Wirecard, Commerzialbank und andere Kartenhäuser

Während sich die Ereignisse überschlagen, haben politische Schuldzuweisungen Hochkonjunktur, um auszublenden, dass es kein Entweder – Oder gibt. Wirecard ist ein Skandal von CDU und CSU und SPD und von ÖVP und SPÖ und NEOS und FPÖ. Wenn immer mehr Details bekannt werden, wird auch deutlich, dass die Parallelen zur Pleite der Commerzialbank Mattersburg mehr als nur oberflächlich sind, etwa wenn das Versagen von Wirtschaftsprüfern System hat. Nun liegt der Focus zwar auf Wirecard und der Commerzialbank, zugleich aber wird in allen anderen Fällen übersehen, gemauert, nicht erkannt, mit den Falschen fraternisiert und man schüchtert diejenigen ein, die längst Lunte gerochen haben. Medien tragen eine Menge an Mitverantwortung, weil all jene, die aufdecken wollen, im Regen stehen gelassen werden; dass Recherchen wie bei der „Financial Times“ zugelassen werden, scheint ein Glücksfall und die absolute Ausnahme zu sein.

Der „Spiegel“ muss jetzt eingestehen, dass der vermutlich nach Russland geflohene Jan Marsalek, dem er eben noch eine Titelgeschichte widmete, nicht allein krumme Dinger drehte: „Es ist nicht leicht, im Finanzskandal um Wirecard den Überblick zu behalten. Viel war zuletzt von den Machenschaften des Jan Marsalek die Rede, der Nummer zwei im Konzern, seit Wochen auf der Flucht und offenbar eng verbandelt mit Geheimdiensten in Russland, Österreich und anderswo. Dieser Marsalek, so schien es, hatte Wirecard benutzt für seine persönlichen, dunklen Geschäfte. War Wirecard also das Opfer eines skrupellosen Betrügers geworden?“ Die Wende brachte die Staatsanwaltschaft München, nachdem ein Kronzeuge auspackte und sie jetzt von einer „kriminellen Bande“ spricht, in deren Innenleben richtiggehender Corpsgeist herrschte. Wohlgemerkt beziehen sich die Feststellungen der Justiz auf die letzten Jahre: „Die Ermittler werfen den frisch verhafteten Managern sowie einem Kronzeugen ‚gewerbsmäßigen Bandenbetrug‘ vor. Sie sollen bereits 2015 beschlossen haben, Umsatz und Bilanz aufzublähen, um Kredite und Anleihen von Banken und Investoren einwerben und eigene Einkünfte erzielen zu können. Der Betrug soll über vermeintliche und tatsächliche externe Partnerfirmen in Ländern wie Singapur, Dubai und den Philippinen inszeniert worden sein. Wenn das so war, dann dürften sehr viele Personen in und um den Konzern herum mitgewirkt haben, in der Finanzabteilung, in der Revision, im Vertrieb, und wohl auch bei den Partnerfirmen. Der Wirecard-Skandal wäre damit endgültig kein reiner Marsalek-Skandal mehr.“

„Think Austria“ für Sebastian Kurz u.a. mit Markus Braun

 

Wirecard fiel aber schon viel früher auf, weil es in den USA Geschäfte machte mit Online-Glücksspiel, das verschleiert wurde mittels angeblicher Bestellungen bei virtuellen Blumen- oder Handyshops. Dass sich Manager einer Firma mit so einer Vita (zu der auch Dienste für Pornoanbieter kommen) zu Dax-Wunderkindern und Beratern aufschwingen konnten, zeigt auch, dass die Kaiserin (Angela Merkel) ebenso nackt ist wie der Kaiser (Sebastian Kurz). Wir sehen auch, dass alles mit allem zu tun hat, etwa wenn der ehemalige Geheimdienstkoordinator Klaus-Dieter Fritsche im Bundeskanzleramt für Wirecard antichambrierte. Von ihm ließ sich Ex-Innenminister Herbert Kickl beraten, als er zur Zeit der mit Ibizagate beendeten türkisblauen Regierung den Verfassungsschutz reformieren wollte. Für Wirecard verwendete sich auch Karl Theodor zu Guttenberg, der nicht nur lobbyiert, sondern auch mit der merkwürdigen Firma Augustus Intelligence verbunden ist. Natürlich sind Aufnahmen jetzt urpeinlich, wo „wichtige Persönlichkeiten“ mit Markus Braun posierten, doch man kann sie nicht als Zufall oder reine Pflichtübung abtun. Wir sehen unten Ex-Bundeskanzler Christian Kern mit ihm, Andreas Bierwirth von Magenta Telekom Austria und Robert Zadrazil von Kontrollbank und UniCredit Bank Austria.

Kern, Bierwirth, Braun und Zadrazil

Wenn es um systematisches Vorgehen, also um verdeckte Operationen (organisierter Kriminalität oder/und eines anderen Staates) geht, muss man sich jede Firmenübernahme, Beteiligung, Privatisierung, jeden Deal genauer ansehen. Dazu kann ich nur anregen, habe aber hier ein paar Inputs gegeben, die man auch gut in der Analyse des obigen Twitter-Fundes brauchen kann. Die Kontrollbank wurde erwähnt wegen eines Zementwerks in Libyen, das dann den Besitzer wechselte und wo es heißt, dass sie dabei 20 Millionen Euro lockermachen musste; Marsalek behauptete, er sei daran beteiligt gewesen. Jetzt hat die Asamer Baustoffe damit nichts mehr zu tun, wurde aber umstrukturiert und wir finden die Strabag unter den Eigentümern (= Hans Peter Haselsteiner, Oleg Deripaska, Raiffeisen). Bei der UniCredt Bank Austria begegnen wir Eveline Steinberger-Kern im Aufsichtsrat; Banken und ihre Fusionen sind generell an Kapitel für sich. Auch Magenta Telekom steht für das Resultat von Privatisierungen, die besonders mit dem ehemaligen Magna-Manager Karl Heinz Grasser als Finanzminister vorangetrieben wurden. Bierwirth ist auch Aufsichtsrat beim Bedarfsflugunternehmen Avcon Jet des eingebürgerten Russen Andrei Kotchetkov, den Ermittler der russischen Mafia zurechnen; man spricht auch bei Deripaska von derartigen Verbindungen.

„Insider“ am 22. Juli 2020

Als bekannt wurde, dass Jan Marsalek mit einem „Wiener Bedarfsflugunternehmen“ von Klagenfurt nach Tallinn gelangte, dachten viele an die Avcon, die aber nur eine solche Firma von mehreren ist. Russischsprachige Artikel – die man sich online leicht übersetzen lassen kann – gehen ins Detail nicht nur bei Kotchetkov und machen auch deutlich, dass alles zusammenhängt: Organisierte Kriminalität, Oligarchen, Politik und Geheimdienste. Und es gibt immer wieder großes Kino als reine Show, die das Publikum täuschen, zum Beispiel Konflikte zwischen Personen suggerieren soll. In Deutschland wird auch gegen die Prüfer von Ernst & Young ermittelt werden, die eine angeblich 1,9 Milliarden schwere Wirecard-Tochter auf den Philippinen untersuchten, indem sie mit jemandem per Video chatteten. Wirecard CEE in Graz wurde von TPA überprüft, was auch (von 2006 bis heute) auf die Commerzialbank Mattersburg zutraf; der größte Kunde von TPA ist die Signa Holding, mit der die Kanzlei auch persönlich verbandelt ist. „Österreich“ legt jeden Mittwoch eine Zeitschrift namens „Insider“ der Zeitung bei; diesmal mit einem Bericht über Signa-Projekte und einem Interview mit Geschäftsführer Christoph Stadlhuber. Wenn der ehemalige SPÖ-Abgeordnete und nun ÖGB-Sekretär Mario Lindner sich über den Swarovski-Clan empört, entgeht ihm, dass auch die Benkos mit diesem feiern, sich Rene Benko jedoch schon lange keinen Medien mehr stellt.

Mario Lindner auf Twitter

Bei Swarovski denkt man auch an Karl Heinz Grasser, sodass sich der Kreis wieder schließt; der Ex-Magna-CEO Siegfried Wolf ist heute Aufsichtsratsvorsitzender bei Deripaskas Russian Machines und bei der Sberbank Europe, die für ihre Nettogewinnsumme relativ hohe Kredite unter anderem an Benko vergibt. Journalismus würde natürlich verlangen, Stadlhuber (wenn schon Benko nicht greifbar ist) zu Verflechtungen mit TPA zu befragen. Er ist unter anderem Geschäftsführer der Signa Real Estate Management, deren Wert von TPA viel zu hoch angegeben wurde (und der Signa REM Transactions). Sie ist wiederum eine 100%-Tochter der Signa Prime Selection mit Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer im Aufsichtsrat. Bei der Einbürgerung des Jelzin-Clans in Österreich halfen neben Gusenbauer auch dessen Freund und Geschäftspartner Leo Specht (Oligarchenanwalt), Ex-Magna-Sicherheitschef Franz Schnabl (heute Chef der SPÖ NÖ), Ex-Landeshauptmann Hans Niessl und sein Nachfolger Hans Peter Doskozil sowie der Europa- und Asien-Chef von Magna Günther Apfalter. Da Niessl und Doskozil für das Burgenland stehen, liegt die Annahme nahe, dass der Commerzialbank-Skandal auch nicht aus heiterem Himmel kam. Geheimdienstexperte Thomas Riegler meint siehe unten, dass Unternehmen wie Wirecard von wegen „Schattenfinanz“ für Geheheimdienste interessant sind; es gibt jedoch auch andere und es geht um weit mehr.

Thomas Riegler auf Twitter

Es ist interessant, dass Paul Swarovski Geschäftspartner von Eveline Steinberger-Kern war („Energy Hero“) und dann Haselsteiner seine Anteile übernahm, der sich mit dem Strabag-Aufsichtsratsvorsitzenden Gusenbauer an der Blue Minds Group beteiligte. Nicht die Verbindung zur israelischen Rüstungsindustrie und zu Geheimdiensten führte dazu, dass Steinberger-Kern den Aufsichtsrat der Energie Burgenland verlassen musste, sondern die „Konkurrenz“ zum Energieanbieter.  Die Energie Burgenland gehört der Burgenland-Holding (49%) und der Landesholding (51 %), bei der Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Landesrat Christian Illedits im Aufsichtsrat sitzen, und hat durch die Commerzialbank 5 Millionen Euro verloren. Ehe Oleg Deripaska bei Strabag, Magna und später dann auch Hochtief einstieg, beteiligte sich Martin Schlaff am Feuerfest-Konzern RHI; dort wurde ÖBB-Chef Christian Kern 2016 die Position eines Vorstandsvorsitzenden angeboten. Er wurde dann doch lieber Bundeskanzler, während Schlaff in die israelische Firma Foresight von Frau Kern investierte. Nach seinem Ausflug in die Politik wurde Kern Aufsichtsrat der russischen Staatsbahn RZD und Lobbyist für China. Wir können noch lange im Detail auf Verflechtungen eingehen, die alle nur eines belegen: dass keineswegs Kern oder auch sein Nachfolger als Bundeskanzler Sebastian Kurz halt im Fall Braun/Wirecard auf einen Hochstapler hereingefallen sind, sondern dass es System hat.

Schon wieder Ernst & Young…

Dies legt nahe, dass auch in Deutschland manche Politiker recht genau wussten, was sie taten oder wo sie besser nicht so genau hinsehen sollen. Dies zum Schaden aller, denn nun ist sogar die Rede davon, dass Wirecard wegen irrealer Bilanzen zuviel Steuer bezahlte, die man rückerstatten müsse. In Österreich dämmert nun manchen, dass bei der Commerzialbank auch Gelder von Wohnbaugenossenschaften angelegt wurden, die eigentlich dem sozialen Wohnbau dienen sollten. Dies betrifft die SPÖ, die jedoch davon geprägt ist, dass alle brav kuschen, wenn etwas „von oben“ angeordnet wird. Deshalb macht man sich auch willig zum Handlanger von Oligarchen, wie unter anderem eben die von Deripaska forcierte Einbürgerung des Jelzin-Clans in Österreich zeigt, auf die ich hier im Detail eingehe. Daran beteiligte sich bekanntlich burgenländische Politik, die auch brav dabei war, als ein Geldwäscher (siehe Snoras-Bank in Litauen mit Verbindung zur Meinl-Bank wie bei Grasser) ein „Reitdorf“ in Stadtschlaining bauen wollte. Nur dass der Strabag nach einigen Monaten dann doch gegen den Strich ging, dass nie Rechnungen bezahlt wurden; Sprecherin Diana Neumüller-Klein ist übrigens im Vorstand der Österreichisch-Russischen Freundschaftsgesellschaft, die von Marsalek, Braun, Strabag, Magna, Signa, Novomatic und anderen unterstützt wurde.

Wirecard – die Hintergründe

In diesem Interview mit einem Anlegervertreter wird auch auf die Methoden eingegangen, mit denen Wirecard jene Menschen mundtot machen wollte, die dem Betrug früh auf die Schliche gekommen waren. Leerverkäufer müssen uns nicht sympathisch sein, weil auch Cum-Ex auf derlei Praktiken beruht, doch einer von ihnen, Tobias Bosler, bekämpfte das System Wirecard über Jahre. In einem Interview spricht er davon, dass er bedroht wurde und dass man dafür sorgte, dass die Staatsanwaltschaft ihn verfolgte: „Der frühere Aktieninvestor Tobias Bosler hat schon vor zwölf Jahren Hinweise auf Unregelmäßigkeiten in der Bilanz von Wirecard entdeckt. Seine Recherche damals ergab, dass der insolvente Zahlungsdienstleister aus Aschheim Umsätze der Glücksspielindustrie illegal verschiebt – und Geldwäsche betreibt. Damit wandte er sich 2010 an die Staatsanwaltschaft und die Finanzmarktaufsicht Bafin. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen gegen Wirecard zwei Jahre später aufgrund von Mangel an Beweisen ein. Bosler hingegen, der mit Leerverläufen auf fallende Kurse bei Wirecard gesetzt hatte, verfolgten die Staatsanwälte hart. Er wurde später wegen Kursmanipulation verurteilt – wenn auch nicht im Fall Wirecard, sondern bei anderen Unternehmen.“

TPA-Veranstaltung mit Rene Benko und Karin Fuhrmann (TPA)

Bosler selbst erklärt: „Die Analyse der Jahresabschlüsse und der Tochtergesellschaften vor 2008 ergab Erstaunliches. Zwei Drittel des Umsatzes erzielte die Wirecard-Gruppe in Deutschland, schrieb dort allerdings Verluste. Die Gewinne kamen aus Gibraltar und von den British Virgin Islands. Dort sitzen typischerweise Glücksspielanbieter. Zudem wies Wirecard im Vergleich zu Konkurrenten bis zu zehnmal höhere Margen auf. Das kam mir merkwürdig vor. Der schwache Cashflow wirkte aufgebläht. Ich sprach mit Wettbewerbern und Partnern von Wirecard. Mir war klar, dass hier Betrug im Spiel ist.“ Von einem Amerikaner hörte Bosler dann, dass fast die gesamte Payment-Branche von illegalen Geschäften wusste und sich auch wunderte, warum in Deutschland nichts unternommen wurde. Man muss hier auch auf eine Verbindung vom größten Kunden der TPA, der Signa Holding, zum Glücksspielbereich hinweisen, denn der Aufsichtsrat der Signa Prime Selection (deren Tochter Real Estate Management TPA massiv überbewertete) Karl Stoss war Direktor der Casinos Austria. 2014 überraschte er die CASAG mit dem Vorschlag, dass Rene Benko, Alfred Gusenbauer und Benkos Geschäftspartner Beny Steinmetz einsteigen (Steinmetz ist auch bekannt von Hermitage Capital mit Bill Browder und dem 1999 ermordeten Banker Edmond Safra).

Aus der „Süddeutschen“ über Jan Marsalek

Dazu kam es zwar nicht, es schien jedoch der Auftakt für die Beteiligung des tschechischen Investors Karel Komarek an der CASAG zu sein, der anfangs noch Peter Goldscheider an Bord hatte. Goldscheider ist Investor, ihm gehört aber auch Goldscheider Keramik in Stoob im Burgenland; im Nachbarort Neutal gibt es eine Niederlassung der Strabag. Weil die Novomatic (deren Berater Gusenbauer war, der auch im Aufsichtsrat der deutschen Tochter Löwen Entertainment saß) ihre Anteile an der CASAG an die Sazka Group von Komarak verkauft hat, sind die Casinos nun mehrheitlich in ausländischem Eigentum. Dagegen hätte die ÖBAG Einspruch erheben können, die Beteiligungen des Staates verwaltet und an deren Spitze Thomas Schmid steht. Vor ein paar Jahren hieß die ÖBAG noch ÖIAG, mit dem Putin-Freund Siegfried Wolf als Chef und Susanne Riess (Signa-Beirat) im Aufsichtsrat. Gusenbauer und sein Freund Tal Silberstein wollten mit der CASAG bezüglich Video Lottery Terminals ins Geschäft kommen; als dies scheiterte, vertrat sie Oligarchenanwalt Leo Specht, während der Anwalt der CASAG Oligarchenanwalt Gabriel Lansky ist, auch bekannt als Vertrauensanwalt der russischen Botschaft. Man lege zu diesen Puzzleteilen nun „TPA“ und „Wirecard Graz“ bzw. „Commerzialbank Mattersburg“ und denke sich sein Teil.

Aus der „Spiegel“-Titelgeschichte über Jan Marsalek

Was die Recherchen von Tobias Bosler betrifft, erfuhr er schließlich, dass Wircecard an Mastercard über 16 Millionen Strafe zu zahlen hatte wegen der Umcodierung von Einzahlungen für Poker-Websites auf nicht existente Blumenlieferdienste und Handyshops. 2010 erstattete Bosler Anzeige bei der Staatsanwaltschaft und bei der BaFin (Finanzmarktaufsicht), hatte jedoch keine Ahnung, ob Letztere dem überhaupt nachging. Die Staatsanwaltschaft begann zwar mit Ermittlungen, stellte diese aber 2012 wieder ein; sie überprüfte nicht einmal, ob ein Schreiben wegen Mastercard, das dann auch im Internet auftauchte, authentisch war. Bosler sagt: „Den DAX-Aufstieg hätte es niemals geben dürfen. Inhaltlich hat sich in Deutschland kaum jemand mit den Vorwürfen auseinandergesetzt. Weder Behörden noch Analysten sind diesen adäquat nachgegangen. Stattdessen hat man Wirecard-Kritiker immer rigoros abgeschmettert, auch mich.“ Ob Wirecard vielleicht protegiert wurde? „Ob jemand im Hintergrund schützend die Hand über das Unternehmen gehalten hat, weiß ich nicht. Ich schließe in Sachen Wirecard aber auch das nicht aus.“ Bosler wurde 2008 bedroht, indem „drei Herren“ bei ihm erschienen und ihm rieten, seine Aktivitäten einzustellen.

Aus der „Spiegel“-Titelgeschichte über Jan Marsalek

„Das war jedoch noch nicht alles: Ich weiß nicht, ob andere auch ungebetenen Besuch hatten. Wirecard engagierte aber Anwälte, Forensiker, Datenspezialisten und Gutachter, mit dem Ziel, Kritiker als Lügner und Kursmanipulateure darzustellen. Wirecard stellte 2008 auch Strafanzeige wegen Kursmanipulation gegen mich. Vertreter des Unternehmens hatten danach regen Austausch mit den Staatsanwälten, die gegen mich ermittelten. Einmal reichten sie einen minutiösen Tatplan bei der Staatsanwaltschaft ein, der ihnen angeblich anonym zugegangen ist. Darin planen Leute – die sich nachweislich gar nicht kennen – den Aktienkurs gezielt zu drücken. Da vermutete sogar die Staatsanwaltschaft, dass das eine Fälschung sein könnte. Wirecard kam dennoch damit durch. Ich weiß, dass ich 2015 noch ausspioniert worden bin. Von solchen Methoden berichten auch andere. Wirecard muss eine richtige Maschinerie aufgebaut haben.“ Oder aber, Wirecard gehörte zu einem System im Hintergrund, das Frontorganisationen einrichtet, die anderen Interessen dienen. Shortseller wie Bosler befassen sich gründlich mit dem Wert von Firmen, was sie unter anderem von den meisten Journalisten unterscheidet; wenn sie ihre Recherchen publik machen, fallen die Kurse und sie machen Gewinn.

2016: Wirecard zur Zusammenarbeit mit den ÖBB

Dies kann Bosler aber rechfertigen: „Im Frühjahr 2010 lag der Börsenwert von Wirecard nur bei etwas mehr als einer Mrd. Euro. Wäre der Betrug schon damals aufgeflogen, wäre ein Börsenwert von mehr als 20 Mrd. Euro niemals erreicht worden, und Anleger hätten insgesamt nicht solche immensen Verluste gemacht. Es ist natürlich unmoralisch und kriminell, wenn falsche Gerüchte gestreut werden, um Aktienkurse zu beeinflussen. Das kommt aber in der Praxis kaum vor: Unwahrheiten können vom Unternehmen schnell entkräftet werden. Selbst wenn die Vorwürfe stimmen, haben die Unternehmen die Möglichkeit, Fehler zu korrigieren ohne großen Schaden zu erleiden. In den USA oder Großbritannien finden im Gegensatz zu Deutschland die Aktienanalysen und Einschätzungen von Shortsellern große Beachtung. Ich selbst habe immer nach Fakten und Beweisen gesucht.“ Als der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil noch Verteidigungsminister war, attackierte er den Airbus-Konzern mit einer Strafanzeige wegen des Eurofighter-Kaufs und ließ FTI Consulting internationale PR machen, in der von Betrug und Täuschung die Rede war. Es ging dabei besonders um die City of London und die Beeinflussung von Marktanalysten, um die Marktkapitalisierung von Airbus zu beschädigen.

Doskozil und die Commerzialbank

Die österreichische Finanzmarktaufsicht sah keinen Handlungsbedarf, während die Staatsanwaltschaften bewusst Zusammenhänge ignorierten, da FTI und die ebenfalls von Doskozil engagierte Kanzlei Skadden (die auch Benko vertritt) beim Lobbying für die Regierung Janukowitsch in der Ukraine für die Deripaska-Leute Paul Manafort und Alfred Gusenbauer dabei waren. Bosler wurde übrigens verurteilt, weil er angeblich den Kurs von Aktien manipuliert hatte, die auch von anderen negativ bewertet wurden, was die BaFin mit einer einfachen Google-Suche hätte feststellen können, als sie ein Gutachten für die Staatsanwaltschaft erstellte. Sie berücksichtigte auch nicht Ad-hoc-Mitteilungen der Unternehmen oder Investorenkonferenzen, wie Bosler kritisiert, der im Gutachten 150 Fehler fand. Sein Fazit daraus ist: „Wegen Wirecard wurde ich nicht verurteilt, aber Wirecard hat damals gelernt, wie einfach es ist, Kritiker mit Hilfe der Behörden stumm zu schalten. Wirecard hatte die Behörden schließlich so gut im Griff, dass die Anfang 2019 nach weiteren Berichten der ‚FT‘ über massive Ungereimtheiten bei Wirecard-Geschäften in Asien sogar ein Shortseller-Verbot wegen der Gefahr der Kursmanipulation ausgesprochen haben – anstatt den Hinweisen einfach mal nachzugehen.“ Auch Signa ist bekannt dafür, sofort zu klagen und investiert in Lobbying durch Joschka Fischer Consulting:  „Die Diskussion um die Planungen des Immobilienkonzerns Signas, der das Karstadt-Gebäude am Neuköllner Hermannplatz abreißen und einen monumentalen Beton-Neubau errichten möchte, ist fachlich und formal vom Tisch. Dennoch wird versucht, die Diskussion künstlich am Laufen zu halten, um die öffentliche Meinung zu manipulieren – von Signa selbst durch die Imagekampagne ‚Dialog Hermannplatz‘ sowie von der Neuköllner SPD und CDU. Die Unternehmensberatung Joschka Fischer & Company spielt dabei eine wesentliche Rolle, sorgt sie doch für den Einfluss Signas in den politischen Hinterzimmern und somit dafür, dass das Thema immer wieder in unterschiedlichen politischen Zusammenhängen aufgewärmt wird.“ Man beachte, dass Signa über Parteigrenzen hinweg unterstützt wird, was auch mit „besonders ausgeklügeltem“ Lobbying zu tun hat.

Kern, Bierwirth, Braun und Zadrazil

Die „Wirtschaftswoche“ schreibt über Fischer:“Den entscheidenden Schritt in Richtung Selbstständigkeit unternimmt Fischer, als Albright ihre Firma 2009 mit der US-Beratungsgesellschaft Stonebridge International in Washington fusioniert. In dieser Liason ist kein Platz mehr für Fischer als gleichberechtigten Partner. Gleichwohl erkennt er, dass das neue Unternehmen jenseits des Atlantiks ein Netzwerk bildet, in dem es nur so von außen- und sicherheitspolitischen Experten der früheren US-Regierung unter Bill Clinton wimmelt.“ Und auch dies darf nicht fehlen: „Ganz besonders wertvoll ist für Fischer der Kontakt zu Sandy Sherman, der ehemaligen Krisenberaterin im US-Außenministerium, die exzellente Kontakte in die chinesische Parteispitze unterhält.“ So paradox es auf den ersten Blick klingt, aber das Umfeld Clintons ist in das Lobbying für die kremlfreundliche ukrainische Regierung involviert gewesen. Am 24. Mai 2007 empfing Gusenbauer als Bundeskanzler Clinton bei einer AIDS-Gala in Wien-Schönbrunn, für die er eine Million Euro an Spenden für die Clinton-Foundation auftrieb. Allein Novomatic steuerte eine halbe Million bei; am selben Tag waren auch Wladimir Putin und Oleg Deripaska in Wien und die Verhandlungen über einen Ausstieg aus dem Eurofighter-Vertrag wurden zu Scheinverhandlungen. Gusenbauers mafiöse Freunde schalteten den von Verteidigungsminister Norbert Darabos bestellten Leiter der Finanzprokuratur Wolfgang Peschorn als Verhandlungsleiter aus. Nun übernahm der Zivilrechtler Helmut Koziol, der ein alter Freund von Eurofighter-Rechtsberater Meinhard Lukas ist; beide sind Empfehlungen von Leo Specht.

„Spiegel“-Titelgeschichte über Jan Marsalek

Lukas ist heute Rektor der Linzer Kepler-Universität, die einen Innovation Hub mit der Blue Minds Group (i.e. die Kerns, Deripaska-Haselsteiner, Deripaska-Gusenbauer, Deripaska- Schlaff) eingerichtet hat. Es gab 2007 einen Eurofighter- Vergleich, der weniger, ältere und „kastrierte“ Jets vorsah, ohne Infrarot- und Selbstschutzvorrichtungen. Dieser wurde Darabos in die Schuhe geschoben, der abgeschottet, überwacht, bedroht wurde und wird. Obwohl/weil man jedem rasch die Hintergründe erklären kann, ermittelte die Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen Darabos wegen einer Anzeige, die eingebracht wurde, um ihn als vermeintlichen Konkurrenten Doskozils um den Landeshauptmann-Sessel aus dem Weg zu räumen. Lukas und Specht waren ja Empfehlungen des Oligarchenanwalts Leo Specht für einen heimlichen Deal Gusenbauers mit EADS, wo Russland mit 5 % beteiligt war (und ist, bei der Airbus Group, wie der Konzern heute heißt). Dass Österreich überhaupt Eurofighter kaufte, hat eine Vorgeschichte, in der Magna, Siegfried Wolf und die Regierungen Schüssel eine Rolle spielen.

Karin Fuhrmann von Signa und TPA auf der TPA-Webseite

Wie Gerhard Schröder ist auch Wolfgang Schüssel russisch vernetzt; die „Wirtschaftswoche“ konstruiert einen Gegensatz zwischen Fischer und Schröder: „Und trotzdem ist Fischers eigentliche Benchmark jemand anderes. Sein inneres Auge ruht auf Zug in der Schweiz, dem Sitz der Nordstream Pipelinegesellschaft. Dort residiert ‚der Altkanzler‘, wie Fischer seinen ehemaligen Koalitionspartner und Regierungschef nur noch nennt. Schröder ist Aufsichtsratschef des Unternehmens, das gerade die Gaspipeline zwischen Russland und Deutschland durch die Ostsee verlegt. In dieser Funktion verdient er 250.000 Euro im Jahr. Der Job ist locker, nicht sehr zeitaufwendig. Entscheidungen bei Nordstream treffen sowieso die Teilhaber, darunter der russische Gaskonzern Gazprom, Gaz de France und E.On aus Düsseldorf.“ Ich wäre an der Stelle des Managements von Daimler, BMW und anderen Konzernen sehr vorsichtig bei Fischer, anstatt ihn zu engagieren, denn seine Agenda passt hervorragend zu jener Schröders, im Sinn von These – Antithese – Synthese. Bei der Verschleierung helfen Medien, die nicht gründlich recherchieren oder sich wie der „Spiegel“ bei seiner Titelstory über Jan Marsalek von der „Presse“ beraten lassen, deren Chefredakteur Rainer Nowak mit dem russischen Netzwerken in Österreich verbandelt ist. Nicht ohne Grund zeigen ihn zwei der hier verwendeten Illustrationen: ein Mal bei einer TPA-Veranstaltung mit Rene Benko, ein anderes Mal mit Christian Kern und Markus Braun. Außerdem ist er der Österreichisch-Aserbaidschanischen Handelskammer verbunden, d.h. den Seilschaften um Gusenbauer und Lansky.

Seitenblicke am 23. Juli 2020

Deshalb auch dieses Titelbild, das auf den ersten Blick fehl am Platz erscheint, doch Wolfgang Fellner pusht mit seinen Medien gewollte Narrative, auch um Rene Benko und seinen Geschäftspartner Klemens Hallmann, der gerade Vater geworden ist. By the way soll Barbara Meier eine Kollektion für Lidl entwerfen, nachdem Gusenbauer eine Firma an den Konzern verkaufte, so ein Zufall. Süßliches Baby-Getue kann leicht davon ablenken, sich doch einmal all die Deals nüchtern anzusehen – oder zu fragen, warum Barbara Meier eine Kundgebung mit Greta Thunberg an dem Tag moderierte, als im Mai 2019 der Regierung Kurz das Misstrauen ausgesprochen wurde. Und warum es für Bundespräsident Alexander van der Bellen wichtiger war, Greta zu empfangen, als einer historischen Parlamentssitzung beizuwohnen. Bei Wirecard versucht die SPÖ gerade, jeden Bezug zu ihr zu leugnen und mit dem Finger auf Kurz zu zeigen. „Wenn ein ÖVP-Großspender, der noch dazu als enger Vertrauter und Berater des ÖVP-Kanzlers gilt, innerhalb von vier Wochen zum zweiten Mal im Gefängnis gesiebte Luft atmet, ist Schweigen und die ‚Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts‘-Strategie von Kurz keine Option. Sebastian Kurz kann sich nicht länger verstecken und muss sich endlich zu möglichen Verstrickungen mit Braun äußern“ wird Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch zitiert, dem anscheinend der Name Christian Kern nichts sagt. Er fordert mit diesen Worten „volle Aufklärung und Transparenz“: „Vor nicht einmal einer Woche ist Kurz noch in der ‚ZIB2‘ gesessen und hat Markus Braun wörtlich als ‚einen der erfolgreichsten Manager‘ gerühmt. Jetzt, wo Braun einsitzt, will Kurz seinen gefallenen Vertrauten und Berater plötzlich nicht mehr kennen.“

 

Die ÖVP weist auf SPÖ-Verbindungen hin

Inzwischen weist die ÖVP darauf hin, dass das Land Burgenland sehr wohl mit der Commerzialbank verbandelt ist, auch wenn Doskozil (siehe Video weiter oben) so tut, als gäbe es keinerlei Berührungspunkte. Die Retourkutsche kommt auch per Presseaussendung der aus dem Burgenland stammenden Abgeordneten Gaby Schwarz: „Nach seinen Angriffen auf die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Folge des Skandals rund um die Commerzialbank Mattersburg stellt sich die Frage, wovon Burgenlands Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil mit seinen Aussagen ablenken will. Es ist notwendig, dass Doskozil alle Verknüpfungen der Commerzialbank zum Land und der burgenländischen Politik offenlegt und endlich für volle Transparenz sorgt. Immerhin trägt Doskozil zumindest eine Mitverantwortung für den Skandal, denn das Land hätte als Aufsichtsbehörde tätig werden müssen.“ Immerhin tönte Doskotzil groß, dass die Bank zuzusperren sei und Vorstände in U-Haft genommen werden müssen, allen voran Martin Pucher, auf dessen Mist die Malversationen sicher nicht allein gewachsen sind. Nicht von ungefähr erinnern erfundene Kredite und Konten an Wirecard, von der Verbindung auf der Wirtschaftsprüfer-Ebene einmal abgesehen.

PS: Auch diese Bluttat gehört zum Sumpf um Doskozil, denn ich habe lange gewarnt, dass der Doppelmörder, der sich dann das Leben nahm, gefährlich und gewalttätig ist; Polizei und Justiz erwiesen sich jedoch als Komplizen und spielten auch mit einem Anwalt zusammen, der mir meine Wiener Wohnung und meinen gesamten Besitz raubte, der zum Netzwerk um Ex-Grasser-Anwalt Axel Bauer gehört, das von Michael Enzinger gedeckt wird, dem Präsidenten der Anwaltskammer. Ich war selbst in Gefahr, weil ich Machenschaften rund um die Eurofighter und den bedrohten, überwachten, abgeschotteten Darabos aufdeckte, den Landeskriminalamt und Verfassungsschutz natürlich nicht schützen, sondern im Stich lassen sollten, damit Doskozil Landeshauptmann sein kann. Dazu jedoch demnächst mehr, ich bin natürlich geschockt, wie man es bei einer Gefahr ist, der man knapp entronnen ist. Ginge es nach Polizei, Justiz, Bauers Komplizen, Doskozil und der SPÖ Burgenland, wäre ich auch tot – aber so ist es eben, wenn sich Genossen mit russischer Mafia, Geheimdiensten, Oligarchen oder whatever einlassen…

PPS: Der „Kurier“ (Deripaska-Raiffeisen, Deripaska-Benko) interviewt Herbert Houf, den neuen Präsidenten der Kammer der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Laut Firmenbuch  finden wir ihn u.a. bei der Donaupark Immobilien GmbH und bei der Donaupark Immobilien Projektentwicklung Alpha GmbH. Mit Karl Stoss von Signa sitzt er wiederum im Aufsichtsrat von Olympic Austria, was auch für Elisabeth Max-Theurer gilt, die über Plasser & Theurer mit dem Präsidenten der Wiener Anwaltskammer Michael Enzinger verbunden ist. Die „Krone“ schreibt gerade: „Haupteigentümer der Commerzialbank ist zu knapp 90 Prozent eine Kreditgenossenschaft. Für diese Genossenschaft hatte das Land Burgenland die Rolle des Revisionsverbandes inne und war damit praktisch die Aufsichtsbehörde. Diese Aufgabe wurde aber nicht vom Land Burgenland selbst wahrgenommen, sondern man beauftragte dafür externe Wirtschaftsprüfer. Und zwar ausgerechnet die Kanzlei TPA, die gleichzeitig für die Prüfung der Commerzialbank Mattersburg zuständig war. Brisantes Detail am Rande: Laut Unterlagen, die der ‚Krone‘ vorliegen, versuchte das Amt der burgenländischen Landesregierung bereits Anfang 2015, sich aus der Aufpasser-Rolle der Genossenschaft zu stehlen. Man verfüge nicht über die personellen Ressourcen, um diese Aufgabe wahrzunehmen, hieß es. Im selben Jahr erstattete die Finanzmarktaufsicht (FMA) erstmals Anzeige gegen die Commerzialbank Mattersburg.“ Die ÖVP wies auch auf die Rolle von Landesrat Christian Illedits hin, der zudem mit dem Glücksspiel verbandelt ist; interessanter Weise wird die Novomatic auch beim Outlet-Center Parndorf präsent sein, das wiederum von Vienna Sightseeing-Bussen von Paul Blaguss angesteuert wird (die vom „Kurier“ samt Ticketverlosung beworben werden).

8 Kommentare zu „Wirecard, Commerzialbank und andere Kartenhäuser

    1. Das bestätigt es im Grunde auch:

      https://www.krone.at/2197050

      „Die Causa rund um die Commerzialbank Mattersburg ist um eine pikante Facette reicher. Und diese lässt sowohl das Land Burgenland als auch die Wirtschaftsprüfer von TPA nicht im besten Licht erscheinen. Die Kanzlei prüfte nämlich nicht nur die Bank, sondern auch deren Hauptaktionär – im Auftrag des Landes….“

      Das Land entzog sich schon 2015 der Rolle als Aufpasser, da gab es Niessl noch….

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    2. PS: zum PS im Artikel, das ich nur kurz halten konnte, weil es dazu noch mehr zu sagen gibt;:

      https://www.krone.at/2197679

      – da ist schon mehr dahinter als die aktuelle situation, denn ich war zeitweise dort und habe jetzt das gefühl, dem tod knapp entronnen zu sein, was es zeitmässig nicht ist; es handelt sich schon um monate, aber die deppen bei polizei und justiz haben warnungen nie ernstgenommen, und ohne die kriminellen machenschaften der oligarchen-SPÖ hätte ich damit eh niemals zu tun gehabt…

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      1. PS: zum PS im Artikel, das ich nur kurz halten konnte, weil es dazu noch mehr zu sagen gibt

        Sehe ich genau so; vor allem scheinen die Erklärungsversuche der Medien, zB Krone, mehr als bloß holprig, und streckenweise, nur um dem Narrativ „P(l)andemie + Grenzschließung = ohne Pflegekräfte und somit ohne Pflege“ Rechnung zu tragen, gar konstruiert.

        Fragwürdig allemal.

        MMn würde die Causa Doppelmord, ohne Ihnen vorgreifen zu wollen, sogar das Verfassen eines exklusiven Artikels rechtfertigen.

        Wie auch immer

        MfG

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  1. Hier ein neuer Artikel vom Focus;

    https://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/gastbeitrag-von-gabor-steingart-schon-2016-war-betrug-klar-wie-deutschland-sich-bei-wirecard-jahrelang-ahnungslos-gab_id_12239694.html

    Man hätte es von aussen spätestens 2016 merken müssen, es ist jetzt von Geldwäsche die Rede… mal sehen, was in Österreich noch kommt (Stichwort Commerzialbank, aber auch Wirecard CEE)… und ausserdem können auch Immobiliendeals der Geldwäsche dienen… tja…

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  2. 1.7.2020

    Wirecard schon 2018 Fake: CS, EY blind
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    Laut Bericht waren deklarierte Milliarden-Guthaben in Fernost längst erfunden. EY testierte trotzdem, CS platzierte Titel.

    Für zwei der wichtigsten und grössten Unternehmen in der Finanzindustrie wird das Wirecard-Debakel zur harten Prüfung.

    Für EY und die CS. Die Revisorin winkte die Jahresabschlüsse bis 2018 durch, ohne zu prüfen, ob behauptete Konten in Asien wirklich existierten.

    Die CS platzierte derweil im Herbst 2019 eine Wandelanleihe mit unterlegten Wirecard-Aktien im Umfang von fast 1 Milliarde bei Investoren. Laut CS hätten keine Pensionskassen die Anleihe gekauft.

    Was hatten EY und CS untersucht? Welche Anstrengungen unternahmen die beiden renommierten Konzerne mit Mitarbeitern rund um den Globus, bevor sie ihren Segen gaben?

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    Der Fall könnte zu teuren Klagen führen. Die CS sagt, sie sehe keine gravierenden Folgen. „Aus heutiger Sicht erwarten wir keine signifikante finanzielle Auswirkungen“, meinte ein Sprecher letzte Woche.

    EY flüchtet sich derweil in die Opferrolle. Man sei selber von Wirecard getäuscht worden.

    EY war seit einem Jahrzehnt der Auditor von Wirecard. In den Jahren 2017 und 2018 erhielt die Prüfgesellschaft für ihre Testate der beiden Abschlüsse sowie damit verbundene Tätigkeiten insgesamt 4,5 Millionen Euro.

    Millionen – wofür? (Wirecard)
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    Ein Bericht der Süddeutschen Zeitung vor zwei Tagen wirft ein schlechtes Licht auf EY und CS. Aus den Zeilen folgt als Erkenntnis, dass der grossangelegte Betrug längst erkennbar gewesen sei.

    EY habe kürzlich bei den Asien-Fake-Konten nochmals genauer hingeschaut und realisiert, dass der Betrug eine viel längere Vorgeschichte habe, schreibt der Süddeutsche-Journalist.

    Die Nachforschungen würden zeigen, dass „nicht nur für das Geschäftsjahr 2019 Guthaben fehlen und Unterlagen womöglich gefälscht wurden, sondern bereits für 2018“, halten diese fest.

    „Noch einmal genauer“ nachgefragt: EY (Süddeutsche)
    „Damit besteht der begründete Verdacht, dass auch die uns vorliegenden Saldenbestätigungen des Treuhänders sowie die uns erteilten Auskünfte zu den Kontoständen zum 31. Dezember 2018 falsch waren“, zitiert die Zeitung aus dem Schreiben der EY-Prüfer an die Wirecard-Leitung.

    Das Blatt kommt zum Schluss: „Das wiederum heisst: Es besteht der Verdacht, dass die Bilanz für 2018 falsch sein könnte. Wirecard scheint also schon seit längerer Zeit ein Kartenhaus gewesen zu sein.“

    Selbst 2018 ist spät. Ein Journalist der Financial Times war dem Drama um den möglichen Grossbetrug seit 2015 auf der Spur.

    Porno als tragende Säule (FT)
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    Die Wirecard-Chefs drehten den Spiess um. Der Journalist sei der Bösewicht, der stecke nämlich mit Spekulanten unter einer Decke.

    Heute enthüllt Dan McCrum, wie der Rechercheur der FT heisst, eine riesige Excel-Tabelle für das erste Halbjahr 2017, die in der engsten Wirecard-Führungsriege umgegangen sei.

    Das Dokument zeige, dass der Grossteil des Umsatzes des vermeintlichen Münchner Wunderunternehmens nicht wie behauptet von unzähligen Kunden stamme, sondern von wenigen und oft aus der Pornoindustrie.

    Sex sells (FT)
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    „A significant part of the remainder comes from the pornography industry, with some clients paying unusually high rates for payments processing.“

    Die Umsätze und die bearbeiteten Transaktionen seien massiv aufgebläht gewesen.

    „The remaining data show €292m of sales from processing €18bn of transactions, compared with the €616m of revenues from processing €37.9bn of payments that Wirecard claimed at the time“, hält McDrum fest, den die Wirecard-Chefs mit ihren Juristen mundtot machen wollten.

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    https://insideparadeplatz.ch/2020/07/01/wirecard-schon-2018-fake-cs-ey-blind/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=wirecard-schon-2018-fake-cs-ey-blind

    So gesehen, haben hunderte Mitwirkende ein Interesse
    daran, falsche Spuren zu legen. Das wäre übrigens
    nicht das erste Mal.

    Wer versteckt den österreichischen „Plauderer“ ,
    der Kontakte zu Geheimdiensten wie CIA, Mossad
    und einem russischen hatte, wirklich. ???

    Besonders zwei Länder könnten ihn in Sicherheit
    gebracht haben, damit er nicht vor Gericht aussagen
    muss.

    Liken

  3. Wirecard wollte die Deutsche Bank übernehmen:

    https://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/skandal-um-wirecard-im-news-ticker-projekt-panther-kurz-vor-zusammenbruch-plante-wirecard-verwegenen-schritt_id_12162883.html

    Die ehemalige Führungsriege Wirecard hatte vor dessen Pleite offenbar den ganzen großen Coup geplant. Einem Bericht von „Spiegel Online“ zufolge gab es im vergangenen Jahr Pläne, die Deutsche Bank, Deutschlands größtes Kreditinstitut, zu schlucken.

    Zuvor hatte die Bank selbst noch auf Weisung von Aufsichtsratschef Paul Achleitner eine Kooperation mit dem damaligen Dax-Aufsteiger Wirecard anberaumt. Aufgrund von Kapitalerhöhungen, vergebenen Krediten, Anleihenkäufen und sogar einem Privatkredit von 150 Millionen Euro an Ex-Wirecard-Chef Markus Braun waren sich die beiden Firmen bereits vertraut.

    Es blieb bei wenigen Treffen von Braun und Bank-CEO Christian Sewing im Frühjahr 2019, so der Bericht: Auf der Seite der Bank galt Wirecard demnach als Emporkömmling, während das Institut in Aschheim für einen überholten Dinosaurier gehalten wurde. Anfang Juni 2019 schmiedete Wirecards Chefetage dann den kühnen Plan, die Deutsche Bank zu übernehmen.

    —-

    Das Projekt scheiterte dann daran, dass Wirecard mit seinen frisierten Bilanzen nicht durchkam:

    Erneute Berichte der „Financial Times“ über fragwürdige Bilanzierungstechniken im Oktober durchkreuzten diese Pläne dann jedoch. Wirecard musste daraufhin den Sonderprüfer KPMG einschalten, die Bilanz verschieben, und letztlich Insolvenz anmelden. Derzeit ist der Zahlungsdienstleister, der für eine Weile deutlich wertvoller als die Deutsche Bank war, nur noch knapp 207 Millionen Euro wert – ein Bruchteil der 17,2 Milliarden Euro Marktkapitalisierung der Deutschen Bank.
    ——

    Sowas Ähnliches wird man wohl auch noch anderswo finden:

    Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Wirecard-Vorstand seit 2015 Scheingewinne erfand. Der Schaden für die kreditgebenden Banken und Investoren könnte sich auf 3,2 Milliarden Euro summieren.

    Liken

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