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Je suis….une femme ou un homme

Im „Je suis Paris“-Betroffenheitstheater geht unter, was bereits bei „Je suis Charlie“ angebracht war: wer nicht „Je suis….“ sagt, leidet unter selektiver Wahrnehmung, blendet Opfer und deren verletzte Rechte aus. Jetzt wird nur fortgesetzt, was bereits beim „refugees“-Hype vorgegeben wurde, nämlich dass man den Focus auf einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit zu richten hat.

Wie man diesen beurteilt, welche Konsequenzen für das eigene Handeln zu ziehen sind, legen Medien und „Betroffene“ ebenfalls nahe. Dabei kann man ohne Blick auf den Rest der Welt nicht das Geringste gegen die Ursachen von Terror und Flucht tun. Der Blogger Dorfling hat mit Infos aufgelistet, welches „Je suis…“ im offiziellen Wertekanon wieder einmal fehlt; etwa die Millionen Toten, die der „Krieg gegen Terror“ seit 9/11 gefordert hat. Sie bleiben in der Regel ebenso anonym wie diejenigen, die von den USA regelmässig mit Drohnen  getötet werden, die via Ramstein gesteuert werden. (1)

Im „Alter Mann“-Blog erfahren wir, wie einfach es wäre, dem IS die Basis zu entziehen, beispielsweise, in dem man ihm kein Öl auf dem Schwarzmarkt mehr abkauft. (2) Interessant auch, dass die Jihadisten mit US-Technologie kommunizieren, die Sicherheitsbehörden beispielsweise in Europa ein paar Schritt voraus ist. (3) Wer sich mit den Ereignissen vor 11/13, wie die Attentate von Paris schon genannt werden, vertraut machen will, sei auf das kanadische Center for Global Research verwiesen (4), das auch Beispiele für Doppelstandards in der Berichterstattung gesammelt hat. (5)

Der syrische Präsident Bashar Al-Assad, der einer Einigung zwischen Russland und den USA zufolge einer Übergangsregierung weichen soll, hat am Wochenende eine französische Delegation empfangen und betonte, dass die Anschläge von Paris nicht von jenen in Beirut und von den Ereignissen in Syrien getrennt werden können. (6) Auch der G-20-Gipfel in der Türkei stand unter dem Zeichen des Terrors,  man demonstrierte – welch eine Überraschung – Einigkeit gegen den IS. (7)

Das selektive „Je suis…“ kennt auch die beliebte Spielart „Je suis antifasciste“, was ein Freibrief dafür ist, sich alles erlauben zu können und viele an den Ausspruch denken lässt, dass der Faschismus, wenn er wiederkehrt, behaupten wird, er sei der Antifaschismus. Als die Identitären am 15. November an der Grenze in Spielfeld demonstrierten, gab es eine Gegendemo – ähnliches Szenario wie im Juni in Wien, wo die Polizei alle Hände voll zu tun hatte, einige Linke daran zu hindern, auf die Identitären loszustürmen. Man war mit Sperren ausgerüstet, die schliesslich auch PassantInnen davon abhielten, eine Einkaufsstrasse im Bezirk Favoriten wieder zu verlassen.

Welchen Eindruck es wohl bei den Menschen hinterlassen hat, dass Leute brüllen, andere seien Faschisten, man selbst aber kämpfe gegen Neofaschismus, Neonazis usw.? Am 14. November gab es eine Kundgebung vor dem Innenministerium, bei der der Rücktritt der Ministerin wegen des geplanten Zauns an der Grenze gefordert wurde. (8) Die TeilnehmerInnen fuhren zum Teil am Sonntag nach Spielfeld, wo sie ihre Wut über den Aufmarsch der Identitären so artikulierten, dass sie Steine warfen, sich mit Holzlatten bewaffneten und einige Autos beschädigten, die keineswegs nur den „Gegnern“, sondern auch Anrainern gehörten.  (9)

Zur „Je suis antifasciste“-Fraktion gehört auch eine grüne Stadträtin aus Graz, Lisa Rücker, die „enttäuscht und zutiefst beschämt“ ist, weil ihre Demo-GenossInnen ausrasteten: „Ich und einige andere Menschen waren gekommen, um ein friedliches Zeichen für Menschlichkeit und gegen Gewalt, Hass und Ausgrenzung zu setzen. Gerade nach den Anschlägen in Paris war es uns wichtig, Solidarität mit den flüchtenden Menschen zu zeigen. Jede Art von Gewalt lehnen wir entschieden ab. Wir distanzieren uns auf das Schärfste von all jenen Demonstrantinnen und Demonstranten, die sich nicht an die Spielregeln eines demokratischen Staates halten und heute eindeutig zu weit gegangen sind.“ (10)

Ist sie – gemeinsam mit anderen – passiv danebengestanden, wo sie doch angeblich jede Gewalt ablehnt? Versteht sie (wie die Grünen und die SPÖ auf Bundesebene und in Wien) unter „Menschlichkeit“ ausschliesslich jene gegenüber Fremden und sieht bei Unmenschlichkeit gegenüber Einheimischen weg? Ein Facebook-User, der sich selbst als Linker versteht, erinnert an den medialen Aufruhr (unter Beteiligung gerade auch von SPÖ und Grünen) über die Ex-FPÖ-Abgeordnete Susanne Winter, die eben noch schnell auf FB war und einem User beipflichtete, der ihren Hinweis auf Viktor Orbans Kritik an George Soros „antisemitisch“ kommentierte.

Winter musste die FPÖ verlassen, sie sagte danach in einem Interview, dass sie tausend Mal bedauert hat, reflexhaft gepostet zu haben, weil sie dann weg musste. Aber bei Rücker und Co. gelten andere Maßstäbe, wie der User meint: „Man vergleiche jetzt dieses Beispiel des medialen Aufruhrs, mit der Folgenlosigkeit der Beteiligung an einer Gegen-Demonstration aus deren Reihen massive Gewalt ausgeht, einer Stadträtin der Grünen.

Nicht, dass sie selbst Gewalt ausgeübt hätte oder gar daran selbst beteiligt war, nicht, dass sie persönlich für die Gewalt verantwortlich zu machen wäre. Aber, dass eine hohe politische Funktionsträgerin offenbar nicht in der Lage ist, Situationen einzuschätzen, Stimmungen zu verstehen, die Lage in dieser Situation der Gesamtlage Österreichs und darüber Europas einzuordnen, wenn es ihr nicht gelingt kleine Gruppen entsprechend zu beurteilen, anhand von Fakten, was sagt das aus über die Gesamtfähigkeit dieser und anderer, sogenannter Politiker?“

Und der User überlegt weiter: „‚Grüne enttäuscht und zutiefst beschämt‘, dahinter noch eine Presseaussendung, die spärliche Worte zur ausgeübten Gewalt findet, keine Forderung nach Strafverfolgung der Täter, keine Worte zur Aufklärung und anschließenden Eindämmung der Spirale der Gewalt, im Sinne der Prävention, einer offenbar äußerst Gewalt bereiten Gruppe findet. Fragen: Wer ist diese Gruppe, wer fördert, finanziert, liefert das ‚ideologische‘ Unterfutter für die Gewalt? Waren außer der Stadträtin andere Vertreter der Grünen vor Ort?

Und schließlich die Frage, vor der mir selber bange ist: Waren Grüne oder Grün-Affine an der Ausübung der Gewalttaten gar beteiligt? Wann wird die Republik reagieren? Dann, wenn es auch in Österreich die ersten Verletzten und Toten gibt? Wozu es dann nicht mehr ausländischer Terroristen bedürfen wird, weil wir offensichtlich sehenden Auges die Gewaltbereitschaft im eigenen Land immer weiter eskalieren lassen und nichts als falsche und schale Worte, aber keine! Handlungen entgegen setzen?“

Sowohl am 14. November in Wien als auch tags darauf in Spielfeld war die Sozialistische Links-Partei anwesend, eine Abspaltung der SPÖ, die eine ganz eigene Sicht der Dinge hat: „Seit Wochen hetzen selbsternannte ‚Grenzschützer‘ gegen Flüchtlinge. Für heute hatten sie wieder zu einer Demonstration ins steirische Spielfeld aufgerufen. Gekommen waren neben den elitären und neofaschistischen ‚Identitären‘ auch zahlreiche Schlägernazis. Gemeinsam attackierten sie AntifaschistInnen brutal, es gab mehrere verletzte AntifaschistInnen. Die Polizei wusste nichts besseres zu tun, als den rechten Aufmarsch durchzusetzen.“

Fotos zeigen aber, dass die Polizei eher bei von links ausgehender Gewalt zuschaute. (9) Wer den Schutz unserer Grenzen unter Anführungszeichen setzt und stets dazu auffordert, jede/n in unser Land zu lassen und hier zu versorgen und unterzubringen, ist gegen die Eigenstaatlichkeit Österreichs, was ausschliesslich fremden Interessen dient. Dies wird den meisten nicht bewusst sein, doch selbst simple Rechnungen ausgehend von Staatsgebiet, Bevölkerungsanzahl, Infrastruktur, sozialer Not bei Einheimischen sollten deutlich machen, dass begrenzte Ressourcen unseres Staates überfordert werden sollen.

Die Polizei kesselte „dutzende friedliche AntifaschistInnen in Spielfeld am Bahnhof“ ein, weil ja überhaupt nichts passiert ist vorher. „An den Haaren herbei gezogene Anschuldigen werden konstruiert, um Menschen zu kriminalisieren die das tun, wozu Polizei und Staat nicht in der Lage sind oder nicht sein wollen: nämlich Menschen, die hier bei uns nach Frieden und Hilfe suchen vor den Angriffen und Anfeindungen der rechten Hetzer zu schützen. Zur Zeit ist noch nicht bekannt, ob es neben den zahlreichen Angriffen der Rechten auf AntifaschistInnen auch welche auf Flüchtlinge gegeben hat.“

Die Aussendung war eine Reaktion darauf, dass nicht alle ungehindert heimreisen konnten, und endete mit Forderungen wie „Schluss mit der Kriminalisierung – Keine Aufnahme von Personalien“. Oder auch: „Gewerkschaften, Arbeiterkammern und Organisationen mit einem antifaschistischen Anspruch in der Steiermark und österreichweit müssen sich gegen die Aufmärsche der Rechten und die Kriminalisierung von AntifaschistInnen stellen“ und dass „eine unabhängige Untersuchungskommission von GewerkschafterInnen und demokratischen NGOs“ das Verhalten der Behörden vor Ort untersuchen soll.

„Jetzt kommt das Cremeschnittchen. Wer sich gegen den Migrantenstrom ausspricht, der ist ja fremdenfeindlich und ein Nazi. Jetzt präsentiere ich einen italienischen Philosophen, Diego Fusaro, der als Linker mit unseren faschistischen Antifaschisten mal ordentlich abrechnet. Nur schade, dass Italienisch eine schnelle Sprache ist und die Untertitel in diesem Video kaum nachkommen. Aber absolut sehenswert! Ein Linker mit Verstand. In Deutschland sterben die gerade aus“, ist im „Alter Mann-Blog“ zu lesen. (11) Fusaro redet tatsächlich Klartext: es werden „billige Arbeitssklaven“ importiert, und zugleich werden die Länder entvölkert, in denen der Imperialismus Kriege führt.  „Linke“, die das nicht durchschauen, sondern sich mit „refugees welcome“ (mit einem Logo, das von der Grenze zwischen den USA und Mexiko  stammt, nur so  nebenbei) einspannen lassen, sind alles  andere als „antiimperialistisch“.

Was NGOs betrifft, geht Amnesty gerade damit hausieren, dass Spielfeld kein „menschenrechtliches Niemandsland“ werden darf. Für Amnesty und Co.  ist aber überall dort „Niemandsland“, wo die USA Krieg führen und destabilisieren; deshalb zählen auch die Menschenrechte Einheimischer in Österreich nicht. Wer als hier Lebende/r Opfer von Menschenrechtsverletzungen wird, hört nicht nur bei Amnesty, dass man nicht zuständig sei. Menschenrechte und Menschenrechtserklärungen gelten aber universell, weil es sich sonst nicht um Menschenrechte, sondern um Herrschaftsinstrumente handelt.

Mit anderen Worten sind NGOs, viele Parteien, Medien die Claqueure „humanitärer“ Interventionen; nur dass wir jetzt mit einer Spielart des Eingriffs in souveräne Staaten konfrontiert sind, bei dem „humanitär“ Vorwand für die Zerstörung der staatlichen Struktur durch Kollaborateure und illegale Einwanderung ist. Hierzu siehe auch ein neuerlicher offener Brief von Generalmajor a.D. Schultze-Rhonhof, diesmal an die deutschen Abgeordneten und nicht mehr an die Kanzlerin. (12) Wie nüchtern und realistisch man die Situation sehen kann – und auch in Österreich und Deutschland sehen müsste -, zeigt ein Interview mit dem Verteidigungsminister der Schweiz Ueli Maurer. (13) Er geht selbstverständlich davon aus, dass es „Schläfer“ mitten unter uns gibt, da die Terrorgefahr in den letzten Jahren zugenommen hat.  

Wenn Parlamentspräsidentin Doris Bures (SPÖ), eine Weggefährtin von Bundeskanzler Werner Faymann, mit Flagge auf Halbmast und Schweigeminute in der Säulenhalle „Zeichen des Widerstandes“ setzen will (14), fragt sich, was sie 1933 getan hätte, wie andere gehandelt hätten. Als am 4. März 1933 der Nationalrat  durch Rücktritte aller Präsidenten keinen Vorsitz mehr hatte, war dies dem christlichsozialen Bundeskanzler Engelbert Dollfuß sehr recht, der dafür den Begriff von der „Selbstausschaltung des Parlaments“ prägte. (15) Denn Dollfuß ließ danach mit Hilfe der Exekutive verhindern, dass der Nationalrat wieder zusammentritt, und sorgte dafür, dass eine der anderen Parteien nach der anderen verboten wurde.

Wer aus heutiger Perspektive auf das damalige politische Personal blickt, hat keinerlei Grund für Herablassung, ist doch von Bures und Co., die leere Rhetorik mit politischer Überzeugung und  aktivem Handeln verwechseln, nicht das Geringste an echtem Widerstand und wirklichem Verstehen zu erwarten. Was die von der SLP angesprochenen Gewerkschaften betrifft, wird mit diesem Text zu einer Diskussion am 3. Dezember eingeladen: „Rechtsextreme Tendenzen sind in Europa derzeit wieder im Aufwind. Sie verändern das gesellschaftliche Klima und forcieren Tendenzen, gegen die Gewerkschaften massiv auftreten müssen. In einer gemeinsamen Veranstaltung der AK-Wien und der IG-Metall wird die Zukunft des Rechtsextremismus in Europa thematisiert und analysiert.“

Nahezu alle TeilnehmerInnen sind auf transatlantischem Kurs, etwa Anton Pelinka von der Soros-Universität in Budapest oder Willi Mernyi (ÖGB-Sekretär und Mauthausen Komitee) und natürlich Christa Zöchling vom „profil“, die für ihre linientreue Berichterstattung gerade mit dem Journalistinnenpreis des Frauennetzwerks Medien ausgezeichnet wurde. Entweder kann dieser Personenkreis Leute ins rechte Eck stellen, oder dies lässt sich beim besten Willen nicht konstruieren; dann aber sieht man weg, wenn andere in ihren Rechten verletzt werden, weil sie für Verfassung und Gesetze, also für Souveränität eintreten.

(1) http://www.dorfling.de/index.php/home/chef-blog/politik/808-paris-13-11-15
(2) http://www.altermannblog.de/der-fluechtlingsirrsinn-und-dessen-blueten/
(3) http://recentr.com/2015/11/cyber-kalifat-kommunizieren-die-dschihadis-mit-us-technologie/
(4) http://www.globalresearch.ca/important-events-leading-up-to-the-november-13-paris-terrorist-attacks-sheer-coincidence/5489228
(5) http://www.globalresearch.ca/selected-articles-selective-empathy-double-standard-regarding-paris-terror-attacks/5489274
(6) http://sana.sy/en/?p=61231 – Frankreich fliegt übrigens Luftangriffe: http://www.salzburg.com/nachrichten/welt/politik/sn/artikel/frankreich-fliegt-massive-luftangriffe-auf-is-in-syrien-173415/
(7) http://www.salzburg.com/nachrichten/welt/politik/sn/artikel/g-20-marschieren-gemeinsam-gegen-den-is-terror-auf-173485/
(8) die Kundgebung wurde so angekündigt: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151112_OTS0228/protest-vor-innenministerium-gegen-zaun-lasst-die-grenzen-offen
(9) http://www.info-direkt.eu/medienmanipulation-identitaere-demo-spielfeld/
(10) http://www.graz.gruene.at/ots/spielfeld-demo-gruene-enttaeuscht-und-zutiefst-beschaemt
(11) http://www.altermannblog.de/der-fluechtlingsirrsinn-und-dessen-blueten/ und
https://www.youtube.com/watch?v=KVwidr5g5oQ
(12) https://helmutmueller.wordpress.com/2015/11/15/liebe-leute-zieht-euch-warm-an-bitte-auch-appell-von-generalmajor-schultze-rhonhof-am-ende-meines-beitrages-beachten/
(13) http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/schlaefer-die-unter-uns-leben-sind-die-groesste-gefahr-1.18646604
(14) http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151116_OTS0117/parlament-gedenkt-in-schweigeminute-der-opfer-des-pariser-terrors
(15) https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstausschaltung_des_Parlaments

Mainstream gegen Medienlügen

Sinkende Abozahlen, Proteste gegen öffentlich-rechtliche Zwangsgebühren machen klar, dass der Mainstream für immer weniger Menschen tatsächlich noch als Informationsquelle gilt. Viele verzichten weitgehend auf ihn, während andere Mainstream und alternative Quellen mischen. Gelogen wird aus Mainstream-Sicht aber ausschliesslich im Netz.

„Die ‚Lügenpresse‘ – dank der US-Konzerne“ nennt „Kurier“-Herausgeber Helmut Brandstätter einen Kommentar, dessen Zusammenfassung klar macht, worum es dem Autor geht: „Die Politik will nicht begreifen, dass Internet-Medien immer wichtiger werden. Auch bei der Desinformation.“ (1) Er hängt seine Kritik an Web daran auf, dass der Chef der Steiermark-Ausgabe der „Kronen Zeitung“, Christoph Biro, „unwahre, erfundene Geschichten aus dem Internet abgeschrieben“ habe.

Biro habe „seinen Fehler erkannt und ist zurückgetreten“, so Brandstätter, der damit jedoch nicht erklärt, warum sein „Kollege“ nicht das tun konnte, was auch ich machte, als ich seinen Kommentar las. Ich fragte einen pensionierten Offizier, der an der Grenze zu Slowenien hilft und herumirrende Flüchtlinge aufgreift. (2) Aber Hauptsache, „das“ Internet ist Schuld, wenn es nach Brandstätter geht: „Damit wird die Aufmerksamkeit endlich darauf gerichtet, dass das Internet voll von Verschwörungstheorien und Desinformationskampagnen ist. Verschärft wird das dadurch, dass die technische Logik von Facebook und anderen Seiten der Social Media dazu führt, dass Nutzer im Prinzip auf Seiten geführt werden, wo ihre Meinungen und Ansichten nicht hinterfragt, sondern stets bestätigt werden. So entsteht in Wahrheit die ‚Lügenpresse‘, Aufklärung und kritischer Journalismus sehen anders aus.“

Das Netz werde von „Extremisten“ geschickter benutzt als von „Parteien der Mitte“, wobei Brandstätter zu „Extremisten“ auch die FPÖ rechnet, deren Parteichef Heinz Christian Strache im Wiener Wahlkampf so manches verlinkt hat, was nicht im Mainstream vorkam, gleichwohl den Tatsachen entspricht, aber eben nicht zum von Brandstätter und Co. geschürten Flüchtlingshype passt. „Lügenpresse“ war übrigens eine Bezeichnung, die sich Medien in der Defensive selbst gaben und von einer „unabhängigen“ Jury zum „Unwort des Jahres“ küren liessen. (3) Und es ist auch Brandstätter selbst, der differenzierte Kritik an seiner Berichterstattung und der anderer zu „Lügenpresse dank US-Konzerne“ zusammenfasst. Er setzt sich für Zensur ein, damit er und seinesgleichen nicht länger mit lästigem freiem Journalismus entsprechend dem Grundrecht auf Meinungs- und Pressefreiheit konfrontiert sind:

„Interessant ist ja, dass Facebook, Google und andere Plattformen US-Konzerne sind, denen sonst der Hass von Rechtsaußen gilt. Umgekehrt ist es den Amerikanern völlig gleichgültig, welche Rolle diese Medien für unsere Demokratie spielen. Uns kann es nicht egal sein. Aber die Regierung in Wien weigert sich seit Langem, eine sinnvolle Medienpolitik zu machen, und die EU-Kommission in Brüssel war bisher auch hilflos. Also muss jeder Einzelne genau hinterfragen, ob er im Internet nicht angelogen wird.“ Dass die „Rechtsirgendwas“-Keule längst auch gegen Linke eingesetzt wird, die „links“ nicht wie der auch als „Godfather of the Left“ bezeichnete George Soros verstehen, sondern von Freiheit und Solidarität der Völker träumen, lässt sich an vielen Beispielen erkennen. In seinem Blog stellt der deutsche Kulturschaffende Hartmut Barth-Engelbart dar, wie er in diese Mühle geraten ist und selbst von Wikipedia wesentliche Teile seines Wirkens bewusst totgeschwiegen werden, weil sie ihn als Antifaschisten zu erkennen geben. (4)

Wenn es um Russland und die Ukraine,  um Flug MH 17 (5), die irakischen „Weapons of Mass Deception“ oder die „moderaten Terroristen“ unserer FernsehmoderatorInnen geht (6)  oder auch darum, dass die NATO selbst SyrerInnen mit Giftgas angriff, um es Assad in die Schuhe zu schieben (7), trauen immer mehr LeserInnen jenen Medien nicht mehr, die um ihre bisherige Deutungshoheit ringen. Sie wissen, dass sie dort genau das zu erwarten haben, was man im Mainstream so gerne – Desinformation ist ja Alltagsgeschäft – anderen unterstellt. Brandstätter fügte seiner Polemik gegen das Internet noch an: „Wir machen – trotz ehrlicher Bemühungen – auch Fehler. Dazu stehen wir und stellen uns jeder Kritik.“ Ich weiss nicht, wie oft ich „Kurier“ und Co. vergeblich auf „Fehler“ d.h. auf folgenreiche Desinformationen hingewiesen habe. Bislang ist noch niemand zu derlei „Fehlern“ gestanden oder hat sich „jeder“ Kritik  gestellt.

Da man sich keiner Kritik aussetzt, weil es höchst peinlich und entlarvend ist, wenn gar nicht mal nur unabängige JournalistInnen, sondern auch viele LeserInnen mühelos eine Desinformation nach der anderen zurecht rücken können, wird in dieser Tour weitergemacht. Dennoch mailte ist – bislang ohne Antwort – an Brandstätter und wies auf die „Fehler“ in einem Artikel hin, in dem Karin Leitner den alten und den neuen SPÖ-Bundesgeschäftsführer gegenüberstellt: „Seit Juni managen er (= Matthias Euler-Rolle) und Schmid die SPÖ-Zentrale, in der Norbert Darabos residierte. Mit Kommunikation hatte es der jetzige Burgenland-Landesrat nicht so. Ein hochrangiger Roter erzählt, Darabos am Handy schwer erreicht zu haben. Eine Woche lang habe er es Tag für Tag versucht. ‚Als mich Darabos endlich zurückrief, wusste ich nicht mehr, was ich von ihm wollte‘.“ (8)

Dass auf Kosten von Ex-Geschäftsführer und Ex-Verteidigungsminister Norbert Darabos (der übrigens bis Anfang Juli 2015 in der Parteizentrale war, dies nur am Rande) die jeweiligen Nachfolger positiv dargestellt werden, ist ein sich stets wiederholendes  Muster. Damit wird nicht nur verschleiert, dass Darabos nicht freiwillig, sondern unter Druck so unkommunikativ ist, es wird auch der Anschein erweckt, dass es nach ihm in den jeweiligen Funktionen besser wird, was keineswegs der Fall ist. Brandstätter bietet natürlich mit „Lügenpresse der US-Konzerne“ eine einfache Erklärung dafür, dass nach dem Muster „guter Obama – böser Putin“ auch Holzschnitte von österreichischen PolitikerInnen angefertigt werden. Seiner Logik gemäß müsste der „Kurier“ imstande sein, eine wahrheitsgetreue Geschichte über die Zustände in SPÖ und Verteidigungsministerium zu bringen und konsequent thematisieren, inwieweit es hier um transatlantische Einflussnahme geht. Denn da „Kurier“ und Co. ja keine „Lügenpresse der US-Konzerne“ sind, sollte es diesbezüglich keine Interessenskonflikte geben.

Sogar der Österreichische Journalisten Club, der wie alle anderen wegsieht, wenn man für (unembedded) Journalismus schikaniert wird, gesteht Fehler ein: „Ganz Europa beschäftigt sich derzeit mit fast nichts anderem als der Flüchtlingsproblematik. Menschen fliehen vor Krieg und Tod, oder sie suchen einfach ein besseres Leben. Österreichs Medien – ob Print, Radio oder Fernsehen – nennen diese Menschen einmal Flüchtlinge, einmal Asylanten, dann wieder Migranten. Im Grunde weiß aber keiner so recht, wie man über dieses Problem journalistisch korrekt und sauber berichten soll. Fehlleistungen sind da an der Tagesordnung.“ (9) Freilich ist dies nur eine Ankündigung des eigenen Magazins, das natürlich den Schwerpunkt „Flüchtlinge“ hat.

Was „Kurier“ und Co. nie analysieren, immerhin aber teilweise berichten, ist eine merkwürdige Kompetenzverteilung innerhalb der SPÖ, da Parteichef und Bundeskanzler Werner Faymann nur selektiv in Erscheinung tritt. So besuchten am 4. November zwei Nicht-Kanzler den steirischen Grenzort Spielfeld, nämlich Kanzleramtsminister Josef Ostermayer, der mit Bürgermeister Peter Stradner über dessen offenen Brief an Faymann (10) sprach, und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der sowohl in der Kanzlerfrage in Umfragen führt als auch wenn es um Nationalratswahlen geht. (11) Wo ist Faymann, fragen sich die BürgerInnen nicht nur in Grenzorten, wo sich jenes „Spiel“ wiederholt, das aus dem Burgenland bereits bekannt ist: die Landesregierung hilft, hat aber nicht die Kompetenzen des Bundes, während sich die Menschen von der Bundesregierung im Stich gelassen fühlen.

„Nun beginnen sich die betroffenen Bürgermeister der Grenzregionen zu organisieren. Hinter den Kulissen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit haben sich die Bürgermeister von drei entscheidenden Grenzregionen vernetzt und zusammengeschlossen und an einem Plan wider die illegale Massenimmigration gearbeitet. Es handelt sich um Bürgermeister Reinhold Höflicher aus Straß-Spielfeld, Bürgermeister Michael Müller aus Geretsried/Bayern und Bürgermeister Ing. Gerhard Zapfl aus Nickelsdorf, welcher heute die Medienvertreter informierte. Gemeinsam laden sie zur Pressekonferenz am 10. November um 11 Uhr in das Nickelsdorfer Gemeindeamt. ‚Die Flüchtlingskrise steht vor der Lösung‘, zeigt sich Ing. Gerhard Zapfl zuversichtlich, der von Experten vor Ort beraten und unterstützt wird. So wird die Bürgermeister-Vereinigung von der Nahostexpertin Dr. Karin Kneissl beraten und von der strategischen Analytikerin des Verteidigungsministeriums, Mag. Monika Donner“, schreibt das Portal „Info-Direkt“. (12)

Besonders Donner, die eigentlich Juristin beim Heerespersonalamt ist, wird von „Info-Direkt“ hervorgehoben: „Gerade durch die Anwesenheit von Monika Donner scheint der am 10. November vorzustellende Plan vielversprechend zu sein, hat die Sicherheitsexpertin bereits in der Vergangenheit klar zu den Themen Stellung bezogen. So ist sie Mitverfasserin eines Konzeptes der ‚Sicheren Zonen‘ außerhalb Europas und trat bereits in den vergangenen Monaten für eine verschärfte Grenzsicherung ein. Die Bürgermeister versprechen nun, gemeinsam mit Monika Donner, ‚umsetz- und leistbare Lösungsansätze auf nationaler und internationaler Ebene‘ zu präsentieren.“ Allerdings sollte klar sein, dass „sichere Zonen“ oder auch Schutzzonen der Voraussetzungen bedürfen. Darauf weist auch die ORF-kritische Seite ORF-Watch hin anlässlich eines Faymann-Interviews:

„Werner Faymann hat sich nach Wochen und Monaten des Untertauchens mit erstaunlich klaren Ansagen zu Wort gemeldet. Er beschreibt sehr klar und richtig, wie es funktionieren würde: 1. Fluchtgründe beseitigen, 2. die Unterbringung rund um die Krisenherde verbessern, 3. die Schengen-Außengrenzen sichern. Dass das aber reine Theorie und von der politischen Umsetzbarkeit Lichtjahre entfernt ist, erwähnt er mit keinem Wort. Dass aber auch Lou Lorenz-Dittelbacher nicht auf die Idee kommt, auch nur eine einzige der folgenden Nachfragen zu stellen, ist symptomatisch für diesen ORF: Zur Beseitigung der Fluchtgründe bräuchte es in Syrien, dem Irak und Afghanistan Bodentruppen. Wer ist bereit, diese zu stellen?“ (13) Zwar dringen Konflikte in der Koalition nicht immer nach außen (bzw. ist der Mainstream nicht daran interessiert, ihnen Raum zu bieten), doch man weiss, dass die ÖVP der SPÖ vorwirft, das Bundesheer nach NATO-„Wünschen“ zugrunde zu richten, damit nur mehr jene Truppen übrigbleiben, die man in Kampfeinsätze schicken soll. Ist das die „Lösung“, die den verzweifelten Gemeinden an der Grenze via „Expertise“ nahegebracht werden soll?!

Um abschließend noch einmal zu den beliebten „Verschwörungstheorien“ zurückzukehren, sei angemerkt, dass Susanne Winters Ausflug in den virtuellen Antisemitismus zwar medial heftig kritisiert wurde, nicht aber der Frage nachgegangen wurde, was denn dieser Herr Soros so treibt, den ein User auf der Facebook-Seite der mittlerweile aus der FPÖ ausgeschlossenen Abgeordneten als „Geld-Juden“ bezeichnet hat. Begonnen hat es damit, dass Winter einen Artikel über Aussagen des ungarischen Premiers Viktor Orban zu Soros‘ Rolle bei der Destabilisierung Europas verlinkte:

„Orban Accuses Soros of Stoking Refugee Wave to Weaken Europe“ (Bloomberg, 30.10.) „Hungarian Prime Minister Viktor Orban accused billionaire investor George Soros of being a prominent member of a circle of ‚activists‘ trying to undermine European nations by supporting refugees heading to the continent from the Middle East and beyond. ‚His name is perhaps the strongest example of those who support anything that weakens nation states, they support everything that changes the traditional European lifestyle,‘ Orban said in an interview on public radio Kossuth. ‚These activists who support immigrants inadvertently become part of this international human-smuggling network.'“

Dazu schrieb Winter: „Gratulation an Viktor Orban! Endlich mal ein europäischer Politiker, der das Kind beim Namen nennt…..Orban hat meine volle Unterstützung!!! Weiter so!!“ Allerdings hat sie dann, was in der FPÖ ein No-Go ist, wie sie wissen sollte, ein Posting nicht nur zugelassen, das man durchaus als antisemitisch bezeichnen kann, sondern dem User auch beigepflichtet. Denn es müsste darum gehen, was Soros tut und bereits bewirkt hat und welche Ziele er erfolgt, nicht aber darum, dass er – noch dazu mit üblen Klischees versehen – Jude ist.

Meines Wissens nach werden FPÖ-FunktionärInnen dahingehend gebrieft, mit Facebook behutsam umzugehen, da ihnen und mehr noch ihren UserInnen früher so einiges durchgegangen ist. Dabei gilt aber, dass jene, die sich besonders darüber empören, ein Messen an ihrem eigenen Umgang mit anderen Menschen kaum überstehen würden. „Unsere“ Medienlandschaft lässt jenen, die eine ähnliche Agenda wie Soros vertreten (ob es AkteurInnen bewusst ist oder nicht), so ziemlich alles durchgehen. (14)

Kommt Soros vor, dann so wie beim „Standard“: „So hatte Orbán am selben Tag in seinem regelmäßigen Rundfunk-Interview den angeblichen Hauptschurken im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise genannt: den US-Milliardär und Philanthropen George Soros. Dieser ist mit der Open-Society-Stiftung in Budapest präsent. Sie fördert Menschenrechts- und Geschichtsaufarbeitungsprojekte und hilft Initiativen, die sich für Flüchtlinge in Not einsetzen. ‚Diese westliche Denkweise und dieses Aktivisten-Netz wird vielleicht am stärksten durch George Soros repräsentiert‘, wetterte Orbán. Der gebürtige Ungar überlebte als Kind den Holocaust in Budapest und gilt den ungarischen Antisemiten gleichsam als paradigmatischer Jude: steinreich, spekulantenhaft, kosmopolitisch, nations- und gottlos. Orbán nimmt diese Begriffe so nicht in den Mund, suggeriert sie aber mit seinem Diskurs.“ (15)

Wenn es „moderate Terroristen“ gibt, stellt man sich unter „regime change“ mit hunderttausenden Opfern eben auch „Demokratie“ vor, sodass wir uns über den „Standard“ nicht zu wundern brauchen. Ein User bringt es auf den Punkt: „Nach der Beseitigung von Janukowytsch kamen bald Stimmen auf die Soros und dessen NGOs unterstellten, an diesem Putsch in der Ukraine beteiligt gewesen zu sein – ein Vorwurf, der von den Leitmedien sogleich als VT abgestempelt wurde. Die TAZ z.B. schrieb am 1.2.2014: ‚Kaum entsteht in einem osteuropäischen Land unter schwierigen Bedingungen eine prodemokratische Bewegung, wittern Teile der Medien und allwissende Onlineforisten eine Verschwörung aus CIA, der Soros-Stiftung und anderen *westlichen Agenten*, die Revolutionen steuern und bezahlen.‘ Im August 2014 dankte Poroschenko dann George Soros für dessen ‚Unterstützung der Ukraine und ihrer demokratischen Entwicklung‘. …und wieder eine VT, die sich im nachhinein als wahr erwiesen hat.“

Und ein anderer meint: „Finde FPÖ dumm, Putin vernünftig, Soros ein rücksichtsloser Neocon, der mehr Leid zu verantworten hat als so manch anderer in der Geschichte. Der CIA hatte in jedem Staatsstreich der letzten 100 Jahre seine Finger mit im Spiel. Orban hat mit der Verknüpfung Farbenrevolution bzw. Arabischer Frühling -> Flüchtlingswelle auch nicht unrecht. Die APA bzw. der Standard machen es sich leicht und sagen der Krieg ist schuld, aber fragen bewusst nicht wer für den Krieg verantwortlich ist….“
Der „Standard“ verleiht der Agenda auch Nachdruck, indem immer die „Richtigen“ interviewt werden, um Druck auf die Regierung zu machen, etwa Wolfgang Petritsch (SPÖ), der Präsident der Austrian Marshall Plan Foundation, der dafür ist, dass „die“ Zivilgesellschaft die Regierung zu etwas zwingt. (16).

Der deutsche Informatiker Hadmut Danisch schreibt in seinem Blog zum  Thema Soros:  „Eine ungarische Zeitung hatte schon über die Vorwürfe berichtet, es gab auch noch andere Hinweise. War ja schon komisch, dass Leute, die in größter Not fliehen und nur das dabei haben, was sie am Leib tragen, trotzdem alle so wunderbare, saubere, nicht zerknitterte oder zerrissene, trockene A3 und A2-Farbdrucke von Angela Merkel dabei haben. Das ist natürlich das wichtigste, was man mit auf die Flucht nimmt, viel wichtier als Ausweise, Schul- und Universitätszeugnisse.“ (17)

Danisch zitiert § 88 des deutschen Strafgesetzbuches, verfassungsfeindliche Sabotage, was unter anderem das Lahmlegen von Infrastrukturen betrifft, die der Bevölkerung zur Verfügung stehen müssen, und macht einen interessanten Vorschlag: „Das wäre doch jetzt mal eine richtig schöne Aufgabe für den Bundesnachrichtendienst, herauszufinden, ob Soros da auf eigene Rechnung arbeitet oder ob der vom US-Geheimdienst oder direkt von der US-Regierung gesteuert wird.“ Denn: „Es stinkt doch alles irgendwie danach, als ob die USA da Europa als Wirtschaftskonkurrenz lahmlegen wollen.“ Aber das ist wahrscheinlich auch nur so eine „Verschwörungstheorie“, und es ist reiner Zufall, dass Glenn Greenwald nicht nur NSA-Dokumente enthüllt, sondern regelmässig den Mainstream wegen seiner Rolle kritisiert, wie kürzlich bei einem Vortrag in München. (18)

(1) http://kurier.at/meinung/kommentare/innenpolitik/die-luegenpresse-dank-der-us-konzerne/160.962.302 – was Brandstätter und Co. ausblenden, wird hier analysiert: http://vineyardsaker.de/analyse/ein-blick-auf-die-fieberkurve/#more-4263
(2) https://alexandrabader.wordpress.com/2015/10/25/das-bundesheer-und-die-fluechtlingskrise/
(3) http://hinter-der-fichte.blogspot.co.at/2015/01/ard-ente-unwort-nicht-von-journalisten.html
(4) http://www.barth-engelbart.de/?p=74390
(5) hier geht es auch um MH 17: http://www.globalresearch.ca/the-suspicious-downing-of-russias-metrojet-airbus-a321-200-the-isis-is-a-creation-of-the-cia/5486670
(6) http://hinter-der-fichte.blogspot.co.at/2015/11/zdf-moderate-terroristen-eines.html
(7) http://www.washingtonsblog.com/2015/10/2-turkish-parliament-members-turkey-provided-chemical-weapons-for-syrian-terrorist-attack.html
(8) http://kurier.at/politik/inland/rote-suchen-in-der-hoehe-wege-aus-dem-politischen-tief/161.842.545 – siehe auch das Paradoxon eines „durchdachten Klug-Konzeptes“ http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151105_OTS0187/steirische-spoe-abgeordnete-volle-unterstuetzung-fuer-alternativvorschlaege-bm-klugs-zu-mikl-leitners-zaun-phantasien und http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151105_OTS0184/pendl-unterstuetzt-klugs-plaene-zur-neuaufstellung-des-grenzuebergangs-spielfeld
(9) http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151105_OTS0129/journalismus-an-den-grenzen-bild – zur Dauerberieselung siehe auch http://principiis-obsta.blogspot.se/2015/11/fluchtlingsflut-auf-allen-kanalen.html
(10) http://www.kleinezeitung.at/s/steiermark/suedsuedwest/4857832/Fluchtlingskrise_Offener-Brief-an-Bundeskanzler-Faymann
(11) http://derstandard.at/2000025104740/Ostermayer-auf-Grenzbesuch-in-Spielfeld
(12) http://www.info-direkt.eu/aufstand-der-buergermeister/
(13) Faymann bei einem seiner ausgesprochen seltenen Auftritte in der „Zeit im Bild 2“ am 28.10.: http://www.orf-watch.at/Kritik/2015/10/504
(14) http://www.andreas-unterberger.at/2015/11/frau-winters-selbstdemontage/ siehe auch UserInnenkommentare
(15) http://derstandard.at/2000024890401/Orban-profiliert-sich-als-Verschwoerungstheoretiker
(16) http://derstandard.at/2000024821973/Ex-Spitzendiplomat-Petritsch-Die-Regierenden-stehen-ziemlich-daneben und siehe http://www.marshallplan.at/index.php/officers-and-trustees
(17) http://www.danisch.de/blog/2015/11/04/angriff-durch-soros-und-die-usa/ – es wird zu diesem Artikel verlinkt: http://hungarytoday.hu/news/george-soros-accused-bankrolling-illegal-immigration-27956 – und hierher: http://www.spiegel.de/politik/ausland/joschka-fischer-und-george-soros-diskutieren-ueber-ukraine-krise-a-959809.html
(18) https://deutsch.rt.com/international/35462-glenn-greenwald-uber-mainstream-medien/

Österreich im Flüchtlingschaos

Trotz gespenstischer Szenen an der Staatsgrenze, die mit netten hilfsbedürftigen, Todesgefahr entronnenen Menschen wenig zu tun haben, treten MeinungsmacherInnen immer noch gegen den Schutz des eigenen Landes auf. Oder betrachten sie Österreich nicht als ihre Heimat? Daran könnte man etwa bei der Zeitung „Österreich“ denken, die am 28.10. eine „Reportage aus Spielfeld“ unter dem Titel „Unsere Kinder frieren“ brachte. Dabei geht natürlich unter, dass niemand illegale Einwanderer dazu aufgefordert hat, die Steiermark zu belagern (falls sich noch jemand an die Genfer Konvention erinnert: dieser zufolge hat nur ein Bruchteil der Massen, die zu uns drängen, Anspruch auf Asyl).

Auf der Titelseite schrieb „Österreich“ in dieser Ausgabe: „Sperre für Flüchtlinge – Mikl baut ‚Grenz-Zaun'“, weil die Innenministerin meint, die „Flüchtlingswelle“ sei sonst nicht zu bewältigen. Es geht ja darum, dass unser Staat für viele tausend Menschen aufkommen soll, die nichts zu seinem Bestehen beitragen, hier keine Wurzeln haben, aus einem anderen Kulturkreis stammen und selten ausreichend qualifiziert sind, um Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben, sofern sie diese überhaupt haben wollen.

Dies betont auch der frühere Verfassungsschutzchef Gert Polli, der zudem vor dem Einsickern von IS-Kämpfern warnt und der Politik vorwirft, die Entwicklung verschlafen zu haben. (1) Inzwischen startet die SPÖ-nahe Volkshilfe eine Petition gegen Grenzzäune, sogar mit eigener Webseite. (2) Mehr Aufsehen erregt aber ein Facebook-Posting der FPÖ-Abgeordneten Susanne Winter, die einem User zustimmt, der Viktor Orbans Kritik an George Soros antisemitisch interpretieren will. (3) Man muss sich wirklich fragen, wieso Winter ermöglichen will, dass das Aufzeigen der Methode von Soros und Co. sofort umgelenkt werden kann auf eine Debatte über Antisemitismus, den die FPÖ nicht zu dulden bereit ist.

Erklärungsbedarf hat die FPÖ aber auch, was einen Artikel des ihr nahestehenden Magazins unzensuriert.at betrifft, indem von Diebstahl, Schlägereien, Vergewaltigungen in den Wiener Erstaufnahmezentren die Rede ist. (4) Es würde aber zu Berichten aus Deutschland passen wie jenem über eine iranische Christin, die vergewaltigt und dann von HelferInnen im Stich gelassen wurde. (5) In Schweden wenden sich immer mehr BürgerInnen an die sozialdemokratische Regierung und fordert sie dazu auf, doch in jenen Vierteln zu wohnen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, in denen die Bevölkerung importierter Gewalt ausgesetzt ist. Zunehmend leben – von wegen „schwedischer Wohlfahrtsstaat“ – PensionistInnen in Armut, viele Menschen verdienen sehr wenig und alle sehen, dass Fremde durch Sozialleistungen erhalten, was ihnen als SteuerzahlerInnen und BürgerInnen verwehrt wird. (6) Ein tschechischer Arzt schildert, was er an einem Münchner Krankenhaus erlebt hat, in dem vermehrt sogenannte Flüchtlinge behandelt werden. Er spricht auch davon, dass schwer kranke Kinder quer durch Europa gezerrt und dann in Apotheken ausgesetzt werden, wenn Medikamente etwas kosten, wie bei uns nun einmal üblich. (7)

Weil immer weniger Menschen für Desinformationen und dafür, dass ihnen ihre Rechte als StaatsbürgerInnen streitig gemacht werden, auch noch bezahlen wollen, fordern deutsche Journalistenorganisationen jetzt eine Zwangsabgabe auch für Printmedien. (8) Das heisst, wir sollen damit einverstanden sein, dass man uns manipuliert und Hetzjagden auf jene Personen veranstaltet, die uns dabei helfen wollen, unsere eigene Meinung zu bilden, wie es gerade dem Schweizer Friedensforscher Daniele Ganser widerfährt, der sich mit verdeckter Kriegführung befasst. (9) Österreichische Medien unterscheiden sich nicht wesentlich von deutschen, wie man auch daran erkennen kann, dass der „unsere Kinder“-Trick nicht nur von „Österreich“, sondern z.B. von „News“ angewandt wird. Auf der aktuellen Titelseite sehen wir ein Kind im dunklen Gras liegen, dazu der Text „Gute Nacht, Europa! Berührende Fotos zeigen die ganze Hilflosigkeit der Politik. Wo Flüchtlingskinder schlafen.“

Im Blattinneren findet man dann mehrere solcher Bilder, die bereits unter dem Aspekt irreführend sind, dass wir es ja überwiegend mit jungen Männern und nicht mit Kindern zu tun haben. Hingegen meint die Redaktion offenbar, es sei nicht weiter erwähnenswert, auf das aggressive Verhalten ebendieser Männer einzugehen, das auf Video festgehalten ist. (10) Da wird lieber desinformiert, wie man anhand des „profil“ sieht, das von „heftigen Kontroversen zwischen Polizei und Bundesheer“ beim gemeinsamen Einsatz an ebenjenem 28. Oktober spricht, dessen Ereignisse das Video zeigt. Man musste nämlich gegen 18 Uhr die Schleusen an der Grenze „aus Sicherheitsgründen zumindest teilweise öffnen, da 3000 Flüchtlinge am Bundesstraßen-Grenzübergang versammelt waren und von slowenischer Seite 1500 weitere Personen nachrückten. Vor der Öffnung der Schleusen zogen sich die Polizeibeamten zurück. Im vorderen Pulk der Flüchtlinge blieben nur die Bundesheer-Soldaten – ohne entsprechende Schutzausrüstung wie etwa Sicherheitswesten. In der anschließenden Einsatzbesprechung gerieten Polizei- und Bundesheeroffiziere heftig aneinander. Meinungsverschiedenheiten gibt es laut ‚profil‘ auch über das taktische Vorgehen in Spielfeld. Der Vorschlag des Heeres, einen Pandur-Radpanzer zur Eindämmung drängender Flüchtlinge an der Grenze zu positionieren, wurde von der Polizei abgelehnt.“ (11)

Laut ÖVP-Verteidigungssprecher Bernd Schönegger, der am 28. vor Ort war, ging es durchaus „turbulent“ zu und das Heer war „leider nur spärlich mit Schutz ausgerüstet“. Es stimme aber keinesfalls, dass es Verstimmungen zwischen Bundesheer und Polizei gab: „Im Gegenteil, die arbeiten richtig kameradschaftlich zusammen und die Polizei war heilfroh über die Strasser Bataillon, da diese organisatorisch richtig gute ‚Einfälle‘ hatten…“ Gemeint ist das Jägerbataillon 17, das nun de facto das Kommando vor Ort hat. Am 1. November meldet der „Kurier“, dass die Miliz auf freiwilliger Basis einberufen wird, wobei der Kompaniebefehl den Ernst der Lage signalisiere. Dazusagen müsste man, dass dies nicht mehr möglich wäre, hätte die NATO-Partie in SPÖ und Ressort sich bei der Wehrpflicht-Volksbefragung am 20. Jänner 2013 durchgesetzt.

Denn mit Abschaffung der Wehrplicht würde die Miliz nur mehr aus einer Liste bestehen, ohne dass man die so erfassten Personen einberufen kann. Dadurch stünden viele für diesen Einsatz qualifizierte Personen gar nicht zur Verfügung, während man heute u.a. auf die Erfahrungen vieler im Auslandseinsatz verweist. Freilich ist bezeichnend, dass Generalleutnant Schmidseder, der vor der Volksbefragung eifrig von Diskussion zu Diskussion eilte, um für das sogenannte „Profiheer“ zu werben, sich nach dem Referendum um die Miliz kümmern sollte (= sie verkümmern lassen) und jetzt den Assistenzeinsatz koordiniert, der den vielsagenden Titel MIGRATION trägt. Klartext zu den Zuständen im Ressort und der systematischen Demontage des Bundesheers gab es bei Ceiberweiber zu lesen – deswegen wurde und werde ich ja auch schikaniert.

Auch andere rekrutieren, und zwar freiwillige HelferInnen: das „Team Österreich“ sandte unter dem Label „Katastrophenhilfsdienst“ eine Mail an jene Menschen, die sich einmal gemeldet haben, um bei Bedarf ehrenamtlich zu helfen: „Du hast es sicher in den Medien mitbekommen, derzeit kommen sehr viele Menschen aus Slowenien an. Nachwievor kommen mehrere tausend Flüchtlinge täglich nach Wien, die meisten reisen weiter, doch viele bleiben zumindest für eine Nacht in Wien, immer mehr beantragen Asyl in Österreich/Wien.  Weitere Unterkünfte, für Menschen, die Asyl beantragt haben, werden eröffnet. Deswegen brauchen wir kommende Woche mehr Helfer! Wir betreuen jeden, der unsere Hilfe benötigt und wir brauchen Deine Unterstützung, um das zu bewältigen.“ Dabei geht es um Schichtdienste tagsüber und nachts, wobei die Schichten – wie beim Heer an der Grenze – 12 Stunden dauern; bei Bedarf sind auch geringere Stundenanzahlen vereinbar.

Im „Katastrophenhilfseinsatz“ geht es u.a. darum, Unterkünfte aufzubauen, Flüchtlinge zu registrieren, Betten zuzuweisen, Essen auszugeben, Flüchtlinge zu betreuen, in der Logistik mitzuarbeiten, Sachspenden zu sortieren, im Callcenter tätig zu sein. Als Lohn der Mühen darf man dann schöne Geschichten vom Helfen und Fotos auf den Facebook-Seiten zu den bislang in Wien bestehenden Quartieren posten. (13) Was geschieht aber mit weniger netten Erfahrungen, wobei wohl noch vergleichweise harmlos ist, wenn sich Neuzuwanderer permanent nach „ihrem“ Auto und „ihrem“ Haus erkundigen, die ihnen im Schlaraffenland ja zustehen werden? (14) Aber Hauptsache, „unser“ Bundeskanzler ist, im Interview mit (natürlich) „Österreich“, gegen jede Form von Zäunen…. (15)

(1) http://www.epochtimes.de/politik/europa/ex-geheimdienstchef-tausende-is-kaempfer-nach-europa-geschleust-a1280562.html
(2) http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151031_OTS0010/volkshilfe-startet-petition-gegen-grenzzaeune
(3) Orban spricht an, dass der gebürtige Ungar George Soros die Destabilisierung und Zerstörung souveräner Staaten finanziert siehe http://www.kormany.hu/en/the-prime-minister/news/europe-has-been-betrayed und https://www.youtube.com/watch?v=S6vsK1TouyU sowie Aussendungen zur Causa Winter: http://www.ots.at/suche?query=susanne+winter&from=01.08.2015&to=01.11.2015&filter= – ausserdem sei auf eine Serie von Friederike Beck verwiesen: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/friederike-beck/wie-das-big-money-die-migrationskorridore-nach-europa-steuert-teil-i-die-international-migration.html und http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/friederike-beck/das-netzwerk-fuer-migration.html
(4) https://www.unzensuriert.at/content/0019099-Diebstahl-Schlaegerei-Vergewaltigung-Alltag-Wiens-Erstaufnahmezentren
(5) http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/7478088/der-albtraum-einer-christin-in-brandenburg.html – siehe auch kritische Linie der Zeitschrift „Emma“: http://www.emma.de/artikel/fluechtlinge-was-jetzt-passieren-muss-330655 und http://www.emma.de/artikel/frauen-auf-der-flucht-330579
(6) siehe http://www.nefesch.net/2015/10/4924/
(7) siehe http://www.liveleak.com/view?i=681_1444192396
(8) http://www.danisch.de/blog/2015/11/01/reihenweise-desinformation-durch-die-presse/
(9) http://www.heise.de/tp/artikel/46/46412/1.html
(10) Aufnahmen aus Spielfeld am Nachmittag des 28.10.: https://www.youtube.com/watch?v=Poh3Rke_NkM#t=35
(11) http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151031_OTS0003/profil-streit-zwischen-polizei-und-heer
(12) http://kurier.at/politik/inland/heer-rekrutiert-die-miliz/161.479.378
(13) https://www.facebook.com/kurierhaushttps://www.facebook.com/vorderezollamtsstraszehttps://www.facebook.com/pwh.baumgarten.pav6https://www.facebook.com/leyserstrasse2
(14) Interview mit der Dachauer Asylbeaufragten Isabell Sittner auf Seite 3: http://www.epaper-system.de/bkbackoffice/getcatalog.do?catalogId=219609
(15) http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151031_OTS0025/faymann-in-oesterreich-wir-bauen-keine-mauer-wir-umzaeunen-oesterreich-nicht und https://alexandrabader.wordpress.com/2015/10/30/was-macht-der-kanzler-eigentlich-beruflich/