Sind auch die NEOS korrupt?

Es geht jetzt nicht um Hans Peter Haselsteiners Geschäftspartner Oleg Deripaska, der sich zugegeben nicht so gut ausmacht, wenn der Ibiza-U-Ausschuss auch russischen Einfluss aufdecken soll. Doch der ehemalige „Kurier“Herausgeber Helmut Brandstätter, der sich immer besonders moralisch gibt, berichtete extra positiv über OMV-Chef Gerhard Roiss, als seine Partnerin Patricia Pawlicki vom ORF Aufträge von der OMV erhielt. Bezeichnend für die aufgeheizte politische Stimmung ist, dass dies fast niemanden kratzt, weil es von Angriffen auf Bundeskanzler Sebastian Kurz und Finanzminister Gernot Blümel ablenkt. Wie stets steckt jedoch mehr dahinter, wenn wir von den Basic Facts ausgehen: Pawlicki ist zu 51 % an der Firma Business Zeus Media beteiligt, die von 2011 bis 2015 386.820 Euro von der OMV erhielt. Das deckt sich ziemlich genau mit dem Zeitraum, als Gerhard Roiss OMV-Chef war, der 2015 wie Alfred Gusenbauer, Rene Benko, Heinz Fischer, Erich Hampel und Wolfgang Hesoun auch das Bilderberger-Treffen in Telfs besuchte und von 2018 bis 2023 dem Universitätsrat der Linzer Kepler-Universität angehört.

Die Liste der Universitätsräte ist allgemein interessant, weil man hier z.B. Eva Dichand findet. In Linz fungiert Heinrich Schaller als Vorsitzender, der selbst an der JKU studierte und 2012 Ludwig Scharinger an der Spitze der Raiffeisen Landesbank OÖ nachfolgte. Scharinger unterrichtete an der JKU, war Universitätsrat und Sponsor und folgte 2012 Ernst Strasser als Präsident der Österreichisch-russischen Freundschaftsgesellschaft nach. Sein Nachfolger wurde 2015 Richard Schenz, der selbst einmal OMV-Chef war; Scharinger verstarb 2019 an den Spätfolgen eines Unfalls, den er 2013 in Russland hatte und bei dem der „Kurier“ siehe Link auch „Glück im Unglück“ sah. Die ORFG kam letztes Jahr ins Gerede, weil Jan Marsalek und Markus Braun von Wirecard zu ihren Sponsoren zählt, was jedoch auch für Magna, Signa, Strabag und Novomatic gilt.

Sind auch die NEOS korrupt?

Mit Scharinger war die Raiffeisen-LB OÖ am BUWOG-Deal mit Karl Heinz Grasser beteiligt; 2020 machte sie Schlagzeilen, weil sie Geld bei Wirecard und bei der Commerzialbank verloren hatte. Bei den politischen Verstrickungen bei Wirecard und Comnerzialbank verweise ich auf andere Recherchen. Bekanntlich ist Raiffeisen aber auch am „Kurier“ beteiligt, dessen Aufsichtsratsvorsitzender seit 2016 Erwin Hameseder ist, der bei der Strabag als Stellvertreter des AR-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer fungiert. Beim „Kurier“ ist inzwischen auch Rene Benko an Bord, der u.a. von Raiffeisen, der Sberbank Europe und der Bank of China Kredit bekommt und bei dem auch Brandstätter gerne ist. Als Gerhard Roiss an der Spitze der OMV stand, wurde Siegfried Wolf Chef der ÖIAG (und 2017 AR-Vorsitzender), die heute ÖBAG heisst und mit dem ehemaligen Kabinettschef im Finanzministerium Thomas Schmid an der Spitze Schlagzeilen macht. Eigentlich war 2019 an ein Comeback von Wolf in der ÖBAG gedacht, der sowohl Benko als auch Kurz fördert und der AR-Vorsitzender bei Sberbank Europe und Deripaskas Russian Machines ist. Doch wenn es um den supersauberen Helmut Brandstätter geht, müssen wir an die JKU zurückkehren, deren Rektor Meinhard Lukas seit 2015 ist, der zuvor außerordentlicher Universitätsprofessor war. Sein verlinkter Wikipedia-Eintrag weist ihn als Experten für Vertrags- und Wirtschaftsrecht aus, der Österreich auch in internationalen Gremien vertrat.

Brandstätter bei Fellner

2006 wurde er dem Wahlsieger Alfred Gusenbauer von dessen Freund und dann auch Geschäftspartner Leo Specht für Eurofighter-Scheinverhandlungen empfohlen, was auch für Lukas‘ alten Bekannten Helmut Koziol galt, einen Zivilrechtler ohne Verhandlungserfahrung. Tatsächlich beauftragte Verteidigungsminister Norbert Darabos den Leiter der Finanzprokuratur Wolfgang Peschorn mit Eurofighter-Ausstiegsverhandlungen und widerrief dies auch nie, wie Darabos und Peschorn im U-Ausschuss 2017 aussagten. Ab 24. Mai 2007 war Peschorn jedoch draussen, was er vom illegal Minister spielenden Kabinettschef Stefan Kammerhofer am Telefon erfuhr und gegen den Willen (schriftliche Ministerweisung) des bedrohten, überwachten, abgeschotteten Darabos erfolgte. Ab nun konnte Eurofighter-Rechtsberater Lukas Koziol, der Peschorn ersetzte, über den Tisch ziehen, was man dann Darabos auch per UA 2017 unter Mitwirkung von Lukas anlastete. Am 24. Mai 2007 waren übrigens sowohl Wladimir Putin und Oleg Deripaska (der dann bei Magna und Strabag einstieg) in Wien als auch Bill Clinton, Detail am Rande. Dass Darabos zum Bauernopfer für Gusenbauers Machenschaften wurde, unterstützte auch der „Kurier“, in dem der Komplize von Gusenbauer und Ex-Minister Hans Peter Doskozil Peter Pilz Darabos auch drohen durfte.

Brandstätter zur ÖVP von 2017

Wenn Brandstätter im Parlament von einer „verschworenen Gemeinschaft“ in der ÖVP von 2017 spricht, sollte man ihn schon fragen, warum er bei der Eurofighter-Verschwörung an Bord war. Bei der JKU gibt es noch weitere Puzzleteile: Richard Soyer, der wie Gabriel Lansky, dessen Konzipient er war, Kasachstan vertritt, lehrt an der Uni und ist der Anwalt von Ibizagate-Anwalt Ramin Mirfakhrai. Als ÖVP-Verfassungsrichter Wolfgang Brandstetter, der mit Brandstätter befreundet ist und Vizekanzler wurde, als Reinhold Mitterlehner zurücktrat, jetzt erkrankte, vertrat ihn Barbara Leitl-Staudinger von der JKU beim VfGH. Ihren Vater, den langjährigen Wirtschaftskammerpräsidenten Christoph Leitl, sah man bei der Gründung eines Innovation Hub der JKU mit der Blue Minds Group (Christian Kern, Eveline Steinberger-Kern, Alfred Gusenbauer, Hans Peter Haselsteiner) im Publikum. Meinhard Lukas war ja nicht nur an Scheinverhandlungen 2007 beteiligt, sondern verschleierte dies auch im UA 2017, wo Vorgangsweise und Timing auf Absprachen mit Gusenbauer, Doskozil und Pilz schliessen lassen. Die Firma von Frau Pawlicki hat ihren Sitz übrigens in Oberpullendorf, wo man Darabos zwar als Bauernopfer betrachtet, sich aber nicht erklären kann, was da eigentlich passiert ist. Und natürlich unterstützt Pilz Brandstätter, wie man deutlich bei „Zackzack“ erkennen kann; beide gehören zu dem, was sie zu bekämpfen vorgeben.

PS: Weil ich mich seit Jahren mit solchen Hintergründen befasse, wird mir sehr zugesetzt. Ich freue mich daher über eure Unterstützung und den Austausch mit euch und bin unter 066499809540 erreichbar. Weil „Zusetzen“ auch bedeutet, mich ökonomisch zu treffen, bedanke ich mich auch für eure finanzielle Unterstützung unter Alexandra Bader, Erste Bank, AT 592011100032875894 BIC GIBAATWWXXX vielen Dank!

3 Kommentare zu „Sind auch die NEOS korrupt?

  1. Die neos sind nur korrupt und wollen nur abkassieren.
    sonst hätte reisinger das alles nicht abgezogen, was sie abgezogen hat.
    man kann nur hoffen, sie wird abgezogen.
    sie ist auch hochnotpeinlich. da redet die kneissl noch gescheiter daher.
    Dafür, dass die reisinger sich so wenig auskennt, ist sie zuviel im fernsehen. selber ignoriert sie das und feiert sich. unfassbar, so eine Lebendshaltung.

    Gefällt 1 Person

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