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Ibizagate und die schweigsame Maklerin

Ibizagate soll nun aufgeklärt sein; keine Spur von Geheimdiensten, dafür eine Tätergruppe, die für die einen kriminell ist, während andere sie bagatellisieren. Doch kann es wirklich so einfach sein, zumal zumindest der Einsatz des 2017 produzierten Materials hochprofessionell im Sinne politischer Weichenstellungen war? Dieser Tage überschlagen sich die Ereignisse, da immer mehr aus den Ermittlungen durchsickert, der Konflikt um die Casinos Austria damit verbunden eskaliert und eine Ibizagate-Zeugin an die Öffentlichkeit trat. Bezeichnend ist, dass Justizminister Clemens Jabloner daran zweifelt, dass ein politischer Plan im Hintergrund stand. Anders sieht es bei Innenminister Wolfgang Peschorn aus, der sich auch dagegen wandte, dass Medien Material zugespielt wird. Prompt setzte man eins drauf, indem Polizeiakten bei Peter Pilz landeten, um die viel Wirbel gemacht wird, weil es um Kokainspuren bei Johann Gudenus geht. 

Justiz und Polizei deklarieren sich, wenn sie Pilz ganze Akten zukommen lassen, denn dann ist an faire Verfahren nicht zu denken. Außerdem spricht dies Bände, was Ermittlungen betrifft, die Pilz angestrengt hat oder / und die sich mit ihm befassen (müssten). Zum Ibiza-Narrativ gehört diese Beschreibung des unten zu sehenden Clip von oe24: „Die Motive der Ibiza-Bande: Das ‚Heldenepos‘ vom ‚Kampf gegen rechts‘ zerbröselt. „Es war blanker Hass. Die Luxus-Immobilienmaklerin M. tobte, nachdem sie zuerst von Johann Gudenus und später auch von Heinz-Christian Strache abserviert worden ist‘, verrät ein Insider aus der Clique rund um den Ibiza-Krimi, die sich immer wieder in teuren Wiener Lokalen und bei Clubbings getroffen hat.“ Damit ist Irena Markovic-Wischenbart ganz und gar nicht einverstanden, die nun zu einem Interview mit Puls 24 bereit war. Sie beteuert, dass sie komplett ahnungslos und daher fassungslos war, als sie von Tajana Gudenus am 17. Mai erfuhr, was passiert war. Sie kannte Anwalt Ramin Mirfakhrai von einer Vertragserrichtung, zu der ihn ein Kunde gebeten hatte – es ist ganz normal, dass der Käufer/Mieter sich seinen Anwalt aussucht.

Clip von  oe24

 

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Coup Teil 79: Die Masken fallen

In den letzten Tagen des Wahlkampfes fallen die Masken: die Grünen sind mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert, die Pilze klagen alles und jeden und wollen um jeden Preis verhindern, dass Sebastian Kurz wieder Kanzler wird. NEOS rudern herum, wenn sie auf ihren Ex-„Berater“ Tal Silberstein angesprochen werden und haben mit Quereinsteiger Helmut Brandstätter eher danebengegriffen. Die ÖVP wurde offenbar wirklich gehakt mit Datendiebstahl bis zuück in die 1990er  (Schüssel-) Jahre, während in der FPÖ Herbert Kickl Haider-Töne anschlägt. Was die SPÖ betrifft, finden viele Pamela Rendi-Wagner nett und sympathisch, „aber sie ist keine Politikerin!“, während es dauernd Querschüsse aus dem Burgenland gibt. Beginnen wir bei den Grünen, wo die Korruptionsstaatsanwaltschaft wegen der Verbindung zwischen Flächenwidmungen und Spenden an einen Verein von Ex-Stadtrat Christoph Chorherr ermittelt. Inzwischen ist bekannt, dass man auch eine „Machbarkeitsstudie“ bei einer Firma zu erstellen hatte, an der Katharina Kothmiller-Chorherr beteiligt ist. Auch wenn es um die (Pseudo?-) Einbindung der Bürgerinnen unnd Bürger geht, mischen diese Unternehmen mit. 

Die Grünen sollten eigentlich dank Klimathema zu Profiteuren von Ibizagate werden, sehen sich aber nun mit gravierenden Anschuldigungen konfrontiert. Für Chorherrs Projekte spendeten immerhin Michael Kerbler, Rene Benko, Michael Tojner, Erwin Soravia, Willi Hemetsberger und andere („Ithuba“ für Schulen in Südafrika kommt von der „Ithuba Capital„). Zumindest bei Benko, Hemetsberger und Conwert-Gründer Kerbler tun sich da Connections zum Netzwerk um Alfred Gusenbauer, Martin Schlaff, Gabriel Lansky, Leopold Specht und Hans Peter Haselsteiner auf, mit einer gewissen Silberstein-Komponente. Einige Medien halten den Ball mehr als flach; kein Wunder, dass dazu auch der ORF gehört, wo Pius Strobl tätig ist, den wir einst bei Kerbler fanden. Es gibt sogar einen Ibiza-Aspekt, weil Kerbler mit Markus Wischenbart problematisches Time-Sharing in der Dominikanischen Republik anbietet und Irena Markovic-Wischenbart die „Immobilienmaklerin“ ist, die dazu beitrug, die Ibiza-Falle anzubahnen. Auch die empörten Reaktionen der Rathaus-Opposition machen deutlich, dass die FPÖ in Ibiza allenfalls herumspintisierte, auch Grüne aber längst in der Praxis angekommen sind.

FPÖ bastelt grünes Sujet

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