Silberstein-Affäre: Kurz und Kern sind im Visier

Zwar werfen SPÖ und ÖVP einander unfaire Methoden im Wahlkampf vor, doch in Wahrheit sind beide im Visier des Ex-SPÖ-Beraters Tal Silberstein. Man muss eigentlich bis zum Wahlkampf 2006 zurückgehen, als Gusenbauer Schüssel mit Silberstein besiegte, doch auch der Mai 2016 war ein Wendepunkt. Hier löste Christian Kern Faymann ab, der 2008 auf Gusenbauer folgte, dessen Ablöse systematische Demontage voranging, deren „Masterminds“ nicht in der Öffentlichkeit bekannt sind. Man schrieb seinen Abgang eher denen zu, die in der SPÖ auch mit Kritik in Erscheinung traten, als bereits heftig an seinem Sessel gesägt wurde. Damals wurde im Grunde unter Beweis gestellt, dass auch Österreich verdeckt operieren kann. 2016 wurde dann Faymann demontiert, weil er vom „refugees welcome“-Kurs abrückte, und ÖBB-Chef Christian Kern wurde Kanzler. Er arbeitete darauf hin, war jedoch mit dem Netzwerk von Alfred Gusenbauer eng verbunden, der ihm dann auch Tal Silberstein als Berater empfahl. In der ÖVP läuteten so oder so die Alarmglocken,sodass ein inzwischen geleaktes Strategiekonzept zur Ablöse von Parteichef Reinhold Mitterlehner durch Jungstar Sebastian Kurz entwickelt wurde

Es wurde dem „Falter“ vor ein paar Wochen zugespielt – die SPÖ wollte dann Aufklärung über den „Putsch“ in der ÖVP -, dessen Redakteurin Barbara Toth jetzt besorgt twittert: „ will 15. 10. zur Volksabstimmung darüber machen, ob #wir die Silbersteins in Österreich wollen‘ “ Ich antwortete Toth, die auch ein Waldheim-Plakat von 1986 postet: „gemeint ist als katsa, der im übrigen auch schadet“ Es geht ganz nüchtern um hoheitsstaatliche Aufgaben wie das Duchführen demokratischer Wahlen ohne (verdeckte) Einmischung von außen, egal wer sich einmischt. Das muss neben der Bundesregierung auch alle Parteien auf den Plan rufen und die Justiz beschäftigen. Es ist bekannt, dass Silberstein dem Mossad zugerechnet wird und manche in der SPÖ dies seit dem Wahlkampf 2002 wissen. Angeheuert hat ihn allerdings Christian Kern, dem dann zunehmend unwohl wurde, weil er nach rechts gerückt werden sollte und sich für aberwitzige PR-Aktionen hätte hergeben sollen. Berichten zufolge schüchterte Silberstein Leute im Kanzleramt und in der SPÖ ein, sein Wort war „Gebot“ für den Kanzler.

Er wurde in der ORF-Pressestunde am 8.10. darauf angesprochen und meinte, dass schon er selbst entscheidet und es immer diverse Vorschläge gibt, er sagt, das mache ich nicht und damit sei es erledigt. Hingegen fragt er sich, wieso jeder Plakatentwurf, jeder Slogan, einfach alles gleich bei den Medien und dem politischen Gegner landete. Aber er distanziert sich von Rudi Fussi, der sich als „Politikberater“ verkauft und ohne Honorar „Textbausteine“ zu Kern-Reden beitrug, Fussi – dem Kern nicht mal mit der Kneifzange mailen dürfte – macht jetzt dem Kanzler angelastete Schlagzeilen, weil er Anna L. bedroht hat, die als Übersetzerin in der Kommunikation mit Silberstein mitmischte. Auch wenn er, um Kern zu schaden, als „Kanzlerberater“ verkauft wird, ist er Kern-Gegner, denn er war einer der Adressaten jenes Dossiers, in dem Kern im Februar 2017 als „Prinzessin“ mit „Glaskinn“ beschrieben wurde, informierte den Kanzler aber nicht über das Papier. Kern wurde wohl negativ dargestellt, weil er dem Agentenführer Silberstein zu wenig tough erschien.

Silberstein kommunizierte hinter dem Rücken Kerns, den er eigentlich gegen stolzes Honorar beraten sollte, mit fragwürdigen Gestalten wie Fussi oder Peter Puller, der eine „Parallelstrukur“ für schwarze Propaganda via Facebook aufbaute. Fussis politische Söldnerlaufbahn hat, welch eine „Überraschung“ Konnex zu Gusenbauer u.a. rund um das Thema Eurofighter. Silberstein soll der SPÖ am 25. Jänner eine auf Kurz ausgerichtete Neuwahlstrategie präsentiert haben, die Kern ganz anders als auf dem Plakat oben inszeniert hätte. Am 9. Februar verschickte Robert L., Ex-Gusenbauer-Sprecher und jetzt Sprecher der Signa-Holding mit „Gusi“ im Aufsichtsrat das berüchtigte „Dossier“, welches bei näherer Betrachtung eine Umorientierung auf Doskozil vermuten lässt (L. ist seit dem Wahlkampf 2002 mit Silberstein befreundet, der bei Wien-Besuchen immer in Signas Park Hyatt abstieg) . Kern wollte sich offenbar nicht siehe Sujets als Law and Order-Typ verkaufen lassen, ist hingegen mit Kindern als ehemaliger Alleinerzieher glaubwürdig. Es ist klar, dass er so wirken will, als habe er die Zügel in der Hand; wenn man aber weiss, dass Norbert Darabos seit dem Silberstein-Wahlkampf 2006 unter Druck ist, hält man alles für denkbar.

Der SPÖ vorgeschlagene Kampagne

Der Fokus der medialen Aufmerksamkeit hat sich von Kern und Kurz und deren Inhalten zu Randfiguren verlagert, die beide in Geiselhaft nehmen sollen. Auch das weist auf eine Geheimdienststragie hin, zumal Silberstein ja dem Mossad zuzurechnen ist. Jeder läuft Gefahr, Mitspieler wider Willen zu werden, gerade weil viel an Emotionen geschürt wurde.Man muss sich fragen, ob es tatsächlich eigene Gefühle sind oder man nur reagiert nach dem Skript eines anderen. Man muss sich einen Überblick verschaffen und entscheiden, was man fördern oder zurückweisen will und kann dann reagieren. Die meisten lassen sich mitreissen, wenn auf die richtigen Knöpfe gedrückt wird, sie attackieren oder verteidigen, sie spotten und kapieren nicht, dass sie die Wahl im Interesse einer fremden Macht beeinflussen. Kurz und Kern müssten gemeinsam dagegen auftreten, auch wenn das bedeutet, dass die SPÖ die Schuld auf sich nehmen muss, Silberstein engagiert zu haben und ihm so Zutritt zu verschaffen. Allerdings lassen sich Laien bis auf Ausnahmen zuerst von Geheimdiensten täuschen, zumal Medien lange nur freundlich über Silberstein berichteten, während ich seit Jänner auf den Mossad-Konnex, „Our Brand Is Crisis“ und regime changes verweise (und noch viel länger auf Druck auf Darabos).

Was Silberstein im Jänner anbot, zielte auf eine Mehrheit von SPÖ, Grünen und NEOS ab; dies thematisierte ich hier im März ohne Kenntnis dieser Pläne, weil ich mir seine Firma bei anderen Einsätzen ansah. Die Grünen haben Recht, wenn sie jetzt sagen: „Es braucht in den letzten Tagen des Wahlkampfs von SPÖ und ÖVP eine Rückkehr zu politischem Anstand und staats- wie demokratiepolitischer Verantwortung. Wir Grünen kennen hier keine Schadenfreude – an diesem Wahlgemetzel leidet ganz Österreich.“ Allerdings waren sie es, wo ich unter massiven Anfeindungen lernte, wie leicht Geheimdienste eine Partei beinflussen und steuern können, was sie bis heute tabuisieren. Wenn Kern beteuert, dass sein Wahlkampfteam viel grösser ist als die im Kontext Silberstein genannten Namen, so ändert dies nichts daran, dass man mit wenigen Personen, Manipulation und ohne Skrupel eine groß Organisation kapern kann. Kurz wiederum muss sich fragen lassen, warum Justizminister Brandstetter duldet, dass die Justiz Anzeigen zu den Folgen des Silberstein-Wahlkampfes 2006 bis dato nicht behandelt hat; da geht es um das Verteidigungsressort, den Druck auf Darabos usw.

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11 Gedanken zu “Silberstein-Affäre: Kurz und Kern sind im Visier

  1. Die sog. Komplexität der Welt wird Politikern verkauft von jenen die sie verraten. Diese doch schlicht anmutenden Geister erzählen den Menschen diesen Unsinn weiter. Wer zu dumm ist selbst zu denken und zu handeln muss sich die Welt irgendwelchen Fantasten erklären lassen. Wieder wird sehr viel Energie in das Eck Politik investiert das an sich genau Null Komma Josef Aufmerksamkeit verdient.

    Herr Kern gibt für österr. Verhältnisse eher einen Bundespräsidenten. Das Defizit im sog. Präsidentenamt ist nicht überwunden. Wer Verträge braucht dem mangelt es an Handschlagsqualität.

    Österreich wurde ruiniert, aber schon vor langer Zeit. Diese Affären sind allein so aufkeimende Symptome des bewusst herbeigeführten und voranzutreibenden Zerfalls. Eine Partei ist am Ende ein Verein in dessen Rahmen sich Größenwahnsinnige treffen. In dem Punkt hat die FPÖ tatsächlich recht.

    Die Wahl zwischen Allerwertesten ändert wenig daran woraus man wählt.

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  2. Auch eine mögliche Strategie?

    everythingyouknowiswrong
    7 vor 38 Minuten

    Was ich in der Steiermark 2010 und 2015 gelernt hab
    Wenn Rot und Schwarz aufeinander eindreschen und sich streiten wie verrückt, gewinnen BEIDE, und die FPÖ stagniert. (2010)
    Das nennt man „Polarisierung“.

    Wenn Rot und Schwarz harmonisch zusammenarbeiten, dann verlieren BEIDE und die FPÖ gewinnt. (2015)

    Ich denke, dass die Wahlstrategen von Rot und Schwarz das AUCH wissen, und deshalb GEMEINSAM diesen Schmutzwahlkampf veranstalten.
    Am Ende wird die „Regierung“ bzw die „Grosse Koalition“ für viele „überraschend“ stärker dastehen als zuvor.

    Und die FPÖ schwächer als möglich, als wenn man ihr die Oppositionsrolle und die Frustration über die Flüchtlingskrise alleine überlassen hätte.

    Wenn ich schon das Spiel durchschaue, hah, dann werden das die teuren Berater erst recht verstanden haben.

    Posting von Robert Misiks letztem Vlog.

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    1. @edwidge – Diese Gedanke kam mir als erster in den Sinn. Es packte jemand die Gelegenheit beim Schopf. Ob sich dieser ‚Skandal‘ tatsächlich im Wahlergebnis niederschlägt ist fraglich und falls ein schlechtes Ergebnis rauskommt, dann ist der Schuldige gefunden.

      Solche unklaren Situation führen eher dazu, dass jene die als Protestwähler bezeichnet werden nicht zur Wahl gehen und der Rest wählt was er oder sie schon immer gewählt haben.

      Wäre nicht erste Wahl mit viel Wirbel davor und am Ende ändert sich praktisch nicht :). Es ging ein wenig unter, aber die FPÖ hat den auch sofort thematisiert (mit Rückkehr der großen Koalition).

      Das ganze Debakel zeigt eben genau dieses nicht in der Politik verbreitete Muster, wobei heute auch Manger eher dem Politiker gleich agieren. Ich war selbst Berater, ich weiß wovon ich spreche. Allein berate ich keine Politiker, so tief sinken kann möglw. noch der Misik oder Fussi. Der Misik ist ein netter Menschen der es gut meint und nicht nur mit sich selbst.

      — Wir wissen nicht was wir tun, aber das mit ganzer Kraft – Es ist Zeit :P. —

      Am einfachsten erklärt anhand einer Steuerreform. Das Einkommensmodell steht fest, allein die Parametrierung wird angepasst. Vorab erwähnt – das gilt für jedes Modell.

      Das resp. ein Modell skaliert innerhalb einer Bandbreite, da ja nicht das Einkommen dem Menschen wird angepasst sondern allein Kreditrahmen auf kleinen Marktstanderln namens Konsumenten wird eingestellt. Bei einem Unternehmensmodell nimmt sich die Lage nicht viel anders aus.

      Thema ‚Gegenfinanzierung‘. Die Bandbreite steht fest – eine Veränderung außerhalb wird in der Regel auch nicht angeboten. Zuwanderung 😉

      Politiker reden von Menschen und meinen in dem Zusammenhang Marktstanderl oder eben ein Bauchladen den der einzelne umgehängt hat als Konsument im Rahmen des Individualeinkommens.

      Politiker zu sein heißt ‚Expertentum‘ im Rahmen der Parametrierung eines Modells (Autismus) zu leben und dann müssen die Herrschaften noch immer einen anderen Fragen.

      Es muss jetzt der einzelne Mensch überlegen worüber er oder sie abstimmt. Am Ende stimmt der Mensch über ein Paper ab, dass grobe Vorgaben für die Justierung der eigenen Zwangsweste enthält oder zumindest großen.

      Opposition oder kleine Parteien zu wählen ist zwar nicht viel besser, aber man zieht mal jenen denen diese tatsächlich gebührte auch eine Zwangsweste an – aber die eigene damit noch nicht aus. Eigentlich verbleibt sowieso noch die große genannt Gesellschaft. *** Gesellschaft ist die Mutter aller Zwangswesten ***

      Wer mehr will, die sog. Andersdenkenden, haben im Rahmen so eines Modells nichts verloren – sprich in Österreich.

      In Österreich müssen sie als ganz normaler Mensch prinzipiell auf Essen damit sich einen namhaften Betrag können sparen, Trinken und Wohnraum verzichten. Das verwehrt ihnen Politik an sich noch nicht in der Breite. Welches Glück.

      Ein Politiker ist auf jeden Fall selbst gefangen in einer Traumwelt die rund um ihn errichtet wurde.

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      1. man kann wirklich nix sagen zur wahl, aber in umfragen scheint die SPÖ doch bereits hinter der FPÖ zu liegen. und: die letzten umfragen wurden gerade veröffentlicht.

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      2. Zitiert aus Kurier – vom Chef persönlich – heute um 6 Uhr:

        – Wolfgang Bachmayer, bewährter OGM-Chef mit einwandfreiem Track Record, sagt: Gar nicht so sehr. Die ÖVP liegt mit 33 Prozent klar auf Platz 1, dann aber käme die SPÖ mit 27 Prozent und erst dann die FPÖ mit 25 Prozent. Die drei Kleinen kommen knapp über oder unter 4 Prozent, wobei sich die Neos am wenigsten Sorgen um den Einzug in den Nationalrat machen müssen.

        https://kurier.at/meinung/der-politische-todestrieb/290.602.168

        Allerdings kann man auch die Verrenkungen lesen, wie es zu so einem Ergebnis gekommen sein könnte 🙂

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      3. Die ÖVP hat stark bei der FPÖ abgegriffen und jene die jetzt noch bei der SPÖ sind wandern nicht mehr in dem reichen Maße zur FPÖ. Abgegriffen wäre sogar etwas übertrieben formuliert.

        Die FPÖ steht im Peak seit 2000 so ca. bei 29%.

        Sie tauschen nurmehr zwischen rechts und rechts – altlinks. Gewinner aus Unternehmertum vs. Gewinner aus dem Industriemodell. (Mobile Akademiker bspw…)

        Viel eher stellt sich die Frage wie repräsentativ OÖ mit Bezug auf den Schnitt in Österreich bezügl. der SPÖ ist. Im Sommer war die SPÖ bei 15 bis 18%. Der Herr Kern macht zwischen 7 und 10%. Das wäre meine These.

        In Deutschland dauert es ca. 3 Wochen bis sich eine Ereignis auf die Umfragen niederschlägt. Irgendein Meinungsforscher geht in Österreich von 14 Tagen aus, das kommt mir sehr kurz vor.

        Das mal zum Thema belanglos.

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    2. Werte(r) edwige,

      man kann natürlich davon ausgehen, daß das Hauptziel darin besteht, die FPÖ so klein wie möglich zu halten. Bei der Bundespräsidentenwahl wäre es beinahe schiefgegangen (für’s System), daher auch das Pushen von Kurz (der zugegebenermaßen vergleichsweise sympathisch daherkommt), da Mitterlehner einfach für immer mehr konservative Wähler nicht mehr wählbar war (die ÖVP Wien kommt einem in den Sinn, die ja schon lange kein Angebot mehr darstellt und daher auch konsequent unter 10% fällt).

      Andererseits: Selbst vor Kurz war klar, daß die FPÖ keine Absolute kriegen würde, insofern gehe ich dann wieder in Richtung „Occam’s Razor“ und denke, daß die rote Wahlschlacht tatsächlich so simpel konzipiert war und halt blöderweise aufgeflogen ist.

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    3. Ich glaube auch, dass die FPÖ klein gehalten werden soll,und deswegen sich jetzt Rot und Schwarz einen Schaukampf im Sinne einer Polarisierung liefern . FPÖ wird nur auf Platz 3 sein, und die Rechten werden schwarz wählen, um ROT-Blau zu verhindern!

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  3. Viel spannender wäre mal eine simple Diskussion im Umfeld der Mieten und Lebenshaltungskosten vs. ÖVP über die Jahre und die SPÖ als Zaungast.

    Was ist das Problem bei der Miete. Mieten verhalten sich wie jedes Gut und wachsen exponentiell. Allein wenn Geld das Gut ist, kann die Menge nicht so leicht drücken, bestenfalls die Kaufkraft. Ähnliches gilt für Lebenshaltungskosten.

    In den 90ern wurden auf Mieten und Wohnraumkosten sehr vereinfacht gesagt, Long Tail Modelle angewandt. Bei einer Long Tail Strategie wird mal eine Zeit lang der Preis gedrückt und am langen Ende wird oft ein geringere Menge des Gutes zu relativ hohen Preisen übergeben. Das trifft alle Zinszahlungen (Software Lizenzgebühren, Mieten, Güter die alle brauen).

    Wie wurde es bewerkstelligt, dass überhaupt soviel Einkommen da ist diesen Sachverhalt abzubilden. Ein zweites Einkommen egal wie hoch ist gefordert.

    Die Treiber dieser Entwicklung waren die ÖVP über die Dekaden (Schüssel) und auch die Roten haben fest mitgetan und damit ihre Genossenschaften saniert.

    Durch die Drückung des Mitpreisanstiegs durch den Mieterschutz ist eben eine Exponentialfunktion entstanden die ganz langsam steigt und dahinter früher schneller ansteigt.

    Der Effekt ist früher eher lokal aufgetreten und nicht in der Breite.

    Mit Schüssel kam eine Klasse an Investoren dazu die sich praktisch in den Anstiegsbereich reingesetzt haben und mit 2% Erhöhung (Geldmengenausweitung) des EURO teils überproportional nach oben gefahren sind. Damit wurde die Funktion fortgesetzt.

    Die Funktion läuft über Dekaden …

    Der Sachverhalt, nicht allein in dem Umfeld, wurde unter dem Begriff ‚Qualitatives Wachstum‘ schöngefärbt. Das endet genau dann wenn der Mensch in der schönsten Wohnung ohne Möbel sitzt. Ist heue ja schon so.

    Das blüht in Zukunft bei jedem Gut. Das Modell des EUROs dient in erster Linie solchen Strategien. In der Praxis heißt das hohe Mieten für kleine Wohnungen usw…

    Genau den Trend haben die Makler dadurch verstärkt, dass sie nicht auf der Seite der Mieter stehen und damit auf der Seite des Industrieeinkommens (sprich dem unteren Kanalverlauf sondern dem oberen des Preistrends). Der Preis im Konsumenten folgt dem unteren Trend, da im Konsumenten ganz eindeutig definiert ist, dass der günstigere Preis die bessere Ausweitung des fixten Betrags (Einkommen dort, Monatslohn- resp. Gehalt) geschuldet ist. Der Preis vom Marktplatz und der Annahme einer sich automatisierenden Güterbereitstellungslinie liefe oben.

    Damit wird die Bildung von Vermögen verhindert einerseits und damit das ganze nicht auffällt wird die Mobilität gepriesen. Dem Mobilen ist sein potentielles Eigentum verwahrt durch einen anderen lieber – der nimmt ‚Enteignung‘ (Modell der Sesshaften) als Vorteil war.

    Deswegen reicht der Vorschlag von Kern die Mietpreise zu regulieren nicht. Im gleichen Atemzug muss immer mehr Wohnraum errichtet werden. Stellt sich noch die Frage was mit den Betriebskosten ist und wie man sich vorstellt dieses ungelöste Problem in Zukunft auf Güter anzuwenden die ‚alle brauch‘. Alles ORF Gebühr und Staat müsste eine Gegenangebot in Form von Verstaatlichung sprich staatl. kontrollierter neu errichteter Betriebe resp. Unternehmen finanziert über Zwangsabgaben schaffen.

    In dem Eck haben sowohl ÖVP, SPÖ und auch die Sozialpartnerschaft die Kontrolle komplett verloren. In der Praxis wird das zu einer Auswanderungswelle führen 🙂 und am Schluss sitzt der halbe Orient in Wien und des Rest von Österreich in Kanada – etwas überspitzt formuliert.

    Egal ob das jetzt im biederen Detail stimmt, aber in der Breite gehört das Mietthema mal diskutiert. Davon habe ich bis heute nichts gehört, außer dass keiner daraufhinweist, außer einer FPÖ, dass heute beide müssen Arbeiten gehen wo früher ein Einkommen reichte. Die werden dann für deppert hingestellt und ihnen ein Hang zu althergebrachten Formen des Zusammenlebens wird unterstellt, obwohl Hayek mal Gesellschaften mal untersuchte und feststellte, dass unter anderem nur solche Gesellschaften überlebten in denen Familien und damit am Ende das Haushaltseinkommen dominierten.

    Weswegen die FPÖ beide Einkommensmodelle wahlfrei stellt. Die Kommunisten egal ob Sozialdemokraten (nicht die ganze SPÖ) oder Grüne (Weltkommunisten im Auftrag der Finanzindustrie) forcieren eben das Individualeinkommen. Soll ruhig jeder arbeiten gehen können, aber die Kaufkraft kann nicht in mehr Zinsabflüssen aus dem Einkommen münden und schon gar nicht in Richtung eines Empfängers. Arbeit als vergebene Liebesmüh.

    Menschen die nicht im Luxus auf Miete wollen leben haben im Moment schlechte Karten. Das passt eher so ins Grüne Weltbild. Im Büro sitzen, viel Potential vorweisen und nicht herausbringen – deswegen lassen ‚wir‘ es uns gut gehen.

    Schüssel jun. ist ein Freund der ‚Zinshurerei‘ nicht unbedingt der Reichen … Der Vorwurf seitens Kern stimmt so nicht. Ich selbst bin ein Freund des Zinszuflussen und Leistenlosen Einkommens aus Kapitalerträgen, wobei ich selbst allein die Zinsabflüsse und den Kaufkraftverlust kompensiere. Das ist mittlerweile auch schon ‚Arbeit‘, aber echte. Das ist auch so ein Fluch unserer Zeit, dass Zinshurerei eigentlich ökonomisch das repräsentiert was einst Arbeit darstellte.

    Der Österreich ist nicht viel weiter als in den 60ern. In den 80ern als ich aufwuchs waren wir weiter selbst in der Verstaatlichtenkrise war für junge Menschen mehr Freiraum da als heute.

    Der Kurz hat auch recht. Die ÖVP muss wieder dafür sorgen, dass durch Umverteilung von unten nach oben die Enteignungstendenz kompensiert wird und deswegen ist auch Zuwanderung usw… aus Sicht der ‚Mobilen‘ spannend. Aber es geht eben nicht um die Zulaufenden von außerhalb des Staatsgebiets sondern alle, genauso die Abwanderung aus Kärnten und der Steiermark ins Wiener Becken …

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