Frauenquoten als Farce

Ich war vor Jahren selbst politisch aktiv, jedoch nur kurzfristig eine entschiedene Verfechterin von Frauenquoten. Denn mir war bald klar, dass dies nur jenen Frauen nützt, die sich brav an vorgegebene Spielfelder halten, während andere dadurch eher benachteiligt wurden. Spätestens seit dem US-Wahlkampf und angesichts der Verherrlichung Angela Merkels sehen viele Frauenquoten und vor allem den Jubel über als Ikone hingestellte Politikerinnen sehr kritisch. Es scheint, dass nach wie vor Männer Weichen stellen, was auch mal dazu führen kann, dass Frauen herbeigeschrieben werden.

Nachdem die Wiener SPÖ immer mehr im Chaos versinkt, wird über mögliche Nachfolger von Bürgermeister Michael Häupl spekuliert. Hans Rauscher bringt im „Standard“ die Frauenkarte ins Spiel, ohne einen Namen zu nennen: „Wenn Wien eine halbwegs liberal regierte Stadt und die Wiener SPÖ ein Grundpfeiler der österreichischen Sozialdemokratie bleiben soll, muss bald einiges passieren. Michael Häupl muss in absehbarer Zeit eine für alle akzeptable Lösung aus dem Hut ziehen. Jemanden, der sich im politischen und/oder wirtschaftlichen Management schon bewiesen hat und nicht unbedingt ein völliger Newcomer ist. Vielleicht eine Frau?“. Darüber, wie gut Wien wirklich noch verwaltet wird, nachdem gerade die Frauen in SPÖ und Grünen willige Welcomer-Handlangerinnen sind (und dies auch Häupl unterschätzt haben könnte), kann man geteilter Meinung sein.

Feminismus-Beilage des „Falter“ über Politikerinnen

Aus der Sicht des Globalistenblatts kann er oder sie jedenfalls nur dann qualifiziert sein, wenn sie oder er brav willkommen winken will statt so „rechts“ zu sein, Politik für die eigene Bevölkerung zu machen (inklusive ohnehin vieler traditioneller Migranten). Wie leicht Medien zu unterhalten sind und welch niedrige Anforderungen sie an Frauen in der Politik stellen war zu beobachten, als die inzwischen zurückgetretene Sozial- und Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely zur mutigen Anführerin von „Parteirebellen“ gehypt wurde. Dabei sägte in Wahrheit nur brav am Sessel von Ex-Bundeskanzler Werner Faymann, der illegale Einwanderung begrenzen wollte. Wer sie jemals live erlebt hat, wird sich bei der Vorstellung schwertun, dass sie mit ihrem Partner, dem Klubobmann der SPÖ im Parlament Andreas Schieder ernsthafte politische Gespräche führte und nicht bloß eingesetzt wurde.

Was von Frauen erwartet wird, ist also höchst traditionell, und dem widerspricht auch nur auf den ersten Blick, wie uns Angela Merkel und Hillary Clinton präsentiert werden. Bei Merkel wird gerade das kaum gelobt, was wirklich beachtenswert ist, nämlich ihre Beteiligung am Zustandekommen des Minsker Abkommens und damit das Verhindern von Krieg in Europa. Hingegen wird sie – wie besonders rund um ihren Besuch bei Präsident Donald Trump deutlich wurde – wegen der Aufgabe staatlicher Interessen zugunsten von Masseneinwanderung – als „Mutter“ bezeichnet und „der Dumpfbacke aus dem Trump-Tower“ (Michael Jeannee, „Kronen Zeitung“, 19. März 2017) gegenübergestellt. Aus Clinton wurde gar eine tapfere Kämpferin gegen die „Gläserne Decke“ gebastelt, in deren Erfahrungen sich jede Frau wiederfinden sollte, und ausgeblendet, dass sie bereits eine katastrophale Bilanz als Außenministerin hatte.

Wir sehen, dass sich Männer bereits bewährt haben müssen, bisheriges Wirken nicht ausgeblendet und es wohl kaum als „väterlich“ betrachtet wird, illegale Einwanderer mit offenen Armen willkommen zu heißen. Es ist allerdings (nach dem „regime change“ im Vatikan 2013) durchaus katholisch und damit einer Männerkirche angemessen, die inzwischen selbst der Burka (natürlich nur bei Frauen) Positives abgewinnen kann. Und man schwelgt gerne in Machoklischees, besonders wenn es um „männliche“ Ressorts wie das Verteidigungsministerium geht. Es fehlt noch, dass sich die Herren auf der bei uns noch üblichen Toilette (also keine „transgender bathrooms“) gegenseitig loben, wenn man Postings wie jenes von Bundeskanzler Christian Kern liest: „Politik ist das Bohren harter Bretter, heißt es. Gut, wenn man so einen Minister an seiner Seite hat“.

SPÖ-Frauen auf Facebook

Es wird von der SPÖ Burgenland geteilt, die nicht gerade eine feministische Hochburg ist mit der Erklärung „unser Burgenlandminister ist top!“ und dem Link zu einem Bericht, dass Hans Peter Doskozil ein Holzbrett durchschlagen hat, als er eine Kampfsportschule besuchte. Dies passt ganz gut dazu, wie Conrad Seidl Doskozil im „Standard“ beschreibt – ein Journalist, der bei einer Tagung der Offiziersgesellschaft davon schwärmte, dass „erst der Dienst mit der Waffe uns zu Männern macht“. Ich habe mich vor Lachen fast verschluckt, als ich dies hörte, denn gerade der „Dienst mit der Waffe“ hat viele dagegen immunisiert, Situationen wirklich zu analysieren, sodass sie Desinformationen gerne glauben, wenn sie Frauen oder Ex-Zivis betreffen. Mit anderen Worten gehen gerade einige sehr von sich überzeugte militärisch ausgebildete Männer verdeckter Kriegsführung leicht auf den Leim, weil sie sich nichts anderes ausmalen können als feindliche Soldaten direkt vor ihnen.

Seidl meint aktuell zu Doskozils Performance: „Tritt irgendwo der Innenminister auf, findet der Verteidigungsminister verlässlich eine Gelegenheit, ebenfalls auf sich aufmerksam zu machen. Auch wenn das kurzfristig nerven mag – mittelfristig kann das ein Segen für das Bundesheer sein, das sich vom finanziellen Aushungern und von der unter den Vorgängern von Hans Peter Doskozil eingetretenen Sinnkrise erholt. Denn Doskozil versucht, dem Militär einen Sinn zu geben, der weit über die Vorbereitung auf eine allfällige kriegerische Auseinandersetzung, also den sogenannten Verteidigungsfall, hinausgeht. Soldatische Kompetenz wird auch zur Lösung von Problemen niedrigerer Intensität gebraucht – und das muss meist rasch gehen.“ Was tatsächliche Anforderungen betrifft, geht es um den Bereich hybrider Bedrohungen, zu dem auch Destabilisierung und Unterwanderung gehören, doch darüber will Doskozil nicht reden.

Und wenn es um finanzielles Aushungern und Doskozils Vorgänger geht, wurden verfassungs- und rechtswidrige Zustände geduldet; kein militärischer Geheimdienst sah sich gefordert, die nationale Sicherheit Österreichs zu verteidigen und Ex-Minister Norbert Darabos vor Abschottung, Druck und Überwachung zu schützen. Da er ja einstmals „Zivi“ war, ließen sich viele von Fake News einwickeln, dass er nicht am Heer interessiert sei. Jene Frauen, die an jeder Ecke Sexismus und Mobbing gegenüber Frauen widmen, waren interessanter Weise stets schweigsam, wenn ich einmal Unterstützung gegen frauenfeindliches Verhalten urgierte, mit dem meine kritischen Berichte über unhaltbare Zustände im Bereich Landesverteidigung quittiert wurden. Darauf wies ich u.a. Petra Stuiber vergeblich hin, eine der Kolleginnen von Conrad Seidl beim „Standard“, die eben für Frauen in die Bresche sprang, welche angeblich ihrer Kompetenz wegen „Opfer“ sind. Sie verteidigt einmal mehr die Autorin Stefanie Sargnagel, deren literarische Qualitäten nicht mit anderen Autorinnen und Autoren verglichen werden dürfen, da dies sexistisch zu sein hat.

Stuiber legt Wert darauf, dass Sargnagel nur ein Beispiel ist: „Schon in der Vergangenheit hat man mit Vorliebe gegen Frauen, am liebsten rote und grüne Wiener Politikerinnen, mobilgemacht. Kaum eine kam ungeschoren davon: Renate Brauner, Maria Vassilakou, Sonja Wehsely, Sandra Frauenberger und so weiter und so fort. Jetzt zur Abwechslung eben mal eine Kunstschaffende.“ Wie bereits eingangs erwähnt, bewerte ich diese Frauen wie ihre männlichen Kollegen inhaltlich und danach, ob sie einer fremden oder der eigenen Agenda folgen. Die „Standard“-Mitarbeiterin kritisiert, dass jetzt die vielfach als überbewertet (und -bezahlt) eingestufte Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz (Grüne) von Oppositionsparteien in die Zange genommen wird. Wieder wird verlangt, Frauen einfach so hinzunehmen wie sie sind und nur ja nicht auf die Idee zu kommen, sie mit Sachgebieten in Verbindung zu bringen und an diesen zu messen.

Wie eine von immer weniger Personen meint, die beim „Standard“ noch posten dürfen:  „Frau Pilz hat von Anfang an einen blinden Fleck gehabt: Wehsely. Merkwürdigerweise hat Petra Stuiber ebenfalls immer schon einen blinden Fleck gehabt: Wehsely.
So gesehen ist dieser Kommentar von Frau Stuiber wenig verwunderlich. Kein Ruhmesblatt für den Standard.“ Ob es dem User oder der Userin bewusst ist oder nicht – es bringt auf den Punkt, wie Frauen Unterschiede verwischen und damit auf Abgrenzug verzichten, wo Männer bestrebt sind, sich von anderen abzuheben. Es reflektiert eine bedrängte Position, wonach Frauen angeblich so selten medial und politisch eine Rolle spielen, dass jede leise Differenz bereits alles ins Wanken bringen würde.

Dies wirkt, als hätte sich in den letzten Jahrzehnten nichts geändert und als seien Frauen nicht vorangekommen – oder auch, als würden sich viele wie eh und je mit dem bescheiden, wo sie ohne anzuecken ein bisschen Spielwiese haben dürfen. Man kann auch sagen, dass die bloße Tatsache, als FRAU (!!!) zu berichten oder eine politische Funktion zu übernehmen, etwas so Außergewöhnliches ist, dass Bewertungen einzelner Frauen viel zu viel wären. Auf dieser Basis laufen Frauen brav mit für open borders, ohne dies je im Detail durchzudenken, konstruieren ihren persönlichen Feminismus so um, dass die Verteidigung des Kopftuchs (nicht für Männer) dazugehört und meinen, Donald Trump sei die größte Gefahr für Frauenrechte ever. Zwischen diesen Frauen und denen, die es selbstverständlich finden, als Frau überall sein zu können, klafft ein breiterer Graben als der Gender Pay Gap. Denn Letztere wollen darüber diskutieren, was Personen beiderlei Geschlechts in einer spezifischen Rolle leisten, statt bei Frauen zu meinen, bloßes Vorhandensein genüge bereits.

Immer mehr Frauen sind in allererster Linie Opfer, egal ob sie vorher zwar mit medialer Unterstützung, aber doch auch ohne Angriffe von Usern Im Netz von sich reden machten. Bei einigen kommt der Verdacht auf, dass ihre Opferrolle der Hauptinhalt ist, wie man an ihren Wikipedia-Einträgen sehen kann, die ausführlich von „Gates“ handeln, die sich um diese Personen drehen. Im Grunde ist es genau jenes sich über Männer definieren, das unter Feministinnen verpönt sein müsste; und statt auf der Ebene von Leistungen überzeugen zu wollen, wird suggeriert, dass frau ja liefern würde, wenn sie daran nicht nur gehässige Postings etc. gehindert würde. Auch die sofort parate massive Unterstützung im Mainstream, von der wegen kritischer Arbeit verpönte Frauen und Männer nur träumen können, erzählt eine falsche Geschichte. Denn wer dort in Schutz genommen wird, steht ganz sicher niemandem ohnmächtig, unsichtbar gemacht und ohne jede Rückendeckung entgegen. Wen wundert es da noch, dass manche grüne Politikerinnen vor allem im Kontext von „Hasspostings“ und Klagen dagegen vorkommen?

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