Manipulation und Resignation

Wenn es um Oligarchen geht und wenn eine NATO-Debatte angezettelt wird, kann man gut sehen, wie Details ihre Wirkung entfalten, die ohne den passenden Kontext präsentiert werden. Auch Experten tappen in diese Falle, wenn sie sich vielfach auf mediale Darstellungen verlassen, statt selbst zu recherchieren. Elisabeth Schimpössl, die unten zu sehen ist, lebt in UK und erliegt einem Irrtum, wenn sie meint, Österreich spiele keine Rolle für Oligarchen. Sie misst politische Korrumpierbarkeit auch nur an Ibizagate-Klischees über die FPÖ, statt etwa Oleg Deripaska mit ÖVP, SPÖ und NEOS in Verbindung zu bringen. Interessantes Detail am Rande: ehe sie unten zu Wort kommt, wird Bernard Amann interviewt, der 2019 für die Liste Pilz kandidierte. Denn Peter Pilz war daran beteiligt, gemeinsam mit Ex-Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil Airbus für russische Interessen zu attackieren. Ausserdem half er tatkräftig mit, die Verantwortung des jetzigen Strabag-Aufsichtsratsvorsitzenden Alfred Gusenbauer für den Eurofighter-Vergleich zu verschleiern.

Ohne das Gesamtbild steht Komplizenschaft mit Putins Zielen isoliert da, zumal nun Ex-Aussenministerin Karin Kneissl in die Sanktionsliste der EU aufgenommen werden soll. Wenn es um „Destabilisierung und Desinformation“ geht, müssten sich einige selbst auf eine schwarze Liste setzen, die nun vorgeben, dagegen vorzugehen. Kneissl wiederum fand keinen Anklang beim Putin-Netzwerk in Österreich; als parteilose politische Quereinsteigerin war sie da eine Außenseiterin. Doch mit ihrer Person wird auch auf ähnliche Weise abgelenkt wie in Deutschland mit Ex-Kanzler Gerhard Schröder. Ein wichtiges Thema ist bei uns freilich auch, dass NATO-Fans wieder einmal ihre Stunde gekommen sehen. In der Regel waren sie wie Christian Segur-Cabanac schon heillos damit überfordert, auch nur die Souveränität Österreichs zu verteidigen. Denn nicht ohne Grund halten britische Diplomaten das Verteidigungsministerium für eine Art Abteilung der GRU; die Befehlskette beim Heer ist gekapert.

Video der Vorarlberger Nachrichten

Sowohl im Mainstream als auch alternativ wird nicht ehrlich über Neutralität diskutiert, wie etwa „Welt“ und „NZZ“ oder apolut.net und tkp.at zeigen. Man würde zunächst annehmen, dass alternativ doch bestimmt recherchiert wird, aber auch hier dienen meist dieselben Narrative wie im Mainstream als Ausgangspunkt; wie diese gepflegt werden, sieht man etwa beim ORF. Aber doch nicht bei C, mag man da einwenden; doch was wird hier wirklich vertreten? Wird die C-Agenda in angemessener Weise für übertrieben gehalten und wird das Große Ganze auch korrekt erklärt? Nach bald drei Monaten Krieg drängt sich der Verdacht auf, dass dieser zumindest für uns so etwas wie Corona 2.0 ist. So neu ist es nicht, dass Unmengen an Geld ausgegeben werden, während alles für uns teuer wird, wenn leere Regale prophezeit werden und Alternativen zu Öl und Gas propagiert werden. Viele bekommen automatisch Schnappatmung bei einem Beitrag der „Welt“, doch sie sieht nicht genau hin. Wenn ein General unter Druck gesetzt wird, triumphieren Medien, wollen aber gar nicht wissen, ob so etwas auch bei uns möglich ist.

Selektive Wahrnehmung

Unten ist dann davon die Rede, dass der Militärgeheimdienst GRU jetzt eine wichtigere Rolle übernimmt; es wird aber immer wieder das „Gerüchten“ verwendet. Wir erfahren jedoch nicht, dass die russische Militärdoktrin vom Dezember 2014 ohnehin den Einsatz von Geheimdiensten vorsieht. Oder dass die GRU das österreichische Verteidigungsministerium unterwandert hat, denn dies würde wohl Ibiza-Narrative relativieren, auf die sich auch Elisabeth Schimpössl bezieht. Es wirkte bei der C-Agenda weniger verwirrend, als dass man das Gefühl hatte, sich doch auf einige verlassen zu können. Doch tatsächlich wurde keine schlagkräftige Bewegung ins Leben gerufen, was vielleicht kein Zufall ist. Es gibt immer noch alle, die absoluten Blödsinn behauptet haben, und jetzt ist Affenpocken ihr neuestes Lieblingshobby. Wie zur Bestätigung kandidiert Alexander van der Bellen wieder als Bundespräsident, nachdem er unsere verfassungsmässigen Rechte mit Füssen trat und Impfen statt Neutralität pushte. Wenn auch die ÖVP angeschlagen scheint, gibt es kaum eine vertrauenswürdige Alternative zu ihr. Das trifft nicht nur wegen C auch auf die SPÖ zu, denn sie ist tief in Korruption verstrickt. Es entsteht wieder einmal der Eindruck, dass Widerstand eh zecklos sei, aber vielleicht sollen wir dies einfach hinnehmen.

Die „Welt“ und die GRU

Es hebt sich nämlich positiv von all jenen ab, die eine gar nicht mal so kleine Fangemeinde mit wohlwollenden Kräften im Hintergrund unterhalten, die auf unserer Seite sein sollen. Zugleich gibt es einige, die zwar nicht an gute Helfer glauben, sondern Politik verstehen wollen, dabei aber rasch falsch abbiegen. Von Wichtigtuerei sind hingegen die meisten Bemerkungen über den Krieg geprägt, sodass der ehemalige Fremdenlegionär und Soldat der Bundeswehr Thomas Gast zu den wohltuenden Ausnahmen gehört. Manche Menschen glauben allen Ernstes, dass sie jede Aktion derjenigen in den Himmel loben müssen, denen sie die Daumen halten. Das verhindert natürlich auch, dass sie sich zum Beispiel mit Korruption in der Ukraine und da unter anderem mit Putins Netzwerk befassen. Man kann immer wieder Verbindungen herstellen, sofern man nicht der Faszination von Panzern liegt. Zum Beispiel, wenn die lange Nacht der Forschung am 20. Mai im Cape 10 in Wien wie eine perfekte Klima-Agenda aussieht. Zugleich ist beim Sozialzentrum Cape 10 aber Oleg Deripaskas Geschäftspartner Siegfried Wolf an Bord; ebenso Nathalie Benko, Hans Peter Haselsteiner, Wolfs PR-Mann Josef Kalina, Andreas Matthä von den ÖBB und viele andere. Wieder einmal geht es um das russische Netzwerk, was übrigens auch auf die ÖBB zutrifft.

Video von Thomas Gast

Gerade wurde gemeldet, dass die Kanzler Olaf Scholz und Karl Nehammer nach Davos fahren, wo übrigens das Bundesheer traditionell die Luftraumsicherung übernimmt. Wer aber meint, mit dem World Economic Forum hätten nur sie und jene Young Global Leader, die jetzt für Finnland und Norwegen der NATO beitreten wollen, übersieht etwas. Denn auch Wladimir Putin und Oligarchen wie Deripaska gehören zu Klaus Schwabs Gästen, was kein Widerspruch zu Wolodymyr Zelenskij sein muss, auch wenn Putin und Deripaska jetzt nicht da bei sind. inzwischen bleibt uns nicht nur wegen Davos „die Impfpflicht“ nicht erspart, und auch die Plandemiekoordination GECKO existiert noch. Sicher waren die Massendemos höchst ermutigend, aber was haben sie langfristig erreicht? Oder haben nun genug Leute mehr Ahnung vom politischen System, um diesen im zweiten Anlauf entschlossen entgegentreten, wo jetzt noch deutlicher ist, dass unsere Gesellschaft zerstört werden soll? Werden wir das Momentum erfassen und uns allem stellen, oder lassen wir uns wieder in ablenkende Diskussionen verstricken?

Diese Recherchen erfordern sehr viel Aufwand und sind in dieser Form einzigartig. Es ist immer notwendig, alles neu zu bewerten und weitere Puzzleteile zu einem sehr komplexen Bild hinzuzufügen. Davon profitiert jeder, der mit einzelnen Bereichen in Berührung gekommen ist oder der sich fragt, wie etwas einzuordnen ist. Als Grundlage für weitere Recherche, für parlamentarische Untersuchungen, für Ermittlungen der Justiz eignet es sich auch sehr gut. Es kommt oft darauf an, durch Zufall an eine mögliche Verbindung überhaupt mal zu denken, um sie und einiges mehr zu finden.

Jeder finanzielle Beitrag dazu ist herzlich willkommen:
Alexandra Bader, Erste Bank, AT 592011100032875894 BIC GIBAATWWXXX

Vielen Dank!

Für Inputs und Feedback etc. bin ich auch telefonisch erreichbar unter +43 (0)66499809540

6 Kommentare zu „Manipulation und Resignation

  1. Mich wundert, daß auch intelligente Personen wie Sie dem Narrativ vom bösen, alles fressen wollenden Putin übernehmen.
    Null Reflexion seiner berechtigen Interessen und die der Nation, der er vorsteht.
    Bevor der erste Panzer in Russland gestartet wurde, hat es jahrelange Vorfälle in der Ukraine gegeben, die sich gegen dort lebende Russen richteten.
    Von der NATO-Problematik ganz abgesehen.
    ISie ignorieren auch alle Reden, die Putin an den Westen gerichtet hat und in denen nichts von Konfrontation zu hören war, sondern ein Angebot nach dem anderen zur Kooperation enthielten.

    Man mag wirklich glauben, einige Journalisten, die ansonsten durch gute Recherche gegen den Mainstream aufgefallen sind, erkaufen sich ihre Freiräume bei Zugeständnissen in der Hatz auf Putin.

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    1. Die Grammatik in meinem vorigen Beitrag war so grauenhaft, daß ich eine zweite Version von meinem Text auf den Weg schicke.
      Mögen Sie die erste bitte löschen…danke.

      „Mich wundert, daß auch intelligente Personen wie Sie den Narrativ vom bösen, alles fressen wollenden Putin übernehmen.
      Keine Berücksichtigung seiner berechtigen Interessen und die der Nation, der er vorsteht.
      Denn bevor der erste Panzer in Russland gestartet wurde, hat es jahrelange Vorfälle in der Ukraine gegeben, die sich gegen dort lebende Russen richteten.
      Von der NATO-Problematik ganz abgesehen.
      Sie ignorieren auch alle Reden, die Putin an den Westen gerichtet hat und in denen nichts von Konfrontation zu hören war, sondern ein Angebot nach dem anderen zur Kooperation enthielten.

      Man mag wirklich glauben, einige Journalisten, die ansonsten durch gute Recherche gegen den Mainstream aufgefallen sind, erkaufen sich ihre nötigen Freiräume durch Zugeständnisse bei der Hatz auf Putin.“

      Ich beziehe mich auf u.a. das hier:
      https://www.anti-spiegel.ru/2022/integrety-initiative-wird-boris-reitschuster-fuer-anti-russische-propaganda-bezahlt/?doing_wp_cron=1653169158.7783489227294921875000

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      1. Ich bin immer differenziert und habe ja Netzwerke rekonstruiert, gegen die man vorgeben muss. Das ist viel besser, als Menschen leiden und hungern zu lassen, während das russische Netzwerk immer reicher wird und sich alles erlauben kann. Natürlich ignoriert Röper alle dunklen Seiten von Putin und Co. Es klingt ein bisschen wie Propagandawerke, die man in der DDR zur Verteilung im Westen druckte.

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    2. Ja, verstehe ich auch nicht. Haselsteiner Strahan ist glaube ich mehr in der Ukraine. Die Russen von denen hier gesprochen wird, sind nehmen ich an, mehr die Globalisierer Russen, die sich gar nicht mit RU oder den Russen identifizieren.

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  2. Fassen Sie es nicht als persönlichen Vorwurf auf, aber in diesen Tagen fällt einem einerseits schwer, irgendjemandem überhaupt noch zu vertrauen, aber andererseits dafür immer häufiger auf, daß Leute wie Reitschuster, Tichy (dort speziell Thomas Spahn) oder auch Don Alphonso wie konzertiert berichten.

    Diese völlig einseitige Darstellung zu Putin und seine Beweggründe kenne ich nur zu gut von der Berichterstattung der deutschen Mainstreammedien u.a. über Trump, welche aus genau den Gründen von den vorher genannten Journalisten angegriffen wurde.
    Und jetzt lese ich genau das Gleiche bei denen über Putin. Im selben Stil mit der selben Einäugigkeit.

    Da ist man schon sehr verstimmt und fragt sich nach dem Grund.
    Reitschuster als langjährigen Russlandkorrespondenten billige ich noch persönliche Gründe für seine Antipathie zu, aber nicht den anderen.
    Normal ist das sicher nicht.

    Gert

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    1. Bei Antipathie übertreibt man es leicht, denn man sollte Fakten nüchtern darstellen. Gerade jetzt ist es wichtig, die Orientierung zu behalten bzw vielfach erst zu gewinnen. Putin, der natürlich nicht alleine steht, ist Geheimdienstler, dh es gilt Operationen über Jahre zu erkennen, Personen zuzuordnen, die seit Langem im Einsatz sind. Weil aber so vieles Täuschung und Manipulation ist, kann man nur komplett ehrlich sein, wenn man sich damit befasst. Man kann Menschen leicht mit Beachtung und Schmeicheleien ablenken. Ich schmeichle daher niemandem, aber wenn ich mich über etwas freue, dann sage ich es auch. Je mehr Leute erkennen, in welcher Situation wir sind, desto eher können wir diese Kräfte stoppen. Noch sind sie sich absolut sicher, wie man ja eben bei der neuerlichen Kandidatur van der Bellens sieht.

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