Willy Wimmer zu Trumps Angriff auf Syrien

Nachdem die USA eine syrische Luftwaffenbasis angegriffen haben, erntet Präsident Trump Beifall aus den Reihen seiner erbitterten Gegner, doch auch von Anhängern, die ihn eigentlich wegen „America First“ gewählt haben. Zugleich stellen aber viele Trump-Fans ihre Antikriegshaltung konsequent über alles und treffen sich dabei mit Trump-Gegnern, die jetzt gegen den Krieg demonstrieren. Dabei vergessen sie allerdings, dass gerade ihr Idol Hillary Clinton auch jetzt eine der ärgsten Kriegstreiberinnen ist. Der bislang monolithische Block der Soros-gelenkten Trump-Basher scheint aufgebrochen, doch dies ist wohl nur ein Nebeneffekt der jüngsten Entwicklung. Willy Wimmer beleuchtet diese auch unter dem Aspekt des anstehenden Moskau-Besuchs von Außenminister Rex Tillerson:

Wir können von Glück sagen, daß wir fast nichts über die USA wissen oder über unsere Medien in Erfahrung bringen können. Die einzige Chance, eine Ahnung von dem zu bekommen, mit was wir es bei diesem Land zu tun haben, besteht täglich darin, die großen amerikanischen Medien wie CNN oder Washington Post zu verfolgen oder zu lesen. Die vermitteln ein Bild davon, mit was wir es derzeit zu tun haben und das ist nicht mehr oder weniger als Krieg. Krieg zwischen unterschiedlichen und sich diametral gegenüberstehenden Konzepten über die Entwicklung eines Landes, das offenkundig vor mindestens zwei großen Fragen steht: soll es weitere und damit ungeheure Anstrengungen geben, um die ganze Welt doch noch unter Kontrolle zu bekommen oder sind die Fähigkeiten für die bisherigen Kriegszüge so überdehnt, daß die eigenen Kräfte erst wieder instand gesetzt werden müssen?

Kriegsgegner Ron Paul im Interview

Bislang mußte der außerhalb der USA lebende Betrachter davon ausgehen, daß der neugewählte Präsident Trump dem zweiten Lager angehören oder gar vorstehen könne. Mc Cain als Nebenpräsident und Frau Clinton als trauernde Kandidatin kämpfen noch nicht einmal mehr darum, wer das erbarmungslose Kriegslager repräsentieren könnte. Man ist sich einig. Der frisch im Amt befindliche Präsident Trump hat in Zusammenhang mit dem Angriff auf Syrien bigotte politische Perversion zum Maßstab seines Handelns
erklärt, als es als Begründung für sein völkerrechtswidriges Vorgehen in und gegen Syrien die in der Provinz Idlib getöteten Kinder, „beautiful babies“ bei einem angeblichen Giftgas-Angriff hervorhob. Was haben denn seit dem verbrecherischen Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien über Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen und
Somalia die amerikanischen Truppen an nicht nur hingemordeten
Hochzeits-Gesellschaften und hunderttausendfachen Mord an irakischen Kindern hinterlassen?

Man kann es nicht mehr hören und muß es dennoch in der NATO erdulden, weil die Vereinigten Staaten sich ein Imperium zusammengeschustert haben, das ausgedehnt werden soll. Dieses Imperium verbreitet nur noch Angst und Schrecken und nannte sich vor einigen Jahrzehnten noch „Werte-Gemeinschaft“. Man mag sich den Besuch des frischgebackenen amerikanischen Außenministers am 11. April 2017 in Moskau, wenn dieser Besuch denn zustandekommen sollte, ohne den amerikanischen Kriegseinsatz gegen Syrien am 7. April 2017 nicht vorstellen. Vor dem Hintergrund der Abläufe bisheriger Art in Washington wäre ohne diesen ebenso rechtswidrigen wie merkwürdigen Angriff ein Flug eines Mitglieds des Kabinetts Trump ein “ Flug ohne Wiederkehr“ nach Moskau gewesen. Der Rest der Welt staunt derzeit noch atemlos darüber, dass in einem Staat von der Durchschlagskraft der Vereinigten Staaten die Mitglieder der neuen Mannschaft eines Präsidenten nachrichtendienstlich aufgeklärt werden.

Jeder in Washington, der jemals in seinem Leben RT eingeschaltet haben sollte, wird aller Erfahrung nach durch den Kongreß-Fleischwolf gedreht werden. Tillerson, russischer Ordensträger, wäre vermutlich nach Moskau geflogen und General Flynn wäre ihm als der „Leibhaftige“ erschienen. Bei dem in Washington herrschenden Klima wäre vermutlich eine Wohngemeinschaft zwischen Tillerson und Edward Snowden der einzige Ausweg gewesen, um überleben zu können. Ein bis dahin unbekannter Flugplatz in Syrien hat alles verändert. Da spielt es fast keine Rolle mehr, ob und mit wem neben der Russischen Föderation dieser Angriff gegen Syrien besprochen worden sein sollte. Die 59 Tomahawk Marschflugkörper, von denen vermutlich Assads Luftabwehr gut 50 Prozent vom Himmel geholt haben dürfte, hatten jedenfalls nicht die Ausfallrate wie bei
vergleichbaren russischen Einsätzen. Dort haben wir eine Ausfallrate von 10 Prozent. Herr Tillerson wird noch nicht in Moskau gelandet sein, wenn russisches Militär seinem Präsidenten seine Bewertung des amerikanischen Einsatzes vorgelegt haben dürfte. Dazu zählt gewiß die Dislozoerung der beiden amerikanischen Kriegsschiffe im östlichen Mittelmeer, von denen aus wochenlang der Einsatz der Marschflugkörper gegen Syrien vorbereitet worden sein soll.

Wag the Dog: „Bana aus Aleppo“ auf CNN

Von kundigen Offizieren wird darauf verwiesen, welche Mühe und Zeit benötigt wird, um 59 Marschflugkörper auf ein Ziel zu programmieren. Da die russische Seite aus einer Vielzahl von Gründen zu diesen Vorgängen mehr weiss, als die deutsche Bundeskanzlerin in Ergebenheitsadressen unterbringen kann, wird man sich in Moskau einen Reim aus den zeitlichen Abläufen: Dislozierung der beiden Kriegsschiffe, angeblicher Giftgaseinsatz, Tagung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, militärische Optionen für Präsident Trump und den Einsatz selbst gemacht haben.
Das öffentliche Erscheinungsbild lässt jedenfalls Schlüsse zu. Hinzu kommt die Frage, welche Rolle London und Paris gespielt haben, deren verhängnisvoller Einsatz gegen Syrien vor seinem absoluten Desaster steht. Da macht die Absage des britischen Außenministers, Herrn Johnson, für seinen Moskau-Besuch fast Sinn. Vor allem deshalb, weil wegen des russischen Syrien-Einsatzes eine weltpolitisch zentrale Frage gestellt ist: Wer  -in Gottes Namen – entscheidet auf diesem Globus über Krieg und Frieden?

In diesem Teil der Welt wurde vor nicht allzu langer Zeit diese Frage schon einmal sichtbar entschieden. Auch wenn dabei bedacht werden muss, dass diese Frage nur noch am Rande etwas mit der Charta der Vereinten Nationen zu tun hat. Aber Israel hat in der Iran-Frage schon gesehen, wo „Bartel den Most“ herholt, wenn man in dieser zentralen Fragen sich einer derart saloppen Sprache bedienen kann. Jetzt trifft es allerdings die Vereinigten Staaten selbst. Syrien hat seit sechs Jahren leidvoll erfahren müssen, was es mit der amerikanischen Fähigkeit auf sich hat, „war on demand“ ohne Rücksicht auf alles, was den Menschen wertvoll ist, loszutreten. Bis zu Präsident Trump war gewiß, dass sich die Vereinigten Staaten schon als „außergewöhnliche Nation“ betrachten würde, die sich das Recht vorbehält, andere nach gusto mit Krieg zu überziehen. Die Entscheidung der Russischen Föderation hat weniger mit der Entscheidung zum Krieg als der Möglichkeit, Frieden herbeiführen zu konnen, zu tun.

Vier Jahre Krieg gegen Syrien durch die USA und ihre Hintersassen hatten jede Hoffnung auf auf Frieden zerstört. Erst das russische Eintreten an der Seite des syrischen Präsidenten Assad hat den Weg zum Frieden ermöglicht und das ist die strategische Herausforderung erster Güte für Washington. Es macht schon nachdenklich, unter welchen Umständen Herr Rex Tillerson am Dienstag in Moskau landen dürfte. Der Frieden in Syrien ist weit davon entfernt, in trockenen Tüchern zu sein. Moskaus Engagement und Fähigkeiten sind in der Friedensfrage dennoch eine nicht zu überbietende Herausforderung für Washington. Nicht nur, dass in Syrien der Frieden droht. Er droht, durch Moskau hergestellt zu werden, so wie das Ende des Kalten Krieges auch. Was soll die Welt bestimmen, wenn es um die Beziehungen zwischen Staaten geht? Gerade vor dem Hintergrund der inneramerikanischen Auseinandersetzungen liegen die beiden Konzepte auf der Hand.

Michael Savage untersucht die „false flag“

Europa spielt dabei eine Rolle, die durchaus ausbaufähig genannt werden kann. Was soll man sich in Washington und Moskau denken, wenn unter Führung von Frau Dr. Merkel der neue amerikanische Präsident Trump nur Zustimmung erfährt, wenn er Krieg führt, ansonsten aber mit einer „politischen Schnute“ rechnen muß? Es war nicht alleine Frau Madeleine Albright, die von der exzeptionellen Rolle der Vereinigten Staaten auf dem Globus sprach. Selbstredend war damit verbunden, sich in die inneren Angelegenheiten eines jeden Staates einzumischen und jedem anderen Staat seinen Willen aufzuzwingen. Notfalls durch Nichtregierungsorganisationen, die auch mal aus dem Pentagon oder im Verbund mit Herrn Soros finanziert werden dürfen. Wenn nichts mehr hilft, stehen amerikanische Anwaltskanzleien in Berlin bereit, die Arbeit deutscher Ministerien zu erledigen.

Moskau macht kein Hehl daraus, dass es die Welt anders sieht. Eigentlich ist die Moskauer Haltung für jeden erkannbar zweigeteilt: Herr im eigenen Haus und Beziehungen zu den anderen Staaten nach den Regeln des internationalen Rechts, vornehmlich der Charta der Vereinten Nationen. Solange der neue amerikanische Präsident Trump sich nicht des Umstandes erwehren mußte, vom militärisch-industriellen Komplex eingemauert zu werden, liess er sich ähnlich vernehmen. Da dominierte der Neben-Präsident McCain aber noch nicht. In Berlin müssten die Alarmglocken schrillen. Gibt es doch diese Vorstellungen des klassischen Souveräns als Kernelement der Gesellschaft und des Staates auch in der Europäischen Union. Auch hier setzt Berlin auf das alte Washington. Das bringt uns nicht weiter, gedeihliche Beziehungen zwischen Washington und Moskau schon. Bon voyage, Rex Tillerson.

Danke sehr, lieber Herr Wimmer, für diese Analyse!

PS: Michael Savages Podcasts sind in den USA recht bekannt; er wurde vor wenigen Wochen zu Trump eingeladen. Wie viele andere hat er Trump als Gegner der Kriegsmaschinerie unterstützt. Doch nun scheint Trump den Neocons (Soros-Vasallen wie John McCain und Lindsey Graham) nachzugeben. Er hat keine Ausrede, da er die „false flag“ 2013 durchschaut und sich immer wieder gegen Krieg ausgesprochen hat. Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass manche den Angriff als eher symbolisch betrachten, also von einem cleveren Schachzug Trumps ausgehen, den auch Putin und Assad verstehen. Man sieht auf jeden Fall, dass die Weltöffentlichkeit mehr denn je an der Nase herumgeführt wird, weil die üblichen Verdächtigen aufgeboten werden: Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Bana aus Aleppo (siehe CNN-Video) und natürlich die White Helmets, die für ihre Propagandabilder töten.

Während Ex-Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam u.a. wegen der obskuren Beobachtungsstelle eine Programmbeschwerde bei der ARD nach der anderen macht, veröffentlicht z.B. das Soros-„Project Syndicate„-Mitglied „Standard“ diese APA/Reuters-Meldung: „Syrischer Luftwaffenstützpunkt Shayrat wieder in Betrieb“ (8. April 2017): „Der von den USA angegriffene syrische Luftwaffenstützpunkt Shayrat ist nach Angaben des Gouverneurs von Homs wieder in Betrieb. Es seien von dort Flugzeuge abgehoben, sagte Talal Barazi am Samstag. Zum Zeitpunkt der Starts äußerte er sich nicht. Wie die syrische Beobachtungsgruppe für Menschenrechte mitteilte, starteten am Freitag Kampfjets von dem Stützpunkt aus und flogen Angriffe auf Rebellengebiete im Osten von Homs. Den Angaben eines Rebellen zufolge soll der erste Flug jedoch erst am Samstagmorgen erfolgt sein. Das US-Verteidigungsministerium wollte sich nicht dazu äußern. Entsprechende Anfragen verwies ein Sprecher an die syrische Regierung. US-Angriff Die USA hatten in der Nacht zu Freitag den Armeestützpunkt angegriffen.

Sie reagierten damit auf den angeblichen Einsatz von Giftgas in der von Rebellen gehaltenen Stadt Khan Sheikhoun, bei dem 90 Menschen ums Leben kamen, darunter 30 Kinder. Nach US-Angaben waren Landepisten, Tanklager und Flugzeuge das Ziel der Tomahawk-Marschflugkörper. Shayrat war nach US-Darstellung Ausgangspunkt des Angriffs auf Khan Sheikhoun. US-Präsident Donald Trump deutete an, dass die Start- und Landebahn nicht zu den Zielen gehörte. ‚Landepisten trifft man generell nicht, weil sie einfach und billig zu reparieren sind‘, twitterte er. Die Regierung in Damaskus bestreitet einen Giftgasangriff. Vielmehr habe man ein Munitionslager jihadistischer Rebellen angegriffen, in dem Giftgas gelagert worden sei.“ Illustriert wird der „Bericht“ mit einer Luftaufnahme der Basis, und man muss wissen, dass z.B. Bräutigam Agenturmeldungen als CIA-/Pentagon-Propaganda einstuft. Vernünftige User weisen den „Standard“ auf die fragwürdige Natur der „Beobachtungsstelle“ hin, die eben noch behauptete, die Basis sei zerstört worden. Auch für die FAZ ist sie eine dankbare Quelle, da sie von neuen Angriffen auf Khan Sheikhoun ausgehend von der Basis Shayrat spricht.

Dass der Liestream keinerlei Hemmungen mehr hat, sieht man auch daran, wie bedenkenlos die Sarin-Lüge übernommen wird. Wie Michael Savage ausführt, der ursprünglich Chemiker war, wären Helfer und Opfer tot, wenn dieses Nervengas eingesetzt würde. Er geht daher von Phosgenen aus und weiß, dass die Terroristen in Syrien Verbündete der US-Neocons sind, die Trump in den Krieg treiben wollen. Wie Seymour Hersh recherchierte, hat Hillary Clinton, nachdem sie für den Tod tausender Libyer verantwortlich war, die dortigen Giftgasbestände zu den syrischen „Rebellen“ transferiert. Was die Bestände Syriens betrifft, so wurden sie 2014 von der Organization for the Prohibition of Chemical Weapons OPCW unter Beteligung des Bundesheers (ABC-Abwehr) vernichtet. Es spricht Bände über die „Souveränität“ österreichischer und europäischer Politik, dass dies nicht der Rede wert ist (da man sich u.a. Soros unterwirft). Und dass es keine eigenständige Position in Europa gibt, etwa dass man nicht zum „Kollateralschaden“ der Destabilisierung Syriens nach dem Muster Libyens werden will. Die Bevölkerung versteht offenbar viel besser, was Geopolitik, Geostrategie und false flags sind als Regierungsmitglieder und ihre Apparate.

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2 Gedanken zu “Willy Wimmer zu Trumps Angriff auf Syrien

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