Wohin steuert Österreich?

Gerade wird bekannt, dass die Opposition eine Ministeranklage gegen Gernot Blümel erreichen will. Freilich fehlt ihr dazu die nötige Mehrheit, doch wenn der Finanzminister durch permanenten öffentlichen Druck fällt, dann ist das auch das Ende von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Diese Denkweise ist verständlich, doch es geht um weit mehr nicht nur bei Blümel und Kurz, als auch die „Satire“ von Jan Böhmermann am Freitag im ZDF vermuten liess. Vieles ist inzwischen so offensichtlich, dass jeder die richtigen Puzzleteile in die Hand nehmen und von ihnen ausgehend recherchieren kann. Es genügt z.B. die Sonntagsausgabe von „Österreich“, in der den meisten neben unvermeidlicher Corona-Propaganda nur auffällt, dass Wolfgang Fellner sich als Opfer karrieregeiler Frauen hinstellt. Die einen sehen ihn weiterhin als Ungustl, während er für andere das Opfer eines Zeitungskrieges ist. Doch lassen wir das mal beiseite und zerlegen das Blatt, indem wir den Bogen herausnehmen, auf dem Rene Benkos Signa Holding diesmal inseriert. Vom einem Boykott, wie ihn Politikerinnen ausriefen, ist hier nichts zu bemerken, außer dass es sonst zwei Seiten sind.

Sehen wir uns an, was auf der anderen Seite des Bogens bemerkenswert ist: da sticht eine Aufnahme des bisherigen Novomatic-Forums hervor, das ich dann siehe unten selbst fotografierte. Ho hat Novomatic-Forum umhüllt und Flagge gehisst“ steht bei Fellner. Und zwar nicht nur die österreichische, sondern auch von seiner Heimat Vietnam, einer kommunistischen Diktatur. Man beachte, dass Ho selbst zwar sehr, sehr selten bei oe24 auftritt, ansonsten aber durch einen Sprecher kommuniziert, der noch dazu anonym bleiben darf. Die Umhüllung des Gebäudes besteht aus den Buchstaben KMMK, was für „kleine Maske mit Kunst “ steht. Der Sprecher erklärt: „Die Flagge ist gehisst, Martin hat das ‚Land‘ quasi erobert.“ Hinter den Planen wird das Gebäude revitalisiert (wie das „Land“ hinter den Masken?), während nicht weit entfernt im Leiner-Haus Jugendstil-Elemente demoliert werden. Passender Weise hebt „Österreich“ die vietnamesische Flagge noch mit Vergrösserung und rotem Pfeil hervor. Und der Bildtext lautet: „Fassade (in rot geschrieben) mit österreichischer und vietnamesischer Flagge“. Jeder kann googeln, womit man Fassade ins Englische übersetzt: als erstes erscheint natürlich facade, dann jedoch front, was auch für Tarnorganisation oder -Firma steht; dann als front organization und im Sprachgebrauch oft zu front abgekürzt.

Das Ho-Novomatic-Forum

Wir wissen einiges über die Verbindung zwischen Kurz und Ho und über Hos Geschäfte dank der Recherchen des inzwischen verstummten Zoom Institute. Gerade wurde auch bekannt, dass Ho Corona-Hilfen erhielt, was jedoch auch für das Hotel Sacher, das Nobellokal Fabios und die Ex-SPÖ-Regierungsmitglieder Hannes Androsch und Christian Kern gilt. Wer den Ibiza-U-Ausschuss verfolgt hat, erkennt Zusammenhänge, denn 2017 trafen sich potenzielle Kurz-Spender bei Fabios und im Sacher. Doch es geht um mehr, denn das Sacher kümmert sich für den Oligarchen Oleg Deripaska um dessen Hotel Aurelio in Lech, in dem Benko 2010 heiratete. Und sowohl Androsch als auch Kern sind Russland- und China-affin; Kern ist Aufsichtsrat der russischen Staatsbahnen RZD und Präsident des Kuratoriums der Austrian Chinese Business Association. Diesem Kuratorium gehört auch Landeshauptmann Peter Kaiser an, der 2016 Kern dabei half, an die Spitze der SPÖ zu gelangen. Kaiser postete auf Facebook voller Stolz, dass RHI Magnesita mit ihm einen neuen Tunnelofen einweihte; in diesem Konzern, an dem Martin Schlaff beteiligt ist, wäre Kern Vorstandsvorsitzender, wenn er nicht Kanzler geworden wäre; Alfred Gusenbauer gehörte einige Zeit dem Aufsichtsrat an.

RHI in Kärnten

Wenn wir noch einmal „Österreich“ zur Hand nehmen, finden wir in der Frauenbeilage „Madonna“ zwei Seiten Yogatipps mit Martin Hos Gattin Ivana. Sollten wir beim Zusammentragen von Puzzleteilen auch auf solche Details wie die Vornamen von Frauen achten? Wenn wir hier Assoziationen zu Donald Trump haben, sollen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Julia Jurtschak verschleiern, dass es sich mitnichten um Romeo und Julia handelt; auch Doskozil dient ja brav einer kommunistischen Agenda. Vieles kann man sich vorstellen wie verbotene Preisabsprachen zwischen Unternehmen. Zum Beispiel, wenn der Deripaska-Geschäftspartner und Ex-Magna-CEO Siegfried Wolf den Autohersteller MAN erwerben will. Dann tritt der ÖGB mit Anwalt Hannes Jarolim auf, der bis 2006gemeinsam mit dem Gusenbauer-Geschäftspartner Leo Specht um russische Klienten warb. Jarolim gehört wie u.a. Novomatic-Gründer Johann Graf und Ex-Magna-Sicherheitschef Franz Schnabl zu den Investoren der ehemaligen Alizee-Bank des russischen Transportunternehnes Andrei Kotchetkov. Wie ich auf Twitter andeute, vertrat Jarolim die SPÖ im ersten Eurofighter-U-Ausschuss 2006/7 unter dem Vorsitz von Peter Pilz. Er sah weg bei Druck auf Verteidigungsminister Norbert Darabos, der vom „Minister spielenden“ Kabinettschef Stefan Kammerhofer auf Schritt und Tritt verfolgt wurde, der ihm auch jede Antwort vorsagte. Dies ist nur dann erklärbar, wenn wir davon ausgehen, dass alle von Gusenbauer bis Pilz anders als Darabos dem Bereich Oligarchen – Mafia- Geheimdienste verpflichtet sind.

Es hängt alles zusammen

Kammerhofer wurde dank Kern und Doskozil dann Abteilungsleiter ohne Arbeit bei den ÖBB; dies wird gerade auch vom ÖGB und den Eisenbahnergewerkschaftern gedeckt, die wohl nicht wahrhaben wollen, dass es um Hochverrat nicht nur im BMLV geht. Was Wolf und Magna betrifft, kooperierte der Konzern bereits 1998 offiziell mit Russland; es ging um den da noch planwirtschaftlich geführten Autobauer GAZ (heute ist Deripaska Mehrheitseigentümer). Wegen dieser Connections ersuchte EADS Magna dann um Hilfe beim Sondieren des russischen Marktes. Dies steht am Beginn der Beschaffung von Eurofightern, die man deshalb kaufte, weil MiG-29 zu offensichtlich gewesen wären. Ebenso hätte es nach der „Machtübernahme“ von Sebastian Kurz in der ÖVP zu viele Fragen aufgeworfen, wenn Wolf ÖBAG-Chef geworden wäre, der AR-Vorsitzender von Deripaskas Russian Machines und der Sberbank Europe ist. So kam es zur Bestellung von Thomas Schmid, in dessen Laufbahn Wolfgang Schüssel eine Rolle spielte wie auch bei Kurz und Blümel. Es war Schüssel, der 2006 Karl Heinz Grasser als neuen ÖVP-Chef wollte, der von 1998 (sic!) bis 2000 Magna-Manager war. Grasser steht nicht nur für Privatisierungen und dafür, dass die VOEST per „Geheimprojekt Minerva“ an Magna verkauft und zerschlagen werden sollte; er wollte auch hinter dem Rücken von Verteidigungsminister Herbert Scheibner MiG-29 für Österreich. Es ist kein Zufall, dass es 2016/17 ein weiteres „Geheimprojekt Minerva“ gab mit Doskozil, Pilz und Ukraine-Lobbying-Partnern Gusenbauers, um Airbus (früher EADS) im russischen Stil über die Kapitalisierung zu attackieren. Reinhold Mitterlehner sagte im Ibiza-U-Ausschuss, dass Wolf im August 2016 eine Spendenralley für Kurz startete, was zur Andeutung Heinz Christian Straches auf Ibiza passte, dass Wolf und Benko Geld für einen Kurz-Wahlkampf organisierten. Benko bekommt übrigens u.a. von der Sberbank Europe, der Bank of China und Raiffeisen Kredit; seine Signa ist der grösste Kunde von TPA, den Prüfern von Wirecard CEE in Graz, der Commerzialbank und ihres Mehrheitseigentümers.

SPÖ vs. Blümel

Nicht nur die SPÖ vergisst in der Hitze des Gefechts, wie wurscht auch ihr die Bundesverfassung sonst ist. Zum Beispiel Artikel 20 Absatz 1 (Weisungsrecht des Ministers) oder Artikel 80 Absatz 2 und 3 (der Bundesminister für Landesverteidigung hat die Befehls- und Verfügungsgewalt über das Bundesheer), wie auch deutlich wurde, als Darabos als Eurofighter-Bauernopfer für Gusenbauer angezeigt wurde. Doch widmen wir uns noch den einmal den Frontorganisationen, auf die auch der sogenannte Ibiza-Detektiv Julian Hessenthaler im Wirecard-U-Ausschuss hingewiesen hat. Trifft diese Bezeichnung auch auf Magna, Signa, Strabag, Novomatic zu, die wie Jan Marsalek und Markus Braun von Wirecard die Österreichisch-russische Freundschaftsgesellschaft unterstützten? Was ist mit Parteien wie dem Team Stronach, das wie die NEOS 2013 erfolgreich kandidierte; beide sind auch Deripaska-Parteien, wenngleich sich nur die Neos halten konnten. Was ist mit der SPÖ, in der die meisten nicht merken, was wenige vorantreiben, mit den Grünen, aus denen Ahnende auch dank Pilz eliminiert wurden? Wie weit spielt die FPÖ mit und war bereits die Schüssel-ÖVP in gewissem Sinne „neu“?

PS: Weil ich mich seit Jahren mit solchen Hintergründen befasse, wird mir sehr zugesetzt. Ich freue mich daher über eure Unterstützung und den Austausch mit euch und bin unter 066499809540 erreichbar. Weil „Zusetzen“ auch bedeutet, mich ökonomisch zu treffen, bedanke ich mich auch für eure finanzielle Unterstützung unter Alexandra Bader, Erste Bank, AT 592011100032875894 BIC GIBAATWWXXX vielen Dank!

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