Ist Wolfgang Fellner erst jetzt ein alter Sexist geworden?

Es macht eigenartiger Weise kaum Schlagzeilen, dass Wolfgang Fellner, der gerne schlicht Medienmacher genannt wird, von einer Ex-Mitarbeiterin der sexuellen Belästigung bezichtigt wird. Fellner ist 66 Jahre alt, Raffaela Scharf, die inzwischen bei der „Kronen Zeitung“ ist, gerade mal 30 und ihre Erfahrungen decken sich mit denen anderer junger Frauen. Wenn man den Artikel liest, erinnern die Details an das, was eine Ex-Assistentin des Fellner-Hawerers Peter Pilz zu berichten wusste, der auf seltsame Art demontiert wurde. Es mag um Absonderlichkeiten der Generation Harvey Weinstein gehen, doch zunächst war von Fellner noch anonymisiert die Rede, auch wenn eh jeder wusste, um wen es geht. Schon früher fiel auf, dass drei (ehemalige) Regierungsmitglieder Partnerinnen haben, die bei Fellner moderierten oder berichteten, nämlich Heinz Christian Strache, Gerald Klug und Gernot Blümel. Sieht man sich oe24 an, das sich dank Gerhard Zeiler rühmen kann, Partner von CNN zu sein, so ist man mit hemmungsloser Propaganda konfrontiert wie auch in der dazugehörigen Zeitung.

Und dennoch werden manche wohl Entzugserscheinungen bekommen, wenn sie jeden Tag nicht wenigstens ein paar Minuten on Air sind. Man kann natürlich im Sinne von Wahrhaftigkeit und tatsächlich unabhängiger und kritischer Berichterstattung froh sein, wenn Fellner an den Karren gefahren wird, dessen Methoden nicht zimperlich sind. Doch weil es sowohl in der Politik als auch in den Medien überall untragbare Zustände gibt, muss man sich schon fragen, warum jetzt? Frau Scharf wird übrigens von Michael Rami vertreten, der auch schon mal der Anwalt von Alfred Gusenbauer (ebenfalls gegen Fellner wegen des Dossiers über die SPÖ 2017) war. Gusenbauer ist Aufsichtsrat bei Rene Benkos Signa Holding, die an der „Krone“ beteiligt ist. Rami arbeitet bei Gheneff – Rami – Sommer, wobei Huberta Gheneff einmal Kanzleipartnerin von Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer war, der wiederum Rene Benko, den Oligarchen Dmytro Firtash und Gert Schmidt von EU-Infothek (Stichwort Ibizagate) vertritt.

Fellner wird geoutet

Weil wir niemanden „schonen“, sei auch daran erinnert, wie schnell die (Ex-) Freundin von Ibizagate-Anwalt Ramin Mirfakhrai Karriere bei der „Krone“ machte. Dazu war nicht viel mehr notwendig als dass Katia Wagner im März 2017 noch als Besitzerin eines Waxing-Studios bei Benkos Goldenem Quartier auf Facebook das Arbeitsinspektorat angriff. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner konnte dem „Lockmittel Intim-Waxing“ nicht widerstehen und besuchte sie. Er war da schon angezählt, da der Förderer auch von Rene Benko, Siegfried Wolf bereits im August 2016 mit einer „Spendenralley“ für Sebastian Kurz begann. Bei Christina Pausackl, die Fellner in der „Zeit“ outete, ist von Interesse, dass sie früher beim „profil“ war, an dem jetzt auch Benko beteiligt ist und bei dem Raiffeisen sowieso an Bord ist. Erwin Hameseder von Raiffeisen ist Aufsichtsratsvorsitzender beim „Kurier“, zu dem „profil“ und „trend“ jetzt wieder gehören und Stellvertreter des Strabag-AR-Vorsitzenden Gusenbauer; Kurz wollte ihn 2017 zum Verteidigungsminister machen. Im Herbst 2018, als ich mich u.a. mit Eurofighter befasste, musste ich feststellen, dass Pausackl einen Stalker und Verleumder gegen mich unterstützte und „profil“-Herausgeber Christian Rainer das in Ordnung fand. Der Stalker war wie ein weiterer mit dem Ex-Polizisten Uwe Sailer verbunden, dessen Anwalt Georg Zanger ist, ein alter Hawerer von Alfred Gusenbauer und Gabriel Lansky. In Zangers 2010 gegründeter Austrian Chinese Business Association war zu diesem Zeitpunkt Ex-Kanzler Christian Kern Präsident des Kuratoriums geworden. Die Stalker attackierten mich unter anderem deswegen, weil ich darauf hinwies, dass der Ex-Kabinettschef im Verteidigungsministerium Stefan Kammerhofer (den Kern bei den ÖBB als Abteilungsleiter ohne Arbeit unterbrachte) illegal Minister spielte, die Befehlskette auf dem Rücken der Minister Norbert Darabos und Gerald Klug ausgehebelt war. Uwe Sailer war und ist auch Karl Öllinger und Peter Pilz verbunden; dies wurde bereits 2009 in einem U-Ausschuss erörtert.

„Krone“ gegen Fellner

Es ging 2018/19 unter anderem mit einem weiteren Eurofighter-U-Ausschuss darum, Gusenbauer puncto Vergleich von 2007mit Falschaussagen zu entlasten, um Hans Peter Doskozil statt Darabos als Landeshauptmann im Burgenland zu installieren. Pausackl kann Sexismus und Untergriffe gegenüber einer anderen Frau wohl nur dann erkennen, wenn man es ihr anschafft und sie hat auch keine Probleme damit, anderen zu schaden. Es geht auch um einen komplett unterschiedlichen Erfahrungshorizont, weil sie selbst, Raffaela Scharf und andere nur beweisen wollen, dass sie Journalismus auch können. Dass sie von Männern weder bewertet noch untergriffig kommentiert oder Übergriffen ausgesetzt sein wollen, ist natürlich klar. Auf diese Weise wird ja davon abgelenkt, dass Leistung zählen soll, egal wer sie abliefert. Und dann gibt es noch die Ebene, auf welcher der Rahmen in Frage gestellt wird, in dem sich diese Frauen bewähren wollen. Da geht es um Narrative, die nicht den Tatsachen entsprechen, sondern diese verschleiern, was man zum Beispiel sehen konnte, wenn Pilz bei Fellner über Eurofighter schwadronierte. Es geht dann unweigerlich um Macht, statt dies Männern zu überlassen und bloss deren Kommentare zu kommentieren. Typischer Weise tun sich auch Frauen damit schwer, wenn eine Frau in diese Bereiche vordringt und Männern mit Fakten kontert, die Deutungshoheit für eine Agenda im Hintergrund haben sollen. Es führt ja die Anpassung so vieler Frauen ad absurdum, sozusagen vorzuhüpfen, wie es ist, ein komplexes Puzzle zusammenzusetzen.

Frau Fellner bei oe24

Kürzlich bekam auch Fellners Ehefrau eine eigene Sendung und begann zwar von einigen belächelt mir Promi-Gästen, doch das Gespräch oben ist durchaus sehenswert. Was man nämlich sonst geboten bekommt, sind etwa die Bewertungen des „Lockvogels“ in Ibiza wiederum aus sexistischer Sicht. Es liegt auf der Hand, dass fragwürdige Haltungen bei Frauen nicht haltmachen, sondern Fellner auch bei Männern nur über eingeschränkte Wahrnehmung verfügt. Aber warum wird er jetzt Thema und trendet in meist selbstgerechter Weise auf Twitter? Geht es darum, dass Kurz nun (nicht wegen Corona) im Visier steht, den Fellner auch pusht; im Visier wegen Korruption, die zugleich bei der SPÖ ausgeblendet wird trotz und wegen Verbindungen zu jener der ÖVP? Übrigens versucht Pilz bei „Zackzack“ nicht, seinen Kumpel Fellner zu verteidigen – die Vorwürfe gegen ihn kommen einfach nicht vor.

PS: Weil ich mich seit Jahren mit solchen Hintergründen befasse, wird mir sehr zugesetzt. Ich freue mich daher über eure Unterstützung und den Austausch mit euch und bin unter 066499809540 erreichbar. Weil „Zusetzen“ auch bedeutet, mich ökonomisch zu treffen, bedanke ich mich auch für eure finanzielle Unterstützung unter Alexandra Bader, Erste Bank, AT 592011100032875894 BIC GIBAATWWXXX vielen Dank!

2 Kommentare zu „Ist Wolfgang Fellner erst jetzt ein alter Sexist geworden?

  1. Das ganze stinkt irgendwie nach einer extra dich aufgetragenen Intrige, was das herkömmliche „vor-dem-Bug-schießen“ bzw. eine „bloße Warnung“ bei weitem übersteigt. Der Grund dieser Intrige könnte mMn ein subjektiv empfundener bzw. befürchteter Sinneswandel sein.

    Wie käme man dem Wolferl sonst bei ? Wenn das Anfüttern ..ähm.., ich meine natürlich das großzügige finanzieren von Werbeeinschaltungen keine Sicherheit mehr bieten ? Sexismus-Vorwürfe haben bis dato, mit Sicherheit immer die gewünschte Wirkung entfalten können – zumindest bis dato.

    Wie auch immer
    MfG

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    1. Er ist genauso korrupt und verlogen wie alle anderen. Und die Verfasserin des Artikels lässt sich gegen jeden und leider auch jede einsetzen. Wer gegen Korruption und für Aufklärung ist, sollte mich unterstützen- ich gehöre niemandem

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