Coup Teil 30: Ibiza und die Ukraine-Connection

Wir konnten in den letzten Tagen beobachten, wie der Verdacht langsam auf Sebastian Kurz und sein Umfeld gelenkt wurde, zumindest was den Einsatz des Videos betrifft. Es geht in Mails, deren Echtheit die ÖVP letzte Woche bestritten hatte, u.a. um „mehrstündiges Videomaterial“, von dem am 27. Februar 2018 die Rede gewesen sein soll. Erwartungsgemäß wird es via EU-Infothek ins Spiel gebracht, und dem Drehbuch zufolge kommt auch ein u.a. in Israel ausgebildeter Cybersercuritymann vor, der im Juli 2017 auf Ibiza war. Der Spin sieht vor, dass die Aufnahmen dann von einer Adresse abgeholt wurden, an der wir auch die Agentur für Modernisierung der Ukraine in Wien-Innere Stadt finden. Dies verweist auf den Förderer von Sebastian Kurz, Michael Spindelegger. Wie üblich ist von Informanten die Rede, deren Namen wir nicht kennen; bislang ist übrigens Wolfgang Fellner bei oe24 anders als vor ein paar Wochen nicht darauf eingestiegen. Wenn es um Spindelegger und die Ukraine geht, sind wir geneigt, nicht an Verstrickungen von Leo Specht uns einem Freund Alfred Gusenbauer zu denken. Gusenbauer brachte seine Ukraine-Lobbyingpartner nämlich mit zur Kampagne von Hans Peter Doskozil gegen Airbus. Dies ist auch deshalb peinlich, weil man Ex-Minister Norbert Darabos dafür zum Bauernopfer machte und die SPÖ dabei brav mitspielte. Damit sind wir auch bei jenen Geheimdienst-affinen Kreisen, die ein Interesse an Ibizagate hatten und haben

An einem anderen 27. Februar, nämlich 2019 meldete EU-Infothek-Herausgeber Gert Schmidt die Detektei Omnia an, deren Geschäftsführer Thomas Benold Funktionär bei der SPÖ Korneuburg ist. Dort gibt es ein Projekt der Signa Holding, und im Bezirk finden wir auch die berüchtigte SPÖ Langenzersdorf. Geoutete Ibiza-Fallensteller halten sich in der Regel eher bedeckt bzw. geben ein skurriles Geständnis ab wie Anwalt Ramin Mirfakhrai. Er soll sich ins Burgenland zurückgezogen haben, wo der „Gerüchteblogger“ (c „Welt„) Gerald Kitzmüller (SPÖ) wohnt, der mit Desinformationen über die ÖVP anstachelt (dieser übersiedelte im Jänner nach Oberpullendorf). Diese passen genau ins Bild, da unterstellt wird, man habe Wahlen mutwillig vom Zaun gebrochen und dies schon lange vorbereitet. Man muss auch bedenken, dass nun ein beinamputierter Steirer, der noch nie mit Doskozil zu tun hatte, diesen bedroht haben soll, indem er Verwandte anrief. Damit wurde Doskozil zum Helden stilisiert; auch die Cobra wird eingesetzt und der Mann befindet sich in U-Haft. Dabei geht Doskozil selbst über Leichen, wie ja unter anderem Darabos aus Erfahrung weiss – würde er nicht (mehr) bedroht werden, würde er die Leute alle kontaktieren, mit denen er nie reden durfte. Man ließ auch die eigentliche Parteichefin Pamela Rendi-Wagner lächerlich erscheinen, indem sie beim Bügel-Duell gegen Doskozil antrat und gewann. Dass Ibizagate in mehrfacher Hinscht der SPÖ nützen soll, wird einmal mehr deutlich gemacht.

2019: Erinnerung an Silbersteins Facebook-Gruppen 2017

Bei EU-Infothek lesen wir: „Der Informant teilte mit, dass er seit geraumer Zeit mit täglich einlangenden anonymen Briefen, welche er EU-Infothek vorlegte, regelrecht bombardiert wird und diese Briefe sind fast immer in einer zentralen Poststelle in Wien aufgegeben und beinhalten immer die gleiche Botschaft, auf einen Zettel geschrieben: ‚Video!‘. Dem Informanten ist diese Briefserie unheimlich und er fühlt sich verfolgt. Nach seinen Angaben haben sich auch bereits mehrere parteipolitisch engagierte Personen bei ihm gemeldet und ihm telefonisch angeraten, das ihm vorliegende Material – also Emails und Videos – 14 Tage vor der nächsten Wahl – medial zu verbreiten.  Der Informant übermittelte Mails an EU-Infothek. Die Prüfung dieser Mails durch externe Sachverständige zeigte rasch die Grenzen einer fachmännischen Beurteilung. Einige der seriösen Gutachter erklärten klipp und klar, dass man aufgrund der vorliegenden Mailkopien die Echtheit eines Emails nicht bestätigen könnte, genauso wenig aber auch nicht ohne Wenn und Aber behaupten kann, dass diese gefakt sind. Bedauerlicherweise ist es EU-Infothek nicht gelungen, eine klar nachvollziehbare Darstellung eines Gutachters einzuholen. Mehrere fachkundige Leser haben aufgrund der von der ÖVP veröffentlichten Eckdaten bemerkt, dass es sich ihrer Meinung nach nicht um Fälschungen handle.“ Daran erkennt man, dass die (angeblichen) ÖVP-Mails immer nur der Ibiza-Dramaturgie dienten, man mit ihr verbinden musste, was  eher in die Silberstein-Ecke weist.

Kitzmüller will Kurz anzeigen (wer lenkt ihn?)

Der Cyberexperte soll in Ibiza das WLAN um 7500 Euro überprüft haben und hörte dann nichts mehr von den Auftraggebern. Später sollte er ein Gebäude in Wien checken, eben den Sitz des Ukraine-Vereins: „Das Resultat der mehrmaligen Besuche vor der Renngasse 6 – 8 sind, so wie sich der Cyber-Spezialist ausdrückt, abgeholte Daten, und zwar zwischen 1.500 und 2.000 Mails aus der Führungsriege der ÖVP, aber auch betreffend Aktivitäten von der ÖVP nahestehenden Vereinen, und Korrespondenz zwischen FPÖ und ÖVP sowie das große, mehrstündige Ibiza Video, ungeschnitten, und weitere acht kleinere Videos, wo jeweils Gudenus und Strache, einzeln und gemeinsam, Hauptdarsteller sind. Der Informant versucht seit mehreren Monaten sein Leben in geordnete Bahnen zu bringen und sich aus dem Free-Lancer Cyber-Sicherheitsgeschäft, das durch die vielen Reisen und Borderline-Arbeiten belastet ist, zurückzuziehen und einer geregelten Tätigkeit nachzugehen, wo er seine Kenntnisse gesetzeskonform einsetzen kann.“ Da diese Story nur allzu gut passt, müssen wir uns bewusst sein, wer früher für de Ukraine lobbyierte. Spindelegger tut es (angeblich) auch schon lange nicht mehr: „Ein paar Termine will Spindelegger für die nicht ganz unumstrittene Ukraine-Agentur noch wahrnehmen, mit EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn und auch in Kiew. Dort, das gibt der Ex-Außenminister zu, hat ihm der Kanzleichef von Präsident Poroschenko monatelang keine Audienz gewährt. Mit der Agentur für die Modernisierung der Ukraine wollte bald niemand mehr zu tun haben. Prominente Berater der ersten Stunde, wie der deutsche Ex-Finanzminister Peer Steinbrück, sprangen bald ab. Jeder wusste, dass der ukrainische Oligarch Dimitri Firtasch die Agentur vor allem deshalb gegründet hatte, um sein Image aufzupolieren. Für den Milliardär hat sich mittlerweile Wesentliches verändert: Am 30. April entschied das Wiener Landesgericht gegen die von den USA beantragte Auslieferung des Ukrainers. Seither ist sein Interesse an Reformen in der Ukraine merklich erlahmt. Sein ‚Marshallplan‘ für die Ukraine hat sich in Luft aufgelöst. Den Milliardenfonds, den Firtasch für die Modernisierung seiner Heimat versprochen hat, gibt es es bis heute nicht – und wahrscheinlich nie.“

Gert Schmidt vor ein paar Wochen bei Fellner

Über Dmytro Firtash schrieb Addendum: „Mitte März 2014 war er in Wien auf offener Straße auf Basis eines US-Haftbefehls festgenommen worden. Gegen eine Kaution von 125 Millionen Euro kam er allerdings bis zur Klärung, ob eine Auslieferung rechtens ist, wieder auf freien Fuß. Unmittelbar nach der Festnahme beginnen der Milliardär und ein enger Kreis aus Vertrauten Gegenmaßnahmen einzuleiten. Mehrere Anwälte und zwei PR-Agenturen werden engagiert. Im erweiterten Umfeld tummelt sich auch der eine oder andere Sicherheitsberater. Und es wird eine Dame angeheuert, die in der zwielichtigen Branche der privaten Informationsbeschaffer seit Jahren einen klingenden Namen hat: Christina Wilkening aus Berlin. Ihr Deckname aus Stasi-Zeiten lautet ‚Nina‘. Das Firtash-Engagement wird das Ende ihrer illustren Tätigkeit als Privatagentin bedeuten und sie und mehrere Komplizen vor Gericht bringen.“ Wie bei Mirfakhrai landen wir wieder einmal bei Gabriel Lansky. Die deutsche Privatagentin Christina Wilkening sollte dem damaligen Parteichef Vladimir Kishenin bei der Lösung ganz besonderer Probleme unter die Arme greifen: Kishenin wurde nämlich von Behörden in Deutschland und Österreich als Mitglied einer kriminellen Organisation angesehen, 170 Millionen Dollar waren eingefroren. In Abstimmung mit der bekannten Wiener Anwaltskanzlei Lansky sollte Wilkening Beamte von München bis Moskau kontaktieren. Nun tauchen Unterlagen auf, die zeigen, dass die Agentin offensichtlich den Einsatz von Schmiergeld geplant hatte.“

Firtash-Berater Kapp und Mirfakhrai-Ex Wagner (2017)

Das Problem mit dem Konten trat 2005 ein, es ging um einen Telekom-Deal in der Ukraine (erinnert uns irgendwie an Martin Schlaff und die Telekom-Ostgeschäfte) und Kishenin war zu dieser Zeit auch aktiver Politiker: „Er sitzt der Sozialdemokratischen Partei Russlands vor und ist Mitglied der ‚Sozialistischen Internationale‘ (Gusenbauer ist deren Vizepräsident, Anmerkung). Er will auf das Geld zugreifen können. Und es stört ihn ungemein, dass – wie er selbst meint – in Justiz- und Polizeikreisen der Verdacht gehegt wird, er sei Mitglied einer kriminellen Organisation. Kishenin weiß, dass er eine tiefgreifende Imagekorrektur benötigt. Und da kommt als Problemlöserin wieder einmal eine Dame ins Spiel, die einst schon für die Stasi tätig war, nun jedoch als Privatagentin ihre besonderen Kontakte und Fähigkeiten zu versilbern versucht. Im Februar 2007 engagiert Vladimir Kishenin also Christina Wilkening aus Berlin. Sie gilt damals als große Nummer im Geschäft der privaten Nachrichtenhändler, arbeitet – zumindest indirekt – auch für größere Konzerne und generiert Millionenumsätze. Ihr Ruf macht sie für Klienten wie den russischen Politiker, Multimillionär und Aufsteiger Kishenin interessant. Vladimir Kishenin bucht Wilkening über einen Beratungs- und Werkvertrag, als Vehikel dafür dient eine seiner Firmen, die an der Waterpool Plaza in Tortola, Britische Jungferninseln, domiziliert ist. Was sollte die Agentin für den reichen Russen tun? Eine Gesprächsbasis zu Beamten in halb Europa herstellen, Kanäle zu Banken öffnen, Kontostände eruieren, Auszüge besorgen, Akten und Beweismittel beschaffen. In Moskau, in Wiesbaden, in München. In Bremen, in Zürich, in Riga.

Gabriele Beierl (ÖVP) und Niko Kern (SPÖ) – 1

Zu einem ordentlichen Auftrag gehört auch ein ordentlicher Vertrag. Und dieser wird bis ins kleinste Detail ausgerechnet über eine der renommiertesten Wiener Anwaltskanzleien abgestimmt. Als deren Chef fungiert Gabriel Lansky, der bekannte SPÖ-Anwalt. Mit Vladimir Kishenin hat die Kanzlei Lansky nunmehr auch einen Genossen aus Moskau in der Klientenkartei – und diesem mangelt es nicht am nötigen Kleingeld für besondere Dienstleistungen. Schließlich liegt allein auf den eingefrorenen Konten ein dreistelliger Millionenbetrag. Der Vertrag zwischen der Kishenin-Firma auf Tortola und der Nachrichtenhändlerin aus Berlin datiert vom 14. Februar 2007 und dokumentiert nebst vorliegender E-Mails, wie das Projekt aufgesetzt werden sollte. Schon auf den ersten Blick fällt auf: Die Anwaltssozietät Lansky koordiniert augenscheinlich nicht nur vorab gewisse Vertragsdetails zwischen ihrem Mandanten und Frau Wilkening; sie sollte auch in die Detailabwicklung des Auftrags eingebunden werden.“ Vorgesehen waren auch „Fremdkosten“ und „Fremdhonorare“ u.a. zur „Kontaktierung“ (Bestechung?) von Beamten. Es gibt natürlich kaum Zufälle, aber Wilkening taucht auch im Zuge der BVT-Affäre auf, was jedoch ganz stark auch für Gabriel Lansky gilt. Übrigens wurden Ermittlungen der Justiz wie am laufenden Band eingestellt; umso mehr stehen u.a. Johann Gudenus und Heinz-Christian Strache nach Ibiza im Visier.

Beierl und Kern – 2

Bei Gusenbauer müssen wir daran denken,  dass er in Aktivitäten der Podesta Group (Lockheed- und Boeing-Lobbyisten) und von Paul Manafort puncto Ukraine eingespannt wurde. Letzterer siehe Ukraine-Nachrichten: „Fast 13 Millionen Dollar – das ist die Summe, die an den amerikanischen Politberater Paul Manafort für seine Lobbyarbeit für die Partei der Regionen geflossen sein soll. Genau auf diese Summe addieren sich die Zahlen, die in der schwarzen Buchhaltung der Partei der Regionen zwischen 2007 und 2012 auftauchen. Manafort hat beinahe zehn Jahre mit der Partei der Regionen zusammengearbeitet. Bereits 2004 konnte er als Politberater von Wiktor Janukowitsch mit dem Donezker Oligarchen Rinat Achmetow einen der wichtigsten Sponsoren der Partei gewinnen.“ Damals war Gusenbauer bekanntlich noch weit davon entfernt, Bundeskanzler zu werden. Man engagierte auch den Talkmaster Larry King (bei CNN „Larry King Live“ von 1985 bis 2010), der im November 2011 in die Ukraine reiste, um Staatspräsident Nikolaj Asarow zu interviewen (dieser hatte die Gusenbauer-Freunde Leo Specht und Gabriel Lansky als Berater bzw. Anwalt). Wenn wir heute die „Sustainable Ukraine Gemeinnützige Forschungs GmbH“ im Firmenbuch suchen, erfahren wir, dass sie sich in Liquidation befindet. Die „Sustainable Ukraine Foundation“ wird noch im Netz erwähnt, wobei inzwischen der Name Alfred Gusenbauer fehlt, den die „Kyiv Post“ dort 2012 noch entdeckte. Jetzt wird Oleksiy (Alexej) Asarow damit in Verbindung gebracht, da es sich um die Seite einer NGO handelt, die Namen von Oligarchen sammelte; unter „People“ gibt es „Businesses and assets of Ukrainian politicians and oligarchs abroad“, darunter Dmytro Firtash, Jewgenij Geller, Viktor Janukowitsch und Sohn Oleksandr und eben Nikolaj Asarows Sohn Oleksiy, der mit dem Gusenbauer-Freund Specht beruflich verbandelt ist. Laut „Krone“ weicht Gusenbauer aus: „Trotz aller aktueller Turbulenzen hat der Ex-SPÖ-Bundeskanzler seine Tätigkeit für die ‚Sustainable Ukraine Gemeinnützige Forschungs GmbH‘ nicht erwähnt: Aufgrund einer Anklageschrift des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller war nur seine Lobbyingtätigkeit für die Ukraine in Zusammenarbeit mit dem italienischen Ex-Premier Romano Prodi bekannt.

Gusenbauer und die „nachhaltige“ Ukraine

Gusenbauer bestritt zuerst bekanntlich jede Tätigkeit für Janukowitsch und seine „prorussische“ Bewegung, gab aber zu, dass er Geld erhalten habe, um für eine Annäherung der Ukraine an die EU zu lobbyieren. Das Muster kommt bekannt vor, trat er doch bereits 2007 als Kanzler für einen Beitritt Serbiens zur Union ein, um ab 2013 dafür von der serbischen Regierung bezahlt zu werden. Vor dem Regime Change in der Ukraine im Februar 2014 spielte eine wichtige Rolle, dass das geplante Assoziierungsabkommen mit der EU scheiterte, eines der Probleme waren in der Produktion verwendete russische Normen, sodass wirtschaftlicher Schaden befürchtet wurde. Die „Krone“ wies 2018 auf die Verbindung zwischen Nikolaj (auch Mykola) Asarow, der per internationalem Haftbefehl weltweit gesucht wird, weil er in Verdacht steht, Milliardenwerte unterschlagen zu haben, und dem Gusi-Umfeld hin: „Sein Sohn, Oleksiy (47), hatte in Wien bekannte Geschäftsfreunde und für seine Firma eine interessante Adresse: Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer war Aufsichtsratvorsitzender in Asarows ‚Sustainable Ukraine GmbH‘, die Anschrift war ident mit Gusenbauers ‚Projektentwicklung & Beteiligung GmbH‘.“ Wir landen wieder in der Teinfaltstraße, zwar in Nr. 8, doch unter 4/9 finden wir Hinweise auf Tal Silberstein und Beny Steinmetz. Es geht diese Firma: „Interessant ist, dass bei der ‚Lester Invest‘ eine weitere prominente Person ins Spiel kommt, die bisher nicht im Steinmetz-Umfeld öffentlich aufgefallen wäre: Wie sich aus dem Aktionärsregister der Firma auf den British Virgin Islands ergibt, war dort als erster Alleineigentümer Ofer Kerzner eingetragen – ein umtriebiger israelischer Immobilieninvestor mit starkem Bezug zur Ukraine.“ Kerzner (siehe Panama Papers) ist Investor, Honorarkonsul der Ukraine in Israel und wurde 2016 ukrainischer Mann des Jahres. Zur  Teinfaltstrasse 8 sei bemerkt, dass sie, ums Eck von der SPÖ-Zentrale in der Löwelstraße liegt; an dieser Adresse residiert Anwalt Leo Specht, der im Oktober 2008 die „Specht Projektentwicklung & Beteiligung GmbH“ errichtete, die im Dezember 2008 in „Gusenbauer Projektentwicklung & Beteiligung GmbH“ umgewandelt wurde. Noch im Frühjahr war Gusenbauer Aufsichtsratschef der „Sustainable Ukraine GmbH“ eben in der Teinfaltstraße, wo Specht sein Büro hat und wo die erste Adresse der Gusenbauer-GmbH war (heute Rooseveltplatz 4-5, 1090). Über die „Specht Asset Management Services GmbH“ war Leo Specht einer der Geschäftsführer der „Sustainable Ukraine“ und auch zu Beginn der Gusenbauer-GmbH 2008. Zwar war Leo Specht Asarows Vertreter, sein Anwalt ist aber Lansky siehe unten. Gusenauer behauptete vor ein paar Monaten, dass er keine Geschäftsbeziehungen zu Specht mehr unterhalte, aber aktuelle Angaben zu Cudos Capital sprechen eine andere Sprache.

Lansky zu Asarow

2010 gab es „erstaunlich viel Prominenz“ inklusive Gusenbauer und Raiffeisen-Banker Herbert Stepic,  als Asarows Schwiegertochter in einer (extra erworbenen) Galerie am Ring ausstellte (Stepics Raiffeisen-Nachfolger Karl Sevelda ist wie Gusenbauer im Signa-Beirat). Nach Nikolaj Asarows Abgang hieß es: „Die Österreich-Connections der ukrainischen Polit-Elite und Wirtschaftsmagnaten sorgen weiter für Aufregung. Eine der ersten Adressen für wohlsituierte Ukrainer ist offenbar die Wiener Anwaltskanzlei von Leopold Specht, die auch in Kiew eine Filiale unterhält. Specht ist kein unbeschriebenes Blatt. Er gilt als SPÖ-nahe und ist mit Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer freundschaftlich verbunden, der in der Wiener Anwaltskanzlei ein Büro unterhält. Und: Specht sitzt im Aufsichtsrat der ÖBB-Holding und der Austro Control.“ All des bedeutet natürlich auch, dass österreichische Anwälte und Unternehmen von den Sanktionen mitbetroffen waren, die dem Umsturz in der Ukraine folgten. Die Podesta Group lobbyierte dann für die russische Sberbank, die einer der Kreditgeber Benkos wurde (von dessen Reich EU-Infothek ablenkt). Specht gelangte übrigens in den ÖBB-Aufsichtsrat, als Gusenbauer 2007 Bundeskanzler war und blieb dort bis vor wenigen Monaten. Er beriet auch den Kanzler, etwa als es darum ging, aus dem Eurofighter-Vertrag auszusteigen oder diesen wenigstens entscheidend zu verändern; Gusenbauer brachte zwar Spechts Empfehlung Helmut Koziol in das Procedere ein, weigerte sich dann aber, die Verantwortung zu übernehmen. Und er brachte vom Ukraine-Lobbying Skadden und FTI-Consulting mit zu Doskozils Krieg gegen Airbus, dem Darabos geopfert werden sollte. Auch Gusenbauers Freund Rene Benko vertraut inzwischen auf die Kanzlei Skadden.

Strache einst zur Ukraine

Während Kurz auch wegen Ibiza eine neuerliche Koalition mit der PFÖ ausschließt, ist das Thema im Moment weniger in den Schlagzeilen. Es reicht aber, wie ja auch Tweets zeigen, immer noch für wechselseitige Verdächtigungen. Und nicht ohne Grund wird der Verdacht in eine bestimmte Richtung gelenkt, die darauf jedoch bislang kaum reagiert hat. Abseits der Diskussion über gekaufte Politik sehen wir wieder einmal, welch ein Ausmaß an Lobbying man im Umfeld der SPÖ findet, wofür u.a. die Namen Gusenbauer und Specht (und Lansky) stehen. Nun brachte „natürlich“ EU-Infothek mit dem Cybersecurityexperten ein weiteres vermeintliches Ibiza-Bindeglied ein. Vor ein paar Tagen zitierte der „trend“ den Steuerbetrüger Werner Rydl, der das Video (und anderes) gekauft haben will. Von Rydl kommt man auch zum Lobbyisten Peter Hochegegr, bei dem Gusenbauer-Sprecher und jetzt SPÖ-Komunikationschef Stefan Hirsch einmal tätig war. Erinnern wir uns nochmal, wie EU-Infothek die neue „Spielfigur“ per Mail vorgestellt hatder Informant „hat aber das gesamte Video und viele andere so wie tausende mails der fp und der türkisen die noch viel brisanter sind“. Vorsicht vor Desinformationen – mit diesen wurde die Ibiza-Falle ausgelegt und mit diesen wird der Einsatz des „Produktes“ begleitet – von vielen anderen Stories ganz zu schweigen, die alle dorthin manvörieren sollen, wo man sie hinhaben will.

Twitter-Thread 2018

PS: Noch mehr zur Causa Firtash hier, denn sie reicht in die Zeit zurük, als RosUkrEnergo auf die Raiffeisen Investment AG baute, was 2010 den USA verdächtig vorkam. Firtash beauftragte u.a. den Clinton-Anwalt Lanny Davis, der auch für Michael Cohen arbeitete „und für den Mob“,  wie es auf Twitter heisst. Außerdem heuerte er Michael Chertoff an, der auch von Paul Manafort konsultiert wurde: „Dmitry Firtash, Oleg Deripaska and Paul Manafort were involved together in a business partnership to turn the Drake Hotel ‚into a luxury office and residential space called Bulgari Tower.‘ Pericles, the company setup to be the prime investor in the Drake hotel, was established by Manafort and Deripaska in March 2007. Deripaska was the owner of Pericles. His money was used for the Drake Hotel / Bulgari Tower deal. Dmitry Firtash’s company, Group DF, also spent *at least* $25 million on the Drake Hotel / Bulgari Tower project too. All of this happened after Gazprom and RosUkrEnergo made their deal in January of 2006 to supply natural gas to Ukraine. This happened at the same time Paul Manafort was contracted to work for Oleg Deripaska directly. Here’s where it connects right to Trump. ‚In 2006, the year he reportedly began working for Deripaska, Manafort bought a condo in Trump Tower for $3,675,000 through an LLC called John Hannah.'“ Deripaska ist Anteilseigner der Strabag, wie wir wissen – und Haselsteiner attackiert die FPÖ auch wegen ihrer Russland-Connections.

PPS: Alles passt wie so oft zu allem: Laut OGH darf Dmytro Firtash ausgewiesen werden, das Justizministerium ist am Ball.

14 Kommentare zu „Coup Teil 30: Ibiza und die Ukraine-Connection

  1. Liebe Alexandra,
    von diesem Sumpf zu lesen ist schon unerträglich. Eine tolle Arbeit und großen Respekt, diese Verbindungen aufzuzeigen und so emotionslos darüber zu berichten. Die Welt benötigt dringend mehr Journalisten von Ihrem Kaliber. Leider ein Wunschtraum!

    Gefällt 1 Person

      1. Werte Frau Bader!
        Es ist bedrückend, hier immer wieder von Repressalien und Ihre Hilferufe zu lesen, und ich habe mir schon oft überlegt, wie ich Ihnen helfen kann.
        Ich komme nur nicht wirklich auf einen grünen Zweig; leerstehenden Wohnraum in Wien habe ich – wie wahrscheinlich die allermeisten Leser – nicht zur Verfügung.

        Es scheint möglich, dass man Ihnen einen Sachwalter vor die Nase gesetzt hat, der Sie jetzt an der kurzen Leine hält…aber wie auch immer, vielleicht sollten Sie einmal genau definieren, wie man Ihnen helfen kann, also vielleicht detaillierter als bisher, ganz konkret…ich glaube mich zu erinnern, dass Sie einmal von einem neuen Laptop schrieben?
        Haben Sie anwaltlichen Beistand?
        Was genau brauchen Sie, so dass die Leser/potenzielle Unterstützer auch konkrete Ansatzpunkte haben?

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      2. ich habe keinerlei beistand, sondern werde totgetreten. ich bin in der pampa, kann dort nicht bleiben,m bin dort auch bedrängt und es ist sehr öde, weil ich die stadt gewöhnt bin….man vernichtet mich, weil ich unangenehme wahrheiten recherchiere…. es wäre am einfachsten, mich zu unterstützen, wenn ich in wien wäre. diesen sprung muss ich erstmal schaffen (auch, weil es durchaus gefährlich ist, sich gegen doskozil-machenschaften zu stellen)

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      3. ich werde ausgeraubt, bedroht und verleumdet, um mich mundtot zu machen – es ist ohne geld schwer, nach wien zu ziehen. es ist politische verfolgung.

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  2. Solche Repressalien in einem demokratischen Land. Es entsetzt mich.
    Ich habe befürchtet, dass man Sie unter Druck setzt. Was kann man für Sie tun?

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      1. Liebe Frau Bader, wenn Sie einen sicheren Ort brauchen, kann ich Ihnen ein Zimmer in Nordwest Italien zur Verfügung stellen. Leider auch in der Pampa, eine Stunde südlich von Turin.

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      2. Lieb Frau Salomon, vielen Dank für Ihr Angebot, ich versuche noch, etwas in Österreich zu finden (Wien wäre für meine Aktivitäten am besten… aber schwierig)

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    1. danke für den hinweis!
      dazu ist zu sagen, dass der mittelwert der strahlungstemperatur der eigentliche schwindel ist.

      wie jeder weiss ist es in der sonne heiss und im schatten oft am gleichen platz kühl, wie will man dazu einen mittelwert bilden?

      mit diesem mittelwerttrick wird den menschen eingeredet, die sonne strahle auch in der nacht!

      erst dieser trick macht dann die angebliche rückstrahlung eines im infrarot gefärbten gases möglich, denn dasselbe gas würde natürlich am tag genauso die erwärmung verhindern, wie es angeblich in der nacht die abstrahlung der erdoberfläche verhindern soll….

      das ganze konzept des treibhauseffekts ist nicht haltbar.

      die referenz ist ein grauer strahler, da wird die gesamte strahlungseigenschaft bei aufnahme und abgabe reingerechnet.

      ändert man jetzt die farbe im promillebereich, dann ergibt das eine temperaturänderung im promillebereich.

      das ist so.
      erst die schöngerechneten rückkopplungen (sprich das wetter!), die der treibhaustheorie nach von -18°C auf 15°C erwärmen irgendwie, sind dann durch den menschen (am besten rechnerisch 😉 ) änderbar…

      in wirklichkeit könnte es so sein wie ned nikolov sehr plausibel erklärt: der druck der atmosphäre erzeugt den natürlichen treibhauseffekt, fast ganz unabhängig von deren zusammensetzung…

      ganz so, wie das zb in jeder klimaanlage der kompressor macht: durch zusammendrücken von gas wird es so heiss, dass man die wärme vom kühlen raum an die heisse umgebung abgeben kann…

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  3. Werte Frau Bader
    Kann Ihnen unentgeltlich mein Gästezimmer anbieten.
    Jeder Komfort inklusive Internetleitung plus Laptop.
    Berndorf ist nicht ganz Pampa aber auch ziemlich sumpfig.
    Liege allerdings selbst mit DS im Clinch.
    mfg

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  4. Die Welt ist ein Dorf geworden und dank Internet
    können die dunklen Mächte jetzt viel besser/einfacher Hand in Hand arbeiten.

    Was für ein schmutziger Sumpf….. aber er
    wird ja nun wohl doch langsam ausgetrocknet.

    Leider viel zu langsam.

    Operation Karl der Große, Die Stummen und Augenpyramide.

    Italiens Rolle bei Framing Trump!
    ——————————————————————————-
    (….) In einem Überraschungszug entließ der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte am Mittwoch das oberste Management von drei italienischen Geheimdiensten.

    Der Schritt wird als Reaktion der Conte-Regierung auf die koordinierte Überwachungstätigkeit der Vorgängerregierung mit US-Geheimdienstbeamten während der US-Wahlen 2016 gesehen.(….)

    (….)Ein Zusammenhang zwischen italienischen Geheimdiensten beginnt sich zu bilden, während Occhionero die Hauptakteure und ihre Beziehung zu Joseph Mifsud umreißt.

    Dies ist wichtig, denn Sie werden sich erinnern, der Grund, warum die Untersuchung des Crossfire-Hurrikans überhaupt eröffnet wurde, war, dass das FBI die Treffen zwischen Mifsud und #PapaD untersuchte – wobei Mifsud angeblich ein russischer Spion war.

    Er war nicht.

    Mifsud arbeitete für die Italiener neben Großbritannien und in Zusammenarbeit mit dem FBI.(….)

    https://www.neonrevolt.com/2019/05/24/operation-charlemagne-the-silent-ones-and-eyepyramid-italys-role-in-framing-trump-spygate-qanon-greatawakening-neonrevolt/

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