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Ehe für alle bedeutet nicht Menschenrechte für alle

Der Verfassungsgerichtshof hat entschieden, dass es die Ehe für alle geben muss, weil die Unterscheidung zwischen heterosexueller Ehe und homosexueller Verpartnerung diskriminierend sei. Einige bejubeln das als Sieg über die kommende schwarzblaue Regierung und verwechseln das Recht, von Ehe zu sprechen, mit der Durchsetzung von Menschenrechten in Österreich allgemein. Galt der Wunsch zu heiraten wie Heteros früher bei vielen Homosexuellen als allzu bürgerlich, ist er heute längst im Mainstream angekommen. Das bedeutet zum einen tatsächlich mehr Toleranz, zum anderen aber auch, dass Homosexuellenrechte für eine Agenda benutzt werden. Viele haben gecheckt, dass Propaganda für die Aufnahme von „Flüchtlingen“, die keine gemäss Genfer Konvention sind, den Sozialstaat und das Staatsgefüge allgemein ins Wanken bringt. Wir definieren uns aber nicht nur über Staatszugehörigkeit und Heimatgefühl, sondern auch als Individuum, das mehrheitlich heterosexuell ist und in Beziehungen lebt oder dies anstrebt. Die hier propagierte „Buntheit“ ergänzt jene der ethnischen Vielfalt um die der Geschlechter und der sexuellen Orientierungen.

All das kann Diskriminierung minimieren, doch der Hauptzweck ist Destabilisierung, da aufgebauscht wird, was kein Thema sein sollte. Wenn zwei Menschen heiraten wollen, sollte es egal sein, ob es sich um Mann und Frau oder Mann / Mann bzw. Frau / Frau handelt. Wenn jemand meint, sein / ihr biologisches Geschlecht sei das Falsche, soll sie / er sich als Transgender empfinden. Es ist allerdings schon aus der Frauenbewegung der 1970er Jahre bekannt, dass manch eine medial zur Ikone gemachte Feministin eine Gesellschaft anstrebte, in der die Hälfte der Bevölkerung schwul und lesbisch ist. Camille Paglia meinte in einem Interview, dass echte Transgender weit seltener sind als angenommen und suggeriert wird. Im Gegenteil ist es Anzeichen des kulturellen Zusammenbruchs, wenn immer mehr junge Menschen glauben, sie seien mit den falschen Geschlechtsmerkmalen geboren. Paglia ist lesbisch und erinnert daran, dass die Schwulen- und Lesbenbewegung einmal rebellisch und widerständig war und nicht Vorreiterin für political correctness.

Der SPÖ-Abgeordnete Mario Lindner auf Twitter

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Christian Kern ist Regenbogenkanzler

Am 18. Juni 2016 konnten die Gegensätze scheinbar nicht grösser sein: beim „Marsch für Jesus“ sprach Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP), bei der Regenbogenparade hingegen Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ). Freilich verbindet zumindest einen Teil der jeweiligen BesucherInnen mehr denn je, da beide Seiten sich für schrankenlose Zuwanderung unter dem Deckmantel „Schutzsuchende“ aussprechen. Was viele „Schutzsuchende“ von Homosexualität und „Vielfalt“ halten, wird denen erst bewusst werden, die nicht dadurch gewarnt sind, dass nach den Übergriffen von Köln feministische Überzeugungen über Bord geworfen wurden.

Absolutes Highlight bei der Regenbogenparade war eine kurze Ansprache von Kanzler Kern, die von Christine Tauzher in „Heute“ so beschrieben wird: „Einen Kanzler, der in verwaschenen Jeans ohne Krawatte auf der Regenbogenparade zu den Massen spricht, der bejubelt wird wie ein Popstar, der lächelt, der sich freut, der keine leeren Floskeln herunterratscht, der frei spricht, der ohne mit der Wimper zu zucken ’schwul‘ und nicht ‚heterosexuell‘ sagt, der es beschämend findet, dass Schwule und Heteros nicht gleichgestellt sind und der das ändern will – einen solchen Kanzler gab es in Österreich noch nie.“ Und sie fügt hinzu: „Das Erstaunliche: Man nahm ihm jedes Wort ab. Es  klang echt und nicht so aufgesetzt und künstlich wie die Reden, die wir von Werner Faymann gewohnt waren –  ganz abgesehen davon hätte sich Kerns Vorgänger nie auf eine derartige Veranstaltung verirrt.

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LGBTI und Gewalterfahrungen: Neue Studie präsentiert

Erinnert man sich daran, wie die Regenbogenparade in Wien beworben wurde und was man sich auch im Pride Village am Rathausplatz ansehen konnte, entsteht der Eindruck umfassender gelebter Toleranz. Dies ist jedoch ein oberflächliches Bild, wie eine Studie deutlich macht, in der Gewalterfahrungen von LGBTI-Personen im Auftrag der GayCops Austria erhoben wurden. Man möchte auch als Außenstehende/r meinen, dass die „Community“ für ein Gefühl des Angenommen Seins sorgt, das sich auf die Bereitschaft auswirkt, Gewalt nicht hinzunehmen.

Tatsächlich machen aber die meisten traumatische Erlebnisse mit sich aus, und nicht wenige der Betroffenen entwickeln posttraumatische Belastungsstörungen. Die Haltung der Befragten zur Polizei an sich ist neutral, und doch wenden sich nur 20% der Opfer von Übergriffen an sie. Für die Studie wurde auf der Webseite der GayCops (1), auf Facebook und in der Szene geworben; größtmögliche Anonymität bei der Durchführung war gewährleistet. Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexed sind zehnmal häufiger Opfer von Gewalt als die Gesamtbevölkerung, so ein Ergebnis der Untersuchung. Dabei ist der „typische“ Gewaltakt das Vorgehen mehrerer junger Männer gegen einen Mann, den sie nachts allein auf der Straße im städtischen Umfeld stellen.

Übergriffe reichen von Beleidigungen über Drohungen bis zu Körperverletzung und Eigentumsdelikten; dabei wurde in der Befragung angegeben, welche Handlungen als Straftaten bewertet werden. Die TeilnehmerInnen wurden also gefragt, ob Ihnen dies schon einmal in Zusammenhang mit ihrer sexuellen Orientierung angetan wurde. Sowohl bei Beleidigung als auch bei Körperverletzung ist der Prozentsatz an Betroffenen, die Posttraumatischen Stress entwickeln, höher als in der Gesamtbevölkerung, wie Patrick Hart von IG Soziologische Forschung ausführt. Aber es wird auch festgestellt, dass „nur die wenigsten Opfer professionelle Hilfe“ suchen, „auch wenn sie von den Taten schwer mitgenommen sind. Offensichtlich fällt es den Opfern also schwer, über das Erlebte zu sprechen.“ (2)

 

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