Ibizagate und Haselsteiners Netzwerk

Oft ist bei der Ibiza-Affäre interessanter, was nicht passiert als das, was uns gerade gezeigt wird. Dazu gehört auch die schonende Befragung von Hans Peter Haselsteiner im U-Ausschuss extra mit der Weggefährtin von Alfred Gusenbauer, Doris Bures als Vorsitzführende. Ebenso aber ein Prozess in Krems, zu dem der per Haftbefehl gesuchte „Ibiza-Detektiv“ Julian H. per Video zugeschaltet wurde. Davon hebt sich ein wenig ab, wie Rene Benko befragt wurde, was sich auch in der Aufregung auf Twitter widerspiegelte, die weit größer war als bei Haselsteiner. Die beiden „Milliardäre“ verbindet nicht nur, dass sie sich mit angeblicher Compliance brüsten, sondern dass Haselsteiner bei Benko investiert. Außerdem finden wir Gusenbauer sowohl bei der Strabag als auch bei Signa im Aufsichtsrat; die U-Ausschuss-Regie mit Bures verhinderte, dass ernsthaft nach Haselsteiners Beziehung zu Gusenbauer gefragt werden konnte. Man kann allerdings verstehen, dass der Ausschuss Haselsteiner anhören wollte, war er doch an jenem verhängnisvollen Abend auf Ibiza im Jahr 2017 Thema.

Es war jedoch eher naiv von Ex-FPÖ-Chef Heinz Christian Strache anzunehmen, dass „die Oligarchennichte“ den Part der Strabag bei öffentlichen Aufträgen einfach so spielen hätte können, selbst wenn sie echt gewesen wäre. Vom Setting her waren nur Anhänger/innen von ÖVP und FPÖ damit unzufrieden, wie Haselsteiner sich im Ausschuss verhalten hat; immerhin unterstützte er ja neben den NEOS auch die Grünen und die SPÖ. Was die NEOS betrifft, weiss er nicht so genau, wieviel er ihnen eigentlich spendete; er hat jedenfalls vor, die nun noch erlaubten 7500 Euro so oft wie möglich zu überweisen. Haselsteiner kam damit durch, dass seine zahlreichen politischen Initiativen keine ebensolchen seien; zuletzt ist ja aus der Ibiza-Zeit „Weil’s um was geht“ in Erinnerung. Als Geschäftspartner des Oligarchen Oleg Deripaska ist er eigentlich der U-Ausschuss-Zeuge par excellence, wenn es um russischen Einfluss auf Österreich geht; das aber stand am 22. Oktober 2020 nicht zur Debatte. Erhellend war aber, dass die NEOS nicht nur Haselsteiner 2013 einen Ministerposten (im Fall des Falles) angeboten hatten, sondern auch 2017 Stefan Pierer von KTM, der Sebastian Kurz sponserte. (Wir erinnern uns, dass Markus Braun von Wirecard zuerst für die NEOS und dann für Kurz spendete.) Zu den Samthandschuhen für Haselsteiner passt, dass ein per Haftbefehl gesuchter Mittäter beim Ibiza-Kompromat eben nicht verhaftet, sondern per Video in eine Verhandlung zugeschaltet wird.

Tweet von Zackzack

„Guat is gangen, nix is g’schehn“ könnte man zur Haselsteiner-Befragung feststellen, die ja die Gefahr barg, dass doch etwas mehr von russischer Einflussnahme sichtbar wird. Es ist auch bezeichnend, dass Peter Pilz‘ Zackzack diese Erleichterung teilt, waren die NEOS doch auch Komplizen von Pilz puncto Eurofighter. Dies war natürlich mit einer Agenda verbunden, die auch mit Gusenbauer und Ex-Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil zu tun hatte. Unterstützt wurde sie auch vom nunmehrigen NEOS-Abgeordneten Helmut Brandst#tter, der damals (2017) noch Herausgeber des „Kurier“ war und nun bestens mit Zackzack kooperiert. Wieder einmal müssen wir erkennen, dass uns niemand als Drehbuch oder Roman abnehmen würde, was im Austro-Swamp alles miteinander verknüpft ist, denn am „Kurier“ ist nicht nur Raiffeisen beteiligt, sondern auch Benko, der wiederum Kreditnehmer von Raiffeisen ist. Raiffeisen ist auch an der Strabag beteiligt; außerdem war man dem Oligarchen Dmytro Firtash als Treuhänder behilflich, der mit Dieter Böhmdorfer den gleichen Anwalt wie Benko hat. Leider war für die Abgeordneten sowohl bei Benko als auch bei Haselsteiner tabu, die Unterstützung der Österreichisch-Russischen Freundschaftsgesellschaft anzusprechen, die beide bzw. Signa und Strabag mit Magna und Novomatic verbindet (und mit Jan Marsalek und Markus Braun).

Haselsteiner will nicht nach Erl gefragt werden

Der festgelegte Untersuchungszeitraum von 2017 bis 2019 gäbe dies durchaus her; anderes kam sehr wohl aufs Tapet, etwa die skandalbehafteten Festspiele im Tiroler Ort Erl. Hier hat der Blogger Markus Wilhelm einiges recherchiert, auf das man verweisen kann; in der Behandlung der Causa wurden jene Netzwerke sichtbar, zu denen nicht nur Haselsteiner gehört. So machte Josef Kalina PR für Haselsteiner, der einst Gusenbauers Kommunikationschef war und dem Vorstand der ORFG angehört. Als Anwalt u.a. gegenüber Wilhelm fungierte Michael Krüger, der auch mit Frank Stronach befreundet ist, womit wir bei Magna sind, jenem Konzern, der immer wieder Zwischenstation für Politiker war, der eine Partei gründete und bei der Weichenstellung zur Eurofighter-Beschaffung eine Rolle spielte. Mit Krüge und Gusenbauer sind wir dann auch bei Siegfried Wolf, Magna-CEO bis 2010 und danach Aufsichtsratsvorsitzender von Deripaskas Russian Machines und der Sberbank Europe. Diese gibt auch Rene Benko Kredit, den Wolf ebenso fördert wie Bundeskanzler Sebastian Kurz. Man kann dieses russische Netzwerk mit vielen Querverbindungen bis ins Detail nachzeichnen; es führt im Grunde einen U-Ausschuss ad absurdum, der käufliche Politik analysieren soll, aber den Elefanten im Raum nicht sehen darf.

„Weil’s um was geht“

Der Tweet zu „Weil’s um was geht“ macht deutlich, dass man auch die aufgezählten Namen zu diesem Netzwerk rechnen kann; es geht dabei u.a. um Gabriel Lansky, der immer wieder im Ibiza-Kontext auftaucht, oder um Andreas Rudas, der von der Löwelstrasse zunächst zu Magna (sic!) wechselte. Steinberger-Kern hatte 2017 bereits Martin Schlaff als Geschäftspartner und war auch mit Rudolf Kobza verbunden; Gery Keszler lässt daran denken, dass Gusenbauer 2007 eine Million Dollar für die Clinton Foundation zusammenschnorrte, auf die Novomatic dann nochmal eine halbe Million drauflegte. Lansky und Gusenbauer arbeiten zusammen, nicht nur, als für Kasachstan lobbyiert wurde, da man ab 2013 auch in Serbien präsent war, wo dann die Strabag Häftlinge ausbeutete. Im Ticker des „Standard“ zum Befragungstag gibt es eine interessante Passage, bezugnehmend auf Wolfgang Gerstl von der ÖVP:  „Gerstl kommt auf Gusenbauer, den Haselsteiner seit seiner, Haselsteiners, Zeit als Nationalratsabgeordneter kennt. Ob der Freimaurer sei? ‚Bitte lassen Sie das‘, sagt Haselsteiner, Geschäftsordnungsdebatte, ob diese Fragen zulässig sind. Gerstl sagt, es gehe um Vereine und Ähnliches, man habe ja auch über die Adler Runde gesprochen.

Bei Haselsteiner nimmt man es nicht so genau

Verfahrensrichter Pöschl vermisst den Zusammenhang zum U-Gegenstand (Untersuchungsgegenstand). Geschäftsordnungsdebatte. Gerstls Frage: ‚Haben Sie bei der Erstellung des Videos einen Auftrag erteilt oder waren Sie daran beteiligt?‘ Nein.“ Genau genommen beansprucht Haselsteiner für die Freimaurer so etwas wie ärztliche oder anwaltliche Verschwiegenheitspflicht; die Adler-Runde ist ÖVP-nahe und gehört nach Tirol. Wie Haselsteiner ist auch Gabriel Lansky im Ibiza-Kontext Freimaurer; Peter Hochegger, dessen vor Jahren für die Novomatic entwickelte Strategie von der SPÖ im U-A angesprochen wurde, war es auch. Der Name Hochegger spielt auch beim Prozess gegen Karl Heinz Grasser eine Rolle, der wiederum einst bei Magna tätig war und in der Bundesregierung für Privatisierungen eingesetzt wurde. Es wäre aus ÖVP-Sicht praktisch, könnte man Freimaurer als Erklärung verwenden, doch Haselsteiner verbinden mit Gusenbauer russische Netzwerke, denen auch Kurz angehört. Man spürt auch in der reduzierten Form der Liveticker diverser Medien (statt des von vielen geforderten Livestreams aus dem U-Ausschuss), dass Haselsteiner in einem schützenden Kokon auftritt. Natürlich wies Haselsteiner von sich, dass er jener reiche Mann sein könnte, der angeblich eine Million für die Vernichtung Straches geboten habe. Wenn er sagte, Strache sei ihm „kein Kopfgeld Wert gewesen“, offenbart dies jedoch unbeabsichtigt jene Welt, in der er zuhause ist – vielleicht nicht erst seit der Liaison mit Oligarchen und Russland.

Kritisches zu den NEOS

Bei den NEOS, die sich gerne als supersauber präsentieren, obwohl sie nicht nur bei Eurofighter das vertraten, was Haselsteiner/Gusenbauer wollten, bleibt ein gewisser Nachgeschmack von den Befragungen. Denn sie boten Stefan Pierer von KTM ein Ministeramt an, der wiederum im Geschäft mit dem Wallenberg-Konzern ist (unter anderem gehört Saab dazu), weil er Husqarna Motorcycles erwarb. Weil alles mit allem zusammenhängt, gibt es auch einen Strabag-Saab-Konnex, nämlich hinsichtlich des russischen „Investors“ Wladimir Antonow, dessen Einstieg bei Saab 2011 von der Europäischen Investmentbank gestoppt wurde. Antonow ist bekannt als Geldwäscher im Kontext der Pleite der litauischen Snoras Bank, die auch mit Meinl zu tun hatte, was sie mit Grasser verbindet. Ebenfalls 2011 begann die Strabag mit Bauarbeiten für ein Reitdorf im burgenländischen Goberling, das Antonow errichten wollte, der jedoch nie eine Rechnung bezahlte. Die Landespolitik war wohlwollend beim Spatenstich dabei; man sollte sich einmal ansehen, was Grundstücke kosteten und welche Vergünstigungen es gab; die Strabag stoppte dann die Arbeiten. Doch die Landesregierung ist ohnehin ein Kapitel für sich, half sie doch Deripaska bei der Einbürgerung des Jelzin-Clans in Österreich. Auch der dritte Zeuge am 22. Oktober 2020 hat mit Haselsteiner zu tun, nämlich Klaus Ortner von der PORR, Stichwort verbotene Preisabsprachen.

Haselsteiners NEOS gegen Ortner/PORR

Die NEOS können sich daher ihre künstliche Empörung sparen, zumal sie ja auch beim Kapitel ÖBAG nicht allzu tief graben wollen. Es war im Untersuchungszeitraum, dass Kurz Siegfried Wolf reaktivieren wollte(sollte?), der einst an der Spitze der ÖIAG stand, was die Frage nach Staatsbeteiligungen, Privatisierungen und russischen Interessen aufwirft. Freilich wird Wolf ebenso wenig vorgeladen wie Gusenbauer, und auch um Walentin Jumaschew (siehe auch FinCEN-Files), den Gatten von Boris Jelzins Tochter Tatjana, machen die Abgeordneten einen großen Bogen. Bei der PORR ist zudem interessant, dass sie einst unter USIA-Verwaltung stand, diese hatte ihren Sitz im Trattnerhof in der Wiener Innenstadt wie auch die Robert Placzek OHG, bei der schon Martin Schlaffs Vater und dann der Sohn tätig war; vielleicht ist sie eine Vorläuferin jener „Fronts“, mit denen wir es jetzt zu tun haben. Wie die Strabag ist auch die PORR den ÖBB geschäftlich verbunden; im Jahr 2011 wurde gemeldet, dass Ex-PORR-Generaldirektor und ÖBB-Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker mit Verkehrsministerin Doris Bures, ÖBB-Chef Christian Kern und dem russischen Verkehrsminister Igor Lewitin und dem Chef der russischen Bahngesellschaft RZD, Wladimir Yakunin zusammentrafen: „Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) und die ÖBB unterschreiben am Donnerstag in Moskau einen Zwischenvertrag für ein verkehrspolitisches Großprojekt, das einen Landweg zwischen China und Westeuropa eröffnen würde. Konkret geht es dabei um die Verlängerung der russischen Breitspurbahn von der Ostslowakei bis Wien samt der Errichtung eines Güterterminals in Österreich, wo die Ware umgeschlagen werden soll.“

Alles trifft sich bei Benko

Inzwischen wurde Kern Bundeskanzler und ist heute im Aufsichtsrat der RZD; außerdem lobbyiert er für die Kommunistische Partei Chinas. 2008 gab es eine Presseaussendung mit diesem Titel: „Alfred Gusenbauer erhält internationalen Preis ‚Dialogue of Civilizations'“; verliehen wurde er ihm von Yakunin. Die Meldung wurde mit dem 10. November datiert; im Oktober errichtete Anwalt Leo Specht, der unter anderem Oligarchin Elena Baturina vertritt, eine Projektentwicklung- und Beteiligung-GmbH für Gusenbauer. Im November fing Hans Peter Doskozil im Büro von Landeshauptmann Hans Niessl an und war zunächst für den überschaubaren Fuhrpark zuständig. Exakt in diesem Monat wurde auf „Wunsch“ Deripaskas eine Wohnung für ein Jahr in einem heruntergekommenen Haus an einer Durchzugsstrasse in Winden am See für die Jumaschews angemietet. Dort ließen sie sich nie blicken; Niessls täglicher Weg von Frauenkirchen nach Eisenstadt führte daran vorbei. In der Öffentlichkeit galt der damalige Verteidigungsminister Norbert Darabos als Niessls Kronprinz, der jedoch kein Lakai Russlands sein wollte und daher überwacht, abgeschottet, bedroht wurde und wird. Er hatte eine kriminelle „Leihgabe“ der ÖBB am Hals, den illegal Minister spielenden Kabinettschef Stefan Kammerhofer. Als dessen Komplize im Verteidigungsministerium fungierte überigens der Leiter der zivilen Sektion I Christian Kemperle, der jetzt zu Vizekanzler Werner Kogler wechselte und in der Fachaufsicht über das Heeresgeschichtliche Museum versagte.

Schilder in der Löwelstrasse

Mehr zu den Besonderheiten dieser Firmenschilder in der Löwelstrasse in Nachbarschaft zur SPÖ finden wir hier; es sei aber erwähnt, dass die Gazprom-Mitarbeiterin Ksenia Melnikova im Aufsichtsrat der Strabag sitzt, dessen Vorsitzender Alfred Gusenbauer heisst. Außerdem gibt es einen zweiten Eingang in der Teinfaltstrasse 8, an einer Adresse, in der hunderte Briefkastenfirmen errichtet wurden. Als Specht die Gusenbauer-Firma gründete, residierte er ebenfalls in Nr. 8; erst vor wenigen Jahren wechselten er und Gusenbauer auf den Rooseveltplatz 4-5. Auch der Name Deripaska ist mit Nr. 8 verbunden, da hier eine Gesellschaft errichtet wurde, mit der er Luxusappartements in der Riemergasse bauen wollte; weiters ist hier der Geschäftsführer der Gesellschaft (und vieler Briefkastenfirmen) beheimatet, die für Deripaska das Luxushotel Aurelio in Lech am Arlberg betreibt, in dem Rene Benko 2010 heiratete. Wie sehr auch Haselsteiner mit Benko verbunden ist, zeigt der Clip unten aus Südtirol, wo Gusenbauer gerade einen Auftritt hatte. Anderseits ist es auch logisch, bedenkt man, dass Haselsteiner wie Deripaska an der Strabag beteiligt ist, deren Aufsichtsratsvorsitzender Gusenbauer heisst und auch im Signa-Aufsichtsrat sitzt. Der stv. AR-Vorsitzende Erwin Hameseder von Raiffeisen verweist wiederum darauf, dass Benko von Raiffeisen Kredit bekommt (wie von der Sberbank Europe, der Bank of China, der VTB Bank und anderen); außerdem ist er als Milizbeauftragter am Niedergang eines Heeres mit gekaperter Befehlskette beteiligt.

Gusenbauer, Benko und Haselsteiner bauen in Bozen

Wie Christian Kern finden wir natürlich auch Alfred Gusenbauer bei der Austrian-Chinese Business Association; Kommunismus ist ein verbindendes Element (immerhin wollte Gusenbauer auch wie Grasser russische MiG-29 als Abfangjäger). Was Ibizagate betrifft, nahm niemand der SPÖ die beteuerte Ahnungslosigkeit ab, als die Bombe am 17. Mai 2019 via Medien platzte. Man muss natürlich auch an das Verhalten des von Haselsteiner unterstützten Bundespräsidenten Alexander van der Bellen denken, der gar nicht auf die Idee kam, den Angriff aus dem Ausland zurückzuweisen (er hat auch Verbindungen zu Benkos Geschäftspartner Klemens Hallmann). Bei der „Süddeutschen“ war man gleich besonders besorgt um Haselsteiners künftige Deals mit dem Staat. Nun hat sich herausgestellt, dass das Ibiza-Material bereits 2017 Thomas Drozda angeboten wurde, der damals Kanzleramtsminister war, also Anzeigepflicht hatte. Mit genau dieser Anzeigepflicht argumentierte Doskozil bei seiner Kampagne gegen Airbus; freilich fügt sich diese nur in eine russische bzw. russisch-chinesische feindliche Übernahme-Strategie ein, was vielleicht durch die Plandemie noch deutlicher wird. Hingegen sah Doskozil keine Anzeigepflicht, als er Kammerhofer bei den ÖBB als Abteilungsleiter ohne Arbeit unterbrachte; er fügte den an Darabos begangenen Straftaten nur noch weitere hinzu. Es gibt auch einen Ibiza-Konnex zu Haselsteiner, denn Strabag-Lobbyist Zoltan Aczel, für den Tal Silberstein „wie ein Bruder“ ist, wurde das Material offeriert. 2019 stiegen Haselsteiner und Gusenbauer bei der Blue Minds Group der Kerns ein, die einen Innovation Hub mit der Linzer Kepler Universität betreibt.

Gusenbauer bei Yakunins Rhodes Forum

Dazu passend fungierte Rektor Meinhard Lukas im Eurofighter-U-A 2017 als eine Art Belastungszeuge gegen Darabos, um von den Machenschaften Gusenbauers abzulenken, was die NEOS eifrig verstärkten. Sascha Wandl, der einst mit Julian H. zusammenarbeitete und jetzt in Krems vor Gericht steht, war für die Strabag in Serbien tätig; rein zufällig dort, wo auch Gabriel Lansky und Alfred Gusenbauer aktiv sind. Es war Wandl, der wenige Tage nach Ibizagate im Fernsehen auftrat und erklärte, er habe wiedererkannt, was er H. beigebracht habe; man bezeichnete ihn dann sofort als den „Erfinder der Ibiza-Methode“. Wandl bezichtigte sich selbst der Industriespionage für Plasser & Theurer, wobei er H. dabei mit an Bord hatte; im Aufsichtsrat des ÖBB-Zulieferers finden wir u.a. die Siegerin im Dressurreiten bei den Olympischen Spielen in Moskau 1980 Elisabeth Max-Theurer und den Präsidenten der Wiener Anwaltskammer Michael Enzinger. Die russische Schiene besteht bei ihm auch über seine Beteiligung an der PR-Firma der ehemaligen Schüssel-Sprecherin Heidi Glück, die unter anderem Alfred Gusenbauer, Reinhold Mitterlehner und Wolfgang Schüssel betreut. Wir brauchen uns nicht wundern, dass Ibiza-Anwalt Ramin M. von der Kammer ebenso gedeckt wird wie einige andere Kollegen, gegen die man Disziplinarverfahren einleiten müsste und die Kammer selbst Anzeige erstatten müsste. Selbst die Benko-„Krone“ berichtet in diesem Stil über den Prozess in Krems: „17 Monate war er ein Phantom, jetzt hatte er seinen ersten und höchst skurrilen Auftritt: Gemeint ist der Begleiter der russischen Oligarchen-Nichte aus dem Ibiza-Video. Er wird inzwischen wegen angeblicher Drogengeschäfte polizeilich gesucht, als Zeuge aussagen konnte er trotzdem – per Video von einem geheimen Ort aus.“

Haselsteiner genießt Sonderrechte…

Wandl sagte in seiner Selbstbezichtigung: „Es ging um Scheingeschäfte, Scheinfirmen, Scheinanbahnungen.“ Wenn wir dies einmal sacken lassen, auch wenn uns Wandl nicht besonders seriös vorkommt, dann verschafft Wandl damit H. und M. eine „Legende“, denn es erklärt, wie sie sich derlei Methoden aneignet und man denkt nicht mehr an Geheimdienste. Dennoch oder deswegen wird Wandl von H. attackiert: „Ganz anders klingt das nun bei Julian H. Er spricht als Zeuge mit sonorer Stimme und präsentiert sich als seriöser Geschäftsmann. Observationen habe es nie gegeben, sagt er, Hackerangriffe schon gar nicht, auch keine Betriebsspionage. Für seinen Ex-Partner Sascha W. hat der Zeuge nur abschätzige Bemerkungen übrig: ‚Er hat die Tendenz, alles ungeheuer aufzublasen.'“ Selbst die „Krone“ kommt nicht umhin zu bemerken: „Doch der Zeugenauftritt hinterlässt einen seltsamen Eindruck. Denn Julian H. wird polizeilich gesucht, gar nicht so sehr wegen des Ibiza-Videos. Vielmehr: Wegen Drogengeschäften soll sogar ein internationaler Haftbefehl bestehen. Der Kontakt zum Zeugen kam über einen Salzburger Anwalt des Ibiza-Machers zustande. Ob die Richterin wusste, wo Julian H. sich aufhielt, ist unklar. Zu sehen war er auf einer Leinwand nur für die Richterin, nicht für die Zuschauer. Sein Gesicht spiegelte sich nur in einer Plexiglaswand auf dem Richtertisch. So bleibt Julian H., was er 17 Monate lang war: ein Phantom.“ Es gibt auch dieses Posting: „Knalleffelt im #Wandl-Prozess: Ibiza-Detektiv mit Anwalt trafen alten Mitgesellschafter von Sascha Wandl um eine Strafanzeige einzubringen: ‚Ausschaltung des Herrn Wandel.‘ Bezahlt wurde die Causa laut Zeugen von der Detektivkanzlei des Ibiza-Detektivs.“ Auf der Ladungsliste des U-Ausschusses finden wir übrigens sowohl Julian H. als auch Ramin M….

PS: M.s Anwalt Richard Soyer war wie M. selbst einmal Konzipient bei Lansky; dies gilt auch für Michael Pilz, der mit Frau Kern und dem zeitweisen SPÖ-Wahlkampfleiter 2017 Stefan Sengl geschäftlich verbunden ist. Pilz begleitete Darabos in den Eurofighter-U-A 2017 als Pseudo-Vertrauensperson; seine Kanzlei ist absurder Weise auch der Masseverwalter der Meinl-Bank (Anglo-Austrian Bank). Soyer vertrat wie Lansky Kasachstan in der Alijew-Affäre; man heuerte da auch jemanden an, um Ermittler zu observieren (Julian H.?); außerdem lehrt er an der Kepler-Universität. Diese wird eine Außenstelle in der ehemaligen Postsparkasse in Wien einrichten, die Benko von der Bundesimmobiliengesellschaft erwarb, um sie dem Bund teuer zu vermieten.

2 Kommentare zu „Ibizagate und Haselsteiners Netzwerk

  1. Aprops Haselsteiner: das Thema Diplomarbeit von Frau Haselsteiner, die von einem Mitarbeiter der Fa. verfasst wurde, liegt offensichtlich auf Eis und wird von niemandem mehr erwähnt. Ich finde das ein Schweinerei jedem gegenüber, der sich korrekt verhält. Der liebe Ehemann war auch informiert. Aber egal, auf die eine oder andere Unlauterbarkeit kommt es wohl nicht mehr an oder: wer an der Macht ist hat Recht, auch wenn es semikriminell ist.

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