Willkommen in der Wirklichkeit!

Da sich die Koalitionsverhandlungen dem Ende zuneigen, prallen unterschiedliche Welten auch im Netz aufeinander bzw. bestätigt sich jede Gruppe dauernd selbst. Es fällt aber auf, dass viele Informationen nur mehr als perfekt durchgestylte PR aufnehmen, bei der Begriffe permanent wiederholt werden, die Aktivität suggerieren. Geht es aber darum, sich selbst mit Sachverhalten auseinanderzusetzen, wissen die Leute nicht, wie sie es anstellen sollen. Darunter finden wir aber auch Menschen, die wissenschaftlich oder journalistisch zu arbeiten gelernt haben oder in ihrem Job mal was recherchieren müssen. Weil ich in der Debatte um die Ehe für alle darauf hinwies, dass der Verfassungsgerichtshof schwerste Menschenrechtsverletzungen durch Massenversagen der Justiz deckt, wurde mir von einer Twitter-Userin unterstellt, ich sei eigentlich gegen die Ehe für alle. Sie verstand wohl nicht, wie man für etwas sein kann, bevor es Mainstream wird, doch seit ich mich in den 1980er Jahren mit den Anliegen der Homosexuellenbewegung befasst habe, war ich gegen jede Diskriminierung.

Damals lebte ich in Graz, wo die Alternative Liste die Hauptmieterin der „Dezentrale“ war, in der sich auf mein Betreiben und das anderer Frauen auch die Hosi treffen konnte. Die ersten grünen Männer waren teilweise recht verklemmt und hatten Angst vor Schwulen  (gewisse Paragrafen waren noch in Kraft), sodass die Fürsprache von ein paar Frauen wichtig war. Wenn ich mir ansehe, wer immer wieder reflexhaft zur Ehe für alle Stellung nimmt oder postet, frage ich mich, was sie tun würden, wenn sie es nicht tun müssten, um dazuzugehören. Zwischen „ich mache das, um gut dazustehen, um Lob einzuheimsen“ und „ich tue es, weil es richtig ist“ liegen Welten. Dabei ist mit einer Flut an ähnlich klingenden Presseaussendungen schon vorgegeben, wie man sich auszudrücken hat. So bleibt alles ausgespart, was nicht ins Bild passt, etwa dass es nichts mit Menschenrechten zu tun hat, solange parallel massive Menschenrechtsverletzungen bestehen und Beteiligte als Feigenblatt im Rechtskomitee Lambda aktiv sind. Für Personen, die sich als engagiert empfinden, weil sie sich an einem Schema orientieren, mag verwirrend sein, dass jetzt ausgerechnet die Hosi das Urteil des Verfassungsgerichtshofs kritisiert.

Hype um die Regenbogenparade im Juni 2017

Am deutlichsten wird das leere, formelhafte Herunterleiern von Vorgefertigtem beim Thema Flüchtlinge, wo viele schon damit intellektuell überfordert sind, sich Bestimmungen der Genfer Flüchtlingskonvention selbst anzusehen. Aus der Unmöglichkeit, mit einigen auch heute noch faktenbasiert zu diskutieren, können wir lernen, dass es wahrscheinlich kaum an uns selbst liegt, wenn wir damit scheitern. Denn es gibt keine gemeinsame Basis, wenn die einen nur eingetrichterte Schlagworte von Weltoffenheit, Menschenrechten, Gleichberechtigung und Humanität parat haben und die anderen fragen, was das konkret heisst und auch darauf verweisen, wer denn wirklich zu uns gekommen ist. Es ist kein Zufall, dass regenbogenbunt – auch als Einhorn – die Farbkombination der „Homo-Ehe“ und der Weltoffenheit ist, denn so wird auch heile Welt vorgegaukelt. Das Versprechen lautet: Betet alles brav nach und dann lebt ihr sicher in einer wunderschönen heilen Umgebung, in der Platz für alle ist und nur Neider und Rechte auf Arme und Obdachlose verweisen.  Kognitive Dissonanz führt da nicht dazu, sich mit Widersprüchen auseinanderzusetzen, sondern es wird alles ausgeblendet, was das Bild stört. Doch die Verunsicherung der Menschen, die eine genormte Sichtweise haben, ohne dies zu erkennen, wird noch zunehmen, wenn Schwarzblau Realität ist. Denn in der Welt der politischen Parolen ist diese Koalitionsform angstbesetzt, weil man andere zur Selbsterhöhung verteufeln muss, statt sich nüchtern z.B. mit dem Plan auseinanderzusetzen, den 12 Stunden-Arbeitstag einzuführen (was auch die SPÖ forderte, so nebenbei).

Es scheint undenkbar, dass diejenigen endlich begreifen, die besonders selbstgerecht und / ioder besonders stark medial präsent sind. Denn sie wollen immer noch glauben, dass andere nur aus „Angst“ ablehnen, was sie selbst propagieren, und keine triftigen rationalen Gründe haben. Es fällt auch auf, dass in der Schlagworte-Szene kaum jemand versteht, dass Hinweise auf Schattenseiten des Lebens in Österreich Handlungsbedarf formulieren und es ihnen niemand mundgerecht in perfekten PR-Happen servieren wird. So, als ob es nur darum ginge, Presseaussendungen auszutauschen und ein paar Begriffe zu ersetzen, und nicht darum, aktiv zu werden um Mißstände abzustellen. Wer auf Unfassbares, gleichwohl aber für Hunderttausende Reales hinweist, muss sich belehren lassen, dass sie / er ja nur „aufrechnet“ oder alles zu komplex ist, um es zu verstehen. Dabei werden laufend Menschen von kriminellen Netzwerken entrechtet, um sie zu enteignen, ihnen ihren Besitz zu stehlen, weil Kriminelle es können, wenn zu ihnen auch RIchter gehören und das Justizministerium es deckt. Da würde keine Kampagne mit Weltoffenheits-Testimonials helfen, sondern nur eine tatsächlich aktive Zivilgesellschaft, kein lenkbares Objekt im Dienst derer, die Masseneinwanderung wollen.

Regenbogen-Kanzleramt (Twitter)

Einige sind so erfolgreich konditioniert, dass sie tatsächlich nicht begreifen, was man sagt, wenn man sie auf die Not Einheimischer hinweist und dabei bei ihrer eigenen Argumentation ansetzt. Allerdings ersparte es auch den Kontakt mit der wirklichen Wirklichkeit, wenn man gut dafür bezahlt wird, anderen etwas vorzumachen: dass alles in Ordnung ist, wenn nur endlose Einwanderung stattfindet. Zwar traut sich das so krass kaum mehr jemand sagen, aber es ist nirgendwo jemand rausgeflogen, weil er die Regierung mit unsäglichem Schwachsinn zu unser aller Lasten unter Druck setzte. Besonders anfällig sind Linke, da bereits Marx und Engels die Auflösung von Nationalstaaten forderten, da diese als „Unterdrückerstaat“ der besitzenden Klasse gegen das arbeitende Proletariat eingesetzt werden. Was sich gerne als starke Zivilgesellschaft bezeichnet, ist das genaue Gegenteil davon, da bei allem, was zu Lasten Einheimischer geht, tatenlos zugesehen wird, man diese eher noch benutzt, um mehr für illegale Einwanderer zu fordern. Es gibt einflussreiche Zivilgesellschafts-Vertreter, die von brutalem Unrecht betroffene Österreicher lieber sterben ließen, als auch nur einen Finger für sie zu rühren (kann man selbst ausprobieren). Für sie ist Gewalt gegen ihre Mitmenschen nicht weiter erwähnenswert, während sie auf Knopfdruck in der Ehe-Entscheidung einen Sieg der Menschenrechte sehen.

Der „Summer of Solidarity“, wie manche auch heute noch von 2015 schwärmen, war in Wahrheit der Sommer der Pawlowschen Reflexe und der verdeckten Kriegsführung, denn Massen illegaler Einwanderer landeten nicht zufällig hier. Das Drehbuch ist seit Jahren das Gleiche und es führt immer weiter in eine Fantasiewelt: NImmst du nicht endlos „Flüchtlinge“ auf, bist du Nazi, und das bist du auch, wenn du von den Rechten der eigenen Staatsbürger sprichst. Man muss sich das Land dennoch schönreden, wenn man auf diesem Trip ist, da „Schutzsuchende“ ja in den Genuss von all dem kommen sollen, was hier angeblich jeder hat (siehe auch Deutschland). Im Grunde ist es aber rassistisch zu meinen, das Armut und Obdachlosigkeit Einheimischen nicht weh tun, weil sie sich hier ja auskennen. Die Schablonen haben viele Bereiche erfasst, wie man selbst in Tierforen auf Facebook bemerken kann. Ich habe es gewagt, dort von meiner Entscheidung dafür zu berichten, dass meine Katzen das volle Leben auskosten sollen, unter vertretbaren Bedingungen, also Freigang, wenn er relativ ungefährlich ist. In einer Regenbogen-Einhorn-Welt gibt es weder echte Highlights noch Risiko noch Leid noch Fehler und auch keine Natur mit ihren Gesetzmässigkeiten, die da heissen, dass Katzen jagen. Mir wurden auch in der Gegend nicht vorhandene Wildkatzen vorgehalten, zu denen meine Katzen Nahrungskonkurrenten seien, die weitab von jedem Wald sind und in der kalten Jahreszeit sowieso drinnen. Manch ein Posting kam mir eher vor wie eine abgewandelte Presseaussendung von SOS MItmensch, von der ich mich eigentlich mal ablenken wollte…

PS: Wie hier beschrieben werde ich seit Jahren wegen kritischer Berichte attackiert; nun suchen die Kater Baghira und Gandalf und ich ein neues Quartier, bevorzugt in Wien oder Wien-Umgebung. Wer etwas für mich hat oder weiss hilft mir damit sehr. Auf den Wunsch vieler treuer Leserinnen und Leser hin ist finanzielle Unterstützung jederzeit willkommen: Alexandra Bader, Erste Bank BLZ 20111, BIC GIBAATWWXXX, IBAN AT592011100032875894. Ihr erreicht mich unter 06508623555, alexandra(at)ceiberweiber.at und ich bin auf Facebook und Twitter (cw_alexandra)

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11 Gedanken zu “Willkommen in der Wirklichkeit!

  1. Weil ich in der Debatte um die Ehe für alle darauf hinwies, dass der Verfassungsgerichtshof schwerste Menschenrechtsverletzungen durch Massenversagen der Justiz deckt, wurde mir von einer Twitter-Userin unterstellt, ich sei eigentlich gegen die Ehe für alle.

    Liebe Frau Bader!

    Es bedarf schon einer geballten Ladung an Ignoranz und Bosheit, Ihnen zu unterstellen, Sie seien gegen die Ehe für Alle, bloß weil Sie die Erste waren von den ungezählten blogs waren, welche aufgezeigt hat, dass es künftig zwar die Ehe für alle geben wird, was Sie gutierten, was aber bei weitem noch nicht zwingend heißt, dass auch den Menschenrechte für alle gleichermaßen Respekt gezollt wird. Diese Erkenntnis haben Sie durch zahlreiche Aufdröselungen nachvollziehbar dargestellt – Punkt.

    MfG

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    1. Ich denke, das diese Unterstellung aufgrund Ihren Artikels nichts mit Verblendung zu tun hat.

      Vielmehr vermute ich dahinter einen gezielten Angriff, um die anderen Grundwarheiten, welche Sie gleich mit dazu gepackt haben, nach Möglichkeit zu diskreditieren.

      Auch der Off Topic Kommentator bezüglich der Follower Zahlenhexerei scheint mir höcht verdächtig ein „jetzt-zieh-ich-dich-runter“ Beauftragter zu sein,

      ähnlich ein gewisser Peter Malek aka (D.M?) welcher sich am 05. November 2017 gar herausgefordert sah, Sie mir als eine auf Kritik sehr dünnhäutig reagierende Person darstellen zu müssen.

      Leider, wenn auch verständlich, hatten Sie Peter Maleks Kommentar damals zu rasch entfernt. Besser wäre gewesen, Sie hätten mich drauf reagieren lassen. Einem D. M. Muss man frontal konfrontieren, solange das Eisen schmiedbar ist – der Nachhaltigkeit wegen.

      MfG

      P.S: Gute Nacht

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      1. ich glaube ich habe die malek-kommentare auf „nicht genehmigt“ gestellt und nicht gelöscht, muss mal schauen. ich kann sie ja zulassen und dann reagieren sie, wenn sie noch da sind..sie haben rech, was die follower betrifft, das sagt zudem auch nichts darüber aus, wer regelmässig vorbeischaut und die seite im browser oder in google gespeichert hat.

        twitter zeigt auch angst- und selbstbestätigungsrituale, denn es wird sio getan als gäbe es im mainstream keinerlei konkurrenz, alle loben sich gegenseitig wegen interviews und kommentaren in den himmel. das besagt nicht, dass alles so super ist, sondern dass man gegen das zusammenhält, was nicht mainstream ist. und es müsste nicht mainstream (wie mich) völlig verunsichern.

        PS: ich hab‘ die Kommentare doch alle schon gelöscht…

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      2. Es hätte nach gut einem Monat auch gar nicht mehr die gewünschte Wirkung auf Peter Maleks aka (D.M.)Angriffe zu reagieren. Aber für mögliche künftige Angriffe gegen Sie wäre es sinnvoll, entsprechende Kommentare für Abwehrreaktionen und der Beweisführung wegen stehen zu lassen. Was besagten D.M. betrifft, wird er wohl schon in begründet betrübender Kenntnis sein, das einer seiner (wer weiß wie viele)Tarnnamen aufgeflogen ist.

        MfG

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      3. Das kann durchaus sein, wobei ihn die Sicherheitskräfte und die Justiz immer noch hätscheln, da er auch im Kampf gegen sog. Staatsverweigerer nützlich ist. Das ist zwar wirklich eine absurde Szene, aber die Leute kamen auf diesen Trip duch absurde Erfahrungen in unserem System…

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      4. Auch der Off Topic Kommentator bezüglich der Follower Zahlenhexerei scheint mir höcht verdächtig ein „jetzt-zieh-ich-dich-runter“ Beauftragter zu sein,

        Lieber Grünschnabel,
        weil man nachfragt, warum etwas seltsames passiert ist (Zahl der E-Mail Abonnenten in wenigen Wochen von paar Tausend auf paar Hundert abgestürzt; Verdacht auf Zensur durch WordPress), ist man für dich bereits ein Beauftragter der Illuminatensekte, um einen runterzuziehen. Ja, das klingt ungemein plausibel. Du solltest da unbedingt dranbleiben!

        Mit paranoiden Grüßen,
        Exodus

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      5. Meine Analyse, was Ihre Intension betrifft, wurde durch Ihre Reaktion, glaube ich, selbst für hier Mitlesende soweit nachvollziehbar bestätigt. Das spart Zeit.

        Erlauben Sie mir abschließend noch eine Frage:

        Was um alles in der Welt hat Sie daran gehindert, sich bisher nur ein einziges Mal an den Diskussionen hier bei Frau Bader konstruktiv zu beteiligen??????

        MfG

        P.S Fledgling haben Sie Ihrer Zunft gemäß korrekt mit Grünschnabel übersetzt.

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