Benkos Schatten, Gusenbauer und das Kapital

Die Milliardäre René Benko und Dietrich Mateschitz bekämpfen sich medial und in Folge auch vor Gericht – doch es steckt mehr dahinter, weil Addendum sich monatelang an Benkos Fersen heftete und der Freund von Alfred Gusenbauer und Sebastian Kurz kritische Berichterstattung nicht von ungefähr gerne klagt. Seitdem Benko nach Kurier und Kronen Zeitung greift, muss er sich Andeutungen wie diese gefallen lassen: „Gegen reiche Leute gibt es grundsätzlich nichts zu sagen. Wer mit seiner Firma etwas produziert und damit auch Arbeitsplätze schafft oder sichert, darf sich eines guten Gewissens erfreuen. Misstrauen empfiehlt sich allerdings, wenn die Quellen des Reichtums über Nacht entstehen und im Halbdunkel liegen. Da sollte man der Spur des Geldes folgen.“ Die Zusammenfassung der Addendum-Recherche überrascht nicht: „Die Signa gerät in ein raueres Investitionsumfeld. Die Sberbank dürfte vor einigen Monaten Finanzierungslinien fällig gestellt haben.“ Und: „Die Verbindung zum Umfeld des einstigen Mitinvestors Beny Steinmetz dürfte nach wie vor bestehen. Recherchen lassen vermuten, dass der 2017 wegen des Verdachts der Geldwäsche vorübergehend in Gewahrsam genommene Steinmetz über Geschäftspartner in Wien weiter in Beziehung zur Signa steht.“ Bzw.: „Die Strukturen der Signa-Gruppe wirken vollkommen unübersichtlich. René Benko steht mitnichten weiterhin an deren Spitze, er verfügt über keine Geschäftsführungsfunktionen und trägt dadurch keinerlei Haftungen.“

Es heisst, die Beny Steinmetz Group habe ihre KaDeWe-Anteile an RFR von Aby Rosen und Michael Fuchs verkauft, also Benkos Partnern beim Erwerb des Chrysler Buildings. Addendum ging einer Briefkastenfirma in Delaware nach, die zufällig A&M SP Invest genannt wird – für Aby und Michael? Wir sehen hier ganz viel Gusenbauer, nicht nur, weil Benko auf diesem Weg an die Beny Steinmetz Group kam: „Mit Benkos Wachstum wuchs auch die Notwendigkeit, die Geld-Pipeline gefüllt zu halten. Das ließ ihn früher in den Dunstkreis ominöserer Personen geraten. Der Diamantenhändler Beny Steinmetz war so einer. Vermittelt von Benkos Freund Alfred Gusenbauer, wurde der israelische Milliardär 2017 wegen Geldwäsche-Vorwürfen in Gewahrsam genommen und dem Gericht vorgeführt.“ Die Sberbank engagierte übrigens die Podesta Group als Reaktion auf die Sanktionen gegen Russland; diese war zuvor mit von der Partie beim Ukraine-Lobbying von Paul Manafort, Alfred Gusenbauer und anderen; nicht zuletzt der Kanzlei Skadden und FTI Consulting, die später von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil gegen Airbus engagiert wurden. Podesta steht auch für Lobbying für Boeing und Lockheed und für guten Draht zu Bill Clinton, der 2000 in Airbus eine Gefahr für die US-Industrie sah. Auch Benkos Partner beim Kauf des Chrysler Buildings Aby Rosen gilt als Unterstützer der Demokraten. Da der Regime Change in der Ukraine und die Sanktionen zusammenhängen, sind die Lobbyisten sozusagen dann nahtlos vom von Russland favorisierten gestürzten Präsidenten auf die russische Bank übergegangen („Sberbank confirms hiring Podesta Group for lobbying its interests.“). Seit 2013 spielt Benko keine offizielle Rolle mehr in seinen Firmen, er scheint in den komplizierten Geflechten nicht auf. Anlass soll ein Gerichtsurteil gewesen sein, was verwundert, da er sonst alle sofort klagt und keine Scheu vor juristischen Auseinandersetzungen hat.

„Atos Gipfelgespräch“:  Was Gusenbauer gerade macht

 

 

Es war auch in jenem Jahr, dass sich die Beny Steinmetz Group aus der Schweiz zurückzog, wo Behörden auf sie aufmerksam wurden und die NGO Public Eye recherchierte. Benko regiert sein Imperium jedenfalls über Vertraute, darunter auch Gusenbauer, der wahrhaft international vernetzt ist. Beim Ukraine-Lobbying fanden wir ja nicht nur Skadden, sondern auch FTI Consulting, was mit der Kampagne von Hillary Clinton und mit Barack Obama, aber auch Doskozils Anzeige gegen Airbus verbindet: „The questionnaire includes 17 people from the Podesta Group, 13 connected to Fact Based Communications, nine affiliated with Mercury, seven with law firm Skadden Arps, two with FTI Consulting and one from Edelman. Podesta Group shut down last year.“ Zu Russiagate konnten wir kürzlich lesen: „A veteran cybersecurity investigator has buttressed claims made in the Christopher Steele dossier that Internet infrastructure owned by Russian entrepreneur Aleksej Gubarev was used by Russian intelligence to subvert Hilary Clinton’s 2016 presidential bid, Buzzfeed reports….These claims are included in a report prepared by Anthony J Ferrante, Senior Managing Director and Global Head of Cybersecurity at FTI Consulting.“ Siehe auch: „FTI Consulting has hired Tara Chandra as senior director in its strategic communications segment… Most recently, Chandra was a VP at Podesta Group, where she helped to expand the firm’s sovereign representation and reputational management work, Kresse added. At Podesta, she worked on accounts such as the Center for Studies and Media Affairs at the Saudi Royal Court, the Embassy of the Republic of Azerbaijan, and the Democratic Party of Moldova, according to FARA filings.“

Apropos Aserbaidschan (-Lobbying): Bei den Atos Gipfelgesprächen kann man u.a. Gusenbauer in luftiger Höhe lauschen; man trifft sich aber auch in Benkos Park Hyatt Hotel in Wien. Zur Doskozil-Anzeige gehörte ja, um die Verjährungsfrist zu umgehen, auch eine gegen Ex-Minister Norbert Darabos, den Doskozils Verbündeter Pilz bewusst statt Gusenbauer ins Visier nahm. Rein zufällig engagierte Doskozil die Kanzlei und die Lobbyfirma, die bei Gusenbauer in der Ukraine an Bord war, und das alles soll nichts zu bedeuten haben? Skadden vertritt übrigens auch Benko: „Skadden is representing SIGNA Holding GmbH in its $3.5 billion offer for Hudson Bay Company’s German business.“ (i.e. Galeria Kaufhof Gmbh). Signa wurde auch von der Kanzlei Clifford Chance beraten, die bei den Eurofightern eine Rolle spielt. „SIGNA Holding GmbH owns and operates a long-term portfolio of properties. It offers real estate development; services for transactions, development, research, leasing, construction, and asset management; and real estate investment products. The company, led by Christoph Stadlhuber, René Benko, Marcus Mühlberger, Robert Leingruber and Frank Tölle, is based in Vienna“, wird erklärt. Seltsamer Weise kann Landeshauptmann Doskozil auf Laptop und Mails verzichten, er braucht keinen Schreibtisch und ist wann immer möglich ohne Chauffeur unterwegs; sieht das nicht auch nach Strohmann aus? Der Karstadt-Wikipedia-Eintrag verrät uns, was aus Steinmetz‘ Beteiligung wurde: „Ende des Jahres 2017 verkaufte der israelische Diamantenhändler Beny Steinmetz 13 an Karstadt vermietete Immobilien, die er im Tausch nach der Karstadt-Übernahme durch die Signa Holding erhalten hatte, für 620 Millionen Euro an die RFR Holding der US-amerikanischen Investoren Aby Rosen und Michael Fuchs.“

How I Lost (Hillary Clinton @ FTI Consulting)

 

Wir haben also: Beny Steinmetz Group verkauft an RFR Holding, Signa Holding + RFR Holding kaufen Chrysler Building; und „RFR Holding verkauft herausragendes Immobilienportfolio an SIGNA Prime“. Wenn SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda Bundeskanzler Sebastian Kurz nach dem Kika/Leiner-Verkauf an Benko befragt, entbehrt dies nicht der Komik. Immerhin kooperierte er als Kanzleramtsminister ja auch mit Signa bzw. dem mit Tal Silberstein befreundeten Konzernsprecher. Außerdem wissen wir ja, dass Gusenbauer zu Benkos Vertrauten gehört, was auch für die Aufsichtsräte der Signa-Gruppe gilt, also den Käufer des Möbelhauses. „In Summe gehören Signa Prime Selection 23 Objekte im Wert von zusammen 8,5 Milliarden Euro, darunter das KaDeWe in Berlin und das „Golden Quarter“ in der Wiener Innenstadt. Zu den größten Aktionären des Unternehmens gehören die deutsche RAG-Stiftung, Strabag-Gründer Hans-Peter Haselsteiner, die R+V Versicherung AG und LVM. Nach einer Kapitalerhöhung um 500 Millionen Euro vor einem Monat liegt der Firmenwert bei 3,3 Milliarden Euro“, erfahren wir. Man beachte, dass Haselsteiner und Gusenbauer auch geschäftlich verbunden sind und dass er in die Firma der Kerns eingestiegen ist. Wir wissen, dass die von ihm gesponserten NEOS 2015 von Tal Silberstein „beraten“ wurden und auf Anti-Eurofighter-Kurs sind, sich wohl ganz im Sinne Gusenbauers an Darabos abputzen.

Ehe sich Addendum an Benkos Fersen heftete und die meisten Fragen offen blieben, gelang es Capital.de, unter Schwierigkeiten Aussagen aus seinem Umfeld zu sammeln. Dabei wird deutlich, dass sich der junge Investor 2004 beinahe übernommen hätte, Gusenbauer aber als Retter in der Not fungierte (angeblich benötigte Benko benötigte Benko noch nie die Hilfe der Politik). Während man bisher immer dachte, Benko habe mit Immobilien begonnen, hat Addendum recherchiert, dass er beim AWD anfing. Wer gerade Wolfgang Fellners oe24 und die Krone von Christoph Dichand liest, wird mit den neuesten Spitzen gegeneinander versorgt. Dass Fellner für Benko wirbt, sollte uns nicht überraschen: „Er ist auch ein genialer Strippenzieher in einem Netzwerk schwerreicher Freunde wie F1-Legende Niki Lauda, der Anteile an seinem Signa-Imperium hat, und Polit-Promis von Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer bis zu Sebastian Kurz, die für Benko an den richtigen Rädern drehen“, schreibt oe24, das Galas und Feste gerne in Rene Benkos Park Hyatt Hotel in Wien ausrichtet. Sein  „Chalet N“ (in Lech) hat einen persönlichen Sternekoch, sieben Suiten, Beauty und Spa und vollausgestattete Büros; informiert wird auf Deutsch, Englisch und Russisch. Man kann es um 270.000 Euro pro Woche mieten, es gibt auch Chauffeure und eine Auswahl an Wägen in der Tiefgarage, Scheiben aus Panzerglas und einen Weinkeller. Bilder waren einmal in Fellners „Seitenblicke-Magazin“ zu sehen; Signa wirbt immer wieder über mehrere Seiten in oe24.

„Unangenehme Fragen an den Bundeskanzler“ (Krone)

Die Krone findet es natürlich empörend: „Der Tiroler ‚Immobilienmakler‘ (Zitat ‚Presse‘) René Benko mag Meldungen über seine Erfolge in den Medien. Das honoriert er regelmäßig mit Inseraten, wie es bei der von ihm bevorzugten Verlagsgruppe ‚Österreich‘ jeden Tag zu sehen ist. ‚Österreich‘-Verleger Fellner weiß die Finanzspritze zu schätzen und widmet seinem Tiroler Investor viel Platz für Jubel. Mit kritischen Stimmen können beide nicht umgehen, da werden sofort Anwälte angerufen. Zuletzt sogar der Mann, der von Fellner selbst regelmäßig an die Front gesendet wird: Peter Zöchbauer hat für Benko die Investigativ-Plattform ‚Addendum‘ von Didi Mateschitz geklagt, die nicht gerade Jubelmeldungen über Benkos Firmen verbreitet.“ Für Kurz unangenehm ist „der Kauf einer exklusiven Liegenschaft in der Wiener Mariahilfer Straße, auch Sitz von Kika/Leiner. Bei diesem Deal hatte sich im Dezember 2017 auch Kurz eingeschaltet. Pikant ist nun, dass laut diverser Recherchen die Immobilie um 60 Millionen Euro verkauft worden ist, obwohl sie laut Pfandrechteintragungen auf einen Wert von 95 Millionen Euro geschätzt worden ist.Dabei geht es um den Kauf einer exklusiven Liegenschaft in der Wiener Mariahilfer Straße, auch Sitz von Kika/Leiner.“ Vielleicht sollten wir uns aus der Distanz nochmals fragen, wie es 2017 zu jenem Dossier für Silberstein kam, das Kern vernichtete und Doskozil schmeichelte (der wie Silberstein Treffen im Park Hyatt abhielt).

Und auch, warum es dann in der Schlußphase des Wahlkampfes ausgerechnet über Fellner öffentlich wurde, der übrigens den Pseudoaufdecker Peter Pilz noch immer pusht (Stichwort u.a. Eurofighter). Ehe Benko Geschäfte mit Steinmetz machte, holten dieser und Silberstein Gusenbauer bei Unternehmungen an Bord: „Silberstein und Steinmetz gründeten einmal eine Firma, die wie eine Mischung aus Novomatic und Tal Silberstein klingt und die später Gusenbauer an Bord hatte, die „Novotalica Gaming Holdings SRL“. 2016 klagte Silberstein die Österreichischen Lotterien, eine Tochter der Casinos Austria, mit Anwalt Leo Specht wegen eines geplatzten Deals. Mit Silberstein verband Gusenbauer auch die Novia mit Sitz auf Malta (siehe Paradise Papers) und mit Steinmetz der Konzern Gabriel Resources, der in Rumänien Gold abbauen will. Im November 2018 schrieb der Kurier: „Gusenbauer ist  nicht nur Aufsichtsratschef des Baukonzerns Strabag, sondern mit Hans Peter Haselsteiner über eine Beteiligungsgesellschaft ins ländliche Wohnbaugeschäft (Landzinshaus) eingestiegen. Der Ex-Politiker sitzt nach wie vor im Board der kanadischen Bergbau-Firma Gabriel Ressources des vorübergehend inhaftierten Milliardärs und Ex-Benko-Partners Beny Steinmetz. Mit Tal Silberstein ist Gusenbauer nicht mehr im Geschäft. Gusenbauer hält noch Anteile am lateinamerikanischen Umwelt-Fonds Equitas. Im Immobilien-Imperium von Rene Benko ist Gusenbauer stark engagiert.

Addendum

Er leitet als Vorsitzender die Aufsichtsräte der Signa Development Selection, der Signa Prime Selection (dort sind die Luxus-Realitäten gebunkert) und der Signa KidInvest. Über seine Gesellschaft hält Gusenbauer kleine Anteile an der Signa Development und der KidInvest. Seinen Fokus als Unternehmer will Gusenbauer künftig ‚auf innovative Produkte legen, nicht nur auf den Ertrag‘. Der Terminkalender ist international gut gebucht. KURIER  erreichte Gusenbauer am Flughafen von Tel Aviv, diese Woche stehen noch TiranaFrankfurt und Belgrad auf dem Reiseplan.“ Man beachte: Gusenbauer hat Verbindung zu Steinmetz, Benko angeblich nicht mehr: „Selbst der Kontakt zum gefallenen Beny Steinmetz dürfte nicht ganz abgerissen sein, auch wenn Benko öffentlich gern das Gegenteil beteuert. Ein Indiz dafür findet sich in der Teinfaltstraße 4 in Wiens erstem Bezirk. Unweit der Signa-Zentrale im noblen Palais Harrach, ist dort die Signa Informationstechnologie GmbH untergebracht. Diese teilt sich wiederum die Adresse mit einer gewissen Beratungsfirma namens Barkston Advisors GmbH. Und deren zwei Geschäftsführer sind seit Jahren Fixsterne im Universum des Beny Steinmetz. Dies zeigte sich zuletzt bei Recherchen in der Causa des Steinmetz-Freundes Tal Silberstein. Schon im Februar 2018 wurde klar, dass die Barkston-Leute weiter in Kontakt mit René Benko und der Signa standen. Nach Veröffentlichung dieses Artikels dementiert ein Sprecher eine Verbindung zwischen den beiden.

Um das Zufallsprinzip zusätzlich zu bemühen, hat auch der Novomatic-Gründer Johann Graf, ein weiterer gewichtiger Signa-Investor, eine der Firmen aus seinem Umfeld an besagter Adresse beheimatet: der Teinfaltstraße 4.“ (siehe auch hier und hier und zu Gusenbauer/ Graf hier) Nicht nur Mateschitz‘ Addendum erhielt Post von der Kanzlei Zöchbauer, denn auch kleine Blogger sind am Radar des Benko-Reiches. So erging es z.B. Alexander von Paleske, der sich in Afrika auskennt und daher einen persönlichen Zugang zum Rohstoffhandel hat, für den ja die Beny Steinmetz Group bekannt ist. Als ich mich mit dem Dossier für Silberstein (und israelischem Einfluss) befasste, untersagte mir Benko, den Namen seines Sprechers damit zu assoziieren bzw. drohte dieser mit Klage. Es bleibt aber seltsam, dass der Signa-Konzern eine Rolle im Wahlkampf spielte und das in der SPÖ Tabu sein soll. Liest man, wie es im Konzern Benkos zugeht, wundert man sich ein wenig über das Dossier für Silberstein und dass der Verfasser sich auch in Silbersteins Wahlkampftruppe engagiert haben soll.

trend im Herbst 2018

Capital.de schildert es nämlich so: „Obwohl Benkos Unternehmen ein Gigant ist, tickt es bis heute sehr eigen. Bei Signa gebe es einen ‚Korpsgeist‘, sagt ein enger Benko-Vertrauter. Meetings werden mitunter für sechs Uhr morgens angesetzt, Mittdreißiger steuern Projekte mit dreistelligem Millionenvolumen. Wer das Unternehmen verlässt, redet später nicht darüber. ‚Signa ist das Branchenzugpferd‘, sagt ein Wiener Insider. ‚Niemand will es sich mit Benko verscherzen.‘ Offene Worte hört man deshalb höchstens anonym. Manche bezeichnen Benko als Kontrollfreak. Obwohl er erst 41 sei, agiere er wie ein alter Firmenpatriarch. Benko kenne ‚jede Zahl‘ im Unternehmen, bis hin zum Umsatz pro Quadratmeter einer Karstadt-Provinzfiliale.“ Der „Kaufhauskönig“ macht weiter und möchte das erste KaDeWe (Kaufhaus des Westens) in Österreich eröffnen. Nicht von ungefähr wird betont, dass Gusenbauer schon früh zu seinem Netzwerk gehörte, was vielleicht auch erklärt, dass es im Wahlkampf 2017 eine gewisse Signa-Komponente gab, die nicht an die große Glocke gehängt wurde. Was Gusenbauers Rolle betrifft, so müssen wir über Aufsichtsräte hinaus an Lobbying denken, bei dem auch seine Freunde und Geschäftspartner Gabriel Lansky und Leo Specht eine Rolle spielen. Beim Thema Ukraine sind Ermittlungen in den USA von Bedeutung, die zwar u.a. Paul Manafort betrafen, sich aber noch nicht gegen Gusenbauer richteten und Podesta vergleichsweise schonten. Auch gegen Gregory Craig von Skadden wurden Ermittlungen eingeleitet, der früher für Obama und Clinton gearbeitet hatte.

Paul Manafort war ein „Plant“ (Obamas) in Trumps Kampagne, was uns auf jenes Ukraine-Lobbying hinweist, an dem mit Tony Podesta, Alfred Gusenbauer, und Romano Prodi Sozialdemokraten und Linke mitwirkten. Senator Rand Paul hat eben enthüllt, dass der von Obama ernannte Ex-CIA-Chef John Brennan das Fake-Steele-Dossier in die Untersuchungen gegen Trump einbrachte. Was uns betrifft, fragt sich, ob es wirklich Zufall sein kann, dass Doskozil Gusenbauers Ukraine-Lobbying-Partner gegen Airbus engagierte (und Darabos in einem Aufwaschen miterledigt wurde). Immerhin spielte beim Fake-Szenario im U-Ausschuss 2017 eine wichtige Rolle, dass Gusenbauer so tat, als wüsste er nicht, was am 24.5.2007 im Gartenhotel Altmannsdorf der SPÖ geschah. Während aber ein Vergleichsentwurf formuliert wurde, empfing er selbst gerade Bill Clinton in Schönbrunn, der sich 2000 als erster US-Präsident auf Airbus eingeschossen hatte. Die dann mit Benkos Geldgeber Sberbank verbundenen Podestas waren auch der direkte Kanal zu Clinton, vom praktischen Lobbying für die Airbus-Konkurrenten Lockheed und Boeing ganz abgesehen: „In 2012 the company (Joule) claimed it had raised $110 million to date. That meant the Kremlin-backed $35 million investment given to Joule after Podesta’s board appointment represented over 30 percent of Joule’s outside financing. There’s also this inconvenient fact: In 2016, Russia’s largest bank, Sberbank, where Joule board member Reuben Vardanyan formerly served as head of its investment banking division, had a $170,000 lobbying contract with the Podesta Group — which is owned by John Podesta’s brother, Tony Podesta.

In short, Clinton’s top campaign chief and a senior counselor to Obama sat on Joule’s board alongside top Russian officials as Putin’s Kremlin-backed investment fund funneled $35 million into Joule. No one looking at the Podesta fact pattern can claim to care about rooting out Russian collusion and not rigorously investigate the tangle of relationships.“ Eine Linie von Gusenbauer zur Sberbank gäbe es dann auch, über Willi Hemetsberger, einst beim „Roten Börsenkrach“; er beriet die Volksbanken beim Verkauf der internationalen Tochter an die russische Bank („Eigentlich schwebte Hemetsberger, mit einer Amerikanerin verheiratet, die für US-Präsident Barack Obama wahlkämpfte, eine Karriere als Wirtschaftswissenschaftler vor.“). Was Darabos vor Gericht zum Verhängnis werden soll, ist das Ausschalten der Finanzprokuratur, das jedoch gar nicht von ihm ausgegangen war. Denn wie so oft setzte sich Gusenbauers Ex-Klubsekretär Kammerhofer (zum Kabinettschef gemacht) über den Ministerwillen hinweg, was nur mit Druck, Überwachung und Geheimdienstkomponente möglich ist. Oktroyiert wurde der Zivilrechtler Helmut Koziol, dessen Laufbahn eine rein akademische war, was wie z.B. bei Sonja Puntscher Riekmann die Akademie der Wissenschaften einschloss. dass Darabos mit Experten im Ministerium wie dem Chefverhandler von 2003 Edwin Wall spricht, war nie vorgesehen. Als Pilz Wall am 22.6.2017 im U-Ausschuss befragt hatte, zeigte er nach einem verborgenen Drehbuch (mit Gusenbauer, Silberstein, Doskozil?) Darabos an. Übrigens nimmt Fellners oe24 auch den Investor Michael Tojner ins Visier, den ja der gegenüber SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner favorisierte Doskozil ebenfalls angezeigt hat.

PS: Was die Ausbeutung von Rohstoffen in Afrika betrifft, sei (mit Schweiz- und Israel-Bezug wie bei der BSG) auf Glencore verwiesen. Alexander von Paleske erinnert in einem neuen Beitrag daran, wie der Vater von Aby Rosen sein Vermögen auf Kosten von Mietern und bezahlbarem Wohnraum in Frankfurt machte.

PPS: Es wird seit Langem alles versucht, mich wegen Recherche abseits des Mainstream mundtot zu machen, sodass ich eure Unterstützung benötige (alexandra(at)ceiberweiber.at, auf Twitter cw_alexandra, auf Facebook und natürlich telefonisch unter 06508623555). Auch meine Texte aufgreifen, sie verbreiten, dazu Fragen stellen ist hilfreich, ebenso natürlich konkrete Hilfe, weil ich auf diese Weise u.a. meine Wohnung verloren habe. Dringend würde ich auch einen neuen Laptop benötigen. Auch finanzielle Unterstützung jederzeit willkommen: Alexandra Bader, Erste Bank BLZ 20111, BIC GIBAATWWXXX, IBAN AT592011100032875894. DAnKE!

10 Kommentare zu „Benkos Schatten, Gusenbauer und das Kapital

  1. Die allseits bekannte Amigo Bande wieder. Der Sumpf.
    Da liest man im Mainstream nicht so viel darüber. Wie gut dass man jetzt mit den Identitären ablenken kann. Also nach Zufall sieht mir das mit der Spendenentdeckung vom Neuseelandterror nicht mehr aus.

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  2. ich vermute, wenn man herausfindet wer in England für die Verhaftung von Sellner zuständig war, dann kennt man auch die Zusammenhänge mit BVT.
    Seltsamerweise outen sich ja gerade Engländer zur FPÖ und den Identitären.
    Nur eine Vermutung.

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  3. https://zeitimblick.info/oesterreich-im-wuergegriff/
    „Es ist sehr schwierig, eine Organisation wie das österreichische Innenministerium wohlwollend zu betrachten, wenn es von einem FPÖ-Mitglied geleitet wird“, so Tugendhat, der aus einer österreichischen Familie stammt, die vor den Nationalsozialisten nach London flüchten musste.

    https://blackpilled.com/2018/03/the-real-reason-the-uk-banned-lauren-southern-and-brittany-pettibone/

    https://online-nachrichten.eu/2019/03/30/wegen-kickls-identitaeren-naehe-deutsche-politiker-hinterfragen-info-austausch/

    Zudem bringt das österreichische Nachrichtenmagazin Profil in seiner aktuellen Ausgabe ein Interview mit dem Vorsitzenden des außenpolitischen Ausschusses im britischen Parlament. Tom Tugendhat zweifelt in dem Gespräch an der Vertrauenswürdigkeit der österreichischen Sicherheitskräfte, so da Profil. „Es ist sehr schwierig, eine Organisation wie das österreichische Innenministerium wohlwollend zu betrachten, wenn es von einem FPÖ-Mitglied geleitet wird“, sagt Tugendhat.

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