#MeToo, Kuhn, Weinstein und Pilz

Letzten Herbst bekam Österreich eine #MeToo-Affäre im Schisport, und diesen Sommer wird einer breiten Öffentlichkeit bekannt, wie es bei den Festspielen in Erl in Tirol zugeht. In der Regel handelt es sich, von Ausnahmen abgesehen, um strafrechtlich bereits verjährte Vorwürfe, was Mängel in der Justiz auch bei sehr bemühten Staatsanwaltschaften aufzeigt. Die bisherigen Gesetze reichen nicht aus, um Systematiken herauszuarbeiten, was dann dazu führt, dass die einen einen „He Too“ für unschuldig und zu Unrecht im Visier halten, während andere von seiner Schuld überzeugt sind. Gradmesser ist trotz anderer Gesetze das Verfahren gegen Harvey Weinstein in den USA, der wegen mehrerer Sexualdelikte einschließlich Vergewaltigung angeklagt wird und dem u.U. lebenslänglich droht. Die Vorwürfe erinnern zum Teil an das, was dem nun zurückgetretenen Festspielintendanten Gustav Kuhn oder dem Abgeordneten Peter Pilz vorgeworfen wird und stehen für generell fehlende Skrupel im Umgang mit anderen als unterlegenen wahrgenommenen Menschen.  Dass Erl Mainstream-Thema wurde, ist vor allem dem Tiroler Blogger Markus Wilhelm zu verdanken, gegen den Festspielpräsident Hans Peter Haselsteiner mit einer Klagsflut vorgeht.

Ehe sich der Stiftungsvorstand am 31. Juli 2018 bei der Strabag in Wien traf, wollte der ORF Haselsteiner oder Kuhn interviewen, musste aber mit Anwalt Michael Krüger vorlieb nehmen. Moderator Armin Wolf sprach von „erheblichen Vorwürfen“; Krüger erwiderte,  dass es sich um ein laufendes Verfahren handelt; Kuhn sei nicht einvernommen worden, die Staatsanwaltschaft habe keinen Anfangsverdacht. „Unwürdige Menschenjagd auf einen großen Künstler“ findet gerade statt, so Krüger, denn Kuhn ist nicht in den Beschuldigtenstatus erhoben worden. „Die Vorwürfe stimmen mit Sicherheit nicht“, er habe Kuhn gefragt und er habe sie „sehr glaubwürdig“ bestritten; die vom ORF interviewte Die Sopranistin Mona Somm habe Kuhn noch im März 2017 „einen sehr netten Brief“ geschrieben. So berichtete dann auch die „Kronen Zeitung„, während dietiwag eine Mail an Somms Agenten veröffentlicht, in der ihr für 2018 die Rolle der Brünnhilde angeboten wurde, die sie abgelehnt hat. Armin Wolf fragt, warum Künstlerinnen „ihre Reputation mit falschen Vorwürfen aufs Spiel setzen sollten“ und Krüger meint, der offene Brief dieser Frauen sei „eigentlich sehr vage“, was Wolf dazu verleitet, zu zitieren. Neben einer Beschreibung der Übergriffe lesen wir auch: „Immer wieder wurden die Grenzen der persönlichen Würde und des Respekts uns gegenüber missachtet und überschritten. Regelmäßig waren wir der ungehemmten Aggression des künstlerischen Leiters ausgesetzt. Massive seelische Gewalt in Form von Mobbing, öffentlicher Bloßstellung, Demütigung und Schikane stand an der Tagesordnung. Wer den Spielregeln nicht folgte, wurde mit Repressalien und Ausgrenzung bestraft: Versprochene Rollenaufträge und Verträge wurden zurückgezogen, die zuvor gelobte Leistung war plötzlich nichts mehr wert oder wurde coram publico ins Lächerliche gezogen, um nur einige Beispiele zu nennen.“

Armin Wolf und Michael Krüger

Es werde nicht via ORF angekündigt werden, welche Rechtsmittel ergriffen werden; Krüger werde sich die Zeugenaussagen ansehen und dann entscheiden. Er sei sonst sehr schnell mit Klagen, hält Wolf ihm vor, dass Markus Wilhelm gleich 12 davon bekommen hat, wobei aber zwei mit Streitwert 100.000 Euro zurückgezogen wurde „und er noch kein Verfahren verloren hat“. Der Staatsanwalt, der laut Krüger keinen Anlass gesehen hat, ein Verfahren gegen Kuhn einzuleiten, dementiert dann gegenüber Ö1. Nicht ohne Hintergedanken, da ja z.B. der Strabag-Konzern eine große Firma ist, verweist Wolf auf das Procedere in diesen bei entsprechenden schwerwiegenden Vorwürfen: man setze unabhängige Experten ein, die Betroffene befragen, „und üblicherweise suspendiert man auch den Beschuldigten, bis das aufgeklärt ist. In Erl ist das alles nicht passiert.“  Für Krüger genügt es, dass die Festspiele Erl eine „unabhängige“ Ombudsfrau eingesetzt haben, mit der sich Zeuginnen in Verbindung setzen können, die jedoch nicht von sich aus aktiv wird. Merkwürdig auch, dass er sowohl Kuhn als auch Erl und Haselsteiner vertritt, was in so einer Situation zu einem Interessenskonflikt führen müsste. Wolf erwähnt eine Aussage Haselsteiners, wonach Kuhn „sexuelle oder erotische Beziehungen zu diesen fünf Damen“ ausschließe, die Krüger nicht präzisieren kann und die deutlich macht, dass Haselsteiner, Kuhn und Co. Übergriffe mit Erotik verwechseln.

„Man muss auch feststellen, wie der offene Brief zustande gekommen ist, wer ihn geschrieben hat, wer ihn  diktiert hat; es hat natürlich der Blogger Wilhelm ein großes Interesse“, unterstellt Krüger unlautere Machenschaften; „es ist alles orchestriert genau jetzt bei der Aufführung des Ringes der Nibelungen“. Immerhin ätzt ja die TIroler Tageszeitung, die sich noch nie überwinden konnte, Wilhelm namentlich zu erwähnen. Der „Milliardär und Menschenfreund“ Haselsteiner, der dem Treiben in Erl auch puncto Lohndumping jahrelang tatenlos zugesehen hat, unterläuft jetzt aber jene Linie, die eben noch Programm war für seinen Anwalt Krüger: „Eine mögliche Rückkehr von Gustav Kuhn in seine Funktion hängt nicht nur von den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen, sondern auch von der Gleichbehandlungskommission im Bundeskanzleramt ab, die die Geschäftsführung der Festspiele nun anrufen werde. Dies machte Festspielpräsident Hans Peter Haselsteiner im APA-Gespräch klar. ‚Diese Kommission wird dann ein Gutachten erstellen. Und nur wenn diese darin zu dem Schluss kommt, dass die Vorwürfe zu Unrecht bestehen oder nicht ausreichend begründbar sind, kann Kuhn zurückkehren‘, erklärte Haselsteiner. Parallel dürfte es natürlich auch zu keiner strafrechtlichen Anklage kommen bzw. müssten die Ermittlungen eingestellt werden.“

dietiwag auf Twitter

Besonderen Wert legt er darauf, dass vor der Kommission die Beweislastumkehr gilt, sodass Kuhn glaubhaft machen muss, dass er mit seinem Verhalten nicht diskriminiere, was eine „große Erschwernis“ darstelle, denn „Kuhn muss beweisen, dass er unschuldig ist“. Haselsteiner wälzt da (wieder einmal?) auf den Staat ab, was eigentlich seine Verantwortung ist. Der Geltungsbereich der Kommission ist gesetzlich u.a. in Teil III Abschnitt 1 des Gleichbehandlungsgesetzes geregelt. Dort heisst es zu sexueller Belästigung: „Eine Diskriminierung auf Grund des Geschlechtes liegt auch vor, wenn eine Person 1. vom/von der Arbeitgeber/in selbst sexuell belästigt wird, 2. durch den/die Arbeitgeber/in dadurch diskriminiert wird, indem er/sie es schuldhaft unterlässt, im Falle einer sexuellen Belästigung durch Dritte (Z 3) eine auf Grund gesetzlicher Bestimmungen, Normen der kollektiven Rechtsgestaltung oder des Arbeitsvertrages angemessene Abhilfe zu schaffen oder  3. durch Dritte in Zusammenhang mit seinem/ihrem Arbeitsverhältnis belästigt wird.“ Weiters steht da: „Sexuelle Belästigung liegt vor, wenn ein der sexuellen Sphäre zugehöriges Verhalten gesetzt wird, das die Würde einer Person beeinträchtigt oder dies bezweckt, für die betroffene Person unerwünscht, unangebracht oder anstößig ist und 1. eine einschüchternde, feindselige oder demütigende Arbeitsumwelt für die betroffene Person schafft oder dies bezweckt oder 2. der Umstand, dass die betroffene Person ein der sexuellen Sphäre zugehöriges Verhalten seitens des/der Arbeitgebers/Arbeitgeberin oder Vorgesetzten oder Kolleg/inn/en zurückweist oder duldet, ausdrücklich oder stillschweigend zur Grundlage einer Entscheidung mit Auswirkungen auf den Zugang dieser Person zur Berufsausbildung, Beschäftigung, Weiterbeschäftigung, Beförderung oder Entlohnung oder zur Grundlage einer anderen Entscheidung in der Arbeitswelt gemacht wird.“

Auf den ersten Blick sieht das nicht allzu günstig für Kuhn aus und hat sicher mit der Vergangenheit der Erler Ombudsfrau Christine Baur zu tun, die Gleichbehandlungsanwältin war, ehe sie grüne Landesrätin wurde. Auf den zweiten Blick sieht es aber nach einem Eigentor Haselsteiners aus, weil er seiner Verantwortung als Arbeitgeber (Festspielpräsident) nicht nachgekommen ist. Man(n) kann sich so also nicht mehr oder weniger elegant bzw, in letzter Sekunde Kuhns entledigen, über den die „Tirolerrt Tageszeitung“ eben noch geschrieben hat: „In Erl plant man jedenfalls die kommende Herbst- und Wintersaison mit Kuhn, dessen Vertrag noch bis 2020 läuft (sein Nachfolger soll noch heuer bestellt werden). Kuhn wird sich nach der Aufregung der letzten Tage über den Sommer in sein Domizil in der Toskana zurückziehen. Die Zugkraft der Festspiele Erl hat unter der Causa Kuhn nicht gelitten. Die Auslastung stieg nach Angaben der Festivalleitung gegenüber 2017 um fast acht Prozent. Etwa 20.000 Zuseher wurden verzeichnet. In Erl waren die Befürchtungen vor dem Saisonstart Anfang Juli groß gewesen: von Demonstrationen über Buhrufe gegen Kuhn bis zu massenhaft retournierten Tickets. Nichts davon war der Fall.“

Barbara Gansfuss (ORF) auf Twitter

Auf „eh alles längst verjährt“ sollte Kuhn auch nicht setzen, denn die Sopranistin Manuela Dumfart schilderte einen Übergriff 2015 nicht nur der Staatsanwaltschaft, sondern jetzt auch den Medien: „Herr Kuhn hat auch mir während eines bis dahin ganz normalen Gesprächs zwischen die Beine und unter den Pullover gegriffen, außerdem hat er versucht, mich zu küssen“, sagt Dumfart, die von 2011 bis 2015 in Erl aufgetreten ist und nach dem „Vorfall“ auf Kuhns Anwesen in der Toskana, wo üblicherweise geprobt wurde, alle Vereinbarungen mit den Festspielen löste. Dumfart spricht es öffentlich nach dem offenen Brief von Kolleginnen, weil sie den Wunsch hat, „diesen mutigen Frauen den Rücken zu stärken, aber nicht mit einem Brief, sondern mit meinen eigenen Erlebnissen. Und auch, weil ich junge Frauen, junge Künstlerinnen in Zukunft vor solchen katastrophalen Situationen beschützen möchte. Vielleicht bin ich nur ein kleines Mosaiksteinchen auf dem Weg zu Besserung – aber alle, die eine kleine Tochter haben, werden mich sicher verstehen können.“ Die Sopranistin Mona Somm erzählt, was ihr eine Freundin nach einem Workshop berichtet hat: „Kuhn habe dieser ‚zwischen die Beine gefasst‘. Ihre Freundin sei daraufhin aufgesprungen – und Kuhn sei ihr gefolgt, wollte sie ‚umarmen, küssen und fasste ihr unter ihren Rollkragenpullover‘. ‚Sie konnte sich mit großer Mühe dagegen wehren‘, so Somm.“ Das erinnert an Peter Pilz, der 2013 am Rande des Forum Alpbach in Tirol vor Zeugen plötzlich auf einer jungen Frau draufhing und ähnlich aufdringlich war. Die Sopranistin Julia Oesch sagt, sie habe sich 1999 gegen Kuhns Zudringlichkeiten gewehrt und sei „bestraft“ worden, indem sie eine andere Rolle als zugesagt erhielt.

Betroffene Frauen schämten sich, weil sie sich so „angreifbar“ fühlten und auch zeigen wollten, dass sie stark sind und nicht weichen, sich nicht ihre Würde nehmen lassen. Und sie brauchten schlicht Arbeit in einer Welt, in der sie von Engagement zu Engagement leben und sich u.a. über Erl einen Namen machen konnten. Immerhin stand die Berichterstattung bis vor kurzem bis Ausnahmen auf der Seite Kuhns, was jetzt immer noch durchklingt: „Das Tiroler Passionsspieldorf Erl bei Kufstein am Inn gilt als Österreichs ‚grüner Hügel‘. Der Festspielpräsident und frühere Unternehmer Haselsteiner hatte mit großzügigen Zuwendungen den Bau des neuen, futuristischen Erler Festspielhauses ermöglicht. Hier machte der Dirigent und Karajan-Schüler Kuhn, unter anderem mit seinem  ‚Ring‘-Marathon Furore. Innerhalb von nur 24 Stunden präsentierte er alle vier Teile von Richard Wagners gigantischem Musikepos ‚Der Ring des Nibelungen‘. Am vergangenen Sonntag brachte er möglicherweise zum letzten Mal Wagners Oper ‚Götterdämmerung‘ zur Aufführung.“ Würde die „FAZ“ ein wenig recherchieren, könnte sie bei Recherchen von Markus Wilhelm anknüpfen von wegen „großzügige“ Zuwendungen Haselsteiners und nicht öffentlicher Stellen. Unter einem Aspekt sind die Parallelen zu Weinstein auch frappierend, denn zuerst war jahrelanges Gerede, bis erste Berichte den Ball ins Rollen brachten und die ersten Frauen auftraten, um laut #MeToo zu sagen.

Haselsteiners PR-Berater Josef Kalina auf Twitter

Zur Erinnerung sollte man sich ansehen, wie die Weinstein-Affäre begann: „In October 2017, The New York Times and The New Yorker reported that dozens of women accused the American film producer Harvey Weinstein of rapesexual assault and sexual abuse over a period of at least 30 years. More than 80 women in the film industry subsequently accused Weinstein of such acts. Weinstein denied ‚any non-consensual sex‘. Shortly after these reports, Weinstein was dismissed by The Weinstein Company, expelled from the Academy of Motion Picture Arts and Sciences and other professional associations, and disappeared from public view.“ Auch da traten Frauen an die Öffentlichkeit, als Eisbrecherinnen, und zunächst wurden symbolische Schritte, dann jedoch immer konkretere gesetzt. Mit Kuhn und Pilz verbindet Weinstein das Alter, jahrelange Vorkommnisse, die Frauen beschämten und unter dem Teppich blieben, und das kategorische Leugnen der Männer. Immer geht es um Hierarchien, in denen ältere Männer mehr erreicht haben als jüngere oder ganz junge Frauen und meinen, sie könnten illegitime Tauschgeschäfte anbieten. Auch wenn eine Frau nicht abhängig ist vom Grabscher, muss sie doch befürchten, dass ihr niemand zur Seite stehen und glauben wird.

Bei Weinstein wurde sogar relativ offen darüber gesprochen, ohne dass etwas passierte: „Rumors of Harvey Weinstein’s ‚casting couch‚ practices circulated in Hollywood for years, and entertainment figures at times alluded to them.  As early as 1998, Gwyneth Paltrow said on Late Show with David Letterman that Weinstein ‚will coerce you to do a thing or two‘.  In 2005, Courtney Love advised young actresses in an interview, ‚If Harvey Weinstein invites you to a private party in the Four Seasons, don’t go.‘ In 2010, an article titled ‚Harvey’s Girls‘ for Pajiba alluded to Weinstein’s ‚casting couch‘ reputation: ‚Every few years, Harvey picks a new girl as his pet‘. In 2012, a character on the TV series 30 Rock said: ‚I’m not afraid of anyone in show business, I turned down intercourse with Harvey Weinstein on no less than three occasions, out of five.‘  At the 85th Academy Awards ceremony in 2013, host Seth MacFarlane joked when announcing the Best Supporting Actress nominees: ‚Congratulations, you five ladies no longer have to pretend to be attracted to Harvey Weinstein.'“ Auch bei Kuhn wird darauf hingewiesen, dass schon länger Vorwürfe kursierten, und bei Pilz gab es jahrelanges Gerede in den Grünen, die sich nicht über Medienberichte wunderten, wegen derer er im November 2017 zurücktrat. Immer wieder gibt es auch Verteidigerinnen, nicht nur Verteidiger, oder frau macht es wie Maria Stern, die für Pilz auf den Anspruch auf ein Mandat verzichtete und meinte, #MeToo finde man besten statt, indem Täter anonymisiert werden.

Weinstein ist immer noch Thema (Fox News)

Solche Männer haben in der Regel einen besonderen Nimbus, der sorgfältig aufgebaut wurde und der durch Medienberichterstattung gefestigt wird, die vor allem aus dem Wiederholen bestimmter Zuschreibungen besteht. Weinstein war der „Mogul“, der zu Karrieren verhalf, Kuhn der „Maestro“, der junge Talente entdeckt und Pilz der „Aufdecker“, dem immer wieder etwas zugespielt wurde, an dem Journalisten partizipierten. Negative Seiten mussten in Kauf genommen werden, da der Vorteil (für wen wirklich?) zu überwiegen hatte und wer sich nicht erniedrigen lassen wollte, die/der war eben zu wenig tough fürs Business, sei es im Bereich Kultur, sei es in der Politik. Zu Kuhn gehört untrennbar „Mäzen“ Hans Peter Haselsteiner, was in gewisser Weise mit Pilz verbindet, der Haselsteiners Geschäftspartner Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer auffällig schont, etwa wenn er puncto Eurofighter „aufdeckt„. Von Gusenbauer stammt bekanntlich Haselsteiners PR-Berater Josef Kalina, der bei der SPÖ einmal Kommunikationschef und Bundesgeschäftsführer war. Selbstverständlich genossen Gusenbauer, Ex-Bundespräsident Heinz Fischer, Nachfolger Alexander Van der Bellen wie viele andere Erler Darbietungen, ohne sich den Kopf zu zerbrechen über Arbeitsbedingungen und Übergriffe. Gusenbauer schlug sich im Mai 2018 in den ORF-Seitenblicken auf die Seite Kuhns und beklagte einen Verlust an Anstand und Moral in den Zeiten des Internet wie auch Haselsteiner im Juli bei der Eröffnung der Festspiele.

In Wahrheit ist das Internet samt Verstärkung mittels sozialer Medien unverzichtbar dort, wo nach außen hin die Fassade gewahrt und das von der Presse mitgetragen wird. Weinstein, Kuhn und Pilz brauchen den Schein nach außen über die eigene Person hinaus – niemand soll wissen, wie es Schauspielerinnen geht, vor denen plötzlich ein nackter Weinstein steht, oder Sängerinnen, die Kuhns Hände auf sich spüren, oder jungen Frauen, die am Rande von Veranstaltungen, Festen, im ehemaligen Klub oder Grünen etc. unerwünschte Pilz-Aufmerksamkeit erleben. Es soll auch niemandem bewusst sein, welch psychischer Druck ausgeübt wird, wie es ist, wenn Menschen in nach außen glanzvoll erscheinender Umgebung bedroht, beschimpft und eingeschüchtert werden. Während sich aber die Filmindustrie und die Festspiele Erl letztlich doch den Tatsachen stellen mussten, deckt die Liste Pilz weiter zu und übt sich in Verleugnung und Verdrängung. Ein einziges Mal standen die Vorwürfe gegen den Gründer bei der LP auf der Tagesordnung, und da beschloss man, Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abzuwarten; von eigenständiger Aufarbeitung konnte keine Rede sein. Und dies, wo inzwischen zwei Personen abhanden kamen, die von Hinterzimmerdeals, Mobbing und Einschüchterung sprechen. Ironischer Weise wurde #MeToo im Schisport durch die ehemalige Rennläuferin Nicola Werdenigg öffentlich, die sich einmal für die Liste Pilz engagiert hat.

PS: Kuhn soll übrigens weiter als Dirigent arbeiten, und was Weinstein betrifft, gibt es auch eine Parallele zu Österreich und zu Rumänien, denn er beauftragte die Mossad-nahe Firma Black Cube, gegen Zeuginnen vorzugehen, derer sich auch Silberstein bediente.

PPS: Wie hier beschrieben werde ich seit Jahren wegen kritischer Berichte attackiert; nun suchen die Kater Baghira und Gandalf und ich DRINGEND ein neues Quartier, bevorzugt in Wien oder Wien-Umgebung. So kann ich die von euch geschätzte Arbeit auch viel effizienter und mit euch gemeinsam fortsetzen, denn nachdem ich meine Wohnung in Wien verloren habe, bin ich auf dem Land gelandet. Wer etwas für mich hat oder weiss hilft mir damit sehr. Auf den Wunsch vieler treuer Leserinnen und Leser hin ist finanzielle Unterstützung jederzeit willkommen: Alexandra Bader, Erste Bank BLZ 20111, BIC GIBAATWWXXX, IBAN AT592011100032875894. Ihr erreicht mich unter 06508623555, alexandra(at)ceiberweiber.at und ich bin auf Facebook und Twitter (cw_alexandra).

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2 Gedanken zu “#MeToo, Kuhn, Weinstein und Pilz

  1. Hab’s gerade in ORF TIROL AKTUELL gesehen. Die Erler nennen ihn liebevoll den Gustl. Und da Gustl is natürlich a großer Künstler, das geht dann ja gar nicht, dass da was faul wäre! Die Justiz muß es selbstverständlich klären, logisch. Aber irgendwer hält schon ziemlich lang die schützende Hand über den Gustl, oder irre ich mich etwa?

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  2. oh Gott, hier wird der riesige Sumpf sichtbar. drain the swamp fällt mir da ein.

    die Berichterstattung zum Thema ist in den Konzernmedien aber schon etwas dürftig.

    Tempo 140 und Hofer lächerlich machen ist ja viiieeel wichtiger.

    Gott sei dank hab ich schon vor Jahren alle Zeitungsabos gekündigt und verwende immer adblocker. Wenn adblocker user ausgesperrt werden, dann klicke ich sofort auf das rote X

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