Coup Teil 72: Die Erotik der Macht

Pamela Rendi-Wagner wirke zuwenig durchsetzungsfähig, hört man immer wieder, und bei Diskussionen mit Politikerinnen ist es wie in einer Zeitschleife. Denn die Themen sind wie eh und je Vereinbarkeit, Karriere, Kinderbetreuung, aktuell ist vielleicht noch die Frage nach der ersten Verteidigungsministerin nach deutschem Vorbild. Dies jedoch ohne konkrete Vorstellungen von den Anforderungen in einem „typischen Männerressort“, womit wir in medias res sind: Politik erlebt durch einen erotisch angehauchten Filter. Wer könnte dies besser veranschaulichen als Judith Grohmann und ihre demnächst erscheinende Biografie von Sebastian Kurz? Bereits bekannte Passagen wirken wie eine Mischung aus Twilight und 50 Shades of Grey, was für reichtlich Spott auf Twitter sorgt. Die Leseprobe auf der Webseite des Verlagss erweckt einen bizarren und falschen Eindruck von Interviews mit Regierungsmitgliedern: „Während der Sicherheitsbeamte meinen Presseausweis prüfte, wurde ich von seinem Kollegen im Kabinett angemeldet. Danach führte man mich in einen eleganten Warteraum mit einer Ledercouch. Dort nahm ich Platz. Vor mir stand ein Pult, dahinter saß ein Wächter. Er lächelte mir freundlich zu. Wenige Minuten später holte mich eine Mitarbeiterin aus einem Büro, welches ein Stockwerk höher lag, ab. Die junge Frau lächelte mich an und streckte mir ihre Hand zur Begrüßung entgegen. Dann stiegen wir gemeinsam über die geschwungenen barocken kalksandsteinernen Treppen in den ersten Stock hinauf.“ Beim Stichwort „Ledercouch“ ist man versucht, an  #50shadesofkurz zu denken.

Wer schon einmal mit Ministern zu tun hatte. muss dies als Fanfiction einordnen: „In Österreich ist der Aufbau eines Interviews mit einem internationalen Medium mit einem der Großen aus der Politik ähnlich dem Aufbau einer Geschäftsbeziehung zwischen zwei  Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern. Zugegebenermaßen hat es fast schon etwas Komödiantisches an sich, wenn man als Journalist auf den Pressesprecher eines wichtigen Ministers trifft. Denn in Österreich beherrschen die Beamten in den Kabinetten ihrer Minister das freundschaftliche, wienerische Palavern mit Medienvertretern ausgezeichnet.“ Hier wird auch deutlich, dass Grohmann es nicht so mit Detailtreue hat, denn Kabinettsmitarbeiter sind meistens von den Politikern mitgebracht worden und selten Beamte. Dass wir in der Sparte Liebesroman/Softporno gelandet sind, wird dann deutlich: „Zunächst erblickte ich nur eine Silhouette. ›Ist er es wirklich?‹, dachte ich mir. Ich sah lediglich einen Teil eines Kopfes, doch der kam mir bekannt vor. Diese dunkelbraunen Haare, die streng nach hinten gekämmt waren, und die kleine, spitze Nase, die aus seinem Gesicht hervorlachte. Der Mann, der hier lässig an der Türe lehnte, war fast einen Meter neunzig groß und von merklich dünner Statur. Er wirkte wenig ministeriell. Er trug einen dunkelgrauen Anzug, dazu schwarze Socken, schwarze Schuhe und ein weißes Hemd mit einer dunklen Krawatte, die fest saß. Und völlig unerwartet trat er mit einem Mal durch die Tür.“

Diskussion auf Twitter

Bewundernde Worte und detaillierte szenische Beschreibungen ziehen sich durch den gesamten Text und lassen das Ganze wie eine Liebeserklärung an Kurz erscheinen.  Das Netz fragt sich auch, wie um alles in der Welt in der ÖVP-Zentrale nicht auffallen konnte, welchen Charakter diese „offizielle Biografie“ hat, die bereits dem Baby Kurz überragende Eigenschaften zuschreibt. Letzte Zweifel sollten bei dieser weiteren Kostprobe beseitigt sein: „Der Pressesprecher griff sich instinktiv an den Haaransatz und sah verlegen zu mir herüber. Es war ihm nicht recht, dass eine Außenstehende seinen Minister so erlebt hatte, in einer Situation, die ein gänzlich neues Gesicht des jungen Ministers offenbarte. Nämlich die Nachdenklichkeit, das politische Grübeln. Doch es war schon geschehen, und so beschloss ich, mich schleunigst zu verabschieden. Als ich die Treppen am Minoritenplatz Nummer acht hinabstieg, dachte ich mir, dass das Erlebte kein Zufall sein konnte.“ Will sie uns verarschen oder was ist da los? Selbst vor und nach Pressekonferenzen kann man Minister/innen in Momenten der Nachdenklichkeit oder was auch  immer erleben. Allerdings erscheint das Buch bewusst mitten im Wahlkampf, sodass die Ibiza-Affäre und deren Folgen auch vorkommen; irgendetwas wird sich jemand dabei schon gedacht haben. Es ist wohl anzunehmen, dass sich Kurz-Fans, die bei Wahlkampfauftritten dabei sind, in ihrer Haltung durch diesen Schmus eher bestärkt sehen.

Wie der Liebesroman beginnt

Die durchaus amüsanten #50shadesofkurz-Tweets stammen von Gegnern und Gegnerinnen, für die der Kandidat bislang noch eher das Milchbubi war, das als „Maturant“ ja gar kein Recht habe, schon Kanzler gewesen zu sein. Wenn er zu einem Mr. Grey stilisiert wird, macht ihn dies auch männlicher – wie Lob von Vitali Klitschko, der beim Wahlkampfauftakt sagte: „Kurz ist ein richtiger Mann mit richtiger Stärke als Champion“. Damit wären wir bei der Rolle der Ukraine und österreichischen Parteien, ÖVP, SPÖ und wiederum Ibizagate. Peinlich ist jedenfalls, dass Judith Grohmann ihre vorübergehende Tätigkeit beim „profil“ übertrieb, indem sie sich zur Schlußredakteurin (mit gerade einmal 17!) machte. Wer sich fragt, wie um alles in der Welt Fanfiction als Biografie durchgehen konnte, sollte sich frühere Werke der Autorin ansehen, etwa „In geheimer Mission“ über Antiterroreinheiten in mehreren Ländern (auch u.a. auf Englisch erschienen und Kurz überreicht). In einem Interview dazu sagt sie auf die Frage „Was für Menschen riskieren für den Kampf gegen den Terror ihr Leben?“: „Tolle, fesche Männer! Ich habe wirklich mit allen Mitarbeitern reden können, von Psychologen über Verhandlungsführern bis hin zu Snipern. Die meisten Mitglieder sind in einer Beziehung und haben Kinder. Familie ist sehr wichtig, damit sie wieder ´runterkommen von dem Job.“ Sie schrieb damals gerade „an einem Spionagethriller“ und trägt an der Donauni Krems vor über „Die Überwachung durch Geheimdienste und Nachrichtendienste“.

Im Kampf gegen Terror

Bei Amazon spricht ein User aber Klartext zu „In geheimer Mission“, nämlich dass sie gescheiterte Einsätze nicht zu reflektieren bereit ist: „Dazu ist sie zu fasziniert von diesen geheimen Truppenteilen. Um es kurz zu machen: Der Text erweist sich nicht nur als seltsam unkritisch, sondern auch als oberflächlich. Das ist aber, wenigstens was die Spezialeinheiten anbelangt, kein großes Wunder, denn wie geheim wären sie noch, wenn man ihre Geheimnisse in einem Buch nachlesen könnte.“ Der Faszination des Geheimen erliegen auch Männer, die ebenso leicht darauf vergessen, dass man ihnen immer vieles vorenthalten wird. Mit einem Vorwort von der Presseabteilung des UNO-Generalsekretärs bedient Grohmann aber ein Mainstream-Anliegen, sodass oberflächliche Buntheit genügt. Auch „Mythos Pilot„, immerhin mit ein paar -innen, scheint von der Anziehungskraft cooler Männlichkeit geprägt zu sein. Mit Mr. Grey ..äh Sebastian Kurz hat dies durchaus etwas zu tun, denn inzwischen wechselt man(n) ins Bierzelt, das bisher die Domäne der FPÖ war.  Ex-Innenminister Herbert Kickl, der für Kurz ein No-Go in einer nächsten Regierung ist, sieht sich nun als „Staatsfeind Nr. 1“, was nicht der Komik entbehrt, da er für einen Ausbau von Überwachungsmaßnahmen ist. Denn er bezieht sich auf einen Thriller, in dem ein Anwalt von der NSA gejagt wird, weil ihm jemand ein zufällig aufgenommenes Video vom Mord an einem Politiker zusteckte, der gegen Überwachung auftrat. Wenn man Staat aber mit Deep State gleichsetzt,  der mitten im gewöhnlichen Alltag Menschen verfolgt, die seine Machenschaften aufdecken, liegt Kickl nicht so sehr daneben.

Wer den Spott hat….

Natürlich soll auch er cool wirken und erinnert in seiner Polemik an Jörg Haider, was seine Fans mobilisieren soll. Wir wissen ja, mit welchen Worten Heinz Christian Strache am 18. Mai 2019 seinen Rücktritt erklärt hat – dass er sich „prahlerisch wie ein Teenager“ verhalten habe, was ihm gegenüber seiner Frau unendlich peinlich war: „Es war ein typisch alkoholbedingtes Macho-Gehabe, mit dem ich wahrscheinlich auch die attraktive Gastgeberin beeindrucken wollte.“ -„Warum das Verhalten von Strache und Gudenus ein Paradebeispiel toxischer Männlichkeit ist“ wurde ein Artikel bei „Vice“ dazu betitelt: „Eine ‚bsoffene G´schicht‘, eine private Entgleisung soll der wahrscheinlich größte innenpolitische Skandal der zweiten Republik gewesen sein. Eine Ausrede, die auch ausfällige Männer auf Volksfesten gern verwenden, wenn sie sich daneben benommen haben, und das Bier Schuld ist, nicht aber sie selbst. Aber noch bei keinem Menschen haben ein paar Gläser zu viel Wodka eine Verwandlung vom astreinen Familienvater zum grapschenden Macho gerechtfertigt. Genauso wenig zu einem korrupten, schmierigen und machtgierigen Politiker. Strache war noch nie ein Strahlemann, sondern ein Verfechter einer rassistischen und sexistischen Politik. Auch wenn FPÖ-Fans derzeit auf Facebook verzweifelt Verschwörungstheorien zum Schutz ihres ‚Bumsti‘ spinnen und ‚Jetzt erst recht!‘ krakeelen.“

Zum ÖVP-Hack

Es geht in diesem Stil weiter: „Die Ursache von Straches und Gudenus’ Totalschaden liegt viel tiefer. Es steht symptomatisch für das Verständnis von Männlichkeit, das dem rechtskonservativen Rollenbild zugrunde liegt, das sie so konsequent vertreten. Und dieses Bild ist giftig. Ein richtiger Mann ist stark, er muss beschützen und die Familie ernähren. Und als Politiker im besten Fall noch die Nation vor dem bösen Islam retten. Das ist das Strache-Bild, das die klassische FPÖ-Wählerschaft von ihm hat und nach Ibiza versucht aufrechtzuerhalten. Rassistisch und sexistisch war Strache schon immer, was in Österreich für viele auch kein Problem zu sein scheint. Das Ibiza-Video riss dem FPÖ-Helden die perfekt zusammengebastelte Maske aber endgültig herunter.“ Man lenkt so natürlich auch davon ab, dass jemand – basierend auf psychologischen Profilen – kühl berechnend eine Falle stellte (in die z.B. Kickl nie tappen würde):  „Das alles hinterlässt folgendes Bild über ihr Verständnis von Männlichkeit: Es kann schon mal passieren, dass man im Alkoholrausch eine attraktive Frau mit illegalen Machenschaften beeindrucken will. Ein richtiger Mann säuft sich eben ab und an den Verstand weg und macht Dummheiten. Vor allem wenn das weibliche Gegenüber dermaßen attraktiv ist. So sind sie eben, die Männer. Da kann’s auch mal passieren, dass man die halbe Republik verkaufen möchte. Shit happens!“ Es ist auch von einer „kuscheligen Opferrolle der ach so starken Männer“ die Rede, die sich sogar darauf versteifen, dass man(n) ihnen etwas eingeflößt habe: „Das liefert nicht nur ein komplett falsches Bild des Begriffes K.O.-Tropfen, es ist eine Verhöhnung und ein harter Schlag ins Gesicht all jener, die tatsächlich Opfer von unfreiwillig verabreichten Drogen wurden – und das sind meistens Frauen. Gudenus zeigt sich damit verantwortungslos, sexistisch und respektlos.

Diskussion auf Twitter

Und die Aussage verdeutlicht auch, wie wenig die blauen Herrschaften von weiblichen Lebensrealitäten zu wissen scheinen, während sie sich sonst als Beschützer aufspielen.“ Dass Frauen auch in der Lebensrealität von Strache, Gudenus und Co. eine durchaus aktive Rolle spielen, zeige ich hier auf. Bei Diskussionen zur Wahl unter Frauen wird zwar betont, wie wichtig „Zusammenhalt“ und „Solidarität“ über Parteigrenzen hinweg wären; es bleibt jedoch alles beim Alten, sodass selbst gemeinsame Anträge absolute Seltenheit sind. Wenn aber Gabriele Heinisch-Hosek beklagt, dass Abgeordnete nicht einmal beim Thema Gewaltschutz kooperieren und die SPÖ immer noch „sehr patriarchal“ organisiert ist, trägt sie selbst das Ihre dazu bei. Das Anhimmeln von Sebastian Kurz ist nicht mehr so  lächerlich, wenn Frauen immer noch deswegen Karriere in der Politik machen, weil Männer es ihnen ermöglichen. Wir wissen, wie z.B. ein Peter Pilz mit Frauen umgeht, dessen Kandidatin Maria Stern nicht einmal bei einer Frauenveranstaltung auf diesen Widerspruch zu ihren Ansagen angesprochen wurde. Doch kürzlich lief mir Jetzt-Kandidat Klaus Podirsky auf der Mariahilfer Strasse über den Weg, wo er einen „themenbezogenen Vorzugsstimmenwahlkampf “ führt. Er will Männersprecher werden und redet vom „Gender Empathy Gap„:  „Die Nöte von Männern, Vätern und Jungs: Es muss sich keineswegs um unverbesserliche Machos handeln, um zu bemerken, dass jahrelanges einseitiges Genderlobbying Doppelstandards in der Gesellschaft etabliert hat. Eine Haltung und Entwicklung, die mittlerweile einen Namen hat: ‚Gender Empathy Gap‚ – der Mangel an Empathie für die Lage der männlichen Bevölkerung – Männer / Väter / Jungs. Vielen Männern, aber auch Frauen in diesem Land, wird zunehmend deutlich, dass bei den Nöten von Frauen und Männern, Mädchen und Jungs politisch und sozial mit zweierlei Maß gemessen wird.“

Wahlkampfauftakt von Jetzt

Er hat ja nicht Unrecht, wobei Frauen, die z.B. Heinisch-Hosek bei der erwähnten Frauenveranstaltung abwertete, weil sie angeblich noch nicht so „bewusst“sind, dafür einen feineren Riecher haben als Männer. Diese fallen eher auf äußere Statussymbole herein und reden sich ein, dass es einem Mann eh gut geht, wenn er über diese verfügt (besagt zumindst meine Burgenland-Erfahrung). Noch in Unkenntnis der Kurz-Fanfiction (die der Thalia dann ja wohl bei den „Shades of Grey“-Nachfolgern einordnet 😉 meinte ich, dass besonders die Kandidatinnen Pilz ja regelrecht anhimmeln, einen Macho und Grabscher. Von wegen „Nöte von Männern“ erkennen habe ich zudem eine Sachverhaltsdarstellung an die Korruptionsstaatsanwalt gesandt, in der ich beschreibe, wie und warum Pilz Ex-Verteidigungsminister Norbert Darabos für ausländische Geheimdienste, die US-Rüstungsindustrie,  Alfred Gusenbauer und Co. zum Eurofighter-Bauernopfer macht. Das wollte der „Männerversteher“ dann doch lieber nicht im Detail wissen. Der Clip unten führt uns aber zurück zur „Erotik der Macht“, die mit sich bringt, dass insbesondere einige Frauen eine Abkürzung gehen wollen, statt es mit dem Erwerb von Wissen und Kompetenz zu versuchen oder meinen, sie könnten mal eben in vielen Bereichen als Instant-Expertin gelten.

Männer und Macht

Bevor zu viel Häme über Grohmann vergossen wird, sollte wir uns an die Doskozil-Hagiografie zur Wahl 2017 erinnern – als Pilz seinen Pakt mit dem damaligen Verteidigungsminister ebenfalls in einem Buch darstellte. Freilich bedient Grohmann altbackene stereotype Vorstellungen, die uns dazu verleiten sollen, Macht falsch zu bewerten und den Menschen / Mann nicht mehr zu sehen, a la Mr. Grey durch solche Männer leben zu wollen, und sei es als Mentoren. Macht ist nicht das, was du hast, sondern das, von dem der Gegner annimmt, dass di es besitzt – so lautete sinngemäs eine der „Rules for Radicals“ von Saul Alinsky, der Vorbild von Hillary Clinton und Barack Obama war. „Gegner“ sind z.B. jene Kräfte, die sich eines Peter Pilz bedienen, aber befürchten müssen, dass ihr Tun auffliegt – hier kann jemand mehr Macht haben, der an Status gemessen machtlos erscheint, als jemand, in einer besseren Postion scheint. Alinsky ist an sich mit Vorsicht zu genießen, doch diese Regel ist eine konsequente Absage an Fanfic(k)tion-Fantasien. Liebe ist nämlich Liebe und hat nichts mit „Erotik der Macht“-Vorstellungen zu tun. Mehr „Shades of Grey“ würde Frau Grohmann übrigens im sagenumwobenen „Konvolut“ finden, das zu Hausdurchsuchungen und zum BVT-U-Ausschuss führte.

Saul Alinskys Regeln

Es fällt auf, dass fast nur Männer Ibizagate auf die Spur kommen wollen und damit auch den Mainstream dazu zwingen, sich mit Handlangern zu befassen. Wieder werden Klischees bedient, stellen sich die Lakaien doch als in der kriminellen Szene verankert  heraus (mit Behördenconnections). Als offizielle „Aufdecker“ werden uns Männer präsentiert, die freilich nur ein Narrativ schaffen, nicht aber den Dingen auf den Grund gehen sollen: Frederik Obermaier und Bastian Obermayer von der „Süddeutschen“ und Florian Klenk vom „Falter“. Auch hier wird mit „Erotik der Macht“ gespielt, weil Journalistinnen, aber auch Politikerinnen dem über zu bewundernde Männer Vorgegebenen hinterherlaufen statt selbst recherchieren sollen. Dazu passt, dass der geheimnisvolle „weibliche Lockvogel“ weiterhin unerkannt bleiben soll und als eine Art Schicksalsgöttin (jedenfalls für Strache und Gudenus) auch im Buch „Die Ibiza-Affäre“ verschwommen bleibt. Wer die „Männerwelt“ der Geheimdienste nicht bloss anhimmelt, sondern davon Ahnung hat, weiß auch, dass es ebenfalls eine erfolgreiche „Honigfalle“ ist, wenn Zielpersonen so reagieren, wie es per Trigger siehe Videoeinsatz erreicht werden soll.

Unfreiwillige Satire

Damit der „junge, sympathische, durchsetzungsstarke“ Mann Sebastian Kurz wieder Kanzler wird, muss er sich den Koalitionspartner aussuchen können. Wie es derzeit aussieht, liegt die ÖVP außer in Wien überall vorne und manche versuchen schon, die Weichen für die Nachfolge von Pamela Rendi-Wagner zu stellen, siehe Interview mit Doskozil (hier übrigens ein schräger Versuch einer „Erotik der Macht“-Inszenierung mit ihm). Allerdings wird die SPÖ im Burgenland an desaströse dritte Stelle kommen, was vielleicht auch den Selfie mit Doskozil-Boom beendete (was seinem Charakter nicht gelang). Ibizagate brachte jedenfalls keine dauerhafte Veränderung der politischen Verhältnisse, sondern scheint diese eher zu zementieren. Zwar wird die FPÖ an Stimmen verlieren, doch dies trifft auch auf die SPÖ zu, die eigentlich profitieren hätte sollen. Vielleicht passt der Schundroman über Kurz ja auch hervorragend zu einer Partei, die weit mehr auf eine Person fixiert sein soll als andere (ausgenommen vielleicht die chancenlosen Pilze).

16 Kommentare zu „Coup Teil 72: Die Erotik der Macht

  1. Leider hat die erotische Figur Kurz sonst wenig zu bieten, was der Jammer ist.
    Diese Wahl ist ein Unterhaltungsprogramm im Stegreif, schlechter als die Pradler Ritterspiele, das uns ablenken soll vom großen ganzen. Jetzt sichert sich jeder bloß seine Felle und vergoldet sich seinen Arsch. Da will man nicht gestört werden. Zwischenfragen sind nazi, die FPÖ ist komplett nazi und wird von allen als Ersatz für ein eigenes Programm bekämpft.
    Sollte der große Run über unsere Grenze losgehen wird Kurz was von EU-Lösung faseln und restlich außer menschenfreundlich zu den Ankömmlingen sein, genau nichts tun. Es kurbelt ja die Wirtschaft an, das ist ja so super. Und man muß auf die EU-Lösung warten die niemals kommt. Und besser verteilen. So geht*s schneller für uns.
    Das gehypte Thema vom Klima hängt mit der Überbevölkerung der Erde zusammen und sonst gar nix. Welcher CO2-Abdruck mit der Zwangsbeglückung von Massen an inkompatiblen, mittelalterlichen Völkern, die reine Landnahme betreiben interessiert nicht.

    Die einzige Reparatur wäre die Wiedergutmachung mit Remigration und nicht die jährlichen Neuaufnahmen + Familiennachzügen, derweil sich die hier gebliebenen, die sich niemals integrieren WOLLEN vermehren wie die Schmeißfliegen.

    Da das nie nicht passieren wird und das spannende ist, daß wir das erleben werden und uns gut vorstellen können, wie sich das abspielen wird, gehen mir die Befindlichkeiten sämtlicher zur Politik berufener, des erotischen Wesens Wunsch nach „Sensibilität“ bei einem Innenminister seiner Wahl – am Arsch vorbei.
    Gerechtigkeit oder Ehrlichkeit wird es nie geben. Nur das Recht des Stärkeren. Und das spielen sie uns jetzt vor. Weil sie’s können.
    Es sollte die FPÖ, bevor sie dem Wunsch aller nachkommt und gänzlich ohne Kandidaten antritt, in Opposition gehen, da dürften sie wenigstens formulieren. Bei der nächsten Wahl wird allen Hirnrissigen der Wunsch von der EU ausgehend entsprochen worden sein und alle Gegner sind verboten.
    Diese jetzigen Ansagen und Statements sind eine Beleidigung für ein funktionierendes Gehirn. Das ist die Hochkultur der geistigen Umweltverschmutzung.

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    1. Für die Blauen wäre es wahrscheinlich auf lange Sicht besser, in Opposition zu gehen. Die machen sich sonst zum Spielball des Polit-Mainstreams, wenn sie weiterhin sich anpassen und anbiedern.

      Ich gehe davon aus, dass Strache gezielt aus dem Amt gedrängt wurde durch die Veröffentlichung des Ibiza-Videos, das ja bereits 2017 aufgenommen wurde. Ein Video, das vor schwarz-blau, wahrscheinlich sogar als eine Art Sicherheit gegen die FPÖ, aufgenommen wurde.

      Dass sich Kurz an die EU-Linie anpasst ahne ich ebenfalls bereits voraus. Irgendwann wird er nachgeben, wenn die Horden über Italien kommen. Und spätestens wenn die neue Finanzkrise, der globale Börsencrash kommt, dann tritt Merkel zurück und wahrscheinlich auch viele andere.
      2021 hat sie angekündigt zurückzutreten, bis dahin werden die Horden Europa erneut erreicht haben und wir werden entweder eine Rezession oder eine Finanzkrise haben. Alles folgt dem Plan der Eliten.

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    2. sehr gut beschrieben, nur zu co2: das ist ein kompletter schmäh, es hat genau keine klimawirkung zumindest keine mess- oder modellierbare.

      dazu ein link zu ned nikolov und seinem tweet (druck als ursache für thermischen atmosphäreneffekt, der übrigens wie der mond zeigt weit grösser als die 33 grad ist, die uns eingehämmert werden)
      https://mobile.twitter.com/NikolovScience/status/1169178668104482816

      sowie eine studie über fehler in den modellen, die jedes signal von co2, gäbe es eines sofort verschwinden lassen…

      und der auswertung von wetterballondaten, die voll und ganz die these von ned nikolov belegen…
      https://t.co/aS7WClb1uq?amp=1

      ps rendi pam hat gestern eine interessante frage gestellt:
      „Ich war auch mit drei Jahren in einer ganztägigen Kinderbetreuungseinrichtung. Hab ich einen Schaden?“, fragte sie ins Publikum.

      die antwort überlass ich euch…

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  2. Liebe Frau Bader, wie immer hervorragend!
    Zu den Büchern Judith Grohmanns, der Hedwig Courths-Mahler von 2019, fallen mir zwei bekannte Sätze ein:
    „Sie war jung und brauchte das Geld.“
    „Und sie schämten sich nicht.“

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  3. Es wird so kommen, wie von vielen bereits vorausgesehen: Finanz und Wirtschaft wird „zusammengebrochen werden“, Migration im Vollgas, Zensur vermehrt, unliebsame Meinungen gedrückt bis zur Selbstzensur ( man getraut sich garnichts mehr zu sagen), Freiheit beschränkt und Bargeld abgeschafft. WILKOMMEN IM TOTALITARISMUS! Aber alles erfüllt von „WERTEN“!

    MfG Michael!

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    1. Noch ist es nicht so weit! (Siehe diesen Blog!!!)

      Es gibt noch „Inseln“ die von dieser extrem kranken Agenda ausgenommen sind, die sich behaupten können. Es gilt hier scharfe Grenzen zu ziehen und die sind im Kopf – und im Herzen, nicht außen.

      Kurz und Rendi-Wagner sind Prototypen von Kunstfiguren, deren Qualität in der Austauschbarkeit und Beliebigkeit liegen, sind ja auch Talente.

      Es geht – aus meiner Sicht darum, jede_n genau als Mensch wahrzunehmen, und den anzusprechen … nur den!

      M f G

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  4. Schon kurios, ein Buch Sebastian Kurz – die offizielle Biografie nennen zu dürfen und dann gar einen erotischen Roman daraus zu machen. Was die Leute nicht alles tun, um zu Geld zu kommen.

    Nicht ganz 3 Wochen Zeit sind noch und dieser Florian Schweitzer hat noch immer keine Bombe gezündet mit seinem Zoom.
    Von der Machart und dem Aufbau her(gemeinnütziges journalistisches Projekt o.s.ä.) macht es den Eindruck, als wäre es wirklich die Bombe, die Kurz den Wahlsieg kostet. Andernfalls war es nur viel Lärm um nichts.

    Mich persönlich interessiert mittlerweile nur noch die Wahrheit, was eine etwaige Drogenabhängigkeit von Kurz und seine mögliche Rolle in der Ibiza-Geschichte betrifft. Die Wahrheit steht über allem, egal mit welchen Konsequenzen.

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  5. Danke Alexandra. Ja sie versuchen die NWO durchzusetzen. Aber es wachen immer mehr auf. Eigentlich putschen sie eh alle nicht genehmen Regierungen weg. Österreich. Dann den Salvini in Italien. .fehlt noch Ungarn auf der Liste. Aber da beißen sie sich wenigstens die Zähne aus.

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    1. Meiner Meinung nach fehlt nicht mehr viel, um den neuen Kommunismus, die neue globale Diktatur, eben NWO genannt durchzusetzen.
      Erst müssen die Wirtschaftsmigranten in Europa für soziale Unruhen sorgen, dann der Finanzcrash kommen und schließlich der Krieg gegen Russland. Einer Gruppe von mächtigen Personen ist daran gelegen, die Nationen ihrer Souveränität und Ordnung zu berauben und normale Bürger zu unterjochen.

      Man könnte sich im Voraus informieren, welche Konsequenzen der Kommunismus für die Bürger der betroffenen Länder hatte bzw hat. Die haben alle keine Religionsfreiheit mehr, keine Pressefreiheit, keine Meinungsfreiheit und in China(Prototyp der neuen Weltordnung) werden die Bürger bis aufs letzte Detail beobachtet und überwacht.

      Hier in Europa werden Elemente des Kommunismus langsam eingeschlichen. Die Meinungsfreiheit hat ja spürbar abgenommen, man merkt es wenn Linke alles schreiben dürfen und Rechte wenn sie das Wort Neger(kommt in der Bibel vor) gebrauchen eine anonyme Anzeige wegen Volksverhetzung fürchten müssen.

      Inwieweit ein Volk verhetzt wird, wenn auf irgendeiner Internetseite, die nie von einem großen Teil des Volkes eingesehen werden kann bzw wo niemand alle Kommentare liest die geschrieben werden, bestimmte Wörter gebraucht werden, das müsste man den fragen, der diesen Paragraphen eingeführt hat.

      Der Humanismus, in unserem Fall das blinde Gutheißen von Einwanderung am Asylrecht vorbei durch afrikanische Wirtschaftsmigranten, wird ebenfalls Bestandteil des neuen Kommunismus sein.

      Ebenso ist der Wegfall der Pressefreiheit ein Element des Kommunismus, weil alle Medien(weil finanziell nicht unabhängig) immer nur den Tenor des Mainstreams kennen und niemand der Journalisten sich mehr die volle Wahrheit zu berichten traut.
      Es ist wie in einem Dorf, wo einer dem anderen alles nachplappert und Tratschweiber die Propaganda bestimmen. Da stimmt auch nicht immer alles.

      Die Dekadenz nimmt Überhand und die wenigen normalen Menschen kann man heutzutage oft an einer Hand abzählen.

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      1. Geradezu erschreckend waren die Ansichten von Herrn Brandstätter über Herbert Kickl, wie letztens im „TV-Duell“ zum Besten gegeben wurden.
        Aber die Neos hatten immer schon ihre eigene Version der Wahrheit, fernab von Tatsachen und der Realität. Er passt gut dazu.

        Man könnte über Kickl sagen, dass er einen strikten Kurs in Sachen Asylrecht und Abschiebungen gefahren ist. Die Tafel „Ausreisezentrum“ war aus meiner Sicht verrückt anzubringen am Asylzentrum Traiskirchen. Denn dort wissen die Asylwerber ja noch nicht, ob sie ausreisen müssen oder doch Asyl bekommen.
        Alles in allem war Kickl besser als seine Vorgänger, aber leider auch radikaler. Mehr Mäßigung hätte ihm und der Koalition gutgetan.
        Auch die Äußerung, dass es sein Ziel wäre, irgendwann bei null Asylanträgen in Österreich anzukommen, das ist einfach unrealistisch und fernab der Realität.

        Da hat der Realismus gefehlt und der Ehrgeiz das Ruder übernommen.

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      2. Das gehts weniger um die NEOS oder um Brandstätter, sondern um Seilschaften im Hintergrund…Konrad – Raiffeisen – Strabag – Haselsteiner….Gusenbauer, Benko usw.

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      3. Ich verstehe Ihre Bedenken nicht; angesichts der Zahlen MUSS eine Null- bzw. Minus“einwanderung“ stattfinden, man sehe sich nur die Zahlen der Volksschüler an, welche nicht Deutsch als Muttersprache haben….ab wann soll man denn handeln, ab 70 oder 80% – einem Zustand, der UNUMKEHRBAR ist/wäre?
        Es ist jetzt schon längst 5 nach 12.

        Die Ausreisezentrumssache ist doch nur aufgebauscht und eine Nebelkerze, ein Nullthema…denn schließlich heißt es (leider meist nur theoretisch) bei Asylantragsablehnung dann eben „Ausreise“…sich über soetwas angesichts der katastrophalen Umstände zu echauffieren, bedeutet in die Falle der Skandalisierer zu tappen, welche in jedem Patrioten einen „nationalen Sozialisten“ sehen (also eigentlich einen Linken, aber das ist eine andere Diskussion).

        Es ist völlig egal, was gesagt wird, die Agenda lautet „Skandalisierung der Patrioten“, mit Appeasement ist kein Blumentopf zu gewinnen – oder meint jemand, zB der ORF würde auch nur einmal positiv berichten, wenn zB Kickl etwas in deren Augen „Gutes“ täte/sagte?
        Niemals, es geht um das dialektische Spiel, wobei die Synthese jeweils nach links gedreht ist, eine solcherart nicht zu stoppende Links(abwärts)spirale (links unter „“).

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