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10 Jahre Wikileaks

Mit einer Pressekonferenz in Berlin, zu der Julian Assange aus der ecuadorianischen Botschaft in London live zugeschaltet wurde, feiert Wikileaks sein zehnjähriges Bestehen. Zu von manchen erwarteten neuen Enthüllungen Hillary Clinton betreffend ist es (noch?) nicht gekommen. Dafür gab es auch eine Stellungnahme der Vereinten Nationen zur Verfolgung von Assange durch die USA, die in ihm einen Terroristen sehen und die Wikileaks des Cyberterrorismus bezichtigen. Doch hat Wikileaks wirklich etwas verändert, und wem nützen die Enthüllungen?

Man kann die Presseunterlagen im Netz ansehen, bei denen auffällt, dass „Cablegate“ mit dem Release von US-Botschaftsdokumenten heruntergespielt wird. Am Ende der Darstellung werden Fragen mit Nein beantwortet etwa Schaden für Personen durch Enthüllungen betreffend, jedoch eines bejaht: dass die Plattform Hillary Clinton und den Democratic National Congress ins Visier nimmt. Sucht man nach Verbindungen zwischen George Soros und Julian Assange, sieht man, dass Assange das Thema Soros-Einfluss generell herunterspielt: „It is common) in the US to allege George Soros is behind everything. To be fair, the only vaguely conspiratorial things that George Soros has been behind is some of the ‚Colour Revolutions‘ in Eastern Europe about five or six years ago that I know about.“

Dann aber wissen einigermaßen politisch Interessierte weitaus mehr als Assange, zumal sich Wikileaks nie mit Soros befasst hat. wenngleich in geleakten Clinton-Mails auch Bezug zu Soros zu finden ist. Da Wikileaks eine Plattform ist, die mit „10 years – 10 million documents“ wirbt, wird zwar gecheckt, was veröffentlicht wird, doch in der Masse an Files werden sich viele verirren. Sie werden dadurch nicht aufgeklärter, sondern haben das Gefühl, dass sie niemandem mehr trauen können. Zudem ist Wikileaks Partnerschaften mit (transatlantischen) Medien eingegangen, auf die man auch bei der Pressekonferenz stolz verwiesen hat. „Weak digital curation undermines impact“ schrieb Wikileaks auf Twitter zu den Soros betreffenden DC Leaks. Es ist vielleicht unbeabsichtigt ironisch, dass Sarah Harrison von Wikileaks, die auch bei der Pressekonferenz sprach, den Willy Brandt-Preis für politischen Mut erhielt. Denn Brandt wurde einst von der CIA unterstützt, wie man etwa der Doku „Germany Made in USA“ entnehmen kann.

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