Teil 2 – die streng geheimen Gusenbauer-Pilz-Chats

Weil die Korruptionsstaatsanwaltschaft unter anderem Alfred Gusenbauer und Peter Pilz schützt, rekonstruiere ich deren mutmassliche Chats in nur leicht überzeichneter Form. Alles basiert auf Fakten, wie man in der ersten Folge sehen kann, die sich mit April 2016 bis Juli 2017 befasst. Dass Gusenbauer auch als rechte Hand von Rene Benko ausgeklammert wird, zeigen aktuelle Ermittlungen. Wir steigen jetzt ein im Sommer 2017, nachdem SPÖ-Berater Tal Silberstein in Israel aufgrund von Vorwürfen der Bestechung, der Urkundenfälschung und der Geldwäsche verhaftet wurde; der Wahlkampf ist zunehmend von Pannen geprägt.

15. August 2017

Pilz: Servus, Gusi! Was ist denn da los bei euch? Wer setzt euch da in den Sand?
Gusenbauer: Hallo Peter! Du meinst wegen Tal? Und Beny…
Pilz: Was sonst? Kern hat herumgestammelt! Er kann nicht sagen, dass er nix wusste von Ermittlungen in Rumänien!
Gusenbauer: Wir bleiben gelassen. In Israel ist vieles gut, aber die Justiz manchmal halt unberechenbar. Christian ist vielleicht anderswo besser aufgehoben.
Pilz: Ich muss schon reagieren drauf. Das weisst du!
Gusenbauer: Aber ja, tob dich ruhig aus, tu als ob. Kratzt uns nicht. Muss aber auch gar nicht sein.
Pilz: Irgend etwas, worauf ich achten muss?
Gusenbauer: Komm wieder ins Parlament. Das ist deine Priorität. Im Herbst könnten wir uns mal sehen. Bin dann wieder am Pogusch, mit den Aserbaidschanern.
Pilz: Lässt sich machen, irgendwo dort. Wobei ich keinen Hubschrauber habe.
Gusenbauer: Tja, es hat Vorteile, mit Rene und Hans Peter im Geschäft zu sein! Yacht, Chalet in Lech, eher fürn Winter, Gardasee und mehr stehen zur Verfügung.
Pilz: Du kannst dir auch den teuersten Urlaub der Welt selbst leisten. Und ich muss mich mit den Grünen rumschlagen.
Gusenbauer: Du wirst nicht behaupten, die Lunacek ist eine Konkurrenz für dich.
Pilz: Nein, sicher nicht. Wer wählt schon eine Lesbe.
Gusenbauer: Was macht die eigentlich bei den Grünen? Wer hat sie geholt?
Pilz: Wir haben das getan. Wegen Raiffeisen. Ihr Vater.
Gusenbauer: Das muss ich natürlich verstehen. Was macht Eurofighter?
Pilz: Wie gewohnt. StA frisst mir aus der Hand.
Gusenbauer: Freut mich zu hören. Bis dann!

Ermittlungen der Antikorruptionsbehörde DNA in Rumänien gegen Tal Silberstein und Beny Steinmetz (beide Partner Gusenbauers; Steinmetz investierte zeitweise gemeinsam mit Benko) waren in Österreich durchaus bekannt; es gab auch einen Haftbefehl. Die SPÖ wischte jedoch alles vom Tisch und reagierte erst, als es eigentlich schon zu spät war. In Rumänien ging Laura Codruta Kövesi gegen Silberstein und Steinmetz vor, die jetzt wegen der Impfstoffdeals der EU als Europäische Staatsanwältin ermittelt. Die beiden setzten die Mossad-nahe Firma Black Cube auf Kövesi an und wurden schliesslich in Abwesenheit zu je fünf Jahren Haft verurteilt. Man konnte Berichten aus Botswana, wo Silberstein den Sohn und Nachfolger des ersten Präsidenten Ian Khama beriet entnehmen, dass Silberstein dem Mossad zugerechnet wird. Wie auf dem Balkan sind Steinmetz und Silberstein auch in Afrika dafür bekannt, dass sie hinter Bodenschätzen her sind; Wikipedia listete sie früher in der Kategorie Diamantenhändler.

Kern zur Verhaftung Silbersteins

Wie Kern auf die Verhaftung Silbersteins reagierte, sehen wir oben. Hier thematisiere ich, dass zuvor – Stichwort mögliche Urkundenfälschung – der Eurofighter-U-Ausschuss von Pilz zum Vorteil von Gusenbauer und zum Nachteil von Norbert Darabos getäuscht wurde. Die „Presse“ verschleiert wie alle anderen Medien Druck auf Darabos, erwähnt aber, dass er im Wahlkampf 2006, den er offiziell leitete, gegenüber Stanley Greenberg und Tal Silberstein wenig zu sagen hatte. Zufällig traf ich einen ehemaligen Chauffeur Silbersteins, der auch über Aktivitäten am Balkan und die Geschäfte Martin Schlaffs Bescheid wusste. Er hielt es durchaus für möglich, dass Darabos von Silberstein bedroht wurde; das passt zu dessen Methoden. Er meinte, dass Silberstein in ebenjenem Wahlkampf 2006 selbst Greenberg zu skrupellos war, sodass dieser nie wieder mit ihm kooperierte und Silberstein die Firma GCS überliess, mit der dann Kern ins Geschäft kam. Weil Gusenbauer den Pogusch und „die Aserbaidschaner“ erwähnt: Es geht um das Steirereck am Pogusch, das auch die Österreichisch-Aserbaidschanische Handelskammer ATAZ frequentiert (ebenso übrigens Benkos Park Hyatt, in dem Silberstein bei Wien-Besuchen übernachtet). An deren Spitze standen nacheinander Alon Shklarek und Gabriel Lansky (beide Gusenbauer-Partner) und schliesslich der Lansky-Partner Gerald Gerstbauer. Aserbaidschanische Kleptokraten sind mit Malta verbunden; Aserbaidschan wird von Israel als Backdoor in den Iran verwendet. Gusenbauers Bemerkungen zum Urlaub spielen auf Rene Benkos Chalet in Lech, dessen Besitz am Gardasee, die von Ronny Pecik übernommene Yacht und natürlich auf Haselsteiner an. Die Spitzenkandidatin der Grünen Ulrike Lunacek sass lange im EU-Parlament; eben veröffentlichte sie ein Buch über ihren Vater und sich („Zwei grüne Leben“). Gusenbauers Stellvertreter im Aufsichtsrat der Strabag ist Raiffeisen-Generalanwalt Erwin Hameseder. Pilz verlässt sich bei Eurofighter auf Staatsanwalt Michael Radasztics.

24. August 2017

Gusenbauer: Hallo Peter! Falter hast du sicher schon gesehen!
Pilz: Servas Gusi! Ja, finde ich lustig. Du als „gesetzestreuer österreichischer Kaufmann“!
Gusenbauer: Auf die Burschen kann man sich halt verlassen! Ich war auch schon mal „Genosse Geschäftsmann“. Was ich sagen wollte: Mach du noch nix, ja?
Pilz: Ist kein Problem! Ein bissl allgemein gegen Korruption und die Leute sind schon zufrieden! Hast vielleicht von meinem einzigen Plakat gehört.
Gusenbauer: Klar hab ich. Hat dir der Dosko gesagt, was er will?
Pilz: Wie – was er will?
Gusenbauer: Ich hab auch meine Quellen. Denk zB an Raphi und Stefan. Ihm schwebt sowas wie Kern-Nachfolge vor.
Pilz: Warum nicht? Das dachten wir eigentlich immer. Dass das fix eingeplant ist.
Gusenbauer: Naja, manche meinen er sei zu…zu..
Pilz: Rechts? Provinziell? Apparatschik?
Gusenbauer: Ja, so in etwa. Das ist halt Pech. Können wir vielleicht nicht ändern. Wer macht eigentlich den Kammerhofer beim Norbert?
Pilz: Heisst Josef Newertal. Ist Büroleiter, fühlt sich aber als Kammerhofer. Nennt sich auf Twitter Kabinettschef.
Gusenbauer: Mit dem Online-Zeug hab ich nix am Hut. Wenn er seine Sache gut macht, müssen ihn die Genossen belohnen.
Pilz: Red mit dem Michi Häupl, die haben mehr gute Jobs.
Gusenbauer: Optimal! Sag, bei dir ist doch eine junge Genossin?
Pilz: Daniela Holzinger. Ist brav. War sie aber auch schon bei euch bei Eurofighter.
Gusenbauer: Gut zu hören. Und der Wahlkampf?
Pilz: Für mich laufen viele Ex-Grüne. Glauben an eine Partei nach der Wahl. Hab aber einmal gesagt, dass es keine geben wird.
Gusenbauer: Dann kennen sie das Kleingedruckte. Können sich nicht hinterher beschweren. Wobei es dürfte leicht sein gegen die Grünen.
Pilz: Sicher, mit einer Lesbe….
Gusenbauer: Woran du schon wieder denkst. Sie kommt von der EU, das mögen die Leute nicht.
Pilz: Wir hören und lesen uns. Ich setz deinen Genossen nicht zu.
Gusenbauer: So ist es richtig. Bis dann.

Man kommt nach Silbersteins Verhaftung nicht umhin, Gusenbauer zu erwähnen bzw. reinzuwaschen, was per „Falter“-Titelgeschichte erfolgt. „Genosse Geschäftsmann“ war er ein paar Jahre zuvor für den „trend“, als sein Lobbying (mit Lansky koordiniert) für Kasachstan ruchbar wurde. Pilz kokettierte damit, dass er mit nur einem Plakat Wahlkampf machte, welches praktisch nichts kostete. Hans Peter Doskozil und Pilz attackierten Airbus (siehe auch Teil 1 der Chats) und dabei übernahmen Raphael Sternfeld und Stefan Hirsch die Koordination und heimische Medien. Hirsch war einmal beim Lobbyisten Peter Hochegger und ist inzwischen SPÖ-Kommunikationschef und gehörte zu Darabos‘ Aufpassern; Sternfeld begleitete Doskozil zunächst ins Burgenland und ist jetzt Bereichsleiter für strategische Kommunikation der Stadt Wien. Josef Newertal bekam eine Leitungsfunktion beim Wiener Gesundheitsverbund. Tatsächlich erwarteten Pilzsche Wahlkämpfer, dass später eine Struktur aufgebaut wird, doch diese Hoffnung wurde bitter enttäuscht. Daniela Holzinger wurde als SPÖ-Abgeordnete im Eurofighter-U-Ausschuss von Nici Garfias aus der Kanzlei Lansky entsprechend der mit Pilz verfolgten Strategie gelenkt.

Fellner zum Dossier für Silberstein

22. September 2017

Gusenbauer: Na, Peter, was sagst du zur „eitlen Prinzessin“ Kern?
Pilz: Hallo Gusi, das hat doch dein Ex-Sprecher geschrieben. Was hat das zu bedeuten?
Gusenbauer: Es sollte nicht beim WoFe landen.
Pilz: Es ist auch bei anderen gelandet. Aber nur WoFe hat es veröffentlicht.
Gusenbauer: Jetzt lachen halt mal alle über den Christian. Aber Tal brauchte eine ehrliche Einschätzung. Und der Robert ist schon lange sein Freund.
Pilz: Der WoFe ist mein alter Kumpel. Der wird sich nicht einfach so darauf eingelassen haben.
Gusenbauer: Ja, der Christian wird ausrasten. Und auch seine Frau. Von wegen Firma in Israel, für die sich WoFe interessiert.
Pilz: Soll es der Christian überhaupt schaffen? Ich hab mich mit Dosko doch so reingehängt bei Eurofighter.
Gusenbauer: Hast du das für dich getan? Na eben. Schau mal, wie sich die ÖVP verändert. Denk an die Deutschen. Es geht um mehr!
Pilz: Dein Sprecher – der für dich auch beim Benko arbeitet – liefert jetzt den Christian ans Messer. Warum?
Gusenbauer: Sagte ich nicht, dass es nie bekannt werden sollte? Ausserdem musst in der Politik mit allem rechnen. Wie nannte ihn der Robert? „Prinzessin mit Glaskinn“! Q.e.d.! Ich muss Schluss machen.

Am 21. September 2017 veröffentlichte Wolfgang Fellner ein Dossier, das Signa-Sprecher Robert Leingruber für seinen Freund Tal Silberstein Anfang des Jahres verfasst hatte. Weil Gusenbauer Andeutungen über (vermeintlich?) Konservative macht, ist interessant, dass 2018 versucht wurde, Leingruber als Wahlkampfmanager des Südtiroler Landeshauptmanns Arno Kompatscher durchzusetzen. Natürlich sind, von wegen Kontext, Hans Peter Haselsteiner und Rene Benko (beide mit Gusenbauer an Bord) in Südtirol aktiv, etwa wenn sie den Flughafen von Bozen übernehmen. Dies erinnert an die Lilihill Gruppe und den Flughafen Klagenfurt bzw. den Vorstand des Flughafen Wien und nebulöse Investoren. Übrigens gehörte Robert Leingruber 2017 gemeinsam mit Eveline Steinberger-Kern Kern dem Vorstand eines zum Life Ball gehörenden Vereins (Life+) an. Bei Fellner diskutierte auch (rechts von ihm) seine Mitarbeiterin Clivia Treidl, später bekannt als Partnerin von Finanzminister Gernot Blümel. Zu längst weit links stehenden Konservativen siehe auch Interview mit Viktor Orban. Die SPÖ wird gegenwärtig von derselben Agentur betreut wie zuvor Angela Merkel und Olaf Scholz. Fellner interessierte sich auch für die israelische Firma der Kerns.

30. September 2017

Pilz: Hallo, Gusi! Was ist denn bei euch los?
Gusenbauer: Hallo, Peter! Das passiert, wenn der Tal nicht da sein kann. Du weisst, er ist nimmer in Haft, aber unter Hausarrest.
Pilz: Aber das kann trotzdem nicht sein, dauernd Leaks. Und dann veröffentlichen die auch noch!
Gusenbauer: Geb dir recht, gut sieht das nicht aus. Das mit den Facebook-Gruppen ist ein schwerer Schlag kurz vor der Wahl.
Pilz: Wieso macht die Presse mit? Nowak ist doch ein Hawerer von dir!
Gusenbauer: Rainer will der Thalhammer als junger aufstrebender Journalistin halt eine Chance geben.
Pilz: Es kann mir wurscht sein. Aber mit Kanzler geht sich das nimmer aus für Kern.
Gusenbauer: Er ist besser als Genosse Geschäftsmann. Meine persönliche Meinung.
Pilz: Du meinst, dass du…etwas damit zu tun hast?
Gusenbauer: Ich meine gar nix. Nur dass es noch richtig dramatisch wird. Die kleine Anna wird sich a bissi vorm Mossad fürchten dürfen.
Pilz: Jetzt sollte ich auch reinhauen.
Gusenbauer: Ja, aber übertrieben! Dann reden sie über dich und nicht über uns und Tal!
Pilz: Gut, ich könnte es auf Antisemitismus drehen! Deine Genossen glauben, es reicht, den Niedermühlbichler zu opfern.
Gusenbauer: Er mag nicht der Hellste sein, aber formal war er verantwortlich. Hat Tal mit diesen Focusgruppen betraut.
Pilz: Was hat Silberstein wirklich gemacht?
Gusenbauer: Sagte ich doch gerade. Und denk an Eurofighter….hat euch ja sehr geholfen. Und jetzt wird mein Freund Matznetter „aufklären“, der mit dem Gabi Bücher schreibt und in dem Russen-Verein ist.
Pilz: Das ist wirklich alles eine Familie.
Gusenbauer: Zu der du auch gehörst. Halte sie dir gewogen. Ciao!

„Presse“ und „profil“ enthüllten, dass Silberstein gegen Sebastian Kurz gerichtete Facebook-Gruppen erstellen und betreuen liess. Dies wird siehe Wikipedia als Silberstein-Affäre bezeichnet. Als Sofortmassnahme der SPÖ musste Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler über die Klinge springen. Medien verwendeten in Berichten Geheimdienstbegriffe, was ein Eingeständnis ist, dass sie Silberstein eh einordnen können. Der für Silberstein tätige SPÖ-Mitarbeiter Paul Pöchhacker wurde später demonstrativ von Kern und Doskozil wieder engagiert. Gusenbauer ist schon länger mit „Presse“-Herausgeber Rainer Nowak befreundet, dem man auch bei der ATAZ und im Park Hyatt begegnen kann. Anna Thalhammer und Kollegen vom „profil“ fühlten sich observiert, wobei manche auf Black Cube verwiesen. Wäre Silberstein in Wien präsent gewesen, hätten seine Methoden und sein martialisches Auftreten Leaks wohl verhindert. Christoph Matznetter war Vizepräsident der Österreichisch-Russischen Freundschaftsgesellschaft (jetzt ist er im Forum Österreich-Russland); er ist Vizepräsident der Wirtschaftskammer, mit Kern in der Austrian Chinese Business Association und SPÖ-Mandatar. Er kooperiert schon lange mit „dem Gabi“, was Gabriel Lansky meint. Mit anderen Worten war er optimal dafür geeignet, die wahren Dimensionen der Silberstein-Affäre zu vertuschen. Über Kanzleramtsminister Thomas Drozda wurde eingefädelt, dass Silberstein von Israel aus „Österreich“ ein Exklusivinterview gab („Mich zu feuern war die richtige Entscheidung“). Peter Pilz forderte eine „Silberstein-freie“ Politik, was wie erwartet zu einer Debatte über Antisemitismus führte.

Kern 2021 zu ÖVP-Korruption

16. Oktober 2017

Gusenbauer: Hallo Peter, stör ich? Du musst jetzt ja ein gefragter Mann sein! Gratulation übrigens!
Pilz: Danke, Gusi, auch Gratulation!
Gusenbauer: Zum „Erfolg“ des Christian Kern?
Pilz: Du berätst doch auch den Kurz!
Gusenbauer: Ja, stimmt, das tu ich. Tja, jetzt wirds wohl ohne Kern weitergehen.
Pilz: Du hast ihm doch Silberstein empfohlen.
Gusenbauer: Natürlich hab ich das, leicht verdientes Geld für Tal. Blöd wäre er, wenn er so eine Gelegenheit nicht ergreift.
Pilz: Hab Gerüchte gehört, dass Genossen den Darabos wieder als Wahlkampfmanager wollten.
Gusenbauer: Schwachsinn, dann wären wir ihm was schuldig. Never ever! Übrigens hab ich über dein „Silberstein-frei“ sehr gelacht.
Pilz: Hat funktioniert, alles redete nur mehr von antisemitischen Codes. Die Grünen wird übrigens der Kogler übernehmen.
Gusenbauer: Hab ich auch gehört. Warst du nicht mit ihm im Clinch wegen Eurofighter?
Pilz: Das war mehr das Parlament an sich. Eine Unverschämtheit, ich decke alles auf, die Grünen wählen mich nicht mehr und ich soll dann nicht bei der letzten Sitzung sein!
Gusenbauer: Wichtig ist, dass die StA uns glaubt. Eigentlich müsste sie es merken.
Pilz: Wir sollten die Chose zur WKStA verlagern.
Gusenbauer: Das werden wir in Angriff nehmen. Ich muss weitermachen!

Die Liste Pilz schafft den Einzug in den Nationalrat, die Grünen schaffen es knapp nicht. Die ÖVP liegt vor der SPÖ, die gerade mehr Stimmen als die FPÖ erhält (Details hier). Wie sehr die Silberstein-Affäre, die auch im Parlament präsent war, das Wahlverhalten beeinflusste, wird unterschiedlich eingeschätzt. Werner Kogler soll sich um die maroden Grünen kümmern; sein Schwager Ronny Pecik ist Geschäftspartner von Rene Benko und kooperierte wie die Strabag mit Oligarch Viktor Vekselberg. Es sollte nie aufgeklärt werden, was Silberstein wirklich für die SPÖ getan hat und was es sie kostete. Pilz war empört, dass er nicht an der letzten Sitzung zum Abschluss des Eurofighter-UA im Herbst 2017 als Mandatar teilnehmen durfte; dies übernahm Kogler für die Grünen. Gegen „Eurofighter-Staatsanwalt“ Michael Radasztics wurde schliesslich von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt ermittelt und gegen Darabos wie geplant von der WKStA.

4. November 2017

Pilz: Hallo Gusi, endlich kommt was von dir zurück. Hab dir ja schon in der Früh geschrieben.
Gusenbauer: Für mich ist Wochenende! Ich kann nix für deine Scheisse!
Pilz: Moment, der Falter klemmte sich extra dahinter. Zuerst wieder diese Thalhammer. Warum hat Nowak das zugelassen?
Gusenbauer: Du weisst schon, dass es schon lange Gerüchte über dich gibt? Das ist nicht unsere Schuld!
Pilz: Gerüchte? Du weisst selbst, was alles nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Warum ich? Warum denunziert mich dieser Oliver Stauber? Ich falle aus allen Wolken und dann stelle ich noch fest, dass der mit dem Sohn vom Gabi und dem Sohn vom Kern in einer Sektion ist? Wollt ihr mich loswerden?
Gusenbauer: Zufall. Talentierte junge Genossen sind überall. Auch in Alpbach. Gerade dort. Auch wenn du dich nicht mehr erinnerst.
Pilz: Nicht erinnern? Weisst du, wie lang das schon her ist?
Gusenbauer: Jetzt krieg dich wieder ein. Ich komm demnächst auf den Pogusch, dann reden wir. Falls du dich jetzt in deine Huabn zurückziehst.
Pilz: Ich will in die Toskana. Und gönne mir ein Abgeordnetengehalt von der Partei.
Gusenbauer: Hast du nicht gesagt, dass es keine Partei sein soll? Oder ist es dem Fussvolk eh egal?
Pilz: Die sind komplett verloren ohne mich. Die sind froh, wenn ich wiederkomme.
Gusenbauer: Wir machen einen sauberen Schnitt, die Justiz ermittelt ein bissl, stellt dann ein, und du bist reingewaschen und sitzt wieder im Parlament wenn der UA die ersten Zeugen befragt.
Pilz: Hat das noch Sinn bei einer anderen Regierung?
Gusenbauer: Die kommt sicher. Es hat immer Sinn: Mich zu schützen, Norbert zu opfern, Dosko zu pushen. Er folgt Niessl nach, dann ist das Problem gelöst, dass manche Norbert haben wollen. Wäre kaum zu vermeiden, wenn Dosko Kern ersetzt.
Pilz: Ich weiss nicht, an mir wird das jetzt immer kleben bleiben.
Gusenbauer: Ach was, der Falter wird ganz stark betonen, wie wichtig du als Aufdecker bist. Da können andere nicht zurückstehen und das renkt sich wieder ein. Wir hören uns!

„Presse“ und „profil“ recherchierten zu schon lange in den Grünen kursierenden Gerüchten, wonach Pilz (besonders wenn er schon einiges intus hat) recht anlassig gegenüber Frauen ist. Es wurde auch bekannt, dass eine junge Mitarbeiterin wegen ihm 2015 die Gleichbehandlungsanwaltschaft eingeschalten hatte. Die mit der Causa befasste Mitarbeiterin der Anwaltschaft Cornelia Amon-Konrath kandidierte dann für die NEOS im Burgenland; Pilz sprach von Unvereinbarkeit. Eva Glawischnig stand auf der Seite der Ex-Assistentin von Pilz, die Grünen verwendeten es auch 2017 vor der Wahl nicht gegen Pilz. Hinzu kamen Vorwürfe, die zunächst der Banker Christian Niedermüller auf Twitter erhoben hatte und die sein Freund Oliver Stauber (Sektion Ohne Namen mit David Lansky und Niko Kern) bestätigte; beide besuchten 2013 das Forum Alpbach. Der „Falter“ recherchierte dazu und der Darstellung von Florian Klenk zufolge riet dieser seinem Freund Pilz zum Rücktritt. Auch Pilz sagte, dass er deswegen sein Mandat nicht annehme; das Schreiben der Gleichbehandlungsanwaltschaft an die Grünen reichte nicht aus; dieses wollte Pilz noch zurückweisen. Pilz hat die Leben vieler Menschen auf ungehörige Weise begrapscht und mit seinen Verleumdungen und Kampagnen in Unordnung gebracht. Nun aber stellte er sich als sogar besonders integer hin, während sein Abgeordneter Peter Kolba von einer Verschwörung sprach und sich Pilz selbst aus Spendengeldern bezahlte (darüber ärgerten sich Menschen, die wenig hatten und dennoch seinen Wahlkampf unterstützten). Doskozil sollte zunächst Landesrat werden und dann Niessl nachfolgen. Es war vereinbart worden, den Eurofighter-UA in der nächsten Legislaturperiode fortzusetzen.

Fortsetzung folgt!

Hier geht’s weiter zu Teil 3

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Vielen Dank!

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