Schlagwort-Archive: Electoral College

Im Agentenfieber

Angeblich haben „die Russen“ die US-Wahl gehackt, deshalb wurde Hillary Clinton nicht Präsidentin, die Russland lieber gestern als morgen militärisch angegriffen hätte. Beliebt ist auch, Donald Trump als russischen Agenten zu bezeichnen bzw. auf der anderen Seite von „rogue elements“ in der CIA zu sprechen, die gegen Trump putschten. Clinton fühlt sich auf vom FBI verfolgt, während sie besagte Elemente bei der CIA auf ihrer Seite hat. Und in Österreich hat es für die SPÖ etwas von KGB, wenn die FPÖ ein Abkommen mit Wladimir Putins Partei schliesst.

Was die CIA betrifft, widmet sich Alex Jones von Infowars.com gerne der Rolle, die der Geheimdienst zur Abwechslung mal im Inland spielt, wo man diese Art Einflussnahme doch nur aus der Aktivität im Ausland kennt. Er erntet dafür einiges an Kritik, gegen die ihn Paul Craig Roberts verteidigt: „Alex is certainly correct to stress that elements in the CIA, or someone claiming to be CIA, are planting stories in the media that Russia hacked Hillary’s emails and used the damning information to elect Trump.“ William Binney ist als NSA-Whistleblower bekannt und meine durchaus logisch, dass die NSA Beweise hätte, wenn Russland tatsächlich eingegriffen hätte.

yeltsin

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Das Ende der Powerfrauen

Hillary Clinton und ihre weiblichen Fans sind gescheitert, doch viele wollen es immer noch nicht glauben. Man züchtete aber auch über Jahre sorgsam den Mythos der Powerfrauen, die meist nichts als mediale Konstrukte sind, da es nie um echte Stärke und Eigenständigkeit geht, sondern um Ablenkung. Als Folge davon haben Frauen keine Vorbilder für Widerstand und Selbstbehauptung, sondern lassen sich folgsam für jede Agenda einspannen, etwa dafür, Masseneinwanderung mit Flucht zu verwechseln. Am Tag, ehe das Electoral College in den USA zusammentritt, sei darauf hingewiesen, wie Clinton und Co. immer noch behaupten, Russland habe ihnen die Wahl gestohlen.

Im Grunde ist dies eine Variante der Gläsernen Decke und impliziert, dass Clinton fähig ist und von der Bevölkerung gewollt wird, aber das Patriarchat unfair dazwischenfunkte.  Schliesslich werden Politiker, die der Mainstream basht, stets auch als Machos und Paschas und natürlich Sexisten bezeichnet. Dabei ist die Vorstellung absurd, dass Leaks aus dem US-Apparat, auf deren Basis zumindest abseits des Mainstream ungeschminkt über Clinton und ihre Kampagne berichtet wurde, auf das Konto der Russen gehen. Ron Paul betont im unten eingebundenen Interview zu Recht, dass die CIA in hunderte Wahlen in anderen Staaten eingegriffen hat.  Er ist wie President-elect Donald Trump ein Non-Interventionalist und will nicht, dass Geheimdienste verdeckt beeinflussen, wer anderswo regiert. Zugleich weiss er, dass das „Shadow Government„, also der militärisch-industrielle Komplex und andere, stets die US-Regierung zu steuern versucht.

Interview mit Ron Paul
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Trump und das Testosteron

Viele machen es sich einfach und richten sich nach dem Mainstream, indem sie sich das US-Wahlergebnis mit Sexismus gegenüber Hillary Clinton erklären. In Kommentaren wird oft auf Männlichkeitskonzepte und damit verbundene Hegemonie Bezug genommen, ohne aber auf konkrete Politik einzugehen.

Tatsächlich war Clinton die Kandidatin der herrschenden Verhältnisse und steht für Hegemonie, während Trump keinen Dominanzanspruch gegenüber dem Rest der Welt hat. Nur ein Meme ist allerdings, dass der sogenannte Defcon Level heruntergefahren wurde, seitdem Trump gewählt ist, sondern dieser soll sich trotz Clintons Säbelrasseln gegenüber Russland auf Friedensniveau befunden haben.

Es ist durchaus Kalkül, dass Clinton jetzt betont „weiblich“ auftritt und über sie auch entsprechend berichtet wird: „Nach ihrer emotionalen Rede über ihre Wahlniederlage zieht sich Hillary Clinton erst einmal aus der Öffentlichkeit zurück. Nun tritt sie wieder öffentlich auf. Und spricht erstaunlich offen über ihre Gefühle.“ Die Rede ist von einer Benefizveranstaltung für Kinder aus armen Familien, bei der Clinton darüber sprach, „wie schwer sie die Niederlage getroffen hat“.

gefahrfuerreuropa„Österreich“ 13.11.2016

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