Schlagwort-Archive: Hamburg

Willy Wimmer: Ist Deutschland von der Rolle?

Paradigmenwechsel in der Politik werden nicht nur durch Worte, sondern auch in Abläufen, Zeitplänen und der Art und Weise sichtbar, wie mit Ereignissen umgegangen wird. Willy Wimmer war lange CDU-Bundestagsabgeordneter und zur Zeit von Kanzler Kohl Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Er beginnt seine neueste Analyse mit dem Begräbniszeremoniell für Helmut Kohl und befasst sich dann mit der Politik Angela Merkels, die wahrscheinlich wieder Wahlsiegerin sein wird. Denn während der Mainstream zuerst SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz bejubelte, wird nun wieder die „Weltkanzlerin“ abgefeiert:

Der Unterschied könnte nicht größer sein. Gerade erst wurde Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl zu Grabe getragen. Irgendwie schien das Land, das dem Toten unendlich viel zu verdanken hatte, es eilig dabei zu haben, das militärische Zeremoniell vor dem Dom zu Speyer durchzuziehen. Die Besucher des Trauer-Gottesdienstes waren zum Großteil noch im Dom,  da wurde draußen schon die Nationalhymne intoniert. Der Eindruck drängte sich auf, daß es der derzeitigen Staatsspitze nicht schnell genug gehen konnte. Dabei hatten diejenigen, die am Sarg des verstorbenen Bundeskanzlers Worte des Gedenkens gesprochen hatten, noch seine Nähe zu den Menschen betont. Sie hatten deutlich gemacht, welches Vertrauen er bei den Staatschefs von nah und fern genossen hatte.

Begräbnis von Helmut Kohl

Willy Wimmer: Ist Deutschland von der Rolle? weiterlesen

Advertisements

Was Trumps Besuch in Paris bedeutet

Der Besuch von US-Präsident Donald Trump in Paris wird vor allem an der Oberfläche wahrgenommen: Da geht es um den 14. Juli, den französischen Nationalfeiertag oder um die knappen Kleider von Brigitte Macron, neben denen Melania Trump bieder wirkt. Und Mr. Trump scheint einmal mehr ins Fettnäpfchen getreten zu sein, wenn sein Lob für Frau Macrons physische Kondition mit „Sie haben sich gut gehalten!“ übersetzt wird. Der Historiker,  Buchautor und ehemalige Berufssoldat Wolfgang Effenberger sagt uns aber, worauf es wirklich ankommt:

Nach dem Klimadissens auf dem G-20-Gipfel startete der französische Staatspräsident Emmanuel Macron in Richtung des US-Präsidenten Donald Trump eine besondere Charmeoffensive. Am Nachmittag des 13. Juli 2017 empfing Macron den US-Präsidenten mit militärischen Ehren vor dem Invalidendom, der Grabstätte von Napoleon Bonaparte. An der Grabstätte des Kaisers dann Fotoshooting. Diese Auszeichnung ist ungewöhnlich und löst Fragen aus. Welches Signal kann vom Grab Napoleons, der im Zuge seiner Eroberungen die Mitglieder seiner Familie auch in anderen Ländern als Herrscher installierte, dessen Armeen Europa zertrampelten und der vor Moskau seine große Niederlage erlebte, ausgehen?

Trump und Macron bei Pressekonferenz

Was Trumps Besuch in Paris bedeutet weiterlesen

Willy Wimmer: High Noon in Washington

Die Regisseure sitzen in den USA, wenn Angela Merkel nach dem G 20-Gipfel in mehreren Medien zeitgleich zur „Weltkanzlerin“ ausgerufen wird. Als Donald Trump im November 2016 wider allen geschürten Erwartungen zum Präsidenten gewählt wurde, machte man sie zum „leader of the free world“. Es scheint, dass inszenierte Ausschreitungen im Hamburger Schanzenviertel, wo die Linke stärkste Partei sind, alles „Linke“ diskreditieren sollten, damit Merkel wiedergewählt wird. Auf jeden Fall geht das Trump-Bashing unvermindert weiter, und zwar auch aus Großbritannien, analysiert Willy Wimmer:

In London dürften die Buchmacher Wetten annehmen. Wetten darauf, ob am nächsten Morgen die Sonne aufgeht oder Donald Trump noch Präsident seines Heimatlandes ist. Wenn Hillary Clinton oder John McCain amerikanische Präsidentin oder Präsident sein würden, könnte man getrost darauf wetten, daß am nächsten Morgen die Sonne nicht aufgehen würde, weil wir uns im Atomkrieg befinden würden. Mit Donald Trump ist zwar eine Menge los, aber mit ihm haben wir wenigstens eine Chance. In Washington ist der Selbstzerstörungsmodus eingeschaltet. Die Wahl von Herrn Präsidenten Trump hat der Welt ein „Aha-Erlebnis“ beschert und den vorhandenen Staats-und Regierungschefs die seltene Gelegenheit, am lebenden Objekt festzustellen, wie man fertiggemacht wird und wie die Riemen auf Krieg umgelegt werden.

Trump trifft Putin bei den G 20

Willy Wimmer: High Noon in Washington weiterlesen

Gewaltexzesse in Hamburg – eine verdeckte Aktion

Kenner der verdeckten Vorgangsweise von Geheimdiensten wussten sofort, wie sie die Gewaltszenen parallel zum G 20-Gipfel in Hamburg einzuordnen hatten. Dazu genügen einige Merkwürdigkeiten wie die scheinbare Überforderung von Sicherheitskräften, die z.B. gegen anreisende Fußballhooligans sehr wohl im Vorfeld einschreiten. Doch die meisten Menschen lassen sich perfekt gegeneinander ausspielen – in diesem Fall „links“ gegen „rechts“ wie zuvor pro und contra „refugees“, die keine Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention sind. Zwar werden kritische Berichte auch in den sozialen Medien geteilt, weit mehr noch aber der Empörung über „Polizeigewalt“ oder „linksradikale Kriminelle / Terroristen“ Ausdruck verliehen.

Mit anderen Worten sind die Leute genau dort, wo man sie haben will und wo man sie damit beschäftigt hält, gegeneinander aufzutreten, statt zu erkennen, dass sie so Spielball gegen sich selbst sind. Nicht „das System“ muss sich ändern oder dieser und jener Gruppe mit neuen Gesetzen zu Leibe gerückt werden, sondern DU SELBST, wenn du dich dafür entscheidest, dich benutzen zu lassen. Wer gesteuerte d.h. verdeckte Aktionen erkennt und anderen erklärt, kommt sich oft vor wie ein Fisch, der im Aquarium spricht, den aber das „Normalvolk“ nicht verstehen kann / will. Denn das Durchschauen von Mechanismen kann erlernt werden und ist dank kritischer Infos im Netz auch leichter als früher, aber es erfordert Selbstermächtigung. Dann jedoch kann niemand bei mir oder dir Emotionen erzeugen, um uns zu reflexhaften Reaktionen unter Ausschaltung des Verstandes zu manipulieren. Dabei gilt als Faustregel, dass umso nachhaltiger vollendete Tatsachen geschaffen werden, je massiver am Kreieren von Emotionen gearbeitet wird.

„Focus“ über Reaktion der Grünen

Gewaltexzesse in Hamburg – eine verdeckte Aktion weiterlesen

Willy Wimmer: Trump welcome – G 21 Treffen in Hamburg

Während „unsere“ Medien seit Monaten so tun, als stehe der Rücktritt von US-Präsident Donald Trump unmittelbar bevor, bereitet man sich in Deutschland auf ein Treffen mit ihm vor. Dies gibt stets willig transatlantischen Politikern Gelegenheit, sich gegenüber dem Unbequemen aufzuplustern – wobei eine gewisse Unsicherheit, was einen erwartet, für Beobachter ja ganz amüsant sein kann. Das findet auch Willy Wimmer, der lange für die CDU im Bundestag saß:

Das wird was werden. Da kommt jemand als US-Präsident zum Treffen der Staats-und Regierungschefs aus dem sogenannten G-20 Format nach Hamburg und man weiss nicht, ob er mehr als das Weiße Haus in Washington repräsentiert. Nach eigenem Bekunden vom letzten Wochenende befindet er sich im Belagerungszustand seiner parteiübergreifenden innenpolitischen Gegner in seinem Heimatland. Hinzu kommt, daß er ein Land besucht, das in fast hündischer Abhängigkeit seinen Amtsvorgängern seit 1945 zu huldigen pflegte. Ihn, den jetzigen amerikanischen Präsidenten, kann nur die Gewißheit beschleichen, daß er es nicht schaffen dürfte, zu einem der deutschen Kirchentage eingeladen zu werden. Dabei macht es überhaupt keinen Unterschied, zu welcher der bekannten Kanonen-Segner-Konfessionen er sich bekennen könnte.

Wenn Trump nach Hamburg kommt….

Willy Wimmer: Trump welcome – G 21 Treffen in Hamburg weiterlesen

Flüchtlinge und Gewalt gegen Frauen

Wenn konsequent zugelassen wird, dass sich männliche Einwanderer an keine Gesetze halten müssen und von hinten bis vorne bedient werden, braucht man sich nicht über die organisierten Übergriffe auf Frauen zu Silvester in Köln, Stuttgart und Hamburg wundern. Letztlich wurden die Grundlagen für diese und kommende Gewalt gegen Frauen mit Merkels „wir schaffen das!“ und einer unkontrollierten Massenzuwanderung gelegt.

Dass nicht nur Asylwerber Frauen sexuell belästigten und ausraubten, sondern auch vermeintlich Integrierte, zeigt lediglich auf, dass bereits bisher von „Wir schaffen das!“ keine Rede sein konnte. Überrannte Grenzgemeinden trugen wider Willen dazu bei, eine bei vielen vorhandene paschahafte Anspruchshaltung zu verstärken. Es mag für sich vielleicht noch harmlos klingen und bloss empören, ist aber ein Detail von vielen, die sich zu einem komplexen Bild zusammenfügen: das Bundesheer sollte vorübergehend, was schliesslich zur Dauereinrichtung für das budgetär ohnehin vernachlässigte Militär wurde, für Flüchtlinge kochen.

Dabei erlebten die SoldatInnen, dass Flüchtlinge Essen wegwarfen, weil ihnen eh gleich wieder jemand etwas anbietet; beim Heer selbst bekommt man das nächste Mal weniger, wenn man sich zuviel auf den Teller gepackt hat. Medien tragen das Ihre dazu bei, wenn sie sich über reichhaltige Verpflegung mit einer Auswahl beschweren, die jedoch nur Flüchtlingen zugute kommt, während Arme und Obdachlose weit schlechter behandelt werden. (1) An der Grenze zwischen dem Burgenland und Ungarn beispielsweise lag nach dem grössten Ansturm kilometerweit Weggeworfenes an den Straßenrändern, von Kleidung über Decken, Zelte und Essen; darüber und über verwüstete Eisenbahnwaggons wurde nicht berichtet.

Zwar werden auch Frauen Dinge einfach fallen gelassen haben, aber es ist doch auch typisch für Männerverhalten; umso mehr sind es Kurzmeldungen über gewalttätige Auseinandersetzungen. Dass 100 Syrer und Afghanen in Unterpremstätten bei Graz aufeinander losgegangen sind, ist der „Kronen Zeitung“ am 5. Jänner 2016 nur eine kleine Notiz wert. Gewalt gegen Helferinnen wird im Mainstream  so sehr tabuisiert, dass man nicht weiss, was von via Postings und Mails transportierten angeblich authentischen Erfahrungen zu halten ist.

Frauenverachtung und vollkommen falsche Vorstellungen vom Zusammenleben zwischen den Geschlechtern sind aber typisches Merkmal vieler jener Männer, die von Medien, „den“ NGOs, Grünen und SPÖ zu „Schutzsuchenden“ verniedlicht werden. Tagtäglich grüssen vermeintlich „Schutzbedürftige“ Helferinnen nicht, geben ihnen nicht  die Hand, ignorieren sie, lassen sich aber gerne von hinten bis vorne verdienen; so vorhanden sitzen ihre mehr oder weniger stark verschleierten Frauen daneben. Junge Männer, die aufgeschlossener wirken, sind jedoch auf ihre Art auch recht anstrengend, weil sie meinen, Frauen, die ihnen gegenüber allein auftreten, seien verfügbar. (2)

Wenn in Deutschland via Twitter-Hashtag thematisiert wird, wieviele Frauen bei Talkshows zu Wort kommen, sollte man dies einmal auf Pressekonferenzen und andere Auftritte jener Personen umlegen, die uns endlose „Willkommenskultur“ auferlegen. Statt #0FrauTV kann man auch #0FrauPK verwenden, etwa für eine Pressekonferenz von Rotem Kreuz, Diakonie, Caritas, Samariter Bund und Volkshilfe vor Weihnachten, bei der den mehrheitlich weiblichen HelferInnen (auch freiwilligen, ohne die es nicht ginge) weitere Belastungen ohne Ende auferlegt wurden. (3) Es ist sicher auch kein Zufall, dass Frauen bei SPÖ und Grünen eines dürfen, nämlich sich „traditionell weiblich“ dafür einsetzen, dass noch mehr Männer aus einer fremden Kultur zu uns kommen.

Vor der Wiener Wahl fragte ich Martina Faymann, Ehefrau des Bundeskanzlers und Vorsitzende des Vereins Wiener Frauenhäuser, und Andrea Brem, die Geschäftsführerin des Vereins, nach Übergriffen auf Frauen und den Sorgen vieler Frauen. Sie meinten lapidar, dass Frauen keine Angst vor Migration haben sollen, da das grösste Problem die „Väterrechtler“ darstellten. Während man / frau den Eindruck hat, dass jedes sexistische Posting auf Facebook oder jede ungeschickte Aussage eines Politikers einen Proteststurm auch an Presseaussendungen bewirkt, herrscht jetzt Schweigen im Walde.

Dies verwundert nicht, war doch das Echo eines offenen Briefes des Vereins der autonomen Frauenhäuser nach Berichten über Gewalt gegen Frauen im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen bescheiden. Er wurde im Mainstream nicht erwähnt, und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und andere PolitikerInnen reagierten bis auf Ausnahmen nicht.

Natürlich ist dies Wasser auf den Mühlen von FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl: „Die unfassbaren Vorkommnisse während der Silvesternacht in Köln, bei denen an die 80 Frauen von rund 1000 arabischstämmigen Männern umringt, sexuell bedrängt und ausgeraubt wurden, sollte eigentlich ein Lichtermeer in den Köpfen der Willkommensklatscher auslösen. Und zwar in der Form, dass ihnen ein Licht aufgeht.“ Und er fügt hinzu: „Wer bis jetzt noch immer nicht verstanden hat, dass es keine gute Idee war zehntausende junge Männer aus den arabischen Staaten unkontrolliert einreisen zu lassen, dem ist hoffentlich jetzt ein Licht aufgegangen.“ Für die FPÖ ist „mindestens genauso so erschreckend wie die Übergriffe selbst“, dass „bis auf wenige Ausnahmen großes Schweigen bei den ansonsten dauerbetroffenen Medien“ hersche.

„Ebenso kein Wort aus der sonst bei jeder Kleinigkeit aufheulenden Gender- und Feministenecke. Auch die Frauenministerin, die sich selbst bei Steinigungen für Gleichberechtigung einsetze, bleibe stumm, zeigte sich Kickl von der herrschenden Bigotterie entsetzt. ‚Wer jetzt dazu schweigt hat jede Legimitation verloren für sich in Anspruch zu nehmen Frauenrechte zu vertreten‘, so Kickl.“ (4) Die Caritas weiss von ihren Projekten vor Ort genau, welchen Übergriffen Frauen in Flüchtlingslagern ausgesetzt sind, schweigt aber stets zu Gewalt gegen Frauen ob in den Nachbarländern Syriens oder bei uns. Stattdessen wird um Spenden geworben, damit keine Kinder in Lagern im Libanon erfrieren. (5)

Im „Standard“ findet man neben Aussagen des Flüchtlingskoordinators der Innenministerin Kilian Kleinschmidt, wonach Obergrenzen eine „vollkommene Utopie“ darstellten, (6) einen auf Agenturmeldungen basierenden Text zu Köln. (7) UserInnen fragen zu Recht, ob es denn keine Redakteurin gibt, die sich des Themas ernsthaft annehmen kann, und ihnen fällt auf, dass österreichische Medien herunterspielen, dass es auch um Asylwerber geht. Eine/r weist auf den „Kölner Express“ hin: „Dem Polizisten gelang es, etwa acht verdächtige Männer aus der Menge zu holen und festzunehmen. ‚Sie hatten alle kopierte Papiere dabei, Aufenthaltsbescheinigungen für Asylverfahren.'“

Im Radio-Mittagsjournal wurde zwar ein zutiefst erschütterter Ermittler interviewt, der eine Frau zitierte („sie haben mir in alle Körperöffnungen gegriffen“) und der meinte, die Opfer haben das Gefühl gehabt, sich in einer anderen Welt zu befinden. Auf der Webseite von Ö1 wird darauf jedoch nicht hingewiesen (8) und man findet auch (unmittelbar nach der Sendung, als anderes schon vorkommt) keinen Beitrag dazu. Medien, die keine Kosten und Mühen scheuen, um Flüchtlinge auf eine Weise zu begleiten, die an Schlepperei grenzt, sind jetzt desinteressiert. Dazu gehört „Österreich“, das monatelang mit allen Mitteln den Hype anheizte, am 5. Jänner aber nur knapp meldet, der Skandal bestünde darin, dass (andere) zuerst nicht berichteten. Der „Kurier“, der wie alle anderen seit mehr als einem halben Jahr auf Refugees-Hype macht, lässt eine Redakteurin deutsche Berichterstattung zusammenfassen:

„‚Mir wurde unter mein Kleid und an mein Gesäß gegriffen‘, zitiert der Kölner Stadt-Anzeiger eine Betroffene. ‚Plötzlich spürte ich eine Hand an meinem Po, dann an meinen Brüsten, schließlich wurde ich überall begrapscht‘, sagt ein anderes Opfer gegenüber der Boulveardzeitung Express. Bisher haben sich 60 Frauen bei der Polizei gemeldet; dort vermutet man aber, dass die Opferzahl weit höher liegen dürfte. Die Täter seien, so sagen Zeugen, stark alkoholisiert und enthemmt gewesen, sie sollen aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum stammen. Dies hätten alle Zeugen übereinstimmend ausgesagt.“ (9) Bei diestandard.at findet man / frau neben dem Text des „Herrenstandard“ eine ältere Meldung vom Juli letzten Jahres, wonach mehr als ein Drittel der Frauen, die sich in Tirol in Psychotherapie begeben, Gewaltopfer sind. (10)

Dies weist darauf hin, dass Gewalt gegen Frauen zwar nicht zu  unserer Kultur gehören soll, jedoch erst nach und nach eliminiert wird, zugleich aber Gewalterfahrungen nicht zuletzt in Verbindung mit Migration zunehmen. Was Mitarbeiterinnen von Frauenhäusern zwar bei Diskussionen ansprechen, aber keinen Eingang in die Berichterstattung nimmt, ist die Erfahrung, dass „neue Formen der Gewalt“ vorkommen, etwa extreme Kontrolle. Es gibt Frauen, die jahrelang ausschliesslich in Begleitung ihres Ehemannes die Wohnung verlassen, der sogar beim Gynäkologen mit ins Behandlungszimmer geht. Insofern ist es auch müßig, darüber zu diskutieren, wie viele der zu ermittelnden Täter von Köln, Stuttgart, Hamburg und anderswo Asylwerber sind und welcher Prozentsatz bereits einen Aufenthaltstitel hat, also „integriert“ sein sollte.

„Telepolis“ berichtet zwar kritisch, macht sich aber ständig Sorgen darüber, dass Gewalt gegen Frauen jenen „Rechten“ Auftrieb geben könnte, die gegen unkontrollierte Einwanderung sind: „Bis zum Montag waren 60 Anzeigen von 80 Geschädigten eingegangen, ein Viertel wegen sexueller Übergriffe, ansonsten ging es um Diebstahl und Körperverletzung. Es gab eine Vergewaltigung. Die Polizei geht von einer höheren Dunkelziffer aus und fordert alle Opfer und Zeugen auf, sich zu melden. ‚Das ist eine völlig neue Dimension der Gewalt. So etwas kennen wir bisher nicht‘, sagte der NRW-Landesvorsitzende der GdP, Arnold Plickert, gegenüber der dpa. Die stark alkoholisierten Täter seien ‚völlig enthemmt gewaltvoll‘ vorgegangen. Offenbar hat die Polizei in der Nacht nichts davon bemerkt, sondern hat den Bahnhofsvorplatz deswegen räumen lassen, weil die Menge mit Feuerwerkskörpern beschossen worden war. Auf Videos ist zu sehen, wie Jugendliche gezielt Raketen auf Menschen abschossen. Von den Vorgängen habe man erst durch die Anzeigen im Laufe des Neujahrtages erfahren.“ (11)

Was sagt Angela Merkel dazu, die (zu Unrecht) als „mächtigste Frau der Welt“ in Medien gefeiert wird? Wo ist der #Aufschrei der feministischen Szene, der Frauenpolitikerinnen, wo sind Recherchen von Journalistinnen, die ja Zitate aus Deutschland damit ergänzen könnten, Politikerinnen und im Gewaltschutzbereich aktive Frauen zu befragen? Wo sind nicht zuletzt auch Stellungnahmen von Männern, die sehr viel dafür tun können, gegen Gewalt an Frauen einzuschreiten? Anke Domscheit-Berg schreibt in ihrem Buch „Ein bisschen Gleich ist nicht genug!“, dass „coole Männer“ sich so verhalten: „Sie vergessen nie, dass jede betroffene Frau ihre Partnerin, Tochter, Mutter oder Schwester sein könnte. Es reicht ihnen nicht, zu sagen, ‚Nicht alle Männer sind so‘, denn es gibt zu viele Männer, die noch so sind. Wir brauchen Männer, um dies zu ändern.“ (12)

 PS: Die SPÖ Burgenland stellt Presseaussendungen nicht auf die Webseite der APA, sondern verwendet ihren Mailverteiler. Darin nimmt der für Asyl zuständige Landesrat Norbert Darabos unter dem Titel „Bin erschüttert über die Ereignisse in Köln“ Stellung: „‚Die Ereignisse in Deutschland zeigen, dass wir im Rahmen der Integration der Flüchtlinge vor riesigen Herausforderungen stehen‘, so Darabos der gleichzeitig betont, dass ‚Österreich nicht Deutschland ist‘. Er möchte aber schon darauf hinweisen, dass die Forderung nach mehr Polizei weder dem linken noch dem rechten politische Spektrum zuzuordnen sei.

Vielmehr gehe es darum, allen BürgerInnen das Gefühl zu geben sich in ihrer Heimat sicher zu fühlen, so Darabos der gleichzeitig darauf hinweist, dass ‚die Sicherheit in Österreich über die letzten 70 Jahre ein wesentlicher Eckpfeiler des Wohlstandsweges war‘. Diesen Weg dürfe man nicht verlassen, so der Landesrat. In diesem Zusammenhang betont Darabos auch, dass man im Burgenland bei der Unterbringung von Flüchtlingen auf kleine Einheiten setze – im Rahmen derer die Integration der Menschen mit dem ersten Tage des Quartierbezugs beginne. Wenn jemand in Österreich bleiben möchte, dann müsse er oder sie sich auch an unsere Werthaltung (Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Gleichberechtigung von Mann und Frau, etc.) anpassen, konstatiert Darabos und mahnt, dass sich die Gesellschaft durch solche Ereignisse nicht auseinanderdividieren lassen dürfe – vielmehr müssten alle zusammenrücken.“

PPS: Die Zeitschrift „Emma“, deren Redaktion in Köln beheimatet ist, berichtet laufend auf ihrer Webseite; es melden sich immer wieder betroffene Frauen bei ihr. (13) Im Newsletter der SPÖ-Frauen auf Bundesebene, der eben in meiner Mailbox landete, finden sich als Themen nur das Frauenpensionsalter, Frauenquoten und die Ankündigung des Barbara Prammer-Symposiums unter dem Titel „Frauen. Flucht. Solidarität“. Während Parteigenosse Norbert Darabos also erschüttert ist, ficht Gewalt gegen Frauen die Frauenvorsitzende Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek nicht an….

(1) http://kurier.at/chronik/oesterreich/fluechtling-aus-dem-irak-ich-habe-keine-hoffnung-mehr/169.423.443
(2) https://alexandrabader.wordpress.com/2015/12/17/asylrealitaet-am-beispiel-bruckneudorf/
(3) https://alexandrabader.wordpress.com/2015/12/15/asyl-parallelwelten/
(4) http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160105_OTS0046/fpoe-kickl-koeln-sollte-lichtermeer-in-den-koepfen-verursachen – von der FPÖ stammt auch diese Stellungnahme: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160105_OTS0057/fpoe-darmann-mikl-leitner-muss-masseneinwanderung-stoppen und diese: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160105_OTS0056/gudenus-rot-gruene-integrationspolitik-ist-gescheitert
(5) http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160105_OTS0047/wintereinbruch-im-libanon-fluechtlingskinder-in-lebensgefahr
(6) http://derstandard.at/2000028484125/Fluechtlingskoordinator-Obergrenzen-vollkommene-Utopie
(7) http://derstandard.at/2000028502118/Entsetzen-nach-Uebergriffen-auf-Frauen-Krisentreffen-in-Koeln
(8) auf „Journal“ klicken: http://oe1.orf.at oder: http://oe1.orf.at/aktuellerdienst
(9) http://kurier.at/politik/weltchronik/angriffe-auf-frauen-zu-silvester-schock-in-koeln/173.250.751
(10) http://derstandard.at/2000018689085/Mehr-als-ein-Drittel-der-Tiroler-Frauen-in-Behandlung-Gewaltopfer?ref=rec
(11) http://www.heise.de/tp/artikel/47/47030/1.html – hier gibt es Medienkritisches: http://www.huffingtonpost.de/anabel-schunke/koeln-sexuelle-uebergriffe-medienversagen_b_8911050.html
(12) http://ankedomscheitberg.de/?p=2502
(13) http://www.emma.de/artikel/koeln-frauen-berichten-emma-vom-terror-331129