Wie Heinz Christian Strache die Wähler verarscht

Auf den ersten Blick ist es fast mitleiderregend, wie Heinz Christian Strache um das Antreten bei den Wiener Gemeinderatswahlen bettelt. Er musste dazu angeben, dass er von seiner Frau getrennt lebt und sich unter der Woche in der Wohnung seiner Mutter in Wien aufhält. Wenn dies thematisiert wird, sind natürlich die bösen Medien schuld, die den armen „Kämpfer“ schon wieder jagen. Man muss schon ziemlich verzweifelt sein, wenn man selbst sein Privatleben öffentlich ausbreitet, wie es Strache dann bei Wolfgang Fellner tat (oe24.tv). Zugleich aber wäre nichts schlimmer für ihn als ein Mantel des Schweigens, als das Ignorieren seiner Versuche, wieder auf der politischen Bühne zu reüssieren. Bei Fellner wird das einfache Muster deutlich, dem er folgt: er ist immer ungeheurem Haß ausgesetzt und will angeblich ja nur etwas „für die Menschen“ erreichen, mit einer „unabhängigen Bürgerbewegung“. Wie „unabhängig“ kann aber ein Team Stronach 2.0 sein mit Gernot Rumpold als Wahlkampfmanager, der schon von den Eurofightern bekannt und mit Oligarch Oleg Deripaska befreundet ist? Bei Fellner bekommt die Nachlese zum Live-Seelenstriptease jedenfalls den Titel „Wir kämpfen um unsere Ehe„, was wir mit „Ich war sein Putzfetzen!“ als Resümee Daniela Plachuttas 2006 nach der Trennung von Strache ergänzen können. 

Ich bekomme gerade auch von Männern die Rückmeldung, dass sie einer Frau wie Philippa Strache (geborene Beck) niemals über den Weg trauen würden, sie aber auch wissen, dass viele Geschlechtsgenossen einfacher gestrickt sind. Es fällt aber auf, dass sich die Erfahrungen von Daniela Plachutta und Philippa Strache gleichen: zuerst war alles wohl auch „Glamour“, dann aber wurde deutlich, dass die Droge Politik im Sinne von Zuspruch und Anerkennung über allem steht. Aber es kann sein, dass wir alle verarscht werden: Strache wohnt also in Wien-Landstrasse, Philippa in Neusiedl am See und der gemeinsame Sohn Henrik bei ihrer Mutter in Wien-Hietzing; in der gemeinsamen Wohnung in Klosterneuburg ist dann halt meistens niemand. Philippa nahm 2019 dank einer Entscheidung der Wahlbehörde ein Wiener Mandat an und stand auf der Bundesliste mit einer Adresse in Neusiedl. Vorsitzender der Wahlbehörde ist Stadtrat Jürgen Czernohorszky, der aus dem Burgenland stammt; das Nachsehen hatte Markus Tschank, der Kassier der SPÖ war und auf Anraten von Ex-Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil das „Institut für Sicherheitspolitik“ gründete.

Wolfgang Fellner und seine Ex-Mitarbeiterin

 

Nach Ibizagate wiesen die Straches Trennungsgerüchte als böswillige Unterstellungen zurück; zugleich aber spekulierten alle, was es wirklich auf dem gesamten Video zu sehen gibt, wie weit Strache also der „Oligarchenverwandten“ in die Falle ging. Strache behauptet jetzt, dass er wegen all dem Hass im Netz, all den persönlichen Angriffen von seiner Frau getrennt lebt; normalerweise möchte man meinen, dass man gerade dann zusammenhält. Ähnlich, wie es uns Johann und Tajana Gudenus vormachen – aber vielleicht gehört ja auch das nur zu einem Drehbuch, denn immerhin waren beide auch in Ibiza. Wenn Strache von einem Thema zum nächsten springt (etwa in der Zeit im Bild 2 am 18. August), dann bietet er uns ein Panoptikum, das leicht vom Wesentlichen ablenken kann. Es muss ihm selbst nicht einmal bewusst sein, aber andere werden ihn sehr gut einschätzen und mit entsprechenden Karotten vor seiner Nase steuern können. Man kann bei Strache dennoch oder deswegen die Lügen leichter erfassen, die jedoch auch durch Ermittlungen etwa wegen Spesen entlarvt werden. Sie werden, weil viel berichtet wurde, zu einem diffusen, jederzeit präsenten Narrativ; Medien bewahren z.B. Doskozil davor, selbst immer wieder aufgeblattelt zu werden, sodass Strache ein beinahe Alleinstellungsmerkmal hat.

Philippa Strache im Parlament

Als wilde Abgeordnete lobt Philippa Strache wie oben schon einmal Rainer Wimmer von der SPÖ; sie bekam dann auch immer wieder Applaus aus den Reihen der Sozialdemokraten. Glaubt man dem neuesten Spin, dann begann „HC“ ab Mai, seine Kandidatur in Wien zeitintensiv vorzubereiten und wollte damit Frau und Kind nicht belasten. Dennoch oder deswegen beklagte er sich bei Armin Wolf, dass „zutiefst persönliche Details“ an die Öffentlichkeit dringen, als ob er selbst nichts mit Spesen, Wohnsitzen und Trennungsstories zu tun hätte. Man sieht gerade in der Debatte um den Commerzialbank-Skandal, dass ethisches Verhalten in der Politik möglich ist: man bezahlt sich alles selbst, erwartet keine Vergünstigungen und lässt sich nichts schenken – so stellt es der Draßburger Bürgermeister Christoph Haider dar. Strache lobte Armin Wolf als „einen der großartigsten Journalisten des Landes“, was alle zusammenzucken lässt, die noch gelernt haben, wo es Steigerungsformen gibt und wo nicht (außerdem spricht er zweimal von einer „Surada“ und meint die „Suada“). Dieser aber scheint unbeeindruckt und sah sich das Programm des Team HC Strache an – „ein Papier, in dem Wien nicht vorkommt“. Was für Strache eine Bürgerinitiative und eine Bürgerbewegung darstellt, ist für andere eher eine schräge Truppe; man kann sich auch mit wenigen Videos ein Bild machen. Natürlich wird jeder jemanden kennen, der schon einmal eine neue Partnerin oder einen neuen Partner hatte oder sich getrennt hat; für Interesse am THC, einem seltsamen Rauschmittel, ist also gesorgt.

Strache eben bei Fellner

Fellner führt Strache zumindest halb vor, wenn man genau hinhört, denn er wechselt Schmeichelei und Wuchteln ab. Es sei „das spannendste Interview, das man heute haben kann“, denn Strache sei „der Sieger des Tages“, wenn er offenbar glaubhaft versichern konnte, dass sein Lebensmittelpunkt in Wien liegt, aber eben „ein bissl auch der Verlierer“. Die „sachlich-rechtliche Überprüfung der Wohnsitzlage“ belegt für Fellner nur, dass es „noch nie so ein Theater um so eine Lappalie“ gab, was Straches Ego sicher sehr anspricht. Denn er fühlt sich sogleich darin bestätigt, dass einige mit „unredlichen Mitteln die demokratische Entscheidung der Wienerinnen und Wiener verhindern wollen“. Und dabei schrecken sie natürlich vor nichts zurück, denn „es werden immer wieder zutiefst persönliche private Bereiche bemüht“, wenn es um ihn geht. Fellner holt ihn sofort auf den Boden der Tatsachen zurück und meint, dass er ja praktisch eine „private Selbstverbrennung“ inszeniere, um kandidieren zu können. Als Opfer, das auch 2017 auf Ibiza nicht selbst so blöd war, wendet er sich ans Publikum: „Da muss eigentlich jedem Zuseher der Kragen platzen.“ Immerhin prüft die Behörde „aufgrund von Anschüttungen“, obwohl sein Lebensmittelpunkt von Montag bis Freitag in Wien sei. „Was da meine Familie erleben und erleiden musste, von Anpatzen und Beschimpfen… da ist niemandem mehr etwas heilig…“ Wir sehen unten, dass „seine Familie“ nach Ibiza im Einsatz war, während er sich vorübergehend von der Öffentlichkeit fernhielt.

Philippa Strache eine Woche nach Ibizagate

Strache schnallt nach so vielen Jahren in der Politik noch immer nicht, dass seine Befindlichkeiten andere kaum interessieren, zumal er ja stets nur ihren Zuspruch wollte. Fellner bremst ihn wieder ein, denn „das Privatleben haben doch Sie ins Spiel gebracht; Sie haben mich beschimpft, dass meine Zeitung dieses Gerücht (von der Trennung) verbreitet hätte“. Strache stört, dass auch Peter Westenthaler gegen sein Antreten in Wien ist, und was die FPÖ betrifft, so „geht das schon in die Richtung eines persönlichen Hasses, eines Vernichtungsfeldzuges“. Das Paradoxon des „Zusammenhalts durch Trennung“ erklärt er uns aus der Opferperspektive: „Bei all dem, was da im letzten Jahr passiert ist, was meine Familie mitmachen musste….“ also bei all dem Schrecklichen, und wenn er jetzt wieder bis spät in die Nacht unterwegs ist, da ist es wichtig, „dass die eigene Familie zur Ruhe kommen kann“. Der Sohn bei der Schwiegermutter, die Frau in Neusiedl, oder was wir uns halt darunter vorstellen sollen. Man denkt unweigerlich daran, wie Daniela Plachutta das Leben mit Strache empfunden hatte: „Er wollte, dass wir mit der Scheidung bis zur Wahl warten, und hat dann einen Detektiv auf mich angesetzt.” Dies ist aus einem Artikel von 2006; dank Ibizagate wissen wir, dass er diese Kosten auch der Partei verrechnete.

Philippa Strache frisch verheiratet

Frau Plachutta sagte damals, dass besonders Straches Ambitionen ihre Ehe immer mehr in die Krise brachten: „„Natürlich gab’s mal gute Zeiten. Aber die letzten Jahre nicht mehr. Keine Zweisamkeit, keine Gespräche. Ich war zu oft alleine. Er kam nach Hause und schlief. Ich kam mir als Putz- und Hausfetzen unnötig vor, bin jahrelang aus Frust und Traurigkeit um neun Uhr ins Bett gefallen. Die Liebe ist dahin geschmolzen.“ Als sie aber dann begann, selbst auszugehen, wurde er eifersüchtig und ließ sie überwachen. Um zu verstehen, was in den letzten Jahren abgelaufen ist, sollte man sich zumindest den Beginn des obigen Interviews ansehen. „Wir sind perfekt füreinander geschaffen“ sagt Philippa und beschreibt die Hochzeit und deren Vorbereitung, die ihr überlassen wurde, was exakt Genderklischees entspricht. Wenn wir bedenken, dass sich Strache schon vor Philippa von der FPÖ das repräsentative Domizil in Klosterneuburg sponsern ließ, dass wir inzwischen sehr viel über seine Spesen wissen, was zuvor nur Gerüchteküche war, dann passt die neue Frau hervorragend ins Bild. „Man ist stolz, wenn man sagt ‚mein Mann‘, aber man realisiert es noch gar nicht“, sagt Philippa, was HCs Ego sicher ungeheuer schmeichelt. Dazu passt auch, wie das „schönste Polit-Paar Österreichs“ bei Minute 20 von oe24 beschrieben wird.

Vergessen wir nicht Tajana Gudenus….

„Die schöne Ehefrau vom knallharten FPÖ-Chef… Philippa Strache ist jung, schön und erfolgreich. Ihre Karriere startet sie mit 19 Jahren, als sie den ‚Madonna‘-Model-Contest gewinnt. Es folgen große Auftritte und schnell wird sie zu einem der meistgebuchten Models ihrer Agentur. Als Pressesprecherin vom Team Stronach positioniert sich die ehrgeizige Blondine erstmals politisch. Doch sie will mehr und startet eine steile TV-Karriere. Ihre Schönheit bleibt auch FPÖ-Chef Heinz Christian Strache nicht verborgen. Der mächtige Politiker verliebt sich unsterblich in das Model, es folgen geheime Treffen, bis die beiden im Jänner 2016 erstmals gemeinsam auftreten. Seitdem sind alle Augen auf das schönste Polit-Paar Österreichs gerichtet. Jetzt krönen Philippa und Heinz Christian Strache ihre Liebe mit der aufsehenerregenden Hochzeit des Jahres.“ Bei Minute 37 wird Philippa nach dem Familienurlaub der Straches gefragt, der traditionell immer ohne Freundin stattfindet, wofür sie vollstes Verständnis hat – bekanntlich geht es um Ibiza, und interessant ist, dass sie das nächste Mal (2017) dabei sein soll, es aber nicht dazu kommt. oe24 spricht sie als Kanzlergattin in spe an und will wissen, ob sie sich auch vorstellen könnte, Unternehmerin (wie Eveline Steinberger-Kern) zu sein; sie meint, vielleicht im karitativen Bereich. Ihr Leben besteht daraus, „für ihn da zu sein, ihn zu begleiten“, sie stimmt auch politisch vollkommen mit „ihm“ überein; 2017 soll es eine kirchliche Trauung geben, zu der es nicht mehr kommt (wohl aber bei Johann und Tajana Gudenus in Banja Luka).

SMS zwischen Strache und Kurz zu Ibizagate (oe24)

Heute lesen wir hingegen in Behörden-Protokollen: „Wenn mir die Aussage von Herrn Heinz-Christian Strache zur Kenntnis gebracht wird, wonach wir uns für eine Auszeit und eine räumliche Trennung im Interesse unseres kleinen Sohnes, der durch die vergangenen Ereignisse emotional sehr belastet sein könnte, entschieden hätten, so kann ich diese Aussage bestätigen“ als O-Ton von Philippa Strache, die aber (vergeblich) nicht will, dass dies „öffentlich wird“. Vom möglichen Kanzler zum Vizekanzler zum Ex-Politiker, der verzweifelt um ein Comeback ringt, und schwupp, ist die „perfekte ewige Beziehung“ schon fast futsch. Es bleibt immer noch die Frage, wer die Ibizafalle wirklich plante und wer Mitwisser war, ohne dies durchblicken zu lassen. Inzwischen wird ein Spin versucht, wonach sich die FPÖ (die in der Bezirkswahlbehörde dagegen gestimmt hat, Strache als Wiener anzuerkennen) vor Strache fürchte und Spitzenkandidat Dominik Nepp austauschen wolle. Interessant ist übrigens, dass oe24 im Interview 2016 Philippa Straches Zeit im SPÖ-Parlamentsklub unterschlägt und dass sie zeitweise Geschäftsführerin diverser Bauträger war. Wikipedia formuliert es so: „Sie war fünf Jahre Assistentin von Josef Cap im Parlamentsklub der SPÖ. Nach ihrer Tätigkeit bei der SPÖ verbrachte sie einige Monate in den USA, um an einer Modelkarriere zu arbeiten. Danach war sie zwischen 2012 und 2013 als Pressesprecherin des Team Stronach tätig.

Westenthaler vs. Strache

Im Jahr 2016 bis 2017 hat sie beim neu gegründeten Nachrichten-Spartensender oe24.tv unter anderem das Wetter moderiert. Zusätzlich moderierte sie im Youtube-Kanal der FPÖ, FPÖ TV.  Ihre Beziehung mit Heinz-Christian Strache begann im Herbst 2015; ihren ersten gemeinsamen öffentlichen Auftritt hatten sie im Jänner 2016 beim Jägerball in Wien. Die Hochzeit folgte am 7. Oktober 2016. Am 1. Jänner 2019 gebar sie einen Sohn.“ Man fragt sich unweigerlich, was hier wirklich gespielt wird; auch die Rolle des Strache-Beraters Gernot Rumpold ist aufklärungsbedürftig. In Pressaussendungen des THC wird er als „PR-Berater der Partei genannt, scheint jedoch mit diesem Gewerbe nicht z.B. im Firmenbuch auf. Dort gibt es aber die Mediaconnection Immobilienhandel GmbH, aber mit dem Vermerk, dass man keine Telefonnummer eruieren konnte. Ich schrieb an Rumpold: „Vor ein paar Jahren wurde so über Sie berichtet: ‚Im Insolvenzverfahren um den früheren FPÖ-Werber und Haider-Spezi Gernot Rumpold tauchen viele Ungereimtheiten auf. Rumpold, der angeblich mittlerweile in Limassol, Zypern, lebt, bezieht laut eigenen Angaben von der zypriotischen (Briefkasten-) Gesellschaft Rockbury Holdings Limited monatlich ein Geschäftsführer-Gehalt in Höhe von 1500 Euro brutto. Bis Jahresende 2013 soll er monatlich noch 5000 brutto bzw 3841 Euro netto kassiert haben. Laut Aktenlage soll er in Zypern aber über kein Konto verfügen.‘

Einer der letzten Berichte

Sucht man Rockbury Holdings und damit verbundene Firmen, entsteht der Eindruck eines Geflechts an Briefkastenfirmen. Hat jemand seine schützende Hand über Sie gehalten, als Sie in finanziellen Schwierigkeiten waren? Besteht etwa Verbindung zu Oleg Deripaska, der ja inzwischen Staatsbürger Zyperns ist?“ Bei Rockbury und damit verwobenen Gesellschaften fällt immer wieder Arabian Management and Admin Services LTD auf, das vielleicht dazu dient, andere Shareholder zu verschleiern. Ich erinnere Rumpold daran, dass er einem Bericht von 2008 zufolge zusammen mit seiner Ex-Gattin Erika Daniel wegen der Freundschaft mit Deripaska einen Großauftrag bekam. Zwei Jahre zuvor organisierten die Rumpolds mit ihrer Firma 100 % Communcations für Deripaska und andere einen „Meinungsaustausch“ im Kursalon Hübner in Wien. Als Deripaska 2008 das Luxushotel Aurelio in Lech am Arlberg baute, sollte Frau Rumpold vier Millionen Euro auf dem Konto einer nicht existenten Erika Rumpold GmbH zwischenparken, was zu einer Geldwäscheverdachtsmeldung führte. Daher meinte ich in meiner Mail an Gernot Rumpold: „Wenn Sie und Ihre Ex-Gattin mit Deripaskas Hotelbau in Lech (Aurelio) zu tun hatten, dann gehören Sie auch zu der Truppe, die ihm half, zumindest die Jumaschews einzubürgern (neben Hans Niessl, Hans Peter Doskozil, Alfred Gusenbauer, Leo Specht, Günther Apfalter, Franz Schnabl). Was die Eurofighter betrifft, so wissen Sie, dass man die Angaben von 100 % Communications nur teilweise wirklich nachvollziehen kann; seltsamer Weise war EADS aber sehr zufrieden mit Ihrer Leistung. Was kommt der Wahrheit näher, die Darstellung von Transparency International (runterscrollen zu Austria) oder meine Recherchen?!

THC ohne HC

Ich finde es sehr merkwürdig, dass der 1. Eurofighter-Ausschuss von Cap, Strache, Pilz beantragt wurde (und bei Cap Philippa Beck arbeitete) und der 2. dann – von wegen Minderheitsrecht – von Strache und Pilz. Dabei ging es dann darum, Darabos den von Gusenbauer-Specht mittels Scheinverhandlungen zwischen den alten Bekannten Meinhard Lukas und Helmut Koziol realisierten Vergleich umzuhängen, obwohl er immer unter Druck gesetzt wurde. Frau Beck war dann ja auch beim Team Stronach, was übrigens ebenso für Denise Pucher gilt, die Tochter von Martin Pucher, dessen rechte Hand Franziska Klikovits wie durch ein Wunder mit Johann Pauer den gleichen Anwalt wie HC Strache hat (und Pucher teilt sich Norbert Wess mit Grasser, Ex-Magna). Was Becks Zwischenspiel bei Fellner betrifft, so gab es sowas auch bei Sandra Hrnjak (Gerald Klug) und Clivia Treidl (Gernot Blümel). Ein Schelm, wer da weiterdenkt? Mit dem Wohnsitz Neusiedl am See kandidierte Frau Strache ja auch bei der NRW auf der FPÖ-Bundesliste; sie nahm aber ein Mandat auf der Landesliste an. Ein scheinbarer Wohnsitz nicht weit weg von Neusiedl, nämlich in Winden am See, spielte auch bei den Jumaschews eine Rolle. Anbetracht des ‚Spiels‘ z.B. mit Team Stronach und NEOS bei der Wahl 2013 frage ich mich schon, ob das THC wirklich die ‚unabhängige Bürgerbewegung‘ ist, als die es Strache verkaufen will. Vielleicht können Sie mich ja darüber aufklären?“ Nicht von ungefähr sieht ja beispielsweise Westenthaler „völlugen Realitätsverlust“ bei Strache, der wohl auch für manche Mitstreiter gilt.

Ex-BZÖ-Chef Gerald Grosz gegen Strache

Wir drehen uns da aber im Kreis, denn es heisst, dass Frank Stronach für Peter Westenthaler „fast wie ein Vater“ war. Es hat auch seine Gründe, dass viele Stronach nicht abnehmen, dass er nichts mit der neuen Strache-Partei zu tun habe. Wenn wir dann auch noch an den Ex-Magna-CEO Siegfried Wolf denken, der nach wie vor mit Stronach kooperiert und Kanzler Sebastian Kurz förderte. Dieser wiederum reagierte auf Ibizagate nicht nur, indem er den Rücktritt Straches annahm (und wohl auch verlangte), er forderte auch den Abgang von Innenminister Herbert Kickl. Diesem wird wiederum nachgesagt, dass er eher ein Asket ist, der nichts am Hut hat mit Partyinseln und ganz sicher nicht so leicht in eine Falle geht. Westenthaler sprach übrigens an, dass Strache in früheren Jahren auch ohne Hauptwohnsitz in Wien hier kandidierte. Sieht man sich an, wie es sich mit Philippa verhält, dann wird auch bei ihr die Wahlordnung nicht ernstgenommen: „Da vertikal – also auf den verschiedenen Ebenen – Mehrfachkandidaturen zulässig sind, kann eine einzige Person auf beiden Listen stehen – und zusätzlich noch auf der Bundesliste. Aber sie darf nicht in mehreren Regionalwahlkreisen oder Bundesländern gleichzeitig kandidieren.“ Sie darf also im Regionalwahlkreis Neusiedl am See und auf der (burgenländischen) Landes- und der Bundesliste kandidieren, nicht aber zusätzlich in einem weiteren Regionalwahlkreis oder auf der Wiener Landesliste. Der ORF ist in der Wahlberichterstattung 2019 unmissverständlich gewesen: „Verboten ist es aber, dass ein Bewerber in mehreren Bundesländern gleichzeitig antritt.“

PS: Ich freue mich über finanzielle Unterstützung für meine Arbeit: Meine Konto Nr. ist AT592011100032875894 BIC GIBAATWWXX (Erste Bank, Alexandra Bader) DANKE!

PPS: Mittlerweile leakt Strache selbst Teile des Ibiza-Videos, gemeint ist das Transkript; auch das soll „beweisen“, wie „anständig“ er doch sei. Damit tritt wieder Anwalt Johann Pauer in Erscheinung, der ja auch die stellvetretende Chefin der Commerzialbank Mattersburg Franziska Klikovits vertritt. Von wegen Wohnen im Burgenland: da dürfen wir auch nicht auf Steve Bannons Business-Partner Erik Prince vergessen, der zeitweise hier zu tun hatte – samt Wohnsitz in Neusiedl am See…

 

 

6 Kommentare zu „Wie Heinz Christian Strache die Wähler verarscht

  1. 2018

    HC Strache, unser unheimlicher Nachbar
    —————————————————————–

    https://img.blick.ch/incoming/7493918-v5-striche3-jpg.jpeg?imwidth=750&ratio=FREE&x=0&y=0&width=1648&height=2464

    Heinz-Christian Strache hält 2004 als Burschenschafter eine Rede hinter
    einer deutschen Flagge in Wien.

    https://www.blick.ch/news/ausland/hc-strache-unser-unheimlicher-nachbar-er-bestimmt-die-zukunft-oesterreichs-und-war-ein-nazi-id7493920.html

    Hat evtl. Groß-D Herrn Strache wieder in den
    Vordergrund gehievt ???

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    1. Komischer Weise stellen sich diejenigen, die meinen Putin, Trump und Xi „retten“ uns, oft eine Art Großdeutschland vor, mit allen deutschsprachigen Gebieten, was für sie Deutschland, Österreich, ein Teil der Schweiz ist.

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  2. Da Grün und Türkis im Augenblick eine schlimmere Corona Diktatur betreiben als die SPÖ hoffe ich sehr, dass Strache in den Wiener Landtag einzieht. Denn wenn er nicht in den Landtag einzieht, könnte sich türkis-grün-pink (Strabag) gegen Michael Ludwig ausgehen.

    Ludwig hat die Quarantäne von Wien verhindert: er gehört zum pragmatischen Flügel von Faymann und nicht zu den Kern-Gusenbauer Netzwerken, er und Stadtrat Hanke sprechen auch andere Wähler als Doskozil an!

    Dass die Wiener SPO Heinz und Philippa Strache unterstützt, ist aufgrund der Wahlarithmetik
    nachvollziehbar, ich möchte aber trotzdem nicht nach der Zerstörung der Wirtschaft durch Corona und Rekordarbeitslosigkeit, verschuldet durch die Bundesregierung, Blümel und Hebein als Wahlgewinner sehen!

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    1. Keiner ist eine Alternative, solange jeder scheitert, der eine sein will. Was Strache vielleicht will, aber auch andere wollen – nur dass sie es innerhalb eines Systems machen, das Dmeokratie verhindern soll und das man daher in seinen Mechanismen bloßstellen muss. Nichts anderes tue ich; man kann es mit Corona sehr gut erklären, aber auch mit anderen Themen.

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  3. Der Link ist mir soeben via e-mail zugespielt worden:

    Jetzt ist der Weg frei, gegen die beiden zu nichts nützenden Wichtigtuer Obermeier & Obermayr juristisch vorzugehen. Ich freue mich !!!

    Wie auch immer

    MfG

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