Eurofighter goes Hollywood!

Vom „Aufdecker“ Peter Pilz gibt es seit Monaten nur nebulose Anschuldigungen gegen den Airbus-Konzern, doch jetzt verkündet er mit einem Hollywood-mäßigen Kurzvideo Enthüllung ab dem 6. September 2018. „Pilz begeistert mit Video im Tarantino-Style“ schreibt oe24 seines Freundes Wolfgang Fellner und verlinkt zu Facebook. „In 2 Wochen gehts los, mit dem dritten Eurofighter-Untersuchungsausschuss. Diesmal geht es um die Lobbyisten, um 183 Millionen Schmiergelder und um Minister, die nicht genau wissen, was sie tun. Wir klären alles auf. Wir bringen die Verantwortlichen vor Gericht. Und wir tun alles, um das Geld aus Bayern zurück nach Österreich zu holen. Und wir wollen dafür sorgen, dass die Schmiergeldbrüder von Airbus in Österreich keinen Auftrag mehr bekommen. Auch wenn Kunasek schon wieder Eurocopter will…“, wirbt Pilz für seine Rolle im 3. Eurofighter-U-Ausschuss. „Heute“ nennt den Trailer für einen schlechten Spionagefilm gar „Hollywoodreif“ und befragte Pilz dazu: „Dieses Mal kommen auch die Lobbyisten, und wenn sie nicht kommen, dann lassen wir sie eben von der Polizei holen“, was bedeutet, dass es angeblich auch neue Informationen gibt.

Wohlweislich schießt sich Pilz aber auf den Kauf eines europäischen Produktes ein, was in einem Thriller bedeuten wurde, dass Abgeordnete sich über den amerikanischen Wirtschaftskrieg gegen Europa auch im Rüstungsbereich schlau machen. Immer deutlicher würde dabei, dass seine Agenda höchst fragwürdig ist, zumal er Verteidigungsminister danach beurteilt, ob sie Interessen der europäischen Wirtschaft schaden wollen. Damit die Handlung an Dramatik gewinnt, soll der „sehr sehr gute“ Ex-Minister Hans Peter Doskozil kurz nach Beginn des U-Ausschusses Chef der SPÖ Burgenland werden. Dabei erweist es sich als nützlich, dass er für die Pilz-Ziele das Ministerium auf den Kopf stellte, um den unter Dauerbeobachtung stehenden Vorvorgänger und Konkurrent Norbert Darabos zu belasten. Dieser wurde 2007 Minister, um in einer reinen Statistenrolle das Gesicht des Vertragsausstiegs zu werden; als dies jedoch nicht möglich war, schrieb man ihm zu, die Jets „kastriert“ zu haben. Das bringt eingeschränkte Nutzung für Österreich und schlechte PR für Airbus mit sich, gerade auch weil Pilz und manche Medien immer negativen Wind erzeugen. Die Abgeordneten würden sich im Film auch in die Protokolle früherer Ausschüsse vertiefen und staunen, dass Kabinettschef Stefan Kammerhofer, der Darabos abschottete (wie ging das, fragen sie sich, warum wehrte er sich nicht?) nicht von Heeresabwehramt überprüft wurde. Wie im Pilz-Clip gibt es natürlich auch Leute im Schatten, die er nicht einordnen kann, wo er aber Angst hat, dass die von ihm so verachteten österreichischen Dienste doch was drauf haben.

Pilz goes Hollywood

Wir sehen zur Auflockerung Szenen, in denen Pilz jungen Mitarbeiterinnen etwas zu nahe kommt und eine Journalistin, die viel über die Hintergründe seines Engagements weiss, im Gespräch mit Kollegen den Kopf schütteln. Denn es ist gut, dass diese seine Seite jetzt allgemein bekannt ist, aber das wirft die Frage auf, wer ihn deckt und ihm ermöglicht, immer noch im Parlament zu sitzen. Sie schlägt vor, doch mal die Verbindungen derjenigen zu recherchieren, die den Eurofighter von Anfang an ablehnten und bekämpften. Man sehe sich dazu die politischen Tagebücher des Peter Pilz an oder aber eigene Recherchen zum Wirken von Tal Silberstein, der die (Gusenbauer-) SPÖ auch 2006 im „Sozialfighter statt Eurofighter“-Wahlkampf beraten hat. Wer mischte dort z.B. vor Wahlen mit, wo sich Staaten für US-Jets entschieden und andere Anbieter, u.a. eben Airbus das Nachsehen hatten? Was bedeutet es, dass der rumänische Ex-Premier Traian Basecsu, der als Transatlantiker gilt, Kunde Silbersteins war und sein Freund ist, wenn das Land F-16 von Lockheed und keine Eurofoghter beschafft? Im Lauf der Handlung erwacht in vielen Journalisten regelrechter Jagdinstinkt ,weil sie erkennen, dass sie das gesamte Narrativ zweier U-Ausschüsse auf den Kopf stellen müssen, da sie befürchten, Pilz habe ihnen Bären aufgebunden. Natürlich kommen auch Offiziere und Nachrichtendienstler vor, welche die Bundesregierung über die Rolle fremder Geheimdienste aufklären und darstellen, wie das Verteidigungsministerium unterwandert wurde, als es 2007 der SPÖ zufiel.

Der vermeintliche Aufdecker Pilz, der sofort auf Tauchstation ging, als Vorwürfe sexueller Belästigung publik wurden, sieht sich nun erst recht einem Kesseltreiben ausgesetzt, weil Medien und Politik seine wahre Rolle bei den Eurofightern thematisieren. Auch die Staatsanwaltschaft Wien, die doch auf seine Anzeige hin gegen Darabos ermitteln sollte, wendet sich gegen ihn und andere und geht unter anderem von einem Verdacht geheimen Nachrichtendienstes zum Nachteil der Republik aus. Die immer mehr ausgeweiteten Ermittlungen drehen sich auch um Amtsanmaßung, Amtsmißbrauch, Untreue, Nötigung, Urkundenfälschung, Körperverletzung usw. aus, und zwar bei einigen Personen. Sie befragt dazu zahlreiche Zeugen, die Druck auf den Ex-Minister, seltsame Entscheidungen, Drohungen gegen Einzelpersonen etc.mitbekommen und vielleicht nicht gleich richtig eingeordnet haben und bezieht sich auf Recherchen einer Investigativjournalistin, die man mit allen Mitteln mundtot machen wollte. Die Bundesregierung tritt in Verhandlungen mit Airbus, um Probleme mit den „kastrierten“ Eurofightern für beide Seiten zufriedenstellend zu lösen und bietet Handhabe für das Vorgehen gegen Sabotage. Der von jahrelang auf ihm lastenden massiven Druck befreite Ex-Minister Norbert Darabos löst Christian Kern an der SPÖ-Spitze ab, der schließlich wie Doskozil Kammerhofer und alle Vorgänge deckte.

PS: Es gibt in diesem Film auch Hollywood-mäßige Szenen, da sich Ex-Kanzler Gusenbauer sehr darum bemühte, am 24.5. 2007 gemeinsam mit Bundespräsident (und Heeresoberbefehlshaber) Heinz Fischer Bill Clinton zu einer AIDS-Gala in Wien-Schönbrunn zu empfangen. Der ehemalige US-Präsident hat Verbindungen zu Lockheed-Lobbyisten (Podesta Group), was auch deshalb interessant ist, weil Gusenbauer angeblich keine Ahnung hatte, was zugleich im Gartenhotel Altmannsdorf vor sich ging. Dieses gehörte damals noch der SPÖ (Gusenbauer war bis vor wenigen Monaten auch Präsident des Karl Renner Instituts), und dort hielt der Zivilrechtsprofessor Helmut Koziol einen Vergleichsentwurf mit Eurofighter handschriftlich fest. Zufällig wurde er von Gusenbauers Freund und inzwischen Geschäftspartner Leo Specht empfohlen und verdrängte die Finanzprokuratur aus den Verhandlungen, mit deren Leiter sich Kammerhofer anfreunden sollte. Unbedingt im Film zeigen sollte man auch, wie Martin Schlaff angesichts von Gusenbauers Einzug ins Kanzleramt eine Feier in wirklich sehr kleinem Rahmen gab – jener Schlaff, der später Christian Kern einen tollen Job angeboten hat.

PPS: Wie hier beschrieben werde ich seit Jahren wegen kritischer Berichte attackiert; nun suchen die Kater Baghira und Gandalf und ich DRINGEND ein neues Quartier, bevorzugt in Wien oder Wien-Umgebung. So kann ich die von euch geschätzte Arbeit auch viel effizienter und mit euch gemeinsam fortsetzen, denn nachdem ich meine Wohnung in Wien verloren habe, bin ich auf dem Land gelandet. Wer etwas für mich hat oder weiss hilft mir damit sehr. Auf den Wunsch vieler treuer Leserinnen und Leser hin ist finanzielle Unterstützung jederzeit willkommen: Alexandra Bader, Erste Bank BLZ 20111, BIC GIBAATWWXXX, IBAN AT592011100032875894. Ihr erreicht mich unter 06508623555, alexandra(at)ceiberweiber.at und ich bin auf Facebook und Twitter (cw_alexandra).

 

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2 Gedanken zu “Eurofighter goes Hollywood!

  1. „Pilz begeistert mit Video im Tarantino-Style“ schreibt oe24 seines Freundes Wolfgang Fellner und verlinkt zu Facebook.

    Offensichtlicher könnte Fellner Pilz nicht mehr „pushen“ bzw helfen. Liegt der doch in den Umfragen unten bei ein paar Prozent.

    Ich frage mich, was ein Video und ein paar Pilz-Behauptungen und abermalige Pilz-Anzeigen vor Gericht am Zuspruch der Liste Pilz verbessern sollen? An der Wahrheit beißen sie sich ja doch die Zähne aus auf Dauer.

    Ich frage mich, warum wurde Pilz bis zum heutigen Tag noch nicht angezeigt, weil ihm die Akteneinsicht mit der er sich immer wieder vor der Presse prahlen konnte, rechtlich gar nicht zusteht.

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    1. Denn er ist nur ein Politiker, und kein Staatsanwalt der aufgrund von Akteneinsicht bei Gericht Anklage erheben kann.

      Für mich ist sein Aufdecker-Image nicht legitimiert, denn welche Fortschritte bzgl dem Eurofighter-Ausschuss bspw hat er denn erzielt?

      Es sieht nur noch so aus, als würde er politische Gegner anpatzen, aber niemals die Interessen der Republik und ihrer Bürger in irgendeiner Weise vertreten. Sogar als Ex-Grüner ist er noch zu grün, um eine Alternative zu bieten, würde ich sagen. Ich wähle die alle natürlich nicht, nur kann ich mir nicht vorstellen, für wen dem seine Partei interessant sein soll. Neidhammeln, Vernaderer, Besserwisser – das dürfte wohl seine Zielgruppe sein^^.

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