Haselsteiner, Kern und Gusenbauer

Als Christian Kern seine politischen Funktionen zurücklegte, sprach er davon, dass er ein Start Up gründen wolle; es kam dann etwas anders, aber doch ähnlich, da er in eine neue Firma seiner Frau einstieg. Hans-Peter Haselsteiner wird nun Mehrheitseigentümer der Firma „Energy Hero“, die Eveline Steinberger-Kern und Christian Kern betreiben. Diese wiederum gehört wie die israelische Firma Fsight (früher Foresight) zur Blue Minds Gruppe, die sich mit smarten Technologien befasst. Im Firmenbuch kann man Beteiligungen und Vernetzungen nachvollziehen, findet jedoch nur „Digital Hero“ samt Haselsteiners ZMH GmbH (61,11 %). Diese ist zu 100% im Eigentum der Haselsteiner Familien-Privatstiftung mit Alfred Gusenbauer im Vorstand, die sich u.a. an Rene Benkos Signa beteiligt. Fsight mischt bei der Umstellung auf Smart Meter mit, „Energy Hero“ bietet Stromanbieterwechsel künftig auch für Gewerbekunden; man wird sich auch mit Smart Homes und E-Mobilität befassen. Wer in Israel in der Start Up-Szene unterwegs ist und mit smarten Technologien zu tun hat, kommt oft von der Unit 8200, einer Special Forces-Einheit, die zum Militärgeheimdienst Aman gehört.

Haselsteiner machte letztes Jahr auch Schlagzeilen, weil er den Intendanten seiner Festspiele Erl Gustav Kuhn mit einem Haufen Klagen gegen Enthüllungen des Tiroler Bloggers Markus Wilhelm verteidigte. Dieser schreibt gerade, dass nicht er andere vor Gericht zerrte und wüst beschimpfte: „Ich habe den von der Strabag nie als  ‚armen Menschen‘ und als ‚krank‘ bezeichnet. Er mich schon. Ich habe ihm nie geschrieben, er soll seine  ‚Medikamente nehmen‘, er mir aber sehr wohl. Ein Prolo, verkleidet als Liberaler! Bezichtigt mich in aller Öffentlichkeit der ‚Ehrabschneidung‘ und einer ‚Schweinerei erster Ordnung‘. Ganz abgesehen davon, was er im kleineren Kreis von sich gegeben hat, mündlich wie schriftlich: Ich klage nicht.“ Und er betont: „Hass wird man bei mir schwerlich finden. Es ist die Ironie, die sie nicht vertragen, der Milliardär nicht, der Maestro nicht, und der Minister nicht. Dass ich die so mächtig Aufgeblasenen auf Körpergröße herunterschrumpfe. Nach dem Motto: So wichtig, wie ihr tut, seid ihr gar nicht. Und: Ich bin leider gar nicht beeindruckt von euch. Das wird es sein, was weh tut. Was diese Hilflosigkeit erzeugt. Die in solche Tiraden ausschlägt.“

Newsletter des trend, 10.1.2019

 

Wilhelm schreibt auch: „Wenn es der Gegenseite wirklich um eine ehrliche Auseinandersetzung und richterliche Feststellungen in der Sache selbst gehen würde, hätten sie ein, zwei, von mir aus auch drei substanzielle Klagen eingebracht, nicht sechzehn, darunter sogar gleichlautende, auf verschiedene Kläger aufgeteilt. Dann würden sie nicht dreimal meine arbeitsrechtlichen Vorwürfe klagen, sondern einmal, und auch nicht dreimal die dokumentierten Übergriffe. Es geht ihnen nicht um Recht und Gerechtigkeit, i wo, nicht um Aufklärung eventuell strittiger Sachverhalte, sondern um das Auskontern eines Kritikers mit allen Mitteln, die der Rechtsstaat jedem bietet, auch dem, der sie zum Overkill einsetzen will. Interessant, was sie alles nicht klagen. Sie klagen nicht die beschriebene windige Finanzierung des neuen Festspielhauses, nicht die kritisierte Überführung der mehrheitlich landeseigenen Festspielgesellschaft in die von Haselsteiner dominierte Tiroler Festspiele Erl Gemeinnützige Privatstiftung und auch nicht das ausführlich belegte und bebilderte ÖVP-Sponsoring durch die Strabag. Wie auch?

Dafür klagen sie beispielsweise, dass ich die E-Mail-Adresse des Baumeisters, die sich jeder mit  ‚Strabag+Haselsteiner‘ ergoogeln kann, verraten hätte und dass ich ein Foto des Baumeisters, auf dem zu sehen ist, wie ihm der Landeshauptmann die Kette mit dem Ehrenzeichen des Landes um den Hals hängt, nicht gelöscht habe und dass auf meiner Seite in einem abgebildeten Dokument die Zweitwohnsitz-Adresse von Kuhns Lebensgefährtin zu sehen ist.  Ich beklage mich nicht. Jeder verhält sich so, wie es seinem Charakter oder seiner Interessenslage entspricht, was in den angeführten Fällen ein und dasselbe sein dürfte.“ Zum Geschäftspartner der Kerns stellt Wilhelm fest: „Der schneidige Herr Haselsteiner, der die ganze Klagswelle losgetreten hat und in mehreren Fällen selbst Kläger ist, hatte noch nie den Mumm, selbst zu einer Verhandlung zu erscheinen und dort seine Klage zu vertreten.“ Auch Alfred Gusenbauer rückte 2018 aus, um den Aufdecker ins Eck zu stellen und Kuhn zu verteidigen und war damit in den ORF-Seitenblicken, was aber nach hinten losgegangen ist. Man denkt bei Haselsteiner sowieso auch an Kerns Mentor Gusenbauer, doch es besteht schon länger eine Verbindung zu Frau Kern.

Gusenbauer gegen dietiwag in den Seitenblicken

Denn als sie im Verwaltungsrat des Immobilienunternehmens Conwert war, hielt er Anteile daran; 2015 schied sie aus und er verkaufte seine Anteile an den israelischen Milliardär Teddy Sagi. Wenn man einen 2017 noch abrufbares CV von Frau Kern auf der Conwert-Seite anklicken will, landet man mit einer Fehlermeldung beim Konzern Vonovia, dem jetzt die BUWOG gehört. Haselsteiner ist an der Signa Prime Selection beteiligt, in der Gusenbauer wie bei der Strabag und der Haselsteiner Familien-Privatstiftung Aufsichtsratsvorsitzender ist. Dieser Bereich der Signa Holding dealt mit Luxusimmobilien mit einem Ex-SPÖ-Chef als Aufsichtsratsvorsitzendem (herzliche Gratulation zu 130 Jahre Hainfelder Parteitag!). Immerhin hiess es 2018, dass die Signa Prime Selection 120,4 Millionen an Aktionäre ausschütten konnte. Signa ist auch eine Querverbindung zum SPÖ-Wahlkampf 2017, an dem sich Sprecher Robert L. (früher Gusenbauer-Sprecher) u.a. mit einem Dossier für Tal Silberstein beteiligte. Gusenbauer macht nun offiziell keine Geschäfte mehr mit Silberstein (wohl aber mit Beny Steinmetz, der zeitweise auch René Benkos Geschäftspartner war).

Und er ist auch nicht mehr beruflich verbandelt mit Leo Specht, der 2008 für ihn eine Projektentwicklungs- und Beteiligungs-GmbH gründete, die er beim Ausscheiden aus dem Kanzleramt übernahm. Specht schied aus der Cudos Capital aus, die er 2011 u.a. mit Gusenbauer gründete; er war es, der Gusenbauer den Zivilrechtler Helmut Koziol für Verhandlungen mit Eurofighter empfahl.  Mit diesen wollte Gusenbauer dann freilich nichts zu tun haben, sondern schob alle Verantwortung auf den abgeschotteten, überwachten, unter Druck gesetzten Minister Norbert Darabos. Als Christian Kern ankündigte, dass er sich aus der Politik zurückziehen wolle,  wurde sofort spekuliert, er werde für die Firmen seiner Frau arbeiten oder doch zu RHI-Magnesita gehen. Als er 2016 Werner Faymann als Kanzler ablöste, hatte er einen Vertrag in der Tasche, für 2 Millionen Euro Jahresgage Vorstandsvorsitzender des Konzerns zu werden (damals noch RHI). Man ging davon aus, dass er dies Martin Schlaff zu verdanken habe, der mit 30 % am Unternehmen beteiligt war. Damals gehörte auch Alfred Gusenbauer noch dem Aufsichtsrat an, neben Herbert Cordt, der an Schlaffs Telekom-Ostgeschäften beteiligt war, Ex-Vizekanzler Hubert Gorbach und Schlaffs Sohn David.

Gusenbauer im Firmenbuch (10.1.2019)

Weil die Welt klein ist, arbeitete der Ex-Gusenbauer-Sprecher (und Aufpasser für Darabos) Stefan Hirsch (heute SPÖ-Kommunikationschef) beim Lobbyisten Peter Hochegger, als dieser in besagte Telekom-Deals und in die Privatisierung der BUWOG involviert war (Hirsch wird im Dossier für Silberstein lobend erwähnt). Schlaff stieg dann über die Fondsgesellschaft Alpha Capital in Frau Kerns Firma Foresight (heute Fsight) ein, an der sich Kanzler Kern mit 50.000 Euro beteiligte. Auch Schlaff hat Bezug zum „Berater“ Tal Silberstein, dessen erster Wahlkampfeinsatz 1999 für Ehud Barak von ihm mitermöglicht wurde. Denn Schlaff lieh dem Präsidenten 600.000 Dollar, die er jedoch nicht zurückbekam. Danach gab es auch für die SPÖ Beratung von Stanley Greenberg und Tal Silberstein, 2001 für Bürgermeister Michael Häupl und 2002 für Alfred Gusenbauer. Silberstein und Barak verband auch der Konnex zum Mossad, dessen Liquidierungseinheit Kidon zuerst Caesarea hieß und da von Barak befehligt wurde. Während Barak auch General der israelischen Streitkräfte war, brachte es Silberstein zum Offizier (was in Israel rascher geschieht als anderswo und auch nicht an einen akademischen Abschluss gebunden ist) und gab an, dass er eine Special Forces-Ausbildung absolviert habe.

Gusenbauer blieb übrigens bis November 2017 Präsident des Renner-Instituts, erst dann übernahm Christian Kern, der das Amt im Dezember 2018 nicht an Parteichefin Pamela Rendi-Wagner, sondern an Doris Bures weitergab. In ihrem „Hauptberuf“ als 2. Nationalratspräsidentin ist Bures Vorsitzende des BVT-U-Ausschusses, in dem die Gusenbauer-Weggefährtin kürzlich versuchte, den Gusenbauer-Lobbying-Partner Gabriel Lansky zu befragen. Den Gusenbauer-Freund René Benko findet man nun auch in der Medienbranche, da die Bundeswettbewerbshörde den Einstieg der Signa bei Kurier und Kronen Zeitung gestattete. Während Martin Schlaff nur in absoluten Ausnahmefällen ein Interview gibt, ist Benko etwas gesprächiger; so erfahren wir z.B., dass er niemals Politiker werden wollte. Das Wirtschaftsmagazin trend kürte ihn eben zum „Mann des Jahres“; Benko will eine „europäische Familienholding“ schaffen und zieht bereits Investoren aus Asien an. Auch die Novo Invest, die zu 89,96% an der Novomatic beteiligt ist, hält Anteile an der Signa Prime Selection. Gusenbauer hätte 2016 Gerüchten zufolge Aufsichtratschef der Novomatic werden sollen, wo er doch im Aufsichtsrat der deutschen Tochter Löwen Entertainment war (in den jetzt Ex-Grünen-Chefin Eva Glawischnig eingezogen ist) und den Konern berä. Auch die Glücksspiel-Schiene hat mit Silberstein zu tun, der mit Beny Steinmetz und Gusenbauer eine Firma Novia gründete, mit der er am Geschäft mit den Video Lottery Terminals in Österreich mitnaschen wollte: „Dass der Geschäftsmann Tal Silberstein diese Idee ganz allein entwickelt hat, scheint eher unwahrscheinlich. Zu diesem Schluss gelangt man jedenfalls, wenn man sich ansieht, wie just nach der Entscheidung für das Ende des kleinen Glücksspiels in Wien sukzessive ein komplexes Firmennetzwerk im Ausland aufgebaut wurde und welche Personen in diesen Prozess involviert waren. Da kommt jetzt Alfred Gusenbauer ins Spiel.

Eveline Steinberger-Kern im Firmenbuch (10.1.2019)

Gusenbauer war in der Vergangenheit immer wieder im Novomatic-Konzern-Umfeld beratend tätig und kennt bekanntermaßen auch Tal Silberstein gut. Laut aktuellen News-Recherchen, die u.a. auf Unterlagen aus den Panama-Papers beruhen, errichtete der Ex-Bundeskanzler im Februar 2013 eine Firma namens ‚Novia Technologies BV‘ mit Sitz in den Niederlanden. Knapp drei Monate später übertrug Gusenbauer sämtliche Aktien dieser Firma an eine niederländische Stiftung, in der laut Panama Papers auch eine Firma namens BSG auftaucht, die für Beny Steinmetz Group stehen dürfte. Gusenbauer selbst scheint dort als Stiftungsdirektor auf. Die ‚Novia Technologies BV‘, also nunmehr eine Tochter der Gusenbauer-Stiftung in den Niederlanden, war laut News ‚Mitbegründerin einer Fondsstruktur unter dem Titel  Novia Gaming  auf Malta‘. Das ist jene Silberstein-Firma, die im Jahr darauf mit den Lotterien in Österreich ins Geschäft zu kommen versuchte. Rund um die maltesische Gesellschaft waren aber nicht nur Gusenbauer und Silberstein zu finden. Auch zwei ehemalige Vertraute des Glücksspielriesen Novomatic waren dabei.“

Die Gusenbauer-Steinmetz-Silberstein-Novia wollte mit der Novomatic ins Geschäft kommen; schliesslich klagte Silberstein mit Leo Specht als Anwalt die Casinos Austria (an denen die Novomatic zu 17,19 % beteiligt ist), wegen eines gescheiterten Deals. Ironie am Rande: Casinos-Chef Karl Stoss finden wir auch im Aufsichtsrat der Signa Prime Selection (allfällige Medienanfragen richtet man ja an einen Silberstein-Freund, der dies seit dem Wahlkampf 2002 ist). Übrigens gehört auch eine Jagdpacht im Burgenland zu Signa, was es für den Pressesprecher leichter machen könnte, den von ihm im Dossier für Silberstein so gelobten designierten Landeshauptmann Hans Peter Doskozil zu begegnen. Vielleicht ist es passend, dass Gusenbauer-Freund Haselsteiner die mit 13 Millionen Euro teuerste Wohnung Wiens kaufte und Gusenbauer-Freund Benko mit „Chalet N“ in Lech die teuerste Ferienwohnung Österreichs besitzt: „Wer hier in dem selbst ernannten Sechs-Sterne-Chalet logiert, wird von Benkos Mitarbeitern natürlich nicht verraten. Dass darunter die Beiratsmitglieder der Benko-eigenen Signa Holding wie Exkanzler Alfred Gusenbauer, Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Unternehmensberater Roland Berger sein könnten, ist wohl nicht ganz abwegig.“

René Benko als Mann des Jahres

Vor Haselsteiner war übrigens Paul Swarovski Mehrheitseigentümer der Kern-Firma, der mit dem Rest seines Clans zerstritten ist. Diesen Swarovski muss man vom eingeheirateten Fiona-Gatten Karl Heinz Grasser unterscheiden, der vor einigen Tagen im Eurofighter-Ausschuss aussagte (da gab es ausnahmsweise auch mal einen Liveticker). Im Herbst 2017 schrieb ich über die Kern-Firmen u.a.: „Auf der Webseite von Foresight werden nur Namen genannt ohne Biografien; mehr zu Amos Lasker, der Captain bei den IDF war, finden wir z.B. bei Amrav Investments. Der ‚founding partner of Amrav, has enormous professional experience in the energy, utilities, telecommunications and high-tech fields. Prior to the creation of Amrav he served as President & CEO of the Israel Electric Company and as the CEO of Gilat Satcom. He also founded and directed a number of prominent Israeli telecommunications companies, including The Med GroupGlobescom, and Gvanim Cable TV. Amos has held management roles at a number of leading companies, including Keren Electronics, Telrad Industries, and Israel Aircraft Industries. Amos holds a B.A. in Economics, an M.A. in the Philosophy of Science and an M.B.A. from Tel Aviv University. Additionally, Amos has served on the boards of directors of various companies, primarily in the telecommunications and energy sectors.‘

Toll, was für einen Kapazunder eine Wiener Unternehmerin an Land ieht, könnte man sich denken. Eine der Mitarbeiterinnen in Wien, Tamar Ehlers, studierte in Israel Hebräisch. Vielleicht zeigen die Redner einer Konferenz im Jahr 2011 (oft IDF / Mossad / Unit 8200-Background), was bei uns Erstaunen hervorrufen mag, in Israel aber normal ist.“ Wir können ergänzen, dass Lasker Ende 2018 an einer Electricity-Konferenz teilgenommen hat (“ the 19th annual international convention of the Society of Electrical and Electronics Engineers in Israel „) und Google zu Fsight verlinkt, wo wir ihn nicht mehr finden, aber Christian Kern als „Chairman of the Board„; der CEO heisst Emek Sadot. Fsight ist natürlich auch in der Wiener Start Up Szene präsent, nachdem Frau Kern lange den Hub Wexelerate begleitete. Hier muss man auch an die Unterstützung durch die ehemalige Finanzstadträtin Renate Brauner denken, die nun gut „daseinsversorgt“ ist und auch ein Herz für Rene Benkos Goldenes Quartier hat.

 

Chalet N

Im Herbst 2017 sagte Eveline Steinberger-Kern zu ihren „Partnern in Israel“: „Das sind Mordechai Friedman und Amos Lasker, die früher unter anderem beim staatlichen israelischen Energieversorger tätig waren und auch entsprechendes Fachwissen haben. Sie sind 2015 in die heute unter Foresight firmierende Unternehmung eingestiegen und halten aktuell gemeinsam 13 Prozent an dieser Firma.“ Der Interviewer meinte: „Zumindest einer, Amos Lasker, war auch Captain bei der israelischen Armee „. Sie antwortete: „In Israel gibt es eine Wehrpflicht für Männer und Frauen und es ist üblich, dass spätere Manager davor auch Karriere beim Militär gemacht haben. Viele meinen, das ist auch eine Art Kaderschmiede für die Wirtschaft.“ Man findet Lasker auch in einem Buch über „Submarine Fiber Optic Communications Systems“, er kooperiert als Chairman von MicroGrid Israel mit Siemens. Als Präsident der Israeli Smart Energy Association, die Mitglied in der Global Smart Grid Federation ist, nahm er 2013 an einer Tagung teil (siehe auch 2010 GridWise Global Forum).

In seiner Biografie ist auch dieses Detail interessant: „Finance division controller & Product Planning manager for Israel aircraft industries ltd.“ Am 15.10.1998 lasen wir auf der Webseite des (staatlichen) Unternehmens: „A consortium of Israeli companies led by Israel Aircraft Industries,  is developing an updated avionics suite for earlier model F-16 aircraft.“ Heute heisst es Israeli Aerospace Industries und zeigt auf seiner Seite einen Satelliten (passt zum CV des ehemaligen Mitarbeiters Lasker), aber auch Drohnen, Flugzeuge und Raketen. Man bietet unter anderem an, Passagierjets von Airbus und Boeing und anderen Herstellern zu reparieren und zu adaptieren (Boeings zu Frachtflugzeugen); bei Militärmaschinen jedoch nur Produkten von Lockheed bzw. Northrop und russische MiG. Viel Geschäft scheinen die IAI mit Drohnen zu machen, wie der Wikipedia-Eintrag zur „Heron“ (klingt fast wie Steinberger-Kerns „Hero“) verdeutlicht: „Rüstungsexperten gehen davon aus, dass die Heron von den israelischen Luftstreitkräften auch in einer bewaffneten Version eingesetzt wird.“ Und: „Laut den Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden sollen der britische Geheimdienst GCHQ und die amerikanische NSA Daten der Drohne mitgeschnitten und ausgewertet haben.“ Schliesslich:“Am 13. Juni 2018 hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die Anmietung von fünf IAI Eitan Heron TP beschlossen, die von Airbus gewartet werden. Der Anmietung läuft bis 2027 und wird mindestens 900 Millionen Euro kosten. Die Maschinen werden zunächst als Aufklärungsdrohnen eingesetzt, sie haben aber die Option bewaffnet und als Kampfdrohnen eingesetzt zu werden.“

Kern nach dem Abgang 

Mit Boeing will man zusammenarbeiten, während sich Airbus um die Deutschland gelieferten Drohnen kümmern soll und es Gespräche bezüglich eines Airborne Early Warning and Control Systems (AEW&C) gibt. Die IAI sind in mehreren Ländern vertreten, u.a. in Deutschand und Russland, aber auch in Südamerika. Hingegen ist Lockheed in Israel präsent: „In November 2004, Lockheed Martin completed its undertaking for industrial collaboration with Israeli companies and for offset acquisitions in Israel as part of the Peace Marble V program. The industrial collaboration – at a volume of $1.45 billion – was completed within less than five years, significantly earlier than the 12 years in the original plan. This industrial collaboration contributed to approximately 40 Israeli companies, most of which in the defense industries, along with high-tech companies, venture capital funds and research and development institutions. Lockheed Martin has also assisted in strengthening the IDF ground forces. The Multiple Launch Rocket System (MLRS) manufactured by Lockheed Martin is used by the IDF ground forces and introduced new capabilities in the 1980s for providing artillery assistance in the battlefield.

Lockheed Martin has also supplied radars, rockets, fire control and guidance systems, laser pointers and pods, while also lending support to training, air traffic control and weather forecasting, to name but a few of our diverse activities. In order to renovate the aging fleet of the original Hercules (Rhinoceros) aircraft, the Air Force has decided to acquire innovative C-130J Super Hercules airplanes. In April 2010, Israel ordered the first C-130J aircraft and exercised the option to acquire six additional C-130J ones, that were given the Hebrew name Samson. The first Samson landed at the Nevatim Air Force Base in April 2014, and by the end of 2016, additional 5 aircraft were supplied to the Israeli Air Force, the 7th will be delivered in 2017.“ Ist es reiner Zufall, dass die Gusenbauer-SPÖ damit begann, die Entscheidung der früheren Regierung für Eurofighter Typhoon und gegen F-16 von Lockheed zu bekämpfen? Das ist weiterhin die Linie der SPÖ, aber auch der Pilz-Partei (deren Gründer vorschlug, doch F-16 der IDF zu kaufen) und der von Haselsteiner geförderten NEOS, die von F-35 schwärmen. Diese wurden übrigens auch von Silberstein „beraten“, auf dessen Dienste die SPÖ dafür bei der Wien-Wahl 2015 verzichtete; umso mehr mischten dann NEOS-Leute 2017 im SPÖ-Wahlkampf mit. Nebenbei bemerkt: die Saab Gripen, die auch wieder ins Spiel gebracht werden, ernten im Schweizer Parlament Kritik als „Papierflieger“, die nicht fertig entwickelt seien. Doch auch bei unseren Nachbarn wird für F-35 lobbyiert…

Fsight

Das kleine Glücksspiel, bei dessen Verbot Gusenbauer und Co. ein Schlupfloch fanden, wurde übrigens in Wien erfolgreich von der kritischen Sektion 8 in der SPÖ bekämpft. Es läuft natürlich so oder so weiter, wie Medienberichte eigen. Was Haselsteiner betrifft, gab es 2018 auch eine Auseinandersetzung über den Umgang mit Bediensteten bei der Westbahn, die zu 49,9% ihm gehört und weiterhin Verlust macht. Auch bei den ÖBB war man nicht erfreut über einen Warnstreik, wie der oberste Eisenbahnergewerkschafter Roman Hebenstreit auch gegenüber Haselsteiner erwähnte. Als Roter muss Hebenstreit andererseits aber decken, dass Kammerhofer, der von den ÖBB kam, von Doskozil und Kern auf einem Abteilungsleiterposten untergebracht wurde, nachdem er „erfolgreich“ fremden Geheimdiensten diente.

Kleines Detail noch zu Kern: er wurde vom Medienmanager Gerhard Zeiler dabei unterstützt, Faymann abzusägen, der bei Time Warner (Council on Foreign Relations) arbeitete; zum Konzern gehört auch der von Ted Turner gegründete Sender CNN. Als Wolfgang Fellner von oe24, Weggefährte u.a. von Peter Pilz, auch Webfernsehen machen wollte, half Zeiler dabei, eine Kooperation mit CNN bei internationalen News einzufädeln. Auch Schlaff versuchte es mal mit Glücksspiel, Stichwort Casino Jericho mit den Casinos Austria als Partner; im Grunde ging der Fehlschlag auf die Kappe des zuvor von Schlaff unterstützten Barak, weil Israelis der Zutritt zu den Palästinensergebieten dann verwehrt wurde. Bei Kerns Fsight investierte übrigens auch der Holzindustrielle Gerald Schweighofer (Feind jedes urwüchsigen Waldes in Europa), der zeitweise von Silberstein beraten wurde.

PS zu Smart Meter: siehe Dossier der Solidarwerkstatt, die „besonders aggressives Vorgehen“ der Linz AG kritisiert. Smart-Meter-Verweigerer verlieren übrigens ihren Stromanschluss.

PPS: Haselsteiner will in einem aktuellen Interview 2. Brexit-Abstimmung; passt zu seinen Öxit-Warnungen im Bundespräsidentenwahlkampf 2016.

PPPS:  Man weiß nun,  dass Betriebsrenten bei Karstadt, auf die Sich Angestellte verlassen haben, in Cum Ex-Deals verspekuliert wurden.

3 Kommentare zu „Haselsteiner, Kern und Gusenbauer

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