konzept an die Tarnorganisation „Femen“ (und auch an Pussy Riot, die aktuell gegen Trump agitieren), zum anderen sind Hengste keineswegs Einzelgänger, die über Stuten herrschen, wenn sie dazu Gelegenheit haben, sondern sie übernehmen Aufgaben im Herdenverband. Und es ist wieder der „provokante“ Gegensatz Nacktheit vs. Schleier, als ob das eine oder das andere so selbstbestimmt wären.

Ein Gedanke zu “Und was soll daran feministisch sein?

  1. sehr schön.

    ganz klar ist es aber nicht, was feminismus damit zu tun hat, dass pfarrerstöcher politik machen (lagarde hab ich nicht gschaut aber auch may ist eine).

    auch finde ich, dass es nicht auf-gabe der politik sein kann, zwischenmenschliche beziehungen im detail zu regeln.

    diese beziehungen zwischen menschen lassen sich nur durch richtige/gute sozialisation erreichen.

    menschen, die ämter in staaten anstreben, egal ob männliche oder weibliche geschlechtsorgane vorhanden sind, haben einen unwiderstehlichen zug zur macht, zu durchsetzung gegen konkurrenz (verwendet um das gendern zu vermeiden,😉 ) und einen mehr un- als gesunden egoismus.

    welche wandlung sollen die dann durchmachen, wenn sie dann be-stimmen können?

    eine homogene, soziale gesellschaft könnte die gleichberechtigung voranbringen.
    eine notwendigerweise hierarchische struktur, kann nur wieder hierarchien hervorbringen.

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