Wiener Grüne: What you need to know about Peter Pilz

Die Wiener Grünen bewerben ihre kommende Kandidatenwahl mit launigen Sujets mit dem russischen Präsidenten Wladmir Putin und ihrem Ex-Abgeordneten Peter Pilz. Letzteres führte zu Empörung, weil er als Fliegenpilz dargestellt wurde und dies an antisemitische Karikaturen erinnere; somit wurde Pilz mal eben zum Juden, wie seine Liste praktischer Weise bei Protesten zu seiner neuerlichen Angelobung im Parlament zum Opfer von Rassismus und Sexismus wurde. Es ist aber auf jeden Fall falsch, auf so eine Weise die Auseinandersetzung mit Pilz zu suchen, der schon angekündigt hat, dass seine Liste bei der nächsten Wiener Wahl (gegen die Grünen) kandidiert. Wesentlich besser ist es, sich endlich ohne alle Tabus mit dem Wirken von Pilz in den Grünen auch in Wien  zu befassen, statt weiter zuzudecken, welche Konsequenzen dies hatte und was es im negativen Sinn für viele politisch engagierte Menschen bedeutete. Da ich immer wieder in seinem Visier stand, schließlich herausfand, welcher Agenda er dient und ohne Ausschlussverfahren aus den Wiener Grünen ausgeschlossen wurde, kläre ich meine ehemalige politische Heimat nun über die wahre Natur des „Giftpilzes“ auf:

Liebe Wiener Grüne,

wenn ihr euch über den Titel dieses Artikels wundert, dann müßt ihr wissen, dass es sich um ein Wortspiel handelt. Es gibt im Geheimdienstbereich, mit dem sich Pilz ja auch aktuell so gerne brüstet, den Begriff des „Need to Know“-Prinzips. Ausführende sollen nur jene Informationen erhalten, die sie benötigen, um ihrer Aufgabe nachzukommen. Verdeckte Aktionen werden in Bereiche eingeteilt, was auf Englisch „compartmentalized“ heißt und auch mit „abgeschottet“ übersetzt werden kann. Um es mit brisantem Österreich-Bezug zu illustrieren, wurde die Kontrolle über das Verteidigungsministerium übernommen, als es 2007 der SPÖ zufiel; dabei sollte Minister Norbert Darabos eine Statistenrolle spielen und aus dem Eurofighter-Vertrag aussteigen bzw. die Jets, wenn das nicht geht, in ihrer Funktion einschränken, was ewige Negativ-PR für den Konkurrenten der US-Rüstungskonzerne Lockheed und Boeing bedeutet. Da Darabos aber durchschaute, was vor sich ging (und was man andeutungsweise auch in den politischen Tagebüchern des Peter Pilz findet), wurde er totalüberwacht, abgeschottet und unter Druck gesetzt. „Need to know“ galt auch in den Grünen, seitdem Peter Pilz 1986 per Putsch gegen die in Wien gewählte Liste ins Parlament kam und 1987 Sonja Puntscher Riekmann als Referentin im Parlamentsklub anheuerte. Leute von früher erinnern sich gut an Pilz‘ ständige Angriffe via Medien auf die grüne Basis, die für ihn im Wahlkampf laufen, aber nicht mitbestimmen sollte.

Der Ex-Grüne Rossmann (Liste Pilz) auf Twitter

„Need to know“ heißt konkret, ohne eigene Gedanken für andere rennen, nicht aber, selbst politisch gestalten und ist ein wesentlicher Grundsatz der Liste Pilz. Es gibt immer wieder Störfaktoren, die bei den Grünen entweder eliminiert wurden oder sich damit bescheiden mussten, Bezirksräte oder Gemeinderäte am Land zu sein. Und manche haben sehr wohl etwas mitgekriegt, aber Mandate (gehabt) und schweigen aus Angst. Und es gibt Störfaktoren, die fremde Geheimdienste vor Riesenprobleme stellen, weil sie erkennen, wer ihre Gegner sind und immer mehr über deren Agieren wissen, es zu imitieren lernen. In diese Kategorie gehöre ich ebenso wie Norbert Darabos, wobei ich mich als EU-Referentin bei euch in Wien sehr mit Sicherheitspolitik auseinandersetzte und dies fortan immer faszinierend fand. Und Darabos war zwar scheinbar ein ganz normaler karrierebewußter Roter (der das eigentlich nicht machen wollte!), zugleich aber Burgenlandkroate, also mit emotionalem Bezug zum von US-Regierungen gezielt destabilisierten Balkan. Im 1. Eurofighter-Ausschuss deckte Pilz als dessen Vorsitzender zu, dass Darabos via Kabinettschef Stefan Kammerhofer abgeschottet wird, dass BMLV-eigene Experten, Offiziere, zahlreiche Zivilpersonen usw. nie mit ihm reden durften, dass Infos von ihm ferngehalten wurden. Im 2. Ausschuss sagte Edwin Wall, der von Pilz schon zehn Jahre zuvor attackiert wurde, dass er nicht in den Vergleich mit EADS eingebunden wurde, und verwendet den Begriff „need to know“.

Während bei euch die meisten Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre nichts ahnten, sah ich die Partei immer mehr als das, was man als Frontorganisation bezeichnet. D.h. als einen Deckmantel dafür, ganz andere als die vorgeblich verfolgten Ziele zu erreichen. Wie so etwas funktioniert, kann man einer Analyse im Blog Peds Ansichten entnehmen, der auch die dabei eingesetzte emotionale Manipulation gut darstellt. Diese kenne ich aus den Grünen, denn wann immer Pilz mit etwas vorpreschen sollte, wurde sachlich gerechtfertigte Kritik beiseite gewischt, indem Kritikern negative Eigenschaften unterstellt wurden. Es war Neid und Eifersucht, persönliche Frustration wegen Erfolglosigkeit usw.,  wenn man z.B. 1992 nicht wollte, dass Pilz Parteichef wird und deswegen Statuten geändert werden, oder wenn man dagegen auftrat, dass Pilz im Namen der Grünen eine US-Militärintervention in Bosnien fordert. Dabei zogen sich Begriffe und Konnotationen wie ein roter Faden durch alle Äußerungen, schriftlich (z.B. im Bezirksgruppenrundbrief oder in der akin) oder mündlich, was ich als konzertierte Aktion bezeichnete und eine typische Geheimdienst-Desinformationskampagne war. Dabei eingesetzte Personen wirkte oft wie ferngesteuert, d.h. verwendeten bizarre Formulierungen oder machten Anspielungen, deren Sinn sie nicht verstanden. Auch das ist typisch Geheimdienst, zumal so auch vorgegangen wurde, als ich einem Artikel über grüne (Alibi-) Frauenpolitik für den Salto einflocht, dass einer deklarierten Feministin unterstellt wurde, sie rühme sich eines Verhältnisses mit einem hochrangigen Grünfunktionär; nicht sei zu absurd, um nicht Anhöänger/innen zu finden,

Fingierter Brief, der 1992 eingesetzt wurde

Sofort wollten Vorgeschickte der Grünen Frauenorganisation, für die ich im Landesausschuss bei euch saß, der Organisation den Mund verbieten, was einen Treffer ins Schwarze und den Einsatz von posthypnotischer Suggestion anzeigt. Als Pilz im Juni 1992 mangels Statutenänderung beim Bundeskongress (Aufhebung der Trennung von Amt und Mandat) nicht Parteichef werden konnte, überreichte mir der via Putscher Riekmann bei den Grünen eingestiegene Deutsche Jürgen Brües (offiziell Redakteur der Parteizeitschrift Impuls Grün) den oben in Faksimile abgebildeten Brief einer angeblichen Kongressdelegierten aus der Steiermark. Ich verbreitete den fingierten Brief (sowas nennt man auch schwarze Propaganda) verdeckt, indem ich die angegebene Adresse verwendete, um ihn an die akin zu schicken. Ein Freund bei den Grazer Grünen faxte einen Ausschnitt, der sich auf Pilz und Voggenhuber bezog, an das „Profil“, das ihn als Reaktion auf ein Streitgespräch zwischen den beiden veröffentlichte. All dies gab dann meinen Fans Gelegenheit, sich empört zu Wort zu melden, da ich doch Recht habe, dass einiges bei den Grünen inszeniert ist, und war eine ausgesprochen „professionelle“ Reaktion. Was die Frauenschiene betrifft, muss man wissen, dass der formale Parteichef von 1988 bis 1990 (dann war er Klubobmann) Johannes Voggenhuber eine Schwäche für mich hatte und man bestrebt war, mich mit erfundenen Behauptungen als berechnend hinzustellen.

Es ging darum, den Weg freizumachen für Puntscher Riekmann, die den Auftrag erhielt, mit Voggenhuber ein Parteiprogramm zu erstellen. Als Voggenhuber mir auswich (bedenkt, dass es damals keine Handys und keine sozialen Medien gab), schrieb ich ihm einen Brief und warnte ihn, dass man ihn kompromittieren und eine Frau auf ihn ansetzen will. Außerdem sah ich auch wegen solcher Aktionen Pilz nicht als Aufdecker, zu dem er damals dank Lucona und Noricum stilisiert wurde. Die Wiener Grünen erteilten mir den Auftrag, wegen meiner kommunalpolitschen Erfahrungen in Graz ein Kommunalprogramm zu erstellen, doch Pilz verhinderte dies, indem er im Juli 1989 erstmals zu einer Vorstandssitzung kam, die meine Hinrichtung sein sollte. Ihr Fett bekamen auch Vorstände wie Werner Haslauer ab, während die Grünen Frauen zu meiner Unterstützung dabei waren; ich werde nie vergessen, wie Pilz süffisant zu verstehen gab, dass er den Brief kennt. „Sie haben ihn (Voggenhuber) in der Tasche“,  dachte ich voll Entsetzen und wusste, dass sich daran erst einmal nichts ändern wird. Bald landete im Fach der Frauenorganisation im Büro in der Millergasse, das Land und Bund nutzten, die Kopie einer damals doppelseitig inserierten BMW-Anzeige mit Salzburger Kennzeichen; dazu war der Text „Erfolg bei Frauen“ montiert. Das bedeutete, dass Mrs. Puntscher Riekmann Erfolg hatte, deren Programmarbeit ebenso undurchsichtig war wie jetzt die Tätigkeit von Pilz für ein sich selbst ausbezahltes Gehalt von der Partei.

 

Pilz-Medienhype 2017

Was man heute leicht im Netz finden kann, hätte man in jener Zeit zum Teil in Büchern entdeckt, doch ich hatte nur meine Wahrnehmungen zur Verfügung und wußte zunächst nicht, dass es um Geheimdienste geht, sondern nur, was seltsam ist und nicht zusammenpasst. So wirkte Puntscher Riekmann immer sehr kühl und berechnend und sollte eigentlich 1990 Klubobfrau werden, doch sie kam nicht ins Parlament; Voggenhuber stellte eine Notlösung dar, die Anfang 1992 wieder entfernt wurde, jedoch ohne dass er bereit war, alles hinzuwerfen. Entscheidend war dann, dass sie einen Fehler beging, von dem ausgehend sich alles entschlüsseln ließ: Voggenhuber stellte sich im August 1992 als einziger Abgeordneter gegen die Pilzsche Forderung nach US-Intervention in Bosnien und redete da zumindest wieder mit mir (wie auch am Bundeskongress 1992 und als die Kampagne für Präsidentschaftskandidat Robert Jungk unterlaufen wurde). Er verwendete dabei auch die Formulierung, dass Pilz‘ Verhalten nur mehr erklärbar sei als Flucht aus der eigenen politischen Vergangenheit, aber wohin?, was ins Schwarze getroffen war. Daraufhin wurde er als Europasprecher von einer Wiener Landesversammlung zum Thema EG gestrichen; seinen Part übernahm „N.N.“, aber es wurde ein Puntscher Riekmann-Referat aufgenommen.

Ich faxte ihm die neue Tagesordnung in den Klub, doch er erhielt sie nicht und fiel aus allen Wolken, als er es ein paar Wochen später nach seinem Urlaub erfuhr. Ich wandte mich dann an den Wiener Landesvorstand, in dem der damals mit einer gewissen Doris Schmidauer befreundete Fritz Schiller saß; und wieder sollte ich aus der Partei ausgeschlossen werden, was Pilz Voggenhuber zufolge bereits 1989 wollte. Da wurde mir klar, dass Puntscher Riekmann Voggenhuber „nur der Legende nach“ nahestehen kann; es ist rein technisch-logisch sofort einleuchtend, doch wenn man Teil einer Organisation ist, in der so etwas passiert, ist man auch emotional involviert. Voggenhuber wirkte auf mich „wie gefangen“ und als ich mit ihm drüber reden wollte, was 1989 eigentlich geschehen ist, sagte er mit „seltsam matter Stimme“, dass „alles schon geklärt“ sei. Ich dachte an Druck, Erpressung, Schwachstellen, zunächst nicht aber an posthypnotische Suggestion und Kontrolle via case officer (weibl.). Als ihr mich Anfang 1993 zunächst per Werkvertrag, dann per Ketten-Dienstvertrag zur EU-Referentin gemacht habt, wusste ich schon, dass die CIA großes Interesse an der EU-Erweiterung hatte; dies bestätigen inzwischen 2000 zur Freigabe angeforderte CIA-Dokumente. Bei einer EG-Diskussion im Februar 1993 mit Sonja Puntscher Riekmann (heute Vizepräsidentin des Forum Alpbach mit CIA-Wurzeln) und dem Südtiroler Abgeordneten Alexander Langer verwies ich auf ein Zitat von Vernon Walters 1989 (u.a. ehemaliger stv. CIA-Chef, US-Botschafter in Deutschland, erfahren mit verdeckten Operationen und Regime Changes), wonach Wirtschaftspolitik ein nationales Sicherheitsinteresse der USA sei, was die Schlüsselfeststellung für den Einsatz der CIA ist.

Das übliche Russland-Narrativ auch bei den Grünen

Puntscher Riekmann erbleichte, was auch anderen auffiel und Langer nickte zustimmend. Vom Parlamentsklub aus wurde die Umsetzung grüner Bundeskongressbeschlüsse zur EU sabotiert, die nicht auf CIA-Linie waren; dies habe ich unterlaufen, indem ich alles selbst recherchierte. Ich thematisierte u.a., dass die EU nach Auslaufen des WEU-Vertrags der europäische Pfeiler der NATO werden sollte, womit wir super argumentieren konnten, was aber nicht erwünscht war. Dabei ging es auch darum, Voggenhuber (der übrigens anders als Pilz tatsächlich Jude ist) zu unterstützen statt ihn wie im Parlamentsklub zu sabotieren. Ihr habt mir das „gedankt“, indem ihr mir die Bezahlung vieler Überstunden verweigert und Arbeitsrecht auch verletzt habt, indem ihr mir ein unbefristetes Dienstverhältnis vorenthalten habt. Ich musste mir Ansagen anhören wie „Man soll nicht auf einer unbefristeten Anstellung bestehen, wenn man nicht mehr erwünscht ist“ (Frauensprecherin Jutta Sander) oder „dann wäre die Maastricht-Zeitung halt nie erschienen“ (Martin Margulies puncto Überstunden; das Projekt beinhaltete einen Kommentar Voggenhubers und Erläuterungen von mir und den EU-Vertrag, den die Bundesregierung nicht verteilen wollte). Margulies meinte, er könne mich der Lindengasse verweisen und die Pseudobetriebsrätin Annelies Vilim (die nun mittels AG Globale Verantwortung die Regierung puncto Massenmigration unter Druck setzt) diffamierte mich auch später noch (bei der nächsten Landesversammlung).

Allerdings trat damals Manfred Srb zurück, für den Mrs. Puntscher Riekmann für ein paar Monate nachrücken sollte (angelobt vom Pilz-Förderer Heinz Fischer); dass sie fürs Nichtstun (bzw. ihre Dissertation) bezahlt wird und ich für geleistete Arbeit nicht, störte bei euch niemanden. Aufgrund einer Rochade auf den Listen vor der Wahl 1990 wäre Pilz für Voggenhuber nachgerückt und ich für Pilz in den Wiener Gemeinderat; hätte ich Bereitschaft signalisiert, dabei mitzumachen, wäre mir plötzlich alles offengestanden. Nicht vergessen darf man auch, dass Pilz damals Parteichef war und in dieser Rolle zu Jahresende 1994 von Madeleine Petrovic abgelöst wurde; als 1997 Alexander Van der Bellen nachfolgen sollte, hatte Voggenhuber in Brüssel einen seltsamen Unfall bzw. wurde nachts überfallen, als er mit Puntscher Riekmann telefonierte. Man wird es kaum für möglich halten, aber als er nach Wien verlegt und operiert wurde, hieß der Anästhesist Klaus Riekmann, seines Zeichens Gatte der „handlerin“. Der „Kurier“ hatte damals in der Abend- und Morgenausgabe zwei einander ausschließende Varianten: einmal bekam Puntscher Riekmann am Telefon mit, was passiert und rief die Polizei, einmal war es anders. Der Mann, der Voggenhuber überfiel, war kein Drogensüchtiger, der Geld braucht, sondern soll einen ganz klaren Blick gehabt haben; ein paar Zentimeter daneben und Voggenhuber wäre mit dem Kopf auf den Gehsteigrand aufgeschlagen und tot gewesen.

oe24 im Juni 2018

Wenn ihr jetzt Kandidaten wählt, sind zum Teil Namen im Spiel, die ich noch aus meiner Zeit kenne und die sich stets mit dem begnügt haben, was sie wissen durften. Diese Menschen hatten in den 1990er Jahren keine Ahnung, was mich beschäftigte, was ich wusste und warum ich attackiert, verleumdet und nach Möglichkeit kleingehalten wurde. Als Journalistin und auch dank Internet konnte ich dann noch weit mehr rekonstruieren und den größeren Zusammenhang erfassen; dies ist auch ein scharfer Gegensatz zum Frauenbild der Liste Pilz, das auf Schweigen, Dienen und „weiblicher“ Themensetzung basiert, Ich verstehe Martha Bißmanns Erfahrungen mit Mobbing, weil ich, als ich um die Zeit des ersten Einzugs in den Gemeinderat 1991 mit Pilz in einem Landesvorstand saß, was bedeutete, immer damit rechnen zu müssen, dass er mich demütigt und diffamiert. Es ist übrigens recht genau elf Jahre her, dass Voggenhuber zuerst davon angetan war, dass Verteidigungsminister Norbert Darabos den US-Raketenschild (System Aegis von Lockheed) ablehnte; dann aber war Voggi wieder manipuliert und bekam seine typische hohe Singsang-Stimme und jammerte, wie „nationalistisch“ und „kleingeistig“ das doch sei. Ich brach dabei in Tränen aus und weinte so sehr, dass ich auflegte; dabei hatte mich Voggenhuber selbst dazu angestachelt, doch mal bei der „kleinkarierten“ Bundesregierung nachzufragen, wie das im Ernstfall so ist mit entführten Passagiermaschinen und einem Einsatz der Eurofighter.

Darabos-Schreiben

Darabos antwortete ausführlich, wenn auch mit Verzögerung (dass er von Infos und Personen isoliert wurde, wusste ich nicht, rechnete aber mit Überwachung, die ich seit 1993 kenne), offenbar weil er annahm, dass ich auch gegen die CIA auf seiner Seite bin (es gab damals eine Ausgabe der deutschen Zeitschrift Geheim mit „Naming Names“ der CIA-Station in Wien, die ich ihm schickte). Als ich ihn verteidigte gegen das obligatorische Bashing wegen seiner Ablehnung des Raketenschildes, teilte er mir mit Aktenzahl schriftlich mit, dass er sich dafür bedankt und dass er sich meinen „Zuspruch“ weiter verdienen möchte; „darauf und auf Ihre Offenheit freue ich mich sehr“, an die „sehr verehrte Frau Bader“. Meine Gedanken waren, dass ich weiß, was einem die Amerikaner antun können und ich ihm das ersparen will und auch, dass er integer (und etwas spießig) ist. Ich wurde dann wie andere auch via Kabinettschef Stefan Kammerhofer (den Doskozil bei Kern bei den ÖBB Anfang 2016 unterbrachte) ins Visier genommen, nur dass man Darabos nicht wie einst Voggenhuber weismachen konnte, dass ich in Wahrheit berechnend sei, sondern auf ein Umfeld setzen musste, das keine Ahnung vonn Geheimdiensten hat oder meint, Frauen interessierten sich nicht für (Sicherheits-) Politik. Aufbauend auf meine Erfahrungen in den Grünen, die vielleicht wertvoller sind als wenn ich von den Heeresdiensten ausgebildet worden wäre, rekonstruierte ich dann im Lauf der Zeit, was im BMLV und in der SPÖ vor sich gegangen ist und immer von Pilz unterstützt wurde.

Die Grünen 2017 noch mit Pilz

Man muss dabei auch berücksichtigen, dass die SPÖ 2006 wieder Tal Silberstein beizog, der für Stanley Greenbergs Firma GCS arbeitete; Greenberg hat Verbindung zu den Podestas, die nicht nur zu den US-Demokraten gehören, sondern auch für Lockheed lobbyieren. Nach einem Wahlkampf unter dem Motto „Sozialfighter statt Eurofighter“ sollte Darabos das Wahlversprechen als Statist umsetzen, ohne das Amt des Bundesministers für Landesverteidigung jemals verfassungskonform auszuüben. Den Wirtschaftskrieg der USA gegen Europa stellt übrigens der erfolgreich via Pilz bekämpfte BVT-Chef Gert Polli gut dar. Als Rumänien über neue Kampfjets entschied, war der Silberstein-Freund und -Kunde Traian Basescu Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates, der sich für (gebrauchte) F-16 aus Portugal und gegen Eurofighter Typhoon entschied (Pilz denkt F-16 aus Israel statt der EF an). Übrigens lieferte sich Basescu, der als Transatlantiker gilt, gerade ein Scharmützel mit Verteidigungsminister Mihai Fifor, weil dieser zugab, dass zum Raketenschild auch Mittelstreckenraketen gehören sollen (was Darabos‘ Kritik im Nachhinein Recht gibt). Offenbar deckt „Aufdecker“ Peter Pilz, der übrigens u.a. vom ebenfalls Langley-affinen Ex-Nachrichtenamtschef Alfred Schätz protegiert wird, zweierlei Operationen bzw. deren Zusammenwirken: Zum einen geht es um (dem Cover nach) Geschäftsleute wie Tal Silberstein, der als Agentenführer des Mossad gilt, und zum anderen um Interessen der amerikanischen Rüstungsindustrie, die natürlich ewige Kriege braucht.

Diese Situation hat(te) Norbert Darabos am Hals, zu dem nicht einmal der Generalstabschef ungehindert Zugang hatte, obwohl / weil der Minister sein direkter Vorgesetzter ist. Pilz war immer ein Werkzeug derjenigen, die Druck ausüben, wie man in allen U-Ausschüssen ebenso sehen kann wie an seiner Anzeige gegen Darabos. Ihr wart wie die Grünen allgemein letztes Jahr wie Kaninchen vor der Schlange, als Pilz daranging, eine Partei zu zerstören, aus der er viele vertrieben hat. Und jetzt erstarrt ihr vor seinen vagen Ankündigungen zu Wien, wo angeblich schon Bezirksgruppen gegründet werden. Es kann keine dümmere Reaktion geben als eurem Gegner die Gelegenheit zu geben, sich zum Opfer zu stilisieren bzw. dies anderen zu überlassen. Ich gehöre zu jenen Vertriebenen, die nie wollten, dass den Grünen an sich, der grünen Idee geschadet wird; ich sah aber ein, dass es aussichtslos ist, Gremien davon zu überzeugen, dass die Partei instrumentalisiert wird. während ihr euch bei Pilz aber sofort für ein Posting entschuldigt habt, fehlen Gesten gegenüber seinen Opfern; so bestritt eure Geschäftsführerin, dass ich jemals Mitglied war. Ironischer Weise entspricht dies dem Auslöschen der Existenz anderer, das Pilz bei den Bundesgrünen praktizierte, eingesetzt nach dem „need to know“-Prinzip. Wollt ihr ihm dabei in Wien assistieren oder kämpfen, wollt ihr Pilz-Opfern entgegenkommen? Ihr habt (noch) die Wahl,

Liebe Grüsse
Alexandra Bader

PS: Zur Sabotage der EU-Kampagne ein Beispiel: Im Frühjahr 1993 wurden EFTA-Grüne nach Wien eingeladen, was bedeutete, dass es zwar in einem der dunklen Säle im Parlament Übersetzung gab, die Klubreferenten um Schmidauer aber Voggenhuber auflaufen lassen sollten. Er sprach kaum Englisch, sodass es in den Pausen und beim Drumherum keine Verständigung geben sollte, denn die Referenten sollten sich nicht um die Gäste kümmern. Ich stellte da eine Verbindung her, zumal ich sehr gut Englisch spreche, auch damals auf Englisch recherchierte und durch frühere Aufenthalte in Norwegen auch manches verstand, was die Skandinavier untereinander sagten. Ich habe das Treffen gerettet, war dann die Meinung mancher, doch von den Referenten wurde ich diffamiert, denn ich hätte  doch Kaffee kochen sollen und das ihnen überlassen – die aber genau das nicht tun sollten, was ich getan habe.

PPS: Zu Pilz und die Basis Erinnerungen an jenen Bundeskongress Ende Mai 1992, als die Statuten nicht geändert wurden: Vorher wurden besonders wir in Wien damit gequält, dass es unbedingt einer Parteireform bedarf, ein Pilz-Papier hieß „Bitte eine Parteireform!“, es waren die üblichen substanzlosen plakativen Formulierungen (alles wurde stets auch via Medien gespielt). Als Vorläuferin der grünen Jugendorganisation gab es in Wien die Aktionsgruppe, die sich Pilz‘ „Projektorientierte Rahmenpartei“ vornahm, die in etwa das ist, was die Liste Pilz als Nicht-Partei („nur ein paar Mitglieder“, „nur dem Parlamentsklub zuarbeiten“, Partei „nur eine Rechtspersönlichkeit“ – also Briefkastenfirma? – usw,) sein sollte. Es war klar erkennbar, dass zwischen Aktivisten, die brav wahlkämpfen sollen, und Mandataren getrennt wird und Letztere von irgendwem ausgesucht (vorgeschickt) werden sollten. Wir brachten daher zum Kongress einen leeren Bilderrahmen mit, den wir auf weißes Packpapier legten oder einen dicken Ordner „Das Wiener Modell“ mit vielen durchnumerierten leeren Seiten. Alles sehr zum Mißfallen von Pilz und „Hintermännern“, was auch für eine unter Pseudonym an Medien verschickte Parodie auf Statutenänderungen betraf, die ich mir ausgedacht hatte.

PPPS: Kandidat David Ellensohn hat die burgenländische Landesregierung angezeigt wegen der Aberkennung der Gemeinnützigkeit von zwei Wohnbaugesellschaften. Mitglied der Landesregierung ist auch Darabos, und Hans Peter Doskozil ist das einzige von dieser Anzeige nicht betroffene Mitglied; wie Ellensohn bei Fellner sagte, traf er ihn gerade bei einem Rapid-Match. Wir erinnern uns noch daran, dass Doskozil im Februar 2017 Chauffeur für Pilz spielte, als beide beim ORF („Im Zentrum“) zu den Eurofightern zu Gast waren. Doskozil soll am 8. September Chef der burgenländischen SPÖ werden; Pilz kündigt mit einem unfreiwillig komischen Video (endlich) Eurofighter-Enthüllungen ab 6. September an.

PPPPS: Wie hier beschrieben werde ich seit Jahren wegen kritischer Berichte attackiert; nun suchen die Kater Baghira und Gandalf und ich DRINGEND ein neues Quartier, bevorzugt in Wien oder Wien-Umgebung. So kann ich die von euch geschätzte Arbeit auch viel effizienter und mit euch gemeinsam fortsetzen, denn nachdem ich meine Wohnung in Wien verloren habe, bin ich auf dem Land gelandet. Wer etwas für mich hat oder weiss hilft mir damit sehr. Auf den Wunsch vieler treuer Leserinnen und Leser hin ist finanzielle Unterstützung jederzeit willkommen: Alexandra Bader, Erste Bank BLZ 20111, BIC GIBAATWWXXX, IBAN AT592011100032875894. Ihr erreicht mich unter 06508623555, alexandra(at)ceiberweiber.at und ich bin auf Facebook und Twitter (cw_alexandra).

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11 Gedanken zu “Wiener Grüne: What you need to know about Peter Pilz

  1. Ich bewundere Ihre Konsequenz beim Intrigenpilz dranzubleiben. Das braucht Energie. Die wünsch ich Ihnen, denn Sie sind es, die immer wieder auf die charakterlichen „Eigenheiten“ des Hern Pilz weist. Er war wahrscheinlich schon zuvor ein auffälliger Charakter, aber die Politik hat diesen Edelstein zur Vollendung gebracht.

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    1. Danke sehr; Pilz ist natürlich ein „Serientäter“, was seine Rolle und seinen Umgang mit anderen betrifft und kann das sein, weil er nicht aufgehalten wird.

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      1. Dabei hatten Sie vor nicht all zu langer zeit noch behauptet, Sie würden Peter Pilz „verhindern“.
        Sieht nicht danach aus.

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      2. Wüsste nicht, dass ich Sie dazu aufgefordert hätte zu stänkern; was mich betrifft, ist Pilz jetzt in der richtigen Position, um ein Kartenhaus zum Einsturz zu bringen.

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  2. auf jeden fall interessante aussagen,
    aber teilweise mMn. schon fast „verschwörungstheorien“,
    um das alles nach-zu-recherchieren braucht man viel zeit, sehr viel, für berufstätige einige jahre, wenn nicht mehr,
    … solange da nicht einige von dir genannten persönlichkeiten stellung beziehen bleibt letztendlich nur deine seite alleine hier stehen, das macht das ganze leider nicht sehr glaubwürdig (ganz wertfrei, zumindest versucht),

    … ich würde dir das ja (un)gern glauben, aber da fehlen leider massive beweise bzw. aussagen von den betroffenen, vor allem (aber nicht nur) voggenhuber,
    wovor sollte er sich jetzt noch „fürchten“, was sagt er zu deinem text?

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    1. nachtrag;
      ungern deswegen weil ich den pilz eigentlich mag (er hat viel positives bewirkt, soweit ich mitbekommen habe zumindest),
      gern aber weil ich die wahrheit noch lieber habe….

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