Die streng geheimen Gusenbauer-Pilz-Chats (1)

Am 28. Oktober lesen Michael Nikbakhsh vom „profil“ und Klaus Oppitz im Wiener Rabenhoftheater aus den Einvernahmeprotokollen des Thomas Schmid. Katharina Zoubek und Daniela Brodesser möchten es sozial Schwachen unter dem Motto #Vorhangauf ermöglichen, bei dieser Premiere dabei zu sein. Die Protokolle befassen sich vor allem mit der Zeit von 2016 bis 2018 und wurden von der Korruptionsstaatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt, die auch mit Schmids Chats so grosszügig verfährt. Obwohl es viele gute Gründe für Ermittlungen z.B. gegen Alfred Gusenbauer, Hans Peter Doskozil und Peter Pilz gibt, ist die WKStA nach wie vor säumig. Deshalb veröffentliche ich nun die satirischen „streng geheimen Chats“ von Gusenbauer und Pilz; es geht wie bei Schmid um die Jahre 2016 bis 2018. Was ich mir vorstelle, ist zur Gänze an Fakten angelehnt, auf die ich im Folgenden nach jedem „Chat“ verweise:

2. April 2016

Pilz: Servas, Gusi! Was gibt’s? Geht’s um den Sascha?
Gusenbauer: Servus, Peter, der wird es sowieso. Super-Personalauswahl meiner Genossen. Und bei der ÖVP auch nicht besser.
Pilz: Sehe ich auch so. Aber gut, dass du es bestätigst.
Gusenbauer: Ich brauch was von dir. Stichwort Eurofighter….
Pilz: Na bitte ned! Hängt mir zum Hals raus!
Gusenbauer: Wart ab. Du weisst ned, was ich will. Kennst schon den Doskozil?
Pilz: Noch kein LV-Ausschuss gewesen. Ist aber noch im April, dann schau ich ihn mir an.
Gusenbauer: Mach das, wir werden ihn für etwas brauchen. Hat er irgendeinen Bezug dazu? Über die Partei kann ich natürlich für alles sorgen.
Pilz: Ist besser über mich. Da fällt mir ein, er war doch auch ein Freund vom Kurt Kuch, und der hat über Eurofighter geschrieben.
Gusenbauer: Passt, dann ist das die Schiene. Wir hören uns!

Die erste Runde der Bundespräsidentenwahl fand gerade statt; die Kandidaten von SPÖ und ÖVP, Rudolf Hundstorfer und Andreas Khol wirkten ungewohnt schwach. Umso mehr Chancen schien Alexander van der Bellen von Anfang an zu haben. Der neue Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil nahm am 20. April 2016 erstmals an einer Sitzung des Landesverteidigungsausschusses teil. Doskozil war mit dem 2015 verstorbenen Kurt Kuch befreundet, der bei „News“ alles auf den Tisch bekam, das Brisanz versprach. Medien betonten dann die Verbindung zu Kuch, wenn sie über Doskozil und Eurofighter schrieben.

Pilz als „Journalist“

30. April 2016

Gusenbauer: Hallo, Peter! Nur ganz kurz, bin im Stress. Das mit Sascha klappt bestens! Wie war’s mit Dosko?
Pilz: Das glaub ich auch! Dosko war okay, wir haben quasi einen Pakt geschlossen. Zuerst war er nicht wirklich an EF interessiert. Aber dann sagte ich ihm, dass er so auch den Darabos loswerden kann, und das hat ihn doch sehr interessiert.
Gusenbauer: Darum geht’s natürlich auch. Wir werden die Justiz feststellen lassen, dass ich überhaupt nix mit EF zu tun hatte. Was sagst zu meinen Genossen jetzt?
Pilz: Kritik an Faymann? Landesparteitag Wien?
Gusenbauer: Da kommt noch mehr, lass dich überraschen. Was solltest du als treuer Sozi morgen machen? 
Pilz: Ich bin in meiner Huabn. Handy aus.

Nach der ersten Runde der Bundespräsidentenwahl sind van der Bellen und Norbert Hofer in der Stichwahl. Zunächst bekam SPÖ-Chef Werner Faymann beim Wiener Landesparteitag Mitte April 2016 den Unmut vieler zu spüren; darauf spielt Gusenbauer an. Pilz berichtet von einem Pakt mit Doskozil, den wir einem von Pilz 2017 verfassten Buch entnehmen können und der sich gegen Airbus und gegen Ex-Minister Norbert Darabos richtet. Gusenbauers kryptische Andeutungen zum 1. Mai meinen das „spontane“ Pfeifkonzert gegen Faymann, der eine Woche danach zurücktritt.

20. Mai 2016

Pilz: Servas Gusi! Ist dann doch recht schnell gegangen!
Gusenbauer: Hallo Peter! Ja, und der Kern hätte auch einen Job vom Schlaff bekommen! Soll nicht an die grosse Glocke, du verstehst, aber er ist auf unserer Seite!
Pilz: Der Dosko bleibt offenbar. Dann können wir also weitermachen.
Gusenbauer: Natürlich bleibt er. Drum müssen wir uns jetzt mal treffen.
Pilz: Soll bloss keiner mitkriegen.
Gusenbauer: Deshalb überlege ich. Beim Leo im Büro geht nicht, da sieht dich noch jemand. Landtmann und Partei gleich daneben.
Pilz: Und der grüne Klub fast daneben.
Gusenbauer: Harrach könnte auch auffallen. Bei der Strabag daneben an der neuen Donau, ich weiss nicht, wir sollten ungestört sein. Ach was, ganz einfach, du kommst ins Hyatt!
Pilz: Ins Hyatt? Man weiss doch, dass es Benko gehört.
Gusenbauer: Hat auch Witz wegen dem Schwarzen Kameel daneben. Du triffst bei uns einfach einen Informanten. Kann keiner überprüfen, du bist doch ein Aufdecker. Wir regeln dann auch gleich das mit deinem Aufwand.
Pilz: Ich gewöhne mich an den Gedanken. Wollte dort immer schon mal hin.
Gusenbauer: Wir werden das Hyatt dann dem Dosko schmackhaft machen. Wie wär es jetzt mit dem 14. Juni 16 Uhr?
Pilz: Passt, bis dann!

Christian Kern war ÖBB-Chef und folgte Faymann Mitte Mai 2016 als Kanzler und SPÖ-Chef nach; Martin Schlaff, der mit Gusenbauer und Franz Vranitzky verbandelt ist, bot Kern einen Job als CEO bei RHI an. Leo steht für Gusenbauers Anwalt und Geschäftspartner Leo Specht, dessen Büro 2016 zwischen Cafe Landtmann und SPÖ-Zentrale im selben Haus wie die Gazprom war; ein paar Häuser weiter befindet sich der Parlamentsklub der Grünen. Das Palais Harrach auf der Freyung ist nicht weit entfernt und beherbergt einen Firmensitz von Rene Benko (der jetzt von Thomas Schmid belastet wird). Die Strabag mit Gusenbauer als Aufsichtsratsvorsitzendem finden wir an der Neuen Donau; das Park Hyatt Hotel ist bekannt durch die Fotostrecken von Benkos „Törggelen“. Tatsächlich sollte auch Doskozil das Hotel frequentieren; zu den Gästen des Schwarzen Kameel gehört Christian Pilnacek, der nichts von Doskozil und Pilz vs. Airbus hielt.

8. August 2016

Gusenbauer: Servus Peter. Ich halte meine Versprechen. Du kriegst etwas, hinter dem du schon lange her bist.
Pilz: Ich kann es mir vorstellen; fein, dass es klappt. Ich bin gespannt. Das ist dann der Startschuss.
Gusenbauer: Ich weiss nicht, wie du es genau kriegst. Dosko wird jedenfalls nix unternehmen. Und auch sonst keiner.
Pilz: Das glaube ich auch. Servus. Und danke!

Unverzichtbar für die im Park Hyatt ausgetüftelte Strategie ist, dass Pilz unter Geheimnisverrat den militärischen Verschlussakt Eurofighter-Vergleich erhält. Doskozil erstattete keine Anzeige, der damalige Leiter des Abwehramts und heutige Generalstabschef Rudolf Striedinger bekam nichts mit. Pilz gab dann via „News“ Details aus dem Vergleich bekannt; zwei Jahre zuvor hätte noch Kurt Kuch berichtet.

„Krone“ pro Gusenbauer

14. August 2016

Pilz: Servus Gusi, ich weiss nicht von wegen Urlaub. Will dich nicht stören….
Gusenbauer: Nein, Peter, du störst nicht. Es hat ganz schön eingeschlagen, nicht? Wir müssen jetzt konkret werden. Hab‘ ich mir eh vorgemerkt.
Pilz: Dosko ist ein bisschen überfordert mit grosser Aktion gegen Airbus. Hat er noch nie gemacht. Bua vom Land…
Gusenbauer: Das kriegen wir schon hin. Er soll es bloss nach aussen vertreten. Das Gesicht sein…
Pilz: Er wird nicht kapieren, was gespielt wird. Er ist ja nicht Darabos.
Gusenbauer: Hör mir bloss auf mit dem! Den müssen wir unbedingt loswerden! Das wünscht sich auch der Niessl! Es werden auch Gerüchte gestreut und von den Genossen verstärkt, gegen die sich der Norbert schwer wehren kann.
Pilz: Den er zum LH machte. Echter Parteifreund.
Gusenbauer: Meinst du, es gibt keine Geschichten in den Grünen über dich? Der Hans sagt, da ist irgendwas mit einer Bank, das passt dem Norbert nicht. Die haben mit einem unserer Partner, ich mein jetzt beim Rene, zu tun. Aber das lässt du besser ruhen, klar?
Pilz: Du weisst, dass wir den Norbert auch im ersten Ausschuss unter Kontrolle hatten. Das klappte gut.
Gusenbauer: Nicht wegen dir und deinem Ruf. Denk an meine Freunde. Die auch deine sein sollten. Der Hans hat ein paar Sachen, die nicht an die grosse Glocke sollen. Mit einem russischen Investor war da was und mit einem Putin-Berater.
Pilz: Ich weiss, was du meinst, es gibt Berichte, kurz erwähnt. Eines betrifft die Strabag direkt, das andere indirekt.
Gusenbauer: Wie dem auch sei, es betrifft auch den Hans und dem kann deshalb nur der Dosko nachfolgen.
Pilz: Das kriegen wir schon hin! Und deine Freunde – auch die kasachischen – können den Norbert ja daran erinnern, dass Auspacken keine gute Idee wäre. Wenn man Kinder hat und Auto fährt….
Gusenbauer: Jetzt geht’s erstmal darum, dass ihr für eure Kampagne auch einen Anwalt braucht. Wendet euch an Johannes Zink. Hat Kern vertreten bei verschwundenen ÖBB-Millionen. Anzeige pro forma, rasch eingestellte Ermittlungen. Christian konnte sich nix nachsagen lassen. Haben sie gut gelöst, ein Freund von mir war dann sehr erleichtert.
Pilz: Zink werden wir engagieren. Und am besten bereiten wir alles unter Geheimhaltung vor.
Gusenbauer: Ihr müsst das international spielen. Dafür müssen noch mehr an Bord. Holt euch Skadden, die vertreten auch den Rene. Und sie haben mit mir für Janukowitsch lobbyiert. Er ist dann halt nach Moskau geflohen 2014 nach dem Maidan.
Pilz: Sind das Amerikaner? Dann können wir Airbus in Amerika drankriegen. Jeder denkt da an Boeing und keiner an Irkut.
Gusenbauer: Holt auch FTI Consulting, Lobbyingfirma, auch beim Lobbying dabei. Dosko wird nicht mit Londoner Börsenmaklern plaudern, oder?
Pilz: Sicher nicht, nein. Wir kriegen das schon hin. Dosko begeistert sich immer mehr dafür.

Nachdem über den Inhalt des Vergleichs berichtet wurde, konnte man die Weichen gegen Airbus und für einen weiteren UA stellen; wie es im ersten UA unter dem Vorsitz von Pilz zuging, beschreibe ich hier. Anwalt Zink ist mit Gregor Adamovic von der WKStA befreundet, was sich als höchst nützlich erweist; Adamovic hat Thomas Schmid einvernommen. Tatsächlich wurden im August 2016 Gerüchte über Darabos lanciert. Hans Niessls ersten Wahlkampf 2000 leitete Darabos. Ich spiele beim Thema „Hans“ an auf die Commerzialbank Mattersburg (Pleite 2020), die Einbürgerung des Putin-Beraters Walentin Jumaschew mithilfe eines Scheinwohnsitzes im Burgenland und auf den russischen Geldwäscher Wladimir Antonow und sein nie von der Strabag fertig gebautes Reitdorf im Burgenland. Jumaschew war bis 2018 Schwiegervater von Oleg Deripaska, der an der Strabag beteiligt ist. Treuhand Partner Austria prüfte die Commerzialbank und im Auftrag des Landes ihren Mehrheitseigentümer; TPA prüfte auch Wirecard CEE und ist mit Signa verbunden. Die Anspielung auf „Freunde“, die Darabos (extra) drohen sollen, versteht man anhand von Joachim Gauck über den KGB. Johannes Zink wurde von Kern gegen den früheren Rail Cargo-Chef Gustav Poschalko angeheuert; für den Freund von Fini Steindling war Gusenbauers Hawerer Andrei Kotchetkov tätig. Als Gusenbauer für Viktor Janukowitsch lobbyierte und dafür 700.000 Euro erhielt, taten dies auch Skadden und FTI Consulting. Die russische United Aircraft Corporation brachte mit der zu ihr gehörigen Firma Irkut den Passagierjet MC-21 auf den Markt, der Airbus Konkurrenz machen sollte. Seit 2018 besitzt der Staatskonzern Rostec mit Sergej Tschemesow (Ex-KGB) an der Spitze mehr als 92 % der Aktien der Aircraft Corporation. Zu den Kosten für Skadden, FTI und andere allein 2016 siehe diese Anfragebeantwortung Doskozils. Richard Schmitt siehe Screenshot von Twitter 2017 war damals bei der „Kronen Zeitung“ und kam nach einem Fellner-Zwischenspiel zum „Exxpress“. 2017 berichtete der „Kurier“ über das geheim vorbereitete Doskozil-Pilz-Projekt namens Minerva, um Airbus Schaden zuzufügen. Auf die „kasachischen Freunde“ Gusenbauers wies mich der 2019 plötzlich verstorbene Vizechef des Abwehramts Ewald Iby hin. Gusenbauer erhielt 400.000 Euro jährlich als Berater des kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew (Ex-KGB).

1.Oktober 2016

Pilz: Servus Gusi, wie geht’s so?
Gusenbauer: Gut, und bei dir? Rat mal, wer jetzt den Christian unterstützt. Partner von mir, auch Wahlkampf…
Pilz: Weiss nicht, nein. Nix läuten gehört.
Gusenbauer: Tal Silberstein. Wohnt übrigens im Hyatt. Du wirst bei ihm vorbeischauen.
Pilz: Das ist gut, der war ja auch 2006 dabei. Wird dem Darabos gar nicht gefallen.
Gusenbauer: Das ist ein Sinn der Sache. Wie weit bist du mit Dosko?
Pilz: Es geht voran. Er vertraut mir und meinem Material.
Gusenbauer: Ja, ich weiss noch, du hast ja im UA einiges zurückbehalten.
Pilz: Wenn wir doch schon loslegen könnten…Beschissene Wahl!
Gusenbauer: Auf Nummer Sicher gehen. Heinzi muss erst an Sascha übergeben wie geplant. Nicht dass ich dem Hofer etwas zutrauen würde.
Pilz: Nein, du hast Recht. Aber gut, dass Hofer madig gemacht wird. Und die Leute alles glauben.
Gusenbauer: Genau. Du kriegst Bescheid, wann der Tal für dich Zeit hat. Servas!

Der Bundespräsidenten-Wahlkampf 2016 zeichnete sich auch wegen diverser Pannen durch Überlänge aus. Gegen Norbert Hofer setzte sich auch Gusenbauers Partner Hans Peter Haselsteiner ein. Etwas später sollte kurz in „Österreich“ erwähnt werden, dass die SPÖ Tal Silberstein wieder engagiert hat, der bei Wien-Besuchen im Hyatt nächtigt. Die ÖVP nimmt wahr, dass plötzlich das Umfeld von Sebastian Kurz abgecheckt wird, der sich auch beobachtet fühlt; dies erwähnt später Gusenbauers Tarockpartner Reinhold Mitterlehner in einem Buch. Silbersteins erster Wahlkampf war 1999 für Ehud Barak in Israel, den Martin Schlaff unterstützte. Barak war einmal Kommandant von Caesarea, heute Kidon genannt, der Killereinheit des Mossad und kannte Jeffrey Epstein. Silberstein war auch am SPÖ-Wahlkampf 2006 beteiligt und kümmerte sich 2015 um die NEOS in Wien. „Material zurückbehalten“ spielt an auf massive Kritik an Pilz im ersten UA.

10. Februar 2017

Gusenbauer: Hallo, Peter, wie läufts?
Pilz: Ganz gut. Dosko freut sich so. Er will Airbus richtig einheizen. Studiert inzwischen sogar Akten.
Gusenbauer: Du kommst ins Hyatt, zu Tal und mir. Was sagst zum Plan A?
Pilz: Naja….wart ihr das?
Gusenbauer: Wir und der Fussi. Oder glaubst der Christian denkt sich das selbst aus?
Pilz: Eher nicht, nein. Wird er bei uns mitziehen?
Gusenbauer: Da bleibt ihm nichts anderes übrig. Wann holst du dir den Strache wegen UA?
Pilz: Ich dachte, nachdem Airbus….merkt, dass wir harte Bandagen haben.
Gusenbauer: Vom Ablauf her gut so! Passt! Falls er sich ziert, gibt es Material….Sachen, die er nicht breitgetreten haben will.
Pilz: Sehr gut. Auch gut, dass ihm unser alter Freund WoFe die Frau spendiert hat.
Gusenbauer: Lustig ist, dass die mal beim Josef gearbeitet hat. Eh damals, als ihr den ersten UA beschlossen habt.
Pilz: Ja, das ist lustig. Der Strache ist sicher dabei. Wir müssen halt so tun, als ob uns auch deine Rolle interessiert.
Gusenbauer: Wir müssen uns dann noch was überlegen, den Norbert kriegen wir mit dem Vergleich allein nicht dran. Du kriegst Bescheid wegen Hyatt.
Pilz: Wer managt eure Fraktion im UA?
Gusenbauer: Mitarbeiterin vom Gabi wird das steuern. Sonst kommt noch wer auf die Idee, den Norbert zu verteidigen. Ich muss los!

Im Herbst 2017 wird bekannt, dass der von Gusenbauer kommende Sprecher von Signa ein Dossier für seinen Freund Silberstein über die SPÖ verfasste; Rudi Fussi war im CC. Es sickerten auch Mails durch, die zeigten, dass Gusenbauer im Wahlkampf mitmischt. Der „Plan A“ wurde von Christian Kern bei einer inszenierten Rede präsentiert. Nachdem Doskozil Airbus am 16. Februar überfallsartig anzeigt hatte (es gab eine Pressekonferenz, in deren Einladung ein anderes Thema vorgetäuscht wurde), übernahm FTI Consulting „Londoner Börsenmakler“, internationale Medienarbeit und PR. Es ging darum, dem Konzern auf dem Kapitalmarkt zu schaden, indem den Behauptungen eines Ministers grosses Gewicht beigemessen wurde. Kern berief wegen der Anzeige den Nationalen Sicherheitsrat ein. „Gabi“ steht für Gabriel Lansky, mit dem Gusenbauer z.B. beim Lobbying für Kasachstan kooperierte und der Gusenbauers Personenkomitee 2006 leitete. 2017 wurde Nici Garfias (jetzt Magistrat Wien) von Lansky für die SPÖ-Fraktion im UA entbehrt. Der Eurofighter-UA 2006/7 wurde auf Verlangen von Josef Cap, Peter Pilz und Heinz Christian Strache eingesetzt. Philippa Strache arbeitete für Cap und war später bei Wolfgang Fellner, wo sie Strache 2014 kennenlernte. Mit Andeutungen kann Gusenbauer meinen, dass Strache zugleich mit einer verheirateten Frau intim war, die von ihm ein Kind bekam, als er Philippa im Herbst 2016 heiratete.

Doskozil im „Falter“ 2021

25. Mai 2017

Gusenbauer: Hallo, Peter! Endlich geht’s los mit dem UA!
Pilz: Wobei wir das alleine managen müssen. Dosko ist nicht ganz da!
Gusenbauer: Hab‘ schon gehört. Er war in Köln und dort ist eine Frau, die er… (von der WKStA geschwärzt)
Pilz: Er hat nix anderes mehr im Kopf als…(von der WKStA geschwärzt)
Gusenbauer: Wir verwenden etwas, zu dem der Norbert nix sagen darf. Täuschend echt. Kriegst eine Kopie, sozusagen per toter Briefkasten, hehe. Soll im BMLV auftauchen. Dosko soll es quasi auf den Kopf stellen; das ist das, was du dann sagst.
Pilz: Darabos ist am 1. Juni im UA. Soll ihn wieder Kammerhofer begleiten?
Gusenbauer: Nein, den brauchen wir selbst noch. Du weisst, dass der Christian den Stefan Sengl engagiert hat wegen der Wahl? Der hat den Michael Pilz als Partner, ein Anwalt, der geht mit Norbert.
Pilz: Das passt, ich könnte dem Norbert ja auch ein bissl drohen. Bevor er aussagt.
Gusenbauer: Nimm den „Kurier“, Hameseder, mit mir bei der Strabag. Herausgeber ein Wichtigtuer.
Pilz: So wird’s gemacht. Und ich sichere mir meine Wiederwahl bei den Grünen. Alles für den Sieg des Sozialismus.
Gusenbauer: Da hab ich Sachen gehört über dich….(von der WKStA geschwärzt) Aber zum Punkt: Ihr müsst den Lukas laden. Der Koziol ist wann?
Pilz: Du glaubst irgendwelchen komplett unwichtigen karrieregeilen Weibern? Lassen wir das! Am 1. wie der Darabos ist Koziol. Wir haben noch Platz. Wann willst eigentlich du? Und der Schüssel?
Gusenbauer: Wir beide später. Dramaturgie und so. Direkt bevor du den Norbert anzeigst. Ich werd die Ministerverantwortung betonen. Das was du kriegst und was ihr ‚findet‘, dazu darf nur der Lukas befragt werden. Wir natürlich schon, aber nicht Norbert und Koziol. Und Rauen, aber der kommt nicht. Wir setzen voll auf Überraschung: ladet den Lukas für den 2. und den Kammerhofer für später. Es wird in seinem Schrank gefunden.
Pilz: Seinem ehemaligen. Wo er seine lächerlichen Aktenvermerke aufbewahrt hat. „Jetzt bin ich der Minister!“ – dass die Trotteln beim Heer ihm das abgenommen haben!
Gusenbauer: Und der Norbert konnte nix dagegen tun….wer will schon einen Autounfall oder ein totes Kind? Du musst es jetzt so machen: Das Papier soll Lukas für echt erklären. Es wird auch sein Schaden nicht sein. Und dann konzentrierst du dich auf den Unterschied zum Vergleich. Zeigst den Norbert wegen Untreue an.
Pilz: ich werd versichern, dass er nicht bestochen wurde. Das macht sich gut. Klingt ehrlich bemüht. Ich kenne ja die Gerüchte über dich.
Gusenbauer: Man kann mir nichts nachweisen. Das weisst du ganz genau. Werde mich mit dem anderen Pilz kurz unterhalten, damit alles klappt. Und du zeigst bei der normalen StA an.
Pilz: Gut. Und ich sag es geht um die Verjährungsfrist. Dass wir das brauchen wegen Airbus. Dabei ist der Kaufvertrag verjährt und mit dem Vergleich verglichen.
Gusenbauer: Ich verlass mich auf dich! Der Wolfgang und ich kommen dann am 20. und du zeigst am 22. an!

Meinhard Lukas und Helmut Koziol wurden Gusenbauer von Specht empfohlen und führten 2007 Scheinverhandlungen. Darabos beauftragte aber den Präsidenten der Finanzprokuratur Wolfgang Peschorn mit echten Verhandlungen und widerrief dies nie; beide sagten dies im UA 2017. Das geheimnisvolle Papier, das nur Lukas vorgelegt wurde, aber auch die Unterschriften von Darabos, Koziol und Aloysius Rauen (Ex-Eurofighter) tragen soll, ist ein Entwurf zum Eurofighter-Vergleich. Pilz drohte Darabos am 31. Mai via „Kurier“ vor dessen Befragung. Das Papier soll in einem einst von Stefan Kammerhofer genutzten Stahlschrank gefunden worden sein; dieser spielte illegal Minister für Gusenbauers „Freunde“. Gusenbauer spielt auf das anhaberige Verhalten von Pilz Frauen gegenüber an, das zu seinem Rücktritt im November 2017 führen wird. Georg Vetter war Abgeordneter des Team Stronach, befasste sich sehr mit Eurofighter und sprach davon, dass 2007 auch der Kaufvertrag von 2003 verglichen wurde. 2007 fungierte Kammerhofer als „Vertrauensperson“ von Darabos, worüber sich Maria Fekter sehr zum Ärger von Pilz empörte. Zur Skills Group mit Michael Pilz und Stefan Sengl hier mehr; Pilz ist ausserdem in der Alserstrasse 21 Nachbar von Gusenbauer-Freund Andrei Kotchetkov (Nr.23). Der „Wichtigtuer“ beim „Kurier“ war Helmut Brandstätter, inzwischen NEOS-Abgeordneter. Mit „Wolfgang“ meint Gusenbauer den ebenfalls mit Jumaschew und Deripaska verbundenen Schüssel, der wie er selbst von Schüssels Ex-Sprecherin Heidi Glück als „Top-Speaker“ vermarktet wird.

Fellner 2017 (siehe Teil 2 der Chats)

2. Juni 2017

Gusenbauer: Am liebsten würde ich dich spontan auf einen Barolo einladen! Wäre aber ein bissl unvorsichtig jetzt.
Pilz: Es hat perfekt funktioniert. Lukas war gut.
Gusenbauer: Du hast ihn sicher durchgelotst.
Pilz: Ja, er brachte Daten durcheinander, damals von der Airshow in Paris. Aber er hat den Entwurf wunderbar ‚wiedererkannt‘.
Gusenbauer: Der Leo wusste schon, warum er ihn mir damals empfohlen hat.
Pilz: Ein Stronach-Typ war bockig. Wollte Gegenüberstellung Darabos-Koziol. Hätte alles kaputt gemacht. Der ‚Entwurf‘ war ja schon auf dem Tisch, hätten sie also auch dazu fragen müssen. Ich war ziemlich energisch dagegen!
Gusenbauer: Und die anderen sind dir wie üblich gefolgt.
Pilz: Ja, wobei die Blauen vorher sauer waren wegen dem Entwurf. Wollten die Nummer mit Lukas selbst abziehen. Ich hätte ihnen die Show gestohlen!
Gusenbauer: Sollen froh sein, dass sie dabei sein dürfen. Der Kammerhofer wird brav sein im UA. Will seinen Nichtstu-Job bei den ÖBB nicht verlieren.
Pilz: Er ist in einer Woche dran. Soll so tun, als hätte er Darabos unterstützt. Wir machen das schon! Auch auf die Medien ist Verlass! Die NEOS sind übrigens nicht schlecht unterwegs.
Gusenbauer: Tja, Haselsteiner. Und diese Frau bei der ÖVP von Raiffeisen. Früher bei uns in der Strabag.
Pilz: Die Steinacker meinst du. Wie der Bernhard von den NEOS beklagt sie Darabos-Alleingänge.
Gusenbauer: Hehehe, allein darf der gar nirgends hin! Wir hören und lesen uns!

Am 2. Juni forderte Leo Steinbichler vom Team Stronach eine Gegenüberstellung von Darabos und Koziol und blieb damit völlig allein. Das Verhalten von Michael Bernhard (NEOS), Michaela Steinacker (ÖVP) und anderen lässt sich über Pressemeldungen und UA-Protokolle nachvollziehen. 2019 sollten Haselsteiner und Gusenbauer bei der Blue Minds Holding der Kerns einsteigen, die einen Innovation Hub mit der Universität Linz mit Lukas als Rektor errichteten. Kammerhofer wurde von Kern bei den ÖBB untergebracht, als Doskozil Minister wurde. Der Eurofighter-Vergleich wurde am 24. Juni 2007 am Rande der Airshow in Le Bourget bei Paris unterzeichnet. Lukas bringt es mit dem „Entwurf“ durcheinander, den er im Mai 2007 verorten soll.

22. Juni 2017

Gusenbauer: Hallo, Peter. Hab‘ dein Statement bei WoFe gesehen. Musste sehr lachen! Ich als Beitragstäter, aber nicht jetzt Anzeige!
Pilz: Ein bisschen Spuren verwischen. Aber jetzt haben wir das geschafft. Ab jetzt ist der UA komplett uninteressant. Kann ihn leider nicht abdrehen!
Gusenbauer: Den Rest wirst du auch noch durchhalten! Jetzt lass dich erstmal wieder wählen!
Pilz: Darüber mach ich mir keine Gedanken. Die Grünen wären ohne mich verloren!
Gusenbauer: Dann toi toi toi. Ich bin ja gespannt, ob die Justiz was von mir bei den EF wissen will.
Pilz: Wird nicht nötig sein. Alles deutet auf Darabos!
Gusenbauer: Dann einen erfolgreichen…wie nennt man das bei euch? Ach ja, Bundeskongress.

Gusenbauer meint diesen Clip von oe24; dass der UA nun endgültig zur Farce wurde, sagten auch Abgeordnete wie Bernd Schönegger von der ÖVP. Am 22. Juni zeigte Pilz Darabos wie geplant an; am 25. Juni wählten die Grünen ihre Liste. Seine Kandidatenvorstellung spiegelte die Überheblichkeit im Chat wider.

Mein Demoschild zum 1. Mai 2022

26. Juni 2017

Pilz: Gusi, wir müssen reden! So war das nicht abgemacht!
Gusenbauer: Hör auf zum Herumsudern! Die Grünen wollen dich nicht? Dann kandidierst du halt selbst!
Pilz: Du weisst, was das kostet? Da geht nix Illegal!
Gusenbauer: Du kriegst sicher Spenden und die Grünen haben sich doch für Sascha verausgabt.
Pilz: Ich will den UA weitermachen. Druck darf nicht nachlassen. Die Ermittlungen!
Gusenbauer: Du brauchst kein Cash, du hast die Medien. Der Falter macht eine grosse Geschichte über dich und die anderen ziehen nach.
Pilz: Wir werden sehen. Es beruhigt mich nicht.

Statt Pilz wurde Julian Schmid gewählt; Medien und darunter natürlich der „Falter“ bedauerten, dass der „Aufdecker“ nicht mehr genug Stimmen bekam. Man sah doch gerade wieder bei Eurofighter, wie unverzichtbar er doch sei.

24. Juli 2017

Gusenbauer: Hallo Peter, wie ich höre, lässt es sich gut an.
Pilz: Stimmt, es gibt schon Kandidaten und Spender. Das wird was. Die Grünen rotieren! Kandidaten sind Männer mit Erfahrung und hübsche junge Frauen – bestens!
Gusenbauer: Wegen der FPÖ, die ja auch dir in die Quere kommen kann….da ist etwas am Laufen! Soll natürlich in erster Linie dem Christian helfen.
Pilz: Geht’s auch konkret? Wenn es ein Skandal ist, bin ich sofort dabei!
Gusenbauer: Vorläufig sag ich dazu gar nix. Besser nicht.
Pilz: Auch ok. Übrigens der Dosko wird im Wahlkampf als Kämpfer gegen Korruption verkauft.
Gusenbauer: Idee vom Tal. Supersauber, wenn Dosko Darabos belastet und nicht deckt. Niemand fragt dann nach Niessl und der Bank.
Pilz: Ich will auf jeden Fall mit ihm weitermachen. Hat gut geklappt, auch wenn er lieber nur herum….(von der WKStA geschwärzt) statt was zu EF sagen würde.

Die Liste Pilz wird gegründet; die Grünen gaben sich der trügerischen Hoffnung hin, dass Pilz die Kandidatur nicht schafft. Doskozil wird als Spitzenkandidat der SPÖ im Burgenland mit Sicherheit und Antikorruption am Beispiel Eurofighter verkauft; im Dossier für Silberstein wird er gelobt. Dass Gusenbauer den Vergleich wollte und nicht Darabos, wird damit verschleiert; von der Manipulation des UA ganz abgesehen. Gusenbauers Andeutungen beziehen wir natürlich auf Ibizagate; man beachte auch das Datum des Chats.

Fortsetzung folgt!

Hier geht’s weiter zu Teil 2

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