Coup Teil 14: Spielte Silberstein eine Rolle?

Es fällt auf, dass Sebastian Kurz nach wie vor den Namen Tal Silberstein ins Spiel bringt und sich seiner Sache sehr sicher ist. Denn zugleich wird ein Narrativ geschaffen, das Ibizagate scheinbar aufklärt und ohne Hintermänner auskommt. Man fädelt dies natürlich nicht via Mainstream ein, sondern über die bis dato kaum bekannte Seite EU-Infothek. Dabei wird einiges durchaus korrekt recherchiert sein, es können sich jedoch auch Desinformationen darunter mischen. Andere Medien greifen dies auf und kreieren so einen Spin, der scheinbar alle Fragen beantwortet und Ibizagate zum singulären Ereignis macht; sie interessieren sich auch für die Villa und den Umgang der Inselbevölkerung mit illustren Gästen. Selbst bei Veröffentlichungen, die man kritisch bewerten sollte, fallen Silberstein-Bezüge auf. Heinz Christian Strache und Johann Gudenus wurde vom Lockvogel und seinem Begleiter nämlich auf Personen angesprochen, in deren Umfeld es Silberstein-Kontakte gibt mit dem gemeinsamen Nenner SPÖ.

Vielleicht denkt Kurz auch deswegen in diese Richtung, doch das ist nur eine Vermutung: „Es gibt klare Indizien, von wem dieses Video erstellt wurde. Es gibt auch erste Indizien, wer die Geldgeber und Auftraggeber gewesen sein könnten. Nach meinen eigenen Erfahrungen mit Tal Silberstein, der von der SPÖ beauftragt wurde, im Nationalratswahlkampf antisemitische Homepages zu erstellen, die dann mir in die Schuhe geschoben wurden, um uns bei Medien und Bevölkerung in ein schlechtes Licht zu rücken, weiß ich nicht nur, dass es solche Methoden gibt, sondern auch, dass am Ende jeder Spuren hinterlässt und alles irgendwann immer ans Tageslicht kommt.“ Kurz sagt auch: „Ich bin hier sehr vorsichtig mit meinen Aussagen, aber wenn ich mir ansehe, wer die handelnden Personen sind, die dieses Video beauftragt oder zumindest weiterverkauft haben, mit wem die Hersteller des Videos sonst zusammenarbeiten, ergibt sich für mich doch ein gewisses Bild, das mich persönlich nicht überraschen würde. Am Ende des Tages kommt immer alles ans Licht.“ Der Sprecher des Signa-Konzerns von Rene Benko, Robert L., der bis 2008 bei Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer arbeitete, ist mit Silberstein befreundet. Ebenso Zoltan Aczel, Strabag und früher Liberales Forum, dem das Video 2017 angeboten wurde; die Strabag engagierte mutmaßlich Beteiligte früher immer wieder.

Sebastian Bohrn-Mena (Ex-SPÖ, Ex-Pilz) und Gerald Grosz (Ex-FPÖ, Ex-BZÖ)

Damit sind wir bei Haselsteiner, Gusenbauer und Ex-Bundeskanzler Christian Kern, der 2016 Silberstein engagierte, der jedoch am 14. August 2017 in Israel verhaftet wurde. Dies zog nicht nur Hausarrest und danach Ausreiseverbot nach sich, sondern auch, dass es im SPÖ-Wahlkampf drunter und drüber ging und Internas nach außen sickerten. Man kann dies als gestörtes „agent handling“ verstehen, das evtl. auch einen Einsatz des Videos mit verschleierten Spuren verhinderte. Heute kann die SPÖ nicht einmal Sitzungen abhalten, ohne dass man von „Schreiduellen“ liest; diese kann man angesichts des EU-Wahlergebnisses durchaus verstehen. Bei Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda (der sich nicht an seine Performance beim Burgthater erinnern will) liegen die Nerven blank, da er Kurz nach dessen neuerlichen Andeutungen per Aussendung die Rute ins Fenster stellt: „Wir haben bereits vor einer Woche eine einstweilige Verfügung und eine Klage auf Unterlassung gegen Kurz eingebracht. Kurz hat noch bis morgen Zeit, sich zum Antrag auf Erlassung einer Einstweiligen Verfügung zu äußern.“ Und ihm dämmert: „Ganz offensichtlich ist Kurz aber – wie seine heutigen, gegenüber mehreren Tageszeitungen geäußerten Anschuldigungen zeigen – nicht willens, seine Aussagen zurückzunehmen. Umso wichtiger ist es, dass es voraussichtlich noch im Laufe der nächsten Woche eine gerichtliche Entscheidung gibt.“

Ein Dienstwagen auf der Flucht (erinnert an Laura R.)

Das Video unten mit Wolfgang Fellner und Gert Schmidt von der EU-Infothek weckt Erinnerungen an Fellner plus Peter Pilz und ist daher mit großer Vorsicht zu genießen. Die Skepsis wächst, wenn man sich Schmidts Vita näher ansieht, doch dazu später – darauf weise ich hin, weil es meine Zweifel bestätigt, die ich nicht erst beim Zusehen bekomme. Dies übrigens deshalb, weil Schmidt ein wahrer Alleskönner zu sein scheint, der in seinem Leben schon auf (allzu?) vielen Hochzeiten tanzte. Aber er ist ebenso unpräzise wie Fellner, wenn es um Recherche geht, denn beide schaffen es z.B. kein einziges Mal, das Zentrum für Politische Schönheit korrekt zu benennen, geschweige denn dessen (fragwürdige) Aktivitäten als Geheimdienst-Frontorganisation zu beschreiben. Nun mag Ibizagate auf den ersten Blick überschaubar sein, doch bei Fellner gibt es auch andere Räuberpistolen, etwa wenn sein Freund Pilz gegen Eurofighter und Airbus vom Leder zieht. Wäre ich in seiner Sendung, würde ich exakte Daten, Fakten und chronologische Abläufe darstellen, weil man so etwas aus dem FF beherrscht, wenn man sich tatsächlich länger mit komplexer Materie befasst hat. Ich würde Fellners ständiges Unterbrechen parieren, indem ich ihm keine einzige Desinformation durchgehen und mir auch nicht das Wort im Mund umdrehen ließe.

Wolfgang Fellner und Gert Schmidt

Wir müssen uns dessen bewusst sein, dass ab dem Moment der Veröffentlichung des Videos die Uhr für alle Beteiligten tickt. Sie befinden sich in einem Wettlauf mit der Zeit, wobei ihnen nützt, dass mit einem „kontrollierten Leak„, wie es Geheimdienste nennen, viele bei ihren Emotionen gepackt werden und nicht rein rational reagieren. Man benötigte also eine Coverstory, die man verbreiten musste, um Neugier zu befriedigen und von Hintermännern abzulenken; für Tal Silberstein und Co. brachte dies „plausible deniability“ mit sich. Was mir bei Fellner & Schmidt besonders sauer aufstößt, gebe ich hier in Stichworten wieder: „Drei Unterweltler und ein Anwalt waren auf eigene Rechnung, auf eigenes Risiko tätig“ – ach ja? Zuerst wurden 600.000 Euro an Kosten ins Spiel gebracht, und zwar auch via Fellner, der Sascha W. als „Kronzeugen“ präsentierte, der mit „Detektiv“ Julian H. früher Industriespionage betrieb. Aufträge bekamen sie u.a. vom ÖBB-Zulieferer Plasser und Theurer, aber auch von der Strabag; rein zufällig hielt Anwalt M. Vorträge bei den ÖBB und war Konzipient in der Kanzlei Lansky, die mit den Bundesbahnen einen Rahmenvertrag um Millionen hat. Wegen Plasser und Theurer stehen W. und H. demnächst vor Gericht; Angaben von W. findet das Landeskriminalamt teilweise glaubwürdig, für das BVT sind sie schlicht ein Holler (siehe Coup Teil 12).

Sebastian Kurz bei Niki Fellner

Die „vier Musketiere“, wie Fellner sie nennt, sollen nun nicht 600.000, sondern „nur“ 380.000 Euro ausgegeben haben, und das in einer Situation, in der sie finanziell eher klamm waren. Was wir glauben sollen, sieht eher nach einem Konstrukt aus, das die CIA selbst auf ihrer Webseite in anderem Kontext beschreibt. Das es mit „Secret“ klassifiziert war, muss man wohl an den Freedom of Information Act denken, wenn wir einleitend lesen: „Broad reflections on the role of concealment in unconventional warfare and other clandestine operations.“ Wir erleben nichts anderes als „concealment“, also Verschleierung, was auch sonst oft die Rolle u.a. von Fellner ist (siehe auch diese Analyse oder hier zu den Eurofightern). Die CIA spricht wahre Worte: „With respect to size and complexity, it may be said that in general the smaller the operation in terms of men, money, and materials, the better the chance for its complete coverture. Some large operations are of such a nature that they may be covered up to a given point in their unfoldment but then inevitably become apparent. For these a judgment must be made as to whether the advantages of a temporary cover legend are worth the effort entailed and any ill effects of the subsequent exposure.

Die Geschäftspartner Kern und Gusenbauer kürzlich in Wien

The sheer magnitude of a given operation sometimes limits the reliance that can be placed on cover and concealment, but even here particular aspects of the whole may be cloaked by the controlled use of physical security, surprise, and operational deception, as well as cover. When all tricks of the trade are skillfully applied, much can be accomplished, probably more than is realized by the current crop of expostulators who seek the public ear and eye.“ Fellner, Schmidt und andere sind auffällig bemüht, uns zugleich Täter zu präsentieren und sie zu exkulpieren; sie hätten ja eigentlich nix angestellt (verdeckte Aufnahmen sind in Spanien nicht strafbar!). Und sie wollen das Video auch brav vernichten (siehe z.B. die Kronen Zeitung), haben keine Hintermänner (Krone) bzw. doch, aber nur als „Geschäftsmodell“ (Krone) und wollen ab nun ganz brav sein und zu dem zurückkehren, was sie früher taten (Industriespionage?). Natürlich sei das Gespräch in Ibiza gezielt auf wichtige Player gelenkt worden, denn „der Bäcker ums Eck wird nix zahlen wollen“, wurde bei Fellner erklärt. Deshalb also ging es in den nun öffentlich bekannten wenigen zusammengeschnittenen Minuten also um Benko, Haselsteiner und die Krone und darum, dass die FPÖ Österreich angeblich an Russland ausverkaufen wolle.

Philippa Strache bei Puls 4

Man fragt sich, warum die NEOS noch am 16. Mai 2019 im Parlament „zu enge Russland-Kontakte“ der FPÖ thematisierten, wenn ihr Sponsor (und der des Bundespräsidenten) Haselsteiner viel in Sotschi baute und Businesspartner von Oleg Deripaska ist; Benko hat einen Kredit bei der ŕussischen Sberbank. Schmidt behauptet dann, dass die Villa schon mehrfach für Operationen verwendet worden sei, von Geheimdiensten und Finanzbehörden; man konnte alles auch online von fern verfolgen, wenn man einen Zugangscode hatte. Dies habe „ein österreichischer Geheimdienst“ auch getan; Fellner fragt nach, ob er das Bundeskriminalamt oder den Verfassungsschutz meint, die beide keine Dienste sind. Es ist dann einfach besondere Raffinesse, dass man die Finca via Airbnb mieten kann, wo doch jemand dies tun und alle Überwachungstools unschädlich machen könnte? Neben Suggestivfragen spielten auch „Substanzen“ eine Rolle, die man Heinz Christian Strache und Johann Gudenus in flüssiger Form verabreicht habe; andeutungsweise Koks, das für damit nicht Vertraute sicher nicht ungefährlich ist (und in jedem Fall schwere Körperverletzung und Nötigung von Mandatren!). Von dort ist der Weg nicht weit zu Liquid Ecstasy, das in Kombination mit Alkohol tödlich sein kann, auf das jedoch Philippa Strache siehe oben anspielen könnte.

Benko war auch im Juli 2017 vor Ibiza

Frau Strache wird gerne damit zitiert, dass sie ihren Mann fragte, wie er „so deppert sein konnte“, aber sie meinte auch: „Ich habe meinem Mann in der Nacht auch gesagt, ‚bitte, die hätten dich dort auch umbringen können‘. In Wahrheit hätte in der Finca alles passieren können.“ (Warum meinte Claus Pandi von der Krone – bezeichnender Weise im Gespräch mit Pilz im Standard -, das Video sei „wie ein Autounfall“ gewesen?) Die beiden Chauvis Fellner und Schmidt erklären uns, dass man noch keine „lettische Prostituierte“ als Lockvogel einsetzte, sondern eine russisch sprechende Bosnierin, die Agrarwissenschaften studiere, daher mit Kenntnissen brillieren konnte. Man wollte ja zuerst das Vertrauen von Gudenus gewinnen, der nach dem Tod seines Vaters (am 24. September 2016) Grund im Familienbesitz (Jagd) verkaufen wollte; so kam auch eine Immobilienmaklerin ins Spiel. Die Kronen Zeitung, an der Rene Benko beteiligt ist, schreibt basierend auch auf EU-Infothek: „Im Jahr 2017 sollen zwei Sicherheitsexperten für Konzerne mit der Spezialität Industriespionage (einer von ihnen mit Geheimdiensthintergrund) zusammen mit dem schon bekannten Detektiv und dem Anwalt aus Wien die Idee zum Gaunerstück entwickelt haben. Der Jurist hatte über Straches Privatleben offenbar intime Detailkenntnisse von einem seiner damaligen Bodyguards. Mit diesen Infos plante das Quartett die raffinierte Videofalle im Stil einer nachrichtendienstlichen Aktion.“ Bezeichnende Zwischenüberschrift: „Eine Studentin als gut bezahlte Venusfalle“.

Fellners Gewinnspiel

„Zuerst wurde der Frauentyp des FPÖ-Chefs gecastet. Die Hauptrolle erhielt eine bosnische Studentin der Agrarwissenschaften. Tagesgage bis zu 7000 Euro. Sie konnte Gudenus mit Detailwissen über Jagd- und Forstwirtschaft derart ‚einkochen‘, dass es schließlich zum fatalen Treffen auf der Partyinsel Ibiza kam. In einer ohnehin verwanzten Villa, die schon für andere verdeckte Operationen genutzt worden sei. Neben Alkohol hätte es auch andere rauschhaltige Substanzen in hohem Reinheitsgrad, um Strache und Gudenus die Zunge zu lockern, gegeben.“ Schmidt bekämpft als eine Art Novomatic-Lobbyist das kleine Glücksspiel, vertreibt Dessous, besitzt ein Hotel Thailand und und und – und ist Mitautor des Buches „Wenn der 8er im Zenit steht“, das man bei Omnia Online Medien GmbH erwerben kann. Das klingt ein bisschen nach seiner Detektei Omnia: „Seit 27.03.2019 für den Standort 1070 Wien, Neubaugasse 68 (kann vom Gründungsdatum abweichen) GeschäftsführerIn gewerberechtlich: Thomas Benold, Berufszweig: Berufsdetektive.“ Das erwähnte Buch wird so vorgestellt: „Jack Unterweger baute sich systematisch in fast allen Redaktionen Österreichs ein Netzwerk von Verbindungsdamen auf. Mit seiner markanten Chuzpe und Wirkung auf Frauen gelang es ihm, zumeist schlanke, gutaussehende junge Frauen für sich zu begeistern. Diese jungen Frauen wollten ihm helfen, ihn fördern, suchten oftmals auch seine besondere Nähe.

Silberstein-Partner Peter Puller deutet an (Twitter)

Unterweger gelang dieses gefährliche Spiel auch in der ERFOLG-Redaktion. Vorerst ohne Wissen der Kollegen(innen) und des Herausgebers intensivierte Jack Unterweger bereits vor seiner Flucht den intimen Kontakt in die ERFOLG-Redaktion. Er spielte den Verliebten und nutze auf seiner Flucht die Unerfahrenheit und Gutmütigkeit seiner jungen Verehrerin, auch um an Geld zu kommen. Als ERFOLG-Herausgeber Gert Schmidt von dieser Liaison erfuhr, war ihm die Gefahr, in welcher die junge Mitarbeiterin schwebte, sofort bewusst. Nachdem aufklärende Gespräche nicht fruchteten, entschloss sich Gert Schmidt, den zwischenzeitlich auf der Flucht befindlichen Jack Unterweger ausfindig zu machen und der Verhaftung zuzuführen. Zu diesem Zeitpunkt wussten nicht einmal die besten Kriminalisten der SOKO in Österreich von seinem Aufenthaltsort.“ Kommt dies nicht sehr bekannt vor, wenn wir an die Aufklärung von ibizagate im Rekordtempo denken? Seine Mitarbeiter von damals finden wir heute natürlich bei EU-Infothek. Nach Straches bevorzugtem Frauentyp hätten die Herren „aus der Unterwelt“ auch Fellner fragen können, den Philippa Strache, die er im Dezember 2015 erstmals datete, arbeitete bei ihm wie auch Clivia Treidl (Partnerin von Gernot Blümel, noch ÖVP-Minister) und Sandra Hrnjak (Partnerin von Ex-SPÖ-Minister Gerald Klug).

FPÖ-Sprecher zur nervösen SPÖ

Was Schmidt betrifft, schreibt Glücksspiel-Info: „Wäre also Prof. Schmidt nicht gewesen, hätte nicht einmal die SOKO Österreich Unterweger finden können!?! Da sind wir natürlich geschockt. Und ehrfürchtig.“ Omnia Online Medien GmbH gehört übrigens der Profi Media GmbH mit Schmidt als 100%-Gesellschafter; Geschäftsführer WIlfried Goll finden wir auch bei der Liegenschaftsverwaltung APPELLES, an der Anwalt Christoph Jeannee als Gesellschafter beteilgt ist. Sein Name klingt irgendwie nach Kronen Zeitung, jedoch zumindest indirekt, weil sein Vater Wolfgang, in dessen Kanzlei er u.a. lernte, daran beteiligt war, Hans Dichand Klimts „Dame in Schwarz“ anzubieten. Wenig ruhmreich ist diese Erwähnung: „Der bekannte Wiener Anwalt Wolfgang Jeannee hatte Klientengelder von 242 Millionen Schilling veruntreut, um seine Spielleidenschaft zu stillen.“ Es sollte vielleicht nicht verwundern, dass die Detektei Omnia erst vor wenigen Wochen gegründet wurde, hatte Schmidt doch eine Unzahl an Firmenbeteiligungen im Lauf der Jahre. Dass er offenkundig Interessen von Novomatic vertritt, wirft ein interessantes Licht auf seine Ibizagate-Rolle (einen „limited hangout“ zu transportieren?). Schließlich ist die Beziehung Gusenbauers zu Novomatic gut dokumentiert (siehe hier vom 18. August 2016); er wollte sogar gemeinsam mit Tal Silberstein und Beny Steinmetz in den Bereich Glücksspiel einsteigen, mit Spuren in den Paradise Papers (Steinmetz und Silberstein siehe auch Benko – msus man das noch erwähnen?).

 

August 2013: Gusenbauer bei Löwen Entertainment

Genosse Geschäftsmann Gusenbauer zog 2013 in den Aufsichtsrat der deutschen Novomatic-Tochter Löwen Entertainment ein; später beerbte ihn Ex-Grünen-Chefin Eva Glawischnig in dieser Funktion. Von „immer wieder Gusenbauer-Haselsteiner-Benko-Lansky usw.“ wieder zurück zu Fellner, der übrigens gerne in Benkos Park Hyatt-Hotel in Wien feiert (in dem Silberstein bei Besuchen übernachtet) und in dessen Zeitung Signa oft über mehrere Seiten inseriert. Die Video-Macher wollten es, so geht die Legende von Fellner und Schmidt, noch 2017 für eine bis 1,5 Milionen Euro verkaufen. Bestätigt haben bisher die Strabag (Zoltan Aczel) und die SPÖ (Johannes Vetter), dass ihnen Material angeboten wurde; ob in der jetzigen Form wissen wir nicht. Es ist aber nun von „allen Parteien“ die Rede und davon, dass eh immer mehr Bescheid wussten, u.a. „sehr wahrscheinlich“ Geheimdienstkreise. Kaufen und verwenden oder aus dem Verkehr ziehen wollte es aber offenbar niemand. Es sei „dem Herrn Haselsteiner vorgeführt“ worden, mutmaßen Fellner/Schmidt, doch dieser hat nobel abgewunken, er wollte sich damit nicht die Finger verbrennen. Das man es nicht einsetzen bzw. loswerden konnte, hatte anscheinend so gar nichts damit zu tun ,dass Agentenführer Silberstein in jenem Sommer zu sehr aufgefallen war und ohnehin nicht nach Österreich reisen konnte. „Später vielleicht“ soll es nicht nur bei Haselsteiner geheißen haben, da anscheinend niemand der FPÖ einen empfindlichen Schlag versetzen wollte (aha!).

Interessante Verbindungen (siehe auch hier)

Im Fellner-Plauderton wurde dann nach einem Jahr „eine zweite Runde gestartet“ und die Helden der „Unterwelt“ blieben inzwischen auf ihren Kosten sitzen. Nun nahm es „der Herr Doktor“ (Anwalt Ramin M.) selbst in die Hand,  er war „sozusagen der Vertriebschef“, agierte „mit offenem Visier“ und kontaktierte u.a. „eine der großen Tagszeitungen“ (nicht Kurier, Krone oder oe24). Obwohl es sich um ein „Geschäftsmodell“ handelte, hat sich bislang niemand gemeldet, dem nach 2015 auch so etwas angeboten wurde, sei es über sich selbst oder über einen Konkurrenten oder politischen Gegner. Wichtig ist ein Schlenkerer zur ÖVP, umm die allgemeine Paranoia noch anzuheizen, die seit dem Misstrauenantrag am 27. Mai grassiert. Man erhielt den Tipp, es doch in Deutschland zu versuchen, und da „Detektiv“ Julian H. „kein Medienprofi“ war, wandte er sich an eine Medienanwältein (zufällig die des ZPS). Einfacher wäre es gewesen, den Ex-BND-Agenten Werner Mauss (der dem heutigen SPÖ NÖ-Chef Franz Schnabl einmal großzügige Geschenke machte) einzubinden, der gute Kontakte zur Süddeutschen Zeitung hatte. Oder sich gleich an des International Consortium of Investigative Journalists zu wenden, bei dem Falter, SZ und Spiegel Mitglieder sind – genau die drei Medien, die als einzige alle sieben Stunden Material kennen. Mauss verwaltet(e) übrigens einen Geheimdienst-Geheimfonds, in den unter anderm Israel einzahlt und der bei der Veröffentlichung der Panama Papers unabsichtlich bekannt wurde.

Rendi-Wagner spricht Kurz das Misstrauen aus 

Es soll jedenfalls einen „echten Vertrag“ gegeben haben, weil „der Verein für politische Schönheit oder so ähnlich“ am Material interessiert gewesen sei; bezahlt wurde in Krugerrand im Wert von 600.000 Euro (das ZPS dementiert). Fellner würde gerne den Rest der Aufnahmen sehen, unter anderem, um die Frage zu beantworten, ob die Studentin „Sex g’hobt hot mitn Gudenus“. Weil sich die Macher ja „nichts zuschulden kommen haben lassen“, wünschen sich Fellner und Schmidt offenbar, dass man sie nicht behelligt. Ist die Beschreibung eines „limited hangout“ auf die schräge Story anzuwenden? Der Begriff ist „spy jargon for a favorite and frequently used gimmick of the clandestine professionals. When their veil of secrecy is shredded and they can no longer rely on a phony cover story to misinform the public, they resort to admitting—sometimes even volunteering—some of the truth while still managing to withhold the key and damaging facts in the case. The public, however, is usually so intrigued by the new information that it never thinks to pursue the matter further.“ Abschließend erinnere ich die Öffentlichkeit daran, dass mit dem Einsatz des Videos eine Regierung in die Luft gesprengt wurde und erstmals „Experten“ regieren sollen, die der Bundespräsident aussucht, der auch Teil des Coups ist.

PS zur Detektei Omnia: Thomas Benold, der Geschäftsführer ist ehemaliger WEGA-Beamter und bei der SPÖ Korneuburg gibt es einen Beisitzer diese Namens, der hier auf Facebook ist und mit dem die Wiener Polizei am 29.10.2016 „unterwegs“ war. Herzlichen Dank an User/innen für Inputs dazu und zu vielen anderen Aspekten!

PPS: Auf der Webseite der SPÖ Korneuburg lesen wir: „Der Einstieg der SIGNA in das Werftprojekt hat für einen Paukenschlag gesorgt. Nach einem langen Prozess, mit intensiver Bürgerbeteiligung, einem Siegerteam und einem fertigen Masterplan, kommt ein Unternehmen aufs Tapet, das vor allem für eines bekannt ist: die Entwicklung von prestigeträchtigen und hochpreisigen Projekten.“

57 Kommentare zu „Coup Teil 14: Spielte Silberstein eine Rolle?

  1. Sie laufen ja richtig zur Hochform auf, Frau Bader! Ja, die EU-Infothek taucht wie aus dem Nichts auf und zieht eine Menge Aufmerksamkeit auf sich. Ganz koscher ist das nicht.

    Erinnert mich an die miese Show, die die US-Demokraten mit Trump’s angeblicher „Russian Collusion“ abgezigen haben. Hier sind ja die Ankläger in Wahrheit bis über die Ohren mit Russland verbandelt, daß es schlimmer nicht geht.

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    1. danke 😉 es ist natürlich höchst masochistisch, sich fellner und schmidt anzusehen und dann drüber zu schreiben.,.. aber es ist ja für eine gute sache…

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  2. Dieser Gert Schmidt ist ein Stotterer. So eine unprofessionelle Darstellungsweise habe ich noch nie gesehen. Kann der Typ überhaupt einen vollständigen Satz formulieren ?

    Vielmehr glaube ich, dass die Krone-Journalistin „Katia Wagner“ mit Ihrem Mann und Geschäftspartner „Ramin Mirfakhrai“ hinter der ganzen Sache stehen.
    Wahrscheinlich war „Katia Wagner“ die Kontaktperson in Wien, während das Video erstellt wurde.

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      1. Wagner taucht Anfang 2017 plötzlich auf der politischen Bildfläche auf und bekommt hohen Besuch von Mittlerlehner, der mit ihr ein „Reformgespräch“ führt. Bereits davor lernt sie auch Kurz kennen und lässt sich mit ihm am 28.02.2017 im Außenministerium ablichten: https://www.instagram.com/p/BRD2ozGDbp1/ – und im Juni bekommt sie plötzlich eine Stelle als Moderatorin bei der Krone, wo sich später Kurz-Freund Benko einkaufen wird.

        Im Kontext eines „kompartimentierten“ Masterplans könnte Wagner durchaus ein „Asset“, eine nützliche Figur innerhalb eines eingebetteten Teil-Plots gewesen sein…

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    1. hey danke 😉 zu lansky gibt es viel zu sagen, zB hier:

      https://alexandrabader.wordpress.com/2018/10/21/gusenbauer-lansky-und-das-lobbying-schema/

      oder hier:

      https://alexandrabader.wordpress.com/2017/08/23/die-spoe-und-gusenbauers-gefaehrliche-freunde/

      https://alexandrabader.wordpress.com/2018/10/18/was-verbindet-pilz-lansky-und-gusenbauer/

      – es sind so viele querverbindungen, dass ich froh bin, mich damit schon befasst zu haben – sonst hätte ich da keinen überblick 🙂

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      1. Bei Gudenus fragt man sich auch so einiges… ist irgendwie fast unmöglich, dass man in diesen Kreisen nicht davon informiert, wofür dieser seltsame persische Anwalt stand und steht…

        „… scheint zumindest teilweise gewusst zu haben, was dort ‚gespielt‘ wird…“

        In diesen Kreisen müsste doch allerspätestens seit 2015 klar gewesen sein, was im Hintergrund angepeilt wird für Europa und von wem… umso vorsichtiger hätte man ja sein müssen….

        ‪https://philosophia-perennis.com/2019/05/30/kruegerrand-und-koks-wo-stecken-die-eigentlich-kriminellen-im-fall-strache/‬

        Reizend-despotisch-totalitär in diesem Zusammenhang auch die Aussagen einer wohl eher türkis-schwarzen (oder?) Barbara Coudenhove-Kalergi am 7. Januar 2015 im Soros-Bronner rosa-grün Blättchen…

        „Europa bekommt ein neues Gesicht, ob es den Alteingesessenen passt oder nicht“

        https://derstandard.at/2000010102927/Eine-Voelkerwanderung

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      2. David Berger nimmt – aus der deutschen Distanz erklärbar – leider Schmidt und Fellner für voll… wenn es stimmt, dass der Lockvogel kein Profi war, dann waren die Situationen, in denen er seine Rolle spielen musste, ja reduziert im Vergleich zu verdeckten Ermittlern – wie Danielle Durand, die niemand verdächtigte, als sie bei den Tierschützern eingeschleust war und auch mit einem eine Beziehung anfing. Bei einer ausgebildeten CIA-Agentin in den Grünen war ich die Einzige, die sie enttarnen konnte – weil mir merkwürdig vorkam, was andere weniger beschäftigte und ich alles zu einem Puzzle zusammenfügte. Was nur negative Konsequenzen für mich hatte….

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  3. Alexandra, Danke für diese tolle und schlüssige Recherche.
    Die „Story“ von diesem „Prof. Schmidt“ stimmt hinten und vorne nicht. Ich habe meine Vermutungen vor einigen Tagen hier geschrieben und bleibe dabei: Das war definitiv ein Geheimdienst-Coup.
    Der Wahlkampf wird spannend.

    Ich tippe: Es wird ein Skandal über Kurz noch kommen 🙂

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    1. Danke für dein feedback, ich dachte auch immer sofort an Geheimdienste, und das verstärkt sich gerade auch weil Schmidt desinformiert. Das wird jemand wollen, der auch dafür sorgt, dass ed dann im Mainstream aufgegriffen wird.

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      1. Es gibt sehr viel Spekulation über Kurz als „Verräter“ weil er ja auch Soros und Benko kennt – andererseits setzte auch Trump auf Insider in vielen Bereichen (z-B. jemanden, der in Davos eine wichtige Rolle spielte), denn rein von außen kann man niemals alles erkennen, das man dann ablehnen muss..

        Für Kurz wurde mitd em Video auch ein Schatten geschaffen, über den er nicht springen kann – dann wurde er zum Schatten für die FPÖ und so kam es zur Abwahl der Regierung….

        .

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      2. „Experience“ bei LinkedIn:

        „Director
        NoviaGaming“

        – das ist die Gusenbauer-Steinmetz-Schiene

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      3. @ Frau Bader „Kurz als Verräter“.
        Ich bin überzeugt, er ist nur eine Marionette, da er zu jung ist, zu wenig Lebenserfahrung hat…er scheint auch nicht von besonders gefestigtem Charakter zu sein und war nur in der Politik tätig….er wird nur benutzt, gelenkt, gegängelt.
        Trump ist ein ganz anderes Kaliber, ein extrem gerissener, mit allen Wassern gewaschener Milliardär.
        Und auch er ist vor Verrat nicht gefeit; er durchschaut aber sicher wesentlich besser, was im Hintergrund abläuft, als der Kanzlerdarsteller (der sicher ein gscheiter Typ ist, aber das ist ja lange nicht genug).

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      4. trump hat nicht nur viel mehr lebenserfahrung als vorteil, er kann auch alleine regieren.,… und er hat viel bessere nerven (wie schüssel übrigens auch…)

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  4. für mich macht eigentlich nur das BVT Sinn, das erklärt auch dass Kurz Silberstein so unverblümt anspricht mit einem Gesicht, das sagt ich lach euch ins Gesicht 🙂
    BVT erklärt auch die Aktionen gegen Sellner.
    BVT ist schwarzlastig.
    Die Alt ÖVP will einen EU Kurs ohne Reibung dh mit Migranten, sie Landesfürsten.
    Daher musste Kurz klein beigeben.

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      1. Sellner war schon die erste Drohung, Strache ist geschwankt und letzten Endes war er in der Falle.
        Video voila!

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    1. das BVT wird wenn, dann auf Pfiff anderer agieren – ich unterschätze die ÖVP NÖ nicht, aber sie agiert innerhalb eines elektrischen Weidezauns, den fremde Interessen aufstellen.

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      1. Das haben Sie sehr gut formuliert…innerhalb des elektrischen Weidezaunes haben die Rindviecher einen gewissen Spielraum…solange sie nur drinnen bleiben.

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      1. PS von der Webseite der SPÖ Korneuburg :
        https://korneuburg.spoe.at/artikel/werftprojekt-firma-taucht-ibiza-video-auf

        Der Einstieg der SIGNA in das Werftprojekt hat für einen Paukenschlag gesorgt. Nach einem langen Prozess, mit intensiver Bürgerbeteiligung, einem Siegerteam und einem fertigen Masterplan, kommt ein Unternehmen aufs Tapet, das vor allem für eines bekannt ist: die Entwicklung von prestigeträchtigen und hochpreisigen Projekten.“

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  5. Was mich beunruhigt und tatsächliches Motiv der Destabilisierung durch (internationale?) Interessen und Dienste sein könnte: Österreich ist bis mindestens Weihnachten bei dringenden und umfassenden politischen Entscheidungen handlungsunfähig. Qui bono?
    Hier fällt mir spontan die übernationale Funktion als Motor bei der Sperre der Balkanroute und Durchmarschland bzw Siedlungsraum ein.
    Zur Erinnerung: Kurz nach der Bilderbergerkonferenz in Telfs begann 2015 das Migrationschaos. Heuer wird diese Anfang Juni in Montreaux stattfinden. Schaunmirmal….

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    1. Ich habe schon vor einer Woche gemutmaßt, dass eine „Flüchtlingswelle“ anstehen könnte, ein Iran-Krieg böte Gelegenheit, wieder Millionen Afghanen, Nigerianer oder Pakistani einzuschleusen; Österreich mit einem BIM Kickl wäre der Flaschenhals auf dem Weg nach Germoney, wo sie ja hauptsächlich hin sollen – ein weiterer Aspekt in dieser Geschichte.
      Meine diesbezüglichen Beiträge wurden nirgends veröffentlicht, weder bei der EU-Infothek noch bei Krone etc.
      Generell hat so eine Sache immer mehrere Wirkungsebenen, man kann auch Kollateralnutzen dazu sagen – was den Blick darauf etwas erschwert/vernebelt.
      Als Hauptmotiv sehe ich aktuell dennoch den Russland-Aspekt, die Daumenschrauben werden immer enger gespannt, als nächstes ist North Stream II dran, und auch im Kosovo ist etwas im Gange.
      Die EU als NATO-Bestandteil ist ja der Kriegsschauplatz, sollte es zu einer Auseinandersetzung USA-RUS kommen.
      Da braucht es eine einheitliche Phalanx gegen die „bösen Aggressoren“ aus Russland unter „Putin-Hitler“…da dard es nicht sein, dass jemand die Beziehungen verbessern will.

      Zu Schmidt: er hilft der Novomatic, kleinere illegale Spielertschumsn auszuheben, damit der Kuchen für den Glücksspielkonzern größer ist..es geht um „sauberes Automatenglücksspiel“…ein Oxymoron und schlechter Scherz.
      Ich glaube diesem Typen (der den Namen des angebl. von ihm recherchierten, wohl aber nur vorgeschobenen ZPS 10mal nicht richtig nennen kann) nicht viel, denn es mangelt zu offensichtlich an Intelligenz…wenn man sich aber zB unter https://www.ami25.at/die-gluecksritter/firmen-des-prof-gert-schmidt-detailuebersicht/index.php ansieht, wo der überall seit Jahrzehnten mitmischt, so denke ich an einen Frontmann, hinter dem Strippenzieher stehen und ihn mit Geld versorgen, falls nötig.

      ER bezeichnete es als große Ehre, vom „Macher“ und Zampano Fellner gelobt zu werden…das sagt schon sehr viel aus.

      Man sollte sich durch ein helles Feuerwerk nicht den Blick auf die dahinter liegenden Sterne vernebeln lassen…

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      1. Sie haben Recht, dass es ungeheuer vielschichtig ist, aber es kann sein, dass manche damit nichts zu tun haben und die Gegelegenheit einfach beim Schopf packen. Oder dass Video-Auftrag 2017 und Verteilung 2019 nichts miteinander zu tun haben – was ich persönlich nicht für so wahrscheinlich halte. Erwähne es nur, weil man nichts völlig ausschließen kann, solange man noch Puzzleteile zusammenfügen muss. Würde aber – rein theoretisch – auch für die Justiz einen Unterschied machen. Das Pilz-Geseiere von wegen Spur zur ÖVP halte ich für Schwachsinn – wenn Kickl drauf reinfällt, besteht er den Intelligenztest nicht 🙂

        Und es kann, von wegen Feuerwerk und Sterne, etwas – das mit den Ereignissen der letzten Tage zu tun hat – zunächst unauffällig sein und dann im Rückblick klarer werden.

        Lassen wir uns halt überraschen 😉

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    1. danke sehr – ich bleibe am ball – man kann akteure sicher auch besser einschätzen anhand ihres verhaltens in den nächsten tagen (z.b. kurz)

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      1. Ich zähle auf Sie Fr. Bader! Sie sind für mich die einzig verlässliche Quelle in diesem Nebel aus unterschiedlichen Informationen.

        Mit großem Dank an Sie und Gruß!

        Michael

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      2. danke sehr – der stoff geht nicht aus, wie sie sich leicht vorstellen können…es gibt zb noch den aspekt, dass FPÖ und ÖVP sich wechselseitig verraten fühlen – aber stimmt das auch?

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  6. Die Nato plant für das Jahr 2021 ein Großmanöver namens „Steadfest Defender“. Dabei werden mehr als 10.000 US-Soldaten mit rund 1.100 gepanzerten und ungepanzerten Fahrzeugen per Schiff in mehreren europäischen Häfen ankommen und dann weiter nach Osteuropa verlegt.
    Damit sich kein Widerstand für diesen Test für einen möglichen Krieg gegen Russland regen kann findet sich auch auf der sehr umfangreichen Website der Nato keinen einzigen Eintrag zu dem geplanten Großmanöver.
    Die Nato-Russland-Beziehungen befinden sich seit dem „US-induzierten Krieg“ in Georgien 2008, der vom „US-Statthalter“ Michael Saakaschwili losgetreten wurde, im freien Fall.
    Seit der Ukraine-Krise 2013/2014 und dem US/EU-geförderten Putsch in der Ukraine sind die Beziehungen zerrüttet. Seit dieser Zeit rüstet der Westen auf und es gab seither weit über 1.000 Militärmanöver und Übungen der Nato, hauptsächlich an der Westgrenze zu Russland.
    Das Ziel der Nato-„Kriegsfalken“ und ihrer EU-Vasallen ist es offensichtlich, Eurasien zu spalten und auf Russland durch Manöver und Kriegsübungen maximalen Druck auszuüben, die Russische Föderation in neue Rüstungsrunden zu treiben und so an den Rand des Kollaps zu führen.
    Da stören schon einmal Politiker und Parteien (FPÖ/Kurz -ÖVP) die Russland nicht feindlich gesinnt sind, und müssen beseitigt werden, wenn sie nicht verstehen wollen, wo die Reise hingeht.
    Im Vergleich zum Ziel, global-kapitalistische Weltbeherrschung unter US-Führung, ist der Aufwand für den Strache/Kurz/Regierungssturz in Österreich lächerlich gering.

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  7. Die Russen fangen einen Wolf in dem sie ein Messer zusammen mit einem Köder in den Boden stecken. Der Wolf schneidet sich in die Zunge und verblutet während er gierig sein eigenes Blut leckt.

    Wer braucht eine SPÖ oder einen Silberstein? Keiner von. Zu schlecht vorbereitet. Die SPÖ hätte davon wenig, da das Video weder sie, die Grünen noch die NEOS betrifft.

    Die SPÖ hat schon zwei Wochen vor der Veröffentlichung des Videos im Wahlkampf in der Stimmung zu verlieren. Da sah man, da sich von den 27% nicht wirklich konnte lösen und die ÖVP ganz normal das ein oder andere Prozent begann zuzugewinnen. Das Wählerpotential der ÖVP ist historisch ein großes. Die Volkspartei zu wählen ist ein wenig wie Eulen nach Athen zu tragen. Die haben alle miteinander kein wirkliches Motiv.

    Der konkrete Wählerfluss ist trivial belegbar. In Österreich stellt nach einem enormen Wirbel in etwa dasselbe Ergebnis ein wie in der Vergangenheit, ähnlich wie in .de wo in der Regel jener Koalitionspartner der die Koalition sprengt bei der folgenden Wahl wenig zu lachen hat – zumindest falls das Ergebnis feststeht. Das kam schon sehr oft vor. Weiters bleibt das Engagement einer Oppositionspartei welche im Rahmen eines Regierungszerfalls wahrgenommen wird tendenziell eher unbedankt.

    Die SPÖ wird vermutlich viel eher das Problem, dass Kurz und die Volkspartei so weitermacht ehem. Haiderwähler beginnt zu binden. Der Rücktausch der FPÖ Wähler aus dem Pool der ehem. ÖVP Wähler der erschöpft sich langsam. Wählerstromanalysen allein genügen nicht um Entwicklungen über längere Zeiträume abzuschätzen.

    Es genügen Messer und Köder und Sebastian Kurz und auch die Volkspartei erledigt sich von sich selbst. Kurz hat gewartet mit der Reaktion damit die Propagandamaschinerie deren Hauptdarsteller er im Moment ein taktisches Manöver kann vorbereiten um die freiwerdenden Stimmen (ehem. ÖVP Wähler und andere) zumindest kurzfristig zu binden (aka. Wähler ausleihen).

    Ich vermute das Video war der Köder. Interessant wäre mit der Zeit zu erfahren wer das Messer hat in den Boden gerammt, anstatt ‚ihm direkt ins Herz‘. Wer steigt dabei über ‚die Leiche‘ von H.C. Strache?

    Sebastian Kurz wird inszeniert als ‚Herrgott zum Aufischaun‘ im Rahmen im Rahmen und auch im Stile von Post-Politik (Post-Demokratie). Viel Erpressungspotenzial wird bei Kurz noch nicht da sein.

    Ich denke es weiß keiner so genau woher die Attacke tatsächlich kommt. Sollte diese politisch motiviert sein … SPD? Die hätten auch die Verbindungen das Video zu launchen.

    So ein Video kann eine Konzernsecutriy genauso in Auftrag gegeben haben. Wenn man den Ursprung in Deutschland resp. München vermutet. Der ursprüngliche Zweck dieser Aufnahme hatte sich vermutlich mit der letzten Nationalratswahl bereits erledigt.

    Eine weitere Frage stellt sich, warum hat die FPÖ vor der letzten NR Wahl so schlagartig in den Umfragen verloren?

    Das Motiv so einen Aufwand zu treiben und Österreich vor einer Wahl zu destabilisieren macht nur im Kontext der E.U. Sinn und dort wo Österreich eine ganze Stimme hat.

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    1. Lieber nicht zu viel spekulieren, vor allem nicht drüber, was Kurz wirklich denkt. Dass er z.B. Soros kennt, ist für sich gesehen noch nicht verdächtig – es geht immer um den Gesamtkontext. Der Coup war auch gegen ihn, und er reagierte darauf falsch, nicht als EiInziger.

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      1. Frau Bader, weil sie Soros ins Spiel bringen, denke ich, darf eines nicht vergessen werden und ich sehe diese Geschehnisse jetzt in Ö wie einen Puzzelstein dazu passend, was dieser Herr mal in der NYT 2006 gesagt hat:
        “There’s class warfare, all right,” Mr. Buffett said, “but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning.”

        Mfg

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      2. ich denke man darf auch nicht der Illusion verfallen, die ÖVP wäre die Sauberpartei- nur weil es dazwischen einen veröffentlichten Silberstein-SPÖ Vorfall gab

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      3. Man könnte es andererseits auch so formulieren: Dass Kurz Soros kennt, bedeutet für sich gesehen noch nicht, dass letzterer ersteren nicht auch instrumentalisieren könnte. Verdächtig ist es dennoch, wobei der Verdacht eben nicht zum Inhalt hat, dass „jemanden kennen“ automatisch auch bedeuten würde, ihm wohlgesonnen zu sein.

        Es ist naheliegend, dass Kurz von jemandem beraten wurde, dem er vertraut hat. Ob dieses Vertrauen allerdings gerechtfertigt war, ist eine andere Frage. Soros hat bekanntlich schon in jungen Jahren sogar seine eigenen Leute ans Messer geliefert und dies später mit der moralischen Selbstimmunisierungszauberformel kommentiert: hätte ich es nicht getan, hätten es andere getan. Passiert wäre es in jedem Fall. Also bin ich erstens unschuldig und würde es zweitens heute genauso wieder tun.

        Eine weitere Perspektive erschließt sich jedoch, wenn man in Betracht zieht, dass der Umstand, dass A etwas zum Nachteil Bs unternimmt, noch lange nicht bedeutet, dass A und B Feinde sind. Vielmehr könnte dies eine Finte sein, die davon ablenken will, dass A und B unter einer Decke stecken. Dass der Coup auch gegen Kurz gerichtet war, bedeutet also noch nicht, dass dieser nicht langfristig auch davon profitieren könnte…

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  8. @/hoppypackage

    Super Analyse:
    „Sebastian Kurz wird inszeniert als ‚Herrgott zum Aufischaun‘ im Rahmen im Rahmen und auch im Stile von Post-Politik (Post-Demokratie). Viel Erpressungspotenzial wird bei Kurz noch nicht da sein.“

    Indem mehr und mehr erkannt wird, was Thema ist und was nicht, Fellner&Fellner ihre „coverstories“ weniger bis gar nicht mehr so einfach verkaufen können, um so mehr nähern wir uns der „Post-Demokratie“ und damit für Neues.

    Danke Frau Bader für Ihre akribischen Recherchen!
    Ohne diese, Ihr Arbeit, würde dieser kranke vor allem dekadente „Fellnerjournalismus“ ohne Indikator wuchern können. So weiß man zumindest, dass die beiden – als Beispiel für viele in dieser Branche, so etwas sind wie die „Sandmänner“ für die Optikindustrie.

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    1. danke – es ist fast wie bei Sisyphos, weil sich auch Alternativmedien auf die Fellnerei beziehen – man kann ihnen nicht böse sein, denn wie sollten sie recherchieren?

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