Wichtige offene Fragen in der Silberstein-Affäre

Hätte Kanzler Kern einen russischen Wahlkampfberater engagiert, wäre sofort vermutet worden, der Geheimdienst würde sich einmischen wollen. Bei einem Israeli werden aber selbst dahingehende Berichte ignoriert,sodass man rätselt, welche Motive das eindeutige Verhalten von Tal Silberstein wohl haben könnte. Er wurde von Ex-Kanzler Gusenbauer empfohlen und hat die SPÖ-Kampagne an die Wand gefahren, doch beide müssen nicht mit Konsequenzen rechnen. Trotz Warnungen hat die SPÖ den Vertrag mit Silberstein erst gelöst, als er in Israel verhaftet und dann unter Hausarrest gestellt wurde, was ihn offenbar nicht daran hinderte, über Mittelsmänner und -frauen weiter mitzumischen. Die SPÖ gibt nur das zu, was längst öffentlich bekannt ist und musste so schließlich einräumen, dass Silberstein eine zentrale Rolle spielte und es keinen richtigen Beratervertrag gibt. Im Folgenden stelle ich einige nach wie vor offene Fragen:

Warum hat die SPÖ Silberstein ab 1.10.2016 engagiert?  Es zeichneten sich keine Wahlen ab, da der reguläre Termin erst im Herbst 2018 gewesen wäre. War es ein symbolisches Datum, da Silbersteins Freund und Geschäftspartner Gusenbauer u.a. dank Dirty Campaigning die Wahl am 1.10.2006 gewonnen hat? Zwar hat die Silberstein-Affäre 2017 längst einen eigenen Wikipedia-Eintrag, doch die damalige damalige Kampagne wird dem von Silberstein an die Wand geknallten offiziellen Wahlkampfmanager Norbert Darabos in seinem Eintrag umgehängt: „Zur Nationalratswahl 2006 leitete er den Wahlkampf der SPÖ mit ihrem Spitzenkandidaten Alfred Gusenbauer, wobei er nach Urteil der Medien auch Methoden des ‚Dirty Campaigning‘ einsetzte.“ Der erste Bericht zum neuerlichen Silberstein-Engagement stammt auch vom Oktober 2016: „Der Israeli Silberstein – er hatte in Österreich bereits Ex-SPÖ-Kanzler Alfred Gusenbauer und Wiens Bürgermeister Michael Häupl gecoacht, gilt als ‚Meister des dirty Campaigning‘. Davon wissen auch seine internationalen Kunden und Rivalen zu berichten. Einer von Silbersteins legendär gewordenen Sätzen: ‚In Wahlkämpfen‘ gebe es ‚keine Demokratie‘. Gemeint: Es sei so gut wie alles erlaubt, um Erster zu werden. Die SPÖ versucht der Top-Profi – der vor der Wien-Wahl 2015 die Neos unentgeltlich beraten hatte – auf internationalen Standard zu bringen: Um 8 Uhr morgens beginnen die Sitzungen mit Silberstein zum Leidwesen einiger Roter, die auch gleich einen Englischkurs besuchen müssen, um sich mit Silberstein unterhalten zu können.“

Kanzler Kern beteuert, man habe sich seine Referenzen aus europäischen Wahlkämpfen angesehen; sie seien einwandfrei (auch in Rumänien?); dies umfasst auch die Wahl 2006 (ein Hohn, da Darabos seit damals unter Druck ist) und die Wiener Gemeinderatswahlen 2015, wo er die NEOS beraten hat. Letzteres sieht Kern als Erfolg und für ihn ausschlaggebend, obwohl die NEOS selbst mit ihm ein Honorar für den Fall vereinbarten, dass sie noch besser abschneiden. Warum haben Erfahrungen z.B. in Bolivien oder Israel nicht interessiert, zumal diese in Dokumentation und Spielfilm („Our Brand is Crisis“ zu Bolivien) und in zahlreichen Medienberichte nachvollziehbar sind?

Wahlkampfpläne von Ende Jänner 2017 („Österreich“ 8.10.)

 

Befasst man sich mit Silbersteins Firma GCS, mischt sie dort mit, wo es um einen regime change geht. Das ist nicht immer ein blutiger Umsturz mit tausenden Toten, sondern es kann auch um (mehr) fremden Einfluss gehen. So gesehen war der Wechsel von Wolfgang Schüssel als Kanzler zu Alfred Gusenbauer (mithilfe des Mossad) ein regime change, den dann österreichische Kräfte mit Gusenbauers Demontage rückgängig machen wollten. Zwar sind seit 2007 immer SPÖ und ÖVP in Koalition, doch auch Kern strebte einen regime change an; jedenfalls macht das Konzept seines Beraters vom 25.1. diesen Eindruck, da eine Mehrheit aus SPÖ, Grünen und NEOS angestrebt wird. Man kann dies auch als „open border majority“ bezeichnen kann, da international operierende Berater solche Ziele samt Souveränitätsabbau und fremde Interessen vertreten. Warum hat Kern, der sich gerade seines engen Verhältnisses zu George Soros rühmte, einen regime changer engagiert?

Ohne dass man Kausalketten betrachtet, versteht man nicht, wie es zu Auflösungserscheinungen der SPÖ in der Wahlkampfschlussphase kommt. Wäre Silberstein 2006 nicht engagiert worden, hätte Gusenbauer vielleicht nicht knapp gewonnen, jedenfalls aber wäre Wahlkampfmanager Norbert Darabos nicht unter Druck geraten. Er hätte nicht Verteidigungsminister werden und versuchen müssen, die Eurofighter abzubestellen und wäre nicht via Ex-Klubsekretär bei Gusenbauer und dann Kabinettschef im BMLV Kammerhofer abgeschottet worden. Hätte Gusenbauer sich den Lebenstraum Kanzler zu werden ohne Hilfe des Mossad-„katsa“ Silberstein erfüllt, wäre nicht nach nicht einmal einem Jahr seine Demontage eingeleitet worden (und vielleicht wäre Jörg Haider noch am Leben). Nachfolger Werner Faymann wäre wahrscheinlich nicht von Christian Kern abgelöst worden, der zu „Gusis“ Netzwerk gehört. Und es wäre nicht zur fatalen Entscheidung gekommen, dass Kern auf Gusenbauers Rat hin Tal Silberstein engagiert. Wird die SPÖ, die angeblich für volle Aufklärung ist, so weit in die Tiefe gehen?

Warum hat die SPÖ Berichte ignoriert, wonach Silberstein dem Mossad zuzurechnen ist (und dies auch für mehrere andere von „Gusis“ Freunden und Geschäftspartnern gilt)? Ich habe sie am 10.1.2017 erstmals darauf aufmerksam gemacht, jedoch vergeblich, sodass er dann in „katsa“-Manier vorging (in der SPÖ wusste es der eine oder andere seit dem Wahlkampf 2002) . Deshalb kam es zu einer Parallelstruktur, zu Parteifremden, die Silberstein dirigierte  und zu dem vielzitierten Dirty Campaigning, das man auch als schwarze Propaganda bezeichnen kann und eine Standard-Geheimdienstmethode ist. Silberstein rühmt sich (siehe „Our Brand Is Crisis„), dass er politische Gegner aus dem Hinterhalt anpatzt und es nicht rückverfolgbar sein darf. Kern verwechselt in Diskussionen mit Kurz gerne Kritik auf Webseiten mit bekannten Herausgebern mit schwarze Propaganda-Facebook-Seiten, deren Urheberschaft verschleiert wurde. Pech für Kern ist, dass man inzwischen weiss, dass Tal Silbersteins „Subunternehmer“ Peter Puller ein Büro für Dirty Campaigning betrieb.

Warum stellt sich die SPÖ als Opfer hin? Schon klar, es ist Wahlkampf und man will gegenüber der ÖVP punkten,  bietet ihr aber einmal mehr Gelegenheit daran zu erinnern, wer den „Weltmeister des Dirty Campaigning“ engagiert hat. Zu Recht fragen sich viele, was wäre, wenn dessen verdeckte Aktionen erfolgreich durchgeführt worden wären, wenn nicht Festnahme und Hausarrest Wien-Besuche verhindert hätten (seine Agenten hatte er auch so an der Leine). Unter Garantie hätte die SPÖ wie schon 2006 nichts an der Wahl der (Geheimdienst-) Mittel auszusetzen gehabt und in Kauf genommen, dass Rote mit Gewissen wie z.B. Stefan Sengl 2017 und Darabos 2006 an die Wand gedrängt wurden (die übrigens 2004 gemeinsam Wahlkampf für Heinz Fischer machten).“Haltet den Dieb“ wird auch auf höchst unlogische Weise gerufen: man beteuert zugleich, dass Peter Puller nichts mit der SPÖ zu tun habe UND zeigt Kurz‘ Sprecher Gerald Fleischmann wegen des Versuchs der Bestechung und Betriebsspionage an, da er laut Puller Insiderinfos aus der SPÖ-Kampagne wollte. Somit gibt die Partei zu, was sie zuvor leugnete, da er ja nur dann etwas verraten kann, wenn er für sie arbeitet. Außerdem beklagt Kern, dass jeder Entwurf sofort geleakt wurde, sodass Puller gar keine SPÖ-Geheimnisse mehr preisgeben hätte können.

Warum hängt die SPÖ alles an der ÖVP auf, statt den eigenen Verrat zu erkennen? Es ist einfacher, Maulwürfe zu suchen als sich beschämt einzugestehen, dass man der eigenen Unterwanderung Tür und Tor öffnete.  Wenn Fleischmann sagt, dass er Puller mit dem Verdacht konfrontierte, für Silberstein zu arbeiten und dies bei ausgeschalteten Handys auf einen Zettel schrieb, zeigt dies, dass die ÖVP weiss, mit wem sie es zu tun hat. Puller ist ein denkbar unglaubwürdiger Rettungsanker für die SPÖ, ließ er doch Kurz durch rassistische Postings diffamieren bzw. nahm ihn in Geiselhaft (es gab Fake-„Pro“- und „Contra“-Kurz-Seiten). Als Agent Silbersteins erinnert er uns daran, dass Geheimdienste desinformieren und man nicht mit (gänzlich) der Wahrheit entsprechenden Aussagen rechnen darf. Selbst wenn jemand mal in der Sache aufrichtig ist, wird er immer noch die eigene Tarnung aufrechterhalten wollen. Die SPÖ kann jetzt in Zeitungen lesen, wie sie von einem Dienst aufgerollt wird, lernt aber nur eine Methode: Den „limited hangout“, nur das zugeben, was man unbedingt zugeben muss.

Was bedeutet es, wenn Silberstein zuerst „nur Umfragen“ machte,  inzwischen aber davon die Rede ist, dass er alle dirigierte und bei wöchentlichen Jour Fixes war? Letzte Woche stellte die SPÖ Unterlagen zu seinem Engagement ins Netz, die weitere Fragen aufwerfen: „Zunächst konnte, wie Matznetter einräumen musste, kein unterschriebener Vertrag mit Silberstein gefunden werden. Es liegt nur ein Angebot der GCS International vom 1. Jänner mit einem Auftragsvolumen von 180.000 Euro vor. Zusätzlich gibt es noch einen Annex, der von Ex-Geschäftsführer Georg Niedermühlbichler und Silberstein am 28. Februar unterschrieben wurde – damals wurden weitere 180.000 Euro vereinbart.“ Was auch zur Frage führt, wer 2006 was unterschrieben hat – Doris Bures, die für Finanzen zuständige  Geschäftsführerin?  In der Berater-  und PR-Branche sind natürlich unterschriebene Verträge mit Code of Conduct üblich; was darf man, was nicht, um dem Aufraggeber nicht zu schaden. Die verfügbaren Angaben legen auch nahe, dass Silberstein die Dirty Campaigning-Einheit um Puller nicht selbst bezahlte, sondern doch die SPÖ dafür blechte.

„Krone“ am 30.9.2017 

Warum wurde so wenig verschriftlicht und warum wurde einfach akzeptiert, dass Silberstein um 106.000 € mehr als vereinbart verlangte?  Der „Standard“ kritisiert, dass kaum etwas belegt ist: „Die dazugehörigen Rechnungen Silbersteins, datiert mit 10. Juli, sind aber allgemeiner gehalten. Dort ist nur die Rede von ‚Strategie/Forschung‘, wobei im englischen Original einige Tippfehler sind. Eine weitere zusätzliche Honorarnote ist mit 7. April datiert, auch dort ist nur allgemein von ’strategischer Beratung und Forschung‘ sowie ‚zusätzlicher Arbeit‘ die Rede.“ Und: „Warum hat die SPÖ also diese Mehrkosten von über 100.000 Euro anstandslos bezahlt? Matznetter erklärt auf STANDARD-Anfrage, es habe sich um mündliche Zusatzvereinbarungen gehandelt. Er habe keine Zweifel, dass die Leistungen auch tatsächlich erbrachte wurden. Mehrere Silberstein-Mitarbeiter hätten in der Parteizentrale gearbeitet, es gebe tausende Seiten an Datenanalysen, so der SPÖ-Politiker.“ Matznetter genügte offenbar, dass Silberstein von 24/7 – also rund um die Uhr-Verfügbarkeit – sprach, um Mehrkosten zu rechtfertigen; „Der STANDARD fragte auch dazu bei Matznetter nach. ‚Wenn Sie mich fragen, ob hier überhöhte Zahlungen geleistet wurden, kann ich nur sagen: Ich kann das nicht beurteilen. Es schaut aus unserer Sicht aber alles normal aus‘, verweist er nochmals auf die umfassenden Arbeiten des Silberstein-Teams.“ (Bei 24/7 kann man auch an signals intelligence a la NSA oder Unit 8200 denken, sei ironisch eingeworfen.)

Warum prüft Christoph Matznetter sich selbst? Er ist Parteikassier und betreibt die MC Matznetter Consulting GmbH – Wirtschaftsprüfungsgesellschaft – früher Merkur Treuhand genannt; diese wiederum sitzt an derselben Adresse wie die Merkur Control, die einen „Bericht über tatsächliche Feststellungen von Zahlungen“ der SPÖ an die GCS erstellte. Der Bericht ist Grundlage der Recherchen des „Standard“, wobei mangelnde Verschriftlichung Indiz dafür ist, dass gar nicht so genau dokumentiert werden sollte. Natürlich geht es u.a. darum, Beweise für direkt von der SPÖ bezahltes Dirty Campaigning zu finden, wobei die Facebook-Seiten und die Werbung dafür mit Prepaid-Karte und unter falschen Namen bezahlt wurden.

Warum wurde mit Matznetter ein Gusenbauer-Mann ausgewählt? Er ist nämlich auch Geschäftsführer der ‚Merkur-Unternehmensbeteiligung, Vermögensverwaltung und Finanzierungsvermittlung Gesellschaft m.b.H. – Gartenhotel Altmannsdorf‘, die z. B.  die Café Gloriette Betriebs GmbH gehört, die „Café Gloriette“ und „Tiroler Garten“ in Schönbrunn verwaltet. Die Merkur „befindet sich laut Firmenbuch zu etwa 99 Prozent im Eigentum der SPÖ – der Rest des Anteils fällt auf das Renner-Institut, die Parteiakademie der SPÖ. Beim Renner-Institut wiederum trifft man auf niemand anderen als Alfred Gusenbauer als Präsidenten. Und Gusenbauer war es auch, der Matznetter, mit dem er seit gemeinsamen Jahren in der Sozialistischen Jugend befreundet ist, zur SPÖ brachte.“ Silberstein ist bekanntlich ein Geschäftspartner Gusenbauers, der wiederum 2007 eine Regierung aus alten SJ-Seilschaften bildete, mit Werner Faymann, Maria Berger, Doris Bures, Erwin Buchinger, Christoph Matznetter, „Gusis“ Ex-Mitschülerin Christa Kranzl und als Außenseiter ohne entsprechenden Background Claudia Schmied, die in letzter Sekunde an Bord kam, und Norbert Darabos, der Silbersteins „Sozialfighter statt Eurofighter“-Versprechen erfüllen sollte, abgeschottet, überwacht, unter Druck gesetzt wurde. Gemeinsam mit Doris Bures soll Matznetter übrigens die Parteifinanzen auf „wundersame Weise“ saniert haben.

Direktoren von GCS

Warum wurden Überweisungen an eine nicht auffindbare Firma getätigt, die in Berichten als „front“ des Mossad bezeichnet wird? „Tal Silberstein spricht nicht gerne über seine Firma GCS Management: ‚Ich habe nichts mehr zu sagen‘, sagt er am Telefon und legt auf. An der im Internet angeführten Adresse gibt es ein GCS-Türschild, seit zwei Jahren sitzt hier aber eine andere Firma. Der Chef sagt: ‚GCS – nie gehört.'“, schreibt „Österreich„, das Silberstein übrigens vor ein paar Tage noch interviewte. Wenn man dort anruft, gibt es nur ein Tonband, das eine weitere Adresse nennt, wo GCS ebenfalls nicht bekannt ist und man wieder zur ersten Adresse verwiesen wird. Es kann auch sein, dass die GCS untertaucht, zumal ihr Briefkopf mit (falscher?) Adresse, Webseite, Telefonnummer im erwähnten „Bericht“ der SPÖ über „tatsächliche Zahlungen“ aufscheint.

Warum wurde Mehraufwand angegeben, aber nicht belegt und doch bezahlt? Was Silberstein erhielt, macht auch ohne die Übernachtungen im Park Hyatt Luxushotel mit ca. 536.000 € rund acht Prozent der SPÖ-Mitgliedsbeiträge aus, was alle braven und ehrlichen Parteimitglieder in normalen Jobs verhöhnt. Wie sollen da Leute an der Basis noch für die SPÖ laufen, die für jeden Kaffee einen Beleg erhalten müssen und gegen die von der Koalition beschlossene Registrierkassenpflicht kämpfen, weil sie auch das Vereinsleben auf dem Land beeinträchtigt? Immerhin wurde gegen Silberstein (und andere) 2003 wegen der Verletzung israelischer Parteienfinanzierungsgesetze ermittelt; aktuell geht es um Geldwäsche, Bestechung usw. Zumindest in Postings wird die Frage gestellt, ob Silberstein auch mit kreativem Fundraising bzw. Kickback-Zahlungen zu tun haben könnte. Man sehe sich an, wie GCS in Bolivien agierte, wo der Kandidat der USA wohl kaum selbst die Mittel hatte, so eine Firma zu beschäftigen.

Was kann man sich unter 24/7-Betreuung vorstellen, nicht nur weil die Firma GCS offensichtlich ihre Spuren verwischt? Welche Engagements z.B.  in Wahlkämpfen hat sie noch  2017 oder 2016, was man ja auch als „Referenzen“ betrachten kann (man kann etwa an seine – jetzt beendete – Arbeit für den österr. Holzindustriellen Schweighofer denken)? Wie war es 2006 (und was kostete Silberstein damals die Partei)?  2002 arbeitete Silberstein nicht nur für Gusenbauer (der Schüssel damals unterlag), sondern auch in Rumänien, Bolivien (s. „Our Brand is Crisis„) und Israel. Übrigens war Silberstein über seine Agentin Victoria Sölle (die mit ihm zuerst im NEOS-Wahlkampf 2015 in Wien mitmischte), die er im Kanzleramt platzierte, bestens über Kerns Tagesablauf informiert, da die Absolventin einer Eliteuni in Singapur seine Termine koordiniert. Sölle ist vom Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband ans Kanzleramt ausgeliehen, dessen Vorsitzender Matznetter ist.

Warum scheinen Gusenbauer und die Signa Holding eine zentrale Rolle zu spielen?  Gusenbauer ist mit Silberstein und Beny Steinmetz geschäftlich verbunden, der mit Silberstein gemeinsam verhaftet wurde. Steinmetz war auch Geschäftspartner von Rene Benko, in dessen Signa „Gusi“ im Aufsichtsrat sitzt und dessen Ex-Sprecher Robert L. Signa-Sprecher und in Silbersteins „Spezialeinheit“ (wie es die Medien nennen) ist. L. ist seit dem Wahlkampf 2002 mit Silberstein befreundet und Verfasser des „Dossiers“ vom 9.2.2017, in dem Kern als „Prinzessin“ mit „Glaskinn“ beschrieben wird, Minister Doskozil und Ex-„Gusi“-Sprecher Hirsch (Doskozil-Sprecher) aber gelobt werden. Das Park Hyatt Hotel, in dem Silberstein bei Wien-Aufenthalten übernachtet, gehört zur Signa-Gruppe.

„Falter“ vom 4.10. 2017

Welche Verbindung besteht zwischen Peter Pilz und Gusenbauer und damit auch Silberstein? Pilz zog 2006/7 und 2017 mit Gusenbauer an einem Strang, was u.a. in den Eurofighter-U-Ausschüssen zum Ausdruck kam. Ziel von Pilz, Gusenbauer, Silberstein war und ist es, den unter Druck gesetzten Darabos einzutunken, was auch in der Aussage von Gusenbauer besonders im Kontrast zu jener Schüssels im U-Ausschuss deutlich wurde und in Pilz‘ Anzeige gegen Darabos gipfelte. Ist dies mehr als die transatlantische Achse zwischen dem Bilderberger und Ex-IUSY-Spitzenfunktionär Gusenbauer und dem Agenten Pilz? Fordert Pilz zum Schein „Gusis“ Rauswurf aus dem Renner-Institut, wie er auch Silberstein immunisieren soll, indem er den Begriff „silbersteinfrei“ in Anspielung auf „judenfrei“ verwendet, was prompt Empörung auslöst und ablenkt?

Ist Kern auch darauf reingefallen, dass Silberstein international tätig ist? War es verlockend, sich mit so einem „Berater“ zu umgeben, der weit mehr verlangt, als man selbst verdient, ein Übersetzerin braucht und im Luxushotel absteigt?  War es das Flair der großen weiten Welt, das auf den Kanzler abfärben sollte, der aber nur sich selbst und die SPÖ verhöhnte, indem er ein Trojanisches Pferd engagierte? Was bedeutet es, dass Doskozil und Hirsch in Robert L.s Dossier gelobt werden, während Kern detailliert negativ charakterisiert wurde und Silberstein, wie man jetzt weiss, eine „Dildo-Expertin“ als seine Sprecherin installieren wollte? Die Dolmetscherin wurde von „Gusi“-Fan Rudi Fussi – s. Video –  gerade bedroht; der „Falter“ schreibt am 11.10., dass Fussi Kern von Silberstein als Berater empfohlen wurde, was auch für Kampagnenleiter Johannes Vetter gilt (seine Frau ist bei den NEOS, er war Stellvertreter von Heide Schmidt beim LIF Wien; als Gusenbauer Kanzler war, nähert sich NEOS-Spender Haselsteiner – „Gusi“ ist jetzt im Aufsichtsrat der Strabag – der SPÖ an).

Wird die SPÖ die jetzt u.a. wegen der erwähnten Facebook-Seite ermittelnde Justiz auch auf den Mossad-Background und die Folgen seines Engagements 2006 hinweisen? Wenn wird am Wochenende im „Kurier“ lesen „Kern vertraute Silberstein bis zu dessen Verhaftung, was der Israeli weidlich ausnutze. ‚That comes directly from the number one‘, lautete seine Redewendung, wenn er etwas durchsetzen wollte. Der Insider: ‚Silberstein agierte mit der Autorität Kerns. Er war der Guru, die graue Eminenz. Niemand traute sich zu widersprechen, nur Kampagnenleiter Stefan Sengl tat es und verrieb prompt dabei.’“ so erinnert dies an den Umgang mit Darabos: „Silberstein agierte mit der Autorität Kerns.“ und „That comes directly from the number one“ entsprechen exakt dem Vorgehen eines weiteren Gusenbauer-Mannes, der seinen formalen Chef hintergangen und abmontiert hat, nämlich von Ex-Klubsekretär Kammerhofer als Kabinettschef im Verteidigungsministerium, der gegen Minister Darabos arbeitete.

Natürlich gibt es auch hier eine Silberstein-Connection, da Darabos diesem im Wahlkampf 2006 ausgesetzt war und dann das Wahlversprechen umsetzen sollte, die Eurofighter abzubestellen. Kammerhofer gab Fremdes mit diesen Worten als „Ministerwille “ aus: „Mach‘ das, der Minister will das so“ und außer General Entacher wagte niemand zu fragen, wo ein Beleg dafür ist, dass es sich tatsächlich um den Willen des (abgeschotteten, überwachten, bedrohten) Ministers ist. Entacher bekam nie Schriftliches, obwohl / weil der Kabinettschef in der Verfassung nicht vorkommt, der Minister das Weisungsrecht im Ressort und die Befehls- und Verfügungsgewalt über das Heer hat. Übrigens ist wie bei Silbersteins nicht seitens der SPÖ definiertem Arbeitsauftrag von fehlender Verschriftlichung (also belegbarem Ministerwillen) die Rede u.a. seitens einer Berufungskommission 2011. Da ich diese unhaltbaren Zustände dokumentierte, gab es massenhaftes Dirty Campaigning mit drastischen Folgen gegen mich – u.a. von SPÖ-Mitgliedern, denen Kern bislang kein Härchen krümmte, wo doch alles auch Resultat des Silberstein-Wahlkampfes 2006 war. Anzeigen dazu gibt es seit 2012, doch die Justiz nahm sie bislang nicht ernst. Was aber, wenn Kern Verantwortung wahrnimmt und sich hinter sie stellt? Es geht u.a. um Kammerhofer (jetzt wieder ÖBB), Answer Lang (jetzt Sprecher der Wiener Linien) und S. Hirsch (BMLV).

PPS:  Wie hier beschrieben werde ich seit Jahren wegen kritischer Berichte attackiert; nun suchen die Kater Baghira und Gandalf und ich ein neues Quartier, bevorzugt in Wien oder Wien-Umgbung. Wer etwas für mich hat oder weiss hilft mir damit sehr. Auf den Wunsch vieler treuer Leserinnen und Leser hin ist finanzielle Unterstützung  jederzeit willkommen: Alexandra Bader, Erste Bank BLZ 20111, BIC GIBAATWWXXX, IBAN AT592011100032875894. Ihr erreicht mich unter 06508623555, alexandra(at)ceiberweiber.at und ich bin auf Facebook und Twitter (cw_alexandra)

 

 

 

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14 Gedanken zu “Wichtige offene Fragen in der Silberstein-Affäre

  1. Ist off topic, doch vielleicht ein gutes Beispiel, wie locker-flockig manche Kreise in Österreich Verträge und deren Einhaltung betrachten.

    Dem Trainer des österr. Fußball-Nationalteams wurde der Vertrag nicht mehr verlängert. Zu dem Zeitpunkt waren aber noch zwei Qualifikationsspiele ausständig. Daß der Schweizer diese trotzdem ernsthaft und sogar erfolgreich geleitet hat, hatte vorher kaum jemand für möglich gehalten. Er wurde für die pflichtgemäße Erfüllung seines Vertrages sogar fast verlacht. Soviel zum Sittenbild.

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    1. marcel koller. ein mann mit prinzipien und charakter…

      doch nun zu einem weiteren interessanten mosaikstein:

      http://derstandard.at/2000065680319/Haselsteiner-Lauda-Co-pumpen-eine-Milliarde-in-Benkos-Signa-Prime

      lauda und benko investieren jetzt auch gemeinsam…

      jetzt stell ich mir die frage warum lauda für kurz werbung macht…

      folgender gedanke: soros mag orban nicht und in österreich ist anti-islam gerade in aller munde…

      also ist ein anpatzen der eher orban kurs-verfechter kurz und strache ein soros-anliegen…

      anfänglich ziehen soros und silberstein an einem strang, ja über gusi wird sogar ein nettozahler in form der spö an land gezogen…

      die antisemitismus-anpatz-versuche sollen hauptsächlich auch den schlümpfen schaden, da war wahrscheinlich noch mehr geplant…

      die pilz-spaltung, die haselsteiner-ederer neugründungen und die rosenkranz-schnell abspaltungen passen auch nahtlos zu der gleichen partie dazu…

      doch dann kommt silberstein soros in internationalen geschäften ins gehege…

      soros betreibt silbersteins verhaftung in israel…

      als revanchefoul lässt dieser in österreich die aktion spö-pushen in die luft fliegen…

      trotzdem nützen auch diese skandale eher pink-rot-schwarz-türkis-grün…

      weil die migration kein thema mehr ist…

      nur keine nachrichten sind schlechter als schlechte nachrichten…

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      1. @hlg
        Etwas Ähnliches habe ich auch schon angedacht.
        Doch generell ist zu sagen, dass jemand, der wirklich Macht und Intelligenz besitzt,
        stets überall, auf allen Seiten seine Finger drin hat. Kurz ist doch über das ECFR in Soros Netzwerk eingebunden.
        Darum wird Soros nicht „anti-Kurz“ sein, sondern wie im Schach einfach 2, 3 Züge voraus. Der geschickte Einsatz von Gegnern der eigenen Person oder Anliegen, um diese im Endeffekt voranzutreiben, gehört doch zum 1 mal 1 eins der Machtausübung.
        Und T.S. spielt jedenfalls mindestens eine Ebene unter Herrn Schwartz, vulgo Soros, ist somit selbst eher ein Bauer als ein Läufer oder Turm.

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      2. https://kurier.at/politik/inland/wahl/letzte-trends-wahltag-koennte-ueberraschung-bringen/291.694.463

        da scheine ich am 10.10. wohl den richtigen riecher gehabt zu haben:

        „trotzdem nützen auch diese skandale eher pink-rot-schwarz-türkis-grün…

        weil die migration kein thema mehr ist…

        nur keine nachrichten sind schlechter als schlechte nachrichten…“

        „Dann platzte die Affäre Silberstein, und viele erwarteten einen SPÖ-Absturz. Doch die Affäre scheint der SPÖ, zumindest in den Umfragen, nichts anzuhaben. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer erhob vergangene Woche – also mitten im Silberstein-Desaster – 27 Prozent für die SPÖ. Möglich, dass dieser Wert bis zum Wahltag noch etwas steigt.“

        die soziale karte wäre dafür die ursache heißt es weiter…

        aber in wirklichkeit hat man die illegale-zuwanderungs-karte mit einem taschenspieler-trick der magic-christian zur ehre gereichen würde verschwinden lassen…

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  2. silberstein ist nicht der einzige „internationale“ berater der spö… auch ein feinstein soll eine rolle spielen…

    nicht zu verwechseln bitte mit dem sympathischen clinton-intimus weinstein,

    …der sich allerdings beim orf neuerdings „weinstiiiiin“ spricht…

    beim ersten mal hab ich noch an einen sprachfehler geglaubt, aber diese aussprache wiederholt sich…

    zuletzt wieder die blonde zib sprecherin…

    das liegt glaub ich an der aktuellen stiiiin-schlag gefahr im wahlkampf…

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    1. der alt-bk springt in die presche:

      https://kurier.at/politik/inland/franz-vranitzky-antisemitismus-vergiftet-die-gesellschaft/291.465.562

      „Was ist passiert? Dienstagabend hat FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache beim ORF-Duell mit ÖVP-Vorsitzenden Sebastian Kurz die Großspende des Unternehmers Georg Muzicant an Kurz angeprangert (80.000 Euro) und den jüdischen Namen Muzicant falsch ausgesprochen. „Ein bewusstes oder unbewusstes Spiel mit antisemitischen Vorurteilen“, analysiert Zeithistoriker Oliver Rathkolb. Zuvor haben Kurz und Peter Pilz mit dem Namen Silberstein antisemitische Codes ausgesendet.“

      und der orf, der steuert jetzt durch bewusstes richtig-aussprechen dagegen…

      sehr löblich:

      „Und das will der ehemalige Bundeskanzler verhindern. „Diese Kräfte dürfen nicht wach werden, weil sie zu dauernden Ressentiments führen.“ Die politische Aufgabe bestehe eben nicht darin, Ressentiments zu schüren, sondern „eine Verbesserung der Lebenssituation der Menschen sicherzustellen. Aber wenn man sich zu antisemitischen Äußerungen oder gar Handlungen hinreißen lässt, zerstört man die Grundlage einer entwicklungsfreudigen Gesellschaft. Da bleiben Schäden zurück“, warnt er.“

      ganz darf man aber nicht vergessen, dass der antisemitismus diesmal zum teil von einem israelischen berater stammte, von der armen spö bezahlt wurde, der armen övp schaden sollte und der armen fpö angedichtet werden sollte…

      inwiefern sich da die lebenssituation der menschen verbessern soll erschließt sich mir nicht…

      es sei denn es geht bei den genannten menschen eben um die berater rund um die spö. wie zb diesen da:

      http://derstandard.at/2000065832507/Schwuppdiwupp-114-04800-Euro-an-Schmid

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  3. Tal Silberstein ist Mossad.

    Darauf weisen etwa die Haftbefehle der rumänischen und botswanesischen Behörden hin. Da wird Silberstein wegen „nachrichtendienstlicher Aktivitäten“ gesucht. Sein CV weist ihn als Offizier der IDF aus.

    Silberstein wird vorläufig aus dem Verkehr gezogen. Auch, weil er und sein Geschäftspartner Steinmetz es ein bisschen zu weit getrieben haben und Soros im Rohstoffgeschäft (Guinea) ins Gehege gekommen sind.

    Christian Kern sieht schlecht aus. Sein Verhalten ist völlig daneben, gereizt, aggressiv, unkontrolliert.

    Aus hinreichendem Grund. Der Mann dürfte seit Tagen nicht mehr geschlafen haben. Ihm dürfte klar geworden sein, dass Soros ihn nicht mehr schützt.

    Au weia. Denn mit unbotmäßigen oder nicht spurenden Politikern ist der Mossad nicht zimperlich.

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article11104929/Uwe-Barschel-der-Tote-in-Zimmer-317.html

    Eine Reihe von Fragen bleibt offen. Welchen Auftrag hatte Tal Silberstein? Wieso konnte er sich in der politischen Landschaft Österreichs derart etablieren? Welche Rolle spielten dabei der Politikdarsteller Alfred Gusenbauer, der „populäre“ Michael Häupl, der Geschäftsmann Martin Schlaff, die Geschäftsmänner H. P. Haselsteiner, Rene Benko, die Anwälte Gabriel Lansky und Leopold Specht? Welche Schein- und sonstigen Geschäfte liefen über die Signa Holding, die Novia Investment, die RHI und die Gabriel Ressources?

    Was für ein Sumpf. Was für ein Kriminalfall.

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    1. Ich empfehle dazu eingehendes Studium der Strukturen anderer Länder. Ganz besonders schlimm der Fall Schweden, aktuell auch der Fall Katalonien (und nicht nur wegen Soros… steht nur alles nicht in der Tagespresse…)… ja eigentlich praktisch jedes westeuropäische Land hat seine spezifischen Silbersteinchen, manche davon sogar Unmengen, nur jeweils angepasst an Lokalkolorit in situ. Man kommt dann aus dem Staunen nicht heraus.

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