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Die Casinos Austria und die Oligarchen

Ibizagate, BVT, Casinos Austria, Regierungsverhandlungen – alles hängt irgednwie zusammen. Da die Korruptionsstaatsanwaltschaft besonders bei Verschlussakten undicht wie ein Nudelsieb zu sein scheint, werden wir laufend via Medien mit Chatprotokollen versorgt. Es ist kein Wunder, dass der Agent und Ex-Abgeordnete Peter Pilz auch zu den Empfängern von Ermittlungsakten gehört. Wir sollten aber auch hellhörig werden, wenn die Presse verkündet, was die tschechischen Aktionäre der Casinos Austria AG wollen. Denn dabei wird ausgeblendet, welche Machtkämpfe es vor wenigen Jahren schon um Einfluss auf die CASAG gab und dass da alle irgendwie mit drinnenhängen. Noch 2015 war die Republik Österreich über ihre Beteiligungs AG (ÖBAG) Mehrheitseigentümerin der CASAG. Drei Jahre später war alles ganz anders: „Seit dem 15. Jänner 2018 ist die tschechische Sazka-Gruppe mit insgesamt 34 Prozent der Aktien größter Aktionär der Casinos Austria AG. In einer außerordentlichen Hauptversammlung genehmigten die Aktionäre einen Zukauf von jenen 22,7 Prozent, die von Leipnik-Lundenburger und Uniqa stammten.

Davor war die Sazka-Gruppe bereits mit elf Prozent an der CASAG beteiligt. Laut der Rechercheplattform Addendum wurden außerdem von der Sazka-Gruppe Vorverträge mit Novomatic und dem Bankhaus Schelhammer & Schattera für eine Übernahme von insgesamt rund 61 Prozent der Anteile unterschrieben. Novomatic gab allerdings an, seinen 17-Prozent-Anteil an den Casinos nicht verkaufen zu wollen.“ Die Sazka Gruppe gehört zu KKCG: „Die KKCG SE ist ein tschechischer Mischkonzern mit Sitz in LimassolZypern, die 1996 von Karel Komárek jun. mit seinem Vater gegründet wurde. Sie umfasst eine Reihe von Unternehmen im Bereich von ErdölErdgasIndustrie und Investitionen. Im Jahr 2006 wurde das Unternehmen zur SE (Europäische Aktiengesellschaft) mit Sitz in Zypern umgewandelt. Es gibt noch Niederlassungen in der Schweiz, den NiederlandenDeutschlandGriechenlandGroßbritannien und Tschechien.“ Dem Einstieg von Komarek und Sazka bei der CASAG ging voran, dass Ex-CASAG-Chef Karl Stoss (auch damals schon Beirat der Signa Holding) sich plötzlich dafür stark machte, dass Rene Benko, Alfred Gusenbauer und Beny Steinmetz Mehrheitseigentümer werden sollen.

Tweet zum Ex-Vorstand Dietmar Hoscher (SPÖ)

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