Schlagwort-Archive: Saudi Arabien

Teufel und Beelzebub? Trump und der Islam

Der Historiker und Autor Wolfgang Effenberger befasst sich mit der ersten Auslandsreise von US-Präsident Donald Trump und den Reaktionen dort, wo ohnehin kein gutes Haar an ihm gelassen wird. Übrigens wird diese Reise von einigen Anhängern auch kritisiert, weil Trump noch nicht all jene Personen aus seiner Umgebung entfernt hat, die nicht auf seiner Seite sind. Bei uns sollte jedenfalls mehr hängenbleiben als die Bilder von Melania und Ivanka Trump mit verschleierten Frauen und saudischen Männern:

Während sich Mitte Mai 2017 die Gemüter in Washington vor dem Hintergrund der FBI-Untersuchung über angebliche Russland-Kontakte von Trumps Wahlkampfstab und seinen Beratern erhitzten, wird nun mit Spannung die erste Auslandsreise des Präsidenten verfolgt. Erstaunt wurde registriert, dass sich an die erste Station Riad Jerusalem und Rom anschließen werden; die drei Städte bilden die Zentren der abrahamitischen Religionen. Was passiert, wenn eine verteufelte Person und eine dämonisierte Religion aufeinandertreffen?

Trump auf Twitter

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ORF-Weltjournal über mächtige Frauen: Recherche überflüssig?

Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, wollte der ORF ein Zeichen setzen u.a.mit einem Weltjournal zum Thema „Mächtige Frauen und männliche Untergriffe“. Recherchiert man aber ein wenig hinter dem ORF her, stellt sich die Frage, ob man am Küniglberg überhaupt Faktenchecks macht.  Präsentiert wurde die Sendung von Cornelia Vospernik, als Interviewerin war Christa Hofmann unterwegs; dem Publikum wurden Aufnahmen von Auftritten von Hillary Clinton und Angela Merkel und von beiden gemeinsam gezeigt. Natürlich war eine sachliche Bewertung der Politik dieser Frauen nicht angesagt, sodass Merkel auch als mächtigste Frau der Welt beschrieben wurde, die Europa regiert, während z.B. Berlusconi schon lang aus dem Rennen ist.

Man ist beim ORF dem offiziellen Narrativ verpflichtet, wonach Merkels Willkommenspolitik Eigenständigkeit und Souveränität und nicht das genaue Gegenteil ausdrückt. Hillary Clinton wiederum muss eine großartige Politikerin sein, die man mit Merkel u.a. nach Beratungen über die Situation in Libyen sieht. Dass ebendiese tolle Außenministerin dieses Chaos selbst verursacht hat und am Tod Zehntausender Schuld ist, spielt selbstverständlich keine Rolle. Eine legendäre Rede der früheren australischen Premierministerin Julia Gillard von 2012 zum Sexismus von Oppositionsführer Tony Abbott (siehe Video) wird vom ORF so zusammengeschnitten, dass der Eindruck entsteht, Gillard schlage ihm vor, zurückzutreten und als er dies nicht tut, halt in sich zu gehen und sein Verhalten zu reflektieren.  Bewundernd heisst es, dass ihr der Kragen geplatzt sei, als ausgerechnet Abbott über Sexismus debattieren wollte.

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Das Trump-Trauma

Frauen in den USA sind angeblich durch Trumps Wahl „traumatisiert“, sagt die Genderforscherin Dana Brown in einem Interview. Zugleich wird unser „Trauma“ weiter gefüttert, indem uns Medien mit Trump-Hitler-Vergleichen überhäufen. Es geht hier nicht darum, wer von Wahn erfasst wurde und warum, sondern um einfache Rezepte gegen vermeintliche Post Trump Stress Disorder. Dass weisse Frauen mehrheitlich für Trump stimmten, kann sich Frau Brown von der Chatham University in Pennsylvania leicht erklären: „Weisse Frauen, vor allem weisse verheiratete Frauen, wählen historisch gesehen immer republikanisch. Wir nennen diese Frauen Sicherheitsmütter oder Soccer-Moms. Die Sicherheit für ihre Kinder, die Familie und das Land ist für sie im Vordergrund. In diesem Jahr aber stand ihr Entscheid auf der Kippe, davon bin ich überzeugt. Untersuchungen zeigen, dass viele Wählerinnen verärgert waren über Trumps Äusserungen.

Sie haben gehadert, sich am Ende aber für ihn entschieden, weil er Jobs zurückbringen und die Kriminalität bekämpfen will. Weil er eben Sicherheit verspricht. Hillary Clinton hingegen wurde für ihren Umgang mit den E-Mails kritisiert. Die Medien behaupteten, sie habe Geheiminformationen weiterverbreitet. Für sicherheitsliebende Soccer-Moms wurde sie so untragbar.“ Man beachte, dass sie die Darstellung Trumps im Mainstream für seriös hält und voraussetzt, dass Frauen Sicherheit eigentlich ablehnen müssten. Für sie wie für den interviewenden Schweizer Tagesanzeiger ist außerdem die Gleichsetzung Hillary Clintons mit Frauenrechten selbstverständlich.

Dana Brown in einem Interview 2013

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Die verdeckte Strategie der NATO

Wenn an die Spitze der NATO-Führungsmacht USA ein Präsident gerät, der NATO-skeptisch ist, wird die verbleibende Zeit bis zur Inauguration am 20. Jänner 2017 genutzt, um vollendete Tatsachen zu schaffen. Daran wirkt auch die EU mit, in der intensiver denn je über eine gemeinsame Armee diskutiert wird und wo man es nicht wagt, Sanktionen gegen Russland allein aufzuheben. Tatsächlich ist Angela Merkel brav für eine Verlängerung, während die nächste (slowakische) Ratspräsidentschaft sie beenden will.

Geopolitik kennt keine Friedenszeiten und keine Feiertage, sondern Menschen, die sich damit befassen, nutzen Weihnachten, um Neues ins Netz zu stellen. Deshalb finden wir bei Global Research eine Analyse zum Tod zweier russischer Diplomaten und eines hochrangigen NATO-Mitarbeiters, der sich u.a. mit dem Vorgehen gegen die Finanzierung von Terrorismus befasst hat. Yves Chandelon soll sich erschossen haben, ist jedoch Linkshänder und man fand die Waffe in seiner rechten Hand; sein Umfeld berichtete, dass er in letzter Zeit seltsame Anrufe bekam und das Gefühl hatte, dass ihm jemand folgte. Er war in seinem Beruf durchaus erfolgreich, da die Geldflüsse zu Terroristen in zahlreiche mit der NATO verbündete Staaten und in die Türkei zurückverfolgt werden konnten.

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Hillary Clinton und die Frauenkarte

Dass Hillary Clinton auf die Frauenkarte setzt, ist verständlich, wäre sie doch die erste Präsidentin der USA. Sieht man sich aber Meldungen zum Wahlkampf an, wird klar, dass sie und ihr Team mit Problemen und Angriffen zu kämpfen haben, die etwas „Frauentypisches“ an sich haben. So ging die Kampagne zu ihrer Gesundheit abseits des Mainstream von Männern aus, die Feminismus vehement ablehnen.

Besonders beliebt sind Videos, in denen Ausschnitte aus Aufzeichnungen von Clinton-Auftritten kommentiert werden. Diesen entgegnet die Clinton-Kampagne mit einem etwas bizarren Fernsehauftritt, bei dem Hillary Clinton über die Gerüchteküche scherzt und live ein Gurkenglas aufschraubt, um so zu zeigen, wie fit sie ist. Auch das wird dann natürlich diskutiert samt Unterstellung, dass sie es ja gar nicht selbst geöffnet hat, weil kein „Plopp“ zu hören war. Es ist kein Zufall, dass ihre Gesundheit im Mainstream ebenso tabu ist wie ihre Beziehungen zum Investor und Regime Changer George Soros, dessen Sohn Alexander sich eifrig um VertreterInnen der Demokraten kümmert und der auch Bundeskanzler Christian Kern besucht hat.

Thematisiert wird aber der Skandal um Clintons Mails, der jedoch für den Mainstream nicht in den Inhalten dieser Mails oder Clintons Rolle in Libyen besteht, sondern in der Verletzung von Sicherheitsstandards des Außenministeriums. Hillary Clinton hätte keinen privaten Mailserver verwenden dürfen, sondern hätte ihre gesamte Korrespondenz via State Department abwickeln müssen. Weil ihre Mails aber auch geleakt wurden, diskutiert man zumindest abseits des Mainstream u.a. darüber, dass ein Mitarbeiter ihres Kabinetts 2011 im Auftrag Clintons nach Medikamenten für Parkinson-Kranke im Netz recherchiert hat. Bei Hillary Clinton und ihrer rechten Hand Huma Abedin geht es aber immer auch um Privates, das in Mainstream breitgetreten wird – sicher eine Folge davon, dass Bill Clinton stets als Womanizer galt.

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SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder unterstützt Clinton

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Die Psychologie des Terrors

für das „profil“ sind alle „Irre“, ob Einzeltäter, Amokläufer oder Politiker wie Boris Johnson, Donald Trump und Recep Tayyib Erdogan. Es erstaunt nur, dass Wladimir Putin diesmal fehlt, der noch 2014 im Mainstream ausgiebig per Psychopathologie dämonisiert wurde. Es war zu erwarten, dass Medien vereinzeln und auf die Psycho-Ebene ablenken, um kritisches Denken und eigene Recherche der LeserInnen gar nicht erst stattfinden zu lassen.

Wir erleben auch wieder einmal die große Stunde der FerndiagnostikerInnen, etwa von Reinhard Haller im „Kurier„. An derlei fragwürdige Praktiken sind MedienkonsumentInnen ja gewöhnt, sodass viele nichts Besonderes daran finden, dass sich Hallers KollegInnen mit Ferngutachten über reale Personen im Auftrag von Gerichten eine goldene Nase verdienen und Menschenleben zerstören. Sie arbeiten damit dem kriminellen Sachraubwaltersystem zu, das in „bester“ NS-Tradition den Besitz von Menschen „arisiert“, die man dann fast verhungern lässt (mit Rückendeckung des Justizministers). Grundlage dafür, Opfer nach Belieben oft ohne sie auch nur kurz gesehen zu haben, als psychisch krank einzustufen, ist das Diagnosehandbuch DSM-5 der amerikanischen psychiatrischen Gesellschaft.

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„profil“-Titet mit Trump, Erdogan, Johnson

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Zur Bedeutung des gescheiterten türkischen Putsches

„Contradictory reports are coming in“, stellt Michel Chossudovsky an den Anfang seiner Analyse bei Global Research. Er ist nicht der Einzige, der zunächst lieber vorsichtig ist, was die Einordnung des türkischen Putschversuchs betrifft. Wenn vielfach vermutet wird, Premierminister Erdogan stehe selbst hinter dem „dilettantisch“ angelegten Coup, kann auch dies der Ablenkung dienen. Doch wenn man sich die weltpolitische Lage ansieht und sich auf die Spuren des türkischen „Tiefenstaats“ begibt, sind verblüffende Erkenntnisse möglich.

Interessant ist natürlich, dass nicht alle das Scheitern des Putsches begrüssen, wie es etwa die transatlantische Vizepräsidentin des EU-Parlaments Ulrike Lunacek von den Grünen tut. „Das AEI (American Enterprise Institute) ist ein neokonservativer Think Tank in Washington, sein Gründer war der Asbestbaron Lewis Harold Brown.  Das AEI gilt als Denkfabrik auch des Militärisch Industriellen Komplexes und beschäftigt einen Pentagon-Mann, der den Putsch in Ankara vorausahnte: Michael Rubin publizierte im März für das AEI den Artikel ‚Could there be a coup in Turkey?‚ und lobte noch heute morgen den Putsch“, heisst es bei JasminRevolution 2.0. Freilich war es ein offenes Geheimnis, dass es im türkischen Militär rumort; nur der deutschsprachige Mainstream gibt sich überrascht, weil darüber ja auch nicht berichtet wurde.

Jens Blecker geht der Frage nach, ob der Coup bloß eine Inszenierung war: „Mangels eines eigenen Fernsehanschlusses und völlig überlasteten Livestreams, fuhr ich gestern Abend zu einem Freund um mir die mediale Berichterstattung anzusehen. Es wirkte derart surreal, dass man das Gefühl bekam es wäre ein sorgfältig geübtes Theaterstück. Soldaten wurden ‚abgeführt‘, als würde man sie auf die Tanzfläche eines Balls begleiten. Sanft an den Handgelenken, wurden diese an den Kameras vorbeigeführt. Ein Panzer wurde bestiegen und Fahneschwenkend übernommen. Gegenwehr oder Widerstand? Fehlanzeige. Insgesamt wirkten alle Soldaten die zu sehen waren eher so, als wären sie ein wenig verwirrt und unter völlig falschen Voraussetzungen in dieses Schauspiel hineingeraten. Die wenigen Bildsequenzen wurden in einem Loop abgespielt, der nahelegte dass alle Kameramänner in der Region im Kugelhagel ihr Leben verloren haben. Wiederholungen der immer gleichen Sequenzen.“

kroneputsch

Tweet der „Kronen Zeitung“

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Willy Wimmer: Kalte Schulter wäre angebracht

Wieder einmal naht die Münchner Sicherheitskonferenz, bei der vor zwei Jahren Bundespräsident Joachim Gauck die Weichen in Richtung Krieg nicht ohne deutsche Beteiligung gestellt hat. Sichtbare Folgen sind zerrüttete Beziehungen zu Rußland, ein Bundeswehreinsatz in Syrien und 1,1 Millionen meist vermeintliche „Flüchtlinge“ in Deutschland 2015. Der ehemalige CDU-Abgeordnete Willy Wimmer warnt vor der diesjährigen Sicherheitskonferenz und ihren Konsequenzen:

Da fließen aber derzeit jede Menge Krokodilstränen die Isar herunter. Herrn Dr. Ischingers Truppe läßt für die angebliche Münchener Sicherheitskonferenz, die sich mehr und mehr als ein Treffen notorischer Kriegstreiber aus dem westlichen Bündnis herausgestellt hat, verlautbaren, daß man zwar den russischen Präsidenten Putin eingeladen aber noch keine Antwort erhalten habe. Dazu wird sich der russische Präsident eine Meinung bilden und auch über den Umstand, das man die Einladung an ihn so herausposaunt, um an einem bekannten Bild zu stricken. Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes bedeutet auch, eine Entscheidung aus dem Kreml abzuwarten. Dabei sollte man auch damit fertig werden, ob diese nun kommt oder nicht.

Es gibt aber Gründe in Deutschland selbst, sich über die staatsfinanzierte Veranstaltung in München und ihren derzeitigen Vorsitzenden mit oszillierenden Tätigkeitsfeldern Gedanken zu machen und dabei durchaus Einladungen heranzuziehen. Jüngste Äußerungen von Staatssekretär a. D. Ischinger haben den mehr als schalen Nachgeschmack hinterlassen, es in Sachen Syrien mit einer Außenstelle des US-amerikanischen Senators John McCain zu tun haben zu können. Wenn man bedenkt, in welchem Maße die Bundesregierung hinter dieser Konferenz steht, muß die Frage erlaubt sein, wie groß eigentlich die Bandbreite der deutschen Politik ist, wenn letztlich staatsfinanzierte  Äußerungen von Herrn Ischinger die deutschen Nachrichtensendungen bestimmen? Oder gibt es in Berlin eine „Stabsstelle für Neben-Außenpolitik“ im Hause von der Leyen, das die Mittel für ausgreifende Münchener Weltsicht zur Verfügung stellt?

Wichtige Reden bedeutender Persönlichkeiten sind im Deutschland Merkels für die Katz. Warum also kommen?

Der Deutsche Bundestag war in einem Jahrzehnt in Berlin zweimal der Ort wegweisender Reden. Im Jahr 2001 sprach als erster russischer Präsident überhaupt Herr Präsident Putin vor den Damen und Herren Abgeordneten. Noch heute liest sich der Text dieser Rede wie ein europäisches Wetterleuchten der Vernunft, des Geschichtsbewußtseins und der notwendigen europäischen Balance mit anderen, auch der Vereinigten Staaten und Kanadas. Gerade, wenn man die noch amtierende Bundeskanzlerin zum Vergleich heranzieht, war nichts, aber auch gar nichts in der Rede von Präsident Putin auf Spaltung angelegt. Auch nicht, wenn man die gewachsenen Verbindungen in Europa und über den Atlantik heranzieht. Was hat Deutschland aus dieser Perspektive gemacht?

Die Frage kann und muß beantwortet werden. Bis heute und mit steigender Intensität hat die deutsche Politik als Washingtoner Wurmfortsatz dazu beigetragen, unserem russischen Nachbarn den Stuhl vor die Türe zu setzen. Die derzeitige deutsche Politik macht deutlich, daß sie weder die historischen Erfahrungen von Napoleon noch Hitler verarbeitet und in eine konstruktive Richtung gelenkt hat. Entweder wollte sie das nach 1998 nicht mehr oder konnte in Anbetracht der amerikanischen Weltherrschaftsüberlegungen und den tatsächlichen Machtverhältnissen nicht mehr anders? Dann muß die deutsche Politik heute mehr denn je die Frage beantworten, ob sie in Anbetracht aller historischen Beispiele für eine derartige Dominanzpolitik, der die gesamte NATO unterworfen ist, den Weg bis zum bitteren Ende gegen Rußland weitergehen will oder den „Globalspinnern“ in Washington in den Arm zu fallen gedenkt?

Dazu soll so etwas wie das Treffen in München der geeignete Ort sein? Und das ein Jahr vor einem neuen Amtsinhaber in Washington, der auf keiner politischen Seite mehr das verspricht, was den Vereinigten Staaten in der Vergangenheit Freunde und Verbündete eingetragen hat? Papst Benedikt XVI hat im Bundestag 2011 die Umstände beschworen, die 2015 durch die noch im Amt befindliche Bundeskanzlerin bewußt und willentlich herbeigeführt worden sind. Es war eine Sternstunde des Deutschen Bundestages, den Heiligen Vater zu dem zentralen Thema Europas sprechen zu hören. Kann man sich einen römischen Papst überhaupt vorstellen, der sich so ausdrücklich zum deutschen Rechtsstaat bekannte und die rhetorische Frage danach aufwarf, was den Staat eigentlich von einer Räuberbande unterscheide?

Um mit Bill Clinton darauf zu antworten: it’s the law, stupid. Dabei saß die heutige Bundeskanzlerin, die in Zusammenhang mit der seit Jahren sich abzeichnenden Migrationsentwicklung Anfang September 2015 geltendes deutsches und europäisches Recht „per ordre de mutti“ nicht nur außer Kraft gesetzt sondern diesen Zustand mittels der von ihr geführten Bundesregierung bis heute aufrechterhalten hat. Wir können alle nur hoffen, daß der „schwarze Sylvester“ in zahlreichen deutschen Städten eine Ausnahmeerscheinung gewesen ist. Wahrscheinlicher ist es wegen der Rechtsblindheit der von Frau Dr. Angela Merkel geführten Bundesregierung allerdings, daß diese Hoffnung trügen wird und unserem Land in schwierigster internationaler Lage eine Zeit höchster und schlimmster innerer Auseinandersetzungen bevorstehen wird. Der bei der Bundesregierung herrschende Notstand darf nicht zum Notstand der Republik werden.

 Das wird man bei allen unseren Nachbarn genau beobachten und nicht nur in London für seine Zwecke nutzen. In Warschau muß man sich verdutzt die Augen reiben, wenn der Ober-Teutone Öttinger von einem Aufsichtsregime für unsere Nachbarn schwadroniert. In einer Zeit, wo es in Berlin auf klare Kante ankommen würde, nimmt die Frau Bundeskanzlerin das friedensbetonte Deutschland aus dem Spiel. Das wird man auch in Moskau sehen und nicht nur dort. In Moskau wird man auch sehen, daß der amerikanische Präsident Obama zeitgleich die Hannover-Messe und vermutlich zur Förderung von TTIP auch das Volkswagenwerk in Wolfsburg besuchen könnte.

Vielen Dank, Herr Wimmer, für diesen Kommentar!

Was VW betrifft, setzen die USA dem Konzern derzeit ja heftig zu; es ist von geplanten Strafen bis zu 20 Milliarden Euro die Rede. Interessanter Weise ist aber der grösste Arbeitgeber in Deutschland der Caritasverband mit 590.000 MitarbeiterInnen; auch die Diakonie kommt auf beachtliche 453.000 Stellen. (1) Daher spielen diese Organisationen im Eigeninteresse „NGOs“ mit der Forderung, Merkels „Wir schaffen das!“ zu unterstützen. Die Kanzlerin scheint unbelehrbar, denn als sie Sternsinger empfing, forderte sie „respektvollen Umgang mit Fremden“, (2) und dies, nachdem zahlreiche Frauen in Köln, Stuttgart, Hamburg dem ausgesetzt waren, was Alice Schwarzer als „Terror“ bezeichnet. (3)

Dass Wimmer positiv auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin verweist, ist seinen Einblicken durch politische Kontakte geschuldet. Als Russia Today sein zehnjähriges Bestehen feierte, war dies mit einer Konferenz verbunden, zu der auch Wimmer eingeladen war. Dazu gehörte auch ein Empfang, bei dem Putin selbst vorbeischaute, der eine pointierte viertelstündige Rede hielt. (4) Brandgefährliche Konflikte, die bei der Sicherheitskonferenz wohl eher verstärkt als entschärft werden, schaukeln sich übrigens zwischen Saudi Arabien und dem Iran auf. (5)

(1) http://www.ortneronline.at/?p=38727
(2) http://www.spiegel.de/politik/deutschland/angela-merkel-fordert-respektvollen-umgang-mit-fremden-a-1070550.html
(3) http://www.aliceschwarzer.de/artikel/das-sind-die-folgen-der-falschen-toleranz-331143 – zu Köln auch: https://alexandrabader.wordpress.com/2016/01/05/fluechtlinge-und-gewalt-gegen-frauen
(4) siehe https://www.youtube.com/watch?v=s9eGTzn3ccY – ausserdem: Willy Wimmer im Interview mit Sputnik zur Zerstörung Europas durch die USA: https://www.youtube.com/watch?v=-ckf9i9rqHs und hier das Video von einem Vortrag am 2. Dezember 2015 in Salzburg: https://www.youtube.com/watch?v=2aujIFyzj7c
(5) http://www.konjunktion.info/2016/01/iransaudi-arabien-die-spannungen-nehmen-zu-im-auftrag-der-usa/