Warum die Sozialdemokratie tot ist

Es ist vollkommen egal, wer sich in der SPÖ jetzt durchsetzt; diejenigen, die für eine Koalition mit der FPÖ sind oder die, die dagegen einen „Wertekompass“ ins Treffen führen. Beide Seiten haben nicht das Geringste mit Sozialdemokratie zu tun, wie es auch an der Basis niemanden mehr gibt, der Werte lebt. Stattdessen sind Opportunismus, Feigheit, Naivität und Bequemlichkeit so ausgeprägt, dass jeder Mißstand, jedes Unrecht geduldet wird. Gäbe es heute Nazis vor der Machtübernahme, hätten sie leichteres Spiel denn je und müssten keinen einzigen „Sozialdemokraten“ festnehmen, da ihnen ohnehin alle reinkriechen würden. Man kann mit Roten allenfalls abstrakt über Politik diskutieren, da keiner Wort und Tat zu verbinden imstande ist; das mag trügerisch sein, da man z.B. in ländlichen Regionen mit Roten ohnehin nur saufen kann. Doch scheinbar Intellektuellere, die man in Städten eher findet als auf dem Land zucken sofort zurück, sobald man auf untragbare Zustände in der Partei zu sprechen kommt. Alles wird hingenommen, alles akzeptiert, alles der eigenen Feigheit,m Dummheit, Bequemlichkeit geopfert. Besonders widerlich sind jene Arschkriecher, die vor jedem scheinbar so wichtigen Genossen buckeln, mit ihm Selfies machen, aber diesen sofort im Stich lassen, sobald er Gegenwind hat.

Die allgemeine Unterwürfigkeit sorgt auch dafür, dass Unerträgliches ausgeblendet wird und man hinter jeder Kritik feindliche politische Absichten vermutet. Wenn sich dann zeigt, dass Warnungen in den Wind geschlagen wurden, will keiner mehr für die eigene Verantwortungslosigkeit zuständig sein. Jüngstes Beispiel ist die Affäre um Kanzler Kerns von Gusenbauer empfohlenen Berater Silberstein, deren Dimensionen man in der SPÖ nach wie vor nicht wahrhaben will. Gelegentlich erinnern Genossen an andere Genpossen, in die sie einmal Hoffnungen setzten; hier geht es um Ex-Verteidigungsminister Darabos, dessen Lage aber niemanden in der Partei wirklich interessiert. Dass er im Silberstein-Wahlkampf 2006 unter Druck geriet und als Minister abgeschottet wurde, nahm man achselzuckend hin. Es ist auch okay, dass ich fertiggemacht werde, weil ich das thematisiere, und wenn ich Pseudo-Antifaschisten in der SPÖ als Heuchler kritisierte, weil ihnen Druck auf einen Politiker und eine Journalistin egal ist, sind sie empört. Tatsächlich haben sie nicht die geringste Ahnung von Politik oder den Werten der Sozialdemokratie, weil sie sich ausschließlich an ihrer Bequemlichkeit orientieren, etwas scheinen wollen, das sie nicht sind.

Kanzler ohne Zukunft

 Es geht nicht nur darum, dass Darabos, der einmal als politisches Talent galt, nur mehr ein Schatten seiner selbst ist und in der Provinz dahinvegetiert. Es ist aber von zentraler Bedeutung, wie skrupellose Kräfte mit Talenten verfahren können, dass sie dabei willige Handlanger haben und die, die etwas ahnen, tatenlos am Rand stehen und zusehen. Denn die Bankrotterklärung der Sozialdemokratie zieht sich durch, wie nicht nur an Parteifremden und fragwürdigen Gestalten im Wahlkampf deutlich wurde. Die verkommenen Figuren, die heute ein rotes Parteibuch haben, scheinen zu glauben, dass Wissen, Information, politische Analyse und Rückgrat ansteckende Krankheiten sind. Sie immunisieren sich mit blöden Sprüchen, schleimerischen Postings, Gescprächsverweigerung und Abblocken. Sie fallen auf jeden rein, der gehypt wird und ihnen rhetorisch gut aufbereitet die immer gleichen Phrasen serviert. Die Kriecherin (weibl.)  ist oft geradezu hysterisch, da erfolgreich konditioniert, wenn jemand das Wort „Flüchtling“ ausspricht oder auf die FPÖ hinweist. Damit die SPÖ in Opposition regenerieren kann, würde sie Substanz brauchen, die ihr in den letzten Jahren systematisch ausgetrieben wurde. Ihr Zustand wäre lediglich noch deutlicher, ließe man sich auf eine Koalition mit der FPÖ ein.

PS: Dazu auch Roter Realitätsverlust – wie Kern und Doskozil manipuliert wurden.

PPS: Wie hier beschrieben werde ich seit Jahren wegen kritischer Berichte attackiert; nun suchen die Kater Baghira und Gandalf und ich ein neues Quartier, bevorzugt in Wien oder Wien-Umgbung. Wer etwas für mich hat oder weiss hilft mir damit sehr. Auf den Wunsch vieler treuer Leserinnen und Leser hin ist finanzielle Unterstützung jederzeit willkommen: Alexandra Bader, Erste Bank BLZ 20111, BIC GIBAATWWXXX, IBAN AT592011100032875894. Ihr erreicht mich unter 06508623555, alexandra(at)ceiberweiber.at und ich bin auf Facebook und Twitter (cw_alexandra)

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12 Gedanken zu “Warum die Sozialdemokratie tot ist

  1. Ja mei, Sozis halt, Rückgrat ist ein Fremdwort. Ich bin neugierig, welche Klimmzüge demnächst noch gemacht werden, um an den Futtertrögen zu bleiben.

    Das ist auch das Hauptproblem der Grünen, dass die Futtertröge weg sind. Die Interessensprioritäten sind ganz eindeutig: Eigeninteresse vor Parteiinteresse – dann lang nichts – evtl. Landesinteresse?

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  2. Die die vom Staat leben wählen Sozialdemokraten. Mit Arbeitern haben Sozialdemokraten seit Marx nichts mehr zu tun, die sind nur Folklore um weiterhin den Anschein zu erwecken…

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    1. Ja, leider! Allein schon wegen dem EU-Ratsvorsitz, wo man ja wieder Vorzugsschüler sein will. Andererseits erscheinen die beiden anderen Koalitionsalternativen auch nicht gerade berauschend.
      Das Parteiensystem dürfte echt schon ein Anachronismus geworden sein. Bleibt nur mehr die direkte Anarchie zum Ausprobieren, oder? (sorry, Galgenhumor)

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  3. Ich sehe von beiden linken Parteien zu wenig konkrete Aussagen, zu wenige Inhalte und zuviele allgemein gehaltene Slogans, die NICHTS über ihre zukünftigen politischen Vorhaben preisgeben.

    Ich erinnere mich an eine TV-Diskussion über die Flüchtlingskrise, wo u.a. Außenminister Kurz und Grüne-Chefin Glawischnig saßen und Glawischnig widersprach Kurz zwar, aber ohne zu sagen warum sie widersprach. Kurz nannte unentwegt Fakten und Glawischnig sagte einfach die Unwahrheit, mehr tat sie nicht. Ohne Fakten, politische Inhalte und breitenwirksam vertretbare Lösungen für die Probleme unserer Zeit kann keine Partei langfristig überleben.

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  4. zu dem sozial-demokraten mit den hervorragenden ost kontakten und dem ein-mann-traum-umsatz könnte auch dieses video passen:

    https://t.co/y4t5FZjQOW

    denn wie eine suche mit gusi und kasachstan ergibt stellt alexandra schon im august diese verbindung auch mit malta her:

    https://alexandrabader.wordpress.com/2017/08/22/alfred-gusenbauer-vom-ex-kanzler-zum-problemfall/

    dort lebte nämlich herr alijew, der in guter österreichischer tradition so nett war in u-haft zu sterben, was bekanntlich mit jagdunfall, autounfall, badeunfall und exekution auf offener straße zu beliebten todesarten für in ungnade gefallene mächtige zählt…

    und wo man darauf zählen kann, dass in österreich mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit nichts bei den ermittlungen rauskommt…

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    1. danke für den hinweis, die spö muss erst aus dem (manipulierten ) traum aufwachen, in dem sie sich befindet. dazu zwei inputs: „Beobachter des Besuchs von Kern bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Mittwoch in der Hofburg sagten, es müsse sich um eine Art Schockzustand des SPÖ-Chefs handeln. Der noch amtierende Bundeskanzler und dessen engste Umgebung hätten das Ergebnis der Nationalratswahlen am Sonntag einfach noch nicht völlig realisiert. ‚So ein Zustand des Realitätsverlusts kann einige Tage dauern‘, beschrieb ein langgedienter politischer Mitarbeiter im Regierungsviertel.“ s. http://www.krone.at/594175 und http://derstandard.at/2000066272886/Eurofighter-Airbus-haelt-Zweifel-an-Lieferwilligkeit-fuer-absurd?ref=rec – hier ein userposting: „Doskozil war völlig von allen guten Geistern verlassen, als er öffentlich behauptet hat, Airbus bzw. Eurofighter sind Betrüger. Offensichtlich war das ein Plan des Beraters Silberstein um Doskozil in Szene zu setzen….“ (user/in vesna b.)

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  5. Auch so eine Frage. Ich stelle mir eine andere. Vergleiche ich das Wahlergebnis aus .de mit dem von .at, addiere die Prozente der AfD und FDP und rechne die Grünverschiebung raus, dann muss ich feststellen die Ergebnisse sind identisch.

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      1. Gut das wäre jetzt Äpfel mit Birnen verglichen. Aber es ist unbestritten, dass die Frage der Mobilität durch die Zuwanderung maßgeblich an Bedeutung hat gewonnen. Miete usw… fallen nicht exklusiv unter das Thema Zuwanderung, wohl aber kommt das Wiener Becken ganz offensichtlich mit der Zuwanderung ins höhere Preisniveau nicht gut zurecht.

        Wollte noch ergänzen. Klarerweise deckt sich das Wahlergebnis von .at und .de nicht ganz resp. allein grob.

        Offensichtlich gibt die Strategie ‚Merkel‘ resp. ‚Schulz‘ nicht mehr her zumindest bezogen auf eine homogen(isiert)e Menschenmasse. Man muss allein die Trends in .de bezüglich der Sonntagsfrage anschauen. Dann kommt man schon relativ genau hin.

        Der Kollaps der Grünen in Österreich ist hausgemacht und ein ‚Linke‘ haben wir nicht. Die SPÖ sind streng genommen keine Sozialdemokraten, genauso wie eine FPÖ keine waschechten Freiheitlichen sind. Neos und Pilz ergeben wieder den Stimmanteil der ‚Linke‘.

        Es gab solche Ähnlichkeiten früher auch schon. Trotzdem würde ich für den Moment vermuten, dass die ‚Sozialdemokratie‘ ihren Boden bei 22% irgendwo hat gefunden.

        OÖ bezüglich der SPÖ genau am Punkt. Ein Fünftel wählt die SPÖ ob Kern. 5,5% abgezogen und wir landen in der Gegend.

        Jetzt stellt sich die Frage. Haben die SPÖ Wähler die Grünen verlassen, da mit Kern eine Alternative ist aufgetaucht oder hat die Partei einfach beinhart bei den Grünen reingegriffen.

        Vermutlich wird mich jeder Wahlbeobachter oder Politologe in dem Punkt widerlegen können. CDU/CSU und ÖVP ist am Punkt.

        Woher das käme, keine Ahnung. Wahlkampfstrategien SPÖ und SPD waren ähnlich und auch Team Merkel vs. Team Kurz genauso.

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      2. @Aplikmuj

        Äpfel und Birnen gleichen sich heute bereits frappierend. Es gibt schwer sichtbare Lenkungsmechanismen, die neben dem Lenken auch noch mit grober Schere alle und alles über einen ebenso groben Kamm scheren (lassen). (Siehe https://alexandrabader.wordpress.com/2017/10/19/gibt-es-eine-internationale-kampagne-gegen-kurz/#more-18758)

        Und an Zufälle glaube ich schon lange nicht mehr. http://www.dasendedeszufalls.at/das-ende-des-zufalls-wie-big-data-uns-und-unser-leben-vorhersagbar-macht/

        Grüße, e.

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