Eurofighter: Gusenbauers Verrat an Österreich

Weil Airbus sich mit der Justiz in anderen Ländern einigte, was die Verletzung von Compliance-Regeln betrifft, sieht auch Landeshauptmann Hans Peter Doskozil seine Stunde gekommen. Er zeigte den europäischen Konzern vor drei Jahren wegen des Eurofighter-Ankaufs 2003 an, was jenseits der Verjährungsfrist lag und auch nicht berücksichtigte, dass das Unternehmensstrafrecht erst 2006 geändert wurde. Doskozil muss an den eigenen Worten gemessen werden, was seinen Verrat und den Gusenbausers puncto Eurofighter auch am eigenen Genossen Darabos betrifft. Noch dazu gestand der ehemalige SPÖ-Abgeordnete Hannes Jarolim, dass eine langfristige Strategie gab, Genossen in der Justiz zu platzieren, was andere als Unterwanderung begreifen. Es geht nicht um irgendwelche jungen Juristinnen und Juristen mit SPÖ-Parteibuch, denn darin sind Anwälte mit Klientel aus der ehemaligen Sowjetunion involviert. Jarolim war bis 2006 Partner von Leo Specht, der damals Gusenbauer im „Sozialfighter statt Eurofighter“-Wahlkampf beriet, in dem die israelischen Ex(?)-Agenten Tal Silberstein und Chaim Sharvit eingesetzt wurden.

Grüne, SPÖ und FPÖ brachten nach der Wahl im Herbst 2006 einen U-Ausschuss auf Schiene mit Peter Pilz als Vorsitzendem; im Ausschuss selbst deckte Jarolim Druck auf den neuen Verteidigungsminister Norbert Darabos, der Maria Fekter von der ÖVP durchaus auffiel. 2016 gingen Doskozil und Pilz einen Pakt ein, der sich gegen Airbus, aber auch gegen Darabos richtete; ihn machte man auch deswegen zum Bauernopfer, weil er ihm 2007 oktroyierte Vergleich erst 2017 verjährte. Darabos wurde als Minister (und nicht nur da) abgeschottet, überwacht, bedroht, was das Abwehramt auf den Plan hätte rufen müssen, das jedoch Komplize sein musste. Im U-Ausschuss 2017, der zum Szenario gehörte, das mit Pilz und Doskozil umgesetzt wurde (und ebenso amerikanischen wie russischen Interessen dienen konnte), wurde deutlich, wie Gusenbauer und Co. dafür sorgten, dass es einen Vergleich mit Eurofighter, weniger und „kastrierte“ Jets gab. Doch laut Drehbuch musste Pilz Darabos dafür anzeigen, der einen anderen Verhandlungsleiter beauftragt hatte, nämlich den auf einen unrealistischen Vertragsausstieg fixierten Leiter der Finanzprokuratur Wolfgang Peschorn. Solange  er an Bord war, wurde auch noch jedes Gespräch dokumentiert; am 24. Mai 2007 übernahm aber der Gusenbauer von Specht empfohlene Zivilrechtler Helmut Koziol diese Rolle.

„Kronen Zeitung“ zum 2. U-Ausschuss 2017

 

Die Befragungen starteten Ende Mai 2017; bezeichnender Weise sagte die Präsidentin des Rechnungshofes, Birgit Caesar-Stifter, dass mit dem Wechsel der Verhandlungsleitung auch die Dokumentation der Verhandlungen aufhörte; Einsparungen durch den Vergleich seien nicht nachvollziehbar. Darabos konnte zu Beginn seiner Ministerzeit noch Peschorn schriftlich zum Verhandlungsleiter bestimmen, was auch korrekt war, weil das Finanzministerium eingebunden sein muss, dem den Finanzprokuratur untersteht. Die NEOS unterstellten ihm dann mit Absicht, er als unter Druck gesetzter Minister habe „im Alleingang“ gehandelt und den Finanzminister ausgeschaltet; man denke aber an NEOS – Haselsteiner – Silberstein.  Der Ministerwille nach Artikel 20 Absatz 1 der bundesverfassung wurde nie widerrufen, was auch sowohl Darabos als auch Peschorn im U-A 2017 betonten. Peschorn wurde mündlich per Telefon von Kabinettschef Stefan Kammerhofer davon informiert, dass er abgelöst wurde; auf diese Weise wurde oft rechtswidrig ausgehebelt, was Darabos wollte. Kammerhofer wurde ihm oktroyiert; er schotttete ihn ab und spielte Minister, gab rechtwidrige „Weisungen“ als Ministeranordnungen aus, ohne dafür einen Bekeg zu haben. Zur Dramaturgie des U-Ausschusses 2017 gehörte es, „plötzlich“ einen Vergleichsentwurf Koziols vom 24. Mai 2007 in einem regelmässig geleerten, früher von Kammerhofer benuzten Stahlschrank zu finden. Pillz drehte Darabos, der dazu nie befragt wurde, dann wie mit Gusenbauer abgesprochen einen Strick aus der Differenz zwischen Entwurf und Vergleich (vom 24.Juni 2007).

Jänner 2019 – danach musste Darabos auf Facebook verstummen

Vom Zustandekommen des Vergleichs schien Pilz überrumpelt, wie er in seinem damals geführten, hier analysierten politischen Tagebuch festhielt. Dies offenbart trotz aller Zusammenarbeit, dass Gusenbauer und Pilz verschiedenen Herren dienen, Darabos aaber immer unter Druck gesetzt wurde. Es geht nicht um den Unterschied zwischen Entwurf und Vergleich wie in der Pilz-Anzeige, sondern darum, dass der genötigte Minister gar keinen Vergleich wollte, was er nur so ausdrücken konnte, dass er Peschorn verhandeln ließ. Gusenbauer war am 20. Juni 2017 nach Wolfgang Schüssel im U-Ausschuss, der davon sprach, dass Darabos gegen seinen Willen Minister geworden und unter ungeheurem Druck gestanden sei. Gusenbauer hatte eine vorbereitete Erklärung mit, in der er betonte, dass alles in der „Ministerverantwortung“ läge, die Darabos aber gerade wegen Gusenbauers Hintermännern nicht ausüben konnte. Pilz, der auch 2017 anderen Herren als Gusenbauer diente, drohte Darabos am 31. Mai 2017 (dessen Geburtstag) per „Kurier“, nur ja „Hintermänner“ zu nennen, andernfalls müsse er den Vergleich allein ausbaden. Weder Verfahrensanwalt noch Verfahrensrichter oder gar Abgeordnete und Medien rief auf den Plan, dass Pilz wieder einmal einen Zeugen einschüchtern will. Darabos hatte als „Vertrauensperson“ bei seiner Aussage am 1. Juni 2017 Michael Pilz mit, der einmal Konzipient war bei Gabriel Lansky, aber auch Wolfgang Zanger und früher mit Alfred Noll zusammenarbeitete.

Jänner 2019 – danach musste Darabos auf Facebook verstummen

Dieser Pilz ist mit Eveline Steinberger-Kern geschäftlich verbunden und Businesspartner von Stefan Sengl, der damals den Silberstein-Wahlkampf leitete. Als Jarolim 2007 im U-A so demonstrativ wegsah, fungierte Kammerhofer als „Vertrauensperson“ bei zwei Darabos-Befragungen. Dass er diesem auf Schritt und Tritt folgte und ihm jede Antwort vorsagte, kritisierte nur Maria Fekter, die dafür von Pilz attackiert wurde, der die Zeugenbeeinflussung nicht anzeigen sollte. Am 31. Mai 2017 ging die Ladung raus für den Rektor der Linzer JKU Meinhard Lukas, der am Nachmittag des 2. Juni die Handschrift Koziols beim „plötzlich“ am Vormittag jenes Tages gefundenen Vergleichsentwurf erkennen sollte, mit dem Pilz auftrumpfte. Diese Schmierenkomödie durchschaut man binnen weniger Minuten, noch ohne groß an Hintergründe zu denken, doch das muss österreichische Staatsanwälte überfordern. Eigentlich wurde 2007 auch Eurofighter/EADS (heute Airbus) betrogen, denn Lukas kooperiert zumindest heute (wie 2017?) mit der Gegenseite, da er einen Innovation Hub an der JKU mit den Firmen der Kerns einrichtete, an denen Hans Peter Haselsteiner, Martin Schlaff, Gusenbauer und andere beteiligt sind und die mit der israelischen Rüstungsindustrie Geschäfte machen.

Eingang zur Korruptionsstaatsanwaltschaft

Er war 2007 Rechtsberater von Eurofighter, Koziol zunächst Rechtsberater Österreichs dank Specht/Gusenbauer, dann Verhandlungsleiter statt Peschorn; am Tisch im Gartenhotel Altmannsdorf saßen am 24. Mai 2007 also ein bedrohter Minister Darabos, Koziol und Lukas aus dem Gusenbauer-Lager und Aloysius Rauen von Eurofighter, der schon lange nichts mehr mit Airbus zu tun hat. Gusenbauer tat am 20. Juni 2017, wie mit Doskozil und Pilz abgesprochen, als ob er nun zum allerersten Mal von einem Vergleichsentwurf gehört habe. Dabei ist auch von höchstem Interesse, was er und Bundespräsident Heinz Fischer, dessen Mentor Christian Broda Bruder eines Atomspions des NKWD war, am 24. Mai  2007 machten, als andere im SPÖ-eigenen Gartenhotel Altmannsdorf verhandelten. Sie empfinden Bill Clinton erstmals zu einer AIDS-Gala in Schönbrunn vor dem Life-Ball, den er in den kommenden Jahren besuchen sollte. Im Telekom-Valora-Prozess kam zur Sprache, dass ein Tisch bei besagter Gala um 100.000 Euro gekauft wurde; die „unabhängige Justiz“ war außerstande, hier einen Konnex zu den Eurofightern herzustellen bzw. sich mit der Clinton Foundation zu befassen; das gilt für das Telekom-Verfahren ebenso wie für Eurofighter-Ermittlungen. Weil US-Präsident Donald Trump von den Demokraten nach seinem Wahlsieg als „russischer Spion“ bezeichnet wurde, recherchierten einige amerikanische Medien auch die Russland-Connections der Clintons und der Podestas.

SPÖ-Wahlkampf 2019

Gusenbauer mauert natürlich, aber man muss sich fragen, ob die EInladung, um  die er sich als Bundeskanzler sehr bemühte (während er angeblich überhaupt nichts von den zugleich in eine neue Richtung gehenden Eurofighter-Verhandlungen wusste), nicht auch über Bill Clintons rechte Hand John Podesta lief. Er gründete in den 1980er Jahren die Lobbyingfirma Podesta Group zusammen mit seinem Bruder Tony, die später mit Gusenbauer für die russlandtreue ukrainische Regierung lobbyierte, wie übrigens auch die US-Kanzlei Skadden und die Lobbyingfirma FTI Consulting, die auch für Doskozils Krieg gegen Airbus engagiert wurden. Der Wirbel um Trump fördert tatsächlich einiges zutage, wie man an Dokumenten zur Befragung seines Unterstützers Roger Stone sehen kann. Auf Seite 42 wird auf den ehemaligen NSA-Analytiker und Gegenspionage-Offizier John Schindler verwiesen, der sich mit 2016 mit den gerade enthüllten Panama Papers befasste, die wir ruhig transatlantisch einordnen können, was auch einiges über Ibizagate verrät von wegen „Süddeutscher Zeitung“. Schindler erklärt: “It’s hardly surprising that Sberbank sought the help of Democratic insiders like the Podesta Group to aid them in this difficult hour, since they clearly understand how American politics work. The question is why the Podesta Group took Sberbank’s Money. That financial institution isn’t exactly hiding in the shadows—it’s the biggest bank in Russia, and its reputation leaves a lot to be desired. Nobody acquainted with Russian finance was surprised that Sberbank wound up in the Panama Papers.” Schindler führte aus, dass die Sberbank seit den 1990er Jahren die dominierende russische Bank wurde, die fast 30 % der Bankguthaben Russlands umfasst und eine Viertelmillion Beschäftigte hat; Hauptbeteiligter an der Bank ist die russische Zentralbank, sodass sie praktisch ein Arm der russischen Regierung ist.

Geschäftspartner Kern und Gusenbauer nach Ibizagate

“Certainly Western intelligence is well acquainted with Sberbank, noting its close relationship with Vladimir Putin and his regime. Funds moving through Sberbank are regularly used to support clandestine Russian intelligence operations, while the bank uses its offices abroad as cover for the Russian Foreign Intelligence Service or SVR,” so Schindler. Ein Gegenspionage-Offizier der NATO sagte wiederum, dass die Bank auch ein Arm des KGB-Nachfolgers SWR im Ausland ist, besonders weil viele leitende Angestellte früher für den Geheimdienst arbeiteten. Sberbank im Ausland staht auch für Sberbank Europe mit Sitz in Wien, die 2012 durch die Übernahme der Osteuropa-Töchter der Volksbank entstand. Daran wirkte der rote Banker Willi Hemetsberger mit, dessen amerikanische Gattin den Wahlkampf Barack Obamas unterstützte. Hemetsberger machte auch Geschäfte dank Leo Specht, der ab 2007 dem Aufsichtsrat der ÖBB angehörte. Hemetsbergers Ithuba Capital wurde Namensgeberin für  einen Verein des ehemaligen Grünpolitikers Christoph Chorherr, den diverse Investoren (die an Immobilienprojekten interessiert waren) und die Stadt Wien allzu freigebig und unkontrolliert unterstützten. Aufsichtsratsvorsitzender der Sberbank Europe ist Siegfried Wolf, der diese Funktion auch bei Oleg Deripaskas Russian Machines innehat und 2007 (bis 2015) in den AR der Strabag einzog, als Deripaska dort investierte.

2014 bei Benko: Gusenbauer, Wolf, Böhmdorfer (Andreas Tischler)

Es ist auch die Sberbank Europe, die Rene Benko Kredit gibt und deren Mutterkonzern mit Magna Opel kaufen wollte. Im November 2019 wurde gemeldet, dass die frühere CEO von Rusal (Deripaska) Alexandra Bourinko Finanzchefin der Sberbank Russland werden soll. Gegnerinnen und Gegner der Clintons verweisen gerne auf Uranium One als „Ausverkauf“ von einem Teil der amerikanischen Uranreserven an Russland (step by step); auf der Seite der deutschen Sberbank lesen wir zu 2011: „Troika Dialog and Gazprombank act as Lead Managers of the bonds placement by Uranium One – the first ever ruble-denominated bonds issuance by a foreign corporate in Russia. Uranium One Inc. is a company incorporated in Canada, one of the top world uranium producers.“ Und auch: „Sberbank of Russia and Troika Dialog sign the legally binding agreement on Sberbank of Russia’s purchase of a 100% shareholding in Troika Dialog. The signing of the agreement officially confirms the previously announced merger of Russia’s largest commercial bank and the country’s leading investment firm.“ Mehr zu Uranium One auch mit Bezug auf die Clinton Foundation und den Besuch des Ex-Präsidenten zum Zeitpunkt der Eurofighter-Verhandlungen habe ich hier zusammengestellt.

2019: Fischer und Rendi-Wagner (Facebook)

Es genügt einstweilen, auf den Wikipedia-Eintrag zu Uranium One zu verweisen: „Uranium One entstand im Dezember 2005 durch den Zusammenschluss von Aflease Gold and Uranium Resources of South Africa und der kanadischen Southern Cross Resources Inc. Am 12. Februar 2007 wurde bekannt, dass Uranium One seinen Mitbewerber UrAsia Energy in einem Aktientausch übernahm. UrAsia Energy gehörte dem kanadischen Geschäftsmann Frank Giustra. Giustra hatte 2005 bei Verhandlungen mit der Hilfe von Bill Clinton in Kasachstan mit dem autoritären Herrscher Nursultan Nasarbajew den Kauf von drei Bergwerken unterzeichnet. Für Kasachstan war Clintons Besuch ein Propagandaerfolg. Wenige Monate später spendete Giustra 31,3 Millionen Dollar an die Clinton Foundation. Uranium One wurde dann als Uranium One Inc. der zweitgrößte Produzent von Uran weltweit (nach Cameco), der eine Kapitalisierung am Aktienmarkt von etwa 3,8 Milliarden Euro aufwies. Im Aktientausch erhielten die Aktionäre von UrAsia Energy 0,45 Uranium-One-Aktien je UrAsia-Aktie, was einem Gegenwert von 7,05 kanadischen Dollar zum Schlusspreis am 9. Februar entsprach. Uranium One erwarb mehrere Uranbergwerke in den USA.

Posting 2011 in der  „Presse“: „Nomenklatura“ bedroht Darabos

Das Unternehmen wurde zwischen 2009 und 2013 nach und nach von der russischen Atomenergiebehörde Rosatom (Föderale Agentur für Atomenergie Russlands) übernommen. Die Übernahme wurde von der Kommission für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS) genehmigt, an der das von Hillary Clinton geleitete Außenministeriums der Vereinigten Staaten massgeblich beteiligt war; federführend war in diesem Vorgang das Finanzministerium. Rosatom wurde durch diesen Kauf zu einem der größten Uranproduzenten weltweit.“ Wir wissen, wer für Kasachstan lobbyierte, nachdem Clinton Nasarbajew salonfähig gemachte – genau, Alfred Gusenbauer mit Romano Prodi und Aleksander Kwasniewski, die er dann auch in der Ukraine an Bord hatte; außerdem dürfen wir Gabriel Lansky nicht vergessen, der Gusenbauer auch im Wahlkampf u.a. 2006 unterstützte. Die Russland-Verbindungen der Podestas gehen über Tonys Lobbying für die Sberbank hinaus, denn John beteiligte sich am Energieunternehmen Joule und lobbyierte praktisch wie Außenministerin Hillary Clinton für den Technologiepark Skolkovo: „The State Department actively and aggressively encouraged American firms to participate in Skolkovo. Indeed, many of the Memorandums of Understanding (MOUs) signed by U.S. companies to invest and cooperate in Skolkovo were signed under the auspices of Hillary Clinton’s State Department:“ Es ging unter anderem um eine russische Antwort auf Silicon Valley, doch auch um Rüstungstechnologie, was wohl kaum im Interess der USA sein konnte.

Zoom Institute gegen Airbus (cui bono?)

Was den Besuch Bill Clintons bei Fischer und Gusenbauer 2007 betrifft, war da natürlich schon der US-Wahlkampf 2008 in Vorbereitung; Hillary Clinton hatte diesmal keine Chance, Kandidatin der Demokraten zu werden, bekam dann aber das Außenministerium; die Übergangsphase von Bush zu Obama checkte dann John  Podesta für den neuen Präsidenten; er wurde 2016 Hillarys Wahlkampfleiter. Man bringt die Clinton Foundation – insbesondere, als Hillary Ministerin war –  mit einem Pay to Play-Schema in Verbindung, also Zugang zur Staatsspitze gegen entsprechende Zahlungen. Angesichts all dieser Details ist es denkunmöglich, dass Gusenbauer nichts vom Darabos oktroyierten Vergleichsentwurf wusste; es war auch in jener Zeit, dass Oligarchen wie Oleg Deripaska oder Dmytro Firtash begannen, hier Geschäfte zu machen. Wir müssen den „österreichischen Oligarchen“ Martin Schlaff erwähnen, der Gusenbauers Kanzlerschaft feierte und damals beim Feuerfest-Konzern RHI einstieg, wo Gusenbauer später – wie bei der Strabag – Aufsichtsrat war. Mit Deripaskas Förderer Michail Cherney war Schlaff puncto bulgarische Mobiltel im Geschäft. Firtash und Benko sollten sich dann übrigens auch den Anwalt teilen, nämlich Ex-FPÖ-Justizminister Dieter Böhmdorfer; Haselsteiner wiederum engagierte gegen dietiwag.org den Freund von Frank Stronach, Ex-Justizminister Michael Krüger.

Darabos will mich kennenlernen, darf es aber nicht (2007)

Der derben Sprache der Anti-Kurz-Seite Zoom Institute stelle ich dies gegenüber, interessant ist, dass Zooms Sitz in der Schweiz ist, ganz in der Nähe von Firtashs dortigem Anwalt Ralph Isenegger; noch dazu besitzt Firtash in der Ukraine einen Jugendsender namens Zoom. Das einzige bekannte Gesicht zu Zoom Institute ist Florian Schweitzer (sic!), der einmal bei Haselsteiners Liberalem Forum war. Man bringt Firtash mit dem russischen Mafiapaten Semjon Mogilevich in Verbindung wie Sergej Michailow, den Isenegger einmal verteidigte. Mit Darabos durfte man nicht reden, was auch für den Chefverhandler von 2003 Edwin Wall galt; nachdem Wall darüber am 22. Juni 2017 im U-Ausschuss sprach, zeigte Pilz Darabos  als Bauernopfer an. Selbst der Generalstabschef musste wochenlang auf Termine beim Minister warten, die andere nie bekamen; das bedeutet, dass der oberste Soldat keinen Zugang hatte zu seinem unmittelbaren Vorgesetzten, den Befehlshaber des Bundesheers. Bezeichnend ist, dass der Oberbefehlshaber daran und am illegalen Regime via Kammerhofer nichts auszusetzen hatte und auch dessen Nachfolger Van der Bellen sich nicht für verfassungswidrige Zustände und deren Folgen interessierte. Wem war Darabos im Weg – ging es wirklich nur um Luftfahrt und Rüstung, wo bestimmt einiges auf dem Spiel steht, es auch dann etwas widersprüchlich bleibt, wenn man die Fäden entwirt?

Jarolims Selbstverteidigung

Wenn sich nun Jarolim siehe Facebook-Screenshot für Beeinflussung der Justiz mit schwarzen Strategien rechtfertigt, fragt sich, was wirklich mit „rot“ gemeint ist. Was erkannte Darabos, wobei wollte er nicht mitmachen, warum wird er bis heute bedroht? Entdeckte er am Ende einen Spionagering und gibt es auch ein kompromat gegen ihn? Welchen Schluss lassen all die Verbindungen zu, die man nicht nur anhand von Vernetzungen um Deripaska und die Sberbank aufzeigen kann? Die SPÖ steht immer noch für eisiges Schweigen und Verrat an Darabos, der zugleich Landesverrat darstellt, auch wenn das für die meisten zu hoch ist. „Der Norbert wird halt abgeschirmt“ und „er tut mir eh leid“ und „er ist eine arme Sau“ waren typische Bemerkungen, während man in der nächsten Sekunde stolz war, in einer Presseaussendung als angeblicher Demokrat dargestellt zu werden. So müssen wir auch alles lesen, was aus der Partei nun zu den Eurofightern kommt. Die Regierung, aber auch die WKStA und Airbus müssen sich fragen, in wessen Namen die SPÖ jetzt den Ausstieg aus dem Eurofighter-Vertrag fordert – am Ende gar für einen Spionagering? Immerhin ist es okay, wie mit Darabos umgegangen wurde und wird, und dass man mir mit allen Mitteln zusetzt, weil ich dazu nicht schweige.

PS: Das ist typisch Pilz – man beachte auch die martialische Illustration: „Das Doskozil-Betrugsverfahren hatte ein Ziel: den Betrug mit einem Schaden von rund einer Milliarde Euro zu beweisen und dann diese Summe über ein Zivilgericht zurückzufordern. Jetzt ist plötzlich der einfachste und beste Weg offen: der Rücktritt vom Kaufvertrag und die Rückerstattung des Kaufpreises. Die Ministerin muss sich jetzt entscheiden: zwischen den Interessen der geschädigten Republik und denen des korrupten Konzerns. Ich persönlich freue mich. 15 Jahre Recherchen und Ausschussarbeit haben sich gelohnt. Wer sich mit einem Weltkonzern anlegt, muss einen langen Atem haben. Die Staatsanwaltschaft hat ihn ebenso gehabt wie wir. Am Ende sind Rechtsstaat und Kontrolle stärker als Konzerne, Schmiergelder und ÖVP.“ – Der Rechtsstaat muss sich dafür entscheiden, gegen Pilz, Doskozil. Gusenbauer und andere zu ermitteln wegen des Umgangs mit Darabos, aber auch, weil Airbus beim Vergleich auch betrogen wurde…

2 Kommentare zu „Eurofighter: Gusenbauers Verrat an Österreich

  1. Mit 26,30 % haben die Regierungen in Frankreich, Deutschland sowie Spanien zusammen bei der Airbus Group eine Sperrminorität bei den Aktien. Das heißt Airbus / Eads ist ein Projekt von 3 europäischen Staaten, wobei Frankreich und Deutschland dominieren und sich um Ausgleich ihrer Interessen bemühen. Amerika und Russland, aber auch Brüssel ( außer Lobbies der genannten 3 Länder) haben da nichts zu sagen.
    Das könnte so manchen Mächtigen, die nicht wollen, dass Deutschland/Frankreich zu stark werden, sauer aufstoßen.

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    1. Danke für den Hinweis, auf die aktuellen Eigentumsverhältnisse bin ich dann nicht eingegangen. Doskozil sprach ja immer davon, dass „wir“ mit diesen Ländern keine Geschäfte machen sollten wegen Airbus…

      Wir müssen uns auch klar sein darüber, dass die Situation anders war, als die Doskozil-Anzeige vorbereitet wurde und dann auch erfolgt ist.

      Heute ist Airbus mehr denn je Konkurrenz zu Boeing – und das wird die US-Entscheidung natürlich beeinflusst haben.

      Die Rückzahlung, die User Ron_Nie schon so absurd fand, lehnt Airbus übrigens ab:

      https://www.krone.at/2095979

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