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Und was soll daran feministisch sein?

Wir sollen der Wahl Hillary Clintons zur US-Präsidentin entgegenfiebern, Bücher für „freche Frauen“ bei Thalia sexistisch finden, aber zugleich das Kopftuch als modisches Zeichen von Emanzipation betrachten. Und wenn die Band Jennifer Rostock Frauen (halb)nackt zu mehr Selbstbewusstsein ermutigen will, erinnert dies zwar an Femen, soll aber nichts anderes sein als eine feministische Kampfansage.

Was einst Ziel von Frauen war, die aufbrachen, die Gesellschaft zu verändern, klingt allenfalls noch schwach an, geht aber beinahe unter in angepassten Ansagen, die dem „Islam welcome!“-Mainstream folgen. Oder wie die Kabarettistin Lisa Fitz festgestellt hat: die meisten Frauen recherchieren gar nicht politisch und setzen sich nicht mit Hintergründen auseinander. Deshalb haben ihre u.a. NATO-kritischen Auftritte auch Seltenheitswert – in der Kabarett-Szene an sich und erst recht, weil sie eine politisch denkende Frau ist.

Lisa Fitz und die NATO

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Deborah Tannen zu Medien und Gender

Frauen in Machtpositionen werden immer nach ihrem Äußeren beurteilt und darauf reduziert, sagte die bekannte Linguistin Deborah Tannen bei einer Tagung  an der Universität Wien. Männern bleibt dies meistens erspart, fügte sie hinzu – und aus aktuellem Anlass könnte man meinen, die neue frauenlose Landesregierung in Oberösterreich verzichtet ebenfalls auf derlei Bewertungen.

Tannen illustrierte ihren Vortrag im Rahmen des Symposiums „Gender_Language_Politics“ (1) mit Aufnahmen der PräsidentschaftskandidatInnen Donald Trump und Hillary Clinton, analysierte aber auch Fotos von Bill Clinton, Alexis Tsipras und Yannis Varoufakis. Deutlich wurde, dass Hillary Clinton ihren Haarschnitt und damit auch ihren Stil sehr oft gewechselt hat, während sich ihr Ehemann über die Jahre nur moderat verändert hat.

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