Der Innenminister und die Spione

In der Auseinandersetzung zwischen Opposition, Medien und Innenminister Herbert Kickl geht es auch darum, dass der Verfassungsschutz umgestaltet werden und eine Geheimdienstkomponente bekommen soll (es geht auch um die Heeresdienste). Der NATO-affine „Kurier“ sprach von einem „verdeckten Spiel um Reform von Österreichs geheimen Diensten“. Doch in all der (gekünstelten?) Aufregung wurde von vielen, die es eigentlich besser wissen müssten, so getan, als sei das BVT „unser Geheimdienst„, den Kickl mutwillig zerstöre (der U-Ausschuss wird zum schlechten Scherz wie auch der nunmehr dritte zu den Eurofightern). Man muss wissen, dass der Spielraum gegenüber amerikanischen Diensten ohnehin immer gering war und nach dem 11. September 2001 weiter reduziert wurde. Darauf weist auch der erste Chef des BVT Gert Polli in seinem Buch „Deutschland zwischen den Fronten“ hin, der bei seiner Ausbildung beim Heeresnachrichtenamt merkte, wie eng die „Kooperation“ mit den USA ist. Dies hat auch zur Folge, dass US-Agenten nicht geoutet werden und man verdeckten Aktionen zwar durchaus mal (verdeckt) kontert, diese jedoch nicht auffliegen lässt.

Ein besonders krasses Beispiel ist der Anschlag am Breitscheidplatz in Berlin vor Weihnachten 2016, denn der Attentäter Anis Amri wurde auf „Wunsch“ der Amerikaner geschützt, weil man über ihn an ein IS-Camp in Libyen herankam. Dieses wurde ein paar Wochen danach angegriffen und es gab dabei 80 Tote. Wenn man so will, sind deutsche Opfer und getötete Touristen den Preis wert, jedenfalls aus der Sicht der USA. Die Bundesregierung hatte dabei wenig zu melden, hätte aber verdeckte Einflussnahme auch nicht kommunizieren können. Weniger weil es dann mysteriöse Autounfälle gäbe, obwohl man auch das nicht ausschliessen kann, sondern eher, weil dem kaum jemand folgen würde. Weder die „Welcomer“ (die bis heute nicht kapieren, dass Asyl und illegale Einwanderung zwei Paar Schuhe sind) noch deren erbitterte Gegner, die auch die Ablehnung der Bundeskanzlerin verbindet. Man muss auch immer daran denken, dass Medien Mockingbirds sind und es instrumentalisierte NGOs gibt. Deshalb rief Avaaz, eine auch als Handlanger für Militärinterventionen bekannte Organisation, wenn es um deren „humanitäre“ Rechtfertigung geht, zum gemeinsamen Singen in Berlin auf und einige kamen. Nebenbei sei bemerkt, dass der IS 2009 im amerikanischen Gefangenenlager Camp Bucca im Irak gegründet wurde.

Jan Krainer (SPÖ) auf Twitter

 

 

Unter dem Aspekt verdeckter Aktionen kann es durchaus sein, dass Kickl sowohl beim Thema Asyl als auch im BVT exakt das tut, was jeder Minister machen muss, wenn er kein Lakai von CIA und Co. sein will. Das lässt alle Anfeindungen plausibel erscheinen und auch, dass bereits nach der Wahl 2017 u.a. via SOS Mitmensch getrommelt wurde, dass ein autoritärer Staat kommt, wenn die FPÖ beide Sicherheitsressorts übernimmt. Wenn es um einen tiefen Staat geht, sollte man aber niemandem zur Gänze trauen, weil mit einer Partei, die in der Regierung bleiben will, auch Unzufriedenheit eingefangen werden kann. Auf der anderen Seite gab und gibt es immer wieder Kritik nicht nur an der FPÖ, die ferngelenkt erscheint mit Akteuren, auf die man vorher schon Wetten abschließen kann. Konkrete Drohpotenziale sind ein Tabu, weil es nicht um Postings einfacher Bürger geht, die über eine Aussage erzürnt sind. Wenn wir uns ansehen, was nicht nur Politiker hinterlassen haben, die offiziell eines natürlichen Todes starben oder Suizid begingen bzw. ermordet wurden, so hatte ihr unmittelbares Umfeld in der Regel nur den Eindruck, dass sie etwas beunruhigt oder dass ihnen jemand zusetzt, ohne aber Näheres zu wissen.

Die Nachwelt bemüht sich dann, siehe etwa die Ermordung von Olof Palme, Fakten zusammenzutragen und kommt auf diverse Motivlagen. Oft kann man auch nach vielen Jahren noch Neues herausfinden, wie der Film Cold Case Hammarskjöld  zeigt: „Wie Insider behaupten, geht der Mord an einem UN-Generalsekretär auf das Konto einer geheimen Miliz in Südafrika, deren Todesspur sich über den ganzen Kontinent zieht.“ Doch vor dem Beseitigen einer Zielperson kommt, die „Richtigen“ in Funktionen zu hieven. Wenn Ex-Verteidigungsminister Volker Rühe meint, Karl-Theodor zu Guttenberg hat die Bundeswehr zerstört mit Sparmassnahmen und dem Aussetzen der Wehrpflicht, so kritisiert er das Wirken eines Transatlantikers. Nicht von ungefähr wurde dieser auch u.a. von der Bildzeitung gehypt (siehe auch Satire „Der Minister„), die ihn aber mit fallenließ, als bekannt wurde, dass er seinen Doktortitel einem Plagiat verdankt. Zugleich wurde auch in Österreich die Wehrpflicht in Frage gestellt und zwar von der SPÖ gegen den Willen ihres unter Druck gesetzten Ministers Norbert Darabos, der auch keine Soldaten in Afghanistan wollte und den Raketenschild ablehnte. Man erklärte diesen „Schwenk“ mit der finalen Phase des Wiener Wahlkampfes, doch was, wenn Ex-Bürgermeister Michael Häupl wie schon 2001 von Tal Silberstein „beraten“ wurde? Dieser würde als Vorwand nehmen, dass die Abschaffung der Wehrpflicht bei Jungwählern gut ankommt.

Anis Amri und die CIA

Immerhin unterstützte er 2015 die NEOS, wobei Gerüchte nicht verstummen wollen, dass dies die SPÖ einfädelte. Und als der neue SPÖ-Chef Christian Kern den israelischen Agentenführer im Herbst 2016 engagierte, erfolgte dies auf Betreiben von Häupl und Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer. Offiziell konsultierte Häupl 2010 Stanley Greenberg, für den Silberstein früher arbeitete und mit dem er 1999 sein Wahlkampfdebut im Team von Ehud Barak hatte. Es heisst, dass Greenberg Häupl so dankbar sei, dass er nur Umkosten verlangt habe, weil ihn der Bürgermeister 2001 gegen antisemitische Angriffe Jörg Haiders verteidigt habe. Meinte Haider mit der „Ostküste“ der USA aber wirklich ein vermeintlich alles steuerndes „Weltjudentum“ oder Greenberg, Silberstein und deren Verbindungen? Ehe die SPÖ 2010 auf Berufsheer-Kurs gebracht wurde, präsentierte Greenberg auch in Wien sein 2009 erschienenes Buch über fünf Wahlkämpfe, unter anderem jenen für Ehud Barak, der übrigens erster Kommandant der zuerst Caesarea und dann Kidon genannten Liqidierungseinheit des Mossad war. Wie sich Barak z.B. 1999 und 2000 über Haider äußerte, der eventuell in eine Bundesregierung gelangt, findet man im Netz auf Anhieb.
Peter Sichrovsky meinte, Haider habe sein Verhalten verändert, als Susanne Riess-Passer Vizekanzlerin wurde, er sei ab dann „getrieben von Eifersucht“ gewesen (wirklich?).

Als 2005 bekannt wurde, dass Sichrovsky mit dem Mossad kooperierte, erstattete übrigens der jetzige Innenminister Herbert Kickl Anzeige. Die SPÖ war 2010 wie auch sonst (etwa 2017) bestrebt, den Einsatz von Greenberg und SIlberstein als „eh nur Umfragen, Analysen, Focusgruppen“ zu verkaufen, doch nach den Turbulenzen im letzten Wahlkampf und dem Abgang von Christian Kern sollte alles seit 2001 kritisch betrachtet werden. 2010 war man nicht sonderlich erfolgreich, da die FPÖ dennoch Zugewinne verzeichnete und die SPÖ seitdem mit den Grünen koaliert. Greenberg ist seit dem Clinton-Wahlkampf 1992  mit John Podesta verbunden, in dessen geleakten Mails man auch einen Soros-Podestas-Masterplan für die Obama-Wahl 2008 und die Machtübernahme in den USA findet, der mit Greenberg besprochen wurde. Gerade sagte der gerne dämonisierte ungarische Ministerpräsident Viktor Orban übrigens, dass George Soros massiven Einfluss auf EU-Institutionen und deren Besetzung habe. Soros und Greenberg arbeiteten 2011 daran, den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu  zu stürzen, was dessen Achse mit Orban puncto Soros erklären dürfte. Silberstein arbeitete auch für die SPÖ Niederösterreich, um deren neuen Parteichef Franz Schnabl „in Szene zu setzen“ (es ist nun nicht mehr die Rede von „ja bloß Focusgruppen“ usw.).

Cold Case Hammarskjöld

Über den Wahlkampf in Botswana 2014 wurde berichtet: „Timor (Beraterfirma Timor Consultants) personally worked with President Traian Basescu of Romania during the campaign, alongside GCS Chief Executive Officer Tal Silberstein reported to be a Mossad agent. The duo has worked with some of the world’s top political leaders, including Prime Minister Sergei Stanishev of Bulgaria, Prime Minister Jirí Paroubek of Czech Republic, and Chancellor Werner Faymann of Austria. Before joining GCS, Adi served for over five years as a Foreign Service Officer based in Washington DC. Mossad has been known to use diplomatic positions as cover for its international agents. The largest department of the Mossad is Collections, tasked with many aspects of conducting espionage overseas. Employees in the Collections Department operate under a variety of covers, including diplomatic.“ Der Name Finkelstein ist bekannt aus jüngsten Enthüllungen, wonach der am 17. August 2017 Verstorbene für Orban und Netanjahu das „Monster“ Soros kreiert haben soll. Am 14. August 2017 wurden Tal Silberstein und Beny Steinmetz (beide damals auch Geschäftspartner von Gusenbauer) in Israel unter Korruptionsanschuldigungen verhaftet.

Die Beny Steinmetz Group ist auch in Botswana aktiv; Gusenbauer behauptet heute, dass es kein Business mehr von seiner Seite her mit Silberstein gäbe, wohl aber noch mit Steinmetz. Der erwähnte Traian Basecsu ermöglichte in Rumänien CIA-Geheimgefängnisse, die Stationierung des Raketenschildes (System Aegis von Lockheed) und dass die Luftwaffe MiG-29 durch F-16 statt durch Eurofighter Typhoon ersetzte. Die Firma GCS (Greenberg – Carville -Shrum) war in gewisser Weise ein Produkt des Wahlkampfes für die US-Demokraten und wurde nach der Wahl in Österreich 2006 von Silberstein übernommen. Den Artikel aus Botswana entdeckte ich im Jänner 2017  und versuchte seither vergeblich, mit Roten über die exakte Beschreibung der verdeckten Agenda von Silberstein und Co. zu reden, die der SPÖ ja ungeheuer schadete und schadet. Über Finkelstein hieß es in dem Text auch: „Among the company’s international affiliates is Jewish American power broker and PR expert Arthur Finkelstein who was called in by former Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu to defend Mossad following a disastrous bid by Israeli agents to murder Khaled Meshaal, political leader of the Palestinian Islamic group, Hamas in 1997. A lot of eyebrows were raised that the Israeli Prime Minister may have shared classified Mossad information with Finkelstein. The Jewish American is however a trusted friend of Mossad and was granted exclusive interview with Former Mossad chief Meir Dagan in 2012 when he returned to Israel from Belarus where he underwent a liver transplant.“

Kickl nach der Wahl 2017 gegen Kern

Meir Dagan ist inzwischen auch schon gestorben, war aber im Advisory Board der Mossad-nahen Sicherheitsfirma Black Cube, die Silberstein sowohl in Rumänien (gegen die ehemalige leitende Korruptionsermittlerin Laura Codruța Kövesi) als auch in Österreich (gegen Journalisten) einsetzte. Wikipedia schreibt über die Firma:  „Die Belegschaft umfasst frühere Mitarbeiter israelischer Geheimdienstbehörden wie AmanMossad und Shin Bet sowie Rechts- und Finanzexperten.“ Finkelstein, Silbersein und den früheren Finkelstein-Mitarbeiter George Birnbaum fanden wir auch sozusagen vereint als Berater der SPÖ im desaströsen Wahlkampf 2017. Was ist mit Wahlkampf für Werner Faymann gemeint? In Frage kommen die Neuwahlen 2008, nachdem die ÖVP die Koalition platzen ließ, aber auch die reguläre Wahl im Herbst 2013. Damals schrieb „Österreich“: „Der ehemalige und neue SPÖ-Bundesgeschäftsführer und Wahlkampfleiter Da­rabos plant weitreichende Veränderungen in der SPÖ. Er hatte am eigenen Leib die mangelnde Kampagnisierungsfähigkeit in Bezug auf die Heeresbefragung gespürt.“

Der kurze Artikel hatte den Titel „Darabos räumt jetzt in SPÖ auf“ und verriet uns auch: „Norbert Darabos hatte Alfred Gusenbauers Wahlkampf 2006 unter widrigsten Umständen geleitet. Damals versank die SPÖ gerade im Bawag-Sumpf. Gusenbauer wurde trotzdem Erster. Das hatte durchaus auch mit Wahlkampf-Tipps aus den USA zu tun – genauer gesagt vom US-Wahlkampfguru Stanley Greenberg. Der Ex-Wahlkampfberater von Bill Clinton und Tony Blair soll auch im Nationalratswahlkampf 2013 wieder konsultiert werden, berichten SP-Insider.“ daneben fand man vermeintliche Infos zum Thema „Darabos tritt als Minister zurück“. Er wurde 2007 Verteidigungsminister, um Silbersteins „Sozialfighter statt Eurofighter“-Wahlversprechen einzulösen, wobei man bedenken muss, dass Greenberg wie erwähnt gute Beziehungen zu John Podesta hat. Dieser gründete in den 1980er Jahren mit seinem Bruder Tony die Podesta Group als Lobbyingfirma vor allem wegen Lockheed Martin, seit 1993 der Hersteller der F-16, welche Schwarzblau 2002 nicht anschaffen wollte. Darabos räumte genauso wenig in der SPÖ um (davon träumte er sicher), wie er im BMLV verfasssungsgemäss wirklich das Sagen hatte.

Pilz auf Twitter

Wie zuvor als Minister wurde er auch in der Löwelstrasse abgeschottet und hatte nicht jenen Kontakt zu anderen auch in der Partei, den er sich gewünscht hätte. Eine der logischen Folgen ist, dass nun der von Silberstein protegierte Hans Peter Doskozil Landeshauptmann wird und Darabos aus der Politik ausscheidet; Doskozil kooperiert auch brav mit Peter Pilz gegen Airbus, wobei Pilz ihn auch mit einer Anzeige gegen Darabos unterstützte. Kann man also sagen, dass der Mossad in der Löwelstrasse, in Wien, in St.Pölten und in Eisenstadt sagt, wo es in der SPÖ langgeht (und auch die CIA mitmischt)? Was die Heeresbefragung (2013) angeht, so war Darabos gegen ein reines Berufsheer, die Partei vollzog den Kurswechsel in der finalen Phase des Greenberg- (Silberstein?-) Wahlkampfes 2010 ohne jede Diskussion. Der Anti-Eurofighter-Kämpfer Pilz will auch ewas gegen Sichrovsky konstruieren, als ob dieser eine Entscheidung für europäische Jets herbeigeführt hätte. Sieht man sich die Geschichte der Luftfahrtindustrie an, so gab es einen Wettlauf zwischen Frankreich und Grossbritannien mit der Concorde gegen die USA u.a. mit der Boeing 747; es gab Proteste gegen das „schönste Flugzeug der Welt“ (wie die Concorde von vielen genannt wird), die aus heutiger Perspektive durchaus inszeniert gewesen sein könnten. Wir wissen jetzt viel mehr darüber, wie man so etwas anleiert, und zwar nicht nur über bereits etablierte NGS. Das Know How vom Bau der Concorde floss dann ein in Produkte von Airbus, wobei der A320 als zweiter Fly-by-wire-Passagierjet nach der Concorde etwas Neues im Vergleich zu Jets von Boeing und (damals auch noch) McDonnell Douglas bieten sollte; auch leiser und sparsamer im Verbrauch.

Pilz und Doskozil versuchten explizit, Airbus auf dem internationalen Markt und in den USA zu schaden; dabei wählte man auch die US-Kanzlei Skadden, die Gusenbauer vom Ukraine-Lobbying (übrigens auch mit der Podesta Group) her ein Begriff sein müsste (dafür erstellte sie ein Dossier über Julia Timoschenko). Skadden vertritt ausserdem den Hersteller der Triebwerke der F-16, General Electric, und Doskozil nutzte seine Ministerzeit auch dafür, bei General Dynamics Panzer zu einem angeblich weit überhöhten Preis zu kaufen (also bei Produzenten der F-16 bis 1993). Der 2015 gegründeten Firma Ace Aeronautics  eines ehemaligen Lockheed-Managers gab der Minister auch gewissermaßen Starthilfe, indem er ihr den Zuschlag für ein Update der Black Hawk erteilte (Sikorsky wurde 2015 von Lockheed übernommen). Bis heute folgen Eurofighter-Ausschüsse dem via Gusenbauer-SPÖ und Pilz etablierten Narrativ von „Schrottflieger“ und „Korruption“, sodass z.B. die Abschottung von Darabos und die Rolle von SPÖ-Wahlkämpfen und -Beratern kein Thema sind. Aber der Stern von Pilz ist buchstäblich im Sinken, denn die Korruptionsstaatsanwaltschaft sieht nicht einmal mehr einen Anfangsverdacht, wenn er Anzeige erstattet. Das wird auch nicht anders, wenn die formale Parteichefin Maria Stern nachlegt (und Haftstrafen für Wahlkampfkostenüberschreitung fordert), deren Rolle selbst im Mainstream sehr kritisch gesehen wird.

Zum BVT-Ausschuss

Mockingbird-Medien“ berichten mit Liveticker aus dem BVT-U-Ausschuss, machen sich aber bei den Eurofightern nur mehr bei besonders prominenten Zeugen diese Mühe. Daher wird auch weit mehr über den entsprechenden Ticker des Standard diskutiert. Eine Zeugin, Sandra R, legt Wert darauf, dass sie als erste Frau die Polizeischule absolviert hat; sie bemängelt fehlende Eignung bei so manch einem Mann, der sie dann karrieretechnisch überholte. Ein Wisschenschaftler, dessen Profilbanner auf Twitter der CIA gewidmet ist, postet zum U-Ausschuss:  „Zeugin im bringt ‚Kulturkonflikt‘ im Verfassungsschutz zum Ausdruck: Amt ist von Cops aufgebaut & geprägt. Je mehr man sich Richtung ND entwickelte, um so mehr Zoff gab es mit den ‚zivilen‘ Kräften.“ Was uns erstmal nur bestätigt, dass diese Frau ein wenig frustriert ist und dies durchaus nachvollziehbar scheint. Doch da sie Analysen verfasst, wird sie an diesen zu messen sein, die aber der Öffentlichkeit nicht vorliegen. Petra Pichler (Ö1) postet: „Eine persönliche Einschätzung könne sie aber doch abgeben, sagt die Zeugin. Der Ex Spionagechef sei ein netter Mensch gewesen, aber habe weder eine Polizei noch eine fundierte juristische Ausbildung gehabt und daher sei er nicht die beste Wahl gewesen, so die Zeugin

Wenn es um Spionageabwehr geht, ist es jedoch nicht nur eine Frage des Könnens, sondern auch des Dürfens, wie man auch im Verteidigungsressort sehen kann, dem  ja zwei Geheimdienste unterstehen. Typisch für den U-Ausschuss sind Kabbeleien zwischen den Abgeordneten: Hans Jörg Jenewein (FPÖ) schreibt: „Ich möchte dann doch daran erinnern, dass wir im gerade ein halbes Jahr damit verbracht haben, einer oppositionellen Fata Morgana nach der anderen nachzujagen.“ Mit diesen Worten teilt er den Tweet von Steffi Krisper (NEOS). „Der wird gerade sediert durch die Befragung eines weiteren Politaktivisten, den die Regierungsparteien geladen haben. Sie wollen offensichtlich die Aufklärung in diesem Untersuchungsausschuss zum Thema schwarze Netzwerke blockieren. “ Man/frau kann auch sagen, dass Krisper (nicht als Einzige) die Legenden des Agenten Pilz voll internalisiert hat und meint, damit sei sie bereits eine „Aufdeckerin“.  Das verbindet sie in gewisser Weise mit R. und anderen Zeuginnen, denn Frauen an der Spitze von Diensten scheinen in Österreich immer noch eine höchst exotische Vorstellung, was etwa bei der CIA mit Chefin Gina Haspel sicher Kopfschütteln auslöst und wohl auch beim Mossad, dessen erste Chefin nur mehr eine Frage der Zeit ist. Mit Klischees a la Honigfalle hat das wenig zu tun, auch wenn es eine nach wie vor angewandte Methode ist (und manche Autoren Frauen nur so beschreiben wollen).

The Operative

Agentinnen geben in der Regel nur sehr selten Interviews, doch es ist anzunehmen, dass sich diese Mossad-Frauen sehr wundern (und ärgern) über den neuen Film „The Operative„:  „Yuval Adlers Thriller über eine vom Mossad angeworbene Agentin erfüllt jedes antiisraelische Klischee. Bemerkenswerter Murks.“ Und der fängt so an: „In Deutschland wird eine junge Frau, Rachel (Diane Kruger) vom Mossad angeworben. Sie wird als Englischlehrererin nach Teheran geschickt und auf einen iranischen Geschäftsmann angesetzt. Über ihre Verbindung will der Mossad dem iranischen Atomprogramm schaden.“ Auf dem Weg dahin verhält man sich wie der Elefant im Porzellanladen: „Wie das der Mossad nun so macht, liquidiert er hier in Gestalt von Rachel und einem israelischen Agenten in Köln einen deutschen Waffendealer und dessen Leibwächter. Eine zufällig hinzugekommene Passantin wird ebenfalls kaltblütig per Kopfschuss ermordet. Klar doch, der Mossad geht über Leichen und hinterlässt keine Zeugen.“ Weil alle Klischees bedient werden müssen, spielt Rachel Honigfalle, verliebt sich aber in die Zielperson. Mit ausgebildeten Agenten und -innen hat ihre Rolle wenig zu tun, auch wenn die Bezeichnung Agentin insofern korrekt ist, weil Agentenführer („katsas“; bei der CIA „case officers“) Personen rekrutieren (man kann auch manche in der SPÖ wegen Silberstein Agenten nennen).

Vm weitgehend spannungslosen Agentenfilm aber zur „gefürchteten“ BVT-Regorganisation: „Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hat den externen Experten, der die Reform des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) begleiten soll, präsentiert. Es handelt sich um den ehemaligen für die Geheimdienste zuständigen deutschen Staatssekretär Klaus-Dieter Fritsche (CSU). Er soll die Reformgruppe unter der Leitung von Peter Gridling beraten.“ Vor kurzem wurde die neuE Zentrale des Bundesnachrichtendienstes in Berlin mit Kanzlerin Angela Merkel eröffnet, den man ja auch z.B. nach Anis Amri fragen muss, oder danach, ob Deutschland (siehe Nrwegen) gegen Huawei vorgeht, um in die Five Eyes aufgenommen zu werden. Nicht zu vergessen die Radikalisierung der linken Szene in den 1960er Jahren unter Beteiligung des Verfassungsschutzes, aus der dann der deutsche Terror hervorging. Die Polizei übernimmt bei unseren Nachbarn immer wieder heimlich Internet-Accounts; soll das auch ein Vorbild für uns sein? Vieles brocken wir uns aber selbst ein, etwa wenn wir mit Begeisterung via Facebook und Google daran mitwirken, dass das offiziell aufgegebene Pentagon-Überwachungsprogramm LifeLog ein voller Erfolg wird: „Vielleicht ist es ja ebenso Zufall, wie dass die Meldung über die angebliche Aufgabe des LifeLog-Projekts am 4. Februar 2003 erschien. Das war der Tag an dem Mark Zuckerberg das soziale Netzwerk und die Firma „thefacebook“ gründete. Und dass die Facebook-Vorstandsmitglieder und Investoren Peter Thiel (Palantir) and James Beyer engste Kontakte zum Militär, zu Darpa und zum Wagniskapitalfonds der CIA, in-Q-Tel hatten, kann auch Zufall sein.“ Details am Rande: Kern trat vor der Wahl 2017 beim Darwin’s Circle in Wien mit Thiel auf und die ehemalige SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas kam bei der CIA-Gründung Palantir unter..

6 Kommentare zu „Der Innenminister und die Spione

  1. hehe hier kommt auch das Märchen die CIA wären schuld dass Anis Amri nicht festgenommen wurde.
    Lustig …ein Grünen Ammen Märchen:), sonst müsste man ja fragen was zur Hölle ist in Germoney los?

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      1. die These wurde als erstes von den Grünen aufgebracht als mehr und mehr bekannt wurde, dass die Überwachung beendet wurde obwohl es Warnungen gab.
        Selbst kurz vor dem Attentat gab es keinen Zugriff, aber es ist nicht erwiesen dass die Amis schuld sind.
        Wer weiss vielleicht haben einfach die Deutschen nicht zugegriffen, genauso wie bei Hussein K.
        Genauso wie europaweit solcher Typen rumlaufen, kreuz und quer von Frankreich, über Belgien, über Österreich über Spanien über Deutschland.
        Immerhin die Italiener haben es dann beendet, ganz im Sinne Salvinis 🙂
        Va bene.

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    1. Anis Amri war an sich ein feiner Kerl. Er hatte allein während er den C Führerschein machte die falschen Freunde welche ihm vom Lernen haben abgehalten. Jahre später hat er sich beim Einparken vor dem Christkindelmarkt ein wenig mit dem Bremsweg verschätzt.

      Sollen Regierungen in Europa tatsächlich zugeben, dass sie sich wie aus heiterem Himmel monströsen von Geheimdiensten überwachten Netzwerken an Terrorzellen gegenüberstehend sahen. Terroristen beißen auch nicht die Hand die sie füttern, also bleibt nurmehr die oben genannte Vermutung.

      Was sind schon ein paar Leute auf einem Weihnachtsmarkt gegen die Hoffnung der CDU auf einen Wahlerfolg.

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