Verteidigungsministerin Tanner und der Sexismus

Als erste Verteidigungsministerin muss Klaudia Tanner Pionierin sein und wird mit Argusaugen beobachtet und ständig kommentiert. Nun gibt es durchaus berechtigte Kritik, wir dürfen aber nicht übersehen, dass sie es nicht nur im Ressort vielfach mit Männern zu tun haben, deren Weltbild aus dem 19. Jahrhundert stammt. Deutlich wurde dies, als sich Ex-Minister Hans Peter Doskozil in der Zeit im Bild 2 am 6. Juli damit brüstete, dass er eine Menge Zuträger im Ministerium habe, die also mit ihm gegen Tanner intrigieren. Wer sich ansieht, wie Doskozil agierte (und agiert), müsste davon Abstand nehmen, mit ihm zu fraternisieren. Aber wir erleben da vor allem Männer (auch in Politik und Medien übrigens), die an Dinosaurier erinnern, die schließlich nicht ohne Grund ausgestorben sind, und Frauen, die ihnen brav nacheifern. Äquivalent zur Eiszeit oder zum Meteoriteneinschlag oder whatever sind aus Dino-Perspektive ungeheuerliche Zeiterscheinungen wie eine Ministerin, hybride Bedrohungen oder auch einmal ein Minister, der einst Zivildienst leistete.

Nun können wir (leider) Männer von gestern nicht in einem Saurierpark unterbringen und ihnen gelegentlich ein Stück rohes Fleisch zuwerfen. Unfähige müssen von uns allen dafür bezahlt werden, weiterhin Chaos anzurichten, ohne eine Sekunde das Land zu verteidigen, Wir können aber klarmachen, welch fatale Auswirkungen es hat, dass sie viel zu viel mitreden und ihre Kompetenz maßlos überschätzen, da sie der systematischen, planvollen Demontage des Bundesheers nie entgegentraten. Es ist vollkommen egal, wie viel „Ahnung“ Tanner von der Landesverteidigung hat, weil diese Typen sie niemals akzeptieren würden, sondern nach Möglichkeit desinformieren und auflaufen lassen; je besser sich eine Frau auskennt, desto stärker müssen sie diesen Umstand verdrängen. Sie sehen auch bei sich keinerlei Verantwortung, obwohl sie gerne große Töne spucken von wegen das Land im Ernstfall mit dem eigenen Leben verteidigen. Wenn es für Tanner schwierig wird, ist sie schlicht selbst schuld, weil sie kein Mann ist, der „mit der Waffe in der Hand gedient hat“. Exakt das Gleiche erlebte Norbert Darabos wegen eines Zivildienstes 1988, als er 2007 Minister wurde; die Dinos wollten nicht begreifen, dass er gegen seinen Willen abgeschottet wurde (wird), weil sich Bundeskanzler Alfred Gusenbauer mit russischen Oligarchen ins Bett gelegt hat, wo Geheimdienste und Mafia nie allzu weit entfernt sind.

Ist die FPÖ wirklich für das Bundesheer?

 

Weil ich in diese Situation hineingeraten bin als eine von sehr vielen Personen, die nicht mit Darabos reden durften (dürfen!), wollte ich wissen, wer ihn nicht nur abschottet, sondern auch totalüberwacht und bedroht. Die Saurier sahen keinerlei Veranlassung, den Befehlshaber des Bundesheers zu schützen, wie es eigentlich ihre Aufgabe ist als Voraussetzung für Befehle von der verfassungsmässig zuständigen Person. Lieber führten sie, weil sie faul, feige und opportunistisch sind, rechtswidrige und illegale „Weisungen“ von Kabinettschef Stefan „Jetzt bin ich der Minister“ Kammerhofer aus. Weil sie – anders als „ihr“ Minister – nicht mit allzu viel Intelligenz ausgestattet sind, ließen sie sich willig einreden, dass Darabos halt „heeresfern“ (i.e. nicht zu sprechen) sei, weil er „nicht gedient“ hat. Dass Kammerhofer dann neben anderen auch mich verleumdete, bedrohte und mir auch in Amtsanmaßung schwer schadete, ist für Dinosaurier natürlich nicht weiter schlimm, sondern „etwas Persönliches“. Genau so wird argumentiert, wenn Frauen u.a. im Netz gestalkt werden und sofort unterstellt wird, dass es „persönlich“ sein muss, auch wenn so ein Ungustl sie weit weniger interessiert als jede Spinne an der Wand.

Pilz-Fan Thomas Mayer („Standard“) gegen Tanner

Eitle Vollpfosten sind auch außerstande zu begreifen, dass ein Minister nicht als Mensch ins Visier gerät, sondern wegen seiner Funktion (bzw. auch wegen dem, was er wiederum in einer Funktion begriffen hat). Offenbar sind Männer (jedenfalls beim Bundesheer, als Wehrsprecher, als Journalisten, die Peter Pilz bewundern usw.) nicht in der Lage, komplexe Situationen zu analysieren und daher einzuordnen, was wer mit dem Kapern des Ressorts und der Befehlskette beabsichtigt. Was braucht es dann noch, wenn man verdeckt Befehle geben kann und den Minister bedroht? Wir haben es mit Sexismus in Reinkultur zu tun, der ebenso abstoßend ist wie echter Rassismus; das ist nicht bloß politisch unkorrektes Verhalten, sondern das Abwerten, Ausgrenzen, im Stich Lassen einer Person wegen der eigenen Vorurteile. Eher geht das Bundesheer vollends den Bach runter, bis der Letzte das Licht abdreht, als dass einer der Saurier eingesteht, ganz schön Scheiße gebaut zu haben, indem nichts gegen die Demontage der Landesverteidigung unternommen wurde, und zwar beginnend 2007, als der Minister am Regieren gehindert wurde. Um es nochmal deutlich auszusprechen: jeder, der sich selbst in seiner Feigheit und Dummheit erhöhte, indem er Darabos verächtlich als „der Wehrdienstverweigerer“ bezeichnete, ist wie jemand, der andere „Nigger“, „Kanaken“ oder „Schlampen“ nennt.

Mayer für den Deripaska-Mann Doskozil

Jüngste Aufnahmen von Tanner zeigen sie in Pastellrosa und Weiß, sodass sie nicht mehr „Weiblichkeit kompensieren“ will, nur weil sie Verteidigungsministerin ist. „Der Kritiker ist ein Mann, der alles weiß, aber nicht alles kann“ gab sie am 9. Juli 2020 zum Besten, als ein 200 Millionen Euro-Paket für die Miliz präsentiert wurde. Frau kann das auch härter formulieren: fast alle, die sich immer wieder empören, wenn es um das Bundesheer und die Politik geht, tun das, was sie am besten können, nämlich NICHTS. Den wahren Hintergründen sind sie nicht auf der Spur und Kampfgeist oder Kampfkraft kennen sie nicht. Tatsächlich sind die auf die Landesverteidigung und die Regierung einwirkenden Kräfte auf einer Ebene aktiv, die geopolitisch zu nennen ist; das heißt, dass das Geschehen in anderen Ländern beobachtet und verknüpft werden muss. Und es bedeutet, dass sehr viele Bereiche miteinander kombiniert werden müssen, mit anderen Worten also nüchterne vorurteilsfreie Lagebeurteilung stattfinden sollte. Dazu aber sind Männer nicht imstande, denen es vor allem um ihre persönliche Befindlichkeit geht, was wir uns in etwa so vorstellen können: wie oft gibt mir der Minister die Hand (hach, bin ich wichtig!) und kann ich sozusagen meinen Pimmel an ihm reiben, weil er auch „gedient“ hat.

Gusenbauer in der Chronologie von Airpower

Es ist sicher kein Zufall, dass die Leitung der beiden Nachrichtendienste vakant ist, denn diese versagen völlig, wenn sie die Unterwanderung nicht nur des BMLV nicht mitbekommen haben bzw. in ihren Reihen Komplizen, also Doppelagenten sitzen. Das lag auch 2007 nahe, als im ersten Eurofighter-U-Ausschuss zutage gefördert wurde, dass Kammerhofer nie sicherheitsüberprüft wurde und die Checks nachlässig gehandhabt wurden, die mit den Eurofightern einhergehen; außerdem wollte man ja Darabos‘ Lage nicht bemerken. Mit anderen Worten sollten die Dienste eigentlich jene Analysen liefern, die ich nicht zuletzt deswegen mache, weil die Dinos so dermaßen fehl am Platz sind – sie konnten/wollten nicht nur Darabos nicht schützen, sondern fanden es auch okay, dass mich Kammerhofer verfolgte und mir nachhaltig schadete. Wenn man Menschen nicht danach einteilt, ob sie möglichst gleich sind wie man oder frau selbst, dann kann man erkennen, in welche Strategie welcher Macht eingebettet ist, dass Darabos am Regieren gehindert wurde und man ihm den Eurofighter-Vergleich umhängte. Dieser geht auf das Konto der Oligarchenfreunde Alfred Gusenbauer und Leopold Specht, was die Korruptionsstaatsanwaltschaft nicht zur Kenntnis nehmen darf. Wenn Dinosaurier auch unter Journalisten etwas nicht selbst checken, dann sollen wir alle Pech gehabt haben, denn es ist absolut unmöglich, den Recherchen einer Frau zu folgen.

Die Beschaffungsstory bei Airpower

Frauen sind in dieser Welt von gestern entweder Honigfallen und Lockvögel oder sollen sich naiv und dankbar geben und von den „großen“ Männern lernen. Das beschreibt auch die Rahmenbedingungen für Klaudia Tanner, die sich auf Durchsetzungsfähigkeit beim Bauernbund beruft, was ihr weiteren Spott einträgt. Nun bedeutet Durchsetzung an sich ohne Inhalt noch nicht, dass man oder frau auf dem richtigen Weg ist, auch weil Dinos, die mit Doskozil und Co. die Ministerin auflaufen lassen, auch jederzeit Falschinfos lancieren könnten. Es ist bezeichnend, dass die Miliz gestärkt werden soll, allerdings für merkwürdige Corona-Einsätze, und der Milizbeauftragte Erwin Hameseder als Raiffeisen-Strabag-Mann mit Oligarchen verhabert ist. Damit sind wir dann auch bei Gusenbauer, der ebenfalls im Strabag-Aufsichtsrat sitzt, für die Ukraine, für Kasachstan und für Serbien lobbyierte und als Knotenpunkt in einem russischen Netzwerk betrachtet werden kann. Gerne wird Tanner vorgeworfen, dass Airbus sie eben doch nicht kennengelernt hat, doch die Causa Eurofighter erbte sie von anderen, die ihre wahren Absichten nie offenbarten.

Der Milizbeauftragte Hameseder und der Focus von oe24

Mit einem Mißtrauensantrag gegen sie seitens der Opposition wurde halt viel Wind gemacht, jedoch nichts bewirkt, außer dass Tanner in Umfragen wegen all der Debatten abstürzte. Wir dürfen nicht vergessen, dass sie Beamte und Offiziere geerbt hat (und wehrpolitische Vereine bzw. Wehrsprecher), die niemals gegen Landesverrat aufstanden, sondern diesen meist unbewusst unterstützten. Und gerade die Opposition müsste, schon wegen des Ibiza-U-Ausschusses, Punkte miteinander verbinden und Tanner als Ministerin dort einordnen, wo es um die Regierung Kurz an sich geht. Tanner kann natürlich nicht erwarten, dass Frauen sich mit ihr gegen Sexismus verbünden, der über berechtigte Kritik hinausgeht, denn das Gebiet Landesverteidigung ist den allermeisten immer noch sehr fremd. Daher ist Tanner einem Mob alleine ausgesetzt, der auch Journalisten einschließt, die jeder Kollegin tiefe Verachtung entgegenbringen und wie Conrad Seidl vom „Standard“ meinen, dass erst der Dienst mit der Waffe sie zu Männern macht bzw. sich diese Ansicht zu eigen machen. Bei Darabos kursierte einmal die Story auf Herrenwitz-Niveau, dass bei einem Besuch in einer Kaserne sich die Fahne nur bis Halbmast aufziehen ließ, weil Scherzbolde ihre Verachtung für den „Zivi“ per Kabelbinder ausdrückten. Laut Verfassung ist der Befehlshaber oder die Befehlshaberin aber ein/e Vorgesetzte/r mit militärischen Eigenschaften, sodass sich auch das Gejammere um „Dienst mit der Waffe“ erübrigt, sondern Illoyalität ausdrückt, die gefährlich werden kann.

Douglas Hoyos von den NEOS

Dies nämlich dann, wenn sich fragt, von wem Befehle wirklich ausgehen, wer was wirklich vorantreibt. Wenn in Tanners Namen von „ihrem“ Stabschef Rudolf Striedinger, der davor an der Spitze des Abwehramtes stand, auserwählte Journalisten von einer geplanten „Reforn“ erfuhren, muss man sich ansehen, a) wer Kurz „gemacht“ hat und b) was das Abwehramt alles nicht bekämpft, sondern geduldet und unterstützt hat.  Es ist natürlich am einfachsten zu klagen, „ich hätte nicht gedacht, dass es noch schlimmer kommen kann als mit Darabos“, statt sich mit Hintergründen zu befassen. Auch die FPÖ, die sich gerne als die Partei auf der Seite des Bundesheers versteht, betätigt sich gerne als Dinosaurier-Fraktion, denn sie blendet bewusst aus, wie sehr sich Erfahrungen ihres Staatssekretärs Hubert Fuchs im Finanzministerium mit jenen gleichen, die Darabos machte. Beamten wurde per Weisung verboten, mit ihm Kontakt zu haben, man hielt ihn  von Informationen fern und wollte ihn sogar außerhalb des Ministeriums unterbringen. Darabos war selbst das weisungsgebende Organ, sodass er vom kriminellen Kabinettschef Kammerhofer abgeschottet wurde, der illegale fremde Befehle ausführte; als er ab 2009 auch die Sportagenden überhatte, schob man ihn mehr oder weniger ins Haus des Sports ab.FPÖ-Verteidigungsminister Mario Kunasek deckte den via Kammerhofer mit Handlangern im Ressort angerichteten Schaden ebenso wie Infrastrukturminister Norbert Hofer, der nicht daran rüttelte, dass Doskozil und Ex-ÖBB-Chef Christian Kern Kammerhofer als Abteilungsleiter ohne Arbeit bei den ÖBB unterbrachten.

Reinhard Bösch (FPÖ) zum Misstrauensantrag

Mit dem erbsengroßen Gehirn von Dinosauriern können Offiziere, Journalisten, Wehrsprecher, Vereinsmeier, die „richtige Männer“ sein wollen, natürlich nicht kapieren, dass das nicht mit rechten Dingen zugeht. Darabos war nicht der erste Minister, der „nicht gedient“ hat, da dies auch auf Robert Lichal und Werner Fasslabend zutrifft, aber er war tauglich und zog den Zivildienst vor, „noch mit Gewissensprüfung“, wie manche dann schaudernd erzählten, die oft Bewunderer des häufig bewaffneten Lichal sind. Das klingt dann so, als habe er sich selbst die Eier abgeschnitten und brauche sich dann nicht wundern, wenn er es als Minister schwer hat. In der SPÖ (und nicht nur dort) meinen viele seufzend, „er hätte halt dieses Ressort nicht annehmen sollen“ und glauben, dass die Angelegenheit damit erledigt ist. Bei Tanner wäre es immerhin sofort offen sexistisch, dies zu insinuieren, aber es gibt eben auch Sexismus Männern gegenüber, die keine Dinosaurier sind. Russische Netzwerke, die auch Sebastian Kurz z.B. via Siegfried Wolf (Ex-Magna, Russian Machines, Sberbank Europe) förderten, als Erklärung für Druck auf Darabos stehen nun einmal im Widerspruch zu „es war sein großer Fehler, dieses Ressort anzunehmen“, zumal er es ja auch nicht wollte und auch in dieser Hinsicht unter Druck gesetzt wurde. Zur Vorgeschichte gehört auch, dass Ex-Finanzminister Karl Heinz Grasser ebenso wie Alfred Gusenbauer für MiG-29 als Nachfolger der Saab Draken war.

Ca. ab Minute 10 Klaudia Tanner und Erwin Hameseder

Die Vorbereitungen für den Einstieg Oleg Deripaskas bei Strabag und Magna liefen schon im Wahljahr 2006, in dem auch Scheinverhandlungen über die Eurofighter hinter den Kulissen vereinbart wurden, denen Darabos dann mit echten Verhandlungen unter der Leitung von Wolfgang Peschorn zuvorkommen wollte. Gusenbauer/Specht hintertrieben dies freilich erfolgreich, was ihr Komplize Peter Pilz dann mit einem weiteren U-Ausschuss 2017 besiegeln sollte, indem ein Fall gegen Darabos inklusive Anzeige aufgebaut wurde; dies auch in Absprache mit Doskotzil.  Von jenen, die mit Darabos (zumindest einmal) reden konnten bzw. wo es nicht anders ging, weil Termine auf internationaler Ebene wahrgenommen wurden (in Brüssel z.B.), habe ich gehört, dass er sehr verständig auf alles reagierte, auf der Seite des Bundesheers ist, aber dann plötzlich scheinbar um 180 Grad gedreht wurde. Dass er sozusagen in Geiselhaft von Kräften im Hintergrund ist, dämmerte manchen erst, weil ich sagte, dass so vieles merkwürdig ist und so viele von ihm ferngehalten wurden (auch Ex-Regierungsmitglieder und Botschafter anderer Staaten). Bei der Abschottung von Staatssekretär Hubert Fuchs ging es z.B. um die Glücksspielagenda (i.e. um Geldwäsche?); worum ging es wohl bei Darabos und hängt es vielleicht zusammen? Wer hat ein Interesse an der Destabilisierung Österreichs, an Geldwäsche, an Infiltration und Unterwanderung, am forcierten Erwerb von Unternehmen und Immobilien? Wer profitierte von Kammerhofers „Minister spielen“ auch 2015 bei Gerald Klug, als das Bundesheer die illegale Masseneinwanderung nicht verhindern sollte? Wer attackiert Airbus wirklich über den verschlagenen Doskotzil (dem sich Tanner anschließen muss), davon abgesehen, dass die USA Airbus Defence and Space als Konkurrenz zu Boeing und Lockheed betrachten?

Tanner beim Pilz-Kumpel Wolfgang Fellner

Der Ticker des „Kurier“ von der Befragung Hubert Fuchs‘ im Ibiza-U-Ausschuss gibt einiges her nicht nur für das Innenleben von Türkisblau, auch für Türkisgrün und früher Rotschwarz: „‚Wer weiß, ob Hartwig Löger alles gewusst hat‘, so Fuchs. Er mutmaßt damit, dass Finanzminister Löger damals nicht in alles eingebunden gewesen sei, sondern vieles über seinen Generalsekretär Thomas Schmid gelaufen sei. Schelling sei, so Fuchs, nicht mehr als Finanzminister gewollt gewesen. Dann sei es zum ersten Treffen zwischen Löger und Fuchs bei der Amtsübergabe mit Schelling gekommen. Das habe Fuchs als erfreuliches Zeichen gesehen. ‚Es ist üblich, dass der Minister das Kabinett übernimmt‘, habe Schmid, der bei Schelling im Kabinett war, zu Neo-Finanzminister Löger damals gesagt. ‚Wer ist hier der Filter? Wer gibt hier Informationen nicht weiter?‘, fragt Fuchs. ‚Ihr redet mit uns, aber ihr hört uns nicht zu‘ – das habe Fuchs mit dem Koaltionspartner oft erlebt.“ Man beachte, dass Kammerhofer blieb, als Gerald Klug 2013 Minister wurde, der aber bloß unverbindlich viele Hände schütteln sollte als Kontrast zu „Phantomminister“ Darabos. Schmid wurde übrigens Chef der ÖBAG, die jene staatlichen Beteiligungen verwaltet, die nach dem Privatisierungs-Kahlschlag des Magna-Mannes Grasser übrigblieben (= des S. Wolf-Putin-Mannes?).

Hubert Fuchs spricht über seine Erfahrungen

Fuchs ging auch darauf ein, dass man als Regierungsmitglied nicht mehr die Zeit hat, mit Vertrauten in der Politik wie dem damaligen Innenminister Herbert Kickl auf ein Bier zu gehen. Aber das meint er nicht, wenn er sagt: „Stellen Sie sich vor, man heiratet am 17. Dezember Honeymoon und dann machts prack.“ Es könnte von Darabos stammen, nur dass er ja nicht wollte, was man ihm zugedacht hat, weil er schon wusste, dass Gusenbauer Russland gehört und seine Kanzlerschaft Teil einer Übernahmestrategie ist. In der Ibizagate-Berichterstattung ist neu, dass das Finanzministerium hinter dem Rücken von Fuchs an einer Liberalisierung des Automatenglücksspiels arbeitete, unter Einbeziehung von Sektionschef Eduard Müller, der nach Ibizagate Übergangs-Finanzminister wurde. Wir können davon ausgehen, dass Bundespräsident Alexander Van der Bellen wie sein Vorgänger Heinz Fischer denselben Kräften dient wie z.B. Gusenbauer, denn auch Löger selbst spielte nach der Veröffentlichung von Ausschnitten der Ibiza-Aufnahmen eine seltsane Rolle : „Ab 18. Dezember 2017 war er Bundesminister für Finanzen und amtierte ab 22. Mai für wenige Tage als Vizekanzler in der Bundesregierung Kurz I. Am 28. Mai 2019 wurde er mit der Fortführung der Verwaltung im Bundesministerium für Finanzen und mit dem Vorsitz in der einstweiligen Bundesregierung Löger und der Fortführung der Verwaltung im Bundeskanzleramtes betraut. Damit wurde Löger – im Einklang mit der Bundesverfassung – zum einstweiligen Bundeskanzler. Er blieb in diesen Funktionen bis zur Angelobung der Bundesregierung Bierlein am 3. Juni 2019.“

Tanner mit Bürgermeister Michael Ludwig und Heinz Fischer, Jänner 2020 (c Bundesheer)

Unter der „Schönheit unserer Bundesverfassung“ verstand Van der Bellen nie, dass man Regierungen gegen einen Coup von außen oder Bundesheer-Befehlshaber vor Drohungen schützen muss. Ehe Löger Finanzminister wurde, war er Vorstandsvorsitzender der Uniqua-Versicherung, zu der auch Raiffeisen gehört. Auch Gusenbauer-Geschäftspartner wie Tal Silberstein und Benko-Geschäftspartner Beny Steinmetz wollten in Glücksspiel machen; weil ein Vertrag über Video Lottery Terminals nicht zustande kam, klagte Silberstein mit Anwalt Leo Specht die Casinos Austria. Dass die tschechische Sazka Group mit Oligarchen-Background Mehrheitseigentümer der CASAG wird, hätte die ÖBAG mit Thomas Schmid verhindern können, nahm es aber passiv hin (ein Vorgänger von Schmid war übrigen Siegfried Wolf, als man noch von der ÖIAG sprach). Bei Ministerin Tanner fragt sich aufgrund des hier aktiven Netzwerks schlicht, ob sie als Schwägerin des Kurz-Beraters Stefan Steiner Teil einer „Oligarchenregierung“ sein sollte. Wer unter diesen Bedingungen das Bundesheer retten will, sollte zunächst einmal die Ministerin zu dem machen, was sie der Verfassung zufolge sein muss. Denn andernfalls zieht Türkisgrün ohne Rücksicht auf Verluste das durch, wozu diese Regierung eingesetzt wurde; der Abschied von der Landesverteidigung würde mit der FPÖ nicht in dieser Form möglich sein, weil man ja dort als Partei gilt, die für das Bundesheer eintritt. Wir haben ja Putin (-> Oleg Deripaska ) -> Siegfried Wolf – > Sebastian Kurz (und -> Rene Benko) bzw. Putin -> Deripaska -> Gusenbauer -> SPÖ bzw. Deripaska -> Haselsteiner -> NEOS bzw. auch Deripaska -> Hameseder -> ÖVP….

PS: Die Volksbefragung über die Wehrpflicht 2013 wurde mit zwei scheinbar gegensätzlichen Personenkomitees betrieben: „Einsatz für Österreich“ mit Erwin Hameseder und „Unser Heer“ mit Hannes Androsch; Letzteres zielte auf ein kleines „Profiheer“ und die Abkehr von der Landesverteidigung ab; der Wille der Bevölkerung war egal, weil der weitere Weg genau dahin weisen sollte. Bezeichnender Weise trägt die jetztige „Reform“ ja auch den Titel „Unser Heer“ und es fragt sich, was Tanner da überhaupt mitzureden hat.

8 Kommentare zu „Verteidigungsministerin Tanner und der Sexismus

  1. Wenn ein Mensch, hier eine Frau, am falschen Platz ist, hat das nichts mit Sexismus zu tun. Da kommt eine machtbewusste Niederöstereicherin vom schwarzen Bauernbund und meint, sie könne ein Ressort führen, das sie nicht kennt. C.G. Jung, der bekannte Arzt und Analytiker nannte dies „Inflation“, Aufgeblasenheit. Darin sind fast alle Politiker Meister. Es geht nicht um Fachwissen, sondern um die zu erlangende Machtbefugnis. Den Rest besorgen schon teure Berater. Man kann aber nur einordnen, was „Berater“ vorschlagen, wenn man firm im Thema ist. Tanner aber ist vor allem auch „her masters voice“. Das soll man beachten, sie handelt im Aufttag.
    Misstrauensantrag? Die Regierung wird sich abschütteln wie ein nasser Hund.
    Dass sie sich trotz Intensivcoaching – overcoached and underruled – so skurril anbietet, Interview mit Dittelbacher, hat mich fast sprachlos gemacht.

    Gefällt 1 Person

    1. Wenn ein Mensch, hier eine Frau, am falschen Platz ist, hat das nichts mit Sexismus zu tun.

      Mit obiger Feststellung, haben Sie, isoliert betrachtet, zu 100% Recht. Zweifelsfrei sogar.

      Trotzdem gilt: Am „Falschen Platz“ zu sein und „Sexismus“ ausgesetzt zu sein, alleine aufgrund von Frau oder Mann-Sein, schließen einander NICHT aus. Bei Frau Verteidigungsministerin trifft eben Beides zu;

      diese Offensichtlichkeit lässt sich nicht mal, mit den teils widersprüchlichen Analysen eines mutmaßlich selbst von Inflation übermannten C.G. Jung weg-leugnen.

      Außer aus Sicht von Jungianer-Innen, wie sich S.Freud in Bezug auf die Lehre Jungs äußerte: „wo man sie antastet, muss man darauf vorbereitet sein, zu hören, dass man sie missverstanden hat, und man weiß nicht, wie man zu ihrem richtigen Verständnis kommen soll

      Wie auch immer

      MfG

      Buchtipp:

      „Die Archetypentheorie von C.G. Jung: Eine Kritik“

      von Heinrich. H. Balmer

      Springer-Verlag

      Gefällt 2 Personen

      1. Exakt – es kommt mehreres zusammen, und weil man bei Tanner mit Sicherheit damit rechnen kann, das manche reflexhaft reagieren und vor Emotionen blind sind, kann man mit ihr die Agenda der Bundesheerzerstörung vollenden.

        Es ist da für die meisten schon zuviel verlangt, mit der Möglichkeit zu spekulieren, dass hinter alledem ein Plan stecken könnte, denn dann müssten sie sich fragen, ob das wirklich Tanners ist.

        Gefällt 1 Person

    2. Lesen Sie einmal diese Debatte:

      mehr so:

      https://twitter.com/Claus_Pandi/with_replies

      Es wird u.a. dazu diskutiert – Anneliese Rohrer über „Die Ministerinnen“ mit expliziter Ausnahme von Zadic.

      Weil mich Pandi blockiert (warum wohl? gab keinen speziellen Anlass), mache ich dann offline Screenshots. Sie müssen scih deswegen bewusst sein, was das bedeutet:

      Sie können davon ausgehen, dass er die Provokation bewusst setzt von wegen „per Du“ und „sympathisch“. Weitere Erklärung:

      Natürlich reagieren die Leute darauf, geben ihm auch Contra, merken aber nicht, dass sie damit an einem Faden gezogen werden. Das untere Posting hier finde ich besonders entlarvend:

      Deutlicher kann man kaum machen, dass es um eine Agenda geht, bei der Minister(innen) nur lästige Statisten sind -. so deutlich sollte es woihl nicht sein, aber unter denen, die reagieren, merkt das anscheinend keiner. Als Rechtfertigung und Tarnung dient das „Flüchtlingskind“:

      – er führt genau das mit herbei, was er angeblich verhindern will. Und ist dafür, den Menschen Angst zu machen; das kippt aber auch wegen der Ministerstatisten:

      Ich erinnerte mich, dass Pandi auch auf Darabos hinhackte, fand es nicht mehr und suchte dann „pandi darabos“, wo man auch sieht, wie Pandis Gift einsickert:

      https://twitter.com/search?q=pandi%20darabos&src=typed_query

      Darunter auch ein Posting von mir, als er mich noch nicht blockierte, auf sowas reagiert er natürlich nicht:

      Am 24.1.2011 gab Pandi bekannt, dass Darabos General Entacher beurlauben müsse, was Darabos DANACH gar nicht tat, ihm wurde aber dessen Abberufung oktroyiert:

      Tanner war erste Wahl für die Regierung, betont er jetzt auch (wegen ihres Schwagers?); Blümel nur zweite, weil Glatz-Kremsner in der CASAG bleiben wollte (oder zuviel von Finanzen verstanden hätte?).

      Bei Pandi muss man daran denken, dass er ein paar Jahre mit Faymanns Sprecherin Angelika Feigl verheiratet war, die man jetzt PR-Beraterin Heidi Glück findet, die u.a. Schüssel, Gusenbauer, Mitterlehner, Brandstetter betreut:

      https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200605_OTS0029/angelika-feigl-betreut-ab-sofort-rednerplattform-topspeaker

      Wie Feigl sprach auch Susanna Enk für Faymann, aber auch für Bures und ist jetzt fürs Parlament zuständig:

      https://www.derstandard.at/story/2000044637972/ehemalige-faymann-und-bures-sprecherin-wird-parlamentssprecherin

      https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160920_OTS0017/zwei-fuehrungspositionen-in-der-parlamentsdirektion-neu-besetzt

      – natürlich tragen Sprecher eine Agenda mit, bei der Politiker nicht allzu viel zu melden haben, wie Agenten a la Pandi…

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  2. Zu Beginn der Regierung gab Susanne Raab, von der man bisher nur Vernünftiges gehört hatte, ein Interview in dem sie absolut Richtiges ansprach (Kopftuchverbot auch in der Oberstufe).
    Das ging durch die Medien, sie machte einen Rückzieher und spricht seither die Sprache „Türkis“, die sie als Person der Lächerlichkeit preisgibt.
    DAS ist Sexismus.

    Überhaupt kann ich als Frau seit der „Sexismus“ erfunden wurde damit nichts anfangen. Das ist wie im Kindergarten, wenn man sich bei der Tante beschwert der oder die hat mir was getan. Wenn man erst jemanden braucht um sich durchzusetzen hat man schon verloren weil man seine Schwäche offen zugibt.
    Selber habe ich immer sofort verbal gekontert oder bei übergriffigem Verhalten mit eisernem Griff aufs Zipfel alles klargestellt.

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    1. Sexismus ist so real wie Rassismus – es geht ja nicht darum, dass Ihnen Deppen etwas nachrufen, mit denen Sie nichts zu tun ahben und denen Sie auch nie wieder begegnen, sondern um die Möglichkeit, das Leben anderer zu beeinträchtigen, weil Ihnen ein unveränderliches Merkmal nicht apsst, das nichts mit den Leistungen und Fähigkeiten einer Person zu tun hat.

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      1. Im Prinzip, ja.
        Jedoch werden heutzutage sämtliche -ismus Debatten derart hysterisiert geführt daß sie sich ins Gegenteil pervertieren. Dahinter steht Absicht.
        Dazu noch eine Prise Angst (Corona), die verhindert logisches Denken – und immer schön ein Schäuferl nachlegen (Polizei kommt in die Wohnung und vernimmt)- bis alle die „neue Normalität“ akzeptieren.
        Die sieht vor, daß Migranten Rechte haben, die sie „legal“ einfordern können.

        Die Schwierigkeit besteht, daß wir anders sozialisiert wurden. Wenn man sich etwas wünscht kann man es sich entweder erarbeiten oder darum BITTEN. Erhält man etwas geschenkt BEDANKT man sich. Keinesfalls hat der Geber die Verpflichtung sich unterwürfig zu verhalten und sich dem Forderer zu unterwerfen. Das wäre der Rassismus.
        Und Sexismus wird durchaus gerne von „Feministinnen“ unsolidarisch wie meistens betrieben. Irgendeine Schnepfe fühlt sich immer benachteiligt und tritt auf die andere mit Genuß hin.
        Was heute modern ist hat mit Merkmalen nichts mehr zu tun.

        Gefällt 2 Personen

  3. Man möchte diese Wählerschaft nicht verlieren und schaut zu, wie Frauen sich sexistisch anpassen müssen. Wir wissen, warum die Haare bedeckt werden müssen. Sie sind ein Sexsymbol und könnten einen Mann reizen.
    Mir geht es wie Ihnen, ich hatte als Frau NIE ein Sexismusproblem. Warum wohl?

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