Wie sexistisch ist die SPÖ?

SPÖ-Bezirksrat Götz Schrage (57) erinnert sich angesichts eines TV-Interviews der neuen ÖVP-Generalsekretärin Elisabeth Köstinger (38) an frühere Zeiten, in denen er eine Schwarze nach der anderen abgeschleppt hat. Und er versteht nicht, wieso es Leute gibt, die diesen „kleinen Scherz“ ernst nehmen und ihm Sexismus vorwerfen. Prompt springen Mainstream- und soziale Medien darauf auf und es wird heftig diskutiert, ob Schrages Posting geschmacklos und frauenfeindlich war oder ob die SPÖ vergessen hat, dass sie auch einmal für die Befreiung von einengenden bürgerlichen Normen war. Jede und jeder kann wohl selbst beurteilen, was von seiner Äußerung auf Facebook zu halten ist:

Elisabeth Köstinger als neues Gesicht und neue Generalsekretärin einer neuen Bewegung? Aus autobiographischen und stadthistorischen Motiven möchte ich schon anmerken, dass die jungen Damen der ÖVP Innere Stadt aus den frühen 80er Jahren, die mit mir schliefen, weil sie mich wohl für einen talentierten Revolutionär hielten, genauso aussahen, genauso gekleidet waren und genauso sprachen. Da hängt sicher noch ein Burberry Schal im Vorzimmer bei Elisabeth Köstinger. Ich muss das wissen als Experte.“ User bemerken richtig, dass aus solchen Anmerkungen Selbstverliebtheit spricht und dass er außerstande ist, eine Politikerin anhand ihrer Performance zu bewerten. Da Schrage und andere schon bisher gerne auf Kosten von Frauen „scherzten“ und zugleich altbackene Vorstellungen von männlichem Verhalten haben, muss man sich die Frage stellen, wie sexistisch die SPÖ ist.

SoiSchrages mittlerweile gelöschtes Posting

Die sexuellen Erinnerungen eines SPÖ-Bezirksrats (und Bordell-Beauftragten seiner Partei) sind offensichtlich weit wichtiger, als Frau Köstinger einfach einmal zuzuhören und sie dann zu bewerten. Sie ist kein unbeschriebenes Blatt, da man sich ansehen kann, was die EU-Abgeordnete etwa hinsichtlich TTIP oder Glyphosat vertritt. Es sollte stets darum gehen, wie jemand drauf ist und was sie oder er zu sagen hat, doch die sozialen Medien können auch dafür sorgen, dass ein älterer Bezirksrat mehr Aufmerksamkeit hat als eine jüngere Abgeordnete, zumal er sich als eine Art Punkterichter über sie stellt. Dabei zählen nicht ihre Positionen oder ob sie von denen des designierten neuen Obmanns Sebastian Kurz abweichen, sondern wie sehr sie den roten Bezirksrat an frühere Begegnungen erinnert. Es geht auch kaum klischeehafter, als darin zu schwelgen, wie ein deklariert Linker (und Sohn von Dieter Schrage, der lange bei den Grünen war) das Feindbild Konservative dadurch besiegt, dass er „deren“ Frauen ins Bett kriegt.

Dies erinnert tatsächlich an etwas, nämlich an das Buch „Der Mann auf der Straße“ von Cheryl Benard und Edit Schlaffer, in dem unter anderem eine wesentlich jüngere Freundin von Günther Nenning zu Wort kommt, der ja zeitweise als Rebell innerhalb der SPÖ galt. Er hatte nicht nur dauernd andere Frauen, sondern brüstete sich auch damit, rechte Frauen abzuschleppen. Was man manch anderen Usern und leider auch Userinnen nicht vermitteln kann, ist der Sexismus-Test durch Umkehr des Szenarios: wie würden wir reagieren, wenn eine 50jährige SPÖ-Bezirksrätin sich öffentlich an Sexpartner früherer Jahre erinnert angesichts eines Interviews mit dem 31jährigen Sebastian Kurz? Unsere Emotionen im Bereich von peinlich und unangemessen und „hat die sie noch alle“ sollten Richtschnur dafür sein, wie wir mit Götz Schrages Posting umgehen. Dabei ist die Reaktion sicher nicht vergleichbar, weil das Reduzieren von Männern aufs Körperliche, die Betrachtung als Objekt, um zugleich auszulöschen, dass es hier um Politik geht, in der Regel nicht vorkommt.

Schrage 2015 gegen Rot-Blau im Burgenland

Es überrascht nicht, dass Schrage als Kämpfer gegen Rechts auf allen Ebenen auch gegen Rot-Blau im Burgenland auftrat. Für Selbstverliebte gibt es zudem ein ideales Betätigungsfeld beim Schönreden und Unterstützen illegaler Masseneinwanderung, was von Schrage-Verteidigern aber ganz anders ausgedrückt wird: „Als im Jahr 2015 hunderttausende Menschen auf der Flucht vor Krieg und Elend über den Balkan gen Norden marschierten und auf österreichischen Straßen nur deswegen nicht verhungerten und verdursteten, weil sich abertausende freiwillige Helferinnen und Helfer fanden, die rasch und unbürokratisch praktische Solidarität übten, war Schrage von Anfang an dabei. Zuerst vor allem als Fotograf, der diese Geflüchteten, die in den Medien und Politikeraussagen nur als ‚Welle‘ oder ‚Flut‘ vorkamen, wieder zu Menschen machte, indem er sie einfach nur in all ihrer Menschlichkeit zeigte.“ Diese Heldenlegende spinnt Schrage auch auf seiner eigenen Webseite, doch in Wahrheit haben er und andere illegale Masseneinwanderung zum Zweck der Destabilisierung Europas unterstützt.

Im zitierten Blog „Lindwurm“ heißt es weiter: „Götz Schrage hat sich gerade während der sogenannten ‚Flüchtlingskrise‘ als geradezu idealtypischer Sozialdemokrat verhalten: Solidarisch mit denen, die Solidarität nötig haben. Jetzt fordern ihn die Vorsitzende der SPÖ-Neubau, Andrea Kuntzl, der SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler und die SPÖ-Staatssekretärin Muna Duzdar zum Rücktritt von seinem Amt als Bezirksrat auf. Der Vorwurf: Schrage habe sich des ‚Sexismus‘ schuldig gemacht.“ Es würde zu weit führen, darauf hier im Detail einzugehen, doch „idealtypische Sozialdemokratie“ beschränkt sich für viele auf „refugees welcome“, die nach der Genfer Flüchtlingskonvention gar keine sind, während Einheimische in Not Pech haben und es auch keine grundsätzliche Solidarität unter Genossen gegen Intrigen in der Partei gibt. Der „Lindwurm“ verteidigt Schrage mit Sexismus-Definitionen: „Sexismus ist, wenn ein drittklassiger Comedian behauptet, Frauen könnten nicht Autofahren. Sexismus ist, wenn nur Männer zum Militärdienst eingezogen werden.

Volker Plass von den Grünen auf Facebook

Sexismus ist, wenn Parteien wie die FPÖ in ihren programmatischen Schriften Frauen die Rolle als häusliche Mütter zuweisen und Männern die als Ernährer und Krieger.“ Damit sind sexistische Ansichten beschrieben, die auch in der SPÖ recht häufig vorkommen, wie ich als Frau weiß, die sich mit Militär und Sicherheitspolitik beschäftigt und deswegen u.a. von Parteigenossen Schrages diffamiert und verleumdet wird. Sowohl die Bundes-SPÖ als auch die Genossen in Wien fanden das immer okay, da sie sich ja ansonsten untragbarer Mißstände stellen müssten. Der „Lindwurm“ sieht gleich jedwede sexuelle Emanzipation in Gefahr: „Ein bizarres Bündnis aus Reaktionären, Religiösen etlicher Konfessionen und sexualneurotischen ‚Linken‘ ist fleißig dabei, uns alle wieder in die 50er Jahre oder noch weiter zurück zu katapultieren und alles zunichte zu machen, was Freud, Jung, de Beauvoir, Foucault und so viele andere, denen an der Freiheit des Individuums gelegen war, uns mühsam beizubringen versuchten.“ Mag sein, dass man es als besondere Form der Sexualneurose bezeichnen kann, zu Politikerinnen einschlägige Assoziationen zu haben; auf jeden Fall geht es um (Definitions-) Macht und darum, dass einer Frau viele nach wie vor anders begegnen als einem Mann.

Von den in der Realität seltenen, also nicht alltäglichen Fällen, wo mehr als nur Sympathie mitschwingt, einmal abgesehen sollte sich der Austausch zwischen Männern und Frauen in der Politik kaum zwischen dem von Männern mit Männern bzw. Frauen mit Frauen unterscheiden. Virtuelles Grabschen a la Schrage ist da ebenso deplatziert wie die nach wie vor existenten Belästiger, die meinen, aus ihrer scheinbaren Machtposition heraus mit allem durchzukommen und bei Frauen z.B. in der Kommunalpolitik berüchtigt sind. In solchen Fällen unternimmt die SPÖ übrigens, wie mr Schilderungen aus Niederösterreich zeigen, nahezu nichts inklusive der Frauenvorsitzenden Gabriele Heinisch-Hosek. Dafür wirkt das Wort „Frauenquote“ wie ein Trigger, da es leicht ist, sich vorzumachen, gleichermaßen vorhanden zu sein würde gleiche Behandlung automatisch mit sich bringen. In der Realität werden Frauen nicht nur als sexistischem Blickwinkel weniger ernst genommen, sondern weil sie sich mit weniger Themen befassen und seltener allgemeine politische Ansichten artikulieren.

Die ÖVP auf Facebook

„Lindwurm“ Bernhard Torsch schreibt auch, „ich teile nicht ganz seine Begeisterung für vom Machismo geprägte Subkulturen“, vergisst aber, dass die Politik „vom Machismo geprägt“ ist, sonst ließe sich der Jubel für als „Alphamänner“ präsentierte Personen wie Kurz oder Kern nicht erfolgreich inszenieren. Wenn jede Frau damit rechnen muss, vor dem geistigen Auge von Schrage und Co. ausgezogen zu werden, ist dies auch ein Signal, dass durchsetzungsfähige Frauen nicht vorkommen (sollen). Und zugleich scheiden Männer aus, die nicht jenen Bildern entsprechen, wie sie von Kern, Kurz oder Strache kreiert wurden. Auf irgendeine Art wird es auch spießig und verklemmt sein, dass von vielen möglichen Rollen für Frauen und Männer nur ganz wenige gelebt werden sollen, sodass sowohl die Analytikerin als auch der Stratege keine Chance haben. Da Schrage von der Wiener SPÖ abserviert wird, warnt Torsch abschließend, dass er „diesen pseudomoralischen Lynchmob der Superanständigen nicht verdient“ hat, da er „doch einer der Guten ist“ und „von verlogenen Tittenblättchen, scheinheiligen Reaktionären und unsolidarischen Sozialdemokraten zum Abschuss freigegeben wird“.

Wir dürfen gespannt sein, wie nächste Woche auf die „unsolidarischen Sozialdemokraten“ reagiert wird, die ihren Genosse Ex-Verteidigungsminister Norbert Darabos via Eurofighter-U-Ausschuss „zum Abschuss freigeben“.  Dies dient auch dem „Schutz“ von Genossen, die an der Abschottung des Ministers beteiligt waren, was viele bestätigten und von mir dokumentiert wurde. Weil sich Frauen im Weltbild einer sexistischen Partei nicht mit Sicherheitspolitik befassen, wurde gegen mich mit massivem Sexismus vorgegangen. Dass die SPÖ eine Macho-Partei ist, sieht man aber auch daran, dass jeder Nicht-Macho daran gemessen wird, ob er ins Schema passt, sodass der Druck auf einen introvertierten Strategen wie Darabos gar nicht weiter auffällt (bzw. jene, die es begriffen haben, tatenlos zusehen). Wenn der EF-Ausschuss tagt, wird Götz Schrage bereits aus den Schlagzeilen verschwunden sein, da die SPÖ in diesem Fall konsequent ist.

PS: Es gibt eine Solidaritätsgruppe für Schrage auf Facebook…

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18 Gedanken zu “Wie sexistisch ist die SPÖ?

  1. Also ganz ehrlich: Ich ziehe Männer auch aus in Gedanken! Wenn ich im Fitness-Studio meinen Body builde, lasse ich meine Blicke schweifen und cheque die „Tühpen“ ab, nach ihrem Erotik-Faktor. Viele ziehe ich ganz schnell wieder an, finde sie unerotisch, aber trotzdem nett, wenn man sich mit ihnen gut austauschen kann, auch über Politik. Wenn einer dann auch noch die Machenschaften von George Soros im Visier hat, weiß was die OpenSocietyFoundatin ist und weiß, wer Brzezinski ist (war), dann dürfen ihm sogar Haare aus den Ohren wachsen. Hinterher frage ich meinem Mann, ob er den oder den schon wahrgenommen hat, denn das sei ein ganz Wacher. Halbscherz beiseite.

    Was ich sagen will: Die Beziehung der Geschlechter ist regelrecht pathologisiert und das wird zunehmen, weil man jetzt auch die Kleinen schon kaputtmachen will. Dort wo es um Macht geht, wird der / die Dreckigere mit harten Bandagen kämpfen. Saubere, faire, echt dem Gemeinwohl Verpflichtete, werden rausgekickt, egal welchem „Gender“ jemand angehört. Wer zur Funktionselite vorstoßen will, ist nie zimperlich. Inzwischen ist Pranger, Denunziationskultur, Existenzvernichtung durch „braune “ Etikettierung“ sogar von den Kirchen abgesegnet.

    Alles ist unterwandert. Der gute George hat halt seine Kohle sehr gut und mit Bedacht investiert und kann zuschauen wie sich die Gesellschaften kannibalisieren. Scheiterhaufen brennen, egal mit was man sie befeuert.

    Alexandra, Du störst mit Deiner tollen Arbeit. Dich muss man bekämpfen, mit welchen Mitteln auch immer. Wärest Du ein Mann, wärest Du im Notfall ein möglicher „Vergewaltiger“ oder Kindervernascher. Hauptsache, Du machst kusch! Es gibt keinen berechenbaren oder zuverlässigen Schutz davor.

    Ich würde vielleicht kontern: Mit dem ins Bett zu gehen, war meine schlimmste Erfahrung. Klein-Willi wurde einfach den Erwartungen nicht gerecht.

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    1. Du hast recht, man muss dem auch amüsante Seiten abgewinnen. Nur ist es für eine Frau wirklich nicht so angenehm, wenn ein Typ, der sie nur eben mal im TV gesehen hat, solche Kommentare abgibt. Auf Facebook fragen manche Frauen, die Schrage verteidigen, aber ernsthaft, wie man (frau) damit umgehen soll, wenn da etwas ist. Professionell – wie denn auch sonst, ist meine Antwort, denn da gehts um den Job. Privat findet in der Privatsphäre statt.

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      1. In die Politik zu gehen, setzt einfach eine bestimmte psychische Robustheit voraus. Ich könnte es nicht, weil es ein grenzenlos dreckiges Geschäft ist. Wie jemand das schafft , auch noch mit Kindern , ist mir ein Rätsel.

        Meine Bewunderung für eine Sarah Wagenknecht ist deshalb so groß, weil sie nie die Contenance verliert und gescheite Sachen sagt. Aber auch sie wird bekämpft, sogar innerhalb ihrer Partei und übrig bleiben die, die für den Job nicht geeignet sind.

        Frauen kann man die Bauer-Jellinek als Coach empfehlen. Die habe ich ja durch Dich hier kennengelernt . Ihre Bücher habe ich verschlungen, auch die Youtube-Vorträge . Die Frau hat es echt drauf, den Kompetenzbereich zu stärken und auf keinen Fall Weibchengetue zuzulassen.

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  2. Hätte ein blauer oder schwarzer Politiker so ein Posting vom Stapel gelassen, würden jetzt sämtliche linke Propagadaorgane ihren Hass über diesen Politiker schütten.
    Aber wenn ein linkslinker Minipimmelträger übelsten Sexismus absondert, dann wird dieser verteidigt. Er hat ja schließlich die „richtige“ Gesinnung.
    Die Linken sind die größten Lügner und Heuchler, die es auf diesem Planeten gibt. Und wenn dieser Schrange von „menschlichem Müll“ schreibt, dann sollte er in den Spiegel schaun.

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    1. Das stimmt so nicht, denn es sind gerade auch viele Linke, die ihn kritisieren – und die dann mit anderen diskutieren, die ihn verteidigen. Es kommt dadurch vieles hoch an Einstellungen, die sonst nicht so zur Schau getragen werden.

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  3. Werte Frau Bader,

    wie ich bereits auch im Kurier mehrfach gepostet habe: Schrage – und ich bin nun wirklich kein SPÖ-Fan – hat das Posting gelöscht und sich entschuldigt und damit sollte meiner Ansicht nach *diese* Sache erledigt sein. Sehen Sie das anders?

    Und nein, ich finde Sexismus nicht in Ordnung und ich bin auch nicht der Meinung, daß Meinungsfreiheit grenzenlos sein kann, aber auch ich formuliere manchmal zu scharf bzw. habe auch schon mal über die Stränge geschlagen und bin froh, daß mir darob nicht sofort die seidene Schnur gereicht wurde. Da halte ich es eher mit „wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“.

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    1. Mir geht es um Verhältnismässigkeit – eine im Gewaltschutz aktive Frau hat mir erzählt, dass ein SPÖ-Funktionär in NÖ (Umgebung von Wien) notorisch bekannt ist für sexuelle Belästigung, aber selbst Heinisch-Hosek (damals noch Frauenministerin, heute SPÖ-Frauenvorsitzende) dies gedeckt hat; der Frau, die sich schließlich wehrte und die zur Gewaltschützerin ging, wurde von anderen Frauen vorgeworfen, dass sie „zu hübsch“ sei. Also selber schuld oder so? Näher befragt sagten aber auch diese Frauen, dass der Typ ein notorischer Belästiger ist… noch Fragen?

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      1. Nur eine: Wie weit ist jemand bereit, seine eigenen Werte zu verraten, wenn es um das „Parteiwohl“ geht, denn einen anderen Grund kann’s ja eigentlich nicht geben, warum derjenige noch was zu sagen hat, oder?

        Für mich persönlich der wichtigste Grund, warum ich nie zu einer Partei gegangen bin und das auch nicht vorhabe. Ich baue genug eigenen Mist, da muß ich nicht noch irgendeinen Fremdmist verteidigen.

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      2. Schrage verteidigt ja kaum jemand in der SPÖ, was zeigt, dass manchmal doch Leute fallen gelassen werden; immer die, deren Vergehen gering oder Ansichtssache sind; diejenigen, die wirklich etwas angestellt haben, werden eh gedeckt.

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  4. Das mit den Entschuldigungen hinterher ist so eine Masche.

    Das Posting ist wie eine verbale Vergewaltigung in der Öffentlichkeit und hat nichts, aber auch gar nichts mit scharfer Formulierung zu tun. Ein Politiker darf ein bewegtes Sexualleben haben, aber wenn er damit protzen und öffentlich erniedrigen muss, hat er bei mir verschissen. Ein selbsternannter Experte für was?

    Mein Kopfkino lässt sich nämlich nicht so einfach abstellen.

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    1. Bin mit dir einer Meinung, da gibt es nichts zu „entschuldigen“, aber dennoch wird ein Exempel an ihm statuiert – Krone zwei Seiten Köstinger-Interview, wo es auch um ihn geht, und jede Wette, dass er auch in der Pressestunde mit der Frauenministerin Thema ist. Und Schrage oder andere können ja herumprotzen, aber nicht vollkommen Unbeteiligte reinziehen. Das besagt auch, dass Frauen so wenig zählen, dass man(n) bei Köstinger gar nicht nach ihrer Haltung zu TTIP oder Glyphosat fragt, weil das schon eine minimale Form des Ernstnehmens wäre.

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  5. Wenn die Brettln von der ÖVP zum Fasserl werden, dann enden sie schnell mal im Trachtenverein auch.

    Die Rolle ‚Hausfrau‘ ist sexistisch.

    Das Gründübel ist Anwendung einer (’sozialistischen) gesellschaftlichen Maske als Interface zur insbesondere visuellen Wahrnehmung in der Gesellschaft, insbesondere der beherrschten, im Rahmen des Staates und klarerweise um Inszenierung.

    Es gibt weniger Silizium auf Erden als Eva Köstingers in der Welt der ÖVP.

    So stellt sich der Bauernbund die Lara Croft vor.

    Die ÖVP hatte einst ein wenig die Tradition Kandidatinnen aufzustellen die schon als Vogelscheuche ein schweren Stand hatten und dann doch die Emanzipation – wenn du schon nicht kalbst, dann geh wenigstens studieren – hat doch einiges verändert.

    Mit Traditionen zu brechen tut sich die ÖVP hart.

    Früher hätte man gesagt, ‚Das ist die mit den schiefen Zähnen als Pendant für die Landbevölkerung‘. Die Landbevölkerung hat sich auch gewandelt. Die Frau Köstinger inszeniert als verstädterte Dorfpomeranze soll jetzt den Widerspruch zwischen Stadt und Land auflösen – kinda Amy Macdonald Style.

    Die ÖVP ist und deren Vertreter denken ähnlich Unternehmern nicht recht kompliziert. Die wirken im Fernsehen oft weitsichtig, da sie sich beim Fassen von komplexeren Gedanken und dessen Formulierung eher hart tun.

    Deswegen war der Reinhold Mitterlehner nicht zwingend beliebt. In Österreich wurde so der ÖVP die Profitakkumulation entlang der Industrielinie überlassen, obwohl Industrie damals verstaatlicht war. Jetzt glauben die Unternehmer der ÖVP, dass die durch die ÖVP orchestrierte Abzocke Unternehmertum ist. Der Pfau der wenn überhaupt nur als solcher in feinsten Zwirn gekleidet durch die Betriebe stolziert, anstatt eher dem demütiger anmutenden Bild des Esels mit einem kleinen frechen Spatz am Kopf, welche für den Transport der Güter zum und vom Marktplatz stehen und das gekonnte abwägen und engagierte Eingehen von Risken in der Marktwirtschaft.

    Sich zu präsentieren können sie wiederum recht gut … Pfau. Denen ihr Unternehmensmodell hängt großteils und in der Breite an einer ökonomischen Lebenslüge geboren zur Zeit des Wirtschaftswunders in der Nachkriegszeit protektioniert durch die entstanden Strukturen im Umfeld der ÖVP. Von dem Erwerbsmodell nicht abzurücken nennen alle miteinander konservativ.

    Sie hat sich angeblich schon für die Bildung der Landjugend eingesetzt. Heut muss man sich eher für die Bildung der Stadtjugend einsetzen deren Vorfahren gemeinsam mit der Ziege aus dem Hochland von Anatolien zuwanderten. Kärnten und Hochland von Anatolien sind soweit voneinander nicht entfernt.

    Es sind ja auch soviele Kärntner nach Wien gezogen. Deswegen hat Haider mit der Zeit auch relativ hoch pokern müssen.

    Im Burgenland ist die Sache noch klarer wie mir ein befreundeter wiener SAP Berater mal sagte, ‚Entweder du gehst aus dem Burgenland weg oder du säufst dich zu Tode‘ – gut nach dem weiß ich nicht wievielten Bier. Er muss irgendwie das Produkt einer Synthese gewesen sein. Das Bier war eher Bayern geschuldet. Aber so ein kollegialen Typen habe vorher nicht und nachher nicht mehr getroffen. Ich trinke nur Kaffee und Apfelsaft, wenn es hoch her geht.

    Kurz steht für die Stadt und die Frau Köstinger für das (weite) Land.

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    1. So schlimm ist es im Burgenland nicht, es gehört halt z.B. in Weinbaugegenden dazu, dass du ein bissl Wein trinkst, aber dazu zwingt dich auch niemand. Es ist natürlich nicht Wien, das ist schon klar, aber man kann eine Stadt auch immer vor sich sehen und wieder zurückkehren, wenn man es sich leisten kann…

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      1. Auf jeden Fall war der Abzug aus Kärnten tatsächlich nicht schwach. Weswegen Haider hat schon müssen gegensteuern.

        Burgenland ist allein das bekanntere Beispiel für den Zuzug oder das Pendeln nach Wien.

        Burgenland kenne ich nicht wirklich. War immer nur an der Grenze und dort ist wirklich nicht viel los bspw. im Norden am Dreiländereck und einmal Deutsch Jahrndorf. Vergessen sie nicht … die Unterhaltung ist gut 10 Jahre und der Kollege erzählte von seiner Jugend, nochmal 15 dazu und jener der ihm den Rat gab war schon ein paar Jahr im dauerhaft erheiternden Zustand.

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      2. Der Abzug aus Kärnten war stark….

        Habe auch zu den vielen gehört, die nach Wien gezogen sind. Aber für die meisten, sowie auch für mich waren weder wirtschaftliche noch politische Gründe ausschlaggebend.
        Es lag hauptsächlich daran, daß man auf der Klagenfurter Uni kein breites Angebot findet. Und wenn man schon weg muß, dann wählt man als junger Mensch lieber gleich die Metropole statt etwa Graz, Viele bleiben dann am Studienort „hängen“.

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